Freitag, 30. April 2021

Von Blütenwolken und Kellergassen

 Servus, ihr Lieben!


In meinem vor-vorigen Post ging es um sonnengelbe Blüten in der Umgebung des Benediktinerstifts Göttweig; in meinem vorigen Post nahm ich euch mit zu einer himmelblauen Wanderung ins Naturschutzgebiet Thenauriegel. Ich danke euch für all eure wundervollen Kommentare dazu! Heute geht es farbenfroh weiter - nämlich mit Blüten über Blüten - hauptsächlich in lila und weiß. 


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Lila bzw. violett passt auch gleich prima zum aktuellen Farbthema bei Maren - dort geht es nämlich derzeit um die Colour Energy: Violett. Damit ich gut zu diesem Thema passe, warf ich mich in eine "lila Schale", bestehend aus lauter Kleidungsstücken, die es schon lange in meinem Fundus gibt: eine pflaumenviolette schmale Hose, ein lila Langarmshirt unter meinem violett-blau-gemusterten Shirtkleid, und dazu mein selbst gehäkeltes Schultertuch, das ich an diesem sonnigen, aber teilweise noch kühlen Tag als Schal trug. (Die altbekannte senfgelbe Steppjacke und die Wanderschuhe waren auch noch dabei 😊.)

Und wo ging es diesmal hin? In den 1166-Seelen-Ort Pillichsdorf im Weinviertel! Bis vor kurzem ahnte ich nicht einmal, dass es eine Ortschaft dieses Namens in Niederösterreich gibt. Ohne Brigitte wüsste ich bis heute nichts davon. (Als sie mir am Telefon davon erzählte, dachte ich, der Name des Ortes wäre "Billigsdorf" 😁.)

Einige von euch haben es wohl schon bemerkt: Meine Freundin Brigitte hat sich in der Covid-Ära mehr und mehr zu unserer "Ausflugs-Beraterin" entwickelt. Sie entdeckt immer wieder lohnende Ziele in der Umgebung Wiens, und somit lernen wir viel Neues kennen. Mitte April schickte sie mir via WhatsApp Fotos von ihrem Ausflug nach Pillichsdorf - und weil die Gegend für uns reizvoll aussah, beschlossen Edi und ich, der kleinen Marktgemeinde ebenfalls einen Besuch abzustatten.

Diese vier Fotos stammen von meiner Freundin, und in meine Collagen habe ich noch ein paar weitere schöne Bilder 
eingestreut, die mir Gitty per WhatsApp geschickt hat.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Pillichsdorf zählen u.a. die reizvollen alten Kellergassen.

Der Begriff Kellergasse bezeichnet in Weinbauregionen die Gasse, an der sich die Weinkeller und Presshäuser befinden. In Österreich gibt es die meisten davon in Niederösterreich und im Burgenland. (Wenn ihr in Deutschland lebt, kennt ihr vielleicht die Kellergassen in Franken oder Rheinhessen - da habe ich im Internet einige schöne Aufnahmen von Felsenkellern gesehen.) Schon im antiken Rom gab es Kelterhäuser, in denen die Trauben gepresst werden. Im Mittelalter war die Herstellung von Wein jahrhundertelang Klöstern vorbehalten; Bauern kelterten nur für den Eigenbedarf. Doch nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielten die Bauern mehr Rebflächen und benötigten daher mehr Lagerraum. 

Einst besaß jede Familie in Pillichsdorf einen eigenen Weinkeller. Inzwischen sind einige der Keller verfallen oder erneuerungsbedürftig, andere wurden renoviert und werden als Wochenendhäuschen verwendet, manche dienen aber immer noch ihrem ursprünglich zugedachten Zweck. 

An der Prägung in dem eisernen Türgitter (vorige Collage rechts oben) seht ihr, dass die Weinkeller von Pillichsdorf schon einige Jahre auf dem Buckel haben: 1902 steht da - die ebenfalls eingeprägten Buchstaben sind wohl die Initialen des ursprünglichen Besitzers. Der älteste Weinkeller im Ort stammt aus dem Jahr 1855 - und für meinen Geschmack gilt: je älter, desto schöner. Die Obere und Untere Kellergasse von Pillichsdorf gehört mit insgesamt mehr als 240 Weinkellern zu den größten zusammenhängenden Kellergassen in Mitteleuropa.

Achtung, Verwechslungsgefahr, wenn ihr den Kellergassen von Pillichsdorf einen Besuch abstatten wollt: Die Marktgemeinde befindet sich im Bezirk Mistelbach - nicht mit der Ortschaft Pillersdorf im Bezirk Hollabrunn durcheinander bringen, wo es ebenfalls Weinkeller gibt.*)

*) Obwohl es sicherlich nicht schlimm ist, versehentlich in Pillersdorf zu landen: Die dortige Öhlbergkellergasse zählt lt. Wikipedia sogar zu den ursprünglichsten und schönsten Kellergassen im österreichischen Weinviertel. Die dortigen Weinkeller sind teilweise schon über 600 Jahre alt - und sicherlich ebenfalls einen Besuch wert. 

