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Sonntag, 12. Dezember 2021

Italien-Reisebericht - Ausflug ans Meer und in den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle (Toskana)

 

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

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Im vorigen Kapitel ging es um unseren Tagesausflug nach Siena und San Gimignano. Heute erzähle ich euch von jenem Ausflug, den wir tags darauf, am 16. September 2021, unternahmen. Dieser war ganz und gar anders als der vom Vortag - ein echtes Kontrastprogramm. Ihr werdet keine der Ortschaften zu sehen bekommen, wie sie für die Toskana so charakteristisch sind, sondern türkisgrünes Meer, ein Hafenstädtchen, dunkle Wolken und prallbunte Kunst! Habe ich euch neugierig gemacht? Dann kommt bitte mit!


Ciao ihr Lieben!

Einer der fixen Pläne unserer Italienreise war ein Besuch des Giardino dei Tarocchi. Und wir wollten möglichst bald dorthin. Leider kann man in den Park nicht einfach spontan hinein, wenn das Wetter passt und man Lust und Laune dazu hat. Wir mussten online reservieren und uns für ein Zeitfenster entscheiden. (Ich glaube, das ist auch außerhalb von Covid-Zeiten so.)

Weil die Wetterprognose für Bucine oder Gavignano (wo sich unser Ferienhäuschen befand) für den 16.9. Regen 🌧️ angekündigt hatte, für Capalbio bzw. Garavicchio, wo sich der Tarotgarten befindet, hingegen passables Wetter ⛅, bestellten wir für diesen Tag Tickets. Leider klappte das mit dem Nicht-Regnen nicht ganz so, wie gewünscht und vorausgesagt...

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Brigitte hatte den Tagesausflug wieder gut durchgeplant. Unsere Karten im Tarotgarten galten ab dem frühen Nachmittag. Die Fahrt zwischen Bucine und Capalbio dauert etwa 2 Stunden. Also blieb genug Zeit, um den einen oder anderen Zwischenstop und ein gemütliches Mittagessen einzubauen. Wir fuhren zunächst ans Meer, denn das lag schön auf der Strecke.

 

 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
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Strand-Stop Playa Paraiso Gianelle:
An der Küste des Tyrrhenischen Meeres gibt es mehrere Dünenstreifen (Tomboli), die die Halbinsel Monte Argentario mit dem toskanischen Festland verbinden. Auf dem nördlichen Tombolo di Giannella verläuft eine zum Monte Argentario führende Autostraße; diese wird flankiert von Campingplätzen und Appartementanlagen, und es gibt kostenpflichtige Parkplätze für Strand-Besucher. Bei einem dieser Parkplätze machten wir Halt, um ein bisschen Strandfeeling und Meeresdüfte zu genießen. 
 
Lange blieben wir allerdings nicht, denn die dunklen Wolken wirkten nicht gerade beruhigend. Und für mich genügt es ohnehin, wenn es nach Meer riecht und klingt - das liebe ich sehr; ich muss nicht unbedingt ins Wasser hinein 😉 Aber zumindest Brigitte genoss das Barfuß-Waten im Meer 😎. Ansonsten vergnügten wir uns mit Meeresluft-Atmen und Fotografieren - Brigitte spezialisierte sich auf Muscheln, Edi auf Wolken und ich auf Eidechsen 😁... 

 

Dieser Hafenort liegt an der Nordseite der Halbinsel Monte Argentario am Tyrrhenischen Meer. Hier hatten wir unser Mittagessen in einem guten Fischrestaurant eingeplant. Aber auch der Ort selbst ist sehenswert - ich denke, man könnte dort durchaus mehr Zeit verbringen und z.B. die Spanische Festung mit Zugbrücke (aus dem frühen 17. Jahrhundert) besichtigen oder durch die hübschen Altstadt-Gässchen flanieren. Außerdem gibt es in der Lagune von Orbetello ein Naturreservat des WWF, das zu den unberührtesten Naturgebieten der Toskana gehört. Hier kann man seltene Vogelarten wie den Stelzenläufer, rosa Flamingos, Silberreiher oder Fischadler beobachten.


Aber wir waren ja nur auf der "Durchreise" in Richtung Niki-Park, deshalb begnügten wir uns mit einem Spaziergang entlang des Hafens und kehrten dann im Ristorante Il Moletto ein. 

Wie so oft in Italien, bestellte ich mir auch dort Spaghetti Vongole - in der Hoffnung, dass sie geschmacklich an jene heranreichen, die ich im Jahr 2013 in Rom gegessen habe (aus wahrer Begeisterung gleich an zwei Tagen hintereinander 😉). Fazit: Sämtliche Spaghetti-Vongole-Portionen, die ich in diesem Toskana-Urlaub aß, waren sehr gut. Aber die in Rom hatten durch irgendein (leider nicht näher identifizierbares) Gewürz eine ganz besondere Geschmacksnote erhalten, die bisher unerreicht ist...

Wie auch immer, es war eine feine Mittagspause, aber jetzt ging's endlich in Richtung Tarotgarten 😊👍 - einem meiner Lieblingsorte auf dieser Welt 💓. Dabei passierten wir eine Mühle, die mitten in der Lagune von Orbetello steht, die so genannte Mulino spagnolo oder Spanische Mühle. (Siehe unten links. Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr mehr über ihre interessante Geschichte erfahren.)

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Ein kleines Zwischenspiel über meine stürmische Liebe zum Giardino dei Tarocchi:
Um euch zu erklären, was mir der Tarotgarten der Niki de Saint Phalle bedeutet, muss ich ein Stück weit ausholen. Ich habe euch die Geschichte schon in einem Posting aus dem Jahr 2009 erzählt, aber sie ist so wunderbar (im wahrsten Sinn des Wortes), dass ich sie euch neu erzählen möchte:
 
Es begann alles Mitte der 1980er Jahre mit einem Artikel in der Zeitschrift Cosmopolitan. Ich las ein faszinierendes Portrait über die 1930 geborene Ausnahmekünstlerin und ihr Lebenswerk: Seit 1979 arbeitete Niki de Saint-Phalle an einem noch geheimgehaltenen Ort in der Toskana zusammen mit ihrem Ehemann Jean Tinguely und einigen anderen Künstlern und Handwerkern an der Entstehung eines Parks mit Riesenskulpturen, die die 22 Großen Arkana des Tarot-Spiels darstellen.
 
