Mittwoch, 13. März 2019

Thailand-Reisebericht - Teil 11 - Hua Hin und Insel-Ausflug nach Koh Talu


Sawatdii Kah, ihr Lieben!


Heute geht es - wie versprochen - weiter mit meinem Thailand-Reisebericht. Im 10. Teil konntet
 ihr euch ansehen, in welch kleinem Paradies wir nun unsere "Bade- und Erholungswoche" nach der
Rundreise verbrachten. Und ihr konntet bei unserer ersten Erkundungstour durch in Hua Hin dabei
sein.

10. Tag, 1. März 2018:
Neuer Tag, neuer Spaziergang - diesmal durch die Märkte von Hua Hin. Vormittags ging es
hier zum Glück nicht touristisch zu, sowohl Verkäufer als auch Kunden waren Thais.


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Später entdeckten wir dieses Massage-Studio. Wir wählten es aus vielen anderen Läden mit
ähnlichem Angebot aus, weil eine süße rote Katze davor saß, und es wurde im Lauf der Woche
zu unserem Stamm-Studio. Meine Fuß- bzw. Beinmassage war eine wunderbare Verwöhn-
Behandlung. Edi hingegen jammerte, denn er hatte sich eine Thai-Massage gegönnt und meinte
 dann: "Wenn du mir so weh tun würdest wie diese kleine Frau, würde ich mich scheiden lassen!"
An den folgenden Tagen entschied er sich dann ebenfalls für Fußmassagen 😜

 Die Katze, die übrigens kurz davor erst kastriert worden war (daher die kahle Stelle) wurde
behandelt wie eine kleine Prinzessin. Die Studiobesitzerin kümmerte sich aber auch liebevoll
um andere Katzen (siehe Foto links unten). Das war mit ein Grund, weshalb es uns dort
gut gefiel!

 


 Vom weiteren Tagesverlauf gibt es keine Fotos. Das bedeutet, dass wir diese Zeit entweder
 im Gym oder im Pool / am Strand verbracht haben ... ganz ohne das Bedürfnis, zu fotografieren.
Achja, und shoppen waren wir wohl auch - denn ich glaube, an diesem Tag erstand ich den
orangen Schmetterlingsrock. Den zog ich allerdings noch nicht sofort an.

 An diesem Abend hatte ich Lust, meine Kleidung passend zu all dem tropischen Grün in
 der Hotelanlage auszuwählen. Und außerdem fühlte ich mich sehr beschwigt, wie man sieht.
Hinter den Palmen verabschiedete sich die Sonne mit spektakulären Rottönen.




Diesmal gab es ein üppig bestücktes, köstliches Thai-Buffet mit traditioneller Musikbegleitung
 im Restaurant am Pool - wirklich umwerfend gut!






 11. Tag, 2. März 2018:
 An diesem Tag unternahmen wir einen (wunderschönen) Bade- und Schnorchelausflug 
zur Insel Talu (Koh Talu).

 


Beim Schnorcheln am Korallenriff gab's viel zu sehen...
(Schnorchelfotos mit unserer kleinen Unterwasserkamera Olympus Tough):




Als nächstes legten wir auf Koh Talu an - ein kleines und touristisch noch nicht 
überlaufenes Inselparadies.

 
Wenn wir unsere Füße fotografieren, bedeutet das üblicherweise: "Wir sind herrlich entspannt." ;-)


Unter anderem gibt es hier eine Wasserschildkröten-Aufzuchtstation, die dabei helfen soll,
die bedrohte Art zu retten. Die jungen Schildkröten werden erst dann ins Meer entlassen, wenn
sie etwas gewachsen und daher nicht mehr ganz so leichte Beute für Vögel und Raubfische sind.
 Auch verletzte erwachsene Schildkröten werden hier gepflegt.





Den Rest kann man wohl "ohne Worte" genießen!





Mir bleibt nur zu sagen: SCHÖN WAR'S!





Abends im Hotel schlüpfte ich dann in meinen neuen, kurz zuvor in Hua Hin erstandenen Rock und
kombinierte ihn mit meinem Paris-Shirt, der roten und der orangen Namibia-Kette und einem Tuch,
das die verschiedenen Rottöne aufgreift.  





Und so ging ein weiterer wunderschöner Urlaubstag zu Ende. Ich hoffe, ihr habt diesen
virtuellen Kurzausflug nach Thailand wieder genossen und danke euch für euer Interesse! Ich
 selbst durchlebe beim Darüber-Erzählen noch einmal, wie schön, bunt und interessant diese
Reise war, die nun schon ein Jahr zurückliegt...

Fortsetzung folgt! 😊


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude





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von der Startseite aus durchklicken! Die wird häufiger von mir aktualisiert 😊😉😎)

Mittwoch, 6. März 2019

Rückblick auf meine zweite Februar-Hälfte

Servus ihr Lieben,...



... seid ihr gut im März gelandet?
Zunächst mal vielen Dank für eure Kommentare zu meinen ersten beiden Unique-Folgen (KLICK
und KLICK). Heute kommt nun die Fortsetzung meiner Februar-Impressionen - ja, ich weiß, ich
bin spät dran... Den ersten Teil konntet ihr HIER lesen, und auch in der zweiten Februar-Hälfte war
einiges los! Natürlich gibt es auch wieder jede Menge Outfits aus meiner Winter-Capsule zu sehen
- allmählich wandelt sie sich allerdings schon in Richtung Frühling... Das heißt, ein paar Teile trage
ich jetzt für eine Weile zum letzten Mal, dann wandern sie in den anderen Schrank und werden
gegen Teile meiner Frühlings-Capsule 2019 ausgetauscht.



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 Bei einigen von euch gab es sogar im Februar schon viele Blüten im Garten zu bewundern. Bei
uns ist bis jetzt noch nicht besonders viel los - deshalb musste ich meine Lust auf frisches Grün
und bunte Blumen mit Hilfe meiner Kleiderschrank-Inhalte stillen.





