Samstag, 8. Dezember 2018

Thailand-Reisebericht - Teil 8 - Chiang Mai - von Elefanten und Menschen

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Sawatdii Kah, liebe ReisefreundInnen!

Nicht nur in meinem vorangegangenen Blogbeitrag Alpakas in der Wüste ging es um
liebenswerte Tiere... Heute geht es in meinem Thailand-Reisebericht zunächst tierisch weiter. Und
wie ich schon im vorigen Kapitel Teil 7 - Chiang Rai - Chiang Mai angekündigt habe, war der letzte
Tag in Chiang Mai und Umgebung zugleich unser intensivster Tag dieser spannenden Nordthailand-
Rundreise. (Aus diesem Grund - und weil es zu meinen heutigen Themen einige wichtige
Anmerkungen gibt - werde ich euch über diesen Tag in zwei Teilen erzählen.)

7. Tag, 26. Februar 2018
In der ersten Collage könnt ihr schon mal eine kurze Zusammenfassung dessen sehen, was
wir in den ersten Stunden dieses Tages erlebt haben. Vielleicht werden einigen von euch
angesichts dieser Aufnahmen auch kritische Gedanken zum Thailand-Tourismus kommen.
Denn sowohl Elefanten-Camps als auch Besuche der sogenannten "Hill-Tribes" oder
"Bergvölker" zählen einerseits zu den Attraktionen fast jeder Nordthailand-Gruppenreise,
andererseits jedoch zu den umstrittenen Seiten des Tourismus...




Elefantencamps in Thailand:

Es gab daher im Vorfeld auch Gespräche mit unserer Reiseleiterin Birgit: Wie ihr an den 
unteren Wegweisern erkennen könnt, gibt es im Gebiet von Chiang Mai eine Vielzahl von 
Elefanten-Parks. Birgit meinte, sie würde bereits seit Jahren zum Mae Taeng Elephant Park 
fahren, und ihr sei dort niemals etwas im Zusammenhang mit Misshandlungen von Elefanten 
aufgefallen oder zu Ohren gekommen.Und außerdem müsse man nicht alles, was man in
Deutschland oder Österreich zu diesem Thema lese, für bare Münze nehmen.





Die meisten der in den Camps lebenden Elefanten wären ehemalige Arbeitselefanten, die
arbeitslos geworden sind. Man könne all diese Elefanten weder frei lassen noch in Zoos
unterbringen, und es würde wohl auch niemand gut heißen, die arbeitslosen Elefanten zu töten.
Das wäre aber in vielen Fällen die einzige Alternative, da es kaum leistbar ist, Elefanten "einfach
 so" durchzufüttern... In den meisten der Camps würden sie gut versorgt und beschäftigt und auf
diese Weise gebe es außerdem Arbeitsplätze für viele Menschen...




Dazu kann sich natürlich jeder seine eigenen Gedanken machen - auch wir tun das. Immer
wieder aufs Neue. Wie auch bei anderen Veranstaltungen, bei denen Tiere beteiligt sind (Alpaka-
Wanderungen, Delphin-Schwimmen, Wolfs-Spaziergänge...) sind mein Mann und ich hin- und
hergerissen zwischen dem Bedürfnis, diesen wunderbaren Wesen nahe zu sein und der Frage,
wie gut es den Tieren geht. Am liebsten wäre uns eine Welt, in der all diese Tiere frei und
möglichst natürlich leben könnten - aber um das noch einmal zu erreichen, müsste wohl ein
Großteil der Menschheit von der Erdoberfläche verschwinden...

Es ist jedenfalls schwierig, über eine Sache fair zu urteilen, ehe man sie nicht mit eigenen
Augen gesehen und sie erlebt hat... Und wie ihr auf meinen Bildern erkennt, haben wir den
Mae Taeng Elefantenpark mit eigenen Augen gesehen und erlebt...






Das Foto oben links zeigt Herrn Rostrose und mich auf unserer schon etwas betagten
Elefantendame Lilly (oder vielleicht auch Li-Li?)... Dieses Bild wurde von einem dort arbeitenden
Fotografen aufgenommen und wir haben es gekauft - samt dem Rahmen aus Elefantendung. (Papier
aus Elefantendung ist ein absolut hygienisches Naturprodukt, das in einigen asiatischen Ländern in
Handarbeit produziert wird - ihr könnt euch z.B. HIER etwas über den Herstellungsprozess
durchlesen.) Das Foto oben rechts, das uns beide von hinten beim relativ steilen Abstieg in den
Fluss zeigt, nahm ein Mitreisender aus unserer Gruppe auf. 

Wie immer, wenn wir mit Tieren zu tun haben, versuchten wir auch hier, einen freundlichen
Kontakt herzustellen, und Lilly reagierte auf uns, indem sie uns mit dem Rüssel befühlte und sich
streicheln ließ. Ich glaube, sie war sehr neugierig auf uns - vielleicht fühlte sie auch, dass wir ihr
liebevolle Gedanken schickten. Ich muss gestehen, der gemächliche Ritt auf Lilly durch den Fluss
und durch einen Pfad im Dschungel war für uns etwas ganz Besonderes. Und auch wir konnten hier
nur beobachten, dass die Mahouts die Elefanten in Ruhe trinken und fressen ließen und sie nicht
zur Eile antrieben.




Dennoch finde ich nicht alles so unbedenklich in dem Elefantenpark. Angesichts der
vielen Touristen, die solche Camps besuchen, wird aus dem Ritt und dem Zusatzprogramm (das
Baden der Elefanten im Fluss und eine Show, in der die Elefanten verschiedenste Kunststücke
zeigen) eine ziemliche Massenveranstaltung. Und es gab einige noch junge Elefanten, die ganz
bestimmt keine ehemaligen Arbeitstiere sind. Die wurden also vermutlich schon für den Park
gezüchtet - und das gefällt mir nicht... Ich weiß, dass Elefanten in Gefangenschaft Beschäftigung
brauchen, aber brauchen sie Dressur? Und wie tierfreundlich geht diese tatsächlich vonstatten?

