Posts mit dem Label Genuss werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Genuss werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. November 2021

Mit Tina und Göga durch Wien - Teil 1: Prater

Servus ihr Lieben!

Heute möchte ich euch von unserem Wiedersehen mit meiner Blogfreundin Tina und ihrem "Göga" (Abkürzung für Göttergatte 😉) Uwe in der Mitte vom Oktober erzählen. Die beiden hatten nämlich die glorreiche Idee, nach der wunderschönen Hochzeit ihrer Tochter selbst eine Art Hochzeitstreise nach Wien zu unternehmen... oder genauer gesagt: eine Geburtstagsreise, denn Tina feierte am Anreisetag ihren 55. Geburtstag ...

🥂🎂🥂🎂🥂🎂🥂🎂🥂

In ihrem Blog erzählt Tina derzeit gerade so nach und nach über ihre fünf Tage in Wien - hier geht's zum Anfangskapitel: Wien in 5 Tagen - Tag 1.

Tina fragte bei uns an, ob wir Zeit für ein Treffen haben würden. Aber natürlich, Ehrensache! Wir haben Tina & Uwe schon in Bangkok und in München getroffen*) und wir hatten jeweils viel Spaß miteinander
 
 
Laut Wetterbericht sollte Freitag, der 15.10. so richtig toll sonnig werden, also wählten wir diesen Tag - und so war's dann auch: Wir erlebten einen Oktobertag vom feinsten 🌞 - aber es schien sowieso (fast) ausschließlich die Sonne, als die beiden in Wien waren. So soll's auch sein, wenn Engel reisen! 
☀️☀️👼☀️☀️

Weil's so schön war, entstanden an diesem Tag ganz viele Fotos - und deshalb zeige ich euch unser Tina-Uwe-Treffen in Wien in zwei Teilen. 

 
[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Auf "Gögas" Wunsch hin trafen wir uns im Wiener Prater - und damit geht's hier auch gleich los - mit einer Fahrt im berühmten und steinalten Wiener Riesenrad. (Die Fotos von uns wurden vor der tatsächlichen Riesenrad-Fahrt von einer Fotografin aufgenommen - der Waggon Nr. 12 ist nur Kulisse - und man konnte sie käuflich erwerben.)

Treffpunkt 11 Uhr beim Riesenrad - und große Wiedersehensfreude 😊😍

... ist neben dem Stephansdom eines der Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet. (Jaja, wiedermal der Franzl 😉...) Es zählte damals mit knapp 65 Metern Höhe zu den fünf größten Riesenrädern seiner Zeit - allerdings wurden alle vier seiner "Zeitgenossen" zwischen 1906 bis 1937 bereits wieder demontiert, nur das Wiener Riesenrad dreht sich immer noch unermüdlich weiter. 

Dabei hätte es bereits 1919 abgerissen werden sollen - und im Zweiten Weltkrieg wurde es fast völlig zerstört. Doch ein Wahrzeichen lassen die Wiener nicht so gern untergehen - als Symbol des Wiederaufbaus und Neubeginns wurde es schon 1945 generalsaniert. Im Jahr 2016 wurde damit begonnen, die 15 Waggons gegen neue, nach den Originalplänen von 1896/97 gestaltete auszutauschen. (Ursprünglich hatte das Riesenrad 30 Waggons.) Falls euch die genauere, sehr bewegte Geschichte des Wiener Riesenrades interessiert, klickt bitte HIER.

Die Wartezeit bis zum Einsteigen kann man sich vertreiben, indem man sich die Mini-Ausstellungen in den nostalgischen 
Waggons ansieht.

Es gibt auch einen Waggon mit festlich gedecktem Tisch, den man für eineinhalb Stunden mieten und darin speisen kann (für schlappe 399 Euro), in der Collage unten könnt ihr einen kleinen Blick in die Fest-Gondel mit den hellen Vorhängen erhaschen. Für Tina und mich - bekennende Höhenängstliche mit dem Willen zur Selbstüberwindung - war aber die ganz normale Fahrt schon abenteuerlich genug. (Ja, auch für mich, denn obwohl ich gebürtige Wienerin bin, bin ich erst einmal oder zweimal mit dem Riesenrad gefahren.) Durch das gemächliche Tempo fühlt man sich in der Kabine allerdings gut geschützt und sicher. Und es gibt soo viel zu sehen:

Unten rechts: Madame Tussauds, unten links: Blick auf den Grünen Prater, bei dem es sich um den Hauptteil des Wiener Praters handelt

 

Wenn man außerhalb Wiens vom „Prater“ spricht, ist häufig nur der bekannte Vergnügungspark im Prater, der Wurstelprater, gemeint. Dieser befindet sich an der Nordwestspitze des Areals zwischen Donau und Donaukanal und macht flächenmäßig nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Pratergebiets aus.

