Montag, 3. Januar 2022

Ein kurzer Gruß im Neuen Jahr

🍀🥂😘 Prosit Neujahr, ihr Lieben! 🍀🥂😘

 

Ich hoffe, ihr hattet alle einen angenehmen Jahreswechsel und seid gut im Jahr 2022 gelandet!

Mein heutiges Lebenszeichen ist nur eine Unterbrechung und noch nicht das Ende meiner Blogpause. Denn ich werde meine Pause noch ein bisserl verlängern: Erstens arbeite ich gerade an mehreren Fotobüchern und zweitens haben wir spontan ein paar Skiurlaubs-Tage im Jänner gebucht.

Aber ich will euch zumindest von Weihnachten und Jahreswechsel erzählen bzw. ein paar Bilder davon zeigen.

Unser Weihnachtsfest
fand erst am Abend des 25. Dezember statt. Unsere Youngsters verbrachten diesmal den 24. bei Michis Familie, und so war es kein großes Problem, dass  Edi und ich unsere 3. Covid-Impfung am 23. erhielten - dies war der einzige noch verfügbare Termin gewesen. Edi (der bis dahin nie Nebenwirkungen gehabt hatte) bekam in der Nacht Schüttelfrost und fühlte sich auch am 24. Dezember nicht wohl: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, große Müdigkeit. Mir hingegen ging es am 24. gut, allerdings hatte ich dann am Vormittag des 25. Kopfschmerzen und war generell sehr schlapp und unausgeglichen. Durch die Vorbereitungen schleppte ich mich also eher hindurch, aber mittags nahm ich dann ein heißes Bad, und danach ging es mir besser. Zum Glück hatten wir kein großes Menü geplant - es gab zur Jause selbstgebackene Kekse und (gekaufte) Bauernkrapfen und abends dann Tortillas mit drei verschiedenen Füllungen. Das war kein großer Stress. 

Und als dann die junge Familie ankam und wir unseren kleinen Enkelsohn Jamie wieder im Arm halten konnten, war sowieso alles Unangenehme vergessen.


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Michi und Jana schenkten uns ein Baby-Hand-und-Fuß-Abdruck-Set inklusive Bilderrahmen. Die Abdrücke mussten wir allerdings selber machen. Jamie war davon nicht begeistert, aber ich denke, er war auch bald wieder versöhnt. Hach, und sind diese kleinen Hände und Füße nicht einfach umwerfend entzückend 😍

 

Hier könnt ihr noch einen genaueren Blick auf mein Outfit werfen. Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, war ich diesmal rund um Weihnachten ziemlich auf dem Rot-Trip, und so wählte ich meinen Lieblings-Maxirock aus Bio-Baumwolle und dazu den im Henry-Laden secondhand gekauften Zickzack-Pulli. 

 

Einkaufs-Outfit:
Ein paar Tage später trug ich dann beim Wochen-Einkauf mal wieder meinen gestrickten Rock von Waschb*r, dazu mein türkisblaues Halbarmshirt und die kuschelige türkise Strickjacke, die ich ebenfalls vor ein paar Jahren im Henry-Laden erstanden habe. Ein bisschen Rot musste aber auch hier sein, nicht nur beim Muster des Rockes, sondern auch bei der Kette. 

Unter anderem besorgten wir an diesem Tag wieder ein "Too-good-to-go"-Paket, diesmal erstmals beim Hofer (dem österreichischen Aldi) um € 3,99. Wir bekamen im Überraschungs-Kisterl 3 Apfel-Blätterteig-Stangen, 2 Avocados, je ein Schälchen Himbeeren und Heidelbeeren sowie eine ganze Box mit Kaki-Früchten (Inhalt rund 1 Kilo)! Letztere stellten uns vor ein gewisses Problem, weil wir keine Ahnung hatten, was man mit Kakis anfangen kann, aber das Internet half uns weiter. Unten erzähle ich euch dann, wie wir sie verarbeitet haben.

 

Ausflug nach Türnitz am 31.12.2021:
Zunächst bekommt ihr noch ein paar Aufnahmen von unserem Ausflug am Silvester-Tag zu sehen: Da unternahmen Edi und ich nämlich eine frühlingshafte Wanderung in Türnitz, einem Ort, in dem ich weite Teile meiner Kindheit und Jugend zugebracht habe, weil wir dort an sämtlichen Winter-Wochenenden und Winterferien zum Skilaufen waren.

Mittlerweile ist der Liftbetrieb in Türnitz eingestellt worden, aber mein Bruder unternimmt gern Skitouren - und schickte uns am 28. Dezember schneereiche Fotos von einer Tour am Eibl, dem Türnitzer Berg. Dazu schrieb er mir, dass mich der Wirt des Schutzhauses schön grüßen lässt und dass wir doch mal dort vorbeischauen sollten. 

Ich hatte zwar keine genaue Ahnung, wer "der Wirt" ist, aber laut meinem Bruder konnte er sich gut an mich erinnern und würde sich freuen, mich zu sehen. Edi und ich fackelten nicht lange: Am 31. Dezember hatten wir Zeit, also auf nach Türnitz! Die Schneeschuhe konnten wir allerdings im Auto lassen, der Berg hüllte sich in grüne Wiesen und Sonnenschein. 

 

Nach rund eineinviertel Stunden hatten wir den Berg erklommen, und oben gab es dann eine Zeitreise in die Vergangenheit - denn ich glaube, Karl, den Wirt der Teichhütte, habe ich zuletzt vor rund 40 Jahren gesehen, als er noch bei den Skiliften arbeitete und ich noch regelmäßig nach Türnitz kam. Es ist schon lustig, wenn man Menschen wiedertrifft, die man als Kind gekannt und zuletzt als junge Erwachsene gesehen hat. Aber ich kann mich auch noch sehr gut an ihn, seine beiden Geschwister und ihren Bauernhof erinnern. Wer weiß, vielleicht werden wir jetzt ja häufiger nach Türnitz kommen, denn das Wandern in dieser Gegend ist mindestens so schön wie einst das Skifahren - und in der Teichhütte hat's uns nicht nur sehr gut geschmeckt, hier werden auch hauptsächlich Produkte aus dem familieneigenen Bio-Bauernhof angeboten.