Die Keller von Pillichsdorf fanden wir allemal reizvoll. Übrigens habe ich euch auch früher schon mal in eine Kellergasse mitgenommen: Im Jahr 2015 erzählte ich euch von einem Weihnachtsmarktbesuch in der Kellergasse von Hadres. Diese gilt mit einer Länge von 1600 Metern und 400 Kellern und Presshäusern als längste Kellergasse der Welt.

Die Türen, die in solche alten Weinkeller führen, sind sehr unterschiedlich und oft sehr sehenswert. Einige habe ich 
hier für Novas T in die neue Woche zusammengesammelt.

In "normalen" (also Covid-losen) Zeiten  laden die Winzer in den Kellergassen an den Sommer-Wochenenden oft zur „Offenen Kellertür“ ein, um Wein zu verkosten, und es werden Kellergassenfeste durchgeführt. Derzeit sind eher andere Wege nötig - wie z.B. die Spritzer-to-go-Automaten, die im Ortszentrum von Pillichsdorf aufgestellt sind (Spritzer = Schorle). Oder die Winzer lassen die Kellertür offen und schreiben auf eine Tafel

"Seid artig und fein
trinkt Saft oder Wein
und werft dann das Geld
in die Kassa hinein!
PROST - DANKE"

(siehe nächste Collage unten links). Es finden sich in Pillichsdorf auch mehrere Bänke, wo man sich niederlassen kann, um ein genussvolles Achterl zu trinken.

Die kleine Kohlmeise mag lieber Insekten und Maden als weißen Wein 😉

Auch in dem schon stark überwucherten Keller hier unten links befindet sich ein vertrauensvolles Schild - mit folgender Aufschrift:

"Halte diese HÜTTE rein!!
Dann wird sich der NÄCHSTE freuen!"

Und siehe da - es lag tatsächlich kein Müll in dem Keller! Vielleicht lassen sich die Menschen mit netten Schildern ja tatsächlich dazu "erziehen", nicht einfach all ihren Müll überall liegen zu lassen?

 

Leider scheint nicht überall "Wohlverhalten" zu herrschen. Zumindest Blumendiebstahl dürfte es auch im idyllischen Pillichsdorf geben, wie man diesem Schild entnehmen kann:

"Halt, du Blumendieb!!!
Wir haben die Blumen nicht eingepflanzt,
damit du sie abreißt und mit nach Hause nimmst!!!"

Eins der Schilder, die ich für Artis Schilderwald gesammelt habe

Möglicherweise war im Bezug auf die Blumen der Heilige Urban etwas unachtsam? Der Schutzpatron der Winzer ist jedenfalls auf die Fassaden mehrerer Weinkeller gemalt (siehe nächste und übernächste Collage). Aber wahrscheinlich fühlt er sich nur für Weinreben zuständig und nicht für Tulpen und Hyazinthen?
"Hl. Urban, gib uns den Segen,
zum Schutze der Winzer
und zur Reifung der Reben"

 

Der Mantel des Hl. Urban passt gut zu All good things are blue bei Anne

Wie ich schon von Brigittes Fotos wusste, war im Weinviertel gerade die Zeit der Kirschblüte angebrochen. Ja, stimmt, man kriegt bei meinen Posts der letzten Zeit ein gewissens Déjà-vu-Gefühl, denn immer wieder zeige ich Weingärten und Obstbäume. Aber so ist das eben bei uns - die ländliche Umgebung von Wien und Baden ist geprägt von Wein- und Obstbau - und somit sind es auch die Gebiete, die in unserem ungefähren 100-Kilometer-Umfeld liegen. Aber immerhin waren es beim Marillen-Erlebnisweg in der Wachau keine Kirschbäume, und bei der Wanderung im Naturschutzgebiet Thenauriegel hatte die Kirschblüte noch nicht begonnen. Ein bisserl Abwechslung gibt's also doch 😉

 Und auch der Himmelsblick sah ein Kleinwenig anders aus ... zumindest was die Wolken betrifft...

Wir spazierten ein Stück des "Wanderpuzzles Wolkersdorf" entlang - so heißt der Regions-Rundwanderweg, der insgesamt ca. 70 km lang ist und durch alle neun Regionsgemeinden führt, vorbei an den schönsten Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten. Entlang des Wegs entdeckten wir noch ein paar Schilder, die z.B. über den Bio-Landbau informierten, der dort in der Region betrieben wird. Die Kindermalereien auf den Schildern unten links behandelten wichtige Themen wie "Naturwiesen für Bienen und Schmetterlinge" und "ökologischer Fußabdruck".

Die weiße Blütenpracht der teilweise schon recht betagten Kirschbäume, die den Weg säumten, war überwältigend.

Mein Freund, der (Kirsch-)Baum - für Astrid

 

Doch nicht nur das Kulturobst blühte, auch die Wildsträucher rundum waren in die herrlichsten Blütenwolken gehüllt. Diesen heuer so besonderen Effekt haben wir übrigens dem kalten Aprilwetter zu verdanken. Und ich verdanke auch diese Information mal wieder Brigitte. Denn sie hat gelesen und mir erzählt, dass durch den kalten Frühling die zeitliche Abfolge der Obstblüte durcheinander gebracht wurde, weshalb späte Marillen, Pfirsiche, Weichseln, Kirschen, Birnbaum, Kriecherln (Mirabellen), Apfelbäume sowie deren Wildformen und Schlehen und Weißdorn fast gleichzeitig blühen. Außerdem dauert heuer die Blütezeit bei vielen Obstbäumen länger an als in den vergangenen Jahren. 
 