 (Quelle: Wikipedia - KLICK)

Ein kleiner Exkurs über den Wiener Prater:
Nachdem es in diesem Punkt immer wieder Missverständnisse gibt, fragte ich bei Tina sicherheitshalber nach, ob Uwe in den Wurstelprater möchte oder in den "Grünen Prater": Denn wenn die Wiener "Prater" sagen, meinen sie zumeist das etwa 6 km² große, von Aulandschaften geprägte Areal, das einst Jagdgebiet des Hochadels war und heute von der Bevölkerung zum Sport und zur Erholung genützt wird. Als wir noch in Wien lebten, besuchte ich mit der kleinen Jana gern einen der Spielplätze im "Grünen Prater" und war Edi zwei- bis dreimal pro Woche in der Prater Hauptalle laufen, denn wir wohnten nicht weit davon entfernt. Diese Allee entstand durch Schlägerungen im Auwald... allerdings schon vor langer Zeit: Im Jahr 1538 legte man auf diese Weise eine Direktverbindung zwischen dem kaiserlichen Palais Augarten und dem Jagdgebiet des Hofes an.

Der "Wurstelprater" oder "Volksprater" - also der Vergnügungspark, in dem sich auch das Riesenrad befindet - ist nur ein winziger Teil des Wiener Praters. Und der Name Wurstelprater hat wiederum nichts mit Wurst oder Würsteln zu tun, sondern mit dem "Wurschtel" (in Deutschland: Hanswurst bzw. Hans Wurst), also mit dem närrischen Kerl aus Komödien und Puppentheater-Vorführungen, wie sie einst auch im Prater dargeboten wurden. 

Ein bisserl posen und herumkasperln im "Wurschtelprater"
 
Nun, es stellte sich heraus, dass Uwe gern den Wurstelprater kennenlernen möchte, weil er schon so viel darüber gehört hatte. Und die beiden waren dann tatsächlich auch sehr angetan von diesem Riesen-Rummelplatz, der für mich eigentlich nie etwas besonders Tolles war (oder vielleicht gerade mal in der Kindheit, als ich noch gerne mit dem Ringelspiel (= Karussell) oder mit der Zwergerl-Hochschaubahn fuhr): Mich begeistern diese Höher-schneller-lauter-Fahrgeschäfte nicht. 
 
Erst durch Tina und Uwe wurde mir so richtig klar, dass der Wurstelprater irgendwie doch etwas Besonderes ist, weil es solche permanenten und seit langer Zeit bestehenden Rummelplätze in Europa kaum gibt. Vergleichbar ist der Prater vielleicht gerade mal mit dem Tivoli in Kopenhagen (der jedoch ganz anders gestaltet ist als der Wiener Wurstelprater).
 
Grottenbahn und Geisterschloss:
Was ich am Prater mag, sind die ganz alten Fahrgeschäfte, bei denen nostalgische Gefühle aufkommen. Eins davon ist die Alt Wiener Grottenbahn (wurde 1951 eröffnet), wo man in einem von einer Drachenlokomotive gezogenen Zug an verschiedensten Szenen aus Märchen, Sagen und anderen Kindergeschichten vorbei fährt. Dieses gefahrlose Vergnügen haben wir vier uns gegönnt 😁:
 

Übrigens beherbergt diese Grottenbahn - wie ich von einem freundlichen Herrn als erweiterte Antwort auf meine Anfrage bei Prater.at erfahren habe, kleine Kunstschätze:  
 
"Auf Praterparzelle 16 (heute Volare) war früher die Grottenbahn "Liliput Express". Darin gab es kleine Märchengrotten die von Schülern von Fritz Wotruba (Anm: einer der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts) gemacht wurden. Einige dieser Grotten wurden vor dem Abriss gerettet und sind bis heute in der Alt Wiener Grottenbahn (Praterparzelle 43) zu bestaunen."
 
Und weiter: "Die fantasiereiche Fassade der Alt Wiener Grottenbahn wurde einst vom Bildhauer Robert Tar gefertigt. Die ursprüngliche Bemalung war relativ dunkel. Einige Jahre später wurde die komplette Fassade auch unter Robert Tar, bunter bemalt. Zuletzt vor 3-4 Jahren wurde die Fassade komplett saniert (alte Farbe wurde mit einem Trockeneis-Sandstrahlverfahren abgetragen, Beschädigungen wurden mit Polyester überzogen und anschließend komplett bemalt) Die Polyester und Malerarbeiten wurden von dem Bildhauer Gerold Kubitschek durchgeführt."
(Ing.Kristof Brantusa)
 

 
Also, ihr seht, die Grottenbahn ist nicht nur Kinderkram, sondern Kunstgenuss. Aber glaubt bloß nicht, dass wir uns ausschließlich an Märchenwelten gewagt haben, oh nein! Wir waren sogar mutig genug, um uns auch eine Fahrt mit der Geisterbahn zuzutrauen, jawoll! Das ist echter Hardcore-Grusel, denn damit darf man erst ab 10 Jahren fahren! 😎💪😄 (Das Geisterschloss gehört übrigens zu den allerältesten Praterattraktionen - es wurde bereits 1933 errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1948 wiedereröffnet.) Der Typ an der Kasse zum Geisterschloss war ein Zombie, echt schaurig! Und Tina begab sich sogar freiwillig in die Gewalt eines schrecklichen Monsters - seht selbst!
 