Unsere Silvester-"Feier":
Für den Silvester-Abend hatten uns unsere Vis-a-vis-Nachbarn zum Punschtrinken eingeladen. Wir brachten Sekt und Kekse mit und verbrachten ein paar nette Stunden mit ihnen. Später sahen wir uns daheim noch einen Teil der Disney+-Doku The Beatles: Get Back an. Sunny hat euch hier schon einiges über diese Doku erzählt. Sobald die Silvesterknallerei zu Ende war, fielen wir erschöpft ins Bett. So eine Wanderung in frischer Luft - und dann noch Punsch und Sekt - das macht doch etwas müde 😜


Gerettetes Essen:
Ich wollte euch noch erzählen, wie wir das bei Hofer erstandene Too-good-to-go-Essen angelegt haben: Die (leckeren) Apfelstangen gab's teilweise abends, teilweise am nächsten Tag zum Frühstück, die Avocados wurden mittags zu einem Avocado-Shrimps-Cocktail nach einem Rezept meiner Freundin Monika, die Heidelbeeren kamen ins Müsli... und aus dem Kilo Kaki-Früchte und den Himbeeren kochten wir Marmelade - ich muss sagen, die ist richtig gut geworden (und außerdem hat sie eine hübsche Farbe, siehe Fotos von Kochen oben)! Ich würde nie auf die Idee kommen, mir Kakis regulär zu kaufen (oder Himbeeren im Winter, das fällt für mich unter "Öko-Sünden"), aber nachdem sie andernfalls weggeworfen worden wären, haben wir ihnen auf diese Weise zu einem sinnvollen neuen Leben verholfen. Und ein Gläschen der Marmelade wird demnächst an meine Freundin Maria verschenkt 😊.

Gehäkeltes und Neujahr:
In der Collage oben zeige ich euch außerdem noch meine zweite Häkelmütze - sie ist wie der Schal in den Farben grün, petrol und taupe gehalten - und die fertige Grannies-Decke. Die wollte ich ja ursprünglich für mich selbst machen, dann dachte ich mir, vielleicht wollen Jana und Michael ja eine Decke die zu Jamies Babydecke passt, aber die beiden meinten, sie hätten ausreichend viele Decken. Doch als meine Freundin Brigitte die Babydecke gesehen hatte, meinte sie "Ich will auch so eine tolle Decke!" Das war zwar scherzhaft gemeint, aber nachdem ich eigentlich auch ausreichend viele Decken besitze, dachte ich mir, wenn Gitty die "Erwachsenen-Decke" wirklich haben will, dann bekommt sie sie. 
 
Als uns Brigitte und Peter am Neujahrs-Abend besuchten, fragte ich sie, wie ihr die Decke gefällt und ob sie sie haben will. Brigitte meinte zwar, das könne sie nicht annehmen, das sei doch so viel Arbeit gewesen - aber der Gedanke, sie ihr zu schenken, fühlte sich irgendwie gut und richtig an, besser als "behalten" 😉. Und ich denke, die Decke wird von Gitty so in Ehren gehalten werden, wie ich die beiden Strickdecken meiner Großmutter in Ehren halte. Danach hatten wir noch einen netten Plauder- und Kartenspiel-Abend mit den beiden - eine angenehme Form, den ersten Tag des Jahres ausklingen zu lassen.

Ich hoffe, auch ihr habt Weihnachten und den Rutsch ins Neue Jahr gut verbracht - und ich danke euch für eure guten Wünsche und lieben Kommentare zu meinem vorigen Post! Auch ich wünsche euch allen (und mir selbst), dass es ein gutes, glückliches, gesundes Jahr wird - und ein Jahr voller positiver Entwicklungen, das wäre sehr wichtig für die Welt. Schauen wir mal, ob das die Menschheit zustandebringt 😉...


🍀🥂😘

🍀🥂😘 Ganz herzliche rostrosige Neujahrs-Grüße,  🍀🥂😘

🍀  T  r  a  u  d  e  🍀




Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

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Samstag, 18. Dezember 2021

Advent 2021 bei den Rostrosen

 ✨🕯️❣️ Servus ihr Lieben! ❣️🕯️✨


Ich danke euch herzlich für eure wunderbaren Kommentare zu meinem neuesten Italien-Reiseberichts-Kapitel Ausflug ans Meer und in den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle. Ich denke, für die Fortsetzung meiner Italien-Schilderungen werde ich mir ein bisschen Zeit lassen - und mir vielleicht sogar eine kleine Blogpause bis in den Jänner hinein gönnen - mal sehen.

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch jedenfalls erzählen, wie wir die Adventzeit 2021 bisher verbracht haben. Einen Teil unserer "Adventsrituale" habe ich euch bereits in meinem Posting Oma-Freuden 💝👶💕... und was sonst noch im November los war... gezeigt und bei der Blogparade der Ü30-Blogger verlinkt - heute gibt es dazu noch einen kleinen "Nachschlag".


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Spaziergang mit Streichel-Katze:
Die folgenden Fotos stammen zwar von einem Dezemberspaziergang (am 2.12.), aber unter Adventsrituale fällt das noch nicht. Spaziergänge und Walkingrunden gibt es bei mir ja das ganze Jahr über. Und manchmal gibt es dabei solch süße Begegnungen wie diese hier, die Edi fotografisch festgehalten hat: 

Die verschmuste Mieze kennt uns bereits und holt sich immer wieder gerne ein paar Streicheleinheiten ab.
 
Saure Beeren:
Die folgenden Fotos entstanden beim Walken am 3. Dezember, einem Tag mit prachtvollem blauem Himmel, und der gelbe Senf stand noch in voller Blüte. Die roten Beeren sind Berberitzen (Sauerdorn); von Brigitte habe ich gelernt, dass sie essbar und reich an Vitamin C sind. (Deshalb - und wegen ihres säuerlichen Geschmacks - werden sie auch "Zitronen des Nordens" genannt.) Ich hatte ich sie zuvor sogar schon mal gegessen - nämlich bei Parisay, der iranischen Frau meines Cousins Martin. Im Nahen Osten besitzen Berberitzen nämlich einen hohen Stellenwert und haben seit jeher einen festen Platz auf dem Speiseplan, z.B. als würzende Zutat für Reisgerichte, in Fleischspeisen oder Salaten. Auch bei uns gibt es sie mittlerweile in Bioläden getrocknet zu kaufen. 
 
