Mittwoch, 21. Oktober 2026

Reisebericht 2025 – Sasquatch, heiße Quellen und ein Kürbisfest 🎃🇨🇦

>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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Hello, meine Freunde und Reisegefährten, ...

... ich danke euch sehr für eure lieben Kommentare zu meinem vorigen Reisebericht 2025 – Kekuli Bay - Spion Kop - Othello Tunnels 🇨🇦. Wie schön, dass auch euch die Landschaft so sehr begeistert hat wie uns. Am Ende des heutigen Kapitels ist es leider schon an der Zeit, von Kanada Abschied zu nehmen - aber seid versichert, dass auch unser Reisemonat in Asien noch jede Menge Highlights bieten wird! 

Doch heute genießen wir noch einmal British Columbia - hier unten seht ihr schon mal, in welch wunderschöner Kulisse wir die nächsten beiden Tage verbracht haben:

 

 

5.-7. Oktober 2025 - Harrison Hot Springs 💦

Auf unserer Suche nach einem lohnenden Ziel in relativer Nähe zu Vancouver kam uns dieser Erholungsort an der Südspitze des Harrison Lake unter: Harrison ist etwas weniger als vier Autostunden vom Lake Country und etwas mehr als anderthalb Stunden von Vancouver entfernt. Wie der Beiname "Hot Springs" verrät, gibt es hier Thermalquellen; diese waren den First Nations bereits lange vor der Entstehung des heutigen Ortes bekannt und wurden von ihnen verehrt und genutzt.

Mehr über den Ort, seine Geschichte und die beiden Quellen, die laut Wikipedia zu den mineralhaltigsten der Welt gehören, könnt ihr HIER und HIER in deutscher und HIER in englischer Sprache nachlesen.

 

 Was für traumhafte Ausblicke auf den See und die bewaldeten, schneebedeckten oder von Gletschern gekrönten Berge!

 

Falls ihr euch fragt, was dieses kleinere, dem See vorgelagerte Gewässer ist, das in den folgenden beiden Collagen zu sehen ist - es handelt sich dabei um einen künstlich angelegten Teich mit Springbrunnen. Ihr könnt ihn auf dieser Luftaufnahme - KLICK - genauer betrachten. Ich nehme an, er wird zumindest zum Teil mit dem Thermalwasser gespeist - jemand erzählte uns, dass er wärmer ist als der Harrison Lake und für jene Besucher angelegt wurde, denen das Wasser im See zu kalt ist.
 

 
Blick auf die Hotelzeile mit malerischer Bergwelt dahinter und auf den künstlichen Teich. Die schlauen Kanadagänse scheinen das wärmere Wasser ebenfalls zu bevorzugen:
 

 

  

Im Harrison Lake sah man zu dieser Jahreszeit außer vereinzelten Motorbooten nur das eine oder andere Kanu. Für mich ist dieser Anblick "Kanada pur" 🤩! 
 

Unser Hotel und "leibliche Genüsse" in Harrison 😋

 
Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte war das Hot Spring Villa Hotel. Hier bekamen wir auch gutes Frühstück und Abendessen - einmal waren wir allerdings Griechisch essen in Milos Greek Taverna und das war nicht nur "gut", sondern extrem kösltich - vor allem die Riesengarnelen in Knoblauch-Butter 🍤!
 

 

Auf Sasquatchs Spuren 👣

 
In meinem vorigen Blogbeitrag habe ich einige von euch neugierig gemacht, weil ich "die mögliche Begegnung mit einer legendenumwobenen Gestalt" erwähnte. 
 
Gemeint ist damit ein Wesen, das einige von euch vermutlich unter dem Namen Bigfoot kennen, das in Kanada aber eher als Sasquatch*) bekannt ist. In der Gegend um Harrison Hot Springs soll dieses behaarte Riesenwesen schon seit alter her unterwegs sein. Und das ist keine "Erfindung" des örtlichen Tourismusverbandes - auch wenn dieser die Geschichten natürlich geschickt zu nutzen weiß 😉.
 
*) Die Bezeichnung Sasquatch gilt als anglisierte Wiedergabe des Wortes Sasq’ets aus der Sprache der Sts’ailes First Nation. Es wird häufig mit „haariger Mann“ übersetzt. Die Sts’ailes erzählen seit Generationen von diesem Wesen, das zwischen der sichtbaren und der spirituellen Welt wechseln kann.
 
 
Dass Bigfoot ein Horror-Monster sein soll, ist natürlich hanebüchener Unsinn! In den überlieferten Lehren der Sts’ailes gilt Sasq’ets als Hüter des Landes. (KI-generiertes Bild)

 
1929 machte der Autor und Regierungsmitarbeiter J. W. Burns die Geschichten durch einen Zeitschriftenartikel einem breiteren Publikum bekannt. Seither wurden immer wieder angebliche Sichtungen gemeldet, die jüngsten laut örtlicher Tourismusorganisation noch 2009! 
 
Bewiesen ist damit natürlich nichts - aber Harrison Hot Springs hat seinen legendären Mitbewohner längst ins Herz geschlossen. Heute begegnet man ihm auf Schildern, als Statue, im Museum und in den Souvenirläden.

Nun, und wie ihr dem Schild entnehmen könnt, gibt es bei Harrison auch einen Sasquatch Provincial Park! Dort wollten wir uns natürlich auch selbst auf die Suche nach diesem geheimnisvollen Geschöpf machen!
 