 
Prater-Figuren:
Glücklicherweise haben wir das gefährliche Abenteuer alle vier lebend und ohne ärgere Blessuren überstanden und konnten uns weiter im Wurstelprater umsehen. Es gibt da nämlich mehrere interessante Figuren zu bewundern. Oben links und unten rechts seht ihr z.B. den "Großen Chineser" (9 Meter hoch), der auch "Calafati" genannt wird. Er verzierte einst das Ringelspiel des Schaustellers Basilio Calafati (1800-1878), daher der Name. Die Frauenfigur daneben heißt Fortuna und stammt von demselben Karussell. Beide sind jedoch Nachbauten, denn die Original-Fortuna steht im Pratermuseum und die Original-Calafati-Figur wurde im Zweiten Weltkrieg ebenso zerstört wie das Riesenrad.

 

Außerdem gibt es im Prater einige künstlerische Figuren der neueren Zeit zu bewundern. Leider fand ich vor Ort keine Informationstafel und konnte auch aus dem Internet nicht genau erfahren, welche Künstler welche Figuren geschaffen haben. Daher wandte ich mich an die Informations-Mailadresse info@prater.at - und erhielt von dem oben schon erwähnten Herrn Brantusa eine sehr nette und ausführliche Auskunft:

Die bunten Fin-de-siecle-Figuren (wie die rosa gekleidete Lady neben Tina, oder die Dame, in deren Dekolleté Edi sehr interessiert starrt, während Uwe dem Knaben einen Ball zu klauen versucht) wurden ursprünglich von den Tiroler Bildhauern Louis Fasching und Erich Ruprechter gestaltet. Sie kaschieren die für die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebs notwendigen Stromkästen. Leider waren sie aus Materialien gefertigt, die für diese Verwendung nicht wirklich gut geeignet waren. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Figuren durch Vandalismusakte demoliert und verunstaltet. Vom bekannten "Praterkünstler" Rudolf Scheffel wurden die (ursprünglich eher blass bemalten Figuren) überarbeitet (mit Polyester verstärkt, um sie gegen erneute Vandalismusakte resistent zu machen) und farbenfroher bemalt.

Was die skurrilen, eher Alien-haften Figuren am Rondau betrifft, glaubte ich mich erinnern zu können, dass sie einst von einer Frau geschaffen wurden. Und tatsächlich erfuhr ich als Antwort auf meine Anfrage, dass sie von der im Jahr 2013 verstorbenen Künstlerin Christa Müller stammen. Auch diese Figuren wurden vor ein paar Jahren sandgestrahlt und ebenfalls von Rudolf Scheffel neu bemalt. Leider steht nur mehr ein Bruchteil der zahlreichen Figuren von Christa Müller im Prater, viele davon wurden von der Stadt Wien verkauft. In der Prater-Topothek könnt ihr euch HIER alte Fotos von Christa Müllers fantasievollen Werken ansehen, die größtenteils nicht mehr im Prater zu sehen sind.
 

Die Figur im Liegestuhl, deren Bäuchlein von Tina liebevoll getätschelt wurde, sowie drei weitere auf dem Rondeau, sind relativ neu. Diese wurden vor 1-2 Jahren von einem Praterunternehmer gefertigt. Ich glaube, auch der Kasperl auf dem Krokodil in der unteren Collage zählt zu diesen Figuren. Etwas derb und zugleich witzig (und somit ziemlich typisch Wienerisch) fanden wir den "Geldscheißer": Wenn einem Wiener nämlich etwas zu teuer erscheint, dann sagt er gerne: "I hob do kan Gödscheißa!" ("Ich habe doch keinen Geldscheißer!") - vergleichbar mit dem Goldesel aus dem Märchen 😉

 
Pferde und Taxis:
Eine Praterattraktion, die ich schon seit meiner Kindheit kenne, ist die Reitbahn. Auch Uwe war ganz begeistert von den Rössern, hatte er in seiner Kindheit und Jugend doch selbst eines besessen und sehr geliebt. Das Pferdchen, das er streichelte, hatte noch dazu eine besonders hübsche Frisur. (Meines erinnerte mich eher an einen müde dreinschauenden Boris Becker.)

  
 
Uns stand jedoch der Sinn nicht nach einem Ausritt (außerdem glaube ich, dass auf den Praterpferden nur Kinder brav im Kreis reiten sollten) - also versuchte Tina neben einem nostalgischen Hinweisschild ein Taxi herbeizupfeifen. Als keines kam, unterstützte ich sie, doch auch meine Pfeiferei half nicht viel 😉. Ich glaube, an dieser Nummer müssen wir noch arbeiten!

 

Stelzen in der Luftburg:
Das traditionsreiche Schweizerhaus hatte Mitte Oktober noch geöffnet, doch wir wollten unser Mittagessen nicht dort einnehmen, sondern im größten voll biozertifizierten Restaurant der Welt: Luftburg - Kolarik im Prater. Die berühmten Praterstelzen schmecken in der Luftburg nämlich mindestens genau so gut wie im Schweizerhaus, und mit Biofleisch ist auch mehr Tierwohl verbunden. Da macht das Schmausen und Genießen doch gleich noch ein Stück mehr Freude!
 