Bei einem Ausflug mit Brigitte und Peter im November haben wir einige der Beeren geerntet und daheim getrocknet. Einige davon habe ich schon mal ins Couscous gegeben. Als Zutat zu Tee sind sie ebenfalls gut geeignet. Ob die Pilze, die ich an diesem Tag fotografiert habe, ebenfalls genießbar sind, weiß ich leider nicht...

Weihnachtskeks-Backstube:
 
 Adventsrituale ü30Blogger & Friends Bloggeraktion im November 2021
 
 
Edis absolute Lieblings-Kekse sind Vanillekipferl, und weil wir schon mal so schön am Backen waren, haben wir in Lauf der Dezembertage auch noch Kokosbusserl, Linzeraugen und Amerikanische Eggnog Snickerdoodle Cookies gebacken! (Letztere einfach weil ich den Namen so süß fand! Das ursprüngliche Rezept für die Eggnog Snickerdoodle Cookies hatte ich aus einem US-Blog - aber Hilfe, ich weiß nicht mehr aus welchem - könnt ihr mir einen Tipp geben? )
 
Der Duft, der nach dem Backen durchs Haus zieht, ist einfach durch nichts zu ersetzen - das ist Weihnachtsduft pur! Teilweise werden die Leckereien natürlich verschenkt, damit nicht alle Kalorien ausschließlich auf unseren Hüften landen 😉😋...

Spaziergang mit Vogel-Beobachtungen:
Am 8. Dezember unternahmen Herr Rostrose und ich abermals einen Spaziergang bei den Senffeldern. Diesmal hatte ich nicht nur das Handy mit, sondern meine Nikon, und damit gelang es mir, ein paar der Vögel, die wir unterwegs sahen, fotografisch einzufangen. Die Kohlmeisen waren jedenfalls ganz und gar nicht kamerascheu. Der Greifvogel war allerdings doch eine Spur zu weit weg für eine genauere Bestimmung und bessere Fotos - ich tippe aber auf Mäusebussard. In der übernächsten Collage seht ihr auch noch einen Buchfinken, der jedoch durchs Geäst nur schwierig zu fotografieren war. Bei einem Spielplatz übte ich außerdem zu balancieren 😊.

ABC - die Katze lief im Schnee 😺 (mal wieder):
Kaum zu glauben, wie sich die Landschaft nur einen Tag später verändert hatte! Denn in der Nacht auf den 9. Dezember fing es bei uns zu schneien an - und im Gegensatz zu den ersten Schneefällen dieses Jahres am 26. und 28. November war es diesmal richtig VIEL Schnee ⛄, und der blieb auch für ein paar Tage liegen. 

Unsere Nina brauchte zwar mehrere Anläufe, bis sie sich entscheiden konnte, ob sie tatsächlich zu den Nachbarn wandern will, aber letztendlich stapfte sie tapfer nach drüben. Damit sie sich den Weg nicht umsonst macht oder in der Kälte umherirren muss, schrieben wir ihnen eine Nachricht : "Nina ist auf dem Weg zu euch" und bekamen kurz darauf die Antwort: "Juhu geschafft 😸".

 

Den blauen Himmel gab's dann erst am nächsten Tag 🌞.
 
Neue Mütze, selbstgemacht: 
Nachdem es mit dem Häkeln der Grannydecken so gut geklappt hatte, machte ich mich während des letzten Lockdowns an ein neues Handarbeitsprojekt. Ich wollte schon lange eine Mütze im "richtigen" Grünton für mich anfertigen - also in jenem gelbstichigen Grün, das ich so liebe. Deshalb habe ich mir bereits vor etwa drei Jahren das Buch Mützenzauber - häkeln gekauft. Das Projekt scheiterte ursprünglich daran, dass die im Vorfeld gekaufte Wolle viel zu dünn für die im Buch vorgestellten Modelle war und ich nirgendwo eine dicke Wolle im gewünschte Grünton fand.

Nachdem man im Lockdown ohnehin in keinem Laden Wolle kaufen konnte, begann ich im Internet zu suchen, Edi half mir dabei - und wurde fündig (Wolle: Schachenmayr - Boston apfelgrün). Und somit konnte ich mir endlich ein Hauberl häkeln. Ich habe dazu die Anleitung für die Mütze "Nell" verwendet, sie allerdings ein wenig an mein Bedürfnis angepasst, ausreichend Platz für meinen Pferdeschwanz zu schaffen. Als Verzierung verwendete ich zwei 60er-Jahre-Knöpfe von meiner Mutter.


Too good to go:
So warm verpackt zogen wir los, um uns unser nächstes Too-good-to-go-Überraschungspaket um € 4,90 zu holen. (In meinem vorvorigen Posting habe ich euch mehr über diese wertvolle Initiative erzählt, die es inzwischen in vielen Ländern gibt.) Und wieder konnten wir tolle Lebensmittel davor retten, im Müll zu landen: Brot und Fisch haben wir eingefroren, die anderen Speisen haben wir im Lauf der nächsten Tage vernascht - das meiste hält ja noch mehrere Tage lang, nur die Sandwiches mussten noch am selben Tag gegessen werden (und wurden somit unser Abendbrot), die wären wohl tags darauf schon recht matschig gewesen.

Die "Frikadellen", die ihr in der Collage ebenfalls seht, haben noch etwas mit dem vorangegangenen Lebensmittel-Rettungspaket zu tun. Denn das waren die fleischlosen Fleischlaberl (Buletten) aus Brot, Zwiebel und Gewürzen, über die ich euch neulich erzählt habe - das Rezept stammt aus dem Gratis-Remix-Kochbuch (wir haben zusätzlich noch kräftig Knoblauch, Senf und Majoran dazugegeben). Wir fanden die Laberl beide sehr gut!