Selbst wenn uns das sanfte, weiche "Rüssel-Küsschen", das wir von einem der Elefanten
bekamen, weil wir etwas gespendet hatten, glücklich strahlen ließ, und selbst wenn die Pflege
und Versorgung ehemaliger Arbeitselefanten an sich eine gute Sache ist, würde ich euch daher
rückblickend raten, bei einem Thailandurlaub eher jene Elefantencamps zu besuchen, die
tatsächlich eine Art "Ausgedinge" für die Tiere darstellen und daher keinen Ritt, sondern einen
Spaziergang mit den Elefanten anbieten ... und auch keine Show ... (vor allem, wenn ihr auf
eigene Faust unterwegs seid und daher die Wahl habt). Solche Camps zu unterstützen, hilft auf
jeden Fall dabei, den Tieren das Überleben zu sichern... und ist vielleicht in Zukunft auch
beispielgebend für manche andere Elefantencamps.




Bergvölker in Thailand:

Ein zweiter "klassischer Höhepunkt" einer Nordthailand-Rundreise ist der Besuch eines
"Bergvölker-Dorfes". Zu den sogenannten "Hill Tribes" zählen zum Beispiel
(Wenn ihr ausführlichere Informationen über diese Völker wollt, klickt bitte auf die Links.)






Bei den meisten der in thailändischen "Hill Tribe-Schaudörfern" lebenden Menschen handelt es
sich um Flüchtlinge oder deren Nachkommen. In Wikipedia heißt es dazu beispielsweise über die
Karen: "Sie werden in Myanmar neben anderen ethnischen Gruppen seit Jahrzehnten durch die 
Militärdiktatur verfolgt und werden entweder gewaltsam umgesiedelt oder flüchten häufig nach 
Thailand."





Von Kritikern werden diese Schaudörfer unter anderem als "Menschenzoos" bezeichnet. Vor
allem über jene Frauen, die man als „Long Neck Karen“ oder "Langhalsfrauen" kennt, heißt es,
dass sie durch findige Geschäftemacher vermarktet und dazu angehalten werden, ihren schweren
Halsschmuck weiterhin zu tragen und die ursprünglich bereits im Abflauen begriffene Tradition
an ihre Töchter weiterzugeben.

Unsere Reiseleiterin erklärte uns dazu, sie habe mit einigen dieser Frauen gesprochen und sie
gefragt, ob es für sie nicht unangenehm sei, sich von Touristen begaffen und fotografieren
zu lassen; die Antwort sei gewesen, das sei immer noch viel besser, als in der ursprünglichen
Heimat verfolgt, vergewaltigt oder getötet zu werden. Und der Tourismus würde sie immerhin
ernähren. Ob das eine tatsächliche Aussage ist oder eine für Touristen geschönte Version, kann
ich leider nicht beurteilen.





Zwiespalt:
Die Fotografin in mir war glücklich über die fotogenen Frauen, als Augenmensch war ich von der
Buntheit der Trachten und von den auf vielfältige Weise schönen Gesichtern überwältigt, die Frau in
mir war unglücklich über die deformierende Halsring-Tradition (darüber könnt ihr weiter unten mehr
lesen), als politisch denkender und fühlender Mensch bin ich immer wieder darüber erschüttert, was
Menschen von anderen Menschen angetan wird, oftmals im Namen der Religion, häufig aus
Unverständnis oder Angst vor dem Fremden, aus Machtansprüchen oder aus Gier... und als Reisende,
die gerne "echten" Traditionen, authentisch lebenden Menschen begegnen möchte, bin ich traurig und
beschämt über die Entwicklung des Tourismus...






"Long Neck":
Dieses ursprüglich aus Myanmar und Vietnam stammende Bergvolk ist auch unter dem Namen
Padaung bekannt und bezeichnet sich selbst als Kekawngdu und Kayan. Traditionellerweise
tragen die Frauen dieses Volkes von Kindheit an eine Metallspirale um den Hals; im Lauf der Jahre
wird die Halsspirale immer wieder durch ein schwereres Exemplar mit mehr Windungen ersetzt und
es kommen weitere Spiralen dazu. Dadurch werden die Schlüsselbeine und die Schultern deformiert
und der Hals scheinbar verlängert. Die Bezeichnung Giraffen(hals)frauen wird aus verständlichen
Gründen als Beleidigung empfunden.






Das Gerücht, dass die Frauen an Genickbruch sterben würden,
wenn sie ihren Halspanzer abnehmen, ist unwahr - in der folgenden Collage seht ihr links das
Foto zweier junger Frauen, die ihren Halsschmuck abgenommen haben. Wahr ist, dass es vor
allem für Frauen die noch stark den alten Traditionen verbunden sind, einen Verlust an Ehre
darstellt, die Messingspiralen abzunehmen.


 


Über die Ursprünge und Hintergründe der Long-Neck-Tradition gibt es mehrere Geschichten. Ihr
könnt euch z.B. HIER die wichtigsten Informationen dazu durchlesen. (Fest steht jedenfalls, dass die
Padaung nicht die ersten Langhalsfrauen sind, die wir in unserem Leben gesehen haben - auch in
Südafrika gibt es nämlich ein Volk, bei dem die Frauen ebenfalls schwere Halsringe als Schmuck
tragen - die Ndebele, die wir 2002 bei unserer ersten Südafrikareise kennengelernt haben. Hier zeigt
der Schmuck, dass eine Frau verheiratet ist und die Anzahl der Ringe um den Hals, wie wohlhabend
der Ehemann ist.)






Ich finde es immer wieder faszinierend,
auf welche "Schönheits-" oder "Status-Symbole" die Menschheit verfällt. Aber bevor wir hier in
Mitteleuropa zu wild unsere Köpfe schütteln über die Bräuche in Asien oder Afrika sollten wir
zunächst mal auf unsere eigenen seltsamen mehr oder weniger aufwendigen Schönheitsideale und
Rituale blicken - von Brustvergrößerungen, rasierten Achsel- oder Beinhaaren, aufgespritzten oder
bemalten Lippen, angemalten Augenlidern, aufgeklebten Wimpern, abgesaugtem Po-Fett,
Bräunungscremes, Zahnspangen, verzierten Fingernägeln, Hot Pants, Push Ups ... bis zu Fuß-
deformierenden High Heels und weggeschnippelten oder mit Nervengift bekämpften Lachfalten -
ich denke, vieles davon würden die Langhalsfrauen absurd finden...