Für meine nicht-österreichischen Leser und Leserinnen muss ich jetzt vermutlich erklären, was eine Stelze ist: In Deutschland ist dieses Fleischgericht wohl am bekanntesten unter dem Namen Eisbein, wird aber auch als Hachse, Haxe, Haxn bzw. Schweinshaxe bezeichnet, außerdem als Knöchla, Hechse, Hämmchen, Bötel oder Haspel, auf Bairisch Schweinshaxn, Fränkisch auch Knöchla oder Adlerhaxe, Schweizerisch Gnagi oder Wädli genannt. (Quelle: Wikipedia)
 
In Österreich werden Stelzen bevorzugt gebraten oder gegrillt, um eine extra-knusprige Schwarte zu erzeugen. Die Praterstelzen sind wirklich ganz besonders würzig und kross, und Uwe meinte dazu: "Ich hätte nie gedacht, dass ich im Prater die beste Haxe meines Lebens essen würde."
 
Für alle, die diesen Genuss zu Hause zu kopieren versuchen wollen, habe ich hier zwei Rezepte, die dem Praterstelzen-Rezept halbwegs nahe kommen:

Die gute alte Liliputbahn fährt direkt am Restaurant Kolarik vorbei. Herrlich, dass wir im Oktober noch draußen essen konnten!

 
Womit Uwe ebenfalls nicht gerechnet hätte: Dass er seine Stelze nicht schafft 😁. (Tina hatte sich nämlich für Cevapcici entschieden, und so gehörte ihm dieses große Fleischstück ganz allein.) Edi und ich teilten uns unsere Stelze und hatten in weiser Voraussicht schon eine große Tupper-Dose in den Prater mitgenommen (deshalb schleppte ich die ganze Zeit meinen #GET-COVERED-Beutel mit mir herum 😉). Zu guter Letzt bekamen wir von Uwe dann auch noch eine schöne Stelzen-Portion mit (und konnten uns aus diesen Resten noch zwei Tage lang zu Hause köstliche Gerichte zaubern 😊😋)...
 

 
Natürlich hatte ich auch ein Mitbringsel für Tina mit dabei, schließlich hatte sie zwei Tage zuvor Geburtstag gehabt. Nachdem ihr Blog Tinaspinkfriday heißt und unser Treffen tatsächlich an einem Freitag stattfand, bastelte ich ein Kärtchen in Pink mit einem Herz aus rostrosigen Herbstblättern für sie, und außerdem füllte ich eine kleine Sachertorten-Holzschachtel mit ein paar Kleinigkeiten an, die auch noch gut ins Fluggepäck passen.
 
In der folgenden Collage könnt ihr das Kärtchen sehen und außerdem einen kurzen Blick in das Lokal Luftburg - Kolarik werfen. Dort gibt es unter anderem originelle Barhocker, zwei Spiegel  aus dem Kuriositätenkabinett (wir fotografierten uns allerdings nur vor dem Spiegel, der schlanker macht 😜) und ein WC für zwei Personen. Offenbar ist es für Mutter und Kind gedacht, aber Tina meinte, es gäbe auch sogenannte Freundinnen-Klos 😀. Wir teilten uns die Kabine allerdings nur fürs Foto und suchten dann getrennte Etablissements auf 😂...


Nachdem wir im Luftburg-Restaurant mehr als nur satt geworden waren, unternahmen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang entlang der Prater Hauptallee. Diese wird gesäumt von Rosskastanienbäumen - ich habe sie euch in einem früheren Posting zur Zeit der Kastanienblüte gezeigt. 
 
In normaleren (Pandemie-freien) Zeiten kamen in diese (weltweit einzigartige) Kastanienallee alljährlich zur Blütezeit zahlreiche Touristen, um diese Pracht zu erleben. Traurigerweise leiden auch die Prater-Kastanienbäume sehr unter der Miniermotte, weshalb ihre Blätter früher braun werden als die von anderen Laubbäumen. (Seht euch noch einmal die Luftaufnahme in der 6. Collage an...) Dennoch wirkte die Allee stimmungsvoll und passte gut zu diesem schönen Herbsttag.
 
 
 
Wir spazierten bis zum Praterstern - und von dort fuhren wir mit der U-Bahn bis zu unserem nächsten Ziel. Denn was ist eine Wien-Reise, wenn man Sisi und Franzl nicht besucht hat nicht in Schönbrunn gewesen ist?  Über unseren Besuch in diesem schönen Schlosspark, mit dem ich auch einige Kindheitserinnerungen verbinde, erzähle ich euch demnächst im zweiten Teil!
 
☀️☀️👼☀️☀️
 
Nun danke ich euch noch herzlich für all eure lieben Kommentare zum 3. Teil meines Italien-Reiseberichts - Toskana - Ankommen und Einleben. Auch von dieser Reise werde ich euch schon bald wieder mehr schildern (ich weiß noch nicht, in welcher Reihenfolge, es gibt ja bei uns immer wieder neue tolle Erlebnisse, ich komme kaum nach mit dem Erzählen...)
 
 
Fotos: 
teilweise von Tina oder Uwe, teilweise von Edi oder mir

 Auf bald und 

herzliche November-Grüße,
🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,

Mittwoch, 17. Juni 2020

Wir feiern wieder mit Freunden!


Ein Leben ohne Feste 
ist wie ein langer Weg ohne Einkehr.
Demokrit
(griechischer Naturphilosoph, 
460 - 371 v. Chr.)
Servus, ihr Lieben!