Außerdem kreierte ich eine flotte, vitamin- und eiweißreiche Veggie-Speise, die mir sehr gut
schmeckte: eine Süßkartoffel-Lauch-Camembert-Pfanne! (Einfach Süßkartoffeln schälen und in
hauchdünne Stücke oder Streifen schneiden. Lauch ebenfalls in dünne Ringe schneiden. Beides in
etwas Olivenöl anrösten, dann mit etwa 100 ml Gemüsebrühe aufgießen und köcheln lassen. Wenn
die Flüssigkeit von den Süßkartoffeln aufgesaugt wurde, sollten diese auch schon weich sein - falls
nicht: Vorgang wiederholen. Camembertscheiben aufs Gemüse legen und schmelzen lassen, mit
Kräutern und Sonnenblumenkernen bestreuen, fertig! Das kann man in der passenden Saison
bestimmt auch mit Karotten oder Kürbissen machen! 😋)





Unten: So war ich angezogen, als ich mich mit meiner Tochter in Baden traf - wir hatten etwas
zu besorgen und besuchten anschließend meine Mutter im Pflegeheim. Der "Überrock" ist wieder
ein Loop, den ich mittels Stretchürtel gebändigt habe. Diese Methode habe ich euch z.B. HIER
schon mal gezeigt (siehe 8. Collage) - und bei dem Loop handelt es sich um einen der beiden Schals,
die ich als Inspirationsbasis für meine Herbst-Winter-Capsule verwendet habe - KLICK. Mit diesem
einfachen Trick besteht mein Kleiderschrank aus ein paar Röcken mehr 😉

 



Den Text "Lieber Stress, ich sehe keine Zukunft für uns. Es ist aus. Sorry." hat meine Tochter
 an diesem Tag für mich mit ihrem Handy geknipst - er prangte in der Gewußt-Wie-Drogerie auf 
einem Plakat und ich fand ihn sehr ansprechend 😀😊😜... In der unteren Collage seht ihr rechts 
auch noch ein kleines Gruppenfoto, das ich leider nur in einer sehr geringen Auflösung zugeschickt 
bekommen habe und daher nicht größer posten kann - ich bin die Kleine im Vordergrund, die oben 
schwarz und unten rot angezogen ist - neben mir steht Edi in tarngrün:






Das  Foto entstand an einem sogenannten "Teleskop-Abend", zu dem uns meine Freundin 
Brigitte einlud: Ihre Tochter Marlene und deren Freund veranstalteten einen interessanten Abend
 mit Sternenbeobachtung im Marchfeld. Dafür war warme Kleidung und festes Schuhwerk gefragt.

Ich hatte Lust auf meinen neuen Bio-Lammwollpullover, den ich euch HIER vorgestellt habe, und
der war eine gute Wahl. Eine Hose wollte ich allerdings an diesem Abend nicht anziehen, und so
entschied ich mich für meinen flatter-dünnen ehemaligen Bauchtanzrock, den ich mir vor einiger Zeit
habe kürzen lassen. Darunter: Thermo-Leggings und warme, gefütterte Lederstiefletten, darüber ein
wattierter Mantel, meine Alpakamütze, der Schal, den ihr unten seht, und Handschuhe. So war mir
nicht ein bisschen kalt. Und (Kinder-)Punsch als "Wärmung von innen" gab's auch noch 😋





Am nächsten Tag unternahmen Edi und ich einen Ausflug zum Husarentempel in 
Mödling. Es war wunderbar sonnig; mit der goldgelben Steppjacke war mir viel
zu heiß, die konnte ich mir bald um den Bauch binden.




 Auch an den folgenden Tagen war es zeitweise frühlingshaft warm, Winterjacken und -mäntel
durften pausieren - hier war ich z.B. nur mit meinem Strickmantel unterwegs. Kombiniert habe ich 
ihn mit dem grün-weiß-schwarz gemusterten Des*gual-Rock, den ihr oben auch schon gesehen
habt, einem Biobaumwoll-Shirt vom Kaffeeröster und den Leggings mit Kunstlederstreifen:




Oder ich trug meine "neue" Puscheljacke vom Henry-Laden. Den Türkisblau-Ton dieser 
Jacke mag ich momentan ganz besonders gern an mir. Shirt, Rock und Strumpfhose greifen
die verschiedenen Farbnuancen der Jacke auf. Die rote Kette bildet einen schönen Kontrast
und verbrüdert sich ebenfalls mit einem Farbton im Rock:


 


Bei der folgenden Kombination ist eigentlich nur der Rock ein anderer - wieder der von weiter 
oben - und anstelle der schwarzen Stiefletten trage ich meine blauen selbstbemalten bzw. mit 
Decoupage-Technik aufgepimpten. Der Gürtel ist ein dunkelblauer Trachtengürtel mit Silberherz
 und stammt vom Henry-Laden.





In der nächsten Collage habe ich ein paar Februar-Ereignisse und -Eindrücke 
zusammengefasst. Zum Beispiel mussten wir mit Nina zum Tierarzt, sie ist nämlich seit ein 
paar Tagen ein Hinkebeinchen. Offenbar handelt es sich um eine Alterserscheinung - sie hat 
Verkalkungen in den Kniegelenken ... und im rechten Hinterbein laut Röntgen wie's scheint auch
eine ältere Verletzung, die jetzt wieder Probleme macht 😿. Den Verband, den ich ihr vor dem
Tierarztbesuch angelegt hatte, mochte sie ganz und gar nicht leiden und montierte ihn selbst wieder
ab 😾. Jetzt muss sie täglich entzündungshemmende Tropfen einnehmen, die dürften ihr aber
ganz gut schmecken... Ob sie helfen, kann ich noch nicht sagen, Nina hinkt nach wie vor...