Respekt und Empathie:
Ich selbst kann weder nachvollziehen, warum man sich in unserer angeblich ach so aufgeklärten
Welt z.B. freiwillig die Füße mit engen hohen Schuhen deformiert noch, warum es hier wie dort
Bräuche gibt, die andere Entstellungen / Verstümmelungen des Körpers befürworten. Aber es geht
hier nicht darum, was ich nachvollziehen oder gut heißen kann. Ich denke, als Besucherin einer
anderen Kultur habe ich vor allem die Verpflichtung, den dort lebenden Menschen Respekt
entgegenzubringen.





Die Frauen, die in den Dörfern leben, mögen sich mehr oder weniger freiwillig damit abgefunden
haben, von Touristen betrachtet und fotografiert zu werden, und sie können zumindest ihren
Lebensunterhalt davon bestreiten, dass sie Tänze aufführen und Handwerksprodukte oder
Touristenkitsch verkaufen - allerdings ist es selbst bei klassischen Pauschalreisen nicht nötig,
diese Frauen als skurrile Schauobjekte zu betrachten. Letztendlich sind sie trotz ihrer Halsringe
Menschen wie du und ich: Menschen, die mal gut und mal schlecht drauf sind, Menschen, die
zufrieden oder unzufrieden mit der ihnen zugedachten Rolle sind, Menschen die versuchen, mit
der "modernen Welt", mit ihrem Schicksal und mit den Anforderungen, die von außen an sie gestellt
werden, so gut wie möglich zurecht zu kommen.





Genau wie andere Besucher waren auch mein Mann und ich mit unseren Kameras durch das Dorf
unterwegs, doch auch hier war es uns wichtig, nicht nur knips-knipsend und Gesichter sammelnd
umherzurennen, sondern zumindest ein Minimum an Kontakt herzustellen und Respekt zu zeigen.

Soll heißen, wir haben die Frauen freundlich angelächelt, ihnen zugenickt oder eine kleine
Verbeugung vor ihnen gemacht - ihnen gezeigt, dass wir sie als stolze Vertreterinnen ihrer Welt
betrachten. Die junge Frau unten links hat gerade etwas gegessen, als wir mit unseren Fotoapparaten
bei ihrem Stand vorbei kamen, und hielt sich etwas verlegen die Hand vor den Mund. Ich zeigte ihr
mit einer beschwichtigenden Handbewegung und einem Lächeln, dass sie sich Zeit lassen solle -
dafür war das Lächeln, das sie mir nachher schenkte, umso sonniger.





Die schwarz gekleidete Frau mit dem roten "Puschelschal" in der nächsten Collage zählt, wie man
ihrer Tracht entnehmen kann, zum Volk der Yao, das ursprünglich aus China stammt und einstmals
beträchtliche Macht innerhalb des chinesischen Reiches besaß. Die in Thailand lebenden Yao nennen
sich selbst Mien oder Iu-Mien, was so viel wie Person, Individuum oder Wesen bedeutet. Als die
anderen Frauen ihren "Begrüßungstanz" aufführten, stand sie stolz und  mehr oder weniger statisch
bei ihnen, und ihren Gesichtsausdruck konnte man wohl am ehesten als "Wo bin ich da bloß
reingeraten? Was soll dieses Kasperltheater? Ich mach mich jedenfalls nicht zum Affen!"
interpretieren. Später saß sie dann genau so steif und unbewegt auf einem Hocker vor ihrem Stand.
Als wir ihr eine kleine Verbeugung zur Begrüßung schenkten, ließ sie sich zumindest zu dem
versonnen Lächeln hinreißen, das ihr links unten sehen könnt.





Zwischen den einfachen Hütten der dort lebenden Menschen
 liefen Hühner umher und Katzen, die sich von uns kraulen ließen; der alte Autositz auf Rädern
dient wohl entweder als Kinderspielzeug oder als Transportmittel für manche Lasten. Neben dem
Dorf gibt es einen Fluss mit Wasserfall, der vermutlich die Wasserversorgung für die Bewohner
darstellt und einige Bäume mit Früchten. Inwieweit das Leben der Menschen dort nach dem Abreisen
der Touristen jedoch noch dem entspricht, das sie ursprünglich in ihren Bergdörfern führten, lässt
sich nur schwer sagen; immerhin handelt es sich hier ja um eine recht wilde Mischung verschiedener
Völker...


Das Foto von uns beiden nahm ein netter Mitreisender auf - danke!



Ihr Lieben, das war es für heute mal wieder - ich hoffe, euch hat mein Bericht interessiert
und vielleicht auch einige noch nicht bekannte Informationen geboten. Natürlich war das
noch längst nicht alles, was wir an diesem Tag gesehen und erlebt haben. Ich lade ich euch
herzlich dazu ein, auch beim nächsten Reiseberichts-Kapitel wieder mit dabei zu sein!

Doch mein allernächster Blogbeitrag wird vermutlich erst mein ANL-Posting sein (ANL =
Achtsamkeit  + Nachhaltigkeit  + Lebensqualität = A New Life), denn ab 15. Dezember gibt es
die vorerst letzte Möglichkeit für euch, eure umweltfreundlichen oder sonstwie zum Themenkreis
passenden Beiträge bei ANL zu verlinken. Ich hoffe, ihr seid auch da wieder eifrig mit dabei!
Vorerst möchte ich euch auf jeden Fall ein weiteres schönes und möglichst geruhsames
Adventwochenende wünschen!


