Sonntag, 29. März 2026

Reisebericht 2025 – Unterwegs nach Nanaimo: Regenwald, Küste und weiter nach Chemainus & Ladysmith 🇨🇦

>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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Ein paar wichtige Infos vorab:

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🚑 Wegen eines gesundheitlichen Notfalls im familiären Kreis konnte ich zuletzt noch weniger Zeit am Computer verbringen und es ist möglich, dass dies noch ein Weilchen so sein wird. (Mehr darüber ein andermal.) Sorry, dass es deshalb teilweise sehr lange dauern kann, bis ein Kommentar von mir bei euch ankommt oder ein neuer Beitrag erscheint!



 Herzliche Insel-Grüße, ihr Lieben!

 

Wir befinden uns (virtuell!) nach wie vor auf Vancouver Island. Vielen Dank, dass ihr uns mittels meines vorigen Blogbeitrags in die Hauptstadt Victoria begleitet habt - und von dort aus in die traumhaft schönen Butchart Gardens und in den urwüchsigen Goldstream Provincial Park

Auch in meinem heutigen Post werden wir einerseits wieder wild-romantische Landschaften durchstreifen... und andererseits ein Stück Kultur genießen. Seid ihr dabei?

 

🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊 

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 Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]
 

17. September - Unterwegs nach Nanaimo

In der unteren Collage seht ihr einen Überblick über die einzelnen Routen-Abschnitte bis zu unserem nächsten Hauptziel. Denn natürlich wollten wir nicht in einem Rutsch von Victoria nach Nanaimo rasen, sondern unterwegs etwas von der schönen Insel sehen - und ein bisschen wandern gehen 🥾. 
 


Wie üblich, hatte ich mir im Vorfeld mehrere mögliche Routen und Teilziele herausgesucht. Wir entscheiden dann zumeist spontan, was wir unternehmen wollen. Die Wetterlage spielt dabei auch eine Rolle. Der Himmel an diesem Morgen war wolkenlos blau, strahlender Sonnenschein ☀️😎 - also sprach nichts gegen einen Ausflug in British Columbias herrlicher Natur.

Aber beobachtet selbst, wie sich im Lauf des Tages der Himmel immer wieder verwandelt!

 

🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊 

 

Sooke Potholes Park

 
Schon unser erster Halt führte uns in eine sehr reizvolle Landschaft mit natürlich geformten Felsbecken im kanadischen Regenwald
 
Die Karte besagt, dass der Sooke Potholes Provincial Park und der Sooke Potholes Regional Park direkte Nachbarn sind. Ich vermute, dass wir in beiden Teilen unterwegs waren. HIER könnt ihr weitere Infos in deutscher Sprache erhalten und HIER in englisch.
 

 

 
Über Jahrtausende hat das Wasser hier ganze Arbeit geleistet: In Strudeln gefangene Steine drehten sich unermüdlich im Kreis und schliffen dabei Becken in den Fels – die heutigen Sooke Potholes (= Strudellöcher). Heute wirken sie ruhig und idyllisch – doch ihre Entstehung erzählt von gewaltigen Kräften.
 
 
 
 
 
Ich balanciere ja gern mal auf Steinen oder Baumstämmen im Wasser herum - siehe oben - doch hineingehen (oder gar hineinfallen) wollte ich lieber nicht 😅. Es gab aber tatsächlich auch hier wieder ein paar Wagemutige, die in den Potholes badeten
 

  

 
Diesmal begnügten wir uns allerdings mit Fotos von der Landschaft - und von den wunderbaren Himmelsspiegelungen. Und kraxelten ansonsten dort, wo sie flacher waren, ein wenig zwischen den Felsen herum.
 

  

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Sandcut Beach

 
Die nächste Wanderung war kürzer - aber dafür mit einer besonders köstlichen Duftmischung von Douglasien, Zedern - und Meer 🌲🌊 gewürzt: Ein etwa ein Kilometer langer Waldweg im Jordan River Regional Park führt über Wurzeln, Holzstege und Treppen durch den gemäßigten Regenwald zu einem malerischen, 3,5 km langen Kiesstrand.
 

 

 
Der Weg ist hübsch, der Blick auf die Juan de Fuca Strait atemberaubend schön. Einen Wasserfall soll es dort auch geben, den haben wir allerdings nicht entdeckt - vielleicht war er rund um die Septembermitte aber auch ausgetrocknet...  
 