Darüber bin ich sehr glücklich - denn der Frühling ist für mich die allerliebste Jahreszeit und darf daher gerne ganz, ganz lange dauern 😊! 

Was Bienen und Schmetterlinge betrifft - sie leiden in der Umgebung von Pillichsdorf keine Not. In allen Obstbäumen und Wildfruchtsträuchern summte, brummte und flatterte es, dass es eine Freude war. 

 

Und seht ihr den Hasen in der folgenden Collage über die Felder hoppeln? Leider hatte ich nur die Kamera mit dem "Alltags-Tele" dabei, deshalb bekam ich den Hasen nicht näher heran... Aber immer noch besser als mit dem Handy...

Und hier kommt nun noch mein Violett-Spezial: Denn hier ist nicht nur meine Kleidung in violett-Tönen gehalten - für Maren habe ich mich sogar buchstäblich in die Nesseln gesetzt 😀... allerdings in die Taubnesseln, die gerade wunderschön lila blühen. Taubnesseln sind übrigens ein wichtiges Heilkraut und außerdem eine gesunde und schmackhafte Küchenzutat - mehr darüber könnt ihr HIER lesen.

 

 

 Auch die Gewöhnliche Kuhschelle oder Küchenschelle leuchtet in allererschönstem Violett.


Und damit, ihr Lieben, bin ich für heute wieder am Ende meiner Schilderungen angekommen.  Unser Ausflug war allerdings noch nicht ganz zu Ende. Denn unter anderem besuchten wir an diesem Tag auch noch die Pfarrkirche von Pillichsdorf - eine der ältesten und größten Kirchen der Region - sowie einen Grabhügel, in dem ein Fürst aus der Hallstattzeit bestattet wurde. Aber darüber erzähle ich euch ein andermal mehr.

Nun wünsche ich euch noch einen guten Start in den Mai und wunderschöne Frühlingstage! Macht es euch schön und bleibt gesund. (Mein Mann hat heute übrigens seine erste Covid-Impfung hinter sich gebracht - und ich habe meinen ersten Impftermin Anfang Juni 👍😊!)


Herzlichst,
eure Traude


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Samstag, 24. April 2021

Himmelblaue Wanderung im Naturschutzgebiet Thenauriegel (bei Breitenbrunn am Neusiedlersee)

Dieses Posting wurde unter großen Schwierigkeiten "geboren" - vier Tage lang  hat mich mein Computer durch Verbindungsprobleme etc. vom Weiterschreiben, Bilder einfügen und / oder Posten abgehalten. Nun ist es aber geschafft - und ein neuer PC ist bereits bestellt...

Ich bedanke mich herzlich für all eure tollen Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag über unseren Besuch im Marillen-Kräutergarten vom Stift Göttweig und über unseren Komparsen-Einsatz im Wiener Donaupark. Apropos: Inzwischen kann ich euch schon wieder über ein neues Komparsen-Abenteuer berichten! Das werde ich demnächst tun - heute erzähle ich euch von einem schönen Ausflug, zu dem es ebenfalls aufgrund erschwerter Bedingungen kam:

  

Servus ihr Lieben!

Für Ende März hatten wir eigentlich geplant, mit unseren Freunden Brigitte und Peter auf die Raxalpe zu fahren. Mit der Niederösterreich-Card 2020/2021 hätten wir nämlich noch bis zum 31.3.2021 mit der Rax-Seilbahn gratis auf den Berg fahren können. Und da wir die Karte ohnehin Covid-bedingt in dieser Saison nicht wirklich ausgekostet hatten, wollten wir diese Möglichkeit gerne noch nützen. 

Aber zuerst spielte das Bergwetter "ewig" nicht mit, und dann wurde Neunkirchen aufgrund der Hochinzidenzgebietsverordnung (was für ein Wort!) zu einem Bezirk mit verpflichtenden Corona- Ausreisetests. Soll heißen: Auch Reichenau an der Rax war "Sperrbezirk". Wir hätten zwar auf die Rax fahren dürfen, aber im Fall einer Kontrolle bei der Ausreise aus dem Bezirk (also bei der Heimfahrt) einen gültigen Covid-Test vorweisen müssen. 

🌞🎒🥾🌿⛅🕶️⛰️🕶️⛅🌿🥾🎒🌞

Für unsere Freunde aus Wien war das kein Problem - bei der Covid-Teststrecke in ihrer Wohnnähe ging es recht schnell voran... Bei uns verhielt es sich leider anders, denn bei der Teststrecke in unserem Ort war die Warteschlange extrem lange. Wir wollten nicht wegen eines Ausflugs Schlange stehen und wir trauten uns auch nicht, ohne gültigen Test nach Neunkirchen zu fahren. Als das Wetter am 31. März endlich perfekt für eine Wanderung zu werden versprach, verzichteten Edi und ich lieber auf die Fahrt mit der Rax-Seilbahn, aber wir wünschten Gitty und Peter viel Spaß bei ihrem Ausflug ins Gebirge.