Fotos (wenn nicht anders angegeben): Herr und Frau Rostrose 
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude





Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Tinas Freitagsoutfit, Sunnys Linkup Fallen in Love
Color of the Month von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
den Modischen MatronenNaturdonnerstag von Jahreszeitenbriefe,
der Gartenglück-Linkparty, bei Achtsamkeit+Nachhaltigkeit+Lebensqualität=ANL
und bei einfach nachhaltig besser leben EiNaB




Hier könnt ihr euch zu den einzelnen Kapiteln meines Reiseberichtes klicken:
Zur Startseite vom Reisebericht (Falls hier noch nicht alle Kapitel anzuklicken sind, könnt ihr euch
von der Startseite aus durchklicken! Die wird häufiger von mir aktualisiert 😊😉😎)


Freitag, 30. November 2018

Alpakas in der Wüste

Servus ihr Lieben!

 
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Ob ihr's glaubt oder nicht, 
am 18. November waren wir schon wieder in der Mannersdorfer Wüste! HIER könnt ihr euch 
zu früheren Beiträgen über unsere Ausflüge in dieses gar nicht wüstenhafte Wandergebiet am
Leithagebirge klicken. Diesmal hatte es mit einem Flugblatt zu tun, das wir bei unserem letzten 
Besuch in die Hand gedrückt bekommen hatten. Darin stand etwas von Kesselfleisch und anderen
 regionalen Spezialitäten - und von Alpakas! 

Spätestens seit meinem Beitrag über unsere Alpakawanderung in den Leiser Bergen wisst ihr, 
dass ich ganz verrückt nach diesen Tieren bin. Und so raunzte ich Herrn Rostrose so lange an, bis
 er resigniert seufzend meinte: "Okay, dann fahren wir halt zu den Alpakas!"




 Also rein in meine bequeme grüne Samthose (aus Biobaumwolle) und den auch schon seit ein
paar Jahren geliebten großblumigen Pullover von Des*gual, die komfortablen Wanderschuhe, die
gelbe Steppjacke und den Schal, den ihr aus meiner heurigen Herbst-Winter-Capsule-Wardrobe 
kennt. Die Mütze auf dem unteren Foto hingegen, die wuchs mir erst bei den Alpakas zu... 




Denn bei dem kleinen Markt beim ehemaligen Kloster St. Anna in der Wüste warteten nicht
nur die beiden entzückenden jungen Alpakahengste Amigo und Bandit auf mich, sondern auch 
verschiedene Produkte wie Bettdecken und Pölster aus feiner Alpakawolle, Filzschuheinlagen, Seifen
mit Lanonlin aus Alpakahaaren und viele hübsche Wollsachen wie Handschuhe, Schals, Mützen etc.
Und eins der Hauberln wurde meine neue wärmende Kopfbedeckung. Mein lieber Mann meinte 
zwar bei jeder Mütze, die ich probierte, ich würde aussehen wie der dritte oder fünfte oder siebente 
Zwerg, aber nachdem ich mittlerweile schon viele sehr viel nettere Kommentare zu meinem neuen 
Alpakamützerl bekommen habe, denke ich, dass Herr Rostrose einfach einen schlechten Tag hatte...
(Und das an einem soo schönen, sonnigen Novembertag!)




Die Alpakas und auch die Produkte stammen übrigens von Winter's Alpakahof in
Götzendorf an der Leitha. Und wie ich von der netten jungen Frau beim Alpaka-Stand erfahren
habe, wird inzwischen daran gearbeitet, dass es dort eines Tages auch Alpakawanderungen
geben wird. (Die Tiere müssen das ja erst lernen.) Wenn es so weit ist, bin ich aber bestimmt
dabei!




Auch sonst hat sich der November 2018 große Mühe gegeben, ein ereignisreicher Monat
zu sein, sowohl im positiven als auch im nicht ganz so positiven Sinn. Mein Kalender strotzt 
auf jeden Fall nur so vor Eintragungen, viele davon betreffen Arztbesuche, Physikalische 
Therapien und dergleichen mehr.

Der Zustand meiner Mutter hat sich seit Anfang Oktober verschlechtert, ist im Augenblick aber 
wieder als "halbwegs stabil" zu bezeichnen. Ähnliches kann man über Tante Mitzi sagen, die vor 
wenigen Tagen 95 wurde und die nach zwei Stürzen ebenfalls in einem Pflegeheim liegt. Ich habe 
zuletzt also viel Zeit Händchen haltend an Betten verbracht, teilweise allein, teilweise zusammen 
mit Jana (deren Anwesenheit immer besonders viel Freude bereitet) oder auch mit meinem Mann.




All das ist aber auch mit ein Grund, weshalb ich immer wieder versuche, schöne Dinge in mein
Leben einzubauen, die mir Kraft und Freude geben. Außer drei Ausflügen waren das vor allem
nette Treffen mit Freunden und mit der Familie, ein Kabarett-Besuch und zwei Kino-Abende.

Das Kabarett "HERZ & HIRN 2" mit Gunkl alias Günther Paal und Gerhard Walter fand in
der Wiener Kulisse statt und hat uns gut unterhalten. Gunkl (das "Hirn" dieses Programms) und
seine schräg-philosophischen Programme kennen wir schon lange, bei ihm muss man ordentlich
mitdenken und fragt sich zuweilen, wie man auf solche Überlegungen kommt. Mittlerweile haben
wir erfahren, dass er zu den Menschen mit Asperger-Syndrom gehört. Dadurch erklären sich
unter Umständen die Titel seiner ersten Soloprogramme:

1) Grundsätzliche Betrachtungen – anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des
   Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei’n
   wir ’mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist. (1994)


2) Das Beste aus den nächsten sechs Programmen mit Ausnahme des fünften (1995)


3) Ich muss mich jetzt genug konzentrieren, damit ich diese quasimetasprachliche Geschichte
   halbwegs glaubwürdig und nachvollziehbar auf die Bühne stell' (1997)


4) (1998) Programm hat keinen Titel, also auch nicht „Ohne Titel“

(Quelle: Wikipedia)





Inzwischen sind die Titel kürzer geworden. Und durch das "Herz" Gerhard Walter wird das Tempo
auch für ältere Leute wie die Rostrosen angenehm entschärft; außerdem fanden wir die Idee witzig,
dass das Publikum Fragen und Anmerkungen herausschreien konnte, die dann von den beiden
Kabarettisten auf humorige Weise beantwortet wurden.