  
  
Oben: Durchblick auf die Juan de Fuca Strait mit den Olympic Mountains im Hintergrund

  

  

Fahrt nach Lake Cowichan

Lake Cowichan ist eine Kleinstadt im südlichen Landesinneren von Vancouver Island - und liegt am gleichnamigen See. Von diesem habe ich im Vorfeld gelesen, dass er sich gut für die Beobachtung von Wasservögeln eignet und auch als Fotomotiv sehr reizvoll sein soll - besonders was die Spiegelungen bei Sonnenschein betrifft. (Siehe Wikipedia-Foto - KLICK)

Aber mit der Sonne war es nicht mehr sehr weit her: Schon am Strand war es etwas wolkig gewesen. Je näher wir unserem Teilziel kamen, desto nebliger wurde es

 

 
 

San Juan River

Beim San Juan River in der Gegend um Port Renfrew scheint es häufig neblig zu sein. (Auch hierzu kann ich euch einen KLICK auf ein wunderschönes Nebelfoto bei Wikipedia bieten.) 

Als wir dort entlang kamen, boten sich uns die folgenden Anblicke - und es waren (neben Möwen und einigen anderen Wasservögeln) mehrere Fischer zugange:

 
 

 

Kaffeepause beim Cowichan See 

Leider fanden wir auf eigene Faust keinen besonders gut geeigneten Fotospot beim zweitgrößten See von Vancouver Island. Immerhin entdeckten wir einen Platz, wo wir den Wagen parken und in die Nähe des Sees gehen konnten. Freundlicherweise ließ sich ein weit entfernter Kanadareiher fotografieren, und auch die Wolkenstimmung fanden wir spannend. Aber dort, wo es fotografisch vermutlich interessanter gewesen wäre, war der Weg für uns versperrt.


 

Wir kehrten im JV's Diner ein, um uns einen Kaffee zu genehmigen und zu erfragen, wo der See wohl am schönsten zu fotografieren wäre.

Das Diner ist ein origineller Ort mit vielen nostalgischen Details wie einer Sammlung alter Radiogeräte und Telefone sowie mit einem historischen BCFP Speeder Trailer, in dem es ebenfalls Sitzplätze gibt.


 
 
Auch unsere Frage wurde uns von einem der Mitarbeiter beantwortet - allerdings hätten wir für einen besseren Fotoplatz am See wieder mehrere Kilometer zurückfahren müssen - und da der Himmel nach wie vor nicht nach schönen Spiegelungen aussah, ließen wir das lieber bleiben - und fuhren stattdessen weiter zu unserem Tagesziel und Standort für die nächsten beiden Nächte:
 

17.-19. September - Nanaimo 

2 Übernachtungen im Island View B&B Nanaimo
- und ich kann euch verraten, dass das Island View seinen Namen zu Recht trägt: 

 

Unten: Ausblick aus dem Speisezimmer unseres B&B - in der Himmel war wieder blau 😎!

 

Außerdem kann ich euch verraten, dass Darlene, die Gastgeberin, wohl die entzückendste B&B-Wirtin ever ist - oder zumindest ganz weit vorne im Ranking: 

Die Dame hat nicht nur ein sehr gewinnendes Wesen, sie umsorgte uns und die anderen Gäste auch wie eine liebevolle Mutter - mit köstlichstem hausgemachten Frühstück, einer großen Auswahl an frischen Früchten (was ich sehr liebe), guten Tipps und netten Erzählungen. (Das ist auch der Grund, weshalb wir später, nach unserem Abstecher an die Westküste Vancouver Islands, wieder zu ihr zurückkehrten.)


 

Das Haus war an jedem Tag geschmückt mit Dahlien aus Darlenes wunderschönem Garten, in dem wir ebenfalls spazieren gehen durften. Seht nur, wie hübsch!




 
Zum Abendessen gingen wir in The Pipers - ebenfalls ein Tipp von Darlene. 
 