Die Inspiration zu diesem Tarotgarten war bereits im Jahr 1955 gekommen, als sie Antoni Gaudis Park Güell in Barcelona kennenlernte. (Diesen Park hatte ich im Jahr 1981 ebenfalls kennengelernt und war davon hingerissen gewesen. Im Jahr 2012 war ich abermals im Park Güell und berichtete euch in meinem Blog darüber.) Im Jahr 1974 erzählte Niki ihrer italienischen Freundin Marella von ihrem Traum eines Gartens mit Tarot-Skulpturen und die Freundin war begeistert. In der Folge stellten Marellas Brüder, Carlo und Nicola Caracciolo, Niki ein Landstück des Familienbesitzes für die Verwirklichung ihres Traums zur Verfügung. Ansonsten wurde der Park vor allem durch Eigenmittel finanziert; Niki de Saint-Phalle kreierte zu diesem Zweck auch ein eigenes Parfum. Im Cosmopolitan-Artikel hieß es dazu: 
 
"...sinnlich-schwer, in einer kobaltblauen Flasche mit einer Miniaturplastik darauf: zwei Schlangen, die sich umschlingen, goldfarben die männliche, bunt die weibliche. Die große Flasche dieses Parfums kostet rund fünfhundert Mark. Niki de Saint Phalle: "Das ist ein sehr teures Parfum, aber eine sehr günstige Skulptur." Unter Sammlern gilt sie längst als gefragtes Objekt."
 
Die Fotos, die vom Tarotgarten-Projekt in der Zeitschrift gezeigt wurden, brachten etwas in mir zum Schwingen, und zwar gewaltig. Ich las, dass die Eröffnung des Parks in etwa zehn Jahren stattfinden würde, und ich wusste, dass ich dann dorthin musste.

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In den folgenden zehn Jahren verlor ich den Traum, diesen Park zu besuchen, niemals aus den Augen. Manche Menschen wollen unbedingt nach Florenz, Siena oder Pisa - für mich war der Tarotgarten ursprünglich der einzige Grund, weshalb ich in die Toskana wollte. (Ebenso, wie im Jahr 2004 nur das blaue Haus von Frida Kahlo mich nach Mexico City gelockt hat. So ticke ich eben 😉.)  

1996 war es endlich so weit: Ich las in einem Reiseführer, dass der Giardino dei Tarocchi besichtigt werden kann - und somit buchten wir unsere erste Reise in die Toskana. Wir richteten uns nach den im Buch angegebenen Öffnungszeiten ("googeln" war damals ja noch nicht) und fuhren am 2.Juli 1996 in Richtung Capalbio.

Als wir beim Tarotgarten ankamen, standen wir vor einem verschlossenen Tor und der Parkplatz war verwaist 😯😰😲! Auf dem Tor hatten andere Besucher bereits Nachrichten hinterlassen. Eine davon lautete "Niki, we are soo disappointed!" Offenbar hatte sich die Eröffnung verzögert. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte zehn Jahre lang auf diesen Besuch hingefiebert, wir hatten Hunderte von Kilometern zurückgelegt, um in die Toskana zu kommen - und nun sollte ich nicht in den Park hineinkönnen?! Ich starrte auf den Gitterzaun, der mich von Nikis enormen Plastiken trennte, die Tränen rannen mir über die Wangen; zugleich überlegte ich, wie ich es doch noch schaffen könnte, in den Park zu gelangen - zur Not auf illegalen Wegen 😉. Aufzugeben, zu unserem Ferienhaus zurückzukehren und vielleicht in ein paar Jahren wiederzukommen, war einfach keine Option.

Ein Autobus mit deutschen Touristen brachte die Wende. Auch sie hatten wohl falsche Informationen erhalten. Über eine Gegensprechanlage diskutierte die Reiseleiterin laut und heftig in italienischer Sprache mit den Bauarbeitern, die dort zugange waren. Ich weiß nicht, mit welchen Konsequenzen sie gedroht hat, aber sie muss sehr überzeugend auf die Arbeiter gewirkt haben. Denn plötzlich kam Bewegung in das Tor! - und die Reiseleiterin verkündete ihrer Gruppe: "Wir dürfen rein - für zehn Minuten!" Natürlich waren da auch wir fünf (also Edi, Jana und ich sowie unsere Freundin Anita und ihre Tochter Natascha) mit von der Partie, es zählte ja niemand nach. 

Alle jubelten, doch gewiss freute sich niemand so unbändig wie ich! Noch heute denke ich, dass dieses Glück wohl ein einzigartiges war - ein Wunder, für das ich mich ewig dankbar fühle. Wie viele andere mussten enttäuscht nach Hause fahren, weil es KEINE resolute Reiseleiterin gegeben hatte, die genau zum rechten Zeitpunkt daher kam und das Blatt wendete.

Aus den erlaubten zehn Minuten wurde eine knappe Stunde, die ich wie in einem Rausch erlebte. Ich selbst habe an diesem Tag kein einziges Foto gemacht - das übernahm zum Glück Edi für mich - ich habe bloß aufgesaugt. Und ich war rundum im Glück. Erst im Jahr 1998 wurde der Park wirklich eröffnet. Er war von Anfang an ein Sehnsuchtsort, ein Glücksort für mich und ist es geblieben: Im Jahr 2000 kamen wir ein zweites Mal hierher... und nun also, 21 Jahre später, ein drittes Mal. Leider ist Niki de Saint-Phalle im Jahr 2002 verstorben, doch in diesem fantastischen, prallbunten, inspirierenden Park lebt sie weiter.

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Giardino dei Tarocchi:
Ich bin jedes Mal aufs Neue überwältigt, wenn ich vor den gewaltigen Skulpturen stehe, die irgend etwas in meinem Inneren absolut ansprechen. Und ich muss zugeben, ich befinde mich auch jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin. Deshalb zog ich zu Beginn unseres diesmaligen Besuches auch gleich meine blaue Regenpelerine an, obwohl es nur leicht nieselte und die meisten Besucher auf Regenschutz verzichteten: Ich wollte durch absolut nichts von Nikis Figuren abgelenkt werden - falls der Regen stärker würde, dann würde er eben stärker, Hauptsache, ich brauchte mich nicht mehr darum zu kümmern... (Der Regen wurde aber glücklicherweise nicht stärker, er hörte irgendwann sogar wieder auf, und letztendlich zog ich meinen Umhang aus...)

 

Dass das Blau der Pelerine ausgesprochen gut zu der Figur hinter mir passte, fiel mir erst beim Betrachten der Fotos auf 😉. Die blaue Hohepriesterin - Karte Nr. 2 - war übrigens die erste Skulptur, die Niki umsetzte. Die Tarotfigur des Magiers - Karte Nr. 1 - ist mit der Hohepriesterin verschmolzen - ein über und über mit Spiegelkacheln verkleideter Kopf, aus dem eine Zauberhand ragt. Im Brunnen unterhalb der Hohepriesterin befindet sich das Rad des Schicksals - Karte Nr. 10 - das Jean Tinguely schuf. (Falls ihr euch für die Bedeutung der einzelnen Tarotsymbole und für Nikis Auslegung interessiert, kann ich euch diesen Artikel empfehlen. Oder ihr klickt auf der interaktiven Karte der Tarotgarten-Website auf die jeweiligen Symbole.)

 

Zur Drachenstatue könnt ihr auf der Website beispielsweise lesen:
"Die Stärke - Karte Nr. 11 - Eine zarte junge Frau führt an unsichtbarer Leine einen wilden Drachen. Das Ungeheuer, das die Frau zu zähmen hat, lauert in ihrem Inneren. Sie muss ihre eigenen Dämonen bezwingen. In der Erfahrung dieser schweren Prüfung wird sie ihre eigene Stärke entdecken."

