Donnerstag, 11. Juni 2020

Was ich euch vom Mai noch schuldig bin ... oder Ein Post mit Licht und Schatten

Licht und Schatten
Man muß durch die Nacht wandern,
wenn man die Morgenröte sehen will.

Khalil Gibran

Servus ihr Lieben,

vielen herzlichen Dank für alle eure wunderbaren Kommentare zu meinem vorangegangenen Post (Wieder-)Begegnungen im Mai! 💙💚💚💙

In diesem Beitrag versprach ich euch u.a., über einen schönen Abend mit meinem Cousin und seiner Frau in einem separaten Post mehr zu erzählen. Heute ist es an der Zeit, mein Versprechen einzulösen. Ein paar weitere Ankündigungen werde ich im heutigen Beitrag zusätzlich erfüllen. Und einige letzte Gartenfotos vom Mai wird es auch noch zu sehen geben - unter anderem zwei Bilder von einem Bläuling. (Diese hübschen Schmetterlinge habe ich erst vor zwei Jahren kennengelernt und sie dann auch gleich fotografiert und euch hier und hier gezeigt. Davor hatte ich sie in unserem Garten nie gesehen - oder nur nicht wahrgenommen? Manche Bläulinge sind schießlich etwas unscheinbarer gefärbt...) Hier seht ihr das erste der zwei aktuellen Bläulings-Fotos:


[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Aber immer schön eins nach dem anderen 😉😊 - beginnen wir mit der Einladung in die Wiener Dachwohnung meines Cousins Martin und seiner Frau Parisay. Diese fällt eindeutig unter "Licht"!

"Persischer Abend":
Im vorangegangenen Post zeigte ich euch die Kirche, in der die beiden geheiratet haben, jetzt bekommt ihr den Rest zu sehen. Zunächst die "schrank-geshoppte" Kombination, die ich an diesem Abend trug - meinen immer wieder gern genommenen weinroten Maxirock aus Biobaumwolle und die geblümte Bluse, die ich im Vorjahr im Second-Hand-Laden erstanden habe, dazu eine rote Kette und Stiefletten, und die Haare trug ich diesmal "halb-offen".


Als wir kamen, war der Esstisch im Le-Cobusier-Stil schon verlockend mit Salat und Früchten gedeckt. Parisay hatte noch einiges in der Küche zu erledigen, Martin unterhielt einstweilen die Gäste, also Edi und mich 😊, mit interessanten Gesprächsthemen.


Bei einer Reise in den Iran zu Parisays Verwandtschaft lernte Martin eine persische Spezialität ganz besonders schätzen - Ghormeh Sabzi, was übersetzt soviel wie Kräuter-Eintopf bedeutet. Und mit diesem traditionellen Mahl verwöhnte uns Parisay auch am Abend unseres Besuchs. Ghormeh Sabzi besteht aus drei Hauptkräutern - Petersilie, Bockshornklee und Ackerlauch - und kann noch durch andere Kräuter (wie Dill, Koriander und Schnittlauch) ergänzt werden.


Weitere Zutaten sind rote Bohnen und wahlweise Lamm, Rind- oder Hühnerfleisch sowie getrocknete Limetten. Parisay verwendete Lammfleisch; dazu gab es Safranreis. Ich habe schon ein paarmal persisch gegessen, aber ausgerechnet diese Speise, die quasi als "Nationalgericht" gilt, kannte ich bis dahin noch nicht. Falls ihr das gesunde und leckere Gericht gerne nachkochen wollt: Im Internet gibt es zahlreiche Rezepte, die sich alle ein bisschen unterscheiden - ein relativ unkompliziertes, das mit Zutaten auskommt, die man auch hierzulande recht einfach bekommt, ist dieses; hier habe ich noch eine weitere Variante für euch - KLICK. Zu trinken gab es Shiraz, einen persischen Wein, den ich sehr mag, als Nachtisch Baklava (nicht persisch, aber auch gut 😉😋) und dazu Früchtetee.

Die beiden sind so ein liebes Paar! 😊

Die folgenden Fotos haben wir für meinen Bruder gemacht und ihm per WhatsApp baldige Besserung gewünscht. Er hatte gerade erst eine Augen-Operation hinter sich gebracht und musste, um den Heilungsprozess zu unterstützen, mehrere Nächte hindurch auf einem Massagebett mit dem Gesicht nach unten schlafen. (Das hat er übrigens tapfer durchgezogen und jetzt geht es ihm zum Glück wieder gut! 👍)


Es war ein sehr schöner und gemütlicher Abend mit Parisay und Martin, und wir haben das köstliche Essen sehr genossen. Bald wird es ein Wiedersehen geben, dann aber bei uns. 

Zum Abschluss dieses Kapitels möchte ich euch noch zeigen, welch wunderbarer Ausblick sich vom Fenster der Dachwohnung für uns geboten hat. Den traumhaften Abendhimmel verlinke ich bei Heidis Himmelsblick. Die drei Kirchtürme gehören zur Mariahilfer Kirche, die auch als Barnabitenkirche oder Haydn-Kirche bekannt ist. Ich verlinke sie bei Novas Glockenturm-Projekt.


Die römisch-katholische Pfarrkirche im 6. Wiener Gemeindebezirk war ursprünglich eine aus Holz erbaute Friedhofskirche. Seit dem Jahr 1660 beherbergt die Kirche eine Kopie des Gnadenbildes Mariahilf. (Das Original stammt von Lukas Cranach d.Ä. und befindet sich im Innsbrucker Dom.) Da dieses Bild viele Wallfahrer anzog, errichteten die Barnabiten in den Jahren 1668/1669 statt des Holzbaus eine steinerne Kapelle, diese wurde jedoch bei der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 zerstört. Das Gnadenbild konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Von 1686 bis 1689 wurde die Kirche neu errichtet; ab 1711 erfolgte der Umbau in ihre heutige Gestalt. Auf dem Kirchenplatz befindet sich ein Denkmal für den Komponisten Joseph Haydn. In der Krypta befindet sich seit den späten 80er Jahren die "Gruft", ein Tageszentrum für Obdachlose. 

Das Abendhimmelbild hat mir Lust auf digitale Bearbeitung gemacht - hier unten seht ihr einige Ergebnisse meiner Spielereien:



Meine Mutter:
Ich habe in meinem vorigen Post erwähnt, dass ich mich im April bei einigen österreichischen Politikern schriftlich dafür eingesetzt hatte, die Kontaktsperren in Pflegeheimen zu lockern. Dieses Schreiben, das nicht nur an den Kanzler, sondern auch an den Vizekanzler, den Gesundheitsminister und den Wiener Stadtrat für Soziales ging, will ich hier in etwas gekürzter Form wiedergeben. Die erste Collage, die ihr in dieser Brief-Wiedergabe seht, hatte ich auch im Original eingefügt. Die beiden anderen hier eingefügten Collagen stammen von meinem Mutter-Besuch am 9. Juni: 


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kurz,
sehr geehrte Damen und Herren!


darf ich vorstellen: Auf den Fotos der folgenden Collage sehen Sie meine Mutter Hildegard XXX, geboren 1926, im Kreis ihrer Familie. Sie ist seit dem Jahr 2013 ein Pflegefall, dauerhaft bettlägerig, geistig etwas reduziert, aber durchaus ansprechbar. Sie kann nur noch ihre Hände (eingeschränkt) bewegen und es fällt ihr schwer, zu sprechen.

Das große Portrait habe ich im Dez. 2014 bei einem weihnachtlichen Wienerliedernachmittag im Heim aufgenommen. Das 
Gruppenfoto entstand im Juni 2016 zur Feier des 90ers meiner Mutter. Das aktuellste Bild sehen Sie links, meine Mutter im 
weißen Bettzeug liegend – es stammt vom  Jänner 2020.
Sie ist in diesen Jahren dem Tod mehrmals "von der Schaufel gesprungen“, wie es so schön heißt, und wir haben versucht, die Zeit, die uns mit ihr noch bleibt, möglichst zu nützen. Mein Bruder, ein pensionierter Gymnasiallehrer, der ganz in der Nähe des Heims lebt, besuchte sie bisher an vier bis fünf Tagen pro Woche, ich selbst lebe in Niederösterreich und war zumeist zweimal pro Woche zu Besuch. Insgesamt wurde sie also fünf bis sieben Mal pro Woche von meinem Bruder, von mir und von anderen Familienmitgliedern besucht. Eine Ärztin im Heim erklärte meinem Bruder einmal, dass der starke Lebenswille unserer Mutter vor allem daher rührt, dass wir uns so um sie kümmern. Wir haben in den letzten Jahren vor allem ihre Hand gehalten, ihr das Essen verabreicht und ihr etwas erzählt, weil sie selbst kaum noch gesprochen hat – und wir haben versucht, ihr so lange es noch geht das Gefühl zu geben, dass sie von ihrer Familie liebgehabt wird.