Der erste Kino-Abend führte uns in den Film Bohemian Rhapsody
über die Gründung und die ersten Jahre der Band Queen - natürlich mit viel toller Musik, mit tollen
Darstellern und auch mit einer in meinen Augen ganz grandios umgesetzten Optik - viele interessante
Detail- und Nahaufnahmen - ich war hemmungslos begeistert und auch Herrn Rostrose hat der Film
sehr gut gefallen. 




Der zweite Kino-Abend im November galt den Phantastischen Tierwesen, also quasi
der "Vorgeschichte" zum Harry-Potter-Universum. Nachdem Teil 1 schon zwei Jahre her war,
konnte ich mich an vieles davon nicht mehr so richtig erinnern und sah nicht ganz klar - aber
ich glaube sowieso, dass die Tierwesen-Reihe, die auf fünf Teile angelegt ist, erst ganz am
Schluss bzw. nach dem Wieder-Ansehen der gesamten Serie zu verstehen sein wird - also aus
heutiger Sicht nicht vor Ende des Jahres 2024... Da Edi und ich die Phantasiewelten der
Joanne K. Rowling sehr schätzen, werden wir da also wohl dran bleiben und einen langen
Atem haben müssen.

Ihr seht, uns wurde nicht langweilig im November, eher im Gegenteil. Auch das Wetter
hat für einige Hochs und Tiefs gesorgt, zuletzt mit Schneefällen und Minusgraden. Unsere
Katzen sind mittlerweile in einem Alter, wo ihnen das eisige Weiß keine besondere Freude
mehr bereitet - ihr seht es an Maxwells skeptischem Blick aus seinem Versteck heraus: Die
beiden verbringen ihre Tage jetzt lieber auf Sofa und Lammfell...




Ich selbst finde den Anblick allerdings schön und genieße sogar die Kälte irgendwie - wer
weiß, wie oft wir solch eine Aussicht in Zeiten des Klimawandels noch geboten bekommen?
Und da es mit weißen Weihnachten ja nur selten klappt, speichere ich diesen Anblick 
geistig und rufe ihn an den Weihnachtstagen dann einfach wieder ab!

Zuletzt möchte ich euch noch ein rostrosiges Herbst-Winter-Outfit zeigen, das ich aus den
Tiefen meines kleinen Kleiderschrankes bzw. aus meiner aktuellen Capsule Wardrobe gezaubert
 habe, als ich erfuhr, dass Marens Farbe des Monats Dezember BRAUN ist. Gleichzeitig möchte
ich euch mit diesem Beispiel zeigen, wie ich sogenannte "Trends" mit den Inhalten meines
Schrankes aufgreife und einstreue. Mehr als das muss nämlich gar nicht sein, selbst wenn man
sich um Moden kümmert - es rennt sowieso niemand von uns wie ein Laufsteg-Model gekleidet
herum.




Trend 1 - Trendfarbe Red Pear - hieß früher mal Bordeauxrot oder schlicht Weinrot - findet sich
im Rock aus Bio-Bouretteseide sowie etwas dunkler im Muster des Shirts, das eigentlich ein
Tunikakleid ist, und im Schal, der eigentlich ein Seidenbolerojäckchen ist.

Trend 2 - Animal Prints finden sich im Muster der Leggings.

Trend 3 - Oversized ist die schokobraune Jacke.

Trend 4 - Fake Fur rahmt die derben, warmen Stiefletten ein.

Trend 5 - Western Styling - findet sich im Gürtel mit dem Cowboy-Stern.

Trend 6 - Blumenprints zeigt das Shirt.

Also: Voll im Trend die Frau Rostrose - und zwar mit lauter alten Sachen! 😜
Soo schwierig ist das bei alle-Jahre-wiederkehrenden "Moden" ja nicht... Ich habe mir
einfach angezogen, was ich anziehen wollte - und dann im Nachhinein die einzelnen Teile
mit den Trend-Tipps verglichen... 😝 Denn wie gesagt: Letztendlich ist es mir egal, ob etwas
als "modern" gilt - industriell gelenkte Moden ändern sich jeden Tag, damit wir weiter kaufen,
kaufen, kaufen - was ich nur in seltenen Fällen mache. Aber das Aufgreifen von sogenannten
Trends mit bereits vorhandenen Stücken betrachte ich als witzige Herausforderung.





Zum Abschluss möchte ich mich noch herzlich für eure (teilweise sehr erstaunten 😊)
Kommentare zur Größe meines Kleiderschranks in meinem vorangegangenen Beitrag
bedanken und außerdem für eure Glückwünsche. Nun wünsche ich euch allen aber von ganzem
Herzen einen angenehmen Dezember-Anfang und eine wunderbare Adventzeit!




Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer Traude


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Tinas Freitagsoutfit, Sunnys Linkup Fallen in Love
Color of the Month von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
den Modischen MatronenNaturdonnerstag von Jahreszeitenbriefe,
Zitat im Bild oder Glockentürme von Nova, der Gartenglück-Linkparty, bei
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Dienstag, 27. November 2018

Frau Rostroses Kleiderschrank und ein Fest im November

Servus ihr Lieben!


Sensation!!!
Welt-Premiere!!!


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Heute ist es so weit!!!

Wie ich euch in meinem vorangegangenen Blogbeitrag
Der "perfekt gefüllte Kleiderschrank" für die kalte Jahreszeit
versprach, werdet ihr heute ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH den Kleiderschrank
von Frau Rostrose sehen - und zwar von außen UND von innen!!!

Doch ich wage es nicht, euch diesem Anblick ganz ohne vorangehende Auflockerung und ohne
einleitende Worte auszusetzen. Schließlich handelt es sich hierbei um kein alltägliches Ereignis.

