Mittwoch, 16. Juni 2021

Zwei Habsburger-Schlösser und ihre Parks

Servus Ihr Lieben,

 👑👑👑

ganz herzlichen Dank für eure wunderbaren Kommentare zu meinem Blogbeitrag über die Nexinger Schweiz, den einzigartigen Muschelberg und den dortigen Fischteich! Wie letztens schon erwähnt, komme ich kaum mit dem Erzählen nach. Deshalb versuche ich in mein heutiges Posting zumindest anderthalb Ausflüge hineinzupacken.

In den letzten paar Wochen haben wir zusammen mit unseren Freunden Brigitte und Peter die Parks von zwei Schlössern besucht, die einst im Besitz des Fürstengeschlechtes der Habsburger waren. (Schlösser und Villen der Habsburger habe ich euch schon öfter mal in meinem Blog gezeigt, z.B. die Kaiservilla in Bad Ischl, das Jagdschloss in Mayerling oder das Schloss Schönbrunn.)

Der erste unserer diesjährigen Habsburger-Schloss-Ausflüge fand im Mai statt, der zweite knapp einen Monat später. (Die Bilder, wo ich drauf zu sehen bin, stammen wieder hauptsächlich von Brigitte, und ein paar der Blumenfotos auch...) 

 

 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

👑👑👑
 
1. Ausflug: 10. Mai 2021 - Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten ...
... habe ich euch in meinem Blog auch schon mehrmals gezeigt - z.B. in diesen beiden Posts: KLICK und KLICK. Es gibt mehrere Tore, durch die man den Park betreten kann - normalerweise wählte ich das Lainzer Tor. Diesmal entschieden wir uns auf Anregung unserer "Ausflugsberaterin" Brigitte für das St. Veiter Tor, und so lernte ich den Park mal von einer anderen Seite kennen.
 
Auf dem Weg vom St. Veiter Tor zur Hermesvilla

Nach einer kurzen Wegstrecke erreichten wir schon das Jagdschloss, dass Kaiser Franz Joseph I. einst seiner Ehefrau Sisi - also Kaiserin Elisabeth - schenkte. Wenn ihr mehr zur Geschichte der Hermesvilla wissen wollt, findet ihr HIER Informationen; falls ihr Lust habt, weitere meiner Fotos vom Schloss zu sehen, klickt bitte auf die obigen Links.

 

Es begeisterte uns, dass so früh im Jahr auf der Südseite der Hermesvilla bereits dieser wunderschöne gelbe Rosenbusch blühte. Brigitte fand heraus, dass es sich offenbar um eine chinesische Goldrose (Rosa hugonis) handelt:  

"Das chinesische Goldröschen, das schon Anfang Mai sein Blütenkleid zeigt, kam 1899 als Samen aus China nach Großbritannien und fand im letzten Jahrhundert eine große Verbreitung in Gärten und Parks."

Nicht nur das Jagdschlösschen selbst ist sehenswert, sondern auch die einstigen Stallungen und Wirtschaftsgebäude dahinter. Im Durchgangsbereich von einem dieser Gebäude entdeckten wir eine riesige Baumscheibe (siehe folgende Collage unten). Brigitte wollte wissen, um welchen Baum es sich handelt, und schrieb daher an die Forstverwaltung, die jetzt für den Lainzer Tiergarten zuständig ist. 

So erfuhren wir, dass "es sich um eine über 400 Jahre alte Eiche (437Jahre) aus dem Lainzer Tiergarten, Bereich Schottenwald (Nähe zur Hubertuswarte) handelt welche 1986/87 gefällt wurde. Anhand der Jahresringe kann man das Alter des Baumes sehr gut feststellen, weiters geben die Ringbreiten Auskunft über die Lebensbedingungen. Schmale Ringe deuten auf Probleme hin, etwa Trockenheit oder Schädlingsbefall, bei breiten Ringen ging es dem Baum gut."

Wie alt die mächtige Formschnitt-Eibe ist, die ihr in der nächsten Collage seht, wissen wir leider nicht, aber es ist möglich, dass sie auch schon seit Sisis Zeiten den Bereich vor den Wirtschaftsgebäuden schmückt. Man kann in diesen Baum durch einen Spalt im grünen Nadelkleid "eintreten", er bietet ein gutes Versteck und theoretisch könnte man sich darin wohl auch einen stillen Leseplatz einrichten 😊...