Am 9. März 2020 haben mein Mann und ich meine Mutter das letzte Mal im Pflegeheim besucht. Den nächsten Besuch hatten wir für 15. März vorgesehen, doch zu diesem Zeitpunkt waren die Heime bereits von der Öffentlichkeit abgeriegelt.  Zu Beginn wussten wir überhaupt nicht, was wir tun sollen, denn unsere Mutter ist nicht mehr in der Lage, selbst zu telefonieren, kann kein Handy mehr halten, keine Nummer mehr wählen… Wir riefen daher nur beim Pflegepersonal an, um zu fragen, wie es ihr geht, und um ihr liebe Grüße bestellen zu lassen, aber Sie können sich bestimmt vorstellen, dass das kaum ein Ersatz sein kann. 

Fotos v. 9. Juni - hier seht ihr auch eine meiner neuen Masken, die Claudia für mich gemacht hat. Demnächst mehr davon!


Vor drei Wochen haben wir damit begonnen, die Schwestern zu bitten, ihr das Telefon ans Ohr zu halten, damit wir wenigstens ein bisschen mit ihr sprechen können. Sie hat sogar ein paar Worte geantwortet. Um den Schwestern und Pflegern nicht zur Last zu fallen, wechseln sich mein Bruder und ich ab und rufen nur einmal pro Woche an. Heute bekam ich diese WhatsApp meines Bruders:




Warum ich Ihnen all das schreibe? Weil ich aufzeigen möchte, dass der Schutz alter Menschen nicht ausschließlich darin besteht, sie vor einer Viruserkrankung zu bewahren. Ich denke, für die meisten alten Menschen ist das Gefühl, einsam und verlassen sterben zu müssen, weitaus schlimmer. Und es ist auch für uns schlimm zu wissen, dass unsere Mutter traurig ist. Natürlich klingt es nett, wenn die Großmutter im Werbefilm erklärt, dass sie ja mit ihren Enkelkindern telefonieren kann und dass man sich nach der Krise gesund und munter wiedersehen wird. Aber bei einer Krise, die womöglich mehrere Jahre dauert und einer sehr alten und schwer behinderten Mutter ist ein „Danach“ nicht als gegeben anzunehmen.


Demnächst ist Muttertag, und im Juni „feiert“ unsere Mutter ihren 94. Geburtstag. Soll sie an diesen Tagen wirklich einsam bleiben? Wir würden uns sehr wünschen, dass Sie eine Möglichkeit finden, unserer Mutter in der Zeit, die ihr noch bleibt, Familienbesuche zu ermöglichen. Wir wären natürlich zur Einhaltung sämtlicher erforderlicher Schutzmaßnahmen bereit. 


In den Niederlanden gibt es z.B. diese schöne Idee: „Festival-Container werden einfach umfunktioniert!“ Eine Firma aus den Niederlanden stattet ihre Container, die eigentlich für Festivals gedacht sind, mit Plexiglas und Walkie-Talkies aus und stellt diese vor Altenheimen auf. Darin können sich Altenheimbewohner und ein Familienmitglied gefahrlos zum Kaffeekränzchen treffen.  

Mit freundlichen Grüßen,...

Mutterbesuchs-Outfit vom 9. Juni

Tja, der Rest ist Geschichte. Wie ihr wisst, wurde das Besuchsverbot aufgehoben und ich kann "Hildekind" (wie ich sie seit meinen Teenagerjahren meistens nenne 😉) nun nach telefonischer Voranmeldung und unter Einhaltung zahlreicher Schutzmaßnahmen besuchen. Weiterhin wechsele mich mich im Wochenrhythmus mit meinem Bruder ab.

Ich bilde mir nicht ein, dass mein Brief allein für die Lockerungen verantwortlich war - bestimmt haben viele andere sich ebenfalls gewünscht, ihre Angehörigen wieder besuchen zu dürfen, und manche werden sich wohl ebenfalls an Politiker gewandt haben. Ich bin überzeugt, es ist wichtig, für solche Wünsche und Anliegen wirklich aufzustehen. Mein Weg war es in diesem Fall nicht, mich an einer Demo zu beteiligen, bei der ich nicht beeinflussen kann, mit welcher "Klientel" ich mich zusammentue. Ich wollte stattdessen eine persönliche Geschichte erzählen, und vielleicht hat sie ja im einen oder anderen Kopf oder Herz etwas bewirkt...

Noch ein paar digitale Spielereien mit den Fotos der Barnabitenkirche...

Die Umstände sind immer noch nicht "perfekt", aber ich will hier auf jeden Fall feststellen, dass die Schwestern und Pfleger sich in all der Zeit große Mühe gegeben haben - sowohl, als ich nur angerufen habe, um mich nach dem Zustand meiner Mutter zu erkundigen als auch, als ich darum bat, ihr das Handy ans Ohr zu halten. Und auch jetzt sind sie sehr freundlich, bieten mir Kaffee an usw. Dass sie die Vorschriften unterschiedlich auslegen, ist wohl in der Natur der jeweiligen Menschen begründet - die einen sind da legerer oder eher bereit, selber nachzudenken, was Sinn macht und was nicht, die anderen halten sich streng an die Regeln (auch wenn die nicht wirklich praxisnahe sind), weil sie keine Scherereien wollen... Ja mei, so ist das eben.


Ich glaube und hoffe, dass wir uns auch hier auf dem richtigen Weg befinden. Als ich am 9. Juni um 15 Uhr zu Besuch kam, war "Hildekind" zunächst in eher grantiger Verfassung, weil man sie mal wieder aus dem Schlaf gerissen hatte. "Ich weiß nicht, was das soll", sagte sie dazu mit ihrer schwachen Stimme. Ich erklärte ihr, weshalb ich sie derzeit nicht in ihrem Zimmer besuchen darf, präsentierte ihr meine neue hübsche Katzenmaske und teilte meinen Capuccino samt Milchschaum mit ihr; dadurch taute sie allmählich auf und hielt diesmal sogar eine ganz halbe Stunde durch, in der ich ihr einiges erzählte und sie ihren Kaffee langsam schlürfte. Dann meinte sie "Ich vermiss' mein Bett", und so fuhr ich sie zu einer Schwester, die sie wieder in ihr Zimmer zurückbrachte... Astrid hat mit ihrer Analyse wohl ziemlich recht: 

"Es ist, als ob mit der Vergreisung auch ein Blick ins Innere einhergeht, ein immer kleiner werdendes Interesse am Mitmenschen, und wir mit allem Möglichen - gut gemeint, sicher - diesen Rückzug in sich selbst verhindern wollen.
Es kam mir immer vor wie bei den Tulpenzwiebeln, wenn die schöne Blume verblüht ist und ihre Kräfte einzieht."

 

Die Geschichte des Schwiegervaters:
Ich schrieb in meinem vorigen Post außerdem: "Ich denke, ich muss euch demächst auch noch die Geschichte des Schwiegervaters meiner Freundin Brigitte erzählen. Er ist dieser Tage gestorben - nicht an Covid-19, sondern als indirektes Opfer der "Schutzmaßnahmen"..." Daraufhin erhielt ich folgenden Kommentar von Cornelia: "Alles Gute für Dich und Deine Mutter und bitte erzähl noch die Geschichte von dem Schwiegervater der Freundin. Vielen Menschen sind diese Probleme gar nicht bewusst."