Und so will ich vorher noch ein anderes Versprechen einlösen, das ich euch ebenfalls im vorigen
Posting gab: Ich kündigte an, dass ihr heute erfahren werdet, bei welcher Gelegenheit ich meinen
bunten Wickelrock aus Indien in Kombination mit meiner olivgrünen, Ton-in-Ton bestickten
Longbluse trug. HIER könnt ihr euch noch einmal die dazugehörige Collage aus dem vorigen
Post ansehen. Und hier unten seht ihr den Mix mit dem hellgrünen S. Oliver-Cardigan vom
Flohmarkt.




Ein Fest im November:

Der Rock, der nicht nur aufgrund seiner Energie-spendenden Farben zu meinen
Lieblingsstücken zählt, durfte heuer Bestandteil meines Geburtstagsoutfits sein. Denn wie jedes
Jahr im November traf die Rostrosenfamilie zusammen, um gemeinsam das Älterwerden von Opa
Georg und von mir zu feiern. Virtuell war außerdem meine Blogfreundin Flögi-Andi dabei, die am
Tag unserer Feier ebenfalls Geburtstag hatte und der wir via WhatsApp zuprosteten. Es gab das
traditionelle Martini-Gansl, danach einen Verdauungsspaziergang im Wienerwald, und anschließend
eine Kaffeejause mit der köstlichen Maroni-Kirsch-Torte, die meine Tochter gebacken hatte.




Diejenigen unter euch, die schon bei mir gelesen haben, 
als Herr und Frau Rostrose im Jahr 2016 Dresden und die Sächsische Schweiz besuchten und
dort mit Beate aus dem Bahnwärterhäuschen zusammentrafen, wissen auch, dass dieser Rock
keineswegs zum ersten Mal bei einem Waldausflug dabei ist. Denn bei der Gelegenheit unternahmen 
wir eine Wanderung zu einer der schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Und weil Beate 
am liebsten im Rock wandert, beschloss auch ich damals, es "berockt" zu probieren - KLICK.

Dieser Rock, den ich 2010 in Indien gekauft habe und der mich unter anderem auch schon nach 
Island begleitet hat, ist also ein weit gereistes Multitalent. Und weil er sich mit Leggings oder einem 
Unterrock darunter locker als Rock für die kalte Jahreszeit verwenden lässt, darf er bei meiner 
Winter-Capsule Wardrobe 2018/19 mitmischen.




Zwei Schals als Basis:

Wie ich in meinem vorigen Beitrag schrieb, kann es eine gute Idee sein, eine Capsule Wardrobe
 rund um ein bestimmtes Kleidungsstück aufzubauen. Der indische Wickelrock ist allerdings diesmal
nicht das Kleidungsstück gewesen, das mir zur Inspiration diente - stattdessen habe ich als Grundlage
zwei Schals verwendet. In der folgenden Collage seht ihr einen davon - ein Pashminaschal vom 
Flohmarkt - und ihr erkennt vermutlich auch gleich, dass er von den Farben her einerseits ganz gut 
mir dem Wickelrock harmoniert, aber andererseits gedämpftere Töne beinhaltet. Er hat eine hellere
Seite mit einer Grundfarbe, die irgendwas zwischen beige, grau und gelbgrün ist, und eine dunklere
Seite im Ton herbstlicher Weinblätter.




Viele der Kleidungsstücke, die es heuer in meine winterliche Capsule Wardrobe 
geschafft haben, enthalten Farben, die mit den Tönen dieses Tuches harmonieren - was nicht
bedeutet, dass diese Farben unbedingt darin enthalten sein müssen. Es geht lediglich um
Inspiration!

Das Outfit mit dem beerenroten (Sommer-)Kleidchen, das ich hier mit Leggings, Stiefletten,
einem Shirt in Taupe und dem Janker vom Henry-Laden in einem undefinierbaren Grau-Grün-Ton
gemixt habe, ist z.B. aufgrund dieser Inspiraton entstanden. Die gelbe Steppjacke, die ich immer
noch mit Freude trage, gibt dem eher dezenten Ensemble beim Herbstspaziergang den gewissen
Farbkick.




Der zweite Schal, den ich als Capsule-Grundlage verwendet habe, ist ein Loop, der ebenfalls
herbstliche Rotnuancen beinhaltet - allerdings etwas "blau-tonigere". Damit schafft er z.B. eine
gute Verbindung zu meinem blauen Gudrun-Sj*den-Zweiteiler (der in seinem Muster auch
Weinrot- und Petrol-Töne zeigt).





Hier haben ich den blauen Zweiteiler mit demselben Sommerkleidchen von oben verbunden.
Und dazu trage ich meine selbst gefärbten und mit Serviettentechnik bearbeiteten blauen Stiefletten
sowie den blauen, bunt bestickten Gürtel vom Weltladen. All diese Stücke werden euch im
kommenden Winter wohl noch mehrere Male in unterschiedlichsten Kombinationen begegnen,
denn sie sind Teile meiner aktuellen #CapsuleWardrobe.





Und wo "bunkere" ich nun all diese Schätze? 

Ich habe in meinem Blog schon einige Male erwähnt, dass mein Kleiderschrank längst nicht so groß
ist, wie die meisten von euch denken. Doch viele können das wohl nicht glauben. Hier kommt nun 
also der ultimative Beweis - von außen und von innen. Ich hoffe, ihr erschreckt euch nicht - denn 
mein Schrank sieht weder von außen wie ein Designerschrank aus, noch ist er innen so locker und 
übersichtlich gestaltet, wie man das von diesen traumhaften (teils begehbaren) Kleiderschränken in 
den hübschen Magazinen kennt! Vielleicht habt ihr sogar selbst eine so traumhaft gestaltete Garderobe. 
Ich leider nicht. Wir leben in einem kleinen Haus mit kleinen Zimmern, und auf die habe ich auch 
unsere Möblage angepasst.