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Ihr kennt uns ja schon: Trübsal geblasen haben wir natürlich trotzdem nicht! Und wir blieben an diesem traumhaften Tag auch nicht daheim: Schon einige Wochen zuvor hatte mir Brigitte einen Link zu einem Artikel geschickt, bei dem es um eine Frühlingswanderung im Leithagebirge ging -  genauer gesagt im  

das sich am Fuß des Leithagebirges und in der Nähe des Neusiedlersees befindet. Das war letztendlich am 31. März das Ziel unserer Wahl. HIER findet ihr einen Link zur Route, die wir (ungefähr) gegangen sind. 
 
Wir starteten in der Nähe der Volksschule, wo wir eine gute Möglichkeit zum Parken gefunden hatten. Die Mauer der Schule ist mit  hübschen Blumen und Schmetterlingen gestaltet, die durch farbenfrohe Mosaike aus Plastik-Flaschenverschlüssen verziert sind: eine tolle und kreative Form von Kunststoff-Recycling!

Unser Weg führte uns zunächst zur Pfarrkirche hl. Kunigunde mit dem schmucken Wehrfriedhof. Diese Kirche wurde unter Verwendung von Mauerwerk einer früheren mittelalterlichen Kirche um 1675 errichtet, durch Kriege und Brände mehrmals zerstört und jeweils neu aufgebaut. Wenn ihr mehr über die Kirche erfahren wollt, klickt bitte auf den obigen Link.

Friedhof mit blühenden Bäumen und Blumenschmuck
Alter Grabstein und das Innere der Kirche

Da unser Besuch in der Osterwoche stattfand, war nicht nur ein entsprechender Bibeltext aufgeschlagen, es gab auch eine sehr interessante Installation im Altarraum

Fünf Stühle standen für fünf Menschen - gekennzeichnet durch Accessoires und Schilder mit folgenden Worten: "fremd", "arm", "krank", "anders" und "besonders".  Darunter fanden sich eine Waschschüssel mit Krug und ein weiteres Schild mit den Fragen: "Wem würde ich die Füße waschen? Wem begegne ich mit Achtung und Liebe?" 
 
Ich finde es gut, wenn Menschen auf solche Weise zum nachdenken angeregt werden.
 
Weiter ging's in Richtung Seestraße und Güterweg „Rosenberg“, vorbei an Feldern, Weingärten und blühenden Obstbäumen
 
Der Himmel war an diesem Tag vor allem eins: HIMMELBLAU 🌞! 
Bei einem Feld jedoch verdunkelte er sich kurzfristig immer wieder, denn ein Schwarm Möwen, der dort Samen pickte, flog im Sekundentakt auf, ließ sich wieder auf dem Feld nieder, flog auf... und so weiter. Es war schön, die Flügel im Sonnenlicht schillern zu sehen; trotzdem hatten wir ein bisschen Angst, dass einer der Vögel etwas fallen lassen könnte. (Wir erinnern uns noch mit Grausen an die garstige Möwe in Irland, die Edis Hose angekackt hat - der Geruch war untragbar - und unvergesslich 😝...)

Himmelsblick mit Möwenschwarm

Weingärten und Obstbäume in der Umgebung von Breitenbrunn

Wunderschön, wie hier der Frühling durchstartete! 💗 Auch wenn ich an diesem Tag nur unspektakuläre Jeans 
und mein rotes Shirt trug, wollte ich mich unbedingt unter einem der blühenden Bäume fotografieren lassen

Unter dem Ast mit der Taube gingen wir auch eher vorsichtig durch. Da gab's bereits ähnliche Erlebnisse wie mit 
der irischen Möwe 😉

Nach einiger Zeit erreichten wir den Eingang zum Naturschutzgebiet "Thenau" Breitenbrunn. Dabei handelt es sich mit etwa 50 Hektar Ausdehnung um eines der größten (und besonders artenreichen) Trockenrasengebiete des Burgenlandes.  Hier wachsen in den Frühlingsmonaten seltene Pflanzen wie die Groß-Küchenschelle, das Frühlingsadonisröschen, die Hochstiel-Kugelblume, Zwergiris oder verschiedene Gräser und Sukkulenten. Ohne Pflegemaßnahmen besteht allerdings die Gefahr von Verbuschung und Zuwachsen mit Gehölzen (z.B. die sich rasch ausbreitende Robinie). Deshalb wird durch Beweidung versucht, dieses landschaftliche Kleinod zu erhalten.

Leider führte das kalte Frühlingswetter in diesem Jahr dazu, dass alles etwas später zu blühen begann als in den vergangenen Jahren - und so fand unser Besuch etwa ein, zwei Wochen zu früh statt. Der gern zitierte "Teppich aus rosaroten, gelben und blauen Blüten" war noch etwas lückenhaft. Aber natürlich entdeckten wir bei unserer Wanderung dennoch viele fotografierenswerte Blüten. (Und wir sahen außerdem eine Eidechse, die allerdings zu schnell für meinen Kamerafinger war.)

Unter anderem blühen auch hier zahlreiche Dirndlstauden (= Kornelkirschen). [In meinem Posting Zur Dirndl-Blüte ins Pielachtal erzählte ich euch mehr über diese wertvolle Pflanze.] Edi warf sich zwischen den gelben Blütenwolken in Pose 😊:

Weiße Kalksteinfelsen erinnern daran, dass sich hier vor Urzeiten das Meer befand.

