Samstag, 16. Oktober 2021

Italien-Reisebericht - Pause in Ferrara (Emilia-Romagna)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

 

Ciao ihr Lieben!

Vielen Dank für all eure Kommentare zum ersten Teil meines Italien-Reiseberichts - Udine. Am 12. September brachen wir von dort auf und es ging weiter in Richtung Toskana. Doch ✋Stop✋ - in diesem Reiseberichts-Kapitel errreichen wir unser toskanisches Ziel noch nicht! Denn der Weg ist das Ziel und die eine oder andere Pause braucht man zwischendurch - wir waren ja auf Reisen und nicht auf der Flucht 😎. 

Meine Freundin und persönliche Ausflugsberaterin Brigitte wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht eine Zwischenstation an einem sehenswerten Ort eingeplant. Und so fand unsere Mittagspause in

Ferrara
statt, einer der wenigen großen Städte Italiens, die keine römischen Wurzeln hat. Ferrara entstand im frühen Mittelalter als Siedlung rund um das Po-Delta; ein Arm des Flusses Po fließt mitten durch die Stadt. Die mittelalterliche Stadtmauer ist fast intakt erhalten. Das Herrschergeschlecht Este kreierte aus dem mittelalterlichen Dorf ein wahres Meisterwerk der Renaissance. 
 
Das mächtige Wasserschloss der Familie Este - Castello Estense (erbaut ab 1385) - ist prägend für das Stadtbild. Die (ebenfalls von der Familie Este) im Jahr 1391 gegründete Universität ist eine der ältesten Europas. Der historische Stadtkern Ferraras wurde von der UNESCO im Jahr 1995 als Weltkulturerbe anerkannt. Im Jahr 2012 wurde die Stadt Ferrara und ihre Umgebung durch ein Erdbeben der Stärke 6,0 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere kulturhistorisch bedeutende Bauten und Kunstwerke erlitten große Schäden, so zum Beispiel der "Löwenturm" des Castello Estense. Wenn ihr mehr über Ferrara und vor allem über das Castello erfahren wollt, könnt ihr darüber wieder viel Interessantes in Elenas tollem Verliebt-in-Italien-Blog nachlesen - und zwar HIER
 
Und nun kommt mit - wir spazieren ein wenig durch diese sehenswerte Stadt in der Region Emilia-Romagna
 
 
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Rund um das Castello Estense fand ein großer Markt statt

Wegen des Marktes beim Castello war die Fahrbahn gesperrt. Das Schild an der Straßensperre und die Tafeln unten habe ich für Artis Schilderwald fotografiert.

Ganz nah beim Castello befindet sich die romanisch-gotische Kathetrale von Ferrara - die Cattedrale di San Giorgio (begonnen 1135) - mit ihrem beeindruckenden Glockenturm. Der Campanile aus weißem und rosafarbenem Marmor wurde zwischen 1451 und 1493 errichtet, blieb aber unvollendet.


 Auch im Bereich zwischen Castello und Kathedrale erstrecken sich Marktstände über Marktstände:

Die Ladenzeile unter den Arkaden fand ich sehr reizvoll:


Alle Fotos dieser Collage von Brigitte

Doch auch abseits dieser großen Plätze ist Ferrara sehenswert. Hier gibt es zahlreiche hübsche alte Gassen zu entdecken. Wir hatten nur Zeit für einen kurzen Bummel, doch wir genossen das südländische Flair, das die Stadt mit den teilweise in sonnig-erdigen Tönen gestrichenen Fassaden und den schönen Fensterläden verströmt.

  
 
Für Novas T in die neue Woche habe ich wieder einige Tore gesammelt: 

In dem überdachten Café-Vorgarten hielten wir unsere Mittags-Rast ab

Der Wirt empfahl uns diese witzig aussehende Spezialität aus Ferrara: Pasticcio Ferrarese. In der Hülle aus dezent süßem Mürbteig verbergen sich Makkaroni in würziger Sauce. Uns hat dieser ungewöhnliche Mix sehr gut geschmeckt. Die Ursprünge dieses Gerichts gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

HIER geht's zu einem Rezept (übersetzt aus dem Italienischen). HIER ein etwas unfangreicheres Rezept samt interessanten Erläuterungen (in deutscher Sprache).