Ein anderer alter Baum hat die Zeit leider nicht überdauert - er wurde hohl. Doch die Forstverwaltung ließ sich etwas einfallen, und machte aus dem Stumpf des alten Baumes ein "Zapfen-Werf-Spiel". Edi und ich haben es ausprobiert - und natürlich war jeder Schuss ein Treffer 😁.

Wir gingen weiter zu dem Bienenstock im hohlen Baum, den ich Brigitte unbedingt zeigen wollte. Wie immer, herrschte dort ein reges Summen und Brummen. Dem Info-Schild kann man entnehmen, dass es in Wien 5.200 Bienenstöcke mit rund zwei Millionen Honigbienen gibt.

Auf einem Schild werden Wissensfragen gestellt, ein anderes Schild informiert über den Lebensraum Trockenmauer (übernächste Collage) und auch bei jedem der Jungbäume hängt eine Tafel - hier erfährt man, welcher Berühmtheit der jeweilige Baum gewidmet ist - so zum Beispiel Adolf Loos, der als einer der Wegbereiter der modernen Architektur gilt. (Von mir aus hätte Herr Loos den Weg nicht bereiten müssen - mir gefallen alte Häuser zumeist besser.)

Im Hohenauer Teich sahen wir einige Stockenten und außerdem ein paar riesige Karpfen. Brigitte fand ein Stückchen Brot am Teichrand, warf es ins Wasser, und dieser vorwitzige Fisch schnappte es sich 🐟😊:

In der Nähe des Teichs gibt es einen Tisch mit Bänken, wo wir den Ausflug mit einer Jause ausklingen ließen. Brigitte hatte Erdbeer-Rhabarber-Kuchen gebacken und sogar Schlagobers mitgebracht, dazu gab's Kaffee aus der Thermoskanne. Das Damwild im Gehege gegenüber hielt währenddessen ein Verdauungs-Nickerchen im Schatten eines Baumes.

 
👑👑👑
 
2. Ausflug: 8. Juni 2021 - Schloss Eckartsau im Marchfeld:
Den Besuch dieses Schlossparks haben wir einmal mehr unserer "Ausflugsberaterin" Brigitte zu verdanken. Genau genommen, war dieser Parkbesuch nur Teil eines Tagesausflugs, der uns zuerst in die Stopfenreuther Au führte und als letzten Programmpunkt auch noch in das Landschaftsschutzgebiet Donaustadt. Weil dabei Unmengen von Fotos entstanden sind,  bekommt ihr heute nur den Schlosspark-Teil zu sehen, und der Rest folgt ein andermal.

 
Das Schloss Eckartsau gelangte durch Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, dem Gatten von Kaiserin Maria Theresia, in den Besitz der Habsburger. In die Geschichtsbücher ging es als letzter inländischer Wohnort des letzten österreichischen Kaisers (Kaiser Karl I.) nach seinem Regierungsverzicht im November 1918 ein. (Wenn ihr mehr über die Geschichte des Schlosses wissen wollt, klickt bitte auf den obigen Link.)

Hier sind alle Fotos von Brigitte 😊
 
Der Weg zum Schlossportal ist von niedrigen Spalier-Apfelbäumen gesäumt, auf denen bereits eine Vielzahl kleiner Äpfelchen wachsen. Rund um das Schloss liegt ein Garten mit Formschnittgehölzen, wunderbar duftenden Rosensträuchern, Storchschnabel, Katzenminze, Salbei und zahlreichen anderen insektenfreundlichen Blüten. Brigitte war sehr davon angetan, dass mein Shirt so gut mit den Farben der Rosen harmonierte 🌹😁. Während wir "Mädels" in Blütenträumen schwelgten, führten unsere Männer wieder einmal angeregte Männergespräche (siehe übernächste Collage) 😉.

 Für Novas Linkup T > in die neue Woche habe ich mehrere Tore des Schlosses gesammelt

 
Auch einen romantischen Hochzeitspavillon gibt es beim Schloss Eckartsau. Ein Schild weist darauf hin, dass er nicht als Picknick- oder Kinderspielplatz verwendet werden soll 😊...
 