Kleiner Ausflug und neuer DIY-Schal zur neuen DIY-Mütze:
Nachdem das Do-it-Yourself mit der Mütze so gut geklappt hat und ich noch dicke apfelgrüne Wolle übrig hatte, kaufte ich nach dem Lockdown im Lagerhaus zwei weitere Boston-Wollen - die eine in Petrol, die andere in Taupe - und häkelte den Schal "Peaches II" (ein offener Loop mit Bindeband, ebenfalls nach einer Anleitung im Mützenzauber-Buch). Und weil dann immer noch Wolle übrig war,  begann ich noch eine weitere Mütze zu häkeln 😁, aber die zeige ich euch ein andermal. Kurz, mich hat das Häkelfieber ziemlich erwischt - Edi meint, ich wäre jetzt eine richtig Woll-lüstige Frau 😜

Die neuen warmen Wollsachen kamen gerade recht zu einem Treffen mit Brigitte und Peter. Die beiden waren während des Lockdowns auf Kur (nicht lustig, mit Mund-Nasenschutz Gesundheitsgymnastik zu machen...), aber jetzt sind sie wieder da, und das mussten wir natürlich vor Weihnachten nochmal nützen. Also unternahmen wir einen gemeinsamen Spaziergang in der Wohngegend der beiden, vorbei an vielen Gärten mit Weihnachtsschmuck, an neuen Wohnsiedlungen, die aus dem Boden sprießen, wo einst Glashäuser und Felder waren, an Schlehensträuchern und an einem witzigen Feuerwehrspielplatz.

Als frischgebackene Oma muss ich natürlich für Spielplatzbesuche trainieren, damit ich fit bin, wenn Klein-Jamie in ein paar Jahren groß genug dafür ist - also eilte ich den hölzernen Feuerwehrleuten zu Hilfe - und einen Ritt auf dem feuerspeienden Drachen legten Brigitte und ich auch ein!

 

Unter der Steppjacke:
Für den Fall, dass euch interessiert, was ich unter der roten Steppjacke  trug, kommt hier als kleines Zwischenspiel eine Outfit-Collage: Natürlich ist auch hier wieder (wie schon weiter oben) alles Schrank-geshoppt.


Vogelbeobachtung am Schotterteich:
Aber der Spaziergang mit unseren Freunden war noch nicht zu Ende. Wir kamen auch noch an einem Schotterteich vorbei, der in den Sommermonaten ein Badeteich für die Anwohner ist - und außerdem Lebensraum für manche Wildvögel - wie z.B. Blässhühner, Rallen, Möwen, Stockenten, Gänse und Cormorane. Hier gab es einiges für uns zu beobachten:

 

Nach dem Spaziergang waren wir von den beiden noch zu einem Carcassonne-Spielenachmittag und zum Abendessen eingeladen - und auch, wenn wir im Lockdown nicht das Gefühl hatten, dass uns sehr viel abgeht (außer vielleicht das eine oder andere Enkel-Treffen), war es doch ein sehr schönes Gefühl, mal wieder einige Stunden in der Gesellschaft von Freunden zu verbringen. 
 
Die Weihnachtsmann-Mütze, die ich auf dem unteren Foto trage, war ein Geschenk von Brigitte. Weiter unten seht ihr dann, wie sie meiner Schaufensterpuppe Amanda steht:


Ein nostalgisches Schild und ein sehr altes Tor:
Mir ist aufgefallen, dass ich in diesem Posting bisher kein Schild für Artis nächsten Schilderwald und kein Tor für Novas T in die Neue Woche habe. Das geht gar nicht! 
 
Doch in meinem Archiv gibt es jede Menge Fotos aus diesem Jahr, die ich bisher in keinem Posting untergebracht habe. Die beiden folgenden stammen von einem Ausflug am 17. Juni nach Feistritz. Von diesem Tag habe ich euch nur einige wenige Aufnahmen in meinem Juni-Rückblick gezeigt, ein paar andere blieben auf der Strecke. So zum Beispiel das Tor zur Burg Feistritz, das ihr unten rechts seht. Und dieses Schild unten links, bei dem es um das wichtige Thema "richtiges Verhalten in der Natur" geht: Aufgrund seines rührend altmodischen Textes zauberte es mir ein Lächeln ins Gesicht: 
 
"Seid ruhig - lärmt nicht - auch nicht mit Rundfunkgeräten und Plattenspielern." Nun, ich denke, die wenigsten Leute gehen heute noch mit derartigen Gerätschaften in die Natur, aber Smartphones oder Bluetooth-Brüllboxen gab es wohl noch nicht, als dieses Schild angebracht wurde. Auch hübsch: "Achtet Bauernfleiß und die Mühen des Forstmannes." Mir kommt vor, der Text stammt noch aus den 1960ern, doch das Thema ist aktueller denn je...


Zurück in die Gegenwart:
Hier seht ihr nun Amanda mit der Weihnachtsmann-Mütze. Ich finde, sie steht ihr um einiges besser als mir. Zur Feier der Weihnachtszeit habe ich sie in Rot eingekleidet - mit meinem roten Sommerkleid und einem roten Strickcardigan. So passt sie auch gut zu den roten Windlichtern.

 

Ja, ihr Lieben, und mit dieser Collage verabschiede ich mich für heute bei euch - in jedem Fall bis nach Weihnachten, möglicherweise auch bis zum nächsten Jahr. 

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Weihnachtszeit, Lichterglanz, Gemütlichkeit, wenn möglich auch Zeit mit euren Liebsten oder eine ruhige, genussvolle Zeit für euch selbst. Macht es euch schön, seid von liebevollen Gedanken erfüllt und gebt sie weiter - die Welt braucht das. (Und für alle, die der Welt noch etwas zusätzliches Gutes tun wollen, habe ich im PS eine wichtige Petition zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes.)

🎄🎅🏻 🌟 🎅🏻🎄

❣️🕯️✨ Frohes Fest und kuschelige Tage! 🕯️❣️

🕯️  T  r  a  u  d  e  🕯️




Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, bei Close to the Ground - Jutta,  Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 

 

PS:
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist eine einzige Katastrophe für die Umwelt. Er hat grünes Licht für illegalen Bergbau und Abholzung auf indigenem Land gegeben, Umweltbestimmungen sabotiert, und nun ist die Zerstörung des Amazonasgebiets in einem Jahr um mehr als 20 % gestiegen - ein Verlust, der 3.000 Fußballfeldern pro Tag entspricht!

Bild von HIER

Er glaubt, dass er damit durchkommt - aber es gibt eine Möglichkeit, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Eine Gruppe engagierter Anwälte will den Internationalen Strafgerichtshof dazu bringen, Bolsonaro wegen seiner mutmaßlichen Angriffe auf den Amazonas und dessen Beschützer zu verfolgen. Ob es dazu kommt, hängt von der Entscheidung des neuen Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, ab.
 