Ich werde also versuchen, das alles so auf die Reihe zu bekommen, wie es mir meine Freundin Brigitte erzählt hat bzw. teilweise ihre WhatsApps zu Hilfe nehmen: Der verwitwete Schwiegervater Brigittes lebte in einem Wiener Pensionstenheim. Er hatte mehrere gesundheitliche Probleme und saß im Rollstuhl, war jedoch zu Beginn der Coronakrise keineswegs sterbenskrank. Seine Familie besuchte ihn häufig, man ging mit ihm spazieren und kümmerte sich gut um ihn. Er hatte ein offenes Bein, weshalb ihn sein Sohn Peter wöchentlich zum Behandeln und neu Verbinden des Beins in eine Spitals-Ambulanz brachte.

Dann kam das Virus mit all seinen Einschränkungen. Besuchsverbot, die Ambulanzen geschlossen, Praxis des Hausarztes geschlossen, im Heim wurde das Bein zwar versorgt, aber offenbar nicht so professionell wie zuvor in der Ambulanz. Sein Allgemeinzustand verschlechterte sich rasch, der alte Mann musste ins Krankenhaus (AKH).

Brigitte schrieb mir am 21.4., dass sich ihr Schwiegervater jetzt im AKH befindet, aber dort zunächst einen Coronatest machen und dann einen Tag und eine Nacht in der Ambulanz verbringen musste. Denn erst, wenn der Coronatest in Ordnung ist, bekommt man ein Zimmer im Krankenhaus! "Ein Wahnsinn! Und wir dürfen nicht rein ins AKH. Nierenwerte sehr schlecht und am Bein Rotlauf. Aber wenigstens bekommt er jetzt Infusionen. Peter hängt ständig am Telefon mit der Station. Wann hört das alles wieder auf?" --- Am 29.4. schrieb sie: "Peter durfte vorige Woche Donnerstag ausnahmsweise ins AKH eine halbe Stunde zu seinem Papa." Dann wurde der alte Mann auf die Kardiologie verlegt. "Herzklappen OP wird unumgänglich sein. Peter ruft jeden Tag an und probiert ob er wieder eine Besuchsgenehmigung bekommt. Auf der Kardiologie scheint es noch strenger zu sein, aber kommt anscheinend drauf an, an welchen Arzt man gerät. "



Bei unserem Treffen am 9.5. erzählten Brigitte und Peter, dass "Opa" nach all diesen Erlebnissen und drei Wochen Einsamkeit und dem Gefühl des Ausgeliefertseins im Krankenhaus keinen weiteren Spitalsaufenthalt und keine Herzklappen-OP mehr wollte, sondern nur noch "nach Hause". Peter konnte erreichen, dass sein Vater vorläufig in seinem Appartment im Pensionistenheim von Pflegeschwestern versorgt wurde; kurz darauf wurde ein Pflegeplatz im selben Haus frei. Brigitte schrieb mir am 13.5.: "Opa bekommt morgen ein Bett auf der Pflegestation. Wir werden die Wohnung räumen müssen, es wird dauerhaft sein. Opas Zustand wird sich nicht mehr verbessern. Leider!" Besuche durften seither stattfinden, aber ebenso wie bei meiner Mutter - immer nur eine Person nach Anmeldung und zeitlich begrenzt. Am 23.5. bekam ich von Brigitte folgende Nachricht: "Am Freitag hat Opa Geburtstag. Wir haben im  Gasthaus gegenüber Pensionistenwohnhaus zu Mittag reserviert. Er wünscht sich dort ein Gulasch. 1 Stunde mit Rollstuhl werden wir hoffentlich schaffen. Das hält ihn derzeit noch aufrecht. Mit uns Geburtstag feiern. Mal sehen, es geht ihm ja nicht wirklich gut."

Am 28.5. hatte "Opa" einen Kreislaufzusammenbruch. "Von der Ärztin wurden heute nach Gespräch einige Medikamente abgesetzt. Peter hatte ein Gespräch mit der Palliativschwester. Opa hat heute auch nochmals unterschrieben, dass er nichts mehr machen lässt, nur mehr schmerzstillende Medikamente. Er ißt seit Tagen nichts mehr und mit seinem Geburtstag feiern morgen wird es wohl nicht mehr richtig. Morgen Vormittag dürfen wir zu viert zu ihm, ausnahmsweise. Außer wir werden schon vorher angerufen."

Brigittes Nachricht vom 1.6.: "Seit 2 Tagen bekommt er Morphiumspritzen, die betäuben. Er ist nur mehr ein lebendes Skelett. Die Medikamente wurden abgesetzt. Er bekommt Flüssigkeitszufuhr über Tropf! Wir und Kinder sind abwechselnd Vormittag und Nachmittag bei ihm. Wenn er zwischen den Spritzen wach ist bekommt er alles mit und hat starke Schmerzen. An seinem Geburtstag durften wir ja ausnahmsweise zu viert zum verabschieden zu ihm. Aber der Abschied ist ein langer... Jetzt dürfen wir wieder nur zu zweit zu ihm. Die vorgeschriebene Maske nehmen wir nicht, wenn wir bei ihm am Bett sitzen und ihm die Hand halten und bekommen deswegen immer Verwarnungen. Ist das nicht unglaublich ..." Wir haben danach ein langes Telefongespräch miteinander geführt, über die Maskenpflicht neben einem Sterbenden, über seine Schmerzen und dass es selbst in solchen eindeutigen Fällen nicht gestattet ist, mehr Morphium zu verabreichen, weil dies unter "Sterbehilfe" fällt. Das alles zehrte sehr an der Psyche von Brigitte, Peter und ihren Kindern. Ich hoffte mit ihnen, das ihr "Opa" nicht mehr lange leiden muss.

Brigittes Nachricht vom 2.6. lautete schließlich: "Opa ist heute Früh um 2.30 für immer eingeschlafen und von seinen Leiden erlöst. Die Rose vom Garten, die er zum Geburtstag von uns bekommen hat, hat ihre Blütenblätter verloren ..."


So war also die Entwicklung innerhalb der acht Wochen "Corona-Quarantäne"... Hier könnte ich auch noch eine Weile weiterschreiben, wie schlimm ich es finde, dass man in unserem Land zwar Tieren das Sterben erleichtern darf, aber Menschen nicht. Doch mein Beitrag ist ohnedies schon lange, deshalb lasse ich das alles jetzt mal einfach so stehen.

    Ohne Schatten gibt es kein Licht;
    man muss auch die Nacht kennen lernen.

    Albert Camus

Ich hoffe, ihr habt durch das traurige Abschluss-Thema nicht auf die erfreuliche Einleitung mit dem wunderschönen persischen Abend bei Martin und Parisay vergessen - und auch nicht auf die erfreuliche Tatsache, dass ich meine Mutter wieder besuchen darf... So ist das Leben - Hochs und Tiefs, Licht und Schatten, Freude und Leid... Doch es ist wichtig, sich selbst in traurigen Zeiten damit zu trösten, dass wieder bessere Zeiten kommen werden. Und irgendwo auf der Welt fliegt immer ein blauer Schmetterling...

Bis zum nächsten Mal,
alles Liebe, eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,


Kommentare:

  1. Liebe Traude,
    herzlichen Dank für deinen wunderschönen Post.
    Alles Liebe
    Elisabeth

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  2. ach Traude..
    das ist wirklich eine traurige Geschichte
    was bin ich so froh dass mein Vater noch zu hause ist
    und nicht wie er schon mal sondierte in ein Heim gegangen ist
    aber euer indischer Abend war dafür sehr schön
    und die Naturbider sind eine Augenweide

    liebe Grüße
    Rosi

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    1. Liebe Rosi,
      es war zwar ein persischer Abend, aber er war wirklich sehr schön 😉😘
      Gute Nacht 😘✨🌙, herzlichst, Traude

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    2. ups
      hihi ..war doch noch gar nicht so spät

      LG
      Rosi

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  3. Very nice pics! The food looking delicious! 😋😋😋 Have a great weekend! 💮💮💮