 
 

 
All jene unter euch, die unseren beiden kanadischen Bären-Abenteuern gefolgt sind (KLICK und KLICK), werden sich wohl auch noch daran erinnern, dass meine Bärensocken aus dem Arbesbacher Bärenwald wahre Glücksbringer 🍀🐻 waren. (Das ist zwar nicht wissenschaftlich erwiesen - doch ich bin davon überzeugt, dass meine Socken die Chancen auf Bärensichtungen erhöht haben.) 
 
Da traf es sich für unser neuestes Vorhaben doch prima, dass ich inzwischen auch stolze Besitzerin von Sasquatch-Socken war 😁👍! In meinem 2. British-Columbia-Kapitel erzählte ich euch von unserem Ausflug nach Horseshoe Bay: Dort stöberten wir in einem Laden mit kunstgewerblichen indigenen Arbeiten und erstanden neben kleinen Geschenken auch ein Paar "Sasquatch Art Socks" von Coast-Salish-Künstlern für mich. Und in die schlüpfte ich, bevor wir uns auf unsere nächste Wanderung begaben  🧦🌲!
 
 
Schick, oder? 😊🧦

 

Der Parkplatz war verwaist, und auch sonst gab es keine Zeichen von menschlicher Anwesenheit im Sasquatch Provincial Park. Ob das an der nicht näher definierten Gefahr lag, die laut dem Schild vom Hicks Dam ausging? Oder von den Bären, vor denen auf einem anderen Schild mal wieder gewarnt wurde?

Ich hatte keine Bärensocken an, also konnten wir davon ausgehen, dass uns keins dieser Tiere begegnen würde 😉 - aber wer weiß, ob jeder angebliche Bär auch wirklich ein Bär war... Vor dem Sasquatch fürchteten wir uns jedenfalls nicht - der soll ja zu Menschen, die dem Wald nichts Böses tun 🌲, eher freundlichen Gemüts sein.*) Deshalb fehlte wohl auch ein Sasquatch-Warnschild wie dieses hier (KLICK).
 
*) Manch ein Horrorfilm behauptet zwar das Gegenteil - aber in indigenen Geschichten gilt Sasquatch (sowohl in seiner männlichen als auch weiblichen Verkörperung) als Symbol für den Einklang mit der Natur und wird in Tänzen und Kunstwerken geehrt statt gefürchtet. Die Vorstellung vom blutrünstigen Monster ist eine Erfindung der modernen Unterhaltungsindustrie und der Sensationspresse des 20. Jahrhunderts.  
 
 


Wir hielten Ausschau:
War da nicht ein Schatten?
Raschelte da nicht etwas im Gebüsch?
Versteckte sich etwas hinter den Bäumen? 
 

 
Das Einzige, was definitiv raschelte, war da und dort ein Vogel. Und einen davon konnten wir sogar fotografieren - einen Diademhäher (Cyanocitta stelleri)! Er war nicht so blitzblau wie der, den wir auf Vancouver Island gesehen hatten, aber wir freuten uns dennoch sehr über die Sichtung. Jeder von uns konnte ein schnelles Foto schießen, dann hob der hübsche Vogel auch schon wieder ab und flog davon.
 
Viel einfacher zu fotografieren (aber - da sie nicht raschelte - nur mit etwas Aufmerksamkeit zu entdecken) war hingegen die wollige Raupe des Isabella-Tigerfalters (Pyrrharctia isabella).
 

 

Auch bei dem idyllischen See im Provincial Park (Hicks Lake) konnten wir Sasq'ets nicht entdecken - nicht einmal mit dem Tele... Aber vielleicht hatte er sich ja zwischen den unzähligen Nadelbäumen versteckt? Er gilt ja als extrem zurückgezogen und scheu. Oder er war ins Wasser gegangen und dort untergetaucht? Wie auch immer, uns gefiel es an dem See sehr!
 

 
Nach unserem Ausflug kehrten wir nach Harrison Hot Springs zurück, gönnten uns dort eine Eiscreme - und da war er plötzlich! Angelockt von meinem Eisbecher 🍦: der zottelige Mann aus dem Wald! Falls ihr es nicht glaubt - hier ist der Beweis:
 
 
Der Sasquatch war ziemlich scharf auf mein Eis 😁😎 (KI-generiertes Bild)

 

Leider war der Moment sehr rasch vorbei, denn wie vorhin erwähnt, kann der scheue Waldmensch zwischen der sichtbaren und der spirituellen Welt wechseln. Und so war er kurz nach diesem Foto - schwuppdiwupp - wieder verschwunden!   

... nun ja, oder so ähnlich 😉. Mit einem Wimpernschlag war der Sasquatch jedenfalls viel kleiner, als euch das obige Bild weismachen will, er wirkte auch viel weniger lebendig - und auch mein Eisbecher war nicht so voll gefüllt... (was vielleicht daran lag, dass ich dem Burschen etwas von der gekühlten Leckerei abgegeben habe 🍦😋....) Aber ihr seht in der unteren Collage, dass ich tatsächlich meine Sasquatch-Socken anhatte 😊🧦.