Sie meinte zwar, wir sollten mit dem Auto fahren, aber wir wollten beide etwas trinken - Edi Rotwein, ich Bier - und wir gehen ja gern zu Fuß. (Darlene lachte: "Ihr Europäer seid lustig, ihr wollt immer zu Fuß gehen." 😁) Ich denke, für eine Strecke brauchten wir rund 15 Minuten. Es schmeckte uns dort so gut, dass wir auch an unseren anderen Nanaimo-Abenden ins Pipers Pub gingen. Zu Fuß, versteht sich! 😉


Sushi Sando (mit Tempurateig überbackene Thunfisch-Sushi-Röllchen 😋), ein asiatisches Fusion-Gericht 

18. September - auf Mural-Tour

 
Ursprünglich wollten wir an diesem Tag Nanaimos Hafen kennenlernen. Doch eine Großbaustelle machte das Durchkommen in der Stadt extrem mühsam. Also verzichteten wir darauf - bzw. verschoben dieses Unternehmen auf unseren nächsten Nanaimo-Besuch. Stattdessen ging es gleich in einen anderen Ort auf meiner Liste:
 

Chemainus 


 
 
Vielleicht könnt ihr euch noch an meinen Tasmanien-Reisebericht erinnern - falls nicht: KLICK 😉. Über diesen Link kommt ihr zu meinen Schilderungen über Sheffield, die tasmanische "Stadt der Wandmalereien".

Ich erzählte euch, dass Sheffield sich vor dem wirtschaftlichen Ruin rettete, indem es sich ein Beispiel an einer kanadischen Stadt nahm, die ihre Geschichte in Form von Murals erzählte - und damit so viele Touristen anlockte, dass die Rechnung tatsächlich aufging. Diese kanadische Stadt ist Chemainus an der Ostküste von Vancouver Island.



Es gibt HIER eine Auflistung der Murals von Chemainus (und einiger Statuen). Ich weiß nicht, ob sie vollständig ist, jedenfalls könnt ihr euch durchklicken und auch nähere Informationen zu den einzelnen Werken und ihren Künstlern durchlesen.

Die ältesten Chemainus-Murals stammen aus dem Jahr 1982, und es wird nach wie vor weiter gemalt. Nackte Wände werdet ihr dort wohl kaum finden 😉.



 
Die Historie von Chemainus ist nicht vorstellbar ohne die Holzindustrie. Zahlreiche Murals erzählen von der harten Arbeit der Holzfäller, vom Transport der Stämme... und von den Menschen, die durch das Holz zu großem Wohlstand kamen.
 


 
Die Historie des Ortes wäre auch nicht vorstellbar ohne die indigenen Völker, die hier schon lange vor der Ankunft der Weißen lebten - und sie wäre nicht vorstellbar ohne die asiatischen Arbeiter und deren Nachkommen. Sie alle erzählen ihre Geschichten auf den Wänden von Chemainus:
 


 
Der "Mural-Tourismus" ist eine wichtige wirtschaftliche Einkunftsquelle der Stadt - deshalb werden die Wandmalereien auch gut gepflegt und von Zeit zu Zeit restauriert:
 


 
Gewiss wäre Chemainus auch ohne Wandbilder ein malerisches Städtchen mit hübschen historischen Gebäuden - doch es sind die Murals, die den Ort berühmt gemacht haben. 
 

 

Als wir noch in unserem B&B in Victoria waren, unterhielten sich einige unserer Tischnachbarn übrigens über die Murals von Chemainus. Und dabei wurde erwähnt, dass es auch in der Nachbar-Ortschaft Ladysmith Murals zu sehen gibt. Also statteten wir dieser Stadt ebenfalls einen Besuch ab.

 

Ladysmith 

 


 
Während uns die Wandbilder in Chemainus regelrecht "ansprangen", mussten wir in der schmucken Stadt Ladysmith eine Weile danach suchen. In den nächsten Collagen zeige ich euch die, die wir fanden. Die meisten sehen nach Werbung für eine Bank / Versicherung aus - möglicherweise wurden die Künstler auch von dort gesponsert.
 

 
Das folgende Mural von der Künstlerin Kathleen Oliver aus dem Jahr 2022 gefiel mir am besten, weil es schöne Natur mit Tieren zeigt. Und bei der Gelegenheit zeige ich euch auch gleich ein paar Wildkaninchen, die uns unterwegs begegneten:
 
 

🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊  

Glückstreffer-Begegnung 🍀

Als wir keine Murals mehr entdecken konnten, setzten wir uns ratlos auf eine Bank - da kam ein Paar mit einem hübschen Pudel vorbei, und ich sagte zu Edi: "Die beiden frage ich jetzt, vielleicht wissen sie, wo sich hier noch Murals verstecken."