Die Nudelpastete Pasticcio Ferrarese ist eine Spezialität der Stadt.

Alle Fotos dieser Collage von Brigitte

In Ferrara scheint fleißig Bio-Müll gesammelt zu werden - und aus einigen Fenstern wachsen üppigst Pflanzen:

Nach unserer Mittagspause samt Stadtbummel ging es wieder weiter mit unserer Reise. Peter war übrigens während der gesamten Reise unser Fahrer und brachte uns sicher durch den manchmal recht unberechenbaren Verkehr. (Uns fiel z.B. auf, dass in Italien vor einem Fahrspurwechsel oder beim Verlassen eines Kreisverkehrs so gut wie nie geblinkt wird - offenbar muss man erraten, was die anderen Verkehrsteilnehmer vorhaben 😕...)

Die beeindruckende Kirche auf dem bewaldeten Hügel habe ich aus dem fahrenden Auto fotografiert. Es handelt sich um das Santuario della Madonna di San Luca bei Bologna. Leider fanden wir bei dieser Reise keine Zeit, die Stadt Bologna zu besichtigen - ein guter Grund, um Italien in nicht allzu ferner Zukunft ein weiteres Mal zu besuchen.


Etwa zweieinhalb Stunden später erreichten wir unser Urlaubsziel - die kleine Ortschaft Gavignano, in der Nähe von Ambra und Bucine. Wie es dort aussah, was wir dort erlebten und welche Ausflüge wir von unserem Ferienhaus aus unternahmen, werde ich euch in meinen weiteren Reiseberichts-Kapiteln erzählen. Ich freue mich, wenn ihr uns weiterhin begleitet! 😊

Ganz herzlichen Dank für eure wunderbaren Zeilen und Glückwünsche zum Babybauch meiner Tochter (und für alle, die sich dafür interessiert haben: Der errechnete Geburtstermin ist der 15. November; wir wissen noch nicht, ob es ein Mädel oder ein Bub wird).

 

Ciao & Arrivederci! 

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿

 

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Samstag, 9. Oktober 2021

Babybauch-Shooting und die Farben reifer Früchte 😊


Servus, ihr Lieben!

Vielen Dank für eure tollen Kommentare zu meinem ersten Italien-Reiseberichts-Kapitel! Darin konntet ihr auch alte Fotos sehen, unter anderem von meiner Tochter Jana als kleines Mädchen - nun ist sie eine junge Frau, und in ihr wächst ein neues Familienmitglied heran. 
 
In meinem Blogbeitrag Rostrosige September-Tage erzählte ich euch, dass wir am ersten Septembertag mit unseren Freunden Brigitte und Peter im Schlosspark von Pottendorf waren. Wir suchten dort auch gleich nach geeigneten Plätzen für ein ganz besonderes Shooting: Denn am 3. September waren wir abermals in diesem Park, um den Babybauch meiner Tochter Jana so richtig schön in Szene zu setzen 😊🥰.

Mittlerweile hat mir meine Tochter die Genehmigung für eine kleine, aber feine Auswahl an Fotos erteilt, die ich euch zeigen darf. Und ein paar weitere Aufnahmen aus dem Schlosspark bekommt ihr bei der Gelegenheit auch gleich zu sehen. Die Fotos mit den Stockenten und Afrikanischen Höckergänsen stammen noch vom 1. September, das Foto mit dem blauen Schäfchenwolken-Himmel hat mein Mann am 3. September aufgenommen. Es herrschte also wahres Prachtwetter an diesem "Babybauch-Nachmittag": 

 
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Spätsommerstimmung im Park und der "Star des Tages": Janas  wunderschöner, kugelrunder Babybauch 😊

Am 1. September war eine etwas wolkigere Himmelsstimmung - ebenfalls sehr fotogen!