Auch wenn Demokrit seinen Ausspruch vor langer Zeit getan hat, hat er nichts von seiner Gültigkeit verloren. Also beschlossen Herr Rostrose und ich zu Beginn des Jahres 2020, mal wieder ein richtig großes Fest mit vielen Freunden und anderen lieben Menschen zu organisieren. Das letzte dieser Art liegt immerhin schon zehn Jahre zurück - es handelte sich damals um meinen "eckigen Nicht-Geburtstag". Ich habe euch HIER darüber erzählt - da bekommt ihr auch die Erklärung für den seltsamen Titel 😜. 

Seither hat sich somanches in unserem Umkreis verändert; Paare sind auseinander gegangen, andere wiederum haben ihren Traumpartner gefunden, und meine Mutter, die einst mit 84 noch fit und fröhlich mit uns Boccia-spielte, kann nun bei solchen Feiern nicht mehr dabei sein... Viele alte Freunde sind uns geblieben, aber nicht alle - neue Freunde sind hinzugekommen... So ist das Leben - oder (wie schon ein anderer griechischer Philosoph, nämlich Heraklit - 520 - 460 v. Chr. - feststellte): Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung...


[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Der Anlass für das diesjährige Fest sollte unser beider Pensionierung sein. Meine fand bereits im vorigen Jahr statt, und schon damals hatte ich vor, aus diesem Grund zu meiner Lieblingsnummer der Gruppe The Who einen wilden Tanz auf dem Plateau der Hohen Wand aufzuführen - nämlich zu I'm free aus dem Musical Tommy. Denn nichts hatte ich in den letzten Jahren mehr ersehnt als endlich frei von dem Bürojob zu sein, der den Großteil meines Berufslebens bestimmt hat. Bisher hat sich der wilde Tanz noch nicht ergeben, doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. (Innerlich habe ich ihn schon mehrmals getanzt 😉.) In jedem Fall sollte das Fest von Edi und mir "We-are-free"-Festl heißen 😊

Am Valentinstag 2020 kehrten Edi und ich bei einem nahe gelegenen Heurigen ein, um dort u.a. einen Termin für unser Fest zu vereinbaren. Wir einigten uns mit dem Wirt auf den 6. Juni und ein Fest mit mindestens 40 Personen. Doch dann kam Corona... Und damit wurde alles anders.

Herr Rostrose präsentiert stolz seinen buschigen "Corona-Bart" 😁

Bald war uns klar, dass unsere Feier nicht zum geplanten Termin stattfinden kann. Und da einige Freunde und Verwandte beschlossen hatten, sich noch länger von größeren Menschenansammlungen fern zu halten, würden wir unser Fest auch zu einem anderen Termin nicht in der geplanten Form durchführen können. 

Daher beschlossen wir, unser We-are-free-Fest dann eben "in Kleingruppen" in unserem Haus und Garten abzuhalten (mit einer Ausnahme, die dann doch beim Heurigen stattfinden wird). Sobald verlautbart wurde, dass man zumindest im kleineren Rahmen wieder Freunde treffen darf, begannen wir mit dem Einladen loszulegen. Das heißt, wir werden in diesem Sommer (und vermutlich bis in den Herbst hinein) aus dem Feiern kaum herauskommen 😊😉

Mein Kleid kennt ihr u.a. vom vorigen Post. Diesmal sind die Zutaten orange.

Eine Woche nach dem ursprünglich geplanten und dann abgesagten großen Fest starteten wir in die Kleingruppen-Festsaison 😉 - sprich: Am 13. Juni kamen vier Freunde zu uns, und mit ihnen verbrachten wir einen wunderschönen Nachmittag und Abend. 

Mittlerweile sind wir uns ziemlich sicher, dass es "in kleineren Einheiten" wohl sowieso die bessere, weil persönlichere, Methode des Zusammenseins mit Freunden für uns ist. Bei einem großen Fest hat man nur wenig Zeit, um mit einzelnen Personen zu plaudern. Andererseits ist es natürlich auch nett, wenn Freunde aus unterschiedlichen Lebensphasen oder Lebenszusammenhängen einander bei einer größeren Fete kennenlernen - das haben wir bei meinem Nicht-Geburtstagsfest vor zehn Jahren bemerkt... Aber eine gewisse Durchmischung gab es schließlich auch bei diesem kleinen Gartenfest.


Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, 
gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – 
keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.
Epikur von Samos
(griechischer Philosoph,
341 - 271 oder 270 v. Chr) 


Christine (rechts unten mit ihrem Mann) ist meine aller-langjährigste Freundin - ich bin mit ihr schon in die Volksschule und später aufs Gymnasium gegangen, das heißt, wir kennen einander seit 52 Jahren! Allerdings hatten wir einige Jahre kaum Kontakt und trafen einander erst wieder, als unsere Töchter bereits im Schulalter waren. Christine ist auch die Akupunkturärztin, mit deren Hilfe mein lieber Göttergatte Edi versucht hat, seine Kopfschmerzen loszuwerden. Mit den Akupunkturnadeln hat es leider nicht geklappt, aber immerhin kam von Christine ein toller Tipp (den ich HIER mit euch geteilt habe). 