Das war wieder einmal so ein typischer "Rostrosen-Glückstreffer". Denn diese beiden liebenswerten Menschen - Mayo und Bob - kannten zwar auch keine anderen Wandmalereien als die, die wir bereits entdeckt hatten, aber sie fragten uns, ob wir auch an anderer Kunst - zum Beispiel einem indigenen Kanu - interessiert wären. Das würden sie uns gerne zeigen 👍☺️. 

Sie brachten ihren Pudel - wie geplant - zum Hundefriseur (aber ihr könnt euch den süßen Bailey auf dem Foto unten mittig ansehen, das uns Mayo später per E-Mail geschickt hat). Und dann spazierten wir gemeinsam in den Transfer Beach Park.


Mayo, Bob & Bailey - sowie oben rechts ein anderer netter Hund, darunter der Hundefriseur - und die beiden Rostrosen
Amphitheater im Transfer Beach Park in Ladysmith - und ein paar Informationstafeln
 


Unten seht ihr das erwähnte kunstvolle Stz'uminus Kanu. Diesem und einigen Infos auf den Tafeln ist zu entnehmen, dass die Stadt inzwischen eine Politik der Aussöhnung mit den hier ansässigen First Nations verfolgt. (Ein Prozess, den wir erfreulicherweise in weiten Teilen Kanadas erleben konnten und der hoffentlich auch weiterhin zu einem heilsamen Umgang mit der umwerfend schönen Natur dieses Landes führt.)  
 
 
 
 
 
Anschließend gingen wir mit Mayo und Bob noch in ein Cafè und plauderten eine Weile. Ich weiß nicht genau, wie das Gespräch auf Bobs Kniestrümpfe kam - vielleicht habe ich meine Bärensocken oder auch meine neuen Künstlersocken erwähnt (die ich euch zeigen werde, sobald ihr Motiv zum Thema passt)? 😁 Jedenfalls krempelte Bob seine Jeansbeine hoch - und siehe da: Sind das nicht prächtige Musikkassetten-Strümpfe? 👍☺️
 

Die kleinen Statuen, die ihr unten seht, schmückten den Gastgarten der Pizzeria.

 

Nach dem Kaffee trennten sich unsere Wege - die beiden holten ihren "well-groomed" Bailey von der "Schönheitspflege" ab 🐶 und Edi & ich bestellten uns in dem gelben Haus (das eine gute Pizzeria beherbergt) zwei Pizzen zum Mitnehmen. Davon konnten wir letztendlich aber nur die Hälfte essen.  (Den Rest unserer Pizzas nahmen wir mit, den gab's am nächsten Abend.) 

 

🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊🌲🌊  

 

So viel zu unseren Erlebnissen rund um Nanaimo! In meinem nächsten Reiseberichts-Kapitel geht es in Richtung Westküste von Vancouver Island. Denn auch dort hatten wir wieder interessante Dinge vor! Seid ihr auch dann wieder dabei?

 

 

Alles Liebe & bis bald 💋!
Herzliche Rostrosen-Grüße,

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 

 

Montag, 16. März 2026

Reisebericht 2025 – Vancouver Island: Fähre, Seelöwen und Victorias grüne Umgebung 🇨🇦

 

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>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋".  


 Heute geht's auf die Insel, ihr Lieben!

 

Aus aktuellem Anlass: Falls Fotos nicht richtig angezeigt werden, ladet die Seite bitte neu – meist genügt ein Klick auf den kleinen runden Pfeil (z. B. 🔄 oder ) im Browser. Ein bisschen Geduld wirkt manchmal Wunder 😉 

 

In meinem vorigen Post habt ihr mich durch den bunt-bewegten Rostrosen-Alltag der letzten paar Wochen begleitet. Vielen Dank für eure Blogbesuche und Kommentare bei meinem Winterrückblick

Wie versprochen, nehme ich euch heute wieder virtuell nach Kanada mit - genauer gesagt nehmen wir heute gemeinsam...
 
 

... die Fähre nach Vancouver Island 🚢 


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Die Fahrt von Vancouver (genauer gesagt von Horseshoe Bay) nach Nanaimo mit der Queen of Oak Bay dauerte nicht sehr lange. Nach ungefähr 1 Stunde und 40 Minuten gingen wir wieder an Land. In der Zwischenzeit vertrieben wir uns drinnen wie draußen die Zeit mit Fotografieren

In den folgenden zwei Collagen zeige ich euch ein paar Impressionen von der Fährfahrt. Besonders begeisterte es uns, dass der Himmel, der in Vancouver noch grau gewesen war, immer blauer wurde, je näher wir der Insel kamen. 