Das Wetter in der zweiten Februarhälfte war mal toll, mal durchwachsen, wie ihr oben seht.
Einen der Schönwettertage konnten wir nützen, um mal wieder Skifahren zu gehen 😊

Auch dieses Bio-Baumwoll-Shirt vom Kaffeeröster lässt die Sonne aufgehen. Der Gelbton
ist etwas "purer" als die Gold-, Messing-, Curry- und Senftöne, die ich sonst bevorzuge, aber
er gefällt mir gut, er erinnert mich an gelbe Krokusse und passt somit zu meiner Frühlingslaune.
Außerdem wiederholt er das Gelb im Muster des Rockes. (Das ist hier aber nur ganz zart zu
sehen.) Mein "Gasbock" (= Ziegenbock, so nennt Edi das schwarze Velours-Gilet mit
Kunstfell-Verbrämung) kam auch mal wieder zum Einsatz.





Von meiner Tochter bekam ich per WhatsApp zwei Fotos ihrer Katzen: Sie beobachteten sehr
interessiert und begeistert ein paar Meisen, die zu Janas Meisenknödel auf den Balkon geflogen
kamen. Von einer der Meisen schaffte Jana ein flottes Handyfoto - und Yomee & Chiller beim
"Katzen-TV-Schauen" sind auch ein entzückender Anblick! 😻 😻 Ach, und die Krokus-Fotos -
in Farben, die zum obigen Shirt passen - entstanden am letzten Februar-Tag - wie herrlich, nun
haben wir wenigstens diese paar Blüten. Schneeglöckchen und andere Frühjahrsboten hingegen
zeigen bisher erst Blattspitzen.





Den unteren Mix trug ich, als ich mich gegen Ende Februar mit einer Freundin traf, mit der es 
etwas zu feiern gab - diesmal durfte einer der Streifen, der beim Kürzen des Bauchtanzrockes 
übriggeblieben war, den Schal spielen. Der "Gasbock" von oben war auch wieder dabei. Und
 als Haarband-Verzierung diente die Schmetterlings-Brosche von Julia.




Im Februar-Impressionen-Post versprach ich euch, bei Gelegenheit aktuelle Fotos von mir mit
meiner Taufkerze nachzureichen. Inzwischen haben wir die Bilder der Fotografin gekriegt, und ich
kann euch einige davon zeigen.

In der Taufkapelle des Stephanddomes war es so kalt, dass ich, als "die Kinder mit den Taufkerzen"
nach vorn gebeten wurden, bereits wieder meinen Steppjacke angezogen hatte. Herr Rostrose
hatte seine Winterjacke gleich gar nicht ausgezogen 😉. Unten links seht ihr außerdem nochmal
meine Tochter Jana mit dem Taufkind Nora, das Janas Großcousine und meine Großnichte ist 😊:


© Natascha Kanta


Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube aufgrund eurer Kommentare, dass einige meine
Schlussworte im vorigen Beitrag Unique - Nicht perfekt, aber einzigartig - Teil 2 etwas anders
interpretiert haben, als ich sie gemeint hatte. Denn da erwähnte ich, dass sich mein nächstes Posting
ebenfalls um einen nicht perfekten, aber einzigartigen Menschen drehen würde - nämlich um mich.
Damit meinte ich jedoch keinen tiefschürfenden Beitrag, in dem es beispielsweise mehr über meine
persönliche Geschichte oder z.B. meine eigenen körperlichen Mängel o.ä. zu erfahren gibt - sondern
einfach den Beitrag da oben, den ihr gerade eben gelesen habt. Alle die jetzt enttäuscht sind, kann
ich jedoch trösten - solche Posts von mir gibt es bereits (seit ein paar Jahren).
Einige davon verlinke ich euch hier:


Rettet die Lachfalte! #1 - Über Frau Rostroses "Jahresringe"
Hierin geht's u.a. um meine Falten und mein Verhältnis zu ihnen.

Rettet die Lachfalte! #3 - Über Stilgebungszonen und mehr
Hierin geht's um Figürliches, meinen BMI und andere Dinge, die mir den Buckel
runterrutschen können.

RDL #5 - Über die Vorteile des Älterwerdens
Hier könnt ihr einiges über meine Kindheits- und Jugendkomplexe erfahren.

Gartenzeiten, Sommerkleider, Unterröcke und noch mehr goldene Vergangenheit - Teil 2
Hier erfahrt ihr unter anderem, warum ich mich so kleide, wie ich mich kleide (im unteren
Drittel des Posts.)


Ich glaube, beim nächsten Mal entführe ich euch zur Abwechslung mal wieder nach
Thailand, aber ich habe auch noch einige wenige Februar-Outfits zu zeigen - die werde ich
euch wohl irgendwann später im März unterjubeln 😉😊😀


Fotos: Herr und Frau Rostrose, Rostrosentochter und Natascha Kanta
Herzliche Grüße von eurer Traude



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Mittwoch, 27. Februar 2019

Unique - Nicht perfekt, aber einzigartig - Teil 2

Servus, ihr Lieben!
💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗


Hier kommt meine versprochene Fortsetzung zu Unique - Nicht perfekt, aber einzigartig - Teil 1.
Vielen Dank für die Kommentare, die ihr mir dazu hinterlassen habt. Ich werde noch auf den einen
oder anderen Punkt zurückkommen bzw. habe das zum Teil auch schon als Antwort zu euren
Kommentaren getan. Zunächst möchte ich zu weiteren Portraits einiger Menschen kommen, die
uns vorleben oder vorgelebt haben, um wieviel wichtiger und besser es ist, authentisch zu sein, den
eigenen Weg zu gehen, unter Umständen auch gegen den Strom zu schwimmen und einzigartig zu
sein, statt sich an eventuelle Vorgaben und Forderungen der Gesellschaft anzupassen oder einem
unerreichbaren Bild von Perfektion nachzueifern!


 🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Zufriedensein bedeutet nicht, alles zu haben
sondern das Beste aus allem zu machen.