Der Chefankläger weiß, dass eine Ermittlung wie diese den Lauf der Geschichte beeinflussen und uns einer neuen Ära für den Umweltschutz näher bringen könnte - und sie liegt jetzt auf seinem Schreibtisch! Geben wir ihm den Mut, jetzt zu handeln! Es gibt bereits fast eine Million Stimmen der öffentlichen Unterstützung aus allen Teilen der Welt - aber ich denke, da geht noch mehr! Schließlich geht der Regenwald uns ALLE an. Hier geht es zu der Petiton von Avaaz: KLICK
 

Sonntag, 12. Dezember 2021

Italien-Reisebericht - Ausflug ans Meer und in den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle (Toskana)

 

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

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Im vorigen Kapitel ging es um unseren Tagesausflug nach Siena und San Gimignano. Heute erzähle ich euch von jenem Ausflug, den wir tags darauf, am 16. September 2021, unternahmen. Dieser war ganz und gar anders als der vom Vortag - ein echtes Kontrastprogramm. Ihr werdet keine der Ortschaften zu sehen bekommen, wie sie für die Toskana so charakteristisch sind, sondern türkisgrünes Meer, ein Hafenstädtchen, dunkle Wolken und prallbunte Kunst! Habe ich euch neugierig gemacht? Dann kommt bitte mit!


Ciao ihr Lieben!

Einer der fixen Pläne unserer Italienreise war ein Besuch des Giardino dei Tarocchi. Und wir wollten möglichst bald dorthin. Leider kann man in den Park nicht einfach spontan hinein, wenn das Wetter passt und man Lust und Laune dazu hat. Wir mussten online reservieren und uns für ein Zeitfenster entscheiden. (Ich glaube, das ist auch außerhalb von Covid-Zeiten so.)

Weil die Wetterprognose für Bucine oder Gavignano (wo sich unser Ferienhäuschen befand) für den 16.9. Regen 🌧️ angekündigt hatte, für Capalbio bzw. Garavicchio, wo sich der Tarotgarten befindet, hingegen passables Wetter ⛅, bestellten wir für diesen Tag Tickets. Leider klappte das mit dem Nicht-Regnen nicht ganz so, wie gewünscht und vorausgesagt...

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Brigitte hatte den Tagesausflug wieder gut durchgeplant. Unsere Karten im Tarotgarten galten ab dem frühen Nachmittag. Die Fahrt zwischen Bucine und Capalbio dauert etwa 2 Stunden. Also blieb genug Zeit, um den einen oder anderen Zwischenstop und ein gemütliches Mittagessen einzubauen. Wir fuhren zunächst ans Meer, denn das lag schön auf der Strecke.

 

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Strand-Stop Playa Paraiso Gianelle:
An der Küste des Tyrrhenischen Meeres gibt es mehrere Dünenstreifen (Tomboli), die die Halbinsel Monte Argentario mit dem toskanischen Festland verbinden. Auf dem nördlichen Tombolo di Giannella verläuft eine zum Monte Argentario führende Autostraße; diese wird flankiert von Campingplätzen und Appartementanlagen, und es gibt kostenpflichtige Parkplätze für Strand-Besucher. Bei einem dieser Parkplätze machten wir Halt, um ein bisschen Strandfeeling und Meeresdüfte zu genießen. 
 
Lange blieben wir allerdings nicht, denn die dunklen Wolken wirkten nicht gerade beruhigend. Und für mich genügt es ohnehin, wenn es nach Meer riecht und klingt - das liebe ich sehr; ich muss nicht unbedingt ins Wasser hinein 😉 Aber zumindest Brigitte genoss das Barfuß-Waten im Meer 😎. Ansonsten vergnügten wir uns mit Meeresluft-Atmen und Fotografieren - Brigitte spezialisierte sich auf Muscheln, Edi auf Wolken und ich auf Eidechsen 😁... 

 

Dieser Hafenort liegt an der Nordseite der Halbinsel Monte Argentario am Tyrrhenischen Meer. Hier hatten wir unser Mittagessen in einem guten Fischrestaurant eingeplant. Aber auch der Ort selbst ist sehenswert - ich denke, man könnte dort durchaus mehr Zeit verbringen und z.B. die Spanische Festung mit Zugbrücke (aus dem frühen 17. Jahrhundert) besichtigen oder durch die hübschen Altstadt-Gässchen flanieren. Außerdem gibt es in der Lagune von Orbetello ein Naturreservat des WWF, das zu den unberührtesten Naturgebieten der Toskana gehört. Hier kann man seltene Vogelarten wie den Stelzenläufer, rosa Flamingos, Silberreiher oder Fischadler beobachten.


Aber wir waren ja nur auf der "Durchreise" in Richtung Niki-Park, deshalb begnügten wir uns mit einem Spaziergang entlang des Hafens und kehrten dann im Ristorante Il Moletto ein. 

Wie so oft in Italien, bestellte ich mir auch dort Spaghetti Vongole - in der Hoffnung, dass sie geschmacklich an jene heranreichen, die ich im Jahr 2013 in Rom gegessen habe (aus wahrer Begeisterung gleich an zwei Tagen hintereinander 😉). Fazit: Sämtliche Spaghetti-Vongole-Portionen, die ich in diesem Toskana-Urlaub aß, waren sehr gut. Aber die in Rom hatten durch irgendein (leider nicht näher identifizierbares) Gewürz eine ganz besondere Geschmacksnote erhalten, die bisher unerreicht ist...

Wie auch immer, es war eine feine Mittagspause, aber jetzt ging's endlich in Richtung Tarotgarten 😊👍 - einem meiner Lieblingsorte auf dieser Welt 💓. Dabei passierten wir eine Mühle, die mitten in der Lagune von Orbetello steht, die so genannte Mulino spagnolo oder Spanische Mühle. (Siehe unten links. Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr mehr über ihre interessante Geschichte erfahren.)