Seht ihr den Seehund (oder Seelöwen) 🦭 in der folgenden Collage oben mittig? Das war schon kurz vor dem Anlegen in Nanaimo: Er versuchte immer wieder auf die Plattform zu kommen - offenbar eine gute Position für die Jagd nach Fischen - doch sie war zu hoch. Das klappt wohl nicht bei Ebbe. Zum Glück war das nicht weit vom Land entfernt - selbst falls es das Tier weiterhin nicht geschafft hat, fand es später mit großer Wahrscheinlichkeit einen Platz, um wieder Kräfte zu tanken.
 
 
Wir waren nicht die allerersten in der Auto-Warteschlange, aber doch ziemlich weit vorn.
🌊 Wir lieben es, auf dem Wasser unterwegs zu sein !


15.-28. September - Erkundung von Vancouver Island

Vancouver Island ist mit 31.285 Quadratkilometern erstaunlich groß – etwa ein Drittel so groß wie Österreich, aber mit nicht einmal einem Zehntel unserer Bevölkerung. International gesehen entspricht seine Fläche ungefähr der von Belgien oder dem US-Bundesstaat Massachusetts – allerdings mit deutlich mehr Wildnis 🌳🍁🌲 und deutlich weniger Autobahnen (was für Reisende mit Natursehnsucht durchaus ein Vorteil sein kann 😉).

Außerdem zieht sich die Insel über rund 460 Kilometer Länge – zum Vergleich: Die Entfernung zwischen Bregenz und Wien (Luftlinie) beträgt ca. 500 Kilometer.

Wir verbrachten auf der größten Insel British Columbias zwar mehr Zeit als in anderen Regionen Kanadas, aber ganz Vancouver Island konnten wir dennoch nicht erkunden. In der unteren Collage seht ihr erstens ein Gesamtbild von Vancouver Island und zweitens unsere geplante Insel-Route (die wir - abgesehen von kleinen Abweichungen - auch einhielten):



Während unserer Reiseplanung las ich, dass man auf der Insel locker zwei Urlaubswochen verbringen kann, ohne sich zu langweilen. Absolut! (Ich könnte dort wahrscheinlich mein ganzes Leben verbringen, ohne dass mir jemals fad würde...) 

👉 Wir wollten auf Vancouver Island einerseits so frei wie möglich sein, andererseits aber auch einige Touren mit Guides machen 🐋🐻. Diese buchten wir sicherheitshalber im Voraus - und deshalb buchten wir auch die Quartiere in den betreffenden Orten schon von zu Hause aus. 

Wir verzichteten aber auf die angeblich sehr schöne Inside Passage (15-stündige Kreuzfahrt von Port Hardy an der Nordspitze von Vancouver Island nach Prince Rupert) - diese muss unbedingt im Voraus gebucht werden, und das hätte uns zu sehr eingeschränkt. Auch einen Termin für die Fährfahrt zurück aufs Festland ließen wir bis zum Schluss offen.

🚢🚢🚢

Wir hielten uns nach der Ankunft der Fähre nicht in Nanaimo auf - dorthin würden wir später noch kommen (sogar ZWEImal 😉). Unser erklärtes Hauptziel dieses Tages war Victoria. Die reine Fahrzeit von Nanaimo nach Victoria beträgt rund anderthalb Stunden. Auf dem Weg dorthin nahmen wir aber noch ein malerisches historisches Küstendorf mit:
 

Cowichan Bay 

 

 
Hier flanierten wir eine Zeitlang zwischen Booten und Schiffen verschiedener Größe und hübschen Ferienhäuschen umher. Weil wir schon etwas hungrig waren, begaben wir uns außerdem auf die Suche nach einem Restaurant.
 


Doch dann wurden wir von bellenden Geräuschen abgelenkt: Wir gingen dem Lärm nach - und tatsächlich entdeckten wir eine Kolonie Kalifornischer Seelöwen 🦭🦭🦭! Inzwischen habe ich erfahren, dass man diese vor allem im Herbst und Winter in der Cowichan Bay beobachten kann - sie versammeln sich dort, um den Lachswanderungen in die Flüsse Cowichan und Koksilah zu folgen. 
 