Den "Unique-Reigen" in meinem vorigen Beitrag begann ich mit einer Künstlerin, die ich schon 
lange sehr schätze; heute will ich es ebenso halten. So, wie mich Frida Kahlo schon früh beeindruckt 
und inspiriert hat beeindruckt und inspiriert mich auch Niki de Saint Phalle bereits seit vielen 
Jahren. 

Und so, wie mich Frida mit ihrer Geschichte und ihren Bildern nach Mexiko City lockte, 
wo ich im Jahr 2004 gemeinsam mit meiner Familie ihr wunderbares blaues Haus ("Casa Azul"
besuchte und wir uns ein paar Tage später - wie einst Frida und Diego - auf einem bunten Boot 
durch die "Schwimmenden Gärten von Xochimilco" treiben ließen, so lockte mich auch
Niki an einen Ort, der Teil ihres Lebens gewesen war...


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"Um sich formen zu können, wird jeder Mensch in die Familie hineingeboren, die er für sein Schicksal braucht." 
- Niki de Saint Phalle - Fotos von HIER.


In diesem alten Post von 2009 erzählte ich euch schon mal ausführlich, wie ein Cosmopolitan-
Artikel Mitte der 1980er Jahre mein Interesse an dieser Künstlerin weckte, und über unsere beiden
Besuche im toskanischen Tarotgarten mit den riesigen und wunderbaren Figuren, die Niki de
Saint Phalle dort im Lauf der Jahre geschaffen hat. (Der erste - abenteuerlichere - Besuch fand 
1996 statt, der zweite im Jahr 2000. Wenn ich mich daran erinnere, durchrieselt mich noch immer
das Glücksgefühl, das ich damals empfand!)



Ähnlich wie Frida Kahlo inspirierte auch Niki de Saint Phalle mit ihrem Keidungsstil und
mit ihren Kunstwerken die Modeschöpfer - ein paar Beispiele seht ihr oben - Bilder von HIER


Als Niki den Giardino dei Tarocchi schuf, hatte sie schon damit begonnen, in sich selbst selbst 
zu ruhen. Das war nicht immer so gewesen, denn ihr Vater, André Marie Fal de Saint Phalle
Bankier, verarmter Adeliger und strenger Katholik, war einer jener Männer, die ihre Töchter "ein 
bisschen zu gerne haben". Durch den sexuellen Missbrauch während ihrer Kindheit zunächst in eine 
frühe Ehe und dann fast in den Wahnsinn getrieben, wurde sie in der Nervenklinik mit der Heilkraft 
der Kunst konfrontiert.


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Ich hatte Schwierigkeiten mit allem und allen; aber die harten Bedingungen 
waren wichtig, um den Samen für diese unglaubliche Wut in mir zu pflanzen. 
Ohne sie wäre ich niemals in der Lage gewesen, einen so rebellischen Weg zu gehen.
Niki de Saint Phalle

 
Sie rebellierte gegen ihr Elternhaus, die Kirche und gegen die Gesellschaft ganz allgemein.
Ihre Schießbilder, die begehbare Figur HON und später die Nanas machten sie zu einer der 
umstrittensten und zugleich bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Keine Frau vor ihr 
hat je solch große Skulpturen geschaffen wie Niki de Saint Phalle (und ich weiß nicht, ob es nach
 ihr schon eine gegeben hat). Aus einer schwierigen Ausgangssituation schöpfte sie alle Kraft, die
 sie nur kriegen konnte - und ich denke, ihre bombastischen Figuren zeigen recht deutlich, wie 
Nikis Seele im Lauf ihres Lebens über sich hinaus gewachsen ist. Leider endete dieses Leben 
im Jahr 2002, Niki starb 71jährig in San Diego, doch nach allem, was ich über sie gelesen
habe, war sie zu diesem Zeitpunkt mit sich und der Welt im Reinen.


Bilder von HIER


Auch die Ausgangssituation jenes Mannes, 
den ich euch als nächstes vorstellen möchte, kann als schwierig bezeichnet werden, denn der 
österreichische Psychologe, Autor und Motivationsredner Georg Fraberger wurde ohne Arme und 
Beine geboren. Ich hätte mit dieser Tatsache eigentlich gern länger hinterm Berg gehalten, denn fast 
alle Berichte über Fraberger beginnen damit, dass ihm Gliedmaßen fehlen. Doch in seinem Fall ist 
es keine Reduktion, keine Betonung einer Behinderung - es ist einfach ein nicht zu ignorierender 
Teilaspekt eines interessanten Mannes, der nach eigener Aussage "ein ziemlich gutes Leben" führt 
(so auch der Titel eines seiner Bücher).

Zu behaupten, ich würde ihn persönlich kennen, wäre wohl zu viel des Guten, doch weil Georg 
Fraberger in jenem großen Wiener Krankenhaus angestellt ist, in dem auch ich etwa vier Jahre lang 
gearbeitet habe, bin ich ihm im Lauf der Zeit mehrmals begegnet - vor allem mittags im Mitarbeiter-
Speisesaal. (Er war dort immer fröhlich, immer lächelnd und immer begleitet von mehreren Damen 
unterwegs, die seinen Spezial-Rollstuhl zuweilen wie Trittbrettfahrer benützten - was irgendwie nach 
großem Spaß und Lebensfreude bei allen Beteiligten aussah). Manchmal sah ich ihn in den langen 
Fluren, und einmal konnte ich beobachten, wie er in seinem Rollstuhl die steile Straße im hinteren
 Bereich des Krankenhaus-Areals hinabbrauste. "Donnerwetter!", dachte ich mir damals, "Der
fürchtet weder Tod noch Teufel!"



🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Heute weiß ich, dass die [Hübschen] es besonders schwer haben, weil sie 
immer Angst haben müssen, dass sie nur für ihren Körper, ihre Schönheit gemocht werden und 
nicht für das, was sie sind. Sich auf seinen Körper, auf seine Schönheit zu verlassen, macht auf 
Dauer nicht glücklich. 
Georg Fraberger

 

Weil eine genauere Vorstellung den Rahmen meines Beitrags sprengen würde, kann ich euch 
nur empfehlen, dieses offene und teils amüsante WOMAN-Interview zu lesen - hier könnt ihr u.a.
erfahren, was Georg Fraberger über seine Kindheit, über Frauen und seine vier Kinder, über Liebe
und Sex, über seinen Beruf, über Sicherheiten und Unsicherheiten zu sagen hat - und das sind 
ziemlich kluge Dinge, die immer gelten - egal, wie viele Gliedmaßen man hat. Außerdem kommt 
darin eine sehr schöne Geschichte vor - vom Vater des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy 
und dem lieben Gott. Und dann erfahrt ihr noch, was sich Georg Fraberger von einer guten Fee
wünschen würde - die Antwort ist erstaunlich!


Fotos von HIER - und hier hab' ich für euch noch einen Link zu einem Interview mit Georg 
Fraberger zum Anhören und Ansehen in der Sendung Senf oder Ketchup.


 In meinem vorigen Post habe ich euch für heute gleich mehrere Männer versprochen, und so geht
es also mit einem weiteren einzigartigen Mann weiter. Wie Georg Fraberger hatte auch er einen
schwierigen Start ins Leben - und wie dieser hatte er außerdem das Glück, in eine Familie geboren
worden zu sein, die ihn förderte und nicht wie einen Behinderten behandelte: Pablo Pineda kam
mit Trisomie 21 zur Welt - doch das hinderte ihn nicht daran, eine Universitätslaufbahn
einzuschlagen (Lehramt und Pädagogische Psychologie), bei zwei Filmen mitzuspielen,
Vorträge zu halten und zu unterrichten.

Ich wurde auf Pablo Pineda vor einigen Jahren durch den Spielfilm
Me too - Wer will schon normal sein aufmerksam. Die Handlung des Films ist frei an der
Lebensgeschichte Pinedas angelehnt, "der als erster Mensch mit Down-Syndrom weltweit einen 
Universitätsabschluss schaffte. Synchronisiert wurde Pineda in der deutschen Fassung vom 
Schauspieler Sebastian Urbanski, der ebenfalls mit dem Down-Syndrom 
geboren wurde." (Quelle: Wikipedia)


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
 Ich habe bei diesem Film nur aus einem Grund mitgemacht: 
um anderen Menschen mit Down-Syndrom ebenfalls Mut zu machen. 
Und natürlich, um das Bewusstsein der Gesellschaft für Menschen mit 
Down-Syndrom zu ändern. Um ihnen eine andere Perspektive auf uns zu eröffnen.
Pablo Pineda

 
 


Diese Bewußtseinsveränderung ist ihm bei mir eindeutig gelungen: Bevor ich den Film gesehen
hatte, war ich zwar mit einigen Menschen mit Down-Syndrom konfrontiert worden und hatte sie
als liebe, freundliche, gutmütige Menschen kennengelernt - nie vergesse ich den netten Gärtner
aus jener Zeit, in der ich in einem anderen Wiener Krankenhaus arbeitete. Er war an manchen
Arbeitstagen der einzige Mensch, der mir mit einem sonnigen und echten Lächeln begegnete.
Ich lächelte zurück, grüßte ihn, wann immer ich ihn sah (was längst nicht alle dort taten)... Doch
zugleich war die Überzeugung in mir, dass Menschen mit Trisomie 21 allesamt einfachen Gemüts
und "auf einer kindlichen Stufe zurückgeblieben" sind. (So war es mir erklärt worden, so glaubte
ich, dass es sei.) Womöglich waren sie das aber nur, weil keiner sie gefördert hatte. Vielleicht hatte
ich auch bloß nicht genau genug hingesehen.


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Meine Botschaft an die Eltern, die Lehrer, die Gesellschaft ist: Hier ist ein Mensch und er kann 
lernen. Nicht jeder Mensch mit Down-Syndrom kann studieren, aber er kann lernen. Und die
 jeweilige Grenze in dieser Hinsicht sollte nicht durch die Gesellschaft gesetzt werden, sondern 
durch die Person selbst. Ich bin dorthin gekommen, wo ich heute bin, weil ich dorthin wollte.
Pablo Pineda


Pablo Pineda engagiert sich sehr für die gezielte Förderung von Kindern mit Down-Syndrom mit
entsprechend entwickelten Lehrplänen. Seit 2010 hält er weltweit Vorträge für die Fundacion Adecco,
die sich für die Integration Behinderter einsetzt. Im Jahr 2013 wirkte er im Dokumentarfilm Alphabet
mit, in dem das heute vorherrschende Schulsystem kritisch beleuchtet wird. Und er setzt sich dafür
ein, dass Schwangere, die ein Kind mit Down Syndrom erwarten, dieses Kind nicht abtreiben.


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
 Aber nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Gründen der Erfahrung. Es sind harte 
Erfahrungen, aber extrem bereichernde, die man durch eine Abtreibung eines behinderten Kindes 
niemals erleben würde. Eltern mit Kindern, die „anders“ sind, verbessern sich auch als Eltern.
 Sie werden toleranter und solidarischer. Das ist doch eine Chance, die man nützen sollte. Die
 Auswahl des Kindes à la carte ist nicht gut. Denn schlussendlich wählen wir das Perfekte. Und
 wenn dann alle gleich sind, sind wir um vieles ärmer. Auch Blumen sind verschieden, und alle
 sind schön. Der Drang zur sozialen Homogenisierung ist ein Übel der Gesellschaft. Wenn alle
 gleich denken, gleich aussehen, alle „uniform“ sind, dann ist das Faschismus.
 Pablo Pineda





Ich finde, das ist ein wunderbares Schlusswort zu meinem heutigen Teil der Serie
Unique - Nicht perfekt, aber einzigartig!