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  4. Ja, das Altwerden ist nichts für Feiglinge! Aber das sagt sich in unserem Alter so leicht daher... ( über die Krise die es hier im Mai gegeben hat, schreibe ich nun doch nächste Woche ). Was da an Zumutungen kommt, einem vielleicht noch ermöglicht wird ( neue Herzklappe! ), wenn man doch nur lebensmüde ist.... Es ist wohl doch sehr wichtig, sich vorher genug Gedanken zu machen und sich zu äußern, was man will.-
    Schön, die Mariahilferkirche aus dieser Perspektive zu sehen! Als wir drin waren, war sie für Filmaufnahmen total ausgeleuchtet. -Bläulinge gibt es ganz viele verschiedene, manche leben nur von einer ganz bestimmten Futterpflanze und sie tauchen saisonal sehr unterschiedlich auf. Und ja, es gibt auch andere Farben. Ich mag sie auch so gerne...
    Alles, alles Gute euch und eurem großen "Kind"! Schau dir mal die Bilder von Henriette von Lieben von ihrer Tochter Marie von Motesiczky an, da wirst du viele Efahrungen teilen!
    Astrid

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  5. Ach Traude es ist wirklich schlimm. Ich hätte tatsächlich fast den schönen Abend zu Anfang vergessen und auch den schönen Abendhimmel und den Blauen Schmetterling hätte ich fast vergessen.
    Liebe Grüße Tina

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  6. Ja, war lang und viel zu verarbeiten was ich jetzt aber nicht wirklich kann weil mir noch alles im Kopf rumgeht. Soviel Text und dazu schwere Themen...

    Von daher ein Dankeschön für deinen Glockenturm. Tolle Bilder.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende und schicke liebe Grüsse rüber

    N☼va

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  7. Liebe Traude,
    ja Licht und Schatten liegen oft beieinander und es bleibt viel zu verarbeiten von diesem Post heute hier.
    Ich bin sehr froh das mein Vater damals eine wirklich tolle Ärztin hatte und fast direkt seine Entscheidung treffen durfte und konnte. Mehr mag ich gerade nicht schreiben, aber ich kann mich noch genau an den Abend erinnern.
    Was ich für uns alle wirklich hoffe ist das wir uns bald wieder so bewegen dürfen wie gewohnt, manches hat wirklich ganz merkwürdige Auswüchse angenommen.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  8. Ein sehr emotionaler Post, sowohl positiv als auch negativ.
    Letzterer Abschnitt hat mich sehr erschüttert !
    Schreiben möchte ich nicht mehr dazu, aber dieser Bericht sitzt tief bei mir.
    Schön natürlich eure Begegnung am persischem Abend .
    Ich bin auch weltoffen und gerade die diversen Gerichte begeistern mich immer sehr.
    Also ich hätte da gerne mit"geschmaust "
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich dir mal meine Bewunderung aussprechen für deine schreiberischen Fähigkeiten und Gestaltung deiner Posts.
    Es ist immer so, als würde man in einer Fachzeitschrift lesen.
    Mode, Rezepte und schöne Fotos wechseln sich ab, einfach toll, wie du das hin bekommst.
    Und auch deine Engagement hinsichtlich weltweiter Missstände beeindruckt mich sehr !
    Auch wenn ich nicht immer Kommentare hinterlasse ;-)
    So, das musste mal lobend gesagt sein.
    ♥lichen Dank wieder für den Beitrag. der auch gut
    zum "Natur-Donnerstag " passt.
    Liebe Grüße
    Jutta
    Schön, dich dabei zu haben

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  9. ach Traude,
    du siehst mich mit dir weinen,
    ein ehrlicher - dennoch graulicher Bericht eines langen Lebens das so endete" Es ist einfach zum k...xxxx...
    wirklich wirklich schlimm, ich wünschte ich könnte dich nach dem Leen deines berichts in den Arm nehmen um dich zu drücken.
    Schlimm etwas so zu lesen, in Corona Zeiten darf man wirklich weder Alt, noch krank oder gar siech und hilflos sein, man wird wie ein Spielball durchs Leben geschleudert und kann sich weder wehren noch etwas ändern.
    eine ZUmutung so mit alten Menschen umzugehen, da wäre die Frage nach der Mitmenschlichkeit wahrscheinlich überflüssig wie ein Kropf am Hals.!
    ich vermute, hier in den Alten- und Seniorenheimen sieht es nicht anders, nicht besser aus und sehe oft den Krankenwagen, die feuerwehr und den Notarzt am Ende meines Gartensgrundstücks an der Straße vor dem Seniorenheim stehen, mit blinkenden Lichtern die anzeigen: und wieder ist ein Mensch gegangen und man weiß nicht mal wie...!
    Wir alle gehen, das ist eine Tatsache mit der wir uns abfinden, aber ausschlaggebend ist doch WIE?!
    wie sind die letzten Stunden..? Sekunden...
    ich bin so heilfroh dass das meine Mutter nicht mehr erlebt hat was jetzt so um uns herum passiert ohne dass wir eingreifen können.
    Dein Brief hat vielleicht etwas an den Lockerungen bewirkt, ich würde es mir wirklich wünschen, doch zweifle dass es nur der eine von dir war, das wäre wie ein kleines Wunder für mich.
    Kaltschnäuzigkeit, Apathie, Gleichgültigkeit regiert nach wie vor die welt und ist eher darauf aus weiterhin in eine Zukunft der weltwirtschaftswunder zu blicken die in meinen Augen noch schlimmer wird als sie es jemals war. tatsächlich - betrüblich und tragisch.Und das ist jetzt kein "schwarz sehen"!
    Licht und Schatten ja das ist gesund, aber wenn die Schatten immer dichter werden, ist nichts daran gut.
    ich danke dir für deinen Mut und deine absolute Ehrlichkeit uns auch an so unerfreulichen schwierigen Gedankengängen teilhaben zu lassen, du bist für mich unter all deinen Modekombinationen und Vorschlagen, deiner Freude am Leben ein sehr positiver und nachdenklicher Mensch der eingreift und aufdeckt ohne wenn und aber.
    Damit möchte ich meinen heutigen KOmmentar abschliessen und zwar habe ich all die angenehmen Dinge auch die Schönen dir dir im Juni begegneten selbstverständlich auch gerne gelesen, aber die letzte Passage deiner Berichte überwiegt.
    Sie sind für mich einfach zu ernsthaft um auf oberflächlicheres auszuweichen.
    ich hoffe deine >Mama ist weiterhin ansprechbar in dieser schwierigen Zeit...
    ganz liebe Grüße
    angelface

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  10. Das ist einfach alles so schlimm.
    Das Menschliche ist überall so ziemlich auf der Strecke geblieben!!!!
    LG Urte

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  11. Die Geschichte werden vom Leben geschrieben.
    Freude und Leid liegen dicht beisammen.Schön, das Du Deine Mutter wieder besuchen kannst. Bei uns ist es in vielen Familien das gleiche Dilemma.
    Nutzen wir die Zeit , die wir leben, es wird immer zu kurz sein.
    Ich wünsche Dir alles Gute und gesundheit, Klärchen

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  12. Liebe Traude,
    Du hast Recht, Licht und Schatten liegen stets eng beieinander.
    Besonders schlimm finde ich, dass es wo wichtig ist, an welchen Pfleger/Arzt etc. man gerät und von einigen eben auch unmenschliche Regeln als notwendig erachtet werden. Das nenne ich dann nicht mehr "die Würde des Menschen achten"!
    Gut ist, dass jetzt ja allmählich vieles wieder gelockert wird.
    Danke auch für den wunderschönen "Persischen Abend" und die herrlichen Kirchturmbilder.
    Angenehmen Freitag und liebe Grüße
    herzlichst moni

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  13. Das ist wirklich traurig liebe Traude. Leider sterben nicht alle Menschen friedlich, indem sie einfach einschlafen.

    Schön dass Ihr den persischen Abend genießen konntet.

    Liebe Grüße Sabine

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  14. Hello Traude,
    What a nice pictures. Wonderfuul to see all these lovely places. Great with all the beautiful flowers and the nature are.
    And the food is looking very well on shot 3 to 6. I think this meal was very cozy.