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Ein kleines Zwischenspiel über meine stürmische Liebe zum Giardino dei Tarocchi:
Um euch zu erklären, was mir der Tarotgarten der Niki de Saint Phalle bedeutet, muss ich ein Stück weit ausholen. Ich habe euch die Geschichte schon in einem Posting aus dem Jahr 2009 erzählt, aber sie ist so wunderbar (im wahrsten Sinn des Wortes), dass ich sie euch neu erzählen möchte:
 
Es begann alles Mitte der 1980er Jahre mit einem Artikel in der Zeitschrift Cosmopolitan. Ich las ein faszinierendes Portrait über die 1930 geborene Ausnahmekünstlerin und ihr Lebenswerk: Seit 1979 arbeitete Niki de Saint-Phalle an einem noch geheimgehaltenen Ort in der Toskana zusammen mit ihrem Ehemann Jean Tinguely und einigen anderen Künstlern und Handwerkern an der Entstehung eines Parks mit Riesenskulpturen, die die 22 Großen Arkana des Tarot-Spiels darstellen.
 
Die Inspiration zu diesem Tarotgarten war bereits im Jahr 1955 gekommen, als sie Antoni Gaudis Park Güell in Barcelona kennenlernte. (Diesen Park hatte ich im Jahr 1981 ebenfalls kennengelernt und war davon hingerissen gewesen. Im Jahr 2012 war ich abermals im Park Güell und berichtete euch in meinem Blog darüber.) Im Jahr 1974 erzählte Niki ihrer italienischen Freundin Marella von ihrem Traum eines Gartens mit Tarot-Skulpturen und die Freundin war begeistert. In der Folge stellten Marellas Brüder, Carlo und Nicola Caracciolo, Niki ein Landstück des Familienbesitzes für die Verwirklichung ihres Traums zur Verfügung. Ansonsten wurde der Park vor allem durch Eigenmittel finanziert; Niki de Saint-Phalle kreierte zu diesem Zweck auch ein eigenes Parfum. Im Cosmopolitan-Artikel hieß es dazu: 
 
"...sinnlich-schwer, in einer kobaltblauen Flasche mit einer Miniaturplastik darauf: zwei Schlangen, die sich umschlingen, goldfarben die männliche, bunt die weibliche. Die große Flasche dieses Parfums kostet rund fünfhundert Mark. Niki de Saint Phalle: "Das ist ein sehr teures Parfum, aber eine sehr günstige Skulptur." Unter Sammlern gilt sie längst als gefragtes Objekt."
 
Die Fotos, die vom Tarotgarten-Projekt in der Zeitschrift gezeigt wurden, brachten etwas in mir zum Schwingen, und zwar gewaltig. Ich las, dass die Eröffnung des Parks in etwa zehn Jahren stattfinden würde, und ich wusste, dass ich dann dorthin musste.

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In den folgenden zehn Jahren verlor ich den Traum, diesen Park zu besuchen, niemals aus den Augen. Manche Menschen wollen unbedingt nach Florenz, Siena oder Pisa - für mich war der Tarotgarten ursprünglich der einzige Grund, weshalb ich in die Toskana wollte. (Ebenso, wie im Jahr 2004 nur das blaue Haus von Frida Kahlo mich nach Mexico City gelockt hat. So ticke ich eben 😉.)  

1996 war es endlich so weit: Ich las in einem Reiseführer, dass der Giardino dei Tarocchi besichtigt werden kann - und somit buchten wir unsere erste Reise in die Toskana. Wir richteten uns nach den im Buch angegebenen Öffnungszeiten ("googeln" war damals ja noch nicht) und fuhren am 2.Juli 1996 in Richtung Capalbio.

Als wir beim Tarotgarten ankamen, standen wir vor einem verschlossenen Tor und der Parkplatz war verwaist 😯😰😲! Auf dem Tor hatten andere Besucher bereits Nachrichten hinterlassen. Eine davon lautete "Niki, we are soo disappointed!" Offenbar hatte sich die Eröffnung verzögert. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte zehn Jahre lang auf diesen Besuch hingefiebert, wir hatten Hunderte von Kilometern zurückgelegt, um in die Toskana zu kommen - und nun sollte ich nicht in den Park hineinkönnen?! Ich starrte auf den Gitterzaun, der mich von Nikis enormen Plastiken trennte, die Tränen rannen mir über die Wangen; zugleich überlegte ich, wie ich es doch noch schaffen könnte, in den Park zu gelangen - zur Not auf illegalen Wegen 😉. Aufzugeben, zu unserem Ferienhaus zurückzukehren und vielleicht in ein paar Jahren wiederzukommen, war einfach keine Option.

Ein Autobus mit deutschen Touristen brachte die Wende. Auch sie hatten wohl falsche Informationen erhalten. Über eine Gegensprechanlage diskutierte die Reiseleiterin laut und heftig in italienischer Sprache mit den Bauarbeitern, die dort zugange waren. Ich weiß nicht, mit welchen Konsequenzen sie gedroht hat, aber sie muss sehr überzeugend auf die Arbeiter gewirkt haben. Denn plötzlich kam Bewegung in das Tor! - und die Reiseleiterin verkündete ihrer Gruppe: "Wir dürfen rein - für zehn Minuten!" Natürlich waren da auch wir fünf (also Edi, Jana und ich sowie unsere Freundin Anita und ihre Tochter Natascha) mit von der Partie, es zählte ja niemand nach. 

Alle jubelten, doch gewiss freute sich niemand so unbändig wie ich! Noch heute denke ich, dass dieses Glück wohl ein einzigartiges war - ein Wunder, für das ich mich ewig dankbar fühle. Wie viele andere mussten enttäuscht nach Hause fahren, weil es KEINE resolute Reiseleiterin gegeben hatte, die genau zum rechten Zeitpunkt daher kam und das Blatt wendete.

Aus den erlaubten zehn Minuten wurde eine knappe Stunde, die ich wie in einem Rausch erlebte. Ich selbst habe an diesem Tag kein einziges Foto gemacht - das übernahm zum Glück Edi für mich - ich habe bloß aufgesaugt. Und ich war rundum im Glück. Erst im Jahr 1998 wurde der Park wirklich eröffnet. Er war von Anfang an ein Sehnsuchtsort, ein Glücksort für mich und ist es geblieben: Im Jahr 2000 kamen wir ein zweites Mal hierher... und nun also, 21 Jahre später, ein drittes Mal. Leider ist Niki de Saint-Phalle im Jahr 2002 verstorben, doch in diesem fantastischen, prallbunten, inspirierenden Park lebt sie weiter.