  
Den Steg hat meine Freundin Brigitte am 1. September entdeckt - und sie hatte recht, er eignete sich wirklich bestens für romantische Fotos mit schöner Spiegelung:

Ein besonders schöner und abgeschiedener Ort im Park ist der "Feenwald". (Das ist keine offizielle Bezeichnung - wir schnappten ein Gespräch zwischen einer Mutter und ihrem Kind auf, in dem sie diesen geheimnisvoll wirkenden Waldteil so nannten - das gefiel uns 😊). Bei dem umgestürzten Baum, auf dessen Stamm ich neulich entlang balancierte, entstanden die folgenden Fotos von Jana und ihrem Bäuchlein:


Blick hinter die Kulissen:
Vielleicht interessiert ihr euch ja für die Entstehungsgeschichte dieser Fotos. Zuerst fand ich die eine oder andere Anregung durch die wunderschönen Babybauch-Fotos, die meine Freundin Andi macht. Manche kennen sie vielleicht noch von ihrem (leider inzwischen stillgelegten) Blog Flögis Reisen oder von ihrem Reiseblog in ungarischer Sprache. Auf ihrer Webseite findet man viele Inspirationen für traumhafte Fotos. Auch per WhatsApp gab mir Andi noch einige Anregungen.
 
Jana und ich suchten aus unserem jeweiligen Fundus Kleidungsstücke und Accessoires heraus, die uns geeignet erschienen und dann machten wir uns ans Ausprobieren. In unserem Garten entstanden schon die ersten Probe-Fotos. Einige besonders gut geeignete Kleider und Schmuckstücke durften anschließend mit in den Park. (Da dort abseits der Hauptwege kaum Menschen unterwegs waren, konnte sich Jana im Schutz der Sträucher auch gut umkleiden.) 

Die Fotos stammen sowohl von Herrn Rostrose als auch von mir. Teilweise haben wir von unterschiedlichen Standorten aus fotografiert - z.B. beim Steg: Da blieb Edi auf Janas Seite und ich fotografierte Jana vom gegenüberliegenden Ufer (siehe folgende Collage links oben).
 
Um ein besonders schönes Licht zu haben, wählten wir die Nachmittagsstunden für unser Shooting. Am freien Feld warf die Sonne jedoch immer noch recht scharfe Schatten, und unter Bäumen muss man aufpassen, dass man keine "Sonnen-Sprenkelflecken" im Gesicht hat. Das Licht bei dem liegenden Baum im "Feenwald" war dafür noch am besten geeignet. Edi hatte auch ein paar Reflektoren mit dabei, die wir teilweise bei den Fotos im Wald einsetzten, um ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Die folgenden Making-of-Fotos hat Edi aufgenommen, während ich die "Beleuchterin" spielte. Und wie unschwer zu erkennen ist, hatten wir auch eine Portion Humor mit im Gepäck 😁:
 

Obwohl das Naturlicht gut geeignet war, habe ich in der Nachbearbeitung teilweise noch mit etwas weicheren Lichtstimmungen experimentiert. Ich bearbeite meine Fotos normalerweise mit Photoshop (Elements 14); diesmal habe ich mich aber außerdem einiger (Gratis-)Bearbeitungs-Möglichkeiten von PhotoScapeX bedient. (Dieses Programm verwende ich sonst vor allem für Collagen.) 

In der folgenden Collage seht ihr Beispiele, wie man die Stimmung eines Fotos durch unterschiedliche Bearbeitungen mit Lichtelementen von PhotoScapeX verändern kann. Vor allem die Filter, die eine etwas romantischere oder herbstlichere Stimmung in die Aufnahmen bringen, haben es mir angetan 😊:

Auf zwei der folgenden Fotos vom Schloss Pottendorf habe ich auch Filter wie "Überlagerungen" und "alte Fotos" verwendet:


Hier noch ein schönes Portrait von Jana, das mir bei uns im Garten gelungen ist. (Die Fotos am rechten Seitenrand stammen aus dem Schlosspark.) Und darunter noch ein paar weitere Bäuchlein- und Parkfotos - teilweise mit Filter-Spielereien, teilweise ohne 😊...