    I wish you all the best.
    Big kiss, Marco

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  15. Hallo liebste Traude,
    zuerst einmal herzlichen Dank für diesen schönen, wenn auch am Ende traurigen, Post!
    ICh kann so gut mitfühlen und ich finde es gut, daß Du dem Kanzler Kurz diesen Brief geschrieben hast!
    Ich habe oft in den letzten drei Monaten gedacht, wie gut, daß Mama noch daheim ist und klar mit allem kommt und gut zu iwssen, daß wir aufmerksame und ürsorgende Nachbarn haben, nicht nur in diesen Zeiten!
    Aber, ich war so froh und erleichtert, als wir endlich wieder zu ihr zu Besuch konnten!
    Deiner Mama sende ich ganz liebe Grüße, unbekannterweise, ich hoffe, ihr dürft Euch noch ein Weilchen haben und die Freude, Euch wieder zu sehen, kommt schnell wieder ganz zurück!
    Der persiche Abend war sicher wundervoll, lecker und die Bilder machten mir Freude!
    Ich wünsche Dir, Euch, noch einen zauberhaften Tag und einen guten Start in ein gemütliches Wochenende!
    ♥️ Allerliebste Grüße , Claudia ♥️
    P.S. Die Miezenmaske steht Dir gut *zwinker*

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  16. Wer weiß, ob die Politiker wirklich Deinen Brief verstanden haben, oder ob nicht viel mehr Dein Gebet erhört worden ist. Wie Du weißt, versetzt der Glaube Berge und es geschehen Zeichen und Wunder. Das funktioniert habe nur, wenn man sich etwas aus ganzem Herzen wünscht. Vielleicht ist es auch ein kleines bisschen so, wie mit Jack Sparrows Kompass, der einem dem Weg genau dorthin weist, wo das ist, was man sich am sehnlichsten wünscht.

    Es freut mich zu hören, dass es mit den Augen Deines Bruders auch wieder aufwärts geht. Lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
    Sunny

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  17. Liebste Traude,
    Nachdenkliche Zeilen, deine Mutter und der Freundin Schwiegervater betreffend. Das hohe Alter ist wohl doch nicht das Schönste, was man erreichen wollte.Ich hoffe, Du kannst Deine Mutter nun wieder in einem halbwegs akzeptablen Rahmen besuchen.
    Um auf etwas anderes umzuschwenken. Dein erste gepostete Foto von Dir passt genau für den Namen, den Du Dir gegeben hast - einfach rostrosig.
    Wie schön wäre der Iran ohne die unsägliche Herrschaft der islamischen Mullahs. Überhaupt, wo immer im Namen von irgendwelcher Religion ein Regime herrscht, ist es mit Menschenrechten und Freiheit nicht weit her - wo doch alle nur göttlichen Weisungen folgen- was sind das für Götter.
    Ich kenne auch ein paar persisch-stämmige Leute. Alles wunderbare Menschen und auch das Land wäre wohl sehr schön.
    Deine Collagen sind wie immer wunderschön -überhaupt gibtst Du Dir so viel Mühe mit Deinen Posts.
    Alles Liebe und weiterhin gsund bleibn.
    Gerda
    https://gerdajoanna.blogspot.com/2020/06/hohenrunden-und-das-gestreifte-jumpsuit.html

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  18. Die Bläulinge sind wunderhübsch und ihre Farben leuchten kräftig.
    Nach den letzten beiden trockenen Sommern sind die Bläulinge auf der Düne selten geworden, ich hoffe das ähndert sich bald wieder?
    Die bearbeiteten Himmelsfotos gefallen mir sehr gut und ich staune wie man diese so vielfältig gestalten kann. Vielen Dank für die Verlingkung in der Galeria Himmelsblick.
    In deinem Brief an die Politiker hast du die ganze Situation sehr gut geschildert.
    Zum Glück kannst du deine Mutter jetzt wieder besuchen, ich glaube nämlich, das ist nicht überall so? Die alten Menschen vereinsamen und das schlimme ist, man kann nicht wirklich kontrollieren wie es ihnen geht hinter den verschlossenen Türen.
    LG Heidi

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  19. unas fotos preciosas, me encanta como has captado la mariposa, es genial.

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  20. Na, bei euch ist ja wieder allerhand los :) Schön, dass es bei euch nie langweilig wird.
    Am meisten freu ich mich aber über die schönen Schmetterlingsfotos - ich liebe Schmetterlinge.
    EIn schönes Wochenende.
    GLG Sigrid

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  21. Es ist wirklich schade, so viele traurige Nachrichten mit ein paar anderen freudigen Nachrichten in einem Artikel zu kombinieren - am Ende habe ich die Guten vergessen!
    Aber das war Teil deiner Realität und das tut mir sehr leid. Zu akzeptieren, dass der Tod Teil unserer Realität im Leben ist, ist manchmal eine Herausforderung.
    Ja, das Coronavirus verlangt derzeit allen einiges ab, ich bin froh, dass du deine Mutter wiedersehen kannst, genieße es!
    Liebe Grüße und schönes Wochenende,
    Claudia

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  22. Wow, liebe Traude,
    ein sehr bewegender Post, da musste ich schon mit mir kämpfen...
    Ich bin froh, dass Du schilderst, wie schlimm dieser Stillstand besonders für alte Menschen sein kann, dass diese Medaille eben auch zwei Seiten hat. Das tut sonst kaum jemand. Danke.
    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und Deiner Mutter alles Gute.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  23. Man hört zwar viel über die Situationen in Pflege- und Altenheimen, aber das Lesen so persönlicher Berichte ist doch noch einmal etwas anderes. Aus diesem Grunde halte ich deinen Brief an Kurz und Co. für absolut richtig. Ich freue mich mit euch, dass ihr nun wieder die Mutter besuchen dürft und wünsche euch noch ganz viele dieser, wenn auch kurzen, einzigartigen Begegnungen. Eine Mutter ist und bleibt eben immer etwas ganz Besonderes und auch die Beziehung zur ihr.

    Liebe Grüße zum Wochenende
    Arti

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  24. Liebe Traude,
    traurig für alle Altenheimbewohner so allein gelassen zu werden...ich bin froh und dankbar, dass mein Vater mit seinen 90 Jahren noch selbstbestimmt in seiner Wohnung leben kann und vieles noch selber regelt. Der persische Abend klingt wundervoll und war sicher ein kulinarisches Highlight.
    Lieben Gruß, Marita

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  25. Hallo Traude,
    das letzte Kleid (braun) sieht wundervoll aus und steht dir am besten ;) Corona hat uns bis jetzt viel abverlangt. Nach monatelangen ausharren können wir nun endlich im August auch meine Eltern wieder besuchen und freuen uns auch darauf ;) Die alten Menschen hatten es in dieser Zeit am schwersten, zumal sie auch am anfälligsten waren ... nach und nach wird alles wieder gut, aber man soll auch nicht alles zu schnell machen ! LG Katrin

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  26. Liebe Traude,
    wahrhaftig Licht und Schatten ...
    So schöne Fotos zeigst Du wieder und dieses Kräuter-Gericht vom Persischen Abend werde ich mal ergoogeln, wobei man das eigentlich nicht mehr sagen sollte und ich jetzt auch lieber eine alternative Suchmaschine benutze. Hört sich jedenfalls sehr lecker an und ich bin fremdländischen Gerichten auch immer aufgeschlossen, sofern sie vegetarisch sind.

    Dein Outfit sieht auch toll aus und ist so passend, darin hast Du einfach großes Geschick! Auch Dein Haar gefällt mir sehr gut, wie kreativ Du damit umgehst. Ich wünschte mir, mein Haar würde so lang werden. Wenn, dann habe ich irgendwann eher Spaghetti oder "Kraut und Rüben", daher schaffe ich es nur noch bis ca. 3 cm unter die Ohren. ;-)
    Ist das eigentlich Deine natürliche Haarfarbe oder tönst Du selbst? Ich töne mittlerweile ja, auch wenn ich noch so ziemlich meine Naturhaarfarbe, die ganz dunkelbraun war, habe. Mit der Eigentönung ist es aber so eine Sache. Entweder es wird komplett dunkel und wirkt dann wie ein "Pott" auf dem Kopf oder es wird Rot, was ich für mich nicht möchte. Wobei so gut wie jede Farbe durch Oxidation früher oder später ins Rötliche geht, selbst die vom Friseur. So dass ich mindestens alle 2 Monate zum Nachtönen muß, was sehr kostspielig ist. Mit Naturhaarfarben habe ich auch keine gute Erfahrung gemacht, da das Indigo, das darin enthalten ist, welches für die dunkle Färbung sorgt, das Haar auch sehr strapaziert, schlimmer noch als die Friseur-Haarfarben.
    Da ist guter Rat teuer, zumal ich auch eher Kammsträhnchen in Dunkel machen lasse, damit das Ganze natürlich wirkt. Ich wollte schon meinen Mann einspannen fürs Tönen, aber mit Kammsträhnen ist er garantiert überfordert. Dazu muß man ja wissen, wie man das Haar abteilt usw. ;-)
    Eine Haus-Frisese müßte man haben, die trotz Corona ins Haus kommt. ;-);-) Die meisten haben zu viel Schiss, aber nicht vorm Virus sondern vor der Regierung!