Ich freute mich sehr, hier diesen entzückenden "Määähs" zu begegnen 🐏🐐🐑

Die gelbe Blume unten links ist eine Frühlings-Adonis (adonis vernalis), die hier im Trockenrasen blüht.

Die Rundwanderung führt über den sogenannten Kirschblüten-Radweg zurück zum Ausgangspunkt. Leider standen die Kirschbäume in dieser Allee Ende März erst kurz vor der Blüte - lediglich ein paar Zierkirschen blühten bereits. 

Am Rand des Radweges entdeckten wir eine alte Dreifaltigkeits-Statue, die bei der Bevölkerung einst den Spitznamen "Oghockter Herrgott" (Abgehackter Herrgott) trug - denn dem steinernen Gottvater war im Laufe der Jahrhunderte der Kopf abhanden gekommen. (Möglicherweise war er der Statue während einer kriegerischen Auseinandersetzung abgehackt worden.) Im Zuge einer Restaurierung Mitte der 1980er wurde der Kopf ersetzt.


Die Region rund um den Neusiedlersee ist bei Urlaubern sehr beliebt. Der örtliche Tourismusverband bedankte sich bei seinen treuen Dauergästen auf ganz besondere Art und Weise: Zwischen den Kirschbäumen waren geschnitzte Holz-Tafeln "zur Anerkennung für 30 Jahre Urlaub in Breitenbrunn" aufgestellt worden. 

Ein ganz besonderer "Schilderwald" am Kirschblüten-Radweg

Zwei Radfahrerinnen hatten angehalten und sahen auf dem Boden einem interessanten Miniatur-Schauspiel zu. Wir waren neugierig und gesellten uns zu ihnen: Ein etwa 1 cm kleiner Käfer wälzte mühsam und unverdrossen eine Dungkugel über den Weg. Das Internet verriet mir später, dass es sich bei dem Winzling um einen Matten Pillenwälzer oder -dreher handelt. Die Kugeln dienen diesen Insekten einerseits als Nahrungsquelle, andererseits zur Eiablage.

Matter Pillenwälzer, blühender Lerchensporn und noch ein paar andere schöne Seiten des Frühlings 
 
Am Ende des Kirschblüten-Radweges kamen wir wieder in bewohntes Gebiet - hier entdeckten wir u.a. Gartenteiche mit Goldfischen und interessant gestaltete Gartenzäune wie der mit dem Mosaik oder der mit den bunt gestrichenen Holzlatten:

Im Zentrum von Breitenbrunn befindet sich ein Turm, den ich ursprünglich für einen weiteren Kirchturm gehalten hatte - in Wirklichkeit aber handelt es sich dabei um ein Turmmuseum. Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir an einigen schönen alten Weinkellern vorbei - und auch, wenn es in ganz Breitenbrunn keine Straßenbahnen gibt, befand sich vor einem dieser Keller ein Straßenbahn-Haltestellen-Schild. Dieses war (wie wir der Aufschrift entnahmen) wohl ein Geschenk für eine der Weinkeller-Besitzerinnen - und somit eine originalgetreue Kopie der Wiener Haltestellen-Schilder.

Das Straßenschild rechts unten hingegen ist echt; in dieser Gasse befindet sich die Volksschule, und dort hatten wir unseren Wagen geparkt. Das Schild ehrt den mittlerweile 90jährigen österreichischer Maler, Graphiker und Bildhauer Gottfried Kumpf, der vor allem durch seine naiven Landschaftsmalereien und Bronzeskulpturen Berühmtheit erlangt hat. Sein Markenzeichen ist eine kleine Figur, die sich auf fast jedem seiner Bilder befindet; sie heißt »Der Asoziale«.

 

Damit waren wir am Ende unserer Rundwanderung angekommen - und ich denke, man sieht, dass wir diesen Ausflug genossen haben. Ich hoffe, auch ihr wart gerne mit uns in Breitenbrunn und im Naturschutzgebiet Thenauriegel unterwegs!

🌞🎒🥾🌿⛅🕶️⛰️🕶️⛅🌿🥾🎒🌞

Auch unsere Freunde Brigitte und Peter haben bei ihrem Ausflug auf die Rax einen schönen Tag verbracht. Hier bekommt ihr zum heutigen Abschluss einen Blick auf die Fotos, die mir Brigitte von dort per WhatsApp geschickt hat: 

 
Und das schrieb sie mir dazu von der Raxalpe aus: "Traumhaft! Nix los! Schnee am Berg, Frühling im Tal!" 
Nach der Bergfahrt ging es weiter zum Wasserleitungsweg: "Hier bleiben wir noch ein bisschen! An der Schwarza im Höllental." 
Und am Heimweg dann: "Keine Corona Kontrolle weit und breit!"
 