 
 
Falls ihr mehr über den Sasquatch oder Sasq’ets erfahren wollt, habe ich hier vier Quellen für euch, die mir bei meinen Recherchen sehr geholfen haben:

- Tourism Harrison: Our Sasquatch - die regionalen Legenden, Mystery Valley und die gemeldeten Sichtungen bis 2009 
- National Geographic Traveller: Is Sasquatch real? - ein aktueller, gut lesbarer Artikel mit einem persönlichen Bericht und dem historischen Rückblick auf 1929
- Sts’ailes: Comprehensive Community Plan - die Perspektive der Gemeinschaft selbst auf die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Sasquatch 
- In Forks, Washington Sasquatch legend rooted in Indigenous culture - Youtube - Für die indigenen Völker ist der Sasquatch kein Monster, sondern ein spirituelles Naturwesen, dessen traditionelle Geschichten Kindern seit Generationen Respekt und Verantwortung vermitteln.
 
🍁🍁🍁 
 
Nachdem wir noch ein bisschen Hafenstimmung am See genossen hatten... 
 
 
 
 
 
... wollten wir natürlich auch eine der heißen Quellen kennenlernen, für die der Ort bekannt ist. Ich hatte zwar Fotos von natürlichen Wasserbecken gesehen, aber diese waren bei unserem Besuch nicht auffindbar. 
 

Erst später erfuhr ich, dass die frei zugänglichen Badebecken, bekannt als Hobo Hot Springs, im Oktober 2024 ohne die erforderliche behördliche Genehmigung mit Erde und riesigen Felsbrocken zugeschüttet worden waren! Diese Becken waren bei Einheimischen wie Besuchern beliebt gewesen!

Der Bürgermeister von Harrison Hot Springs machte öffentlich das nahe gelegene Harrison Hot Springs Resort dafür verantwortlich. Wer die Zuschüttung genau veranlasst hatte, ist anhand der veröffentlichten Berichte nicht abschließend geklärt, aber ich muss gestehen: Nachdem ich von dieser Geschichte erfahren habe, war ich richtig froh, dass wir nicht im großen Resort abgestiegen waren! Ein schaler Nachgeschmack bleibt, wenn ein Ort mit einer so langen indigenen Geschichte und einer Bedeutung für die Bevölkerung auf diese Weise zum Schauplatz eines solchen Konflikts wird. 

Abgesehen von den Badeanlagen des Resorts, die ausschließlich Hotelgästen offenstehen, blieb das  öffentliche Bad für uns die einzige Möglichkeit, das heiße Mineralwasser der Quellen zu erleben.
 

 
 
 
Zwar badeten wir dort nicht in romantischer Naturkulisse, sondern in einem ganz klassischen Hallenbad mit Wasser aus den heißen Quellen. Dieses Erlebnis wollten wir uns aber trotzdem nicht entgehen lassen.

Edi sollte auch gleich ein Foto von mir im Becken machen. Das Foto war im Kasten, bevor die Badebild-Zensur eingriff! 😁📸 Außer mir sind darauf keine Badegäste zu sehen - und für mich ist es eine kleine Erinnerung an ein sehr heißes Bad 🥵! (Wobei wir in Japan dann noch heißer gebadet haben - aber das ist eine andere Geschichte, über die ich euch ein andermal erzählen werde.) 

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Damit sind unsere zwei Tage in Harrison Hot Springs schon fast zu Ende. Es fehlt nur noch diese Collage mit Fotos von einem traumhaften Sonnenuntergang am Harrison Lake. Und ich finde, der Himmel passt farblich wunderbar zu meinem nächsten Thema - Kürbisse 🎃😊!

 


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7. Oktober 2025 - Pumpkin Patch in Richmond

Am nächsten Morgen fuhren wir unserem letzten kanadischen Ziel entgegen - Richmond, eine Stadt im Großraum Vancouver, in der sich auch der internationale Flughafen befindet. Für unsere letzte Nacht in Kanada hatten wir uns nämlich eine Unterkunft in Flughafennähe gesucht.

Dass uns auf der Fahrt dorthin ausgerechnet eine Baustelle zu einem kunterbunten Kürbisfest mit Halloween-Flair führen würde, war allerdings nicht geplant! 🎃😉 Edi hatte sich wegen der Baustelle in einer falschen Spur eingereiht und musste abbiegen, obwohl wir laut Navi geradeaus hätten fahren sollen. Beim Versuch, wieder umzudrehen, entdeckten wir plötzlich ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to the Pumpkin Patch“. Ich sah Edi an und meinte: „Weißt du was? Wenn wir schon einmal da sind, können wir uns das doch gleich ansehen!“



 
Gesagt, getan! Und wie ihr euch bei den folgenden Fotos vermutlich denken könnt, war ich gleich in meinem Element: Denn über Viecher freue ich mich immer 🐑🐐🐓!


Herr Hahn bot uns sogar eine richtige Show!

Ich mischte mich für ein kleines Shooting unter diese märchenhafte Szenerie aus sonnenblumengeschmückten Bäumen, Maisähren und Kürbissen ...
 
 
 
 
 
... es gab aber auch Gestalten, die auf den ersten Blick deutlich weniger vertrauenerweckend wirkten, aber zum Glück dennoch freundlich waren - wie die beiden musizierenden Knochenmänner, Fräulein Skelett im schicken Kleid oder die zwei Hexen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand, denn gleich und gleich gesellt sich gern 😉.
 


 
Ein kleiner Zug fuhr durch eine Art "Geisterstadt", in der sich Gevatter Tod im Gitarrespielen versuchte, Frankenstein offensichtlich aus dem Gefängnis ausgebrochen war und zwei Zombies vor dem Saloon Getränke mixten. 
 

 
 
Vor dem umherlaufenden Maiskolben musste sich niemand fürchten, und die Adler-Familie aus Plastik sowie der abgehackte Fuß neben den Kürbissen konnten auch niemanden ernsthaft erschrecken. Die Musikanten rechts waren allerdings aus Fleisch und Blut und sorgten für wirklich gute Stimmung 🎸🎶.
 