Das Bezwingen innerer Dämonen war für Niki de Saint-Phalle vor allem in jungen Jahren überlebens-notwendig. Ab ihrem elften Lebensjahr war sie von ihrem Vater, einem verarmten Adeligen, mehrere Jahre lang sexuell missbraucht worden - ein Trauma, das sie beinahe in den Wahnsinn trieb. Die Kunst rettete sie. „Ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab“, sagte sie selbst dazu.

 

In der unteren Collage seht ihr unter anderem den verspiegelten Turm (zu Babel) - Karte Nr. 16. Von Jean Tinguely stammt die symbolische Skulptur des Blitzes, der in den Turm einschlägt und somit festgefahrene Strukturen einreißt. Ihr seht hier auch Details anderer Figuren - leider ist mir nicht von allen die Bedeutung klar. Der spiegel-silbrige Ritter oder Geist zählt jedenfalls nicht zu den Großen Arkana des Tarotspiels und wird auf der Webseite nicht näher erklärt. Er eignet sich aber gut für Versteckspiele 😉. 

Das rote, raketenartige Gebilde und der rotbunte Säulengang sind Details des Herrschers (oder Kaisers); es handelt sich dabei um die Tarotkarte der männlichen Macht im Guten wie im Schlechten, im Beschützenden wie Unterdrückenden. Diese Macht hat den Menschen die Naturwissenschaften gebracht, aber auch den Krieg. In der untersten Reihe seht ihr links den Tod, ohne den das Leben (laut Niki) keinen Sinn hätte, mittig einen Teil des Körpers der Herrscherin oder Kaiserin, und rechts wirft Peter einen Blick in eine der Plastiken ("Weltenbaum").

 

Hier seht ihr die Herrscherin (oder Kaiserin) - Karte Nr. 3 - von vorne: eine der größten und prallsten "Nanas", die Niki de Saint Phalle je schuf, etwa 20 Meter lang und 10 Meter breit. (Nur "Hon" war länger, aber nicht so hoch.) In dieser beschützenden "Mutter", die wie eine Sphinx auf dem Hügel ruht, lebte und arbeitete die Künstlerin sieben Jahre lang. Seht ihr die rosa Tür? Und es gibt auch mehrere Fensterluken in der Figur. 


In den folgenden beiden Collagen seht ihr u.a. das Innenleben der Herrscherin - inklusive Schlangen-Dusche, Bett, Küche und Tisch. Falls ihr euch fragt, wie es Niki de Saint Phalle aushielt, in einer derart  verspiegelten "Wohnung" zu leben, ohne wahnsinnig zu werden, kommt hier die Antwort: 

Denn in dem Cosmopolitan-Artikel aus den 1980ern kann man nachlesen, dass Nikis Lebensraum "aus einer weitläufigen, länglichen Höhle" bestand, "die Wände sind weiß und grob gemauert; auf der einen Seite ein großer Arbeitsbereich, auf der anderen ein kleiner Küchenbereich, dazwischen Wohnfläche mit zwei rosa-blauen Sofas vor einem Kamin, einem Esstisch und einem Ping-Pong-Tisch. Schläger und Bälle weisen darauf hin, dass er benutzt wird."  

Die verspiegelten Flächen kamen also offenbar erst nachträglich dazu. Auch der Tisch dürfte noch nicht verspiegelt gewesen sein. Und ich denke, die Tarotfigur Der Wagen - Karte Nr. 7  befand sich auch noch nicht in der Herrscherin.

In der Mitte der folgenden Collage seht ihr das Innenleben der Kapelle der Mäßigkeit, die Niki aus Dankbarkeit errichtete, nachdem Jean Tinguely nach einem Herzinfarkt wieder gesund wurde. Auf dieser Kapelle steht der "Engel der Mäßigkeit" (den zeige ich euch ein Stück weiter unten). Auch eine andere Karte (die Auferstehung - Nr. 20) stellte Niki durch einen Engel dar, siehe folgende Collage rechts oben.

 

An Detailreichtum kaum zu überbieten ist der Hof des Herrschers oder Kaisers - Karte Nr. 4. Hier findet sich nicht nur ein wunderbar bunter Brunnen mit vier fröhlich badenden Nanas, sondern ein Arkadengang, bei dem jede Säule, jede Wandnische anders gestaltet ist. Und es gibt auch noch ein oberes Stockwerk, auf dem man umherwandeln kann. 

Dieser Hof ist mir der aller-allerliebste Ort an diesem Lieblingsort 😉😊😍 - denn es gibt hier sooo vieles zu entdecken und zu staunen:

   

Wie gern wäre ich an diesem Ort einmal ganz ohne andere Touristen, um ihn einfach nur in aller Ruhe eine Stunde lang auf mich wirken zu lassen. Aber das wird wohl ein ewiger Wunschtraum bleiben. Also genieße ich, was ich habe, und strahle dem fotografierenden Herrn Rostrose entgegen. Mein Haarband sieht so derangiert aus, weil ich mir die Pelerine einfach wild vom Leib gerissen habe, als mir darin zu warm geworden war. Ihr wisst schon: Nur um nichts anderes kümmern müssen 😉.

Von der folgenden Collage möchte ich euch vor allem die untere Reihe  genauer vorstellen (den Rest erkläre ich später): Da seht ihr zum einen links die Katzenstatue mit der Aufschrift Ricardo. Diese Skulptur schuf Niki zum Andenken an Ricardo Menon, der ab dem Jahr 1977 ihr Assistent war und im Jahr 1989 an Aids starb. Die baumartige Skulptur, deren Krone aus Schlangenköpfen gebildet wird, nennt sich der Weltenbaum. An seinem Stamm sind viele kleine Keramikkacheln mit Zeichnungen und Sprüchen angebracht. In seinem Inneren findet sich die Figur des Hängenden. Unten rechts die Figur des Hohepriesters (Hierophant) mit dem Dritten Auge - Karte Nr. 5; er steht unter anderem für Weisheit, Sinnsuche, Wahrheit, die Gesetze des Lebens und die Vermittlung zwischen der irdischen und geistigen Welt.

Die Karte der Sonne - Nr. 19 - wurde von Niki de Saint-Phalle als Vogel entworfen, der jenen der indianischen und mexikaischen Legenden ähnelt; der Vogel ist laut Niki das Geschöpf, das der Sonne am nächsten kommt.

Hier seht ihr ein paar weitere Figuren der Großen Arkana, die Niki in ihrem Tarotgarten dargestellt hat: Links oben Die Wahl (Die Liebenden) - Karte Nr. 6. Darunter Der Stern - Karte Nr. 17, der aus zwei Krügen Wasser in das "Gewässer der Erneuerung" fließen lässt. Rechts Der Teufel - Karte Nr. 15, darunter von links nach rechts: Die Welt - Karte Nr. 21, Der Tod - Karte Nr. 13, der Narr - Karte Nr. 0 (diese Figur hat keinen festen Platz im Park, sie "wandert" umher).