Tja, da waren wir wohl zu ängstlich gewesen bzw. hatten uns durch Zeitungs und TV-Meldungen über strenge Kontrollen ins Bockshorn jagen lassen. Schade, dass wir dadurch unsere Gratisfahrt auf die Rax und die Möglichkeit für einen gemeinsamen Ausflug mit unseren Freunden verpasst haben. Aber wie gesagt, wir haben unseren Ausflug nach Breitenbrunn nicht bereut - und was die Fahrt mir der Rax-Seilbahn betrifft: Die gibt es auch in der NÖ-Card-Saison 2021/22 wieder gratis.
 
🌞🎒🥾🌿⛅🕶️⛰️🕶️⛅🌿🥾🎒🌞

Nun möchte ich euch noch herzlich dafür danken, dass ihr wieder mit uns mitgewandert seid

 

... allerliebste Rostrosengrüße und Küschelbüschel, 

eure Traude



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Dienstag, 13. April 2021

Sonnengelbe Tage - Stift Göttweig & Co.

Servus ihr Lieben, ...

 

... vielen Dank an euch alle für eure Besuche und Kommentare bei meinem Beitrag Marillen-Erlebnisweg und Göttweig-Wanderweg in der Wachau! Ich freue mich sehr, dass ihr Spaß am Mitwandern und Mit-Genießen hattet. 

Einigen von euch fielen meine Collagen in diesem Post besonders auf. Falls ihr ebenfalls solche Collagen basteln wollt: Ich habe sie früher ausschließlich mit dem Programm PhotoScape hergestellt, nun verwende ich außerdem noch das neuere PhotoScapeX. Beide kann man gratis herunterladen. 

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In meinem vorigen Post erzählte ich euch von unserer schönen 15-Kilometer-Wanderung über den Marillen-Erlebnispfad und den Göttweig-Wanderweg. Allerdings blieb ich euch einige Collagen von dieser Ostermontags-Wanderung schuldig - die möchte ich gerne heute nachreichen:

Stift Göttweig mit Marillen-Kräuter-Garten: 
5. April 2020: Schon von weitem sahen wir bei unserer Wanderung das Benediktinerstift Göttweig auf einem Hügel südlich der Donau in 422 m Seehöhe thronen. Man muss übrigens nicht unbedingt zu Fuß zum Kloster "pilgern" - es führt auch eine Autostraße hinauf - doch wenn man sich den Weg hart erarbeitet hat, erscheint einem der Anblick der Anlage noch einen Tick beeindruckender  und der Weg durch das Tor noch bedeutsamer 😉. 
 
Das Stift Göttweig wird aufgrund seiner großartigen Berglage auf einem Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes auch das "Österreichische Montecassino" genannt. Seit dem Jahr 2000 ist es (wie die gesamte Kulturlandschaft Wachau) in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Gegründet wurde es im Jahr 1083, und 1094 wurde es den Benediktinern übergeben. Zur Zeit lebt eine Gemeinschaft von 41 Mönchen in dem Kloster.

 

Aus der ersten Bauepoche Göttweigs im 12. Jahrhundert sind heute nur noch nur noch Reste vorhanden (Erentrudiskapelle, Alte Burg, Krypta und Chor der Kirche). Nach einer verheerenden Brandkatastrophe im Jahr 1718 wurde das Stift im barocken Stil neu aufgebaut. (Ich zeigte euch im letzten Post die Mauer-Reste einer historischen Materialbahn, die konstruiert wurde, um das Baumaterial für den Wiederaufbau zu transportieren.)

In "normaleren Zeiten" kann man auch das Innere des Stifts besichtigen - während unseres Besuches dort herrschte ein strenger Lockdown, weshalb wir das Museum mit den Kunstschätzen des Stifts und einem der schönsten und größten barocken Treppenhäuser Europas leider nicht besichtigen konnten. Das müssen wir wohl ein andermal nachholen. 


Doch die barocke Stiftskirche konnten wir sowohl von außen als auch von innen besichtigen. Sie ist im Langhaus in ihrem Kern romanisch (ein Vorbau aus dem 11. Jahrhundert ist nachgewiesen); im Lauf der Jahrhunderte erfolgten immer wieder Zu- und Umbauten. In der übernächsten Collage könnt ihr einen Blick ins Kircheninnere werfen. Die Doppelturmfassade wurde erst in den Jahren 1750 bis 1755 errichtet. Die stumpfen Kirchturmzeltdächer sind eigentlich Provisorien, die beibehalten wurden, da die geplanten Turmhelme (vermutlich aus Kostengründen) nicht zur Ausführung kamen. In den Jahren 2013- 2018 wurden alle Dächer des Stifts saniert.

Die Stiftskirche von Göttweig für Novas Glockenturm-Sammlung

 

Für Artis Schilderwald habe ich hier noch ein paar Schilder fotografiert - eines davon zeigt zum Marillen-Kräutergarten von Göttweig, bei dem es sich um einen "Natur-im-Garten"-Schaugarten handelt. Hier gedeihen rund 50 Bäume aus zwölf verschiedenen Wachauer Marillensorten. 

Die Familie Aufreiter, über deren köstliche "Marillenknödel to go" ich euch neulich erzählt habe, hilft dem Stift bei der Pflege der Marillenbäume und verarbeitet auch die reifen Früchte zu Marmelade, Saft oder Schnaps. Außerdem werden in diesem Nutzgarten die Kräuter für das Stiftsrestaurant  gezogen. Dieses Restaurant hatte allerdings wegen des strengen Lockdowns ebenfalls geschlossen und es gab - entgegen der zuvor vernommenen Gerüchte - auch weder Kaffee noch Kuchen "to go". 