 

 
Begeistert hat uns der entzückende Oldtimer - ein Ford Modell T (auch als Tin Lizzy oder Blechliesel bekannt und laut einem Schild 102 Jahre alt):
 

 

 
Nachdem wir uns dort auch noch eine Bratwurst gegönnt hatten, beschlossen wir, dass es an der Zeit ist, vor dem Einchecken in unser Quartier noch einen Abstecher zu einer Shoppingmall am Flughafen (McArthurGlen Designer Outlet Vancouver Airport) zu unternehmen, da Edis helle Wanderhose schlimme Auflösungserscheinungen zeigte. Und tatsächlich fand er im zweiten Shop eine neue helle Hose, die ihm passte und das auch noch zu einem guten Preis!
 
 
 

 

Dann bezogen wir unsere Unterkunft für die Nacht von 7. auf 8. Oktober 2025 - das Royalty B&B in Richmond. Es ist ein Haus voller Erinnerungsstücke, wie ihr z.B. auf dem Wohnzimmerfoto an den zahlreichen Bildern an den Wänden sehen könnt. Originell fanden wir unter anderem die vielen Geldscheine aus aller Herren Länder, die unter der transparenten Tischdecke im Frühstücksraum ausgestellt waren. Dabei entdeckten wir zu unserer Freude auch ehemaliges österreichisches Geld aus der Zeit vor der Euro-Einführung - nämlich eine 100-Schilling-Note*) mit der berühmten Malerin Angelika Kauffmann (1741-1807)! 

*) Ich gebe zu, dass mir die 100- und die 1000-Schilling-Noten sehr fehlen, denn auf beiden waren starke Frauen mit Österreich-Bezug zu sehen. Der 1000-Schilling-Schein zeigte Bertha von Suttner (1843-1914), die bekannte Pazifistin und Nobelpreisträgerin.
 

 

 

Nachdem wir unsere Taschen im Zimmer deponiert hatten, wollten wir noch ein bisschen die Gegend erkunden und auch noch eine Kleinigkeit essen. Viel gab es dort in der Gegend nicht, aber das Internet zeigte uns ein asiatisches Lokal an, das geöffnet hatte. 

Auf dem Weg dorthin entdeckten wir abermals etwas mit Bezug zu unserem Heimatland: Eine rot-weiß-rote Flagge, die den Sitz des Austria-Vancouver-Clubs markierte 🇦🇹, und blumengeschmückte Fenster mit verzierten Fensterläden, die ein bisschen an ein Tiroler Landhaus erinnerten! Da mussten wir natürlich näher rangehen und nachsehen, ob vielleicht zufällig jemand anwesend war. 

Aber leider - die Türen waren verschlossen. Allerdings entdeckten wir eine Speisekarte für den Oktober 2025 neben dem Eingang - und darauf war zu lesen, dass wir das Oktoberfest nur um drei Tage verpasst hatten. Außerdem waren auf dieser Speisekarte verschiedenste österreichische Küchenklassiker vertreten - an erster Stelle natürlich Schnitzel mit Erdäpfelsalat.

Tja, ihr Lieben, und was soll ich sagen: Ab diesem Tag hatte ich für den Rest der Reise mächtigen Appetit auf ein Wiener Schnitzel 😋... und (was ziemlich selten bei mir vorkommt) auch ein gewisses Heimweh. 

 

An einem bestimmten Wort in der Speisekarte erkennt man übrigens, dass im Club wohl auch Menschen mit deutschen Wurzeln vertreten sind. (Und wer weiß, vielleicht haben sich im Lauf der Jahre ja auch österreichische und deutsche Herzen gefunden 😉.) Hier ein kleiner "Sprachkurs": Was in Deutschland "Kassler" genannt wird, heißt bei uns in Österreich "Geselchtes" oder (lautschriftlich) "Xöchts" 😜.

 

Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, habe ich sowohl den Schnitzelguster als auch das Heimweh nicht überhand nehmen lassen. Und gut war's - denn es gab noch vieles zu erleben in den kommenden Wochen... Spannendes, Schönes und Unerwartetes! Manchmal auch Schwieriges, und nicht alles davon fühlte sich super an - doch es wurden Geschichten daraus. Und jetzt, nachdem rund ein Jahr vergangen ist, kann ich euch versichern, dass ich keine davon missen möchte.

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Kanada hat jedenfalls unser Herz erobert 🤍 - und daher möchte ich zum Abschied von diesem wunderschönen Land nochmals im Großformat das Foto des spiegelnden Herzens 🤍 posten, das wir im McArthurGlen Designer Outlet aufgenommen haben.
 

  

 

Beim nächsten Mal kommt voraussichtlich mein letzter Rückblick auf unsere sommerlichen Tage - und dann... treffen wir einander in Japan wieder. Und auch, wenn es dort keine besonders hohe Wiener-Schnitzel-Dichte gibt 😉😜 (und wir ja vor allem Interesse daran hatten, die japanische Küche zu genießen) ist es ein wunderschönes Land, das uns viel bieten konnte! Also, bleibt dran!

 

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Ganz herzliche Grüße 
- und auch schon mal (für die Österreicher unter euch) 
einen schönen Nationalfeiertag
und für alle, die es feiern:
 
 

HAPPY HALLOWEEN 

 🎃🧛‍♂️👻

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 


Mittwoch, 7. Oktober 2026

Reisebericht 2025 – Kekuli Bay - Spion Kop - Othello Tunnels 🇨🇦

>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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Hello, ihr Lieben!