Herbst-Farben:
Zu den in künstliches Herbstlicht getauchten Parkfotos oben passen die Früchte aus unserem Garten in (echten) Spätsommer- und Herbstfarben. Im August waren die Weintrauben an unserem Rank-Bogen noch knackig grün, Ende September hatten sie sich bereits in ein reifes Gelbgrün verfärbt. Und so gab es nach unserem Italien-Urlaub einige Trauben und auch noch jede Menge Äpfel zu ernten. Daraus machten wir ein paar Gläser Apfel-Trauben-Marmelade. (Und morgen? Backen wir Apfelstrudel! 😋)

Für die [BLOGPARADE] Die Farben reifer Früchte - ue30blogger & friends ließ ich mich von den Äpfeln und Trauben zu diesem Anzug inspirieren. Das Shirt ist übrigens "neu" - jedenfalls für mich. Ich habe es vor dem Urlaub (zusammen mit einer Bluse, die ihr demnächst sehen werdet) im Second-Hand-Laden (Rot-Kreuz-Henry-Laden) für ein paar Euro erstanden. (Wenn ich mich richtig erinnere, kostete das Shirt 3 € und die Bluse 5 €.) Die Bio-Baumwoll-Samthose und das Tuch in Gelbgrün-Tönen befinden sich schon lange in meinem Kleiderschrank.

Die Farben reifer Früchte - ü30blogger

Ich hoffe, ihr genießt den Herbst mit seinen Geschenken und seinen angenehmen Farben so wie wir - und wenn das Wetter mal nicht so schön ist, macht es euch drinnen gemütlich mit eine paar Kerzen, warmem Apfelstrudel und einem duftenden Tee!

 

Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Edi und mir.

Auf bald und 
herzlich-herbstliche Rostrosengrüße,
🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


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Sonntag, 3. Oktober 2021

Italien-Reisebericht - 1. Station Udine (Friaul)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

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In den Jahren 1996 und 2000 verbrachten Herr Rostrose, die kleine Rostrosen-Tochter Jana und ich zwei unvergessliche Urlaube in der Toskana. [Ihr könnt darüber unten in der "Vorgeschichte" mehr erfahren oder aber, falls sie euch nicht interessiert - einfach zur Überschrift "Toskana (und ein bisserl mehr) 2021" weiterscrollen.] Obwohl wir üblicherweise gern an Orte fahren, die wir noch nicht besucht haben, um Neues kennenzulernen, sprachen wir häufig darüber, dass wir diesen Landstrich mit seinem ganz besonderen Reiz gern noch einmal besuchen würden. 

Unsere Freunde Brigitte und Peter hatten schon einzelne Orte in dieser Region in Mittel-Italien besucht, aber noch keinen längeren Toskana-Urlaub verbracht. Sie verspürten ebenfalls Lust darauf, diese Landschaft voller Kultur, Schönheit und Geschichte näher kennenzulernen. Wegen Covid-19 hatten ein paar unserer für 2020 und 2021 geplanten Reisen nicht stattgefunden. Würde es im September 2021 klappen, gemeinsam ein Ferienhäuschen zu mieten und von dort aus sternförmige Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen? Einen Versuch war es allemal wert!

 

Ciao, ihr Lieben!
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Die Vorgeschichte
Im ersten Toskana-Urlaub - vor 25 Jahren - mieteten wir zusammen mit meiner Freundin Anita und deren Tochter Natascha ein Ferienquartier in einem Landhaus beim Städtchen Montalcinello. (Man kann das idyllisch gelegene Ferienhaus immer noch mieten: Poggio Corbo.) Jana war damals drei Jahre alt und schon voll bei der Sache. Immerhin befanden wir uns in einem Land, in dem man problemlos jeden Tag Spaghetti 🍝 essen konnte 😋, es gab einen Swimmingpool vor dem Haus, eine große Freundin war mit dabei und wir erlebten viele Abenteuer. 
 
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Toskana 1996 - entschuldigt bitte die Fotoqualität, ich habe die alten Bilder mit dem Handy vom Album abfotografiert...