 Wie ich in diesem Posting aus dem Jahr 2013 beschrieben habe, teilen sich mein Mann und ich 
einen etwas unkonventionellen Wandverbau in unserem Schlafzimmer: Designt von Frau Rostrose
 aus dem Küchenprogramm vom Möbelschweden! Warum aus dem Küchen-Programm? Aufgrund 
einer Dachschräge und einer ungünstige Fenster-Tür-Konstellation gab es nicht viele Lösungen von 
der Stange - und diejenigen, die es gab und die gepasst hätten, gefielen uns nicht, weil sie zu 
"blockartig" und "massiv" aussahen oder weil sie zu wenig Stauraum boten bzw. den Platz im Zimmer 
nicht ausreichend nützten. Immerhin wollten wir darin nicht nur unsere Kleidung unterbringen, 
sondern auch Bettwäsche und einige Bücher, für die wir im Wohnzimmer, Vorzimmer und anderen
Räumen keinen Platz mehr gefunden haben... 




Das schwedische Küchenmöbelprogramm bot uns die Möglichkeit, eine Mischung aus Hoch-
schränken*), Schubladenschränken und Regalen quasi "nach Maß" zu bauen, und wir konnten den
Wandverbau mit Glastüren optisch ein wenig auflockern. Und auch was die Inneneinrichtung der
Hochschränke betrifft, bot das Programm gut für uns brauchbare Möglichkeiten - unter anderem
z.B. die beiden Metallschubfächer unter dem Hängeteil. Oben seht ihr die weiß eingerahmten
Bereiche - die gehören mir. Ich habe die Bereiche beschriftet, damit ihr auf einen Blick erkennen
könnt, was ich darin untergebracht habe. Alles andere ist entweder mit Edis Kleidung gefüllt oder
mit Bettzeug oder mit Büchern. *) Jeder Hochschrank ist gerade mal 60 cm breit.

Wenn ich im Zusammenhang mit unserem Schrank "gefüllt" sage, dann meine ich "prall gefüllt".
In einem der kleinen Wandschränke habe ich meine (liegenden) Hosen untergebracht und darüber
meine Pullover. Im anderen Hängeschrank Socken, Strümpfe, Strumpfhosen in diversen Schachteln.
(Und in beiden außerdem ganz oben Bücher...) In den zwei Schubfächern des Hochschranks liegen
meine Shirts, oben die langärmeligen, unten die kurzärmeligen. Darüber liegt ein Regalbrett, auf
dem Leggings und Shirts aus Häkelspitze untergebracht sind.




Und im Hängeteil befindet sich der Rest: Röcke, Blusen und Jacken. Um alle unterzubringen, die
ich in einer Saison gerne tragen will, habe ich mir vor Jahren schon ein paar dieser genialen
Mehrfach-Kleiderbügel vom Kaffeeröster zugelegt. Auf einem dieser Kleiderbügel kann ich acht
Röcke unterbringen 😊👍 oder mindestens vier Blusen bzw. Jacken!

Ich weiß, übersichtlich sieht anders aus. Und ich weiß auch, dass meine Shirts nicht ordentlich Stoß
auf Stoß liegen, wie sich das für eine gute Hausfrau gehört. Größtenteils sind sie auch nicht gebügelt!
Das hat vor allem den einen Grund: Ich bin keine gute Hausfrau! Ich war noch nie eine und ich werde
auf meine alten Tage auch keine mehr werden, meine Prioritäten liegen anderswo... 😊 Tja, ist so, da
müsst ihr jetzt durch. Jedenfalls wird in meinem Schrank kein Platz verschwendet 😜! Und manche
kreative Kombination hat sich erst durch die Enge in meinem Schrank bzw. durch das
Zusammenhängen von Klamotten auf einem Bügel ergeben...




So weit, so gut! Dies ist also der Schrank, in dem ich meine jeweils aktuelle Kleidung unterbringe.
Es gibt allerdings, wie ich euch schon erzählt habe, einen weiteren Schrank, in dem im Winter meine
Sommersachen und im Sommer die Wintersachen aufbewahrt werden - und auch die Kleidung, die
in diesem Jahr nicht Teil meiner Capsule ist sowie meine Sportsachen / Wanderkleidung etc. Er ist
ca. 1 Meter breit, davon die Hälfte zum Hängen, die andere Hälfte zum Legen.

Davon habe ich keine aktuellen Fotos gemacht, aber ihr könnt euch den "Delphin-Schrank", der
sich in meinem Arbeitszimmer befindet, HIER ansehen. (Da seht ihr ihn im ersten Posting mit der
Bemalung und - wenn ihr weiter runterscrollt -  im zweiten Posting dann so, wie er jetzt aussieht,
 mit einem weißen Vorhang.) Auch dieser Kleiderkasten ist also keineswegs riesig. Aber bei
meiner Art der Capsule-Wardrobe-Organisation komme ich mit den vorhandenen Möglichkeiten
ganz gut aus.




Ob ich den orangen Rock den ganzen Winter über in meiner Capsule für die kalte Jahreszeit
behalten möchte, weiß ich noch nicht. Im Herbst hat er gut gepasst - auch zur Ausstrahlung der
Natur - und mit Leggings drunter ist er durchaus für eine Saison-Verlängerung geeignet. Ich bin
mir nur nicht sicher, ob mir im Winter eher nach so strahlenden oder nach gedämpfteren Farben
der Sinn stehen wird. Zu meinem Inspiratonsschal passt er auf jeden Fall. Und zur Not kann ich
ihn ja mit einem anderen Rock aus dem "Ersatzschrank" austauschen.





Könnt ihr euch noch an meine Herausforderung "1 Teil - 3 Looks" erinnern? Das folgende Kleid
aus meiner Winter-Capsule lernt ihr nun gleich auf diese Weise kennen - ich habe es nämlich zuletzt
auf drei ganz unterschiedliche Arten getragen: Als Kleid, als Tunika und als Shirt!

Das Kleid begeleitet mich seit dem Jahr 2012 - seinerzeit habe ich es in Barcelona im Des*gual-
Outlet erstanden. Im ersten Look kombiniere ich es mit einem Langarmshirt, das einerseits den
Goldgelbton im Muster des Kleides aufgreift und andererseits den Ausschnitt etwas entschärft.
Und als "Rockverlängerung" dient mein alter schwarzer Samtrock, der - so wie das Kleid - mit
goldenen Aufdrucken verziert ist.