Später fanden wir dann auch noch ein Restaurant, um unseren Hunger und Durst zu stillen - das Cow Bay Marine Pub. Hier gönnten wir uns eine köstliche Seafood Chowder - eine cremige Suppe voller Meeresfrüchte, die wir vor Jahren erstmals in Kalifornien gekostet hatten und seither überall probieren, wo wir sie angeboten bekommen. 
 

Edis Eistee ist natürlich für Elizabeth' T Stands For Tuesday

 
Es ging weiter nach Viktoria. Unterwegs sahen wir die folgende Szene (großes Foto): 

Wochenlang streikten Tausende Beschäftigte im Öffentlichen Dienst von BC. Großes Foto von mir, kleine Fotos KLICK

 
Während unserer Fahrten durch British Columbia begegneten wir in mehreren Städten Streikposten der Gewerkschaft BCGEU. (Glücklicherweise gab es dadurch keine Beeinträchtigungen für unsere Reise.)
 
👉 Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst begann Anfang September 2025 und dauerte rund acht Wochen (Mehr darüber HIER). Später im Herbst kam schließlich eine Einigung zustande – mit Lohnerhöhungen und Verbesserungen für viele Beschäftigte. 
 
 

15.-17. September - Victoria

Die Hauptstadt der Provinz British Columbia besticht mit einer charmanten Mischung aus britischem Flair und maritimer Atmosphäre - und außerdem herrscht hier ein sogenanntes sommerwarmes Mittelmeerklima, das heißt vereinfacht, es ist nie "zu kalt" und nie "zu heiß"... (Habe ich schon erwähnt, dass ich wahrscheinlich mein ganzes Leben auf dieser Insel verbringen könnte? 😇) 
 

Parlamentsgebäude von BC mit dem Knowledge Totem Pole
 

In der oberen Collage seht ihr mehrere Ansichten der Parlamentsgebäude - und auf dem großen Foto ist davor auch ein Totempfahl zu sehen: Der Knowledge Totem Pole wurde 1990 vom First Nations Künstler Cicero August (aus der Cowichan-Nation) geschnitzt. Dieser Pfahl zeigt verschiedene Figuren, darunter eine Figur des "Fischers", einen Frosch und einen Eistaucher - die die Bedeutung von Bildung und Wissen symbolisieren. 👉 Weitere Infos dazu auf Deutsch: KLICK und in englisch: KLICK  
 
 

Unsere Unterkunft in Victoria

 
2 Nächte im Marketa's Bed and Breakfast - diese Unterkunft im viktorianischen Stil hatte ein paar Vor- und auch ein paar Nachteile. Aber alles in allem waren wir zufrieden.
  
➖ Einer der Nachteile sticht gleich beim Foto des Hauses ins Auge: Über diese steile Treppe mussten wir unser schweres Gepäck schleppen. Auch innen ist das Treppenhaus steil - wir hatten allerdings ein Zimmer im Erdgeschoss. Das wiederum hatte den Nachteil, dass direkt über uns ein Raum mit einem erschreckend lauten Whirlpool war. Das Bett war schmal. Das Badezimmer jenseits des Ganges mussten wir uns mit anderen Gästen teilen. Der Parkplatz hinterm Haus war zu klein für so viele Gäste - in der ersten Nacht mussten wir in einer mehrere Gehminuten entfernten Gasse parken, weil rundum Parkverbote oder Kurzparkzonen waren.
➕ Der Preis war für die Lage in Zentrumsnähe sehr gut, alle waren sehr freundlich, es war sauber, unser Zimmer relativ groß und das Frühstück war wirklich sensationell gut - mit entzückenden Damen in der Küche und im Service. Außerdem fanden wir es nett, im Frühstücksraum mit den anderen Gästen plaudern zu können. (Ich glaube, es war vor allem dieses Frühstück, das uns in dem B&B so richtig gut gefiel 😉.) 



15. September - Nachmittags-Stadtbummel

 
Nachdem wir uns einquartiert hatten, zogen wir los, um Victoria kennenzulernen. Wir mussten nicht weit gehen, bis wir zum Parlament und zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt kamen: dem Fairmont Empress Hotel von 1905. Leider hat man dort offenbar die Weinpflanzen enttfernt, die das Gebäude auf so vielen Fotos malerisch umranken - ein Anblick, der vor allem im Herbst bezaubernd war und auf den ich mich gefreut hatte. 
 