Wir besuchten Siena, fuhren zweimal zum Baden ans Meer (einmal an die Maremma und einmal nach San Vincenzo), ich erfüllte mir erstmals den Traum, den zauberhaften Tarotgarten von Niki de Saint Phalle zu besuchen, der auch die Kinder sehr beeindruckte (und wenn ihr wisssen wollt, welch großes Glück wir dabei hatten, klickt bitte auf den obigen Link.) Wir waren in San Gimigniano, Pisa, Florenz, Lucca und im Pinocchio-Park von Collodi, besuchten zwischendurch auch kleinere Dörfer in der Toskana, streichelten Hunde, Esel und Katzen, wo immer sie uns unterkamen, oder legten Ruhetage am Pool ein, blickten von dort über malerische Hügel und genossen das Dolce Vita mit Lavendelduft, umherhuschenden Eidechsen, Glühwürmchen und unbeschwerten Sommertagen sehr. 
 
Damals begann ich von einem eigenen Haus mit einem Lavendelstrauch neben der Terrasse zu träumen, doch ich glaubte nicht daran, dass daraus jemals Wirklichkeit werden könnte. Es dauerte noch sechs Jahre - bis 2002 - dann ging der Traum tatsächlich in Erfüllung 😍. Seither leben wir in einem Häuschen im Grünen, und mitsamt seinem Lavendelstrauch, der von Bienen und Hummeln, Schmetterlingen und neuerdings auch Gottesanbeterinnen bevölkert wird, macht es mich immer noch sehr, sehr glücklich.
 
Toskana 2000

Doch bevor es so weit war, unternahmen wir noch einen zweiten Toskana-Urlaub, abermals mit Anita und Natascha, und diesmal stieß auch Anitas Lebensgefährte Norbert zu uns. Wir wohnten in einem großen, umgebauten Bauernhaus bei Santa Croce sull' Arno. (Dieses Quartier kann ich im Internet nicht mehr finden.) Manche Orte bereisten wir wieder - wie den Tarot-Garten, San Gimigniano oder Lucca, manche zum ersten Mal, wie Volterra, San Miniato und Vinci, wo wir das Leonardo-da-Vinci-Museum aufsuchten und uns außerdem mit einem weiteren befreundeten Paar trafen, das in der Nähe auf einem Campingplatz Urlaub machte. Gleich neben unserem Ferienhaus weideten Pferde, bei denen wir beinahe täglich vorbeisahen, und ich erinnere mich an viele lustige und hitzige Kartenpartien mit unseren Freunden. Kurz: Mit der Toskana verbinden wir zahlreiche wunderschöne Erinnerungen.

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Toskana (und ein bisserl mehr) 2021
Kein Wunder also, dass es uns wieder dorthin zog. Diesmal planten wir die Reise zusammen mit unseren Freunden Brigitte und Peter - und glücklicherweise sprach letztendlich auch in Covid-Zeiten nichts dagegen... 

Um die Umwelt zu schonen, beschlossen wir, mit nur einem Fahrzeug zu fahren. In der folgenden Collage seht ihr Brigittes und Peters Wagen mit dem voll bepackten Kofferraum. Theoretisch könnten wir natürlich mit weniger Gepäck reisen, und bei einem Bahn-Urlaub müssten wir das wohl auch. Aber für diesen Urlaub hatten wir uns vorgenommen, zwar mit relativ wenig Kleidung auszukommen, jedoch bei anderen Bequemlichkeiten nicht zu sparen. Jeder von uns hatte einen Trolly und einen Rucksack dabei und dann gab es noch ein paar Extras wie eine Kühltasche für Lebensmittel, Wanderschuhe und mein Varilymph Kompressionstherapiegerät, um meinen Lipödem-Beinen nach langen Ausflügen eine lindernde Beinmassage bzw. Lymphdrainage gönnen zu können. Darüber war ich letztendlich ziemlich froh.

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1. Station: Udine
Um nicht in einem Rutsch von Wien bis in die Toskana durchfahren zu müssen, planten wir ungefähr in der Mitte der Strecke eine Zwischenstation ein. Brigitte und Peter fanden im Netz heraus, dass Udine sich für diesen Zweck gut eignen würde - und so lernten wir eine interessante und sehenswerte Stadt kennen. Ich nehme euch jetzt einfach mit auf einen kleinen fotografischen Streifzug und gebe nur wenige Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten. Wenn ihr mehr über die Stadt  wissen wollt, findet ihr tolle Informationen im Blog "Verliebt in Italien" unter dem Titel Udine - die wichtigste Stadt im Herzen von Friaul - Untertitel: …viel zu schade, um daran vorbei zu fahren. (Dem stimme ich zu!)
 