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Giardino dei Tarocchi:
Ich bin jedes Mal aufs Neue überwältigt, wenn ich vor den gewaltigen Skulpturen stehe, die irgend etwas in meinem Inneren absolut ansprechen. Und ich muss zugeben, ich befinde mich auch jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin. Deshalb zog ich zu Beginn unseres diesmaligen Besuches auch gleich meine blaue Regenpelerine an, obwohl es nur leicht nieselte und die meisten Besucher auf Regenschutz verzichteten: Ich wollte durch absolut nichts von Nikis Figuren abgelenkt werden - falls der Regen stärker würde, dann würde er eben stärker, Hauptsache, ich brauchte mich nicht mehr darum zu kümmern... (Der Regen wurde aber glücklicherweise nicht stärker, er hörte irgendwann sogar wieder auf, und letztendlich zog ich meinen Umhang aus...)

 

Dass das Blau der Pelerine ausgesprochen gut zu der Figur hinter mir passte, fiel mir erst beim Betrachten der Fotos auf 😉. Die blaue Hohepriesterin - Karte Nr. 2 - war übrigens die erste Skulptur, die Niki umsetzte. Die Tarotfigur des Magiers - Karte Nr. 1 - ist mit der Hohepriesterin verschmolzen - ein über und über mit Spiegelkacheln verkleideter Kopf, aus dem eine Zauberhand ragt. Im Brunnen unterhalb der Hohepriesterin befindet sich das Rad des Schicksals - Karte Nr. 10 - das Jean Tinguely schuf. (Falls ihr euch für die Bedeutung der einzelnen Tarotsymbole und für Nikis Auslegung interessiert, kann ich euch diesen Artikel empfehlen. Oder ihr klickt auf der interaktiven Karte der Tarotgarten-Website auf die jeweiligen Symbole.)

 

Zur Drachenstatue könnt ihr auf der Website beispielsweise lesen:
"Die Stärke - Karte Nr. 11 - Eine zarte junge Frau führt an unsichtbarer Leine einen wilden Drachen. Das Ungeheuer, das die Frau zu zähmen hat, lauert in ihrem Inneren. Sie muss ihre eigenen Dämonen bezwingen. In der Erfahrung dieser schweren Prüfung wird sie ihre eigene Stärke entdecken."

Das Bezwingen innerer Dämonen war für Niki de Saint-Phalle vor allem in jungen Jahren überlebens-notwendig. Ab ihrem elften Lebensjahr war sie von ihrem Vater, einem verarmten Adeligen, mehrere Jahre lang sexuell missbraucht worden - ein Trauma, das sie beinahe in den Wahnsinn trieb. Die Kunst rettete sie. „Ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab“, sagte sie selbst dazu.

 

In der unteren Collage seht ihr unter anderem den verspiegelten Turm (zu Babel) - Karte Nr. 16. Von Jean Tinguely stammt die symbolische Skulptur des Blitzes, der in den Turm einschlägt und somit festgefahrene Strukturen einreißt. Ihr seht hier auch Details anderer Figuren - leider ist mir nicht von allen die Bedeutung klar. Der spiegel-silbrige Ritter oder Geist zählt jedenfalls nicht zu den Großen Arkana des Tarotspiels und wird auf der Webseite nicht näher erklärt. Er eignet sich aber gut für Versteckspiele 😉. 

Das rote, raketenartige Gebilde und der rotbunte Säulengang sind Details des Herrschers (oder Kaisers); es handelt sich dabei um die Tarotkarte der männlichen Macht im Guten wie im Schlechten, im Beschützenden wie Unterdrückenden. Diese Macht hat den Menschen die Naturwissenschaften gebracht, aber auch den Krieg. In der untersten Reihe seht ihr links den Tod, ohne den das Leben (laut Niki) keinen Sinn hätte, mittig einen Teil des Körpers der Herrscherin oder Kaiserin, und rechts wirft Peter einen Blick in eine der Plastiken ("Weltenbaum").

 

Hier seht ihr die Herrscherin (oder Kaiserin) - Karte Nr. 3 - von vorne: eine der größten und prallsten "Nanas", die Niki de Saint Phalle je schuf, etwa 20 Meter lang und 10 Meter breit. (Nur "Hon" war länger, aber nicht so hoch.) In dieser beschützenden "Mutter", die wie eine Sphinx auf dem Hügel ruht, lebte und arbeitete die Künstlerin sieben Jahre lang. Seht ihr die rosa Tür? Und es gibt auch mehrere Fensterluken in der Figur. 


In den folgenden beiden Collagen seht ihr u.a. das Innenleben der Herrscherin - inklusive Schlangen-Dusche, Bett, Küche und Tisch. Falls ihr euch fragt, wie es Niki de Saint Phalle aushielt, in einer derart  verspiegelten "Wohnung" zu leben, ohne wahnsinnig zu werden, kommt hier die Antwort: 

Denn in dem Cosmopolitan-Artikel aus den 1980ern kann man nachlesen, dass Nikis Lebensraum "aus einer weitläufigen, länglichen Höhle" bestand, "die Wände sind weiß und grob gemauert; auf der einen Seite ein großer Arbeitsbereich, auf der anderen ein kleiner Küchenbereich, dazwischen Wohnfläche mit zwei rosa-blauen Sofas vor einem Kamin, einem Esstisch und einem Ping-Pong-Tisch. Schläger und Bälle weisen darauf hin, dass er benutzt wird."  

Die verspiegelten Flächen kamen also offenbar erst nachträglich dazu. Auch der Tisch dürfte noch nicht verspiegelt gewesen sein. Und ich denke, die Tarotfigur Der Wagen - Karte Nr. 7  befand sich auch noch nicht in der Herrscherin.

In der Mitte der folgenden Collage seht ihr das Innenleben der Kapelle der Mäßigkeit, die Niki aus Dankbarkeit errichtete, nachdem Jean Tinguely nach einem Herzinfarkt wieder gesund wurde. Auf dieser Kapelle steht der "Engel der Mäßigkeit" (den zeige ich euch ein Stück weiter unten). Auch eine andere Karte (die Auferstehung - Nr. 20) stellte Niki durch einen Engel dar, siehe folgende Collage rechts oben.

 

An Detailreichtum kaum zu überbieten ist der Hof des Herrschers oder Kaisers - Karte Nr. 4. Hier findet sich nicht nur ein wunderbar bunter Brunnen mit vier fröhlich badenden Nanas, sondern ein Arkadengang, bei dem jede Säule, jede Wandnische anders gestaltet ist. Und es gibt auch noch ein oberes Stockwerk, auf dem man umherwandeln kann. 