... "Serie"? ... Sagte ich wirklich Serie? Ja, denn ich habe es auch heute nicht geschafft, euch all die
einzigartigen Menschen vorzustellen, die ich euch vorstellen will! Und dabei habe ich doch sowieso
nur einige wenige dieser Mutmacher und Inspirationsquellen herausgesucht... Jede(r) einzelne von
ihnen ist auf seine Art und Weise besonders und unvergleichlich und unersetzbar im Spiel des
Lebens.


 🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Wenn das Leben ein Kartenspiel ist, dann sind wir geboren worden,
 ohne die Spielregeln zu kennen. Und doch müssen wir mitspielen.
Niki de Saint Phalle



In Teil 1 ging es mir u.a. ein bisschen ums Aushebeln des Begriffes Schönheit. Bei den Menschen,
die ich euch heute vorgestellt habe, kann man zusammenfassend sagen, dass sie sich, obwohl sie
im Spiel des Lebens nicht gerade die besten Karten zugeteilt bekommen hatten, ein "ziemlich gutes"
Leben erarbeitet haben. Ein Leben mit dem sie sich letztendlich wohl oder zufrieden fühlen
können bzw. konnten. Was zum Teil wohl auch damit zu tun hat, dass sie erkannten, was sie
ändern und was sie nicht ändern konnten. Und beschlossen haben, mit dem Unveränderlichen
nicht weiter zu hadern.


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, 
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom 
anderen zu unterscheiden.
(Gelassenheitsgebet)


🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Mein nächstes Posting wird sich zwar ebenfalls um einen nicht perfekten, aber einzigartigen
Menschen drehen - nämlich um MICH 😜😊😝 (schließlich gibt es ja über meine zweite Februarhälfte
auch noch einiges zu erzählen) - aber diese "Serie" hier werde ich erst ein bisserl später fortsetzen. 
Mal sehen, ob es vorher auch noch einen weiteren virtuellen Ausflug nach Thailand gibt - ich
lasse mich da am besten von meinen eigenen Blogging-Gelüsten überraschen 😉!


Auf jeden Fall wünsche ich euch einen wunderbaren Start in den März
und lasse euch ganz, ganz liebe, sonnige Grüße da!


💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗
Herzlichst,
die rostrosige Traude
Rostrose auf Facebook


Freitag, 22. Februar 2019

Unique - Nicht perfekt, aber einzigartig - Teil 1

Servus, ihr Lieben!
💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗🐚🍷💗


Mag sein, dass mein heutiger Beitrag auf manche von euch wie eine Spruchpostkarte oder ein
Wandtatoo wirkt - so nach dem Motto: "Sei du selbst - denn alle anderen gibt es schon". Denn
darum geht es mir heute, genau das will ich sagen - auch wenn es vielleicht schon Tausende vor
mir gesagt haben. Offenbar haben den Tausenden nämlich noch nicht alle zugehört. Und mir ist
aufgefallen: Diese Schwerhörigkeit zieht sich durch sämtliche Altersgruppen. Und auch durch
beide Geschlechter, wenngleich es da feine Unterschiede gibt 😉.

🐚🍷💗🐚🍷💗🐚


The formula of happyness and success ist just, being
actually yourself, in the most vivid possible way you can.
Die Formel von Glück und Erfolg ist, Du selbst zu sein, 
so lebendig, so eindringlich, wie es dir nur möglich ist.
Meryl Streep

🐚🍷💗🐚🍷💗🐚

Diese Unzufriedenheit mit sich selbst! Dem eigenen Aussehen beispielsweise.
Ob es nun Falten sind oder Pubertätspickel. Dellen am Hintern. Zu groß, zu klein.
Zu schmale Hüften, zu breite Hüften. Dasselbe funktioniert auch mit den Schultern. Starke
Beinbehaarung. Schwache Kopfbehaarung. Übergewicht, Untergewicht, relatives Normalgewicht,
 aber es könnte besser verteilt sein. Die Nase zu lang, zu kurz, zu breit, zu schmal, zu gebogen,
die Haare zu kraus, zu glatt, zu langweilig, die Ohren zu groß, zu klein, zu abstehend, die Stirn
zu hoch, die Zähne zu schief, die Hände zu groß, die Beine zu kurz, zu dick, zu mager, die
Augen zu eng stehend... - die Liste ist beliebig fortsetzbar.



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Und das Aussehen ist nur ein Teilaspekt. Andere sind kreativer, intelligenter, können dies oder
jenes besser, können sich mehr leisten, haben den schöneren Garten, das größere Haus, das bessere
Auto, den tolleren Job. (Bei den meisten Männern hat diese Auflistung vermutlich eine andere
Reihenfolge, ich tippe mal auf die umgekehrte 😜. Das macht die Sache aber auch nicht besser.)

🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Das Gute, das man hat, nimmt man als selbstverständlich hin, und von dem, 
was einem fehlt, macht man mehr, als man bei richtiger und dankbarer Betrachtung 
daraus machen sollte.
Theodor Fontane


Ich hörte die oben erwähnte Unzufriedenheit in letzter Zeit so häufig aus Gesprächen heraus oder
las Blogbeiträge zu diesem Thema, dass ich mir vornahm, bei Gelegenheit selbst ein Posting
darüber zu schreiben. Wohlgemerkt, es handelte sich dabei ausschließlich um Menschen, die
allesamt keinen realistischen bzw. für einen Laien erkennbaren Grund zur Klage haben: Um jüngere
Menschen, die ihr Spiegelbild aus unerfindlichen Gründen nicht mögen, obwohl da nichts zu sehen
ist, was nicht liebenswert wäre, und um nicht mehr ganz so junge Menschen, die sich in all den
Jahren noch nicht mit ihrem Spiegelbild angefreundet haben oder die mit den Anzeichen des
Älterwerdens grundlos hadern. Um gesunde, tolle, interessante Menschen - und auch hier ist die
 Liste beliebig fortsetzbar. Kurz gesagt handelt es sich auf jeden Fall um Menschen, die zwar
vermutlich nicht perfekt sind, aber sich offenbar mit einer makellosen Vorstellung in ihren Köpfen
vergleichen. Und die dabei übersehen, dass sie einzigartig sind. Besonders. Wunderbar. Und dass
sie vielleicht selbst von jemandem beneidet werden.