Nächste Collage: Links oben Der Mond - Karte 18, Der Hängende oder Gehängte - Karte Nr. 12, Die Mäßigkeit - Karte Nr. 14, Die Gerechtigkeit - Karte Nr. 8, ein von Schlangen umwundenes Wesen, das - so weit ich weiß - nicht zu den Großen Arkana zählt. Ich vermute, es handelt sich dabei um "Das Orakel", welches das weibliche Gegenstück zum Eremiten darstellt - und da kommt er auch schon,  Der Eremit - Karte Nr. 9.


Was mich am meisten verblüfft nach drei Besuchen des Tarotgartens, bei denen ich geglaubt habe, jede kleinste Ecke entdeckt und ergründet zu haben, ist die Tatsache, dass es hier offensichtlich immer noch Details gibt, die mir nicht aufgefallen sind. In dem - ebenfalls sehr lesenswerten - Beitrag der "Weltenbummlerin" über den Tarotgarten*) zeigt sie z.B. ein einleitendes Foto, auf dem eine Fensterluke mit einem „Fliesenkranz aus badenden Venus-Nanas“ zu sehen ist. Und ich habe nicht die geringste Ahnung, WO im Giardino sich diese doch recht auffällige Fensterluke befinden könnte! Das macht mich irgendwie ganz "wuschig" 😵... Naja, wie oben erwähnt, befinde ich mich jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin 😉...
 
*) Leider kann sich auch die "Weltenbummlerin" selbst nicht mehr erinnern. Sie meinte: "...ich glaube, es war bei der Kaiserin oder beim Magier, aber sicher bin ich mir nicht." Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht bei der Kaiserin oder beim Magier war... Ich habe sämtliche meiner Tarotgarten-Fotos seit 1996 abgesucht, und außerdem die Fotos von Edi und Brigitte, aber auf keinem der Bilder findet sich eine Fensterluke mit diesem Fliesenkranz. Lediglich eine einzelne Fliese auf einem der Gebäudeteil des Herrschers konnte ich finden, die ebenfalls eine Venus in einer Muschel darstellt. Vielleicht gibt es hier unter meinen Leser*innen ja jemanden, der genau weiß, zu welcher Figur dieser Fliesenkranz gehört. Ich würde mich über einen Tipp sehr freuen!
 
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Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben ja noch ein viertes mal in den Tarotgarten - dann möchte ich wirklich die allerletzten Geheimnisse dieses Parks und seiner Figuren ergründen. 
 
Ach ja, und beim nächsten Mal hätte ich dann bitte gerne von Anfang bis zum Ende blauen Himmel und wenige Menschen 😉 - ich weiß, das ist ein bisserl viel verlangt 😇... Aber etwas veräppelt fühlte ich mich schon, als bei der Heimfahrt allmählich die graue Wolkendecke aufriss und sich ein Schönwetterhimmel auftat. Von Marion, der netten Frau, die ebenfalls in unserer Ferienhausanlage wohnte, erfuhren wir, dass es in Gavignano zwar schwere Wolken gegeben, aber keinen einzigen Tropfen geregnet hatte. So viel also zur Wetterprognose... Dennoch ist es ein traumhafter Tag gewesen. Und es würden weitere bezaubernde Urlaubstage folgen.

Herzlichen Dank für all eure wunderbaren Kommentare zu meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel; das nächste ist schon in Arbeit und wird uns gemeinsam nach Florenz führen.

Und vielen Dank euch allen auch für eure lieben Worte zu meinem November-Rückblick, in dem ich euch unter anderem über meine "Oma-Freuden" berichtet habe!
 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿




Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 

beim Mosaic Monday, bei Close to the Ground - Jutta,  Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 


Freitag, 25. September 2020

Alles an einem Tag: Natur und Historie in Mayerling - Kunst und Kultur in Wien


 Servus, ihr Lieben!

 

In meinem vorigen Beitrag blickte ich auf den rostrosigen Juli 2020 zurück. Ich habe mich sehr über eure virtuelle Begleitung durch diese bewegten Sommerwochen gefreut - recht herzlichen Dank für eure wunderbaren Kommentare dazu 💚! 

Unter anderem erwähnte ich darin einen Ausflug nach Mayerling, den ich am 12. Juli ohne Herrn Rostrose unternommen habe - aber da Edi und ich am 15. September gemeinsam am selben Ort waren, versprach ich, euch in Bälde die Fotos von beiden Ausflügen zu zeigen. Der letztgenannte Ausflug war eine Mischung aus Natur und Kultur, denn zunächst besuchten wir dort ein ehemaliges Jagdschloss, das jetzt ein Museum und ein Kloster ist. Und ein Ort, der ganz schön viel Historie verströmt!
 
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Schloss Mayerling:
Die inmitten des Wienerwalds gelegene Ortschaft Mayerling besteht gerade mal aus 44 Häusern und 273 Einwohnern; in der Österreichischen Geschichte ist sie dennoch von großer Bedeutung. Schon als Kind faszinierte mich, was ich davon aufschnappte. Wann immer wir in meiner Kindheit oder Jugendzeit - unterwegs zu irgendwelchen Wienerwald-Ausflügen - an einer Tafel vorbeifuhren, die auf Mayerling hinwies, kamen meine Eltern nämlich auf "die Tragödie" oder "die Affaire" von Mayerling zu sprechen. Und weil darin so viel Geheimnis steckte, gelang es ihnen, mein Interesse zu wecken. Doch aus verschiedenen Gründen ergab es sich erst im Jahr 2020, dass ich den "Ort des Geschehens" besuchte.
 
Aufnahmen der Anlage in Mayerling von unserem Ausflug am 15.9. / Foto von Kronprinz Rudolf - Quelle: Klick / Foto 
von Mary Vetsera - Quelle: Klick

 
Schauplatz der Tragödie war das einstige Jagdschloss in Mayerling bei Alland. Denn hier starben im Jänner 1889 unter noch immer nicht restlos geklärten Umständen der 30jährige Österreichische Kronprinz Rudolf und die erst 17jährige Baronesse Mary Vetsera
 
Heute beherbergt das Schloss den Karmel St. Josef der Unbeschuhten Karmelitinnen und eine  Ausstellung, die sich mit dem Leben und Sterben des Kronprinzen und der Baronesse beschäftigt.  Ich kann euch hier aber aus Platzgründen lediglich Teile der Geschichte erzählen und die Personen nur kurz vorstellen - falls ihr mehr darüber wissen wollt, findet ihr hier eine sehr gut aufbereitete Seite mit zahlreichen Informationen über das einstige Jagdschloss und nunmehrige Kloster sowie die handelnden Personen, und klickt bitte auch auf die übrigen eingefügten Links.)