    Auch Deine Collagen gefallen mir sehr! Da hätte ich in dem Fall wohl auch Lust gehabt, die Bilder zu überarbeiten, das bietet sich bei dem tollen Motiv ja geradezu an.

    Zu dem unschönen Thema - ach Gott, wie weit hat die Menschheit es nur gebracht!!!???!!! Menschen vor etwas "beschützen" wollen und sie damit dem Menschen entfremden, so dass sie schon daran eingehen wie die sprichwörtliche Primel! Wann hat es jemals so etwas gegeben. Was für ein absurder Vorwand! Da steckt System dahinter! Und das ganz ohne Verschwörungstheorien! Ich weiß zu viel über gewisse Dinge, daher kann ich mir erlauben, dies zu behaupten! Womit ich den einzelnen "einfachen" Leuten nicht unterstellen will, dass sie nicht nach bestem Wissen und Gewissen handeln ... sie wissen es schließlich nicht anders ...

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  27. (2) Das Schicksal des Schwiegervaters Deiner Freundin ist auch so traurig!
    Ich glaube, ich hätte meine Mutti aus einem Heim befreien müssen, hätte sie noch gelebt und wäre im Heim gewesen. Es wäre alles nicht einfach gewesen, denn wir alle wissen, was es heißt, einen Menschen pflegen zu müssen, wenn wir alte Eltern haben. Aber meine Mutti war bis zuletzt noch so mobil, dass sie laufen konnte, wenn auch erschwert und sie brauchte natürlich auch Hilfe beim Anziehen, Waschen. Duschen konnte sie alleine auch nicht mehr. Das Essen mußte ihr gemacht werden, sie mußte allerdings nicht gefüttert werden, obwohl sie fast blind war. Insofern kamen wir mit einem Pflegedienst so einigermaßen aus. Die Hauptlast hatte natürlich meine Schwester, da sie mit ihr in einer Wohnung lebte. Aber all das hätten wir auf uns genommen. Wobei mir durchaus bewußt ist, dass ein Pflegefall wie Deine Mutter, also ein Mensch, der nur noch liegen kann, gefüttert werden muß und besonderer Maßnahmen bedarf, nicht so ohne Weiteres mehr in jedem Haushalt bleiben kann. Das weiß ich von meiner Tante, die sich beim Umbetten durch die Osteoporose mehrere Knochen brach und im KH zusammengeflickt werden mußte. So etwas geht dann nur noch im Spezialbett usw.
    Hoffen wir nur, dass uns dieses Schicksal erspart bleibt. Kaum jemand kann ermessen, was es heißt, wenn man jahrelang im Liegen auf den Tod warten muß! Das ist so grausam! Und all das Warten überhaupt, denn Kinder haben naturgemäß nur noch sporadisch Zeit ...

    Ach, Deine arme Mutter! Wie gut, dass sie die Zeit irgendwie überstanden hat! Sie schaut lieb aus und etwas von Dir schaut auch aus ihrem Gesicht ... Besonders auf dem obigen Bild der Collage. - Mein Gott, was tut man diesen armen alten Menschen an! Würde das dann immer noch so sein oder gar schlimmer, wenn ich mal so alt bin, dann weiß ich nicht, was ich täte ... ich überlege schon, auszuwandern, nur wohin???

    Deinen lieben Kommentar habe ich bei mir inzwischen auch beantwortet unter Einfügung einiger Links, die Dich vielleicht auch interessieren. Ich habe sie anklickbar eingefügt.

    Viele liebe Grüße
    und hab noch einen schönen Sonntag!
    Sara

    - bei uns gab es gestern einen ordentlichen Wolkenbruch und heute geht es mit dem trüben Wetter weiter. Es soll auch weiter gewittern, morgen allerdings wieder schön sein.

    https://mein-waldgarten.blogspot.com/2020/06/traumhaftes-bluhen-und-sichere-handys.html

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    1. Vielen Dank für deine ausführlichen Kommentare, liebe Sara!
      Ich will hier versuchen, ein bisschen darauf einzugehen bzw. deine Fragen zu beantworten:
      @ „Ist das eigentlich Deine natürliche Haarfarbe oder tönst Du selbst?“ - Ich habe etwa drei, vier Jahre lang bis zum vorigen Jahr mit einer Naturtönung, die ungefähr meiner tatsächlichen Haarfarbe entspricht, die ersten grauen Strähnen abgedeckt. Mittlerweile blinzelt das Grau längst wieder durch, und ich bin unschlüssig, ob ich noch weiter tönen oder der Natur ihren Lauf lassen soll. Einerseits finde ich es ganz hübsch, wenn das Dunkelrot nur von ein paar grauen Strähnen „durchzogen ist“, andererseits glaube ich schon, dass mich so richtig graue Haare älter machen, als ich mich fühle.
      @ „Entweder es wird komplett dunkel und wirkt dann wie ein "Pott" auf dem Kopf oder es wird Rot, was ich für mich nicht möchte.“ – Das mit der Pott-Wirkung kenne ich auch, aber nach meiner Erfahrung wäscht oder wächst sich das nach ein paar Tagen wieder aus und dann sieht es eine Weile natürlich aus. Mit anderen Tönen als Rot habe ich allerdings keine Erfahrung, da ich immer schon rothaarig war und nie anders getönt habe.
      @ „Ich glaube, ich hätte meine Mutti aus einem Heim befreien müssen, hätte sie noch gelebt und wäre im Heim gewesen.“ – Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt. Aber meine Mutter wäre hier definitiv schlechter versorgt als im Pflegeheim. Du schriebst ja auch, „dass ein Pflegefall wie Deine Mutter, also ein Mensch, der nur noch liegen kann, gefüttert werden muß und besonderer Maßnahmen bedarf, nicht so ohne Weiteres mehr in jedem Haushalt bleiben kann. Das weiß ich von meiner Tante, die sich beim Umbetten durch die Osteoporose mehrere Knochen brach und im KH zusammengeflickt werden mußte. So etwas geht dann nur noch im Spezialbett usw.“ Meine Mutter liegt in so einem Spezialbett – früher wäre es wohl ein Wasserbett gewesen, nun ist es eine luftgefüllte, ganz weiche Matratze. Wenn Pfleger sie aus dem Bett heben, reißt manchmal ihre Papierhaut und selbst bei leichter Berührung kriegt sie blaue Flecken. Wir Menschen sind einfach nicht dafür gemacht, so alt zu werden. Aber meine Mutter hat immer gesund gelebt – manchmal denke ich, ihre Organe sind einfach zu gesund, um zu sterben…
      @ „Hoffen wir nur, dass uns dieses Schicksal erspart bleibt.“ – So etwas hat meine Mutter früher auch oft gesagt. Lieber würde sie sterben als ein Pflegefall zu sein etc. Aber das Gehirn scheint etwas zu machen - ich weiß nicht, ob mit jedem, aber eindeutig mit meiner Mutter. Sie leidet nicht unter ihrer Situation, sie scheint einfach in ihrer eigenen Welt zu leben und nicht zu begreifen, dass sie ein Pflegefall ist… Als sie noch mehr sprach, hat sie mir manchmal von irgendwelchen Abenteuern oder von Besuchern (die in der Realität nicht da waren) erzählt, und sie sagte, ihr sei niemals langweilig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ihr Geist auf ein langes interessantes Leben zurückgreifen kann…
      Und nun werde ich noch deinen Blog besuchen!
      Liebe Grüße, Traude

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    2. Liebe Traude,
      hab allerherzlichsten Dank für Deine große Mühe!
      Es ist viel Mühe und ich weiß das sehr zu schätzen!