 
Da der Park nur in unmittelbarer Schlossnähe ein eher "typischer" Schlossgarten mit kurz geschnittenem Rasen ist - und ansonsten sehr natürlich angelegt - bietet er zahlreichen Arten Lebensraum. In den ungemähten Wiesen wachsen derzeit vor allem viele Skabiosen, die von Bienen gern angenommen werden.

In einem Beet beim Hochzeitspavillon entdeckte Herr Rostrose einen Grasfrosch (Rana temporaria) und fotografierte ihn.
Für Juttas Linkup Close to the Ground
 
Wir staunten, dass hier im Juni der Flieder noch blühte! In unseren Gärten war er schon längst verblüht...

 
Im Park gibt es auch viele alte Bäume, hauptsächlich heimische Gehölze wie z.B. die prächte Rotbuche oben links, einige von ihnen sind aber auch Exoten, die von den Habsburgern gesammelt wurden.
 
Wie schon im Lainzer Tiergarten, gibt es auch im Schlosspark von Eckartsau einen hohlen Baum - hier ist es allerdings nicht der Stumpf, sondern der mächtige Stamm, der von Kindern auch gern zum Darauf-Herumklettern benützt wird. Brigitte meinte, wir würden daneben wie Gartenzwerge wirken 😁 Die knorrige Holzbrücke führt über ein Feuchtbiotop.
 
 
 
Für Heidis Himmelsblicke-Galerie habe ich ein paar Wolken dieses himmelblauen Tages in dieser Collage zusammengefasst, und für Novas Glockentürme-Sammlung habe ich die Türme der Katholischen Pfarrkirche Eckartsau (St. Leonhard) hinzugefügt.


Hier seht ihr, wie die Kirche im Inneren aussieht - der Kern des Kirchenbaus stammt aus dem 14. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert. 
 
 
Auf dem Rückweg zu unserem Wagen kamen wir u.a. an diesem "Gib-8" (Gib Acht!)- Schild vorbei - mein Lieblingsschild dieses Tages für Artis Schilderwald:


Damit war der "habsburgerische Teil" unseres Ausflugs vom 8. Juni vorüber - über die beiden anderen "Programmpunkte" jenes Tages (Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt) erzähle ich euch bei nächster Gelegenheit. Ich hoffe, ihr seid gern mit uns durch diese beiden gepflegten und dennoch weitgehend naturbelassenen Schlossparks spaziert und hattet Freude an unseren Bildern.
 
Im Baumschatten vom Park in Eckartsau hängen ein paar gemütliche und attraktive Schaukelkörbe, 
die wir natürlich ausprobieren mussten.

 
👑👑👑

Für die meisten, die auf der Nordhalbkugel leben, hat jetzt der "richtige" Sommer mit wärmeren oder gar heißen Temperaturen begonnen - nützt sie und schätzt sie, so gut es geht. Wenn die Hitze manchmal zu groß erscheint, versucht eure Unternehmungen in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen ... oder in den Wald: Wusstet ihr schon, dass Bäume perfekte „Klimaanlagen“ sind? Unter einem großen Baum kann die Luft um bis zu 15 Grad kühler sein als die gemessene Umgebungstemperatur! Das liegt nicht nur an seinem schattenspendenden Blätterdach, sondern auch an seiner Transpiration.
 
In diesem Sinne: 
Lasst eure Seelen unter Bäumen baumeln! 😊
🌲🌴🌳

Alles Liebe,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,

 

Donnerstag, 10. Juni 2021

Nexinger Schweiz, Muschelberg und Fischteich

Servus Ihr Lieben,

ganz herzlichen Dank für euer Interesse an und eure lieben Kommentare zu meinem Beitrag über unseren Besuch des Museumsdorfes Niedersulz am Geburtstag meines Mannes. Wie ich dort schon erwähnt habe, war unser Tagesausflug damit noch nicht vorbei.

Unsere "Ausflugsberaterin" Brigitte hatte noch einen weiteren tollen Vorschlag für uns parat. Ganz in der Nähe vom Museumsdorf befindet sich nämlich die Ortschaft Nexing (von der wir zuvor noch nie gehört hatten). Und hier befindet sich ein so genannter Locus typicus - ein geologisch einzigartiger Ort! 