🐚🍷💗🐚🍷💗🐚
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Søren Kierkegaard


Wir sollten alle damit aufhören, uns zu vergleichen. Und uns stattdessen lieber von einzigartigen
Menschen anregen lassen, die uns ermutigen, wir selbst zu sein, das Beste aus dem zu machen, was
wir in die Wiege gelegt bekamen oder was uns das Leben beschert hat - und uns damit zufrieden
zu fühlen. Ich zeige euch heute (und in meinem nächsten Blogbeitrag!) einige der Menschen, die
mich beeindrucken und inspirieren - manche schon seit vielen Jahren, andere erst seit relativ kurzer
Zeit. Es handelt sich dabei größtenteils um Menschen, deren Leben teilweise schwierig ist oder
war - und die zuweilen gegen den Strom schwimmen mussten. Vielleicht sind ja da auch ein paar
Anreize für alljene dabei, die diesen Beitrag lesen...


Frida ist die erste in meiner Liste - einfach weil sie so vieles in sich vereint: Leidenschaft und
auch den Kampfgeist, ihr Leid zu ertragen, Sinn für Schönheit und Harmonie, Galgenhumor und
Mut zur Andersartigkeit, Mut zur Liebe ...


Die Schönheit und die Hässlichkeit sind ein Trugbild, da die anderen am Ende immer in unser Inneres schauen. 
- Frida Kahlo - Bilder von HIER


Die meisten von euch kennen sie wohl: Frida Kahlo de Rivera, die Mexikanische Malerin, und ihre
einerseits bedrückende, andererseits beeindruckend kämpferische Lebensgeschichte. Im Jahr 1913
erkrankte sie an Polio, wodurch ihr rechtes Bein dünner und etwas kürzer blieb als das linke. Frida
war damals sechs Jahre alt. Vierzig Jahre später - im Jahr 1953, ein Jahr vor ihrem Tod - musste ihr
ebendieses Bein vom Knie abwärts amputiert werden. Doch das war längst nicht alles Leid, das sie
 zu ertragen hatte: Mit achtzehn Jahren wurde Frida bei einem Busunglück lebensgefährlich verletzt:
Eine Stahlstange durchbohrte ihr Becken, sie erlitt dabei schwerste Unterleibsverletzungen und
zahllose Brüche. Während der langwierigen Genesung begann Frida zu malen - zunächst liegend.


Die Ärzte glaubten nicht daran, dass sie jemals wieder gehen können würde, doch Frida kam wieder
auf die Beine. Allerdings litt sie für den Rest ihres Lebens unter den Folgen des Verkehrsunfalls: 32
Operationen, zahlreiche künstliche Streckungen der Wirbelsäule, Ganzkörpergips und einengende
Korsetts, mehrere Fehlgeburten, die sie mit großer Trauer erfüllten, und dauernde Schmerzen, die sie
zum Teil nur mit Alkohol oder anderen Drogen ertragen konnte. Das Malen wurde zum Mittel, ihre
seelischen und körperlichen Qualen auszudrücken und zu verarbeiten.



Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe? - Frida Kahlo - Bilder von HIER




Frida Kahlo starb mit nur 47 Jahren - dennoch  hinterließ sie ein Werk von 143 Bildern und
wurde zur mit Abstand bekanntesten Malerin Mexikos; eines ihrer Bilder - das Selbstbildnis Raíces
(= Wurzeln) - wurde im Jahr 2006 um 5,6 Millionen US-Dollar versteigert und ist damit das bislang
teuerste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers. (Dabei war Fridas Ehemann, der Maler
Diego Rivera, zunächst der weitaus berühmtere Künstler.)

Noch heute lassen sich Modeschöpfer, Haarstylisten, Fotografen und andere Kreative immer
wieder von Fridas Kleidungsstil und von ihren Werken inspirieren. Und doch war sie keineswegs
 eine Schönheit im klassischen Sinn. Zwar zart gebaut, jedoch körperlich eingeschränkt. Ihr Beine
verhüllte sie mit langen Folklorekleidern und ausladenden Röcken, der Tracht aus der Heimat ihrer
Mutter, Tehuantepec. Dazu Spitzenblusen, Blumen und bunte Bänder im Haar, auffällige Ketten oder
eine schöne Stola. Ihre Augenbrauen waren dicht und eng zusammengewachsen, über ihren Lippen
spielte ein Damenbart. Statt die Brauen und den Bartschatten zu zupfen, machte Frida beides zu
ihrem Markenzeichen und hob sie auf ihren Bildern sogar noch hervor.


Bilder von HIER


Eine andere Frau mit einem sehr ausgeprägten "Markenzeichen" seht ihr hier unten: Style-Ikone
Iris Apfel, 97, liebt Unmengen von Modeschmuck, Kleidung mit dem gewissen Etwas - und große
Eulenbrillen. Als es hieß, dass sie eine Seehilfe benötigte, entschied sie: "Wenn schon Brille, dann
wirklich BRILLE!"