      Was die Haare betrifft, geht es mir auch so. Nicht jeder Frau steht Grau oder Weiß wirklich so gut, dass sie damit auch so aussieht, wie sie sich innerlich fühlt. Bei mir träfe das auf jeden Fall zu! Meine Farbe ist eindeutig dunkel (jetzt zwar nicht mehr zu dunkel, da, wenn man älter wird, zu dunkle Haare leicht hart wirken)
      Ich bin auch keine Blondine - hatte das früher mal ausprobiert, es stand mir überhaupt nicht. Von daher würde mir, egal, welches Hell, einfach nicht stehen! Und so bin ich wohl gezwungen, immer tönen zu müssen. ;-) :-)
      Eine Freundin von mir, ebenso dunkel von Natur aus wie ich, tönt mit dunkelblond, das macht ihr Haar dann so dunkel, wie es sein soll. Eigenartig, wie unterschiedlich sich Tönungen doch auswirken! Ob das bei meinem Haar dann auch so aussehen würde oder doch eher ganz anders, wer weiß das vorher schon so genau. Aber ich überlege weiterhin, es selbst zu machen, denna uf Daue rist es nicht nur teuer, es ist auch einfach nur lästig, mit Maske zum Friseur zu gehen!
      Wenn es nur Schneiden ist, das dauert ja nicht so lang, das ginge dann schon noch ...

      Ja, das mit Deiner Mutter verstehe ich. Ich hätte meine Mutter selber auch nicht pflegen können, wenn sie bettlägerig gewesen wäre und gefüttert hätte werden müssen. Dann hätten wir jemand engagieren müssen und ich hätte außerdem nicht gewusst, wo wir diese Person dann unterbringen. In der Wohnung meiner Mutter wäre das nicht möglich gewesen und dann noch im Zusammenhang mit Corona ... das verstehe ich sehr gut! Meine Mutti war ja soweit noch mobil, als dass sie noch laufen konnte und auch selbständig essen. Aber auch so war es schon schwierig genug, da sie fast nichts mehr sehen konnte und daduch sehr unzufrieden war. Denn ihr Geist, der stets sehr wach war, wollte immer Beschäftigung. Angezogen mußte sie zuletzt freilich werden, da konnte sie manches nicht mehr alleine.

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    3. (2)
      Mal gut, wenn wir nicht wisen, was mit uns einst passiert! Ob es das Gehirn macht ... ich bin ja ein sehr gläubiger Mensch und glaube einfach, dass es unser Schicksal ist, das, was letztendlich mit uns passiert und dass wir Gott bitten können, uns ein gnädiges Schicksal zu schenken. Das Gebet hat viel Macht lt. meiner Erfahrung, wenn man es von Herzen meint.

      Oft hält man die Menschen heute ja "künstlich" am langen Leben. Wenn man all die Medikamente und Maßnahmen nicht gegeben hätte, wäre der Mensch sicher längst gestorben. Das wäre bei meiner Mutti wohl so gewesen. Wobeiich andererseits überzeugt bin, wenn sie die vielen Medikamente gar nicht erst genommen hätte, hätte sie zumindest mehr Lebensqualität für ihre letzten Lebensjahre gehabt. So jagt eine Nebenwirkung die nächste, das ist wie ein Teufelskreis. Am Ende streiken die Organe, weil sie mit dem Chemie-Cocktail nicht mehr fertig werden. Ich persönlih würde das nicht wollen. Andererseits weiß man auch nicht, was man DANN will, wenn man erst so alt und in solche iner Lage wäre ...

      Anders als Deine Mutter litt meine Mutter die letzten Jahre sehr unter ihrer Situation. Sie konnte einfach nicht begreifen, dass sie ihr Sehvermögen mehr und mehr verlor, ihre Schnelligkeit, die frühere Schönheit - mit alledem konnte sie nie wirklich fertig werden. Insbesondere mit der Blindheit. Und dass sie keine Urenkel mehr bekommen hat. Sie war aber trotz ihres Schlaganfalles immer sehr wach und hat nie fabuliert. Sie war schon immer Realistin und das bis zuletzt, was für uns sehr schwer war! Denn sie hat all das, was sie jeweils erlebte, minutiös mit uns geteilt. Und wir konnten nur machtlos bei diesem Leiden zusehen ... so etwas wünscht man keinem Menschen! Doch mittlerweile bin ich froh, dass sie dieses Jahr nicht mehr erleben mußte, das Corona-Jahr, daran wäre sie vollends verzweifelt. So bekam sie auch eine Bestattung, wie sie sie sich gewünscht hat und keine Urnen-Beisetzung, die ihr ein Gräuel gewesen wäre. Somit hat es sich so gefügt, auch wenn ich sie gerne bis zu ihrem 100sten Lebensjahr behalten hätte und bis zuletzt glaubte, sie würde noch so alt - trotz ihrer Gebrechen .... aber zuletzt war es wirklich kein schönes Dasein mehr ...

      Für heute alles Liebe, Deinen neuen Post lese ich später. Ich muß jetzt dringend schlafen. ;-)

      Liebe Grüße
      Sara

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  28. Liebste Traude, nein, ich hab die schönen Neuigkeiten und den "persischen Abend" nicht vergessen. Wir haben "persische Eltern", da kamen wir bei Feiern auch in den Genuss leckerer Spezialitäten (und in silbernen Schalen und mit viel Deko serviert, wenn schon, denn schon :-). Die Wohnung der beiden, besonders der Ausblick, ist ja wohl der Knaller!
    Ich glaube auch, dass das Leben halt so ist, und wenn's keine Tiefen gibt, wie soll es da Höhen geben? Bei mir geht's emotional ja auch oft richtig auf und ab, daher kann ich das gut verstehen (und verwinden sowieso). Mich hat die Geschichte des Schwiegervaters sehr berührt - und der Brief an Kanzler Kurz und Konsorten (K,K,K... :-))) auch! Ich finde, den hast Du einfach super geschrieben, er hat genau die richtige Mischung aus Sachlichkeit und Emotion, einfach klasse. Und wer weiß, wie viele derartige Briefe und sonstige Mitteilungen es gegeben hat, schließlich sind gerade die Entscheidungsträger und Politiker auf Rückmeldung der Leute angewiesen! Warum sollten sie also nicht auch reagieren? Wär doch gut möglich. Ich finde auch hier: es ist eben nicht so einfach. Die Demonstranten, die Corona für ihre Zwecke nutzen, die Rechten und die AfD, jetzt mit allen in einen Topf zu werfen, die gewisse Maßnahmen kritisieren und hinterfragen, da geht mir echt die Hutschnur hoch. Als ob man nur deshalb alle Maßnahmen fraglos befürworten müsste, weil man sich für eine "Seite" entscheiden muss. Glaub mir, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht eine Regel und "Schutzmaßnahme" hinterfrage, einfach, weil sie mir nicht einleuchtet! Ich verstehe, dass niemand die ideale Lösung aus dem Ärmel schütteln kann - aber dann sollte es die Möglichkeit geben, Dinge zu verändern, wie z.B. die Besuchsregelung in den Seniorenheimen.
    Den Bläuling hast Du einfach grandios eingefangen, die Fotos sind einfach toll. Was für ein schöner Schmetterling!
    Dein "Muttertags-Outfit" inklusive süße Katzenmaske ist genial! Gefällt mir außerordentlich an Dir. In München seh ich auch viele "stylische" Masken, die tw. zum Outfit passen, wir waren gestern im Cafe, ich hatte echt ganz vergessen, wie viel Spaß es macht, Menschen zu beobachten (u.a. die "Street-styles" der modischen Münchnerinnen ;-).
    Einen schönen Sonntag und alles Liebe, bis bald <3 Maren

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  29. Liebste Traude,
    Du führst uns heute auf eine emotionale Achterbahn. Auch ich habe den gemütlichen persischen Abend mit dem leckeren Gormeh Sabzi und Dein schickes Outfit nicht vergessen und mich an den vielen wunderschönen Fotos erfreut. Traumhaft ist übrigens das Outfit vom Mutterbesuch am 9. Juni. Das Maxikleid mit dem geometrischen Muster ist ein Hammer!