[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Oben seht ihr ein paar Details des im englischen Tudorstil erbauten Schlosses Nexing. Heute betreibt hier die Fam. Urani die Teichwirtschaft "Gut Nexing". Gleich hinter dem Schoss befindet sich ein Park, der wegen seiner felsigen Landschaft die Nexinger Schweiz genannt wird. Kommt mit uns in diesen wahrlich außergewöhnlichen Naturgarten! (Aber stört bitte nicht die Weinbergschnecken beim Liebesspiel 😉!)

Die Hauptattraktion des Landschaftsparks ist der Nexinger Muschelberg. Wie wir einem Schild entnehmen konnten, handelt es sich dabei um eine riesige Ansammlung von Muscheln aus dem Sarmatium (ca. 13 Millionen Jahre alt). Herr Urani, der heutige Besitzer des Geländes, sagt darüber stolz: 

„Geologen aus fernen Ländern kennen Österreich nicht, Nexing aber schon.“

Die Einwohner von Nexing ahnten wohl lange Zeit nichts von der Einzigartigkeit dieses Berges, denn in früheren Zeiten wurde hier Kalk gebrannt und Steine wurden für den Keller- oder Hausbau abgetragen. Unter den Dorfbewohnern ist der Muschelberg auch als „Hendelfutterberg“ bekannt, da das Material früher dem Hühnerfutter beigemengt wurde 🐔😲. 

 Fotos von Brigitte - unten seht ihr u.a. eine fossile Turmschnecke

Der Landschaftsgarten, der in unseren Augen die perfekte Kulisse für einen Märchenfilm darstellt, wurde 1802 von Ritter von Heintel, einem Landwirtschaftsfachmann, errichtet. Davon blieben allerdings nur einige wenige Reste erhalten - ein schmaler hoher Gang aus Muschelkalk, grottenartige Teile und eine aus grob behauenen Felsblöcken zusammengesetzte Brücke. Früher gab es hier auch eine Orangerie, zahlreiche Blumen, Sträucher und Obstbäume, und vier Gärtner betreuten den Park. Seit der Zwischenkriegszeit verfiel die Anlage mehr und mehr, bis die Familie Urani den Garten revitalisierte und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machte.

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald? (Nein dafür sehen sie zu fröhlich drein! 😁)

Verschiedene "Türen und Tore" für Nova

Fotos von Brigitte - die Pflanze rechts ist ein Mauerblümchen (Zimbelkraut / Cymbalaria muralis) - aber ich bin keines 😉😁

 
„Niedliche Pflanze, du kleidest der alten Ruine Gemäuer,
rankend hinab und hinauf blühest du einsam für dich.
Sey der Erinnerung Bild, die, der Einsamkeit traute Genossin,
oft des vergangenen Glücks sinkendes Luftschloss, umgrünt.“

Ludwig Bechstein (1801–1860) über das Zimbelkraut
in seinem Gedichtzyklus Die Blumen und das Leben

 

Gekrönt wurde der Parkbesuch von der Begegnung mit einem hübschen roten Eichhörnchen!
Schilder für Arti

Von einer Stelle des (kurzen) Rundwanderweges sieht man auch gut auf die Fischteiche von Nexing. Und diese waren unser nächstes Ziel!

Doch bevor ich mit euch dorthin gehe, biete ich euch ein paar Himmelsblicke dieses Tages.  (Im vorigen Blogbeitrag habt ihr gesehen, dass die Wolken teilweise ziemlich dunkel waren, aber wir blieben trocken - der Regen ging an einer anderen Stelle nieder - siehe mittleres Foto.)

Bei der Nexinger Teichlandschaft gibt es ein Gasthaus namens "Oase am Teich". Natürlich galt auch hier die "3-G"-Coronaregel: Genesen - Geimpft - Getestet.

Noch ein paar Schilder für Nova

Mein Lieblingsschild vom Fischteich ist das mit dem Wortspiel GesundheitsspeziFISCHE Ernährung 😀

Da sich Brigitte, Peter und ich für den Lokalbesuch im  Museumsdorf hatten testen lassen und das Geburtstagskind Edi schon geimpft war, nützten wird die Gelegenheit für einen "Sundowner" (genauer gesagt für einen Aperol Spritz) in der "Oase am Teich". 