Mit Maria bin ich seit den mittleren 1980ern innig befreundet (auch wenn wir einander aufgrund räumlicher Entfernung nicht sehr oft sehen). Den "anderen Edi" (der Einfachheit halber Ede genannt) lernte ich in den späten 80er Jahren durch meine damalige (mir sympathische) Arbeit in der außerschulischen Jugenbetreuung kennen. Aus seiner Keramikwerkstatt stammt der schräg-schöne rote Keramikvogel, der seit ein paar Jahren unseren kleinen Gartenteich ziert.


Und an eben diesem Teichlein nahmen wir im Pavillon Platz und verbrachten dort ein paar gemütliche, fröhliche und interessante Stunden zu sechst. Zur Jause gab es Kaffee und Clafoutis mit Felsenbirnen und Ribisel (roten Johannisbeeren) aus unserem Garten (und obendrauf halbierten Erdbeeren).


Ich habe für euch vor zwei Jahren HIER ein Rezept für Mirabellen-Clafoutis eingestellt - entdeckt habe ich diese köstliche und einfach zuzubereitende Süßspeise in Tante Malis Gartenblog (HIER ihr Rezept für Weichsel-Clafoutis). Bei uns heißt sie übrigens spaßhalber "Klafuzzis" und wir finden, dass man sie mit so ziemlich jedem Obst zubereiten kann. (Deftig geht auch, aber das haben wir noch nicht probiert...)


Zwischendurch wurde dann viel geplaudert, es wurden Fotobücher angesehen und es gab eine (alkoholfreie) Beerenbowle, die Christine mitgebracht hatte. (Der Sekt, mit dem Michi aufgoss, war ebenfalls für Autofahrer geeignet.) Wer wollte, konnte diese Bowle noch mit etwas Erdbeerlikör verfeinern - sie schmeckte mit und ohne köstlich!


Mein lieber Eduard ist zwar ein großer Grillmeister, aber er hatte sich gewünscht, dass er nicht bei jedem der vielen für heuer geplanten Sommerfeste am Griller stehen muss, während alle anderen es sich gut gehen lassen. Kann man auch verstehen, nicht wahr?

Deshalb haben wir zwei verschiedene Sorten Lasagne gemacht, die ist gut vorzubereiten und wird einfach ins Rohr geschoben, wenn die ersten Gäste Hunger oder zumindest Appetit verspüren.


Die eine war eine klassische Lasagne mit Bio-Rindfleisch-Bolognese, die andere eine Thunfisch-Lasagne. (Von beiden blieb gerade so viel über, dass Edi und ich am nächsten Tag auch noch ein Mittagessen hatten. Maxwell war - glaube ich - ein bisserl traurig, dass er nichts davon abbekam. Aber er soll schließlich nicht zu Garfield werden 😺) Dazu gab's Gurkensalat mit Rahm und Maissalat.


Später drehten wir dann die Lämpchen im Pavillon auf. Es gab zwar die eine oder andere Gelse (Stechmücke), aber glücklicherweise war es nicht allzu schlimm. Überhaupt hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter, denn am Tag davor und am Tag danach gab es Regen. Es war einfach ein rundum schöner Nachmittag und Abend mit lieben Menschen!

Maria, die am weitesten entfernt wohnt, blieb wie geplant über Nacht bei uns. So hatten wir dann auch am nächsten (verregneten) Morgen noch Gelegenheit zum Weiterplaudern. Das war schon längst mal wieder fällig! 😊

Nun verlinke ich noch die folgende Collage bei Heidis Aktion Himmelsblick: Während wir im Pavillon saßen und plauderten, flog diese Libelle in unserem Gemüsegarten zu einem Bambusstab, der in dem Topf mit der Zucchinipflanze steckt. Sie blieb dort eine Weile sitzen, dann erhob sie sich in die Luft, um kurz darauf wieder zu dem Stab zurückzukehren. Das wiederholte sich unzählige Male, und so beschloss ich, sie mit all dem schönen Himmelsblau als Hintergrund zu fotografieren, was sie mir freundlicherweise gestattete. Wie nett von ihr, diese Kulisse zu wählen, wo ein Schönwetter-Himmel in diesem Juni doch bisher eher zu den Seltenheiten zählt...

Himmelsblick mit Libelle

Herzlichen Dank für eurer Interesse, ihr Lieben, und für all die unterstützenden und liebenswerten Kommentare zu meinem vorangegangenen Beitrag Was ich euch vom Mai noch schuldig bin ... oder Ein Post mit Licht und Schatten.

Leider weiß ich nicht, wie oft ich während der nächsten Wochen zum Bloggen kommen werde... Mag sein, dass ich es nicht so häufig schaffe wie in letzter Zeit. Aber ihr wisst dann, dass es mir gut geht und ich vor allem deshalb nicht zum Schreiben komme, weil ich den Sommer und die Treffen mit lieben Menschen genieße...


Herzliche Rostrosengrüße und
alles Liebe, eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,



Mittwoch, 26. Februar 2020

Ostsee 2019 - Tallinn

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Ostsee 2019.