Wenigstens gibt es rund um das Empress anderen pflanzlichen Schmuck.
Das Ausflugsboot Prince of Whales gehört auch zum Hotel. Das Wortspiel gefiel uns!

 
Das Hotel liegt direkt am Innenhafen (Inner Harbour) der Stadt, wo Fischer- und Ausflugsboote sanft auf den Wellen schaukeln.
 
Erst im Nachhinein erfuhren wir, dass man bei Walbeobachtungstouren ab Victoria die besten Chancen hat, Schwertwale (Orcas) zu sehen, da es dort eine "ortsfeste Population" gibt. 
 
👉 Andererseits habe ich auch erfahren, dass sich diese von den schnellen Ausflugsbooten gestört fühlen. Also war es - aus Sicht der Orcas - vermutlich doch keine allzu schlechte Entscheidung, von Victoria aus keine Whalewatching-Tour zu unternehmen.
 
Stattdessen sahen wir bei unserem Streifzug durch die Altstadt andere Tiere: Hier gab es nicht ein einziges Bären-Warnschild - aber einen mächtigen Bären 🐻! Er versuchte mich in seine Gewalt zu bringen!!! (Aber Edi hat mich gerettet - gleich nachdem er das Foto geschossen hat!) Und es gab einen Elch! Mit einer Biber-Schürze! Die Welt ist voller Gefahren... 
 

 
Farbenfroh ging's bei manch einem Haus in der Altstadt zu 🌈. Ja, also... Bären hin, Elche her, hier könnt's mir echt gefallen...
 


 
Drachen 🐉 waren auch zugegen! Sie verkündeten, dass wir uns in Kanadas älteste Chinatown begaben. Das imposante Eingangstor nennt sich Gate of Harmonious Interest.


Murals rund um Chinatown - und der Fußgänger-Schutzweg ist nicht gestreift wie ein Zebra, stattdessen haben sich 
die Tiere der Chinesischen Sternzeichen darauf versammelt! 
Auch beim Market Square gab es einige Murals zu sehen. Unten rechts noch eins aus Chinatown.

 
In der folgenden Collage seht ihr - neben schmucken historischen Gebäuden - ein Formschnitt-Pferd mit interessanter Kopf-Gestaltung 🐴🌳 - und ganz unten ein kleines Schokoladentörtchen, das wir uns in einem Café namens Cocobella genehmigten. (Ich glaube mich zu erinnern, dass das Getränk in der Plastikflasche ein Karamell-Milchshake war.) Den Spruch an der Wand habe ich auch dort fotografiert: 
 
"Bella, you're like coffee - strong, bold and occasionally too hot to handle!" 


 

16. September - The Butchart Gardens

Der folgende Ausflug war abermals ein Tipp von David.  Die wunderschöne private Gartenanlage liegt ungefähr 25 Autominuten von Victoria entfernt auf der Saanich-Halbinsel. Auf der Hinfahrt kamen wir an folgendem Mural vorbei:



Die über 120 Jahre alte Gartenanlage ist riesig und zu jeder Jahreszeit wunderschön. Wenn ihr mehr über die Geschichte des Ortes oder die Anlage erfahren wollt, klickt HIER (Homepage, englisch) oder HIER (Wikipedia, deutsch).
 

 
Ich lade euch jetzt einfach ein, mit uns die verschiedenen Gartenräume zu durchstreifen und den herbstlichen Farbenrausch in den Butchart Gardens zu erleben. 
 
Ein Schild in den Gärten hat uns besonders gefallen: „DOGS must keep OWNERS on a leash!“
Falls ihr also mit eurem Hund unterwegs seid – passt auf, dass er euch ordentlich an der Leine führt 🐶☺️.
 


Huch! In einem Waldstück hat sich ein gut getarnter Bär 🐻 versteckt! Seht ihr ihn?


Im Japanischen Garten konnten wir uns schon ein wenig auf ein späteres Ziel dieser Kanada-Asien-Reise einstellen:


Wir waren mehrere Stunden in der Anlage unterwegs, haben alle Gartenräume durchstreift, weit mehr Fotos aufgenommen, als ich euch hier zeigen kann und wahrscheinlich dennoch nicht alles gesehen. Falls ihr Gärten liebt und mal in die Gegend kommt, kann ich euch die Butchart Gardens jedenfalls wärmstens ans Herz legen 🌺.
 