Wir hatten einen wunderbaren Sitzplatz auf der Aussichtsterrasse direkt am Teich und konnten von hier aus gut die Wasservögel beobachten. Beim ersten Vogel, den ich zu fotografieren versuchte, handelte es sich laut Brigitte um eine Zwergdommel (Ixobrychus minutus). Sie war leider viel zu schnell für meinen Kamerafinger und das Licht war auch nicht mehr gut. In Wikipedia habe ich aber gelesen, dass es sich um einen sehr scheuen Vogel handelt, also bin ich froh, dass mir wenigstens diese Bilder gelungen sind.

 Fotos von Brigitte

Im Schilf hörten wir ständig einen Vogel rufen. Brigitte, die jahrelang als Naturführerin gearbeitet hat, wußte, dass es sich dabei um den Ruf des Schilfrohrsängers (Acrocephalus schoenobaenus) handelt. Sein Ruf klingt wie „tscheck“ und „schrrr“. (So beschreibt es jedenfalls Wikipedia 😉)

Dieser Vogel ist etwa so groß wie ein Sperling, und Brigitte erzählte uns, dass der Begriff "jemand schimpft wie ein Rohrspatz" eigentlich nichts mit Spatzen, sondern mit dem Schilfrohrsänger zu tun hat. Der kleine Schreihals ließ sich einige Male kurz sehen, aber auch hier gelangen uns keine besonders guten Fotos, weil die Schilfhalme den Vogel verdeckten und im Wind wackelten. Und einmal fotografierten wir irrtümlich einen Sperling, der sich auch an einen Rohrkolben klammerte. Mein Mann schaffte immerhin ein Foto vom echten Schilfrohrsänger (links unten Original, rechts Ausschnitt). Die Enten ließen sich erheblich einfacher knipsen 😉

Während unsere Männer auf der Holzterrasse des Lokals blieben, brachen Brigitte und ich auf zu einer Teich-Runde. Dabei versuchten wir noch weitere Fotos des Schilfrohrsängers aufzunehmen, denn man hörte den Ruf mehrerer Exemplare überall im Schilf. Doch wir hatten kein Glück.

Also bat Brigitte am nächsten Tag ihre Freundin Gabi, mir ihre gelungenen Bilder des kleinen Vögelchens für diesen Blogbeitrag zur Verfügung zu stellen. Gabi war einverstanden - und so darf ich euch heute diese schönen Bilder zeigen:

 Fotos des Schilfrohrsängers von Gabi Resch (Danke, Gabi 😊!)

Die bienenfreundliche lila-bühende Pflanze heißt Beinwell (Symphytum officinale). Ihre proteinhaltigen Blätter finden in der Küche Verwendung, z.B. in Teig überbacken. Seit der Antike wurde Beinwell zur Behandlung von Wunden und sogar bei Knochenbrüchen verwendet. Heute ist Beinwell äußerlich bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen sowie zur lokalen Durchblutungsförderung als Arzneipflanze zugelassen. 

Bei unserer Teichrunde sahen wir noch viele weitere Pflanzen - und vor allem auch Wasservögel, wie z.B. diesen eleganten Graureiher (Ardea cinerea) und mehrere Stockenten (Anas platyrhynchos).

 
Auch Stare (Sturnus vulgaris) suchten in der Wiese nach Futter:

Close to the Ground
 
Dem Reiher sahen wir eine Weile bei seinem abendlichen Jagdausflug zu; leider konnten wir nicht beobachteten, dass er Beute machte.


 Fotos von Brigitte


Damit war unsere schöne Niedersulz-Nexing-Tour vorüber - aber der gemeinsame tolle Tag war noch immer nicht ganz zu Ende: Meine Freundin hatte sich noch etwas sehr Nettes für das Geburtstagskind einfallen lassen: Weiße Schoko-Kokos-Kugeln zum "Selberbasteln" 😀! Edi bevorzugt nämlich weiße Schokolade, und früher mochte er gern die weißen Raffaello-Kugeln von Ferrero. Doch wir verweigern seit Jahren den Kauf von Ferrero-Produkten, da fast alle Waren der Firma Palmöl aus tropischen Billiglohnländern enthalten; dafür wird Regenwald abgeholzt. Auch die Haselnussimporte von Ferrero stehen wegen möglicher Kinderarbeit immer wieder in der Kritik.  (HIER noch ein paar weitere Ferrero-Kritikpunkte.) Diese Firma wollen wir definitiv nicht fördern.