Herzlichen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem zweiten bunten Teilrückblick auf den Sommer 2026! Heute geht es wieder weiter mit meinem 2025er-Reisebericht. 

Dieses Posting ist übrigens vorprogrammiert, denn wir haben uns heuer zwar keine große Reise, aber zumindest ein paar Urlaubstage*) gegönnt. (Dies nur, falls ihr euch gefragt habt, weshalb ihr schon länger nichts mehr von mir zu lesen bekommen habt.) 

*) Wo wir uns herumgetrieben haben, erzähle ich euch ein andermal 😊😎.

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3. Oktober 2025 - Kalamalka Lake / Kekuli Bay Provincial Park 

Wie ich neulich schon geschrieben habe, befanden wir uns im Lake Country und wollten dort natürlich Seen zu sehen bekommen. Und so beschlossen wir an diesem sonnigen Tag, einen Ausflug zum Kalamalka Lake zu unternehmen 😎🌞. Den hatten wir bei unserem Ziplining-Abenteuer am Vortag ja "von oben" bewundert und wollten ihn nun etwas näher kennenlernen. Eine tolle Idee, denn wir erlebten einen traumhaften Frühherbsttag mit einigen erfreulichen Tiersichtungen. 
 
 

Ein rundum glücklicher Tag an der Kekuli Bay.
 
 
Das erste Tier das uns begegnete, war dieser friedlich äsende weibliche Maultier- oder Schwarzwedelhirsch (Odocoileus hemionus). Sie nahm kurz Witterung auf, stellte wohl fest, dass wir harmlos sind und fraß beruhigt weiter:
 


Bei dem Greifvogel, der sich zunächst auf einen Mast setzte (wo aber keine unserer Kameras auf die Schnelle richtig scharf stellen wollte) und dann eine Weile über uns kreiste, handelt es sich laut Google Lens um einen Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis).


 
Diese Bussarde ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, Reptilien, Amphibien, Insekten und anderen Vögeln - und wie wir im Laufe unserer Wanderung entlang des Okanagan Rail Trails feststellten, gibt es davon einige am Kalamalka Lake. Zum Beispiel dieses entzückende Streifenhörnchen - das dem scharfen Greifvogel-Auge aber zumindest an diesem Tag entgangen ist:
 


Zwischen all den Steinen und Felsen am Seeufer gibt es aber auch reichlich Versteckmöglichkeiten für kleine Tiere.


Wir entdeckten hier auch wieder eine kleine, hübsche Strumpfbandnatter (Thamnophis) - diesmal zum Glück eine sehr lebendige, die sich beeilte, vor uns zu verschwinden. 
 
Mit dem Besitzer des Schäferhundes auf dem Foto unten plauderten wir eine Weile - er versuchte gerade erfolgreich, seinen (noch jungen und etwas wasserscheuen) Hund spielerisch ans Schwimmen zu gewöhnen 💦🐕. 

Der Felsen links erinnerte mich ein bisschen an einen Dinosaurierkopf 🦖.

 
Unten seht ihr eine Carolinataube (Zenaida macroura), hübsches rotgefärbtes Laub und eine Traude, die sich riesig über diesen Spaziergang freut. 
 
Zunächst waren lange Ärmel noch angenehm, doch im Laufe des Vormittags wärmte uns die Sonne immer mehr und wir konnten unsere Pullover ausziehen. Spätestens an diesem Tag wurde uns klar, dass das Okanagan Valley keineswegs ein "Notnagel"-Ersatz für die Canadian Rockies war, sondern vielleicht sogar das Beste, was uns hatte passieren können: sonnige Tage, entspannende Ausflüge und fotogenen Landschaften 🤩! 
 



Kameratechnisch war ich am Kalamalka Lake bestens gerüstet - ich hatte sowohl die Nikon als auch die Sony bei mir. Ich benützte sie alle - aber manche Fotos wurden dann doch mit dem Handy am besten 😊 - vor allem die weitläufigen Landschaftsaufnahmen. 
 
Natürlich "mussten" Edi und ich auch wieder "das Imperium fotografiert zurück" spielen 😜:



 
Der kleine Audubonwaldsänger (Setophaga auduboni) war schwieriger zu fotografieren als Herr Rostrose. Er hielt nicht ruhig und versteckte sich zwischen Zweigen. Sehr unkooperativ - aber zugegebenermaßen entzückend.
 
 

Edi gelang dieses schöne Foto von den beiden Kanadagänsen im Flug:


Irgendwann um die Mittagszeit stellten wir fest, dass das Frühstück vom Super 8-Hotel nicht so ergiebig war wie manches andere und dass wir deshalb wohl nicht bis zum späten Nachmittag oder Abend aushalten würden. Also verabschiedeten wir uns von dieser malerischen Szenerie:


Süße Sünde

 
Wir erinnerten uns an eine Konditorei, die wir am vergangenen Tag in einem Einkaufsareal entdeckt hatten - die Kuchen dort hatten äußerst verlockend ausgesehen, allerdings hatten wir da nicht genug Hunger gehabt. 
 
Diesmal passte alles - auch die Öffnungszeiten - und so suchten wir Beat. Patisserie auf - nach Eigenbeschreibung "a small, independent, woman run pastry shop" - und ließen uns verführen 😇😋. 
 