Rudolf, Kronprinz von Österreich und Ungarn (21. August 1858 - 30. Jänner 1889), war der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Ihr könnt euch gewiss vorstellen, dass von seiner Geburt an hohe Erwartungen in ihn gesetzt wurden. Das sensible Kind wurde seiner Mutter weitgehend entzogen und von Erzieherinnen, gestrengen Hauslehrern und einem Generalmajor ausgebildet - es sollte "ein guter Soldat, begeisterter Jäger und braver Katholik" werden. Einer seiner Erzieher setzte dermaßen drakonische Maßnahmen ein - klick - dass Elisabeth die psychische und physische Gesundheit ihres Sohnes bedroht sah und erfolgreich intervenierte. Elterliche Liebe und Zuwendung scheinen dem Kronprinzen während seiner gesamten Kindheit und Jugend gefehlt zu haben. Später entwickelte er (für die damalige Zeit) radikale politische Ansichten, "die dem konservativen Charakter eines künftigen Monarchen nicht entsprechen würden" (Aussage von Friedrich von Beck-Rzikowsky). Da er sich unglücklich in so vielen Lebensbereichen fühlte, suchte er sein Heil zunehmend in Affairen und Alkohol und experimentierte mit verschiedenen Drogen. 

Mich hätte sehr interessiert, welcher Staatsmann aus ihm geworden wäre, sofern man ihn gelassen hätte. Sein Vater hielt ihn für schwach, doch war er das wirklich? Oder wurde er nur geschwächt und letztendlich krank an Geist und Körper, weil er nicht der sein durfte, der er war? Im Neuen Wiener Tagblatt hatte der Kronprinz unter einem Pseudonym mehrfach kritische Artikel geschrieben, die ihn als Kämpfer gegen Nationalismus und Antisemitismus sowie als Förderer der Wissenschaft zeigten. Seine liberalen, antiklerikalen und pro-jüdischen Ansichten wurden bei Hof allerdings bestenfalls als überspannt und unreif betrachtet, von mancher Seite zog er sich auch Feindseligkeit zu. Womöglich wäre durch einen freidenkerischen Mann wie Rudolf an der Spitze Österreichs das gesamte Zwanzigste Jahrhundert anders verlaufen - und wer weiß, vielleicht sogar ohne die beiden verheerenden Weltkriege? Hier eine interessante Analyse der historischen Person Rudolf, die aber natürlich auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach dem "Was wäre wenn" bieten kann.



Marie Alexandrine Freiin von Vetsera, genannt Mary (19. März 1871 - 30. Jänner 1889), war das dritte von insgesamt vier Kindern des Diplomaten Albin Ritter von Vetsera, und seiner Gemahlin Helene, geborene Baltazzi, die aus einer der reichsten Familien Konstantinopels stammte. Mary war attraktiv, verwöhnt, sinnlich, leidenschaftlich, "etwas kokett, gehasst von anderen Frauen, die durch sie in den Schatten gestellt wurden. Für mich hat sie nur einen einzigen Fehler begangen, und den hat sie mit ihrem Leben gebüßt", so ihr Hauslehrer. "Wer war schon die Vetsera?", meinte Rudolfs Ehefrau Stephanie über sie. "Noch die letzte Nacht verbrachte er bei seiner Freundin, der Grand Cocotte*) von Wien." Doch Mary, die heftig für den Kronprinzen geschwärmt hatte, war da, als sonst niemand für ihn da war.

*) = Mizzi Kaspar, siehe weiter unten.

 Lithografie - Mary und ihr älterer Bruder Ladislaus, der 1881 beim Ringtheater-Brand ums Leben kam; einer von 
Marys insgesamt vier Särgen; Portrait von Mary als Jugendliche; Rosen vor dem Teepavillon sowie einer der erst 2015
 der Öffentlichkeit bekanntgegebenen Abschiedsbriefe Mary Vetseras (Quelle: KLICK)

 

Nach heutigem Wissensstand hat der Kronprinz sowohl sich selbst als auch Mary Vetsera erschossen; Mary dürfte aus Liebe freiwillig mit ihm in den Tod gegangen sein. Dies ist jedenfalls ihren lange Zeit verschollenen und erst vor wenigen Jahren wieder aufgetauchten Abschiedsbriefen zu entnehmen. (Ich nehme an, dass ihre Echtheit genauestens überprüft wurde.) Ein ausschließlich romantisch-sentimentaler Liebestod scheint es in seinem Fall jedoch nicht gewesen zu sein, viel eher wohl eine vielschichtige Verzweiflung, die ihm das Leben unerträglich machte.

Rudolf dürfte aus verschiedenen Gründen unter Niedergeschlagenheit gelitten haben  - ob auch unter der Krankheit Depression, ist mir leider nicht bekannt. Er war im Hof isoliert, seine Hoffnung auf ein friedliches, liberales Europa schwand dahin, ebenso seine Gesundheit, denn er hatte sich durch seinen unsteten Lebenswandel ein sogenanntes venerisches Leiden zugezogen. (Die „venerische Krankheit“ war häufig ein Synonym von Syphilis.)

Zwar hatte er 1881 auf Druck des Hofes Prinzessin Stephanie von Belgien geheiratet, doch das einzige, was sie verband, war die gemeinsame Tochter Elisabeth. Sonst waren sie in Charakter und Weltanschauung zu weit voneinander entfernt und wurden einander im Lauf der Ehe immer fremder; stattdessen pflegte Rudolf mehrere Affären. Mit seiner langjährigen Geliebten Mizzi Kaspar, der oben erwähnten "Grand Cocotte von Wien" verbrachte er (wie seine Ehefrau so treffend bemerkt hatte) noch eine der letzten Nächte seines Lebens. Angeblich wollte er mit ihr zusammen in den Tod gehen, doch Mizzi weigerte sich und benachrichtigte sogar die Polizei über Rudolfs Selbstmordpläne. Diese Information wurde allerdings ignoriert. (Mizzi Kaspar starb im Jahr 1907, laut Totenschauprotokoll an Rückenmarksverhärtung, Folgeerscheinung einer Syphilis.) 

Auch Prinzessin Stephanie war übrigens im Jänner 1889 bei Kaiser Franz Joseph vorstellig geworden, um ihm zu berichten, dass ihr Ehemann in schlechter körperlicher und seelischer Verfassung war - "hinabgezogen in eine andere Welt" - doch Rudolfs Vater bagatellisierte diese Nachricht. Bis es dann, am 30. Jänner 1889, zu spät war, um die Tragödie zu verhindern.


Fest steht, dass man danach alles versuchte, um den Doppelselbstmord - oder Mord und Selbstmord - zu vertuschen. Zeugen wurden zu lebenslangem Schweigen verpflichtet und die Leiche Mary Vetseras schaffte man heimlich aus dem Jagdschloss. Erst nach dem Ende der Monarchie wurde offiziell bekannt, dass auch sie in jener Nacht in Mayerling zu Tode gekommen war. Wichtige Unterlagen wurden vernichtet, österreichische Zeitungen mussten Falschmeldungen bringen - so hieß es in einem Blatt, der Kronprinz sei an einem Herzschlag verstorben, in einem anderen war zu lesen, dass er einen tödlichen Schlaganfall erlitten hatte, und auch von einem Jagdunfall war die Rede - während ausländische Zeitungen längst über Selbstmord schrieben. Letztendlich kamen Teile der Wahrheit heraus, doch es wurde weiter getrickst: Um ein kirchliches Begräbnis für Rudolf zu ermöglichen, wurde ihm ärztlicherseits geistige Verwirrung zum Zeitpunkt seiner Selbsttötung konstatiert. Gerade durch all diese Heimlichtuerei begannen sich aber zahlreiche Gerüchte um Rudolfs und Marys Tod zu ranken, und manche - wie das Gerücht, dass gedungene Mörder den Tod der beiden verursacht hätten - kursieren auch heute noch.