Goldstream Provincial Park

 
Nachmittags hatten wir noch Lust, Energie und Zeit für einen weiteren Ausflug - und folgten daher abermals einem Tipp von David. Der Goldstream Park ist ebenfalls nur ein paar Autominuten von Victoria entfernt - und ungefähr eine halbe Stunde von den Butchart Gardens.


 
 
Zur Beobachtung der Lachswanderung waren wir leider etwas zu früh dran -  die beste Zeit für die Beobachtung dieses Naturschauspiels ist nämlich üblicherweise von Ende Oktober bis November. Aber es gibt hier mehrere Wandermöglichkeiten - beispielsweise auf den Mount Finlayson
 
Uns hatte aber etwas anderes neugierig gemacht: Auf der Orientierungstafel beim Parkplatz hatten wir nämlich entdeckt, dass es hier auch Wasserfälle mit dem hochtrabenden Namen Niagara Falls geben soll. Die wollten wir sehen 😊!
 
 
 
 
 
Der Weg dorthin ist recht abenteuerlich - zunächst durch einen Tunnel, der unter dem Trans-Canada-Highway hindurchführt, und dann teilweise über Stock und Stein, umgefallene Bäume... und ausgetrocknete Flussbette. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn der Niagara Creek wenig Wasser führt - im Winter oder nach heftigen Regenfällen kann das Flussbett gefüllt und der Tunnel unpassierbar sein.
 
 
 
 
 
Zwischendurch waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden; eine junge Frau bestätigte uns das aber. Und kurz vor unserer Ankunft beim Wasserfall fragten wir auch nochmal bei zwei Männern nach - die uns nicht nur die richtige Richtung zeigten, sondern auch neugierig darauf waren, wo wir herkamen - und die dann auch ein Foto von uns vor dem kleinen Namensvetter der viel bekannteren und mächtigeren Niagarafälle (in Ontario und den USA) machten:


Die "Niagarafälle" von BC


Bei unserer Rückkehr zum Parkplatz begegnete uns dann noch dieses Grauhörnchen, das sich von uns fotografieren ließ, obwohl wir seine Erwartungen in Sachen Futter nicht erfüllten: 
 
 
Der "Goldstream" machte seinem Namen in der Nachmittagssonne alle Ehre
 
 
Wir sind wieder einigermaßen viel gegangen an diesem Tag, wenn auch nicht so viele Kilometer wie in Toronto oder Vancouver: Meine Aufzeichnungen sagen 8,4 Kilometer bergauf und bergab. Und vor allem haben wir bei traumhaftem Wetter ein wunderschönes Stück von Vancouver Island kennengelernt.
 
Nun hatten wir vor allem Appetit auf ein "Mittag-Nachtmahl". Das Mill Bay Malahat Chalet direkt am Trans Canada Highway wirbt mit GREAT FOOD... AMAZING VIEWS! - und das ist nicht übertrieben. Das Spicy Thai Peanut Curry war ausgezeichnet - und die Aussicht 🤩... seht selbst:
 

 

 
Das Wandbild des Weißkopfseeadlers fotografierte ich quasi als Platzhalter - denn wir  sahen zwar einen über der atemberaubenden Fjordlandschaft des Saanich Inlet kreisen, aber er war zu schnell und zu weit entfernt für ein brauchbares Foto. (Und es dauerte noch eine Weile, bis wir auf Vancouver Island einen Weißkopfseeadler in freier Wildbahn fotografieren konnten...)

👉 Falls ihr mal in die Malahat-Region von Vancouver Island kommt und noch genügend Kraft in den Beinen für einen auch optisch interessanten / fotogenen Skywalk-Besuch verspürt, habe ich hier noch einen Tipp gefunden: Malahat Skywalk.

(Aber falls ihr euch die 35 $ pro Person ersparen und dennoch einen tollen Ausblick genießen wollt, könnt ihr es auch so machen wie wir - zuerst im Goldstream Provincial Park wandern und dann von Straßenrand bzw. vom Mill Bay Malahat Chalet auf die Fjordlandschaft blicken 😊.)

 

🌊🌳🌊🌳🌊🌳🌊🌳🌊

 
 
Danach war nur noch Beine ausruhen in unserem B&B angesagt - und Kräfte sammeln für den nächsten Tag, an dem wir ein weiteres schönes Stück Natur auf Vancouver Island erkundeten 🌞😎 Hoffentlich wollt ihr uns auch dabei wieder begleiten! Ich freue mich schon darauf!