Dieser Hof ist mir der aller-allerliebste Ort an diesem Lieblingsort 😉😊😍 - denn es gibt hier sooo vieles zu entdecken und zu staunen:

   

Wie gern wäre ich an diesem Ort einmal ganz ohne andere Touristen, um ihn einfach nur in aller Ruhe eine Stunde lang auf mich wirken zu lassen. Aber das wird wohl ein ewiger Wunschtraum bleiben. Also genieße ich, was ich habe, und strahle dem fotografierenden Herrn Rostrose entgegen. Mein Haarband sieht so derangiert aus, weil ich mir die Pelerine einfach wild vom Leib gerissen habe, als mir darin zu warm geworden war. Ihr wisst schon: Nur um nichts anderes kümmern müssen 😉.

Von der folgenden Collage möchte ich euch vor allem die untere Reihe  genauer vorstellen (den Rest erkläre ich später): Da seht ihr zum einen links die Katzenstatue mit der Aufschrift Ricardo. Diese Skulptur schuf Niki zum Andenken an Ricardo Menon, der ab dem Jahr 1977 ihr Assistent war und im Jahr 1989 an Aids starb. Die baumartige Skulptur, deren Krone aus Schlangenköpfen gebildet wird, nennt sich der Weltenbaum. An seinem Stamm sind viele kleine Keramikkacheln mit Zeichnungen und Sprüchen angebracht. In seinem Inneren findet sich die Figur des Hängenden. Unten rechts die Figur des Hohepriesters (Hierophant) mit dem Dritten Auge - Karte Nr. 5; er steht unter anderem für Weisheit, Sinnsuche, Wahrheit, die Gesetze des Lebens und die Vermittlung zwischen der irdischen und geistigen Welt.

Die Karte der Sonne - Nr. 19 - wurde von Niki de Saint-Phalle als Vogel entworfen, der jenen der indianischen und mexikaischen legenden ähnelt; der Vogel ist laut Niki das Geschöpf, das der Sonne am nächsten kommt.

Hier seht ihr ein paar weitere Figuren der Großen Arkana, die Niki in ihrem Tarotgarten dargestellt hat: Links oben Die Wahl (Die Liebenden) - Karte Nr. 6. Darunter Der Stern - Karte Nr. 17, der aus zwei Krügen Wasser in das "Gewässer der Erneuerung" fließen lässt. Rechts Der Teufel - Karte Nr. 15, darunter von links nach rechts: Die Welt - Karte Nr. 21, Der Tod - Karte Nr. 13, der Narr - Karte Nr. 0 (diese Figur hat keinen festen Platz im Park, sie "wandert" umher).

Nächste Collage: Links oben Der Mond - Karte 18, Der Hängende oder Gehängte - Karte Nr. 12, Die Mäßigkeit - Karte Nr. 14, Die Gerechtigkeit - Karte Nr. 8, ein von Schlangen umwundenes Wesen, das - so weit ich weiß - nicht zu den Großen Arkana zählt. Ich vermute, es handelt sich dabei um "Das Orakel", welches das weibliche Gegenstück zum Eremiten darstellt - und da kommt er auch schon,  Der Eremit - Karte Nr. 9.


Was mich am meisten verblüfft nach drei Besuchen des Tarotgartens, bei denen ich gelaubt habe, jede kleinste Ecke entdeckt und ergründet zu haben, ist die Tatsache, dass es hier offensichtlich immer noch Details gibt, die mir nicht aufgefallen sind. In dem - ebenfalls sehr lesenswerten - Beitrag der "Weltenbummlerin" über den Tarotgarten*) zeigt sie z.B. ein einleitendes Foto, auf dem eine Fensterluke mit einem „Fliesenkranz aus badenden Venus-Nanas“ zu sehen ist. Und ich habe nicht die geringste Ahnung, WO im Giardino sich diese doch recht auffällige Fensterluke befinden könnte! Das macht mich irgendwie ganz "wuschig" 😵... Naja, wie oben erwähnt, befinde ich mich jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin 😉...
 
*) Leider kann sich auch die "Weltenbummlerin" selbst nicht mehr erinnern. Sie meinte: "...ich glaube, es war bei der Kaiserin oder beim Magier, aber sicher bin ich mir nicht." Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht bei der Kaiserin oder beim Magier war... Ich habe sämtliche meiner Tarotgarten-Fotos seit 1996 abgesucht, und außerdem die Fotos von Edi und Brigitte, aber auf keinem der Bilder findet sich eine Fensterluke mit diesem Fliesenkranz. Lediglich eine einzelne Fliese auf einem der Gebäudeteil des Herrschers konnte ich finden, die ebenfalls eine Venus in einer Muschel darstellt. Vielleicht gibt es hier unter meinen Leser*innen ja jemanden, der genau weiß, zu welcher Figur dieser Fliesenkranz gehört. Ich würde mich über einen Tipp sehr freuen!
 
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Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben ja noch ein viertes mal in den Tarotgarten - dann möchte ich wirklich die allerletzten Geheimnisse dieses Parks und seiner Figuren ergründen. 
 
Ach ja, und beim nächsten Mal hätte ich dann bitte gerne von Anfang bis zum Ende blauen Himmel und wenige Menschen 😉 - ich weiß, das ist ein bisserl viel verlangt 😇... Aber etwas veräppelt fühlte ich mich schon, als bei der Heimfahrt allmählich die graue Wolkendecke aufriss und sich ein Schönwetterhimmel auftat. Von Marion, der netten Frau, die ebenfalls in unserer Ferienhausanlage wohnte, erfuhren wir, dass es in Gavignano zwar schwere Wolken gegeben, aber keinen einzigen Tropfen geregnet hatte. So viel also zur Wetterprognose... Dennoch ist es ein traumhafter Tag gewesen. Und es würden weitere bezaubernde Urlaubstage folgen.

Herzlichen Dank für all eure wunderbaren Kommentare zu meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel; das nächste ist schon in Arbeit und wird uns gemeinsam nach Florenz führen.

Und vielen Dank euch allen auch für eure lieben Worte zu meinem November-Rückblick, in dem ich euch unter anderem über meine "Oma-Freuden" berichtet habe!
 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿




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