Aber Brigitte hatte ein tolles Rezept für selbstgemachte Kugeln à la Raffaello gefunden, und sie hatte schon alles dafür vorbereitet. Das Rezept ist so ähnlich wie dieses, allerdings hat Gitty die weiße Schokolade nicht im Wasserbad geschmolzen, sondern gerieben. Und alle Zutaten waren Bio. Das "Wuzeln" der Kugeln hat großen Spaß gemacht und die Kugeln selbst schmecken ausgesprochen gut. (Unsere Nachbarn meinten sogar "Viel besser als die gekauften Raffaello" und wollten gleich das Rezept 😊👍.)
 
 
Bei einem gemütlichen kalten Abendessen ließen wir den schönen Tag zusammen ausklingen. Und planten dabei auch gleich unsere nächsten Unternehmungen. Teile dieser Ausflüge haben inzwischen schon stattgefunden. Ihr könnt euch also gewiss vorstellen: Ich komme kaum mit dem Erzählen nach! Mal sehen, ob es mir gelingt, beim nächsten Mal die Schilderungen von zwei Touren so zu kürzen, dass ich sie zusammenfassen kann... 😵

Herzliche Rostrosen-Grüße
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,

Donnerstag, 3. Juni 2021

Museumsdorf Niedersulz

Servus ihr Lieben!

Herzlichen Dank euch allen für eure liebenswerten Kommentare zu meinen Alltagsgeschichten und Komparsenerlebnissen im vorigen Posting. Mittlerweile kann ich euch berichten, dass ich am 2. Juni meine erste Covid-19-Impfung erhalten habe (Biontech-Pfizer) ... und dass ich seither ganz ohne Mobiltelefon mit Herrn Bill Gates telefonieren kann 🤪... Ich finde ihn übrigens sehr nett, aber vielleicht wurde mir auch dieser Gedanke nur eingeimpft??? *)

 

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

*) Ich hoffe, ich muss hier jetzt nicht auch noch einfügen: "Dieser Beitrag kann Nonsense enthalten." 
Man weiß ja heutzutage nicht mehr, welchen Blödsinn manche Leute glauben...

Scherz beiseite - heute möchte ich euch (wie neulich vorangekündigt) über einen Ausflug erzählen, den wir am Geburtstag meines Mannes unternommen haben. Diesmal ging es in das sehenswerte

das man mit der Niederösterreich-Card einmal pro Jahr gratis besuchen kann. Der Vorschlag kam - wie so oft in letzter Zeit - von unserer "Ausflugsberaterin" Brigitte. Und sie hatte auch die geniale Idee, dass wir uns vorab testen lassen könnten, um dort Mittag essen zu können - denn im Museumsdorf wird auch ein historisches Wirtshaus betrieben. Das Geburtstagskind selbst war der einzige von uns, der sich nicht mehr testen lassen musste, denn Edis Erstimpfung lag an diesem Tag bereits drei Wochen zurück und galt somit als "Eintritts-Erlaubnis" für Gaststätten.
 

Wir alle haben es noch nie so sehr genossen wie an diesem Tag, einfach nur in einem Lokal zu sitzen und zu schmausen. Es fühlte sich richtig "besonders" an. Wir gingen sogar am Nachmittag noch ein zweites Mal hin, um uns einen Eiskaffee zu genehmigen 😋. Und wir besuchten an diesem wunderbaren Tag später noch ein weiteres Gasthaus - allerdings werde ich euch darüber und über die damit verbundenen Unternehmungen erst in meinem nächsten Blogbeitrag berichten.