 

 

Manche von euch schrieben mir beispielsweise zum Ziplining, zu diversen Hängebrücken oder zu den Bären-Ausflügen, dass ich ziemlich wagemutig sei. 

Ich denke, es ist zu erkennen, dass ich auch in kulinarischen Belangen ziemlich furchtlos bin: Das Tortenstück, für das ich mich entschied, hieß nämlich Death by Chocolate 😂! Wie ihr seht, habe ich auch das überlebt.

Nachdem ich irgendwo gelesen hatte, dass Schokolade mit 70 % Kakaoanteil gesund ist, dachte ich mir, ich tu' meinem Körper einfach mal was Gutes 😎😇😅. Edi ist nicht so der Schokotyp - er bevorzugt Plunderteilchen, und auch davon gibt es eine köstliche Auswahl in dieser Konditorei. Dazu gab's Kaffee, und der ist dann auch gleich meine Eintrittskarte in Elizabeth' Linkup T Stands For Tuesday.



 
Für alle, die sich fragen, wie wir es geschafft haben, trotz all der "Ernährungssünden" in diesem Urlaub binnen zwei Monaten zwei Kilos abzunehmen (und seither noch ein paar weitere Kilos zu verlieren):  
  1. Wir hatten fast immer nur zwei Mahlzeiten pro Tag - große Portionen haben wir uns noch dazu geteilt. Wenn ich mich richtig erinnere, aßen wir an diesem Abend dann bloß noch Salzcracker. Aber nicht, weil wir abnehmen wollten, sondern weil wir einfach nicht "mehr" brauchten.
  2. In Kanada gab es einige Kalorienbomben, aber natürlich nicht täglich. Und in Asien gab es hauptsächlich leichte Küche - aber nicht ausschließlich 😉.
  3. Wir sind viiiiel gegangen. Ob nun Stadtbesichtigungen, Spaziergänge oder Wanderungen - wir waren an fast jedem Tag auf unseren Beinen. Und der Kalorienverbrauch beim Gehen ist nicht zu unterschätzen.
 

Nachmittags-Spaziergang im Lake Country

 
Auch an diesem Nachmittag bzw. frühen Abend unternahmen wir noch einen längeren Spaziergang. Eigentlich wollten wir von unserem Hotel aus per Fußgänger-Navi zu einer anderen Stelle des Wood Lake gelangen, aber das funktionierte nicht ganz so wie geplant. Egal - wir gingen einfach durch eine Mischung aus Wohngebiet und Naturlandschaft... und zwischendurch liefen uns kleine Vögelchen mit lustigen kleinen "Krönchen" auf dem Kopf über den Weg.
 
Nachdem wir nur unsere Handys bei uns hatten, gelangen uns keine allzu tollen Fotos, aber immerhin lässt sich erkennen, dass wir es hier mit Schopfwachteln (Callipepla californica) tun hatten. Und seht ihr auf dem Baum den Specht? Ich denke, es wird wohl wieder ein Goldspecht (Northern Flicker - Colaptes auratus) gewesen sein: 
 

 

Nach diesem aktiven, schönen und energiegeladenen Tag beschlossen Edi und ich, uns ab sofort wieder als fit und gesund zu betrachten.  

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4. Oktober 2025 - Spion Kop Hiking

Doch wie lautet das elfte Gebot? 👉 Du sollst dich nicht täuschen! Und es gibt da auch noch dieses schöne deutsche Sprichwort: Wenn's dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen. Aber immer schön der Reihe nach! 

An diesem leider etwas wolkenverhangenen Samstag beschlossen Edi und ich, eine Wanderung auf den Spion Kop zu unternehmen. Der wurde mir nämlich als Berg mit verschiedenen Wanderwegen angezeigt, und von seinem Gipfel aus sollte es einen tollen Ausblick auf gleich mehrere Seen des Lake Country geben.

Spion Kop ist übrigens ein Name mit Geschichte: Er geht auf den gleichnamigen Hügel in Südafrika zurück, wo 1900 während des Zweiten Burenkriegs eine Schlacht stattfand. Spion Kop bedeutet sinngemäß „Aussichtshügel“ oder „Lookout Hill“. Der Name soll in Lake Country von einem Burenkriegsveteranen eingeführt worden sein und wurde von den Einheimischen schon lange verwendet, bevor er auch offiziell anerkannt wurde. 





Auf dem obigen Plan mit den Spion Kop Hiking Trails seht ihr rechts den roten "You are here"-Punkt. Dort parkten wir unseren Wagen.
 
Gleich zu Beginn begegnete uns dieser Bursche ☠️: Wir hofften inständig, dass es sich dabei um eine Halloween-Dekoration handelte und nicht um jemanden, der dermaßen ausgemergelt von einer Spion-Kop-Wanderung zurückgekehrt war 😬!
 

 
Wir gingen zunächst vom Old Mission Road Trail Head aus den roten Summit Trail entlang. Weil der Weg ziemlich steil war, wechselten wir nach einiger Zeit auf einen rot-gelb markierten Connector, der zum gelben Arrowleaf Trail führte. Damals hielten wir die beiden Farben allerdings für eine Art gemeinsamen Wegabschnitt - dass wir gerade einen Connector erwischt hatten, war uns nicht klar - da gibt's offenbar Unterschiede zwischen österreichischen und kanadischen Markierungen 😉. 