Als Estland nach einem halben Jahrhundert 
aufeinanderfolgender schlampiger, totalitärer, 
ausländischer Besetzungen durch die Sowjets, 
die Nazis und dann wieder die Sowjets 
seine Souveränität wieder herstellte, 
wussten wir, dass wir ein demokratisches Land 
schaffen wollten, das von Rechtsstaatlichkeit 
und Achtung der Menschenrechte geprägt ist.
(Toomas Hendrik Ilves,
ehem. Estnischer Staatspräsident)



Servus ihr Lieben!


Es geht weiter mit meinem Ostsee-Reisebericht. Leider nähern wir uns bereits unserem letzten Reiseziel. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass es euch gefallen wird - für uns zumindest war die Estnische Hauptstadt
Tallinn
(auch bekannt unter dem Namen Reval) eine große positive Überraschung - und zwar nicht nur im Zusammenhang mit dem traumhaften Wetter an diesem Tag 😊🌞 - dem 19. September 2019.


[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.] 
Großes Foto Mitte: Blick von der Aussichtsplattform am Domberg auf die Unterstadt

Wir hatten zwar schon gehört, dass die Staaten des Baltikums - Estland, Lettland und Litauen - einiges zu bieten hätten (und wir hatten auch schon Fotos von den jeweiligen Hauptstädten Tallinn, Riga und Vilnius gesehen), dennoch hatten wir nicht erwartet, dass uns Tallinn dermaßen gut gefallen würde! Wieder einmal hat es sich bewahrheitet, dass es (jedenfalls für Edi und mich) doch einen gewaltigen Unterschied ausmacht, ob man einen Ort mit eigenen Augen gesehen und selbst erfühlt hat - oder eben nur Bilder oder TV-Berichte davon kennt. Ich hoffe dennoch, dass ich euch mit den Aufnahmen, die wir aus Tallinn mitgebracht haben, Freude bereite - oder sogar Lust auf diese Stadt mache.




Die Altstadt von Tallinn wird geprägt von der Stadtmauer und ihren mittelalterlichen Türmen. Sie ist eines der weltweit am besten erhaltenen Stadtzentren aus der Hansezeit und wurde 1997 als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ zum UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt.




Doch wie ihr in unseren Aufnahmen sehen werdet, gibt es nicht nur Bauten aus dieser Ära, sondern einen harmonischen Mix historischer Gebäude, die allesamt bestens gepflegt bzw. behutsam restauriert wirken. Uns kam in der Altstadt kein einziger hässlich-lieblos hingeklatschter Betonbau unter - trotz jahrzehntelanger Sowjet-Besetzung.




Zwar gibt es auch in Tallinn ein Geschäftszentrum mit modernen Hochhäusern, großen Einkaufszentren und Luxushotels, doch obwohl es sich nur einen Steinwurf vom historischen Stadtkern entfernt befindet, nimmt man es von der Altstadt aus nicht wahr und fühlt sich dort, wo die Stadt einst zu wachsen begann, wie in einer eigenen kleinen Welt. Man merkt diesem Ort einfach an, dass seine Einwohner ihn wertschätzen und liebevoll behandeln, und ich glaube, der Ort gibt das an seine Bewohner zurück. Und in gewisser Weise wohl auch an seine Besucher. Wir haben uns hier jedenfalls äußerst wohl gefühlt.




Zum Wohlfühlen trug sicherlich auch unsere Mittagpause in einer gemütlichen Kneipe bei, in der es Soljanka gab. Ihr erinnert euch vielleicht, dieses Eintopfgericht aus der osteuropäischen Küche haben Edi und ich erstmals bei unserem Besuch der Sächsischen Schweiz gekostet und kurze Zeit später nachgekocht, weil es uns so gut schmeckte. (Hier geht's zu unserem Rezept - einer von unzähligen Variationen desselben Themas 😋.) Unsere Freunde Rosi und Hans mochten den Eintopf, den sie an diesem Tag kennenlernten, ebenfalls sehr gern - und auch das Estnische Bier passte gut dazu.





Auf den großen Mittelfotos der nächsten beiden Collagen seht ihr Rosi und mich bzw. Edi und mich vor einem wunderschön verzierten grünen Tor. Es handelt sich dabei um den Eingang zum Schwarzhäupterhaus - einer Estnischen Bruderschaft. Der gutgelaunte junge Mann in mittelalterlicher Tracht gehörte zum örtlichen Kulturzentrum - er führte Besucher durch den historischen Stadtkern von Tallinn.



Auch die zwei hübschen jungen Damen waren mittelalterlich gekleidet - sie standen vor einem "Medieval Shoppe" im Olde-Hansa-Gebäude und verteilten charmant lächelnd Kostproben von Mandeln etc. Bei der großen Kirche in der übernächsten Collage handelt es sich um die Nikolai Kirche, eines der Wahrzeichen der estnischen Hauptstadt.