    Den Brief an Kurz und Konsorten hast Du toll geschrieben! Wer weiß, vielleicht war er ja einer der Tropfen, der den Stein gehöhlt hat. Sehr traurig ist die Geschichte des Schwiegervaters Deiner Freundin Brigitte. Es macht schon sehr betroffen, dass so etwas passieren konnte.

    Verregnete, dafür umso herzlichere Sonntagsgrüße,
    Nadine

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  30. Ja, es ist schlimm, wenn man die alten Menschen nicht besuchen kann. In meiner Brust schlagen allerdings zwei Herzen. Wie wäre es gelaufen, wenn es keine Besuchsverbote für die Pflegeheime gegeben hätte? Ich habe meine Schwiegermutter auch lange begleitet. Das war kein Zuckerschlecken. Sie konnte einfach nicht loslassen. Als Angehöriger steht man hilflos daneben und kann nichts tun. Ich sage immer, so schnell stirbt es sich nicht immer. Der Weg dahin ist oft nicht gerade schön und kann sehr belastend für alle Beteiligten sein. Bei mir war es "Erleichterung", als sie endlich gehen konnte.
    Viele Grüße von
    Margit

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  31. Liebe Traude, ich finde es sehr mutig von dir, dass du diesen Brief verfasst hast. Mir haben die alten Menschen in den Heimen auch sehr Leid getan. Viele von ihnen sind nun herzkrank vor lauter Kummer und Schmerz.Gott sei Dank wurde das Besuchsverbot wieder aufgehoben.
    Liebe Grüße
    Chtistine

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    1. Liebe Christine,
      danke für diene lieben Zeilen. Ich wüsste allerdings nicht, was daran "mutig" sein soll. Mein Schreiben hat einfach die Situation unserer Familie auf freundliche un sachliche Weise widergespiegelt. Wir leben zum Glück in einer Demokratie und dürfen unsere Meinung äußern, also kann mir mit einem solchen Brief auch nichts passieren... Und das sollte - vor allem bei Mißständen, aber durchaus auch, wenn Regierende eine Sache richtig gut machen - jeder Bürger für sich in Anspruch nehmen. Auch Politiker benötigen schließlich Feedback...
      Alles Liebe, Traude

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  32. Wieder ein sehr berührender und schöner Post liebe Traude. Und absolut, dein Brief hat zur Lockerung beigetragen. Denn er war sicher einer von vielen. Denn viele Einer sind auch Viele! Es geht einigen Menschen wie dir/euch und einigen auch, die geben es nur noch nicht zu, um nicht aufzufallen und schön systemkonform mit dem Strom zu schwimmen. Du machst das alles genau richtig. Genießt die Zeit mit der Mama, die euch bleibt, denn am Ende kann euch die Niemand ersetzen, wenn sie nicht mehr ist, auch nicht die Menschen, die manches Mal mit dem Finger auf dich und mich und all die anderen "Querulanten" zeigen.

    Das Treffen mit deinen Lieben und das leckere Essen ist sicher wunderschön gewesen. Und auch hier zeigt sich, Social Dating ist das Richtigere. Es macht glücklich und glückliche Menschen sind gesund, immer! Ist man mit sich im Reinen, kann einem nix etwas anhaben. Also mach es weiter so wie bisher, du bist auf dem Weg, der richtig ist.

    LG Katrin

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  33. Liebe Traude,
    auch in Deutschland spielen sich seit vielen Wochen Tragödien ab für alte Leute in Pflegeheimen und auch für diejenigen, die ins Krankenhaus kommen und nicht begreifen können, warum in ihren letzten lebenden Stunden niemand zu Besuch kommt. Meine Schwiema ist gerade im Krankenhaus, weil sie sich letzten Donnerstag den Arm gebrochen hat. Op mit 89 ist nicht so ohne, zum Glück hat sie es gut überstanden und darf morgen zurück nachhause. Was dann kommt? Wir werden sehen...
    Es gibt unzählige Bläulingssorten, das wusste ich bis zum letzten Jahr auch noch nicht. In einer Wiese in Bayern umflatterte mich ein besonders blauer Bläuling, den habe ich im Video festgehalten. Dann ließ er sich auf einem Pferdehaufen nieder, denn Bläulinge lieben Mist ;-)
    Ich finde, auf diesen Freischwingersesseln sitzt man ausgezeichnet. Ich mag es nur nicht, wenn sie knartzen und quietschen.
    Liebe Grüße
    Karen

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  34. liebe Traude, ich habe deine Zeilen sehr gerne gelesen, und die Beschreibung über die Situation deiner Mutter und dem Schwiegervater deiner Freundin geht mir sehr nahe. Vielleicht auch, weil mir dabei die letzten Jahre meiner Mutter wieder vor Augen kommen. Damals war MRSA das große Thema.
    Ich finde es auch toll, dass du diesen Brief geschrieben hast. Die Einschränkungen wegen Corona sind bestimmt sinnvoll - aber wie du ja auch am Beispiel mit dem Festival-Container geschrieben hast, lässt sich doch auch die ein oder andere Möglichkeit finden.
    Was mich freut ist, dass du neben den traurigen Erfahrungen die schöne Seite des Lebens nicht vergisst. Da passt auch das Zitat von Khalil Gibran sehr gut.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  35. Liebes Röslein,
    ein durch und durch DU Post. Mit schönen Bildern von deinem Garten, wundervollen Begegnungen mit großartigen Menschen und einem köstlichen Mahl und last but not least, deinem unermüdlichen Engagement. Sei es im Interesse deiner Lieben oder der ganzen Welt.
    Lass dich umarmen und drücken
    Elisabeth

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  36. Hi Traude,

    Wonderful collages and so great you could see your mother <3 What a fascinating & exotic evening you had! the view out of the window is fabulous. Happy faces <3 Thank you for visiting, wishing a happy Midsummer week.

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  37. Liebe Traude, was für ein mitnehmender und gefühlsvoller Beitrag – da weiß ich gar nicht, wo ich zuerst beginnen soll. Es ist so schön, dass so einen wunderbaren Abend mit deinem Cousin und seiner Frau verbringen konntet – die Speisen sehen ja so was von lecker und ihr wirkt alle so richtig zufrieden und entspannt. Es ist an den Fotos richtig ersichtlich, dass ihr euch alle wohlgefühlt habt. Dann noch diese vielen unterschiedlichen Varianten von der nächtlichen Kirche – einfach toll gemacht. Ja, und wie du es so richtig genannt hast – Licht und Schatten. Es ist sicher für die älteren Menschen eine besonders schwere Zeit gewesen und für die Pflegebedürftigen wohl noch um eine Spur mehr, da sie als zusätzlich abgeschirmt worden sind. Erst heute habe ich gehört, dass in einem Wiener Pflegewohnheim vermehrte Corona-Fälle aufgetreten und auch einige Menschen verstorben, wobei die Todesursache anscheinend noch nicht ganz geklärt ist. Ich kann das Leid der Familie beim Schwiegervater deiner Freundin richtig nachvollziehen und es fällt mir auch immer wieder schwer zu verstehen, warum bei uns keine Sterbehilfe zugelassen wird. Da muss ich wieder an das Lied aus dem Musical „Elisabeth“ denken mit dem Titel „Ich gehör nur mir“ und ich denke, dann will ich auch das selbst für mich entscheiden dürfen. Vielen Dank, dass du das alle mit uns teilst.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

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  38. Liebe Traude,

    ganz ganz liebe Grüße kommen hier von Mama Helga die für Deinen Einsatz und für das was Du tust und nicht nur darüber redest voller Bewunderung ist. Ganz toll, dass Du diesen Brief geschrieben hast. Alles alles Gute für die Mutti und dass diese Beschränkungen hoffentlich besser werden denn diese Menschen leiden unsäglich darunter.

    Liebe Grüße
    Kerstin und Helga

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  39. Ganz schön viel los bei dir! Sehr schöne Bilder und übrigens, so einen Schmetterling habe ich noch nie gesehen! Liebe Grüße!

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