Im Fall des Rockes sind es Elefanten. Weil Elefanten
auch immer wieder auf Thailändischen Kleidungsstücken zu sehen waren verlinke ich dieses Outfit
bei Marens Colours of the World-Linkup mit dem Thema Thailand. Und weil die Hauptfarbe des
Outfits schwarz ist (ergänzt mit meinem schwarzen Fake-Leder-Fake-Fur-Gilet)
verlinke ich es außerdem bei den Modischen Matronen.





Gerafft mit einem Bindegürtel und zu meiner Haremshose getragen, wird das Kleid zur
Tunika. Wenn auch noch das Gilet von oben mitmischt, sieht das Ganze ein bisserl nach
Kalinka-Kalinka-Russentanzgruppe aus 😜. Solcherart gestylt kann man aber auch (mit einer
warmen Jacke drüber) zu Mrs. Sporty radeln. (Untendrunter trug ich nämlich noch ein 
Turnshirt und Leggings...)




Und mit meinem weinroten oder beerenroten Biobaumwoll-Maxirock macht das Kleid einen
auf Langarmshirt. Der "Schal", der das Outfit meiner Meinung nach toll ergänzt, ist in Wahrheit
gar kein Schal, sondern mein Bio-Seiden-Bolero ... Ihr seht also, mit ein bisserl Phantasie ist
Kleidung auf verschiedenste Arten zu verwenden. Und: Zweckentfremdung ist nicht verboten!




In den nächsten Collagen trefft ihr zwei "alte Bekannte" wieder - einerseits den Maxirock vom
vorigen Outfit, andererseits das Sommerkleidchen, das ich euch weiter oben in zwei verschiedenen
Looks gezeigt habe. Hier habe ich das Kleidchen und den Rock wieder einmal zu einem langen Kleid
vereint. Unter dem Kleidchen trage ich noch ein weiteres Sommerkleid, von dem man aber nur die
kurzen Ärmel und einen Teil des Halsausschnitts hervorblitzen sieht. Das schaut meiner Meinung
nach nicht nur hübsch aus, es bietet in der kalten Jahreszeit auch ein bisserl mehr Behaglichkeit als
ein einzelnes dünnes Kleid. Auch im Herbst und Winter mag ich zuweilen kurze Ärmel lieber als
lange - vor allem, wenn ich mich in überheizten Räumen aufhalten muss - aber gleichzeitig will ich
es am Kreuz warm haben und möchte natürlich eine weitere Schicht anlegen können, falls mir doch
kalt wird - dafür ist das graue Paillettenjäckchen da, und der ebenfalls graue Bömmelschal hilft auch
noch mit.




Weil heuer Karos wieder als ganz up-to-date gelten, habe ich auch meinen Karo-Kurzmantel
aktiviert, der mir schon seit vielen Jahren treue Dienste leistet. Außer ihm besitze ich (soweit
mir im Moment einfällt) nur noch eine karierte Bluse - (wieder so ein "Kindheitstrauma": denn
Karohosen und Schottenröcke sind Kleidungsstücke, die ich in meiner Kindheit anziehen musste,
 ob ich wollte oder nicht. Meine Mutter hatte sie übertragen gekauft, und da waren sie nun.
Geld für Traumkleidung war nicht vorhanden. Basta.)

Den Mantel mag ich jedenfalls, doch zu mehr Karostücken hat es bisher nicht gereicht. Aber ich
denke, man braucht bei Trends ja auch nicht 20 Teile - ein bis zwei Stück, die ein modisches Thema
 aufgreifen, genügen vollkommen. Und den Rest mixt ihr kunstvoll mit eurer zeitlosen, genialen und
perfekt zu euch passenden Capsule Wardrobe zusammen!




Einige der heute gezeigten Teile habt ihr bereits in meiner weinrot-grauen Capsule Wardrobe
 im Frühjahr 2017 gesehen - das obige Outfit ist sogar fast identisch mit einem aus diesem älteren
Beitrag - abgesehen davon, dass ich dort ein schwarzes T-Shirt unter dem Sommerkleidchen
trug und hier ein anderes Minikleid. Es gibt eben Mixturen, die ich besonders gerne an mir sehe,
und für die obige bekam ich neulich sogar gleich zwei Komplimente hintereinander: Eine bei der
Physikalischen Therapie und eine von einer Schwester im  Pflegeheim meiner Mutter... 😊 Woran
man wieder erkennt - Kleidung braucht nicht unbedingt NEU oder DER LETZTE SCHREI zu
sein. Wichtig ist ein stimmiger Mix mit Farben und Schnitten, die euch stehen - dann fühlt ihr
euch auch wohl in der Kleidung. Und seht darin unter Umständen sogar 1000 x besser aus als
manches Model im super-modernen Look - KLICK!


Nun danke ich euch allen für euer Interesse an den Geheimnissen des rostrosigen
Kleiderschrankes und fürs Mitfeiern! Habt ihr ein Stück Torte genascht? Habt ihr mittlerweile
ebenfalls eine Capsule Wardrobe für die kalte Jahreszeit angelegt? In meinen nächsten Beiträgen
wird es einerseits ein paar nette Viecher zu sehen geben und andererseits möchte ich euch auch
bald wieder nach Thailand entführen. Ich weiß noch nicht genau, in welcher Reihenfolge, aber
auf jeden Fall hoffe ich, ihr seid auch da wieder mit dabei!

Ebenso dabei sein könnt ihr beim aktuellen Linkup von ANL: Bis zum Abend des 1. Dezember könnt
ihr nämlich dort noch eure Postings rund um den Themenkreis Achtsamkeit + Nachhaltigkeit  +
Lebensqualität = A New Life verlinken. Ich freu' mich drauf - und die Welt freut sich noch mehr!


Fotos: Herr und Frau Rostrose sowie die Rostrosentochter
Herzliche Grüße von eurer Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Tinas Freitagsoutfit, Sunnys Linkup Fallen in Love
Color of the Month von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
den Modischen MatronenNaturdonnerstag von Jahreszeitenbriefe,
der Gartenglück-Linkparty, bei Achtsamkeit+Nachhaltigkeit+Lebensqualität=ANL
und bei einfach nachhaltig besser leben EiNaB