Gewohnt haben wir im B&B-Hotel von Udine - unten links ein Blick in unser Zimmer.
Bei den entzückenden kleinen Fiats bekomme ich mütterliche Gefühle! Und sie sind praktisch in den oft engen italienischen
 Gassen. Aber sehr viel Gepäck hätten wir da wohl kaum untergebracht 😉
 
 
Wie überall in Italien, gibt es in Udine viele Kirchen - große und solche, die so klein sind, dass sie neben den Wohnbauten regelrecht "verschwinden", einfache und sehr prunkvolle, alte und nicht ganz so alte... Und auch sonst stößt man in Udine auf viel Sehenswertes ...

 
 
Für Artis Schilderwald habe ich wieder einiges gesammelt: Unterwegs fiel uns eine Fassade auf, die über und über mit Schrift verziert war. Durch eine Tafel erfuhren wir, dass Tina Modotti am 16. August 1896 in diesem Haus geboren worden war. Eine Marmortafel auf dem Weg zum Schloss erinnert an "Doktoro Esperanto". Und beim Castello di Udine informiert ein Schild über die Baujahre verschiedener Gebäudeteile der Schlossanlage.

Wer aber war nun Tina Modotti und wer war dieser "Doktoro Esperanto"? Beim Letztgenannten handelt es sich um ein Pseudonym des polnisch-jüdischen Arztes Ludwik Lejzer Zamenhof, der die Plansprache Esperanto erfand und die Hoffnung hegte, dass durch eine gemeinsame Zweit-Sprache für alle Menschen ein Beitrag zu einer besseren Völkerverständigung geleistet werden könne. Eine wunderbare Idee, die sich leider nicht weltweit durchsetzen konnte, aber immer noch eine große Anhängerschaft hat. (Für nähere Informationen klickt bitte auf die Links.) Der in Udine geborene und verstorbene Natur- und Sprachwissenschaftler Achille Tellini ließ diese Marmorstele auf eigene Kosten errichten und schenkte sie anschließend der Gemeinde Udine. Tellini war ein Zeitgenosse von Zamenhof und ein wichtiger Vertreter der italienischen Esperanto-Bewegung.
 
(Das Doktoro-Esperanto-Denkmal befindet sich HIER - auf dem Weg zum Schloss - und nicht im Giardino dell'Esperanto, der von der Udine Esperanto-Gruppe Nova Espero Friuli gegründet wurde.)

Den Namen Tina Modotti (1896-1942) kannte ich im Zusammenhang mit Frida Kahlo und Diego Rivera, mit denen sie befreundet war; ich erinnerte mich aber nicht, dass sie in Udine geboren war. Auch Pablo Neruda, der das Gedicht auf der Gedenktafel verfasst hat, zählte zu ihrem Freundeskreis. Astrid K. hat ihr in der Rubrik Great Women einen wunderbaren Beitrag gewidmet - ihr findet ihn HIER. Tina Modotti war eine Pionierin der Fotografie, sie spielte in einigen Stummfilmen mit, verfasste und publizierte einen Vers- und Prosaband, war politisch aktiv und führte auch sonst ein zwar kurzes, aber so bewegtes Leben, dass man damit mehrere Romane füllen könnte.

"... ein faszinierendes Beispiel für eine Frau, der es nicht reichte, eine umworbene Schönheit vor der Kamera zu sein ..." (Astrid K. über Tina Modotti)

Informationen über die Fassade des Modotti-Geburtshauses von Franco del Zotto Odorico findet ihr hier: KLICK in englischer Sprache oder KLICK - deutsche Übersetzung).  