Auf Veranlassung von Kaiser Franz Joseph I. wurde das Jagdschloss noch im Jahr 1889 zu einem Kloster umgebaut - das Gebäude von damals ist (bis auf den Teepavillon) kaum noch wieder zu erkennen. Für den Umbau und den Unterhalt der Karmelitinnen, die besonders für das Seelenheil Rudolfs beten sollten, errichtete der Kaiser eine Stiftung mit einem Kapital von 140.000 Gulden. Der Hochaltar der neu errichteten neogotischen Kirche erhebt sich nun an der Stelle des Sterbebettes von Kronprinz Rudolf. An der Stelle der Seitenkapelle lag das Zimmer des Kammerdieners Loschek. An der Tür zu dieser Seitenkapelle befindet sich u.a. folgende Information: "Die Statue der schmerzhaften Gottesmutter, deren Herz von einem Dolch des Leidens durchbohrt wird, stiftete Kaiserin Elisabeth. Sie konnte freilich nicht ahnen, dass sie 1898 selbst erdolcht werden würde..." Zwar hatte sie nie viel Kontakt zu ihrem Sohn gehabt, doch in ihren liberalen Ansichten waren Rudolf und Elisabeth einander sehr ähnlich. Nach Rudolfs Tod trug Elisabeth bis zu ihrem Lebensende (fast) nur noch schwarze Kleidung.

Der Teepavillon und das Schloss im Wandel der Zeit: Oben links: Der heutige Zustand des Pavillons; oben rechts Decke 
vor der Renovierung (Bildquelle: Klick); alte Postkarte mit Ansicht des Schlosses (Quelle: Klick); großes Foto unten rechts: 
Decke und Wandmalerei nach der Renovierung; Teepavillon 2005 vor Renovierung (Quelle: Klick); Grundrissplan des 
Anwesens (Quelle: Klick)

 
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, doch auch nach der Wiederinstandsetzung war es in keinem besonders guten Zustand - nasse Grundmauern, Schimmel, loses Mauerwerk, herabfallender Putz... 1967 brach im Inneren des barocken Teepavillons ein Brand aus - er hinterließ vor allem an der ornamentalen Deckenmalerei schwere Schäden. Da die Schwestern selbst für den Erhalt des Gebäudes sorgen müssen, wurde das Projekt „Rettet den Karmel Mayerling“ ins Leben gerufen. Zwischen 2014 und 2017 wurden die Renovierungsarbeiten durchgeführt, und im Jahr 2014 erfolgte auch die Eröffnung eines Besucherzentrums. 

Unser Eindruck: Die Ausstellung ist interessant aufbereitet, und auch den kleinen Teepavillon mit der renovierten Deckenmalerei, die Kirche und den Garten fanden wir sehenswert. (Es wäre jedoch noch sehr viel Platz für weitere bienenfreundliche Pflanzen übrig 😉🌸🐝)

Das Tor zur Kirche Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel ist mein T in die neue Woche

 

Für die an Kleidung Interessierten unter euch kann ich hier mein Ausflugs-Outfit vom 15. September zeigen: Eine dezent in Waldfarben getönte, aber dennoch rostrosige Mischung aus Museums- und Wanderanzug - stellt euch dazu bitte noch meine Bergschuhe vor 😉: Denn im Anschluss an unseren Museumsbesuch unternahmen wir noch eine kleine Wanderung auf einem der nahe dem Schloss gelegenen Wege.

Meine Kleidung war zwar durch Brombeertöne und Waidmannsgrün an den Frühherbst angepasst, aber der Himmel! oh! - der war weit weg vom Herbst... Ihr werdet sehen, dass er bei meinem Sommerausflug im Juli nicht annähernd so blitzblau war wie an diesem Septembertag! In der folgenden Collage könnt ihr einen septemberlichen Blick auf die Anlage und die Umgebung werfen. Auch sonst haben wir an diesem Tag dort noch einiges Schönes gesehen - aber nicht mehr fotografiert. Macht nichts: Ich hatte ja schon die Fotos von meinem vorangegangenen Mayerling-Ausflug im Juli 😉

Rückblick auf den 12. Juli:
Es ist leider nicht dokumentiert, welche Kleidung ich bei meinem Solo-Ausflug im Juli trug, aber ich kann euch einige Fotos bieten, die an diesem Tag bei meiner Wanderung entstanden sind. Zunächst ein Blick auf die Anlage von beinah derselben Stelle aus wie im September - und bei der Gelegenheit bekommt ihr gleich ein paar Himmelsblicke dieses Tages zu sehen. Daran lässt sich erkennen, dass das Wetter an jenem Junitag eher wechselhaft war - auf der einen Seite türmten sich schwere Wolken, auf der anderen zeigte sich leichtfüßiges Blau und auch die Wolken sahen freundlich aus. Wie auch immer: Ich blieb an jenem Tag trocken.

Für Novas Glockenturm-Linkup habe ich die Kirche von außen aus mehreren Perspektiven aufgenommen. Und auch das renovierte Dach des Teepavillons seht ihr in der folgenden Collage von außen:

Die weiteren Aufnahmen von Pflanzen und Kleingetier entstanden dann schon auf dem einsamen Wanderweg. Die einzigen maßgeblichen Geräusche, die ich beim Wandern hörte, stammten von einem großen Greifvogel - leider gelang es mir nicht, ihn zu fotografieren - er stieß seine wilden Rufe aus und verschwand hinter Wipfeln oder Wolken. Der Kaisermantel-Falter in der übernächsten Collage zeigte sich da um einiges kooperativer.

Der Durchblick im Wald wäre auch ein schönes Tor für Nova...

Lesung in Wien:
Zurück zum 15. September. Der Tag war nach unserem Ausflug natürlich noch nicht zu Ende. Denn in meinem Posteingang war eine Einladung zu einer Lesung gelandet. Der Wiener Autor Stefan Slupetzky würde um 18.30 Uhr aus seinem neuen Erzählungs-Band „Atemlos“ lesen - und zwar vor dem Brunnen am Sobieskiplatz im 9. Wiener Gemeindebezirk. Aufgrund der aktuellen Covid19-Situation verlegte der Buchladen Hartliebs Bücher seine Lesungen nämlich ins Freie, um für den Mindestabstand garantieren zu können.

Weil wir Stefan und seinen Stil mögen, weil wir sein neuestes Werk noch nicht kannten und weil wir finden, dass man Kunst und Kultur in Zeiten wie diesen umso mehr fördern muss, zwängten wir uns mit unserem "Teil-Elektrischen" in den dichten Abendverkehr und fuhren rund anderthalb Stunden lang nach Wien.
 