Glücklicherweise waren wir darauf nicht angewiesen. Wir hatten ja bei einem Stand Marillensaft gekauft - und außerdem eine kleine Jause mitgebracht. Auch Ostereier zum "Eierpecken" (= Ostereiertitschen) hatten wir dabei 😁. Ich habe übrigens verloren, aber ich durfte mein (gelbes, zur Jacke passendes) Ei trotzdem selber essen 😉.


Außer den Marillenbäumen blühten im Klostergarten auch noch verschiedenste Frühblüher wie Narzissen und Primeln. Und es herrschte ein reges Gesumme und Gebrumme von Wildbienen (siehe übernächste Collage rechts) um die Marillenblüten herum sowie beim Insektenhotel. Die Schmetterlinge und den Schwarzblauen Ölkäfer in dieser Collage habe ich euch schon im vorigen Post gezeigt, aber die anderen Bilder noch nicht. 

Vom Klostergarten aus hat man einen schönen Blick über die Landschaft und auf die Donau - leider auch auf ein potthässliches Kraftwerk, das ich bei dem Foto rechts kurzerhand weggeschnitten habe. (Ich verstehe nicht, wie man es zulassen kann, ein so hässliches Gebäude in eine so schöne Landschaft zu stellen! Hätte man einen Künstler wie Friedensreich Hundertwasser rangelassen, wäre das Kraftwerk kein solcher Schandfleck geworden.)

   

Nun möchte ich euch - beginnend beim 23. März - ein paar noch ausständige Fotos zeigen. 

Besuch bei Renate und Lilly:
An diesem Tag ging es gleich "tierisch" weiter, denn da besuchte ich unsere liebe Vis-a-Vis-Nachbarin Renate -  und ihr entzückendes Findelkind Lilly: Renate rettete die auf einem Friedhof umherirrende Baby-Katze im vorigen Jahr vor dem Verhungern oder Erfrieren. Sie war sehr abgemagert und ihr Fell  total verklettet. Inzwischen hat sie sich zu einer kleinen Schönheit entwickelt:


Hier mein "Besuchs-Outfit": Die gepunktete Bio-Baumwollhose kennt ihr z.B. vom Münchner Bloggertreffen, das umspektakuläre, aber angenehm kaschierende und bequeme Ripp-Shirt habe ich auch schon eine Weile und die Kette, die der Sache etwas Farbe verleiht, ist eine schöne Namibia-Urlaubserinnerung .


Zwei Frischluft-Runden:
Das Frühlings-Wetter war und ist auch hier  ziemlich wechselhaft - aber wann immer es sich draußen halbwegs erträglich anfühlte, gingen wir Frischluft schnuppern. Die folgenden Fotos stammen vom 26. März, da spazierte ich mit meinem Mann in Richtung Auwald und er fotografierte mich beim Bärlauchpflücken. (Obwohl Bärlauch vom Geschmack her eher scharf ist, sind bei den Fotos vor allem die Äste im Vordergrund scharf geworden 😜...)


Am zartblauen Nachmittagshimmel prangte ein kleiner zunehmender Mond.

Am  folgenden Tag fotografierte ich bei meiner Walkingrunde verschiedenes gelbes und lilanes Geblühe und einen blauen Himmel mit einigen wenigen freundlichen Wölkchen:

 


Besprechungs-Outfit:
Am 30. März hatte ich eine maßgebliche Besprechung im örtlichen Gemeindeamt mit dem Bürgermeister und einem weiteren Entscheidungsträger über ein von mir vorgeschlagenes Umweltprojekt. 
 
Unten seht ihr mein Outfit. Ja, ich gehe auch zu solchen Besprechungen als "ich selbst" und verkleide mich nicht als toughe Geschäftsfrau im Chanelkostüm oder im stylishen Hosenanzug. Es geht hier um ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, und das kann nur von der echten Traude präsentiert werden, die echte Traudekleidung trägt. Aber ihr seht auch: Ich nehme euer Lob ernst - sowohl mein Haarband als auch die korallenrote Jacke gefiel vielen von euch - also dachte ich mir, das kann dann auch bei dieser Besprechung nicht falsch sein. Und so war's dann offensichtlich 😊 (Ich habe in meinem vorigen Posting erwähnt, dass mein Projektvorschlag angenommen wurde - über Details möchte ich hier allerdings erst erzählen, wenn die Sache weiter fortgeschritten ist.) Die nächste Besprechung - bei der bereits zahlreiche weitere Entscheidungsträger unserer Gemeinde dabei sein werden - findet wegen des verschärften Lockdowns online statt.

Frühbeetaufsatz und neue Heizung:
Außerdem wurde am 29. und  30. März in unserem Haus eine neue Heizung installiert. 
 