 

 
Dort kamen wir nicht nur an einer recht dicht besiedelten Wohngegend vorbei, sondern auch an diesen Gesellen, die ich ehrlich gesagt in Kanada nicht erwartet hätte (weder die deutsche noch die irische Gartenzwerg-Version 😁...):
 
 

Nach einiger Zeit ging der rot-gelbe Weg in einen Weg mit gelber Markierung über - laut Plan der Arrowleaf Trail. Der war stellenweise wieder recht steil. 

Und da merkten wir es dann schon: Wir waren doch noch nicht so gesund wie erhofft... Vor allem Edi, der ja auch kränker als ich gewesen war, bekam schlecht Luft und musste zwischendurch pausieren (was ich sonst von ihm nicht kenne), aber auch mir ging weitaus schneller als sonst die Puste aus.



 
Zunächst nahmen wir es noch mit Humor, aber nach einer Weile fragten wir uns, ob es wirklich eine gute Idee war, sich bis zum Gipfel durchzukämpfen. Wir wußten ja nichtmal genau, wie weit wir dazu noch gehen mussten. Vielleicht noch eine weitere Stunde oder mehr bergauf? Ich glaube nicht, dass uns das gut getan hätte.
 
Irgendwann kamen wir zu einer Stelle, auf der man eine gute Sicht auf den Wood Lake hatte. Und wenn ihr das große Foto genau betrachtet, könnt ihr rechts noch den Zipfel eines weiteren Sees erkennen - vermutlich den Kalamalka Lake. 
 

 

Wir fanden, dass es absolut ausreichend war, zwei Seen gesehen zu haben - und beschlossen umzukehren. Schließlich wollten wir nicht so enden wie das Skelett, das uns zu Beginn begegnet war! Aus diesem Grund machten wir bei einem Rastplatz mit Tisch und Bank auch noch eine kleine Jausenpause, denn wir hatten einen Apfel vom Hotel-Frühstück mitgenommen 🍏.

Nach der Wanderung gab es dann auch noch ein etwas üppigeres Mahl - wir kehrten in Woodys Pub ein und teilten uns dort wiedermal eine große Portion... Ich glaube, es war Steak mit Pommes und gebratenen Zwiebelringen. Während wir in dem Pub waren, ließen die Wolken, die schon den ganzen Tag über uns gehangen waren, endlich den Regen fallen - und als wir das Lokal wieder verließen, sahen wir einen hübschen Regenbogen 🌈 (siehe kleines Foto unten rechts).

Das Mural mit der Bootsszene vor dem Sonnenuntergang entdeckte ich während der Fahrt vom Spion Kop-Parkplatz zu unserem Hotel und fotografierte es aus dem fahrenden Auto*) für Samis Linkup Monday Mural. 

*) Deshalb habe ich keine Details und weiß auch nicht, ob das Bild signiert war.



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5. Oktober 2025 - Aufbruch nach Westen

Unsere Kanada-Tage neigten sich allmählich dem Ende zu - am 8. Oktober würde unser Flieger nach Japan gehen. Wir mussten uns also langsam aber sicher wieder in Richtung Vancouver bewegen. Deshalb machten wir uns nach einem der nicht-so-üppigen Super 8-Hotel-Frühstücke in Richtung unseres nächsten größeren Ziels auf. Wo sich dieses Ziel befand, erzähle ich euch in meinem nächsten Reiseberichts-Kapitel. Heute aber bekommt ihr noch ein paar Eindrücke von "unterwegs".
 

Kuh-Convoy, Ballon-Start und verbrannte Wälder

 
Die folgenden Fotos habe ich ebenfalls allesamt wieder aus dem fahrenden Wagen fotografiert. Besonders witzig fand ich diese Rinder, die auf einem Hügel einen richtigen Convoy gebildet hatten und eins hinter dem anderen einem mir unbekannten Ziel zustrebten. Auch das Ziel des Heißluftballons, dessen Start wir mitbekamen, war uns nicht bekannt. Wir wissen nur, dass solch eine Ballonfahrt auch noch auf Edis und meiner Bucket-List steht.
 


 
Leider war nicht jeder Anblick so erfreulich, denn manche der (eigentlich wunderschönen) Landschaften zeigen Spuren von vergangenen oder aktuellen Waldbränden.



Coquihalla Canyon und die Othello Tunnels

 
Unser erstes Ziel befand sich ganz in der Nähe der Ortschaft Hope. (Ja, genau, wir waren wieder in der "hoffnungsvollen Gegend", in der wir zwischen 28. und 29. September die kluge und wunderbare Entscheidung getroffen haben, ins Okanagan Valley weiterzureisen.) 
 
Damals waren wir nicht gesund genug gewesen, um uns die Sehenswürdigkeiten rund um Hope anzusehen. Aber inzwischen waren wir - obgleich wir bei der steilen Wanderung am Vortag geschwächelt hatten - wieder gut genug beisammen, um uns die Othello Tunnels im Coquihalla Canyon anzusehen. Dort erwartete uns nicht nur eine hübsche Schluchtenlandschaft, sondern auch ein ziemlich spannendes Stück kanadischer Eisenbahngeschichte. 
 


 
Schon der Weg vom Parkplatz zu den Tunnels führte uns durch eine wunderschöne Wald- und Berglandschaft. Dass wir uns dabei auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse bewegten, war zunächst kaum vorstellbar. Das sollte sich allerdings bald ändern.
 


Die Othello Tunnels waren ursprünglich Teil der Kettle Valley Railway (KVR). Diese Bahnstrecke sollte das Landesinnere von British Columbia besser mit der Pazifikküste verbinden und unter anderem den Transport von Erzen und anderen Gütern aus den Bergbaugebieten nach Vancouver ermöglichen.