 
 
In der Natur war mir nach dezenten Tönen zumute gewesen, für den lauen Septemberabend hatte ich Lust auf Knallerfarben. Als Basis ist da mein Alle-Farben-Rock vom Weltladen natürlich bestens geeignet. Dass ich derzeit sehr auf Orange stehe, habe ich in meinem vorigen Post schon erwähnt, deshalb griff ich zu meiner selbstgefärbten Bluse und der afrikanischen Kette. Wenn's dann so richtig fetzen soll, empfiehlt sich dazu die Wahl von gelbstichigem Blau, ergänzt durch meine hellgrünen Sandalen von Waschb*r. So bunt fühle ich mich nicht an jedem Tag wohl, aber an diesem Abend schon - und ich gebe solchen Bedürfnissen gerne nach 😊. 
 
 
 
Diejnigen unter euch, die schon länger bei mir lesen, wurden schon das eine oder andere Mal mit dem Namen Stefan Slupetzky konfrontiert. Er ist ein Österreichischer Schriftsteller,  Krimiautor, Kinderbuchautor, Illustrator und Musiker, den mein Göttergatte und ich schon vor ein paar Jahren persönlich kennengelernt haben - und das kam so:
 
Irgendwann vor dem Sommer 2008 las Edi einen Taschenbuch-Krimi, der ihn offenbar gut unterhielt, und er meinte, der würde mir sicherlich auch gefallen. Nachdem Krimis nicht so ganz das sind, wo meine Finger zuerst hingreifen wollen, ließ ich mir eine Weile Zeit damit, aber irgendwann ging mir der Lesestoff aus und ich griff zu Stefan Slupetzkys Der Fall des Lemming. Dieses (übrigens preisgekrönte) Buch löste zahlreiche Deja-vus und Gefühle bei mir aus, weshalb ich nach einigem Überlegen meinem Bedürfnis nachgab, im Internet die E-Mail-Adresse des Buchautors fand und ihm meine Meinung schrieb! Zum Beispiel, dass seine Geschichte neben der Krimihandlung Witz und Tiefgang hat und dass es mir gefällt, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt, dass ich durch seine Schilderungen an Gefühle erinnert werde, die ich, als wir noch in Wien lebten, verspürt habe oder die aus anderen Gründen eine Bedeutung für mich besitzen – Kaffeehausnostalgie, Baustellenlärmfrust, …  und an jugendliche Ohnmacht vs. Lehrer-Omnipotenz - und dass man an seinen  Beschreibungen erkennt, dass er ein Mensch ist, der malt - ohne beim Griff in den sprachlichen Farbtopf zu übertreiben.
 

 
Kurz, ich hatte von Anfang an irgendwie das Gefühl, ein Buch zu lesen, das ein "guter alter Freund" geschrieben hat. Ich schrieb meine Mail ohne Hintergedanken und ohne die Erwartung, dass wirklich eine Antwort kommen könnte - einfach nur aus dem Bedürfnis heraus, einem Österreichischen Autor ein positives Feedback zu geben und ihm zu versprechen, dass ich seine weiteren Lemming-Bücher ebenfalls lesen würde (was sowohl Edi als auch ich mittlerweile getan haben) und auch Lust auf weitere seiner Werke bekommen hätte. Zu meiner Überraschung kam wenige Tage danach eine sehr sympathische, erfrischend natürliche und offene Antwort von Stefan. 
 
Kurze Zeit später gab es dann eine Art "Zusammenarbeit", denn Edi und ich beteiligten uns beim Radio-Wien-Hörer-Roman, der von zwei bekannten Österreichischen Autoren betreut und redigiert wurde - und einer davon war Stefan Slupetzky. Ich habe euch im Jahr 2009 HIER und vor allem HIER über diesen Mundartroman und seine Präsentation bei Radio Wien erzählt. Auch Stefans musikalische Seite stellte ich euch in meinem Blog bereits vor - HIER könnt ihr über unseren Besuch einer sehr amüsanten Vorstellung des "Trio Lepschi" im Jahr 2017 lesen.

Wie üblich bei seinen Lesungen, "tigerte" sich Stefan Slupetzky so richtig in seine Stories hinein. Interessanterweise hat er noch vor Covid 19 eine Kurzgeschichte geschrieben, in der es um eine Pandemie geht. Aber verraten will ich euch darüber nichts, denn vielleicht habt ihr ja Lust, sein Buch selbst zu erwerben. Hier der Text aus der Kurzbeschreibung:

"Was macht ein schlitzohriger Wiener Privatdetektiv in Hessen? Er wird von einem Vermögensverwalter auf die Entführer seiner Tochter angesetzt. Wie sich bald herausstellt, ist nichts an dieser Entführung, wie es sein soll …
Ein britischer Konsulent verschafft einem deutschen Seidenkrawattenfabrikantensohn auf unkonventionelle Weise den größten Erfolg seines Lebens – freilich läuft das nicht ohne Kollateralschäden ab.
Gruselige Gerüchte treiben zwei Internatsschüler auf den einsamen Turm hinauf. Tatsächlich finden sie dort ein eingelegtes Herz, das ganz und gar nicht tot ist und so einiges im Leben der Buben ändert.
Stefan Slupetzky ist wie gewohnt scharfzüngig und scharfsinnig, seine Geschichten verführen zum Lachen und verursachen Gänsehaut."

Wie immer, wenn wir zu einem "Slupetzky-Abend" gehen, haben wir uns gut unterhalten, und natürlich haben wir ihm seinen Erzählband Atemlos abgekauft, auch zur Freude der Damen von Hartliebs Bücher. Stefan schrieb uns auch eine Widmung hinein: "Für Traude und Edi - Von Herzen!" 😊

 

Kurzbesuch im Atelier:
Im Publikum saß eine Frau, die dankenswerterweise die Klappsessel aus ihrem Atelier für die die Gäste der Lesung zur Verfügung gestellt hatte. Nach Stefans Darbietung halfen wir beim Zurücktragen der Stühle und nützten dabei auch gleich die Gelegenheit zu weiterem Kunstgenuss. Denn die Plastiken von Sabine Pleyel sind ausgesprochen sehenswert.

Nach eigener Aussage bevorzugt Sabine Pleyel für ihre Skulpturen die Materialien Stein und Bronze. "Begründet liegt diese Entscheidung in der thematischen Ausrichtung meiner Arbeiten und an der großen Faszination schwer zu bearbeitender Materialien." Es interessiert sie, die Grenzen dieser Werkstoffe auszuloten und sie stellt sich gerne der Herausforderung, den "Widerspruch zwischen der Leichtigkeit des Moments und der oft spröden Schwere des Materials" aufzuheben. Mich faszinierte auf Anhieb ganz besonders die Plastik links unten - der Kopf aus Quarzit, der den Mann aus Bronze verschlingt - die Inspiration dazu kam laut Frau Pleyel aus der Form des Steins (der schon eine Art "Maul" hatte). Das hell-dunkle Paar ist aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt, das von Natur aus zweifärbig war, das heißt, sie musste erst mal den Punkt herausarbeiten, an dem eine Person sich von der anderen abhebt. Auch dieses Werk hat uns sehr beeindruckt.