Vor einem Theater in der Altstadt waren Metallplatten mit den Titeln dargebotener Stücke ins Straßenpflaster eingelassen:



Die vielen wunderschönen Türen und Tore begeisterten mich ganz besonders. Selbst wenn sie ausnahmsweise mal nicht so gut erhalten sind, besitzen sie Charme:




Die Sprache mochte ich auch! Estnisch gehört zum ostseefinnischen Zweig der Gruppe der finno-ugrischen Sprachen und ist eng mit dem Finnischen verwandt. Mir gefielen natürlich vor allem Wörter, die so aussahen, als würden sie aus dem Deutsch-Aufsatz eines nicht besonders talentierten Schülers stammen: Politsei, Gümnaasiumi, Platvorm, Galerii, ... Bei der nächsten Rechtschreibreform hoffe ich, dass diese Schreibweisen auch im deutschen Sprachraum anerkannt werden! 😁 Sehr nett fand ich außerdem kurze, bündige Straßennamen wie "Pikk" und "Mündi". (Google Translate behauptet, das heißt "Lang" und "Münze"...) Schnitzelhaus heißt aber auch in Estland Schnitzelhaus. Und "Ettevaatust soiduk" heißt übrigens "Vorsicht vor dem Fahrzeug" 😉




Vor vielen Souvenirläden gab es diese rothaarigen, bezopften Püppies zu sehen - scheint wohl eine Tradition dahinterzustecken, ich weiß aber leider nicht, welche... Die schönen Blumen in dieser und einigen anderen Collagen gab's auf einem großen Markt bei der Stadtmauer.




Oben erwähnte ich schon, dass es in Estlands Hauptstadt nicht nur Mittelalterliches, sondern auch beachtenswerte Häuser aus anderen Epochen zu sehen gibt. Manches schöne Jugendstilgebäude in Tallinn wurde vom Architekten Jacques Rosenbaum geschaffen. Hier z.B. das Reichmann’s Gebäude, in dem auch die oben gezeigte "Galerii" untergebracht ist, Adresse: Pikk 23/25. Der Anblick hat mich schier umgehauen - ich konnte kaum aufhören zu staunen über all die schönen Details. Das Haus ist wohl frisch renoviert worden, auf den Fotos in Wikipedia war es noch in Weiß mit Zartgrün gehalten, aber die neue Farbgebung gefällt mir besser:




Das Ferdinand Treublut’s Haus (Adresse: Pikk 18) ist ebenfalls ein Werk von Jacques Rosenbaum:




Die Alexander-Newski-Kathedrale (erbaut zwischen 1894/1895 und 1900) befindet sich auf dem Domberg, genauer auf dem Lossi plats („Schlossplatz“) zwischen dem estnischen Parlament und der Residenz des deutschen Botschafters. Wir hatten das Glück, gerade rechtzeitig zu einer Darbietung von gregorianischen Chorälen in die Kirche zu kommen.




Hier hatten wir außerdem größeres Fotografen-Glück als bei der Auferstehungskirche in St. Petersburg: Auf dem Wikipedia-Foto der Kathedrale von 2012 war der Teil eines Turmes und eine Seite eingerüstet; bei unserem Besuch waren diese Arbeiten erfreulicherweise schon abgeschlossen. Und Edi freute sich, dass ihm - obwohl die Kirche rappelvoll war - Fotos der Sänger gelungen waren. (Ich hatte es auch versucht, aber meine Bilder waren nicht so brauchbar.) Übrigens waren auch die Sonnenuntergangsfotos aus dem vorvorigen Post, die einige von euch so gelobt haben, nicht von mir, sondern von meinem Mann - Ehre, wem Ehre gebührt 😊!)




Es war Zeit, dass wir uns wieder auf den Rückweg zum Hafen machten. Unterwegs sahen wir nicht nur den Blumenmarkt, sondern auch hippe Lokale, mit Graffiti versehene Gebäude, eifrige Bienen, ...



... und dieses begehbare Kunstwerk:



Wir haben diesen Tag in Tallinn sehr genossen und große Lust bekommen, die Länder des Baltikums noch genauer zu erkunden - vielleicht ja mal per Bahn (obwohl ich gelesen habe, dass es da noch einen Bedarf an besseren Öffi-Verbindungen gibt. Aber möglicherweise ändert sich das ja in den nächsten Jahren ...)

Es ging zurück an Bord, wo wir uns für den nächsten Abend vorbereiteten: Diesmal lautete die Kleidungsempfehlung "elegant weiß". Ich war mehr für "schwungvolles schwarz-weiß", ...




... Edi brachte zum Weiß etwas Beige mit ein, Hans trug ein weißes Hemd und Rosi zur weißen Hose ein weiß-buntes Shirt. Man muss sich schließlich nicht sklavisch an das Thema halten, aber ein bisserl Mitmachen bringt durchaus Spaß. Unser Tischkellner ergänzte mein Outfit dann auch noch mit einer gefalteten Serviette - auf diese Weise sah ich ein bisserl nach Holländermädel aus 😁...




Und damit waren wir am Ende unserer Erkundungstage angelangt. Es folgten jetzt nur noch ein Tag auf See und unser Ankunftstag in Kiel. An diesen Tagen entstanden noch einige wenige Fotos - die möchte ich euch in meinem abschließenden Beitrag zeigen - zusammen mit einem Überblick über die Capsule-Wardrobe, die ich auf diese Reise mitgenommen habe. Aber davor kommt noch ein Rückblick auf unseren ziemlich bewegten Februar 😊!

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, mit uns durch Tallinn zu streifen!
HIER kommt ihr wie gesagt zur Gesamtübersicht der Reise!


Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,