Der besonders schwierige Abschnitt führte durch den tief eingeschnittenen Coquihalla Canyon. Der Chefingenieur Andrew McCulloch entschied sich dabei gegen einen langen Umgehungstunnel und für eine wesentlich spektakulärere Lösung: Die Bahntrasse sollte direkt durch die Schlucht geführt werden. Eine wirklich waghalsige Idee, aber McCulloch war offenbar generell ein wagemutiger und unkonventioneller Mann. Er ließ sich bei seinen Vermessungsarbeiten sogar in einem Weidenkorb in die Schlucht hinunter!



 
Und dabei handelt es sich, wie ihr sehen könnt, um eine wahrlich atemberaubende Landschaft! Zwischen steilen Felswänden und dem Fluss musste hier eine Eisenbahnstrecke gebaut werden - eine Aufgabe, die unter den damaligen Bedingungen alles andere als einfach war.




Für die Bahntrasse wurden fünf Tunnel durch das harte Gestein getrieben und durch Brücken miteinander verbunden. Sie sind heute als Othello Tunnels bekannt, werden aber auch Quintette Tunnels genannt.

Der Name „Othello“ geht übrigens ebenfalls auf Andrew McCulloch zurück: Er war ein begeisterter Shakespeare-Leser und benannte mehrere Stationen der Strecke nach Figuren aus Shakespeares Werken. Neben Othello finden sich beispielsweise auch Namen wie Romeo, Juliet, Lear, Jessica, Iago und Portia.




Die Tunnel entstanden 1914, und am 31. Juli 1916 wurde die gesamte Coquihalla-Strecke offiziell eröffnet. Besonders erstaunlich finde ich, unter welchen Bedingungen damals gebaut wurde: Die Arbeiten erfolgten fast ausschließlich von Hand, unterstützt nur durch einige von Pferden gezogene Schürfkübel und Schwarzpulver. Die Arbeiter mussten über Felsleitern, provisorische Hängebrücken und Seile zu ihren Arbeitsplätzen gelangen. All das war also nicht nur eine enorme Ingenieursleistung - es steckt vor allem auch sehr viel Blut und Schweiß der Arbeiter in diesen Tunneln!

 


Leider hatte die Bahnstrecke jedoch von Anfang an mit den Naturgewalten zu kämpfen. Schnee, Lawinen, Steinschlag und Hochwasser machten den Betrieb und die Instandhaltung schwierig und teuer.

Am 23. November 1959 wurde die Strecke schließlich durch einen gewaltigen Washout schwer beschädigt. Rund 120 Meter der Trasse wurden weggespült. Die Coquihalla-Strecke wurde daraufhin geschlossen und später endgültig aufgegeben.

Die Tunnel blieben jedoch erhalten und wurden schließlich Teil eines Wander- und Radwegs auf der ehemaligen Bahntrasse.



Und genau auf diesem Weg waren nun wir unterwegs. Besonders schön fanden wir diesen Blick durch einen Tunnel auf die Brücke und den nächsten Tunnel. Für das Foto hatten wir sogar ein Weilchen gewartet, bis gerade einmal niemand über die Brücke spazierte 😁. (Dass dies keineswegs der Normalzustand war, zeigt euch die letzte Collage meines heutigen Kapitels - kleines Foto unten rechts.)




Und jetzt kommt etwas, das wir bei unserem Besuch überhaupt nicht wussten: Nur zwei Tage vor unserer Wanderung, am 3. Oktober 2025, waren nach den schweren Schäden durch die Überschwemmungen von 2021 erstmals wieder alle fünf Othello Tunnels für Besucher geöffnet worden!
 
Wir hatten vor unserer Reise noch gelesen, dass nur drei der fünf Tunnel zugänglich seien. Umso erstaunter waren wir, als wir am 5. Oktober tatsächlich von einem Ende bis zum anderen durch die gesamte Tunnelstrecke gehen konnten. Dass wir dabei praktisch „frisch nach der Wiedereröffnung“ unterwegs waren, erfuhren wir erst später. Was für eine glückliche Fügung! 🥰



 Großes Foto: ein paar Abenteurer in der Schlucht, kleines Foto rechts: Die Othello Tunnels waren so kurz nach der Wiedereröffnung durchaus gut besucht - so sah es aus, wenn man nicht auf eine leere Brücke wartete 😉.

 

Wohin es uns nach unserer Tunnel-Tour zog, werde ich euch in meinem nächsten Kapitel erzählen. Verrate ich zu viel, wenn ich Berge, Seen, Wälder, heiße Quellen und die mögliche Begegnung mit einer legendenumwobenen Gestalt erwähne? Oh, und ich denke, es wird einen weiteren Sidekick in Richtung Halloween geben. Und Sehnsucht nach einem Wiener Schnitzel!

Wenn alles so geklappt hat, wie wir es geplant haben, sollten wir heute gerade von unserem kleinen Kurzurlaub zurückgekommen sein. Ob ich allerdings schon wieder zum Bloggen komme, ist eine andere Frage - vielleicht brauche ich erst noch ein bisserl Zeit, um die Koffer auszupacken, Fotos zu sortieren und wieder in meine Traudezeit hineinzufinden. 😉

Aber wartet's ab! Für heute wünsche ich euch jedenfalls genussvolle Oktobertage und sende euch ...


... ganz herzliche Grüße! 
Eure "rostige Rose" 🌹

💋 T  r  a  u  d  e

 

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