 

Und somit sind wir durch unsere Fahrt nach Wien sogar gleich zweimal in kulturellen Genuss gekommen. Und hatten ganz allgemein wieder einen wunderbaren und erfüllten Tag. Ich hoffe, auch ihr habt das virtuelle Dabeisein wieder genossen und vielleicht auch das eine oder andere Neue erfahren!

Nun wünsche ich euch noch angenehme Septembertage und schicke euch ganz, ganz liebe Grüße! Demnächst geht es voraussichtlich mit meiner Sommer-Rückschau weiter - diesmal auf den August 2020.


Herzlichst, eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, 

 

Samstag, 8. Februar 2020

Ostsee 2019 - Kopenhagen

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Ostsee 2019.



Das wunderbarste Märchen 
ist das Leben selbst.
(Hans Christian Andersen, 
Dänemark, 1805 - 1875)



Servus ihr Lieben!

Heute geht es los mit meinem Ostsee-Reisebericht. Zuallererst möchte ich euch aber noch danken für eure aufmunternden Worte zu meinem vorigen Blogbeitrag Gedanken über das Reisen. Für alle, die ihn (noch) nicht gelesen haben und auch für allejene, die unseren Reisen möglicherweise kritisch gegenüberstehen, werde ich ihn zusammen mit meinen Reiseberichtskapiteln (quasi als Einleitung) auf der Reiseberichts-Startseite Ostsee 2019 verlinken.

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]
Abendrot und Abendoutfit des ersten Tages; oben Mitte: Edi mit unseren Freunden

Nun aber gleich in medias res: Unsere Ostsee-Reise fand im September 2019 statt. Wie ich euch in der Einleitung erzählt habe, waren wir mit unseren Freunden Rosi und Hans unterwegs, die diese Region ebenso gern kennenlernen wollten wie wir. In Kiel war unser Starthafen, von dort ging es weiter nach Norden. Davon stammen die Fotos der oberen Collage. Die erste Station, die wir anliefen, war


Bildquelle KLICK

Mein Mann und ich waren zwar vor fast zwei Jahrzehnten (2001) schon einmal zusammen mit dem noch recht jungen Tochterkind Jana in Dänemark, aber damals trieben wir uns in einer anderen Region herum (im wunderschönen Jütland).

Frühstück an Bord im Hafen von Kopenhagen

Für Herrn Rostrose war es der erste Besuch Kopenhagens, für mich der zweite, denn im Jahr 1981 habe ich mit meiner Freundin Gaby eine Interrailreise unternommen, die uns u.a. auch in die Hauptstadt Dänemarks führte. Damals waren wir stundenlang zu Fuß unterwegs, aber ich kann mich nur noch an einige wenige Eindrücke erinnern - unter anderem daran, dass es viele verlockende, moderne Läden gab, die uns aber viel zu teuer waren (außerdem hätten wir ja jeden Einkauf in unserem Interrail-Rucksack herumschleppen müssen, und der hatte auch so schon 20 Kilo), und dass wir die Freistadt Christiania besuchten. Und dann erinnere ich mich noch sehr gut daran, dass wir die Statue der Kleinen Meerjungfrau gesucht, aber nicht gefunden haben... (Ich glaube, wir hatten bei dieser Suche auch etwas Zeitdruck wegen unserer geplanten Weiterreise nach Amsterdam.)

 
Links ein paar Kopenhagener Impressionen, rechts mein Tages-Outfit

Ich erinnere mich auch noch, dass der Himmel über Kopenhagen im Jahr 1981 blau gewesen war. Leider war er bei unserem Besuch im Jahr 2019 wolkenverhangen - Dänemarks Hauptstadt hat uns dennoch gut gefallen, sie hat eine optimistische, freundliche Ausstrahlung und zeigt Geschichte, ohne altmodisch zu wirken. Zunächst kamen wir an den gelben Häusern von Nyboder vorbei: Der Bau wurde im 17. Jahrhundert durch den dänischen König Christian IV veranlasst, um seine Marinesoldaten unterzubringen.




Schloss Amalienborg und die Marmorkirche sowie die Palastwache vor dem Schloss Amalienborg:


Park beim Schloss Amalienborg und (rechts) das moderne Opernhaus von Kopenhagen (Die Königliche Oper auf der Insel Holmen): Vom 90 x 158 Meter großen Dach dieses Gebäudes stürzten sich sogar schon die besten Klippenspringer der Welt in die Tiefe!



 Als nächstes ging es zum Schloss Rosenborg:


Die Geschichte Rosenborgs reicht zurück bis in das Jahr 1606, als Christian IV. mehrere vor den nordöstlichen Wällen liegende Grundstücke kaufte und dort einen Lust- und Küchengarten anlegen ließ.

 

1634 war nach mehreren Anbauten schließlich die heutige Form erreicht. Mit roten Ziegelsteinen, Dekorationen aus grauem Sandstein und seinen schlanken Proportionen orientiert sich Schloss Rosenborg am Stil der Niederländischen Renaissance. 

 

 Hier nahmen wir an einer Führung teil und besichtigten die Prunkräume sowie die Schatzkammer:


Nach der Schlossbesichtigung unternahmen wir einen Streifzug durch die sehenswerte Innenstadt von Kopenhagen:


Und am Ende schafften wir es dann auch noch zur Statue der Kleinen Meerjungfrau.
Wusstet ihr, dass diese im Jahr 1913 aufgestellte Bronzefigur mehrmals Opfer von Vandalenakten war? Unter anderem wurde ihr gleich zweimal der Kopf abgesägt, vielleicht ja von unbekannten Verehrern, denn ihr zartes Gesicht wurde einst vom Bildhauer Edvard Eriksen nach dem Vorbild der attraktiven Primaballerina Ellen Price gestaltet. Aber auch ihr rechter Arm wurde einmal gestohlen. Obgleich nicht mehr alle Teile "Original" sind - "den lille Havfrue" ist nach wie vor ein wahrer Publikumsmagnet: Sie war umringt von Touristen und es gestaltete sich schwierig, Fotos von ihr ohne Menschen aufzunehmen - doch letztendlich ist es uns gelungen.

Gerade mal 38 Jahre nach meinem ersten Versuch hat's also doch noch geklappt, sie zu besuchen 😊😉👍. 

Abends hüllte ich mich dann in Spitze... und nach dem Abendessen ließen wir den Tag im Bord-Pub gemütlich ausklingen.


Prooost!

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, mit uns durch Kopenhagen zu streifen! Falls ihr noch mehr von dieser Stadt sehen bzw. eine zusätzliche Perspektive erleben wollt, möchte ich euch den lesens- und sehenswerten Beitrag von Elisabeth / Blog Kleine Freude aus dem Jahr 2015 empfehlen: Radwelthauptstadt Kopenhagen. Wie unsere Reise weiterging, erfahrt ihr im nächsten Kapitel - und HIER kommt ihr wie gesagt zur Gesamtübersicht der Reise!



Bis dahin alles Liebe und
herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,