Oben links Tina Modotti in ihrer ersten Filmrolle in "The Tiger's Coat", rechts mit Frida Kahlo, unten zwei Aufnahmen, 
die Tina Modotti in Tehuantepec fotografiert hat. Quelle KLICK
 


Im Schlosspark des Castello di Udine gibt es einige sehenswerte Bäume, z.B. eine monumentale Himalaya-Zeder. Der hohe Olivenbaum befindet sich beim Schloss neben der Gastwirtschaft “Casa della Contadinanza”, der bizarr verdrehte Baum neben der Treppe vom Schloss in Richtung Piazza Libertà:

Kann jemand von euch den Baum in der Mitte identifizieren?

 Auch auf schöne Türen und Tore stößt man in Udine allerorten:


Bei den Eingängen zum Schloss standen übrigens Wächter, welche die 3G überprüften. Und auch an anderen Stellen in der Stadt wurde überprüft, ob man einen Impfnachweis oder ein Testergebnis dabei hat. Denn (und das hatten wir vorher nicht gewusst!) ganz Udine war an diesem Wochenende in Festtagsstimmung

Vom 9. bis 12. September fand die so genannte Friuli DOC statt, eine Art Spezialitätenmesse für Weine und andere Produkte aus Friaul: "Vom Vorplatz des Schlosses bis hin zur Via Mercatovecchio, vom Platz Piazza XX Settembre bis zur Via Veneto wird das Herz von Udine den regionalen Köstlichkeiten, den besten handgefertigten Produkten und vielen weiteren Gelegenheiten des Zusammentreffens und der Verkostungen Platz bieten. All dies umgeben von einem umfangreichen Programm an Musik und Unterhaltung." Und so war nicht nur ganz Udine auf den Beinen, sondern wohl auch die Bevölkerung der Umgebung...

Für uns war das kein Problem, wir hatten den Impfnachweis dabei, aber auf manchen Plätzen (beim Schloss, auf der Piazza Giacomo Matteotti usw.) waren Marktstände oder Sitzgelegenheiten aufgebaut und es herrschte rundum ziemlicher Trubel, was das Fotografieren und Durchkommen etwas erschwerte 😉.

In der Altstadt fanden wir dennoch einen Platz zum Ausruhen und gönnten uns Erfrischungen und eine kleine süße Stärkung :

 

Wenn man hauptsächlich nach oben fotografiert oder den richtigen Moment abwartet, schafft man trotz Volksfeststimmung Fotos mit möglichst wenigen Menschen drauf 😉:

Die Piazza Libertà war zu Beginn noch gesperrt, da konnte man zumindest in manche Richtungen Fotos ohne Leute machen...

 

Abends fanden wir dann noch reichlich Platz in der Osteria Alla Ghiacciaia. Das Lokal-Foto entstand zu Beginn unseres Lokalbesuchs - Italiener essen ja bekanntlich gern später zu Abend als unsereiner. Im Lauf der Zeit füllte sich das Lokal jedoch, und es klang so, als wären vor allem Italiener anwesend. Meiner Erfahrung nach spricht es zumeist für ein Lokal, wenn es hauptsächlich von Inländern besucht wird - und auch hier wurden wir nicht enttäuscht; es schmeckte uns sehr gut und war ein angenehmer Tages-Ausklang. Danach gab's noch einen kleinen Schaufensterbummel in Richtung B&B-Hotel, und dann schliefen wir unserem ersten Tag in der Toskana entgegen.

Das grün-rote Erdbeerkleid hätte gut in mein Beuteschema gepasst. Die große Erdbeervase auch. Aber ich kauf ja nix mehr 😊

So viel also zu unserem ersten Urlaubstag in Italien. Bald geht es weiter mit Teil 2 meines Reiseberichtes. Für heute bedanke ich mich sehr für euer Interesse - und für eure Besuche und lieben Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag Rostrosige September-Tage!


Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Brigitte, Edi und mir.

Herzliche Oktobergrüße und alles Liebe

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Und weil dieser Urlaub eindeutig unter "Spätsommergenüsse" fällt und ich noch dazu ein Outfit in einem schönen Herbstrot-Ton trug, verlinke ich auch dieses Posting wieder bei der [BLOGPARADE] Die Farben reifer Früchte - ue30blogger & friends 😊. Mehr darüber HIER.


Die Farben reifer Früchte - ü30blogger