Fotos von Brigitte

Nach dem Mittagessen legten wir im Museumsdorf so richtig los - aber bevor ich euch zeige, was wir dort gesehen haben, gibt's noch einen Blick auf mein luftiges Outfit des Tages. Es war zwar nicht besonders sonnig an diesem Tag, zeitweise gab es sogar sehr dunkle Wolken, aber die Temperaturen waren freundlich genug für sommerliche, Schrank-geshoppte Kleidung. Die Farben von Hose, Shirt und Kette habe ich auf die Farben meines neuen Haarbands abgestimmt. (Ihr erinnert euch vielleicht: Die Hose habe ich selbst gefärbt, das Shirt ist aus Bio-Hanf.) Die schwarzen Walkingschuhe müsst ihr euch einfach dazudenken 😉.

Das Museumsdorf Niedersulz ist das größte Freilichtmuseum in Niederösterreich mit einem historischen Dorfplatz, Wirtschaftsgebäuden und Handwerkshäusern, einem Taubenkobel, einer funktionsfähigen Wassermühle, mehreren Kirchen und einer Kellergasse. Das erste Gebäude war im Jahr 1979 ein Weinviertler Streckhof, der vom Abbruch bedroht war. Inzwischen wurden fast 80 Gebäude ins Museumsdorf übertragen und hier liebevoll wieder aufgebaut. 

Wagnermeister-Werkstatt mit einem Schild für Arti und Fassade mit Akeleien

Ein paar Türen und Tore in die neue Woche für Nova

Fotos von Brigitte

Besonders beeindruckend fanden wir die wunderschön angelegten Gärten der Häuser. Sie werden als üppig blühende Blumen-Vorgärten oder als Nutzgärten mit Kräutern und Gemüse nach historischen Vorbildern mehrmals in der Saison bepflanzt - und es handelt sich hierbei um reine Bio-Gärten.

Solche romantischen gefüllten rosa "Foxtrott"-Tulpen wünsche ich mir auch für unseren Garten! Normalerweise liegt ihre Blütezeit im April - wir waren gegen Ende Mai im Museumsdorf. Vermutlich haben wir es also dem kühlen Frühlingswetter dieses Jahres zu verdanken, dass wir all diese schönen Frühlingsblüher noch erleben durften! 

Zauberhaft, gut von Insekten besucht und wunderbar duftend auch all die blühenden Bäume!

Das Museumsdorf Niedersulz zählt zu den Schaugärten von „Natur im Garten“ und hat bereits mehrfach das Qualitätssiegel „Goldener Igel“ verliehen bekommen.

Fotos von Brigitte - Blühende Kastanienbäume für Astrids "Mein Freund, der Baum"

 Hier ein paar Kirchen / Glockentürme für Nova:

 

In der alten, zweiklassigen Volksschule übten wir eifrig das Lesen und Schreiben. Nur Peter bekam einen Klassenbucheintrag, weil er während des Unterrichts mit dem Handy telefoniert hat!

Im Kräuter- und Gemüsegarten blühte u.a. eine auffallende gelbe Pflanze. Wir erfuhren durch ein Schild, dass es sich dabei um Färberwaid handelt - und dass die Blätter dieser Pflanze erstaunlicherweise indigoblau färben! 
 
Färberwaid - und düstere Himmelsblicke... Doch wir blieben trocken! 😊

 

Sehr interessant fanden wir diese beiden Ausstellungen im Museumsdorf:

Täufermuseum:
Ein Kleinhäuslerhaus beherbergt eine Dokumentation der Geschichte der Täufer in Niederösterreich. Die Täufer sind Anhänger einer reformatorisch-christlichen Bewegung, die nach 1520 entstand und einen strikteren Ansatz hatte als Luthers Lehre. Ihre Anhänger lehnten beispielsweise die Kindstaufe ab. Jeder Erwachsene sollte sich bewusst für die Taufe entscheiden. Vom 16. bis hinein ins 18. Jahrhundert sahen die Obrigkeiten und die Amtskirche nur drei Wege, mit den Täufern umzugehen: Verbrennen, ertränken oder enthaupten... Im "besten Fall" wurden sie vertrieben. Drei Richtungen der Täuferbewegung haben trotz massiver Verfolgung bis heute überlebt: die Amischen, die Mennoniten und die Hutterer.

Auf einem Koffer im Südmährerhof, in dem ebenfalls das Thema "Vertreibung" behandelt wird, steht die Frage:
"Was nehmen Sie mit, wenn Sie ihr Zuhause verlassen müssen?"