Unsere bisherige Fußbodenheizung war 30 Jahre alt und machte - trotz regenmäßiger Wartung - bereits seit einigen Wintern Probleme, weil sie sich in viel zu großem Ausmaß nach den schwankenden Außentemperaturen richtete. Dieses Jahr kamen wir kaum noch nach mit Wärmer- oder Kälter-Schalten, denn die Heizung zuckte mal in die eine, dann wieder in die andere Richtung aus. Nun haben wir anstatt zwei riesigen Geräten nur noch eines im Keller stehen, das sowohl für die Heizung als auch für die Warmwasseraufbereitung zuständig und um vieles energieeffizienter als das alte Gerät ist, und außerdem wird diese Heizung noch mit einem Innenthermostat ausgerüstet.
 
In unserem Garten ist auch etwas Neues eingezogen: ein Frühbeetaufsatz für eines unserer beiden im Vorjahr gebauten Hochbeete. Dort habe ich dann gleich verschiedene Salate und Kohlrabi angebaut. 
 
Zu Beginn setzte ich ständig die vier Deckel auf, um die zarten Pflänzchen zu schützen, mittlerweile mache ich das nur noch, wenn es friert. Die Deckelhalterung ist leider eine Fehlkonstruktion: Bei starkem Wind (und den haben wir hier häufig) lösen sich die Deckel und fliegen davon, weshalb wir sie mit großen Holzblöcken beschweren müssen. Trotzdem ist dieses "Glashaus" eine gute Sache, denn es verlängert die Gartensaison, und ich vermute, dass auch die Schnecken größere Probleme haben, um an unser Gemüse ranzukommen. Die Blattsalate sind schon viel größer als auf den Fotos, und gestern habe ich auch ein paar der zarten Blättchen schon als gemischten Frühlingsblattsalat zubereitet.
 
Nicht nur in unserem Garten haben Narzissen und Forsythien gelb zu blühen begonnen...

Komparsen-Einsatz im Wiener Donaupark:
Kein Aprilscherz: Am 1.April 2020 wurden wir in einen Kriminalfall verwickelt! Allerdings (zum Glück) nur im Rahmen unserer Komparsentätigkeit 😀. Im Wiener Donaupark wurden Szenen eines Wien-Krimis mit Nicholas Ofczarek gedreht, und die Rostrosen waren dabei... wie viele andere auch. In der Collage unten seht ihr nur einen Teil der Komparsen, die für diese Szenen benötigt wurden (links unten, das Schwarzweiß-Foto). 

... auch im Donaupark leuchteten an manchen Stellen Forsythiensträucher auf.

In Corona-Zeiten sind solche Dreharbeiten natürlich noch ein bisschen aufwendiger als sonst - jeder Komparse musste zum Covid-Test antreten. (Es gab erfreulicherweise kein einziges positives Testergebnis). Trotzdem sollten wir in den Dehpausen Masken tragen, es sei denn, wir aßen oder tranken gerade etwas oder es wurde eben gedreht. 

Ein Teil unserer Aufgabe bestand darin, in einem Biergarten zu sitzen 😀 (wie herrlich in Zeiten wie diesen und bei so schönem Wetter! Der Gastgarten wurde extra für uns im Außenbereich des Korea Kulturhauses aufgebaut!) - also war es kein Problem, etwas zu essen oder zu trinken. Das Bier, die Würstel und Kuchen, die man vor unsere Nasen stellte, waren zwar nicht zum Verzehr gedacht, aber ich habe meinen kalten Kaffee im Lauf der Dreharbeiten dennoch ausgetrunken und den Kuchen zur Hälfte vernascht - wirkt doch unnatürlich, wenn das nur einfach so herumsteht 😉. Es hat sich jedenfalls niemand darüber aufgeregt 😊).

 

In einer weiteren Szene mussten Edi und ich zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer Parkbank aufstehen und Hand in Hand über die Wiese zu einem Weg gehen. Allerdings wird man von uns vermutlich nicht viel sehen. Gedreht wurde hauptsächlich im Lokal, wir waren quasi nur die "Hintergrundgeräusche", die "Leute draußen", damit der Park oder der Gastgarten beim Blick durch das Fenster echt und belebt wirkt. Das macht uns aber nichts. Wir haben mit einigen interessanten Leuten geplaudert, unter anderem mit dem jungen Mann, der bei uns am Biergartentisch saß und der schon bei einigen Produktionen mitgearbeitet hat, und es war, wie ihr sehen könnt, ein wunderschöner, warmer Frühlingstag. (Das war tags darauf schon nicht mehr so...) Am Ende des Drehtages gönnten wir uns ein Eis. 

Hier unten seht ihr, was ich zum Dreh trug. (Es gab keine großartigen Vorgaben, die Kleidung sollte einfach zum Wetter und zum Biergarten passen 😉)


Falls ihr nun denkt, wir hätten Ende März, Anfang April ausschließlich solche sonnigen, gelb- leuchtenden Tage gehabt, muss ich euch allerdings enttäuschen. Zwischendurch gab es bei uns mehrmals Schnee und die Temperaturen schwankten von rund 0 Grad zu rund 20 Grad und wieder zurück. Während ich diese Zeilen schreibe, ist es ungemütlich kalt draußen - aber es regnet endlich! Höchste Zeit, denn hier war es lange Zeit viel zu trocken.

Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr mich wieder durch ein paar meiner Abenteuer begleitet habt - ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, dabei zu sein!


Ganz herzliche Rostrosengrüße, 

bis zum nächsten Mal,
eure Traude



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