Das Leben der New Yorker Geschäftsfrau verlief, soweit es sich im Internet recherchieren
lässt, ohne das große Drama, von dem Frida Kahlos Dasein geprägt war, aber dennoch voller
Leidenschaft und Lust an Farbe. Dieser wunderbar bunte Vogel ist für mich der lebende Beweis,
 dass Falten keine Rolle spielen, wenn man Persönlichkeit besitzt. Und dass man sich Spielfreude
 und einen extravaganten, humorvollen Kleidungsstil bis ins hohe Alter bewahren kann, ohne dabei
lächerlich zu wirken. Aber auch FALLS jemand sie lächerlich finden sollte, ist Iris Apfel das herzlich
egal, weil sie einfach mit großer Selbstverständlichkeit das auslebt, was sie ausleben will. Sie
bezeichnete sich in einem Interview mal als "ältester Teenager der Welt" und ich glaube, das trifft
 es ganz gut. Sie ist aber zugleich ein ziemlich intelligenter alter Teenager und zeigt mit ihren
Aussagen, dass sie immer schon ihren eigenen Kopf hatte.

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Die Leute fragen mich immer wieder nach meinen Styling-Regeln. Ich folge keinen Regeln.
 Das wäre Zeitverschwendung. Ich würde sie sowieso nur brechen. 
Iris Apfel



"Life is grey and dull; you might as well have a little fun when you dress" - "Das Leben ist grau und langweilig;  
du kannst genausogut ein bisschen Spaß haben, wenn du dich ankleidest!" - Iris Apfel - Fotos von HIER.

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Ich habe mich nie für eine Schönheit gehalten. Weder damals noch heute. 
Aber ich mag schön auch gar nicht. Wer nicht schön ist, muss andere Stärken und Qualitäten 
entwickeln und das macht einen am Ende als Mensch wesentlich interessanter. Vor allem, 
wenn man alt ist.
Iris Apfel


"The worse fashion faux pas is to look in the mirror and not see yourself." - "Der schlimmste Modefehler ist, 
beim Blick in den Spiegel nicht sich selbst zu sehen." - Iris Apfel - Fotos von HIER.


Schönheit liegt ohnedies im Auge des Betrachters. Ist die Kanadierin Winnie Harlow, die
trotz oder wegen der Hauterkrankung Vitiligo zu einem bekannten Model wurde, "schön"?

Im Alltag wird als „schön“ meist etwas bezeichnet, was einen besonders angenehmen Eindruck 
hinterlässt: ein schöner Körper, ein schönes Musikstück, eine schöne Bewegungsabfolge im Tanz, 
aber auch Erlebnisse wie z. B. Streicheln. Eine Nähe zu Begriffen wie Harmonie und Symmetrie fällt 
auf, eine Abgrenzung gegenüber sinnlicher Überwältigung oder dem „nur“ Hübschen, dem das 
Besondere fehlt, ist nicht immer leicht.
(Quelle: Wikipedia)

Zweifelsfrei weisen die pigmentfreien Stellen auf Winnies Gesicht und Körper eine gewisse
Harmonie und Symmetrie auf, und neben einer tollen Figur hat sie auf jeden Fall das in Wikipedia
 erwähnte "Besondere" zu bieten, doch ich denke, so war die Definition von Schönheit ursprünglich
trotzdem nicht gemeint. Entsprechend schwer hatte es Winnie Harlow während ihrer Kindheit und
Jugend - sie bekam von anderen Kindern Namen wie Fleckige Kuh und Zebra verpasst.


Nachdem ich mich selber nur zu gut daran erinnern kann, wie unglücklich ich zuweilen über die
Hänseleien im Zusammenhang mit meinen roten Haaren war, kann ich nachvollziehen, dass Winnie
aufgrund dieses Mobbings depressiv wurde und sogar mit dem Gedanken an Selbstmord spielte.

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I did not have a problem with myself or my skin. I have a problem with the way 
people treated me because of my skin. They tried to define me.
Ich hatte kein Problem mit mir oder meiner Haut. Ich habe ein Problem mit der Art und Weise, 
wie mich Menschen wegen meiner Haut behandelten. Sie haben versucht, mich festzulegen.
Winnie Harlow


Fotos von HIER


Doch irgendwann beschloss Winnie Harlow, sich nicht weiter zu verkriechen. Im Jahr 2011 
veröffentlichte sie ein YouTube-Video mit dem Titel "Vitiligo: Eine Hauterkrankung, kein 
Lebensveränderer"; sie sprach über ihren Zustand und beantwortete Fragen zu ihrem Leben mit 
Vitiligo. 

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I have my flaws, but I embrace them and I love them because they're mine.
Ich habe meine Mängel, aber ich umarme sie und ich liebe sie, weil sie mir gehören. 
Winnie Harlow


Schließlich wurde sie von der TV-Moderatorin Tyra Banks auf Instagram entdeckt und 
wurde 2014 eine der vierzehn Finalisten von Amerikas Next Top Model. Inzwischen ist sie "das 
Gesicht" der Mode-Marke Desigual, sie modelte für zahlreiche Modemagazine und Fashion 
Shows, unter anderem im Jahr 2018 bei der Victoria's Secret Fashion Show. Sie hat es allen
gezeigt, die sie einst "Kuh" nannten. Und das Beste ist wohl, dass sie sich für andere an Vitiligo 
erkrankte Menschen und generell für Menschen, die als Außenseiter behandelt werden, 
stark macht und ihnen Mut gibt.

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I am the underdog and I want to make one's dreams 
come true despite all the flaws and setbacks.
Ich bin die Außenseiterin und ich möchte erreichen, 
dass man trotz aller Mängel und Rückschläge seine Träume 
verwirklichen kann.
Winnie Harlow


Ich hoffe, bei den Menschen, die ich euch heute vorgestellt habe, waren schon welche dabei die 
ihr inspirierend und ermutigend fandet; in meinem nächsten Post kommt die Fortsetzung - und
da wird es dann übrigens auch ein paar Männer zu sehen geben, die ich einzigartig finde... Nun
danke ich euch noch sehr für all eure Kommentare zu meinem vorigen Post Februar-Impressionen
- die nächsten Schilderungen zu meinen Erlebnissen im Feber 2019 folgen demnächst!


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Herzliche Grüße 
von eurer Traude
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