Interessant fand ich dieses Schild im Täufermuseum... Ich kann durchaus Parallelen zur Gegenwart entdecken...

Ab 1528 siedelten Hutterer in Südmähren und im angrenzenden Weinviertel. Auch hier mussten sie ihre Heimat verlassen - die meisten der Hutterer zogen in die neue Welt, wo sie bis heute ihre Bräuche und ihre ursprüngliche Sprache pflegen, die dem Kärntner Dialekt ähnlich klingt.

Südmährerhof:
Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Südmähren wieder Schauplatz von Vertreibungen. Die meisten deutschen Südmährer wurden entrechtet, enteignet und aus ihrer (nun zur Tschechoslowakischen Republik gehörenden) Heimat vertrieben. Zahlreiche Menschen starben dabei durch Gewalt, Hunger und Entkräftung. Im Museumsdorf befindet sich seit 1981 ein südmährischer Bauernhof; er dokumentiert Geschichte und Kultur der einst deutschsprachigen südmährischen Bezirke Neubistritz, Zlabings, Znaim und Nikolsburg.  
 
Typisch für Südmähren waren u.a. schwarze Brautkleider; nur in den Städten trugen Bräute ab den 1920er Jahren weiß.

Am glücklichsten war ich mal wieder dort, wo es Viecher gibt: im "lebenden Bauernhof"! Der rote Tiger hier unten, der wie eine jüngere Version unseres Maxwell aussieht, heißt übrigens Bernhard, es gibt auch eine Katze am Museumsgelände, die Bianca heißt, und der Name der langhaarigen Mieze in der oberen Collage lautet - wenn ich mir alles richtig gemerkt habe - Puschel. Diese Informationen verdanken wir der jungen Tierpflegerin, die ihr rechts unten beim Schweine-Streicheln seht. Es gefiel mir sehr, dass die Tiere hier so liebevoll behandelt werden.

Fotos von Brigitte
Fotos von Brigitte

 
Das große Schwein, neben dem ihr mich oben vorsichtig hockerln seht, ist Patek, ein Göttinger Minischwein. Ich habe normalerweise keine Berührungsängste bei Tieren, aber ich wollte bei Patek nicht den Eindruck erwecken, dass ich es auf seine Äpfel abgesehen habe. Er ist ja doch ein recht beeindruckender Bursche (und auch schon relativ alt). Ich wollte ihn auf keinen Fall grantig machen!


 
Brigitte hat auch die Namen der anderen Tiere notiert: Die Esel heißen Peppino und Gustav - kurz Peppi und Gusti, die beiden kleineren Schweine heißen Trili und Leo und sind Turokschweine. (Ich kann leider keine Garantie für die Richtigkeit dieser Angaben abgeben 😉.)

Fotos von Brigitte

Aber in jedem Fall kann ich euch garantieren, dass uns der Besuch des Museumsdorfes sehr sehr gut gefallen hat. Und ich kann euch garantieren, dass ich froh bin, nicht mehr in Zeiten zu leben, in welchen jener Spruch noch Gültigkeit besitzt, den ich in einem der Häuser auf einer Stickerei entdeckt habe:
Der Frauen edelster Beruf
Zu dem Gott der Herr sie schuf
Ist stets im Hause still zu walten
Mit Fleiß die Ordnung zu erhalten.

 

Falls ihr noch nicht genug von Museumsdörfern habt, lade ich euch herzlich ein, in älteren Postings von mir zu schmökern - da habe ich euch in zwei Beiträgen das Burgenländische Museumsdorf Mönchhof vorgestellt, das ebenfalls sehr sehenswert ist: KLICK und KLICK.
 
Wie oben bereits erwähnt, war unser Tag mit dem Besuch des Museumsdorfes Niedersulz noch nicht zu Ende - im Anschluss besuchten wir noch einen ganz und gar besonderen Ort in dieser Gegend - und außerdem ein Lokal an einem schönen Fischteich, wo wir viele Wasservögel beobachten konnten. Die dabei entstandenen Fotos bekommt ihr beim nächsten Mal zu sehen! Bis dahin...

 

... alles Liebe und 
ganz herzliche Rostrosen-Grüße
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden,