Samstag, 1. Juni 2024

Bunter Mai 2024 - Rückschau und Capsule Wardrobe

Servus ihr Lieben,

heute kommen endlich mal wieder die Freund*innen von Rostrosen-Kleidungs-Kombinationen auf ihre Kosten. Aber auch alle anderen werden Interessantes zu sehen bekommen - denn unser Mai war wieder angefüllt mit sehr vielen bunten Erlebnissen - ich biete euch eine stark geraffte Rückschau

Zwischendurch möchte ich euch außerdem ein Gedicht meiner lieben Blogfreundin Marja vorstellen, von dem ich mich sehr angesprochen fühle. Ich denke, es könnte auch einigen von euch gefallen.

 💙💚💗💛💜

Haus des Meeres mit Enkel und Freunden:
Wir hatten mit meiner Freundin Helga vereinbart, mit unseren Enkelsöhnen in den Tiergarten Schönbrunn zu gehen. Da es regnete, disponierten wir um und besuchten (wie viele andere auch 😅) das Haus des Meeres in Wien.


Es gibt hier nicht nur Meerestiere zu sehen, sondern auch Vögel, Affen, Reptilien ... Die Buben waren begeistert und "klebten" an den Scheiben und Netzen 😉😊.


Das war mein Outfit dieses Tages. Das royalblaue Shirt mit den 3/4-Ärmeln aus Bio-Baumwolle ist eines von zwei neuen Kleidungsstücken, das ihr heute zu sehen bekommt. (Ich hatte ein gesteigertes Bedürfnis nach diesem Blauton.) Alles andere ist schrankgeshoppt.

Outfit 1

Marja ist meine Blogfreundin aus Christchurch - wir trafen uns dort, als wir in Neuseeland waren, und verbrachten ein paar schöne Stunden zusammen. Zuerst die englischsprachige Original-Version ihres Gedichts - anschließend biete ich euch eine deutsche Übersetzung:

Age, a work of Art
Youth has left me a long time ago
it is now a treasured star
in the constellation of my memories
I remember the lightness
when I travelled without baggage
when love danced as if caught in a breeze
under fluorescent lights
where butterflies got released
from boxes of illusion
My canvas contained a few colours
passionate red but also Indigo
I wasn’t aware yet of the array of hues in
which life is capable of presenting the blues
I splashed in shallow water

Outfit 2 (vergleicht mit DIESEM Outfit von meiner April-Rückschau) - das royalblaue Top ist selbstgefärbt.

Age is the bed in which wonder wakes up
With age I learned to navigate
the art of sculpturing my live
I chiseled depth and meaning
carving a scar for every lesson learned
Sculpting wrinkles for all the work done
My pallet of colours increased
Green for learning like a leaf, to let go
Yellow for learning to shine like a light
Purple for learning what is most important
he tāngata *), it is the people
The alchemist of time created a palette
to paint my life the way I imagined
as a creative adventure
as a work of art
© Marja Blom

*) he tāngata - Maori for "a person"

Outfit 3: Nur zur Sicherheit, weil man es kaum erkennen kann: Leggings und Spitzenjacke sind marineblau, nicht schwarz!
 
Alter -  ein Kunstwerk  
Die Jugend hat mich schon vor langer Zeit verlassen  
sie ist jetzt ein geschätzter Stern 
in der Konstellation meiner Erinnerungen  
Ich erinnere mich an die Leichtigkeit  
als ich ohne Gepäck reiste  
als die Liebe tanzte, als wäre sie im Wind gefangen  
unter fluoreszierendem Licht  
wo Schmetterlinge freigelassen wurden  
aus Kisten der Illusion  
Meine Leinwand enthielt ein paar Farben 
leidenschaftliches Rot, aber auch Indigo 
Ich war mir der Vielfalt der Farbtöne noch nicht bewusst  
mit welcher das Leben fähig ist, den Blues zu präsentieren  
Ich planschte im seichten Wasser
 
 

Das Alter ist das Bett, in dem das Staunen erwacht
Mit zunehmendem Alter lernte ich zu navigieren
die Kunst, mein Leben zu gestalten
Ich habe Tiefe und Bedeutung gemeißelt
Für jede gelernte Lektion eine Narbe geschnitzt
Falten herausgearbeitet für all die geleistete Arbeit
Meine Farbpalette hat sich erweitert
Grün, um wie ein Blatt das Loslassen zu lernen
Gelb, um zu lernen, wie ein Licht zu leuchten
Lila, um zu lernen, was am wichtigsten ist
he tāngata *), es sind die Menschen
Der Alchemist der Zeit hat eine Palette geschaffen
mein Leben so zu malen, wie ich es mir vorgestellt habe
als kreatives Abenteuer
als Kunstwerk
© Marja Blom

*) he tāngata - Maori für "eine Person"

Outfit 4

Ist das nicht wunderbar?
Es gibt viele beachtenswerte Gedichte. Doch ich habe selten eines gelesen, das mir so sehr aus der Seele gesprochen und mir so viel Freude bereitet hat wie das von Marja. Hier ist die Jugend keine Zeit, der man nachtrauert, sondern ein geschätzter Stern: Weit fort - es war einmal und es war schön - doch es gab noch so viel zu erlernen, zu erschaffen. Es war noch nicht perfekt damals, noch nicht ausgefeilt, sondern der Anfang eines Werkes, die Skizze, bei der erst ein paar Linien herausgearbeitet wurden.

Das Alter wird oft als Last dargestellt, doch in Marjas Gedicht ist es nichts Unangenehmes, das man mit sich herumschleppt und lieber abwerfen würde, und Falten sowie Narben sind nichts Hässliches oder Störendes, das man dringend wegoperieren lassen sollte, sondern all das gehört zu einer Schöpfung, die viele Jahrzehnte benötigt hat, um so kunstvoll, detailreich und farbenfroh zu werden, wie sie jetzt ist. 

Marja, ich danke dir auch hier noch einmal für dieses Gedicht 😘 - es ist eine Wohltat - und dass ich es in meinem Blog veröffentlichen durfte 💗!

Outfit 5
 
Beim Heurigen ...
... in der Ortschaft Sooß mit unserer lieben Nachbarin Renate:

Ich verwöhnte mich wieder mit (gebackenem) Spargel. Die Getränke sind 🍷🍸🍹 für Elizabeth's T Stands For Tuesday
 
[Blogparade] der ü30Blogger & friends: 1 Teil - 3 Looks:
Die ü30Blogger möchten gern 3 verschiedene Kombinationen mit einem Kleidungsstück sehen. In diesem Post kommen fast alle Kleidungsstücke mehrfach vor, da es sich um meine 🌸Frühlings-Capsule Wardrobe🌸 handelt. Aber ich streiche heute meine Hose mit den Blattmotiven 🍃 heraus. Die Hose aus "Cotton made in Africa" besitze ich seit dem Herbst 2023. Trotz ihres auffallenden Musters ist sie ein Kombi-Wunder. HIER habt ihr erstmals einen Look damit gesehen.

Outfit 6 - beim Heurigen mit Renate:
Das Shirt ist ein Mitbringsel aus Neuseeland - und somit das zweite relativ neue Kleidungsstück in diesem Posting. "Kia Ora" ist Maori und bedeutet Hallo.

Outfit 6

Outfit 7 - zum Wocheneinkauf:
Ich mag die Kombinaiton von hellem Grün und Türkis. Die Ketten greifen beide Farben auf. Die Bluse ist schon ziemlich alt, das taupefarbige Shirt auch.

Outfit 7

Outfit 8 - Einkaufen im Hofladen:
Wir besorgten neben Obst, Gemüse & Co. auch ein paar Jungpflanzen für unseren Gemüsegarten: Tomaten, gelbe Zucchini, Butternut-Kürbis. Das hellbraune Strick-Top mit Silberlurexfäden  besitze ich seit mindestens 10 Jahren, ich zeigte es euch in diesem alten Post erstmals - und da war es nicht mehr neu. Darunter trug ich diesmal das Shirt vom vorigen Outfit.

Outfit 8: Das Gesicht auf dem Stricktop ist für Nicoles Friday Face OFF - und natürlich ebenso die anderen Gesichter in diesem Post.
 
Muttertagsherz:
Zum Muttertag gab's von meiner Tochter Jana diese herzförmige Schokotorte. Den Kuchen darf ich euch zeigen, Jana wollte diesmal leider nicht aufs Foto, denn sie ließ sich kurz davor ihre Augen lasern und trug auch drinnen eine Sonnenbrille.
 

 
Friday - Flowerday:
Astrid hat vor einiger Zeit das Freitagsblümchen-Linkup übernommen - heute habe ich auch mal Blumen in der Vase zu zeigen. Genauer gesagt in der alten Augarten-Kaffeekanne meiner Oma. 
Version 1: mit Tulpen, die es kurz nach dem Muttertag billiger gab. Da waren in unserem Garten die Tulpen längst Geschichte es, blühten schon die Rosen und Pfingstrosen. Mit ein paar Gartenblumen habe ich sie ergänzt.
Version 2: Die Tulpen hielten sich immerhin 1 Woche lang! - dann wurden sie ausgetauscht gegen etwas überreife Pfingstrosen. Die weißen Lauchblüten und der Frauenmantel waren noch immer dieselben.

Mit Leo in den Tiergarten:
Edi und ich holten den neulich wegen Regens versäumten Tiergartenbesuch mit unserem Enkel Jamie nach. Bei Tina hatte ich kurz zuvor gelesen, dass Leo-Look gerade wieder als "the hottest Shit" gehandelt wird. Also kramte ich meine alten Leo-Sachen hervor (Gürtel, Haarband und Second-Hand-Kapuzenjacke). Denn wo könnte Leopardenmuster besser passen als im Zoo? 😉 Dazu gab's schlichtes Schwarz.
 
Outfit 9
Später war's so warm, dass ich mir den Leo umbinden musste. Der echte Leopard machte sich rar, aber wir sahen Löwen und viele andere Tiere! Schön war's für alle Beteiligten!

Besuch von Mimon:
Unsere Freunde Moni und Michael heißen gemeinsam "Mimon". Vor ein paar Tagen besuchten sie uns und es gab eine nette, gemütliche Grillerei. Als Nachtisch brachte Moni selbstgemachten Marillenkuchen mit. Unser Rosenbogen war zur Feier des Tages in üppigste Blüten gehüllt und Gastkatze Samia kam an diesem Tag gleich dreimal bei uns vorbei, wohl weil sie wusste, dass unsere Freunde große Katzen-Liebhaber sind. Die rote Amarylis legte sich auch ins Zeug.

Das Foto in der Mitte und die beiden links darunter stammen von Moni
 
Mein Blau-in-Blau-Outfit dieses Tages:

Outfit 10
 
Lebensmittel-Retter:
Wir retten immer noch Lebensmittel vor dem Weggeworfenwerden. Im Mai kauften wir z.B. in zwei verschiedenen Supermärkten jeweils ein Obst-Gemüse-Kisterl um 3 oder 4 Euro. Von einer solchen Box können wir uns (mit Ergänzungen) zumeist tagelang ernähren und kommen dabei auf Rezepte, die wir noch nicht kannten, die uns aber gut schmecken. Kennt ihr z.B. Kopfsalat-Suppe? Lecker! (Wir geben nach dem Pürieren noch Erbsen und manchmal auch angebratenen Speck dazu.) Unten seht ihr gebratene Melanzani (= Auberginen - nicht mein Lieblingsgemüse, aber diese Version mochte ich), Mandarinen und Orangen, die zu Saft verarbeitet wurden - und vom im Ofen gebratenen Gemüse mit Hühnerfleischstreifen war auch einiges aus dem Kisterl. Außerdem gab's noch eine Honigmelone, Erdbeeren, Himbeeren, Champignons und noch ein paar Sachen mehr, all das köstlich reif und viel zu schade, um im Müll zu landen!
 
Auch unsere rot-weiße Amaryllis begann im Mai zu blühen. Die rosa-orangen Röslein entdeckte ich bei einem Spaziergang.
 
Nochmals zum Heurigen...
... diesmal in Guntramsdorf mit einigen von Edis früheren Kollegen, organisiert von unserer Freundin (und Edis einstiger Kollegin) Annemarie
 
Der Barockpavillon oben links und das orangefarbige Gebäude von 1624 unten Mitte befinden sich ebenfalls in Guntramsdorf. Die Erdbeerbowle war köstlich! Das Foto von Edi und mir machte Leo (ein ehem. Arbeitskollege Edis)

Hier kam mein oranger Schmetterlingsrock aus Thailand zum Einsatz. Mein Oberteil mit Spitze habe ich mal wieder gerafft - mit einem Geschenkband, das farblich zum Shirt darunter passt.

Outfit 11
 
Und wieder das blaue Spitzenjäckchen:
Davon gibt's in diesem Posting auch drei Outfits - und von den marineblauen Leggings mit dem Spitzenbündchen sogar vier
                          
Outfit 12
 
Ich weiß nicht, ob euch aufgefallen ist, dass Spitzenstoffe offenbar DAS Thema bei meinen Mai-Outfits waren. Ich bemerkte es selber erst beim Zusammenstellen des Posts: Outfit 1: Spitzentunika in beige; Outfit 2: Spitzentunika in weiß; Outfit 3: Spitzenjäckchen in Marineblau UND Spitzeneinsatz bei roten Top am Ausschnitt; Outfit 4: weiße Spitzentunika, rotes Top; Outfit 5: rotes Top; Outfit 9: Spitzeneinsatz bei schwarzem Kleid am Ausschnitt; Outfit 10: Spitzenjäckchen in Marine;  Outfit 11: Spitzentop in Creme; Outfit 12: Spitzenjäckchen in Marine; Outfit 13: Spitzentunika in beige, diesmal gerafft.  (Nur die drei Looks mit der Blätterhose kamen - zufällig - ohne Spitzenstoff-Oberteil daher.) Welches Outfit gefällt euch am besten? (Beachtet dabei bitte nicht meine Frisuren oder mein Make-up, denn dafür habe ich an Ausgeh-Tagen meist mehr Zeit als an Einkaufs-Tagen 😉)
 
🩳👗👕🩱👚

Kultur und Natur in Gugging:
Meine Freundin Brigitte fragte an, ob wir Lust hätten mit ihr und ihrem Mann Peter einerseits das Museum Gugging zu besichtigen (gratis mit der NÖ-Card) und anschließend dort in der Umgebung ein bisschen wandern zu gehen. Wir hatten Lust! 

"Gugging" war einst DAS Synonym für "Irrenanstalt" in Österreich, denn in der kleinen Ortschaft Maria Gugging befand sich seit 1885 ein großes psychiatrisches Krankenhaus. Wenn jemand in den Augen der Gesellschaft "nicht richtig tickte", hieß es, die Person gehöre "nach Gugging".  
 
Vor dem farbenfrohen Haus der Künstler in Maria Gugging
 
Das Haus hat natürlich - wie die meisten Psychiatrien - eine wechselvolle Geschichte; besonders düster war es in der Nazizeit: Damals wurden hier schätzungsweise 2100 Patienten durch Vergasen, Elektroschocks, Vergiften und systematisches Verhungernlassen ermordet, weil ihr Leben von dem Terrorregime als "unwert" betrachtet wurde. Ab den 1970ern gab es umfassende Psychiatriereformen, in den 1980er wurde offiziell Kunst-Psychotherapie in Gugging eingeführt. 
1986 wurde hier in einem Gebäude das sogenannte Haus der Künstler etabliert - es erregte internationales Interesse und wurde z.B. auch von David Bowie besucht (siehe abfotografiertes Foto unten). 2007 wurde die Psychiatrische Anstalt als solche geschlossen, das Haus der Künstler existiert weiter als vollbetreute Wohneinrichtung für Kunstschaffende mit Psychiatriehintergrund oder Behinderung. Die Bewohner selbst haben das Haus so kunterbunt bemalt, wie ihr es oben seht. Und ein Museum mit Werken der ehemaligen und gegenwärtigen Bewohner gibt es im Areal des einstigen "Irrenhauses" ebenfalls. *)
 
*) Derzeit (noch bis zum 18. August 2024) ist im Museum die sehenswerte Sonderausstellung "else blankenhorn.! eine retrospektive - das gedankenleben ist doch wirklich" zu sehen. Else Blankenhorn (1873-1920) war eine deutsche Malerin. Viele ihrer Bilder sind Teil der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg. 
 
Nach dem Museumsbesuch wanderten wir zur Redlingerhütte, wo wir uns ein kleines Mittagessen zu Gemüte führten und wo es außerdem eine Katze und einen Hund zu streicheln gab.

Die Fotos, auf denen ich drauf bin, hat Brigitte gemacht 😊
 
Australische Schilder und ein mehrfach gespiegelter Himmel...
Bei der Redlingerhütte entdeckten wir auch diese Schilder, die zum australischen Teil unseres vergangenen Urlaubs passen wie die Faust aufs Auge! Und der Himmel, der sich im Seitenspiegel und auf der silbrigen Lackierung unseres Wagens verfielfältigt hat, ist natürlich für Heidis Galeria Himmelsblick:


 
Kultur in Guntramsdorf:
Ein Plakat wies uns darauf hin, dass es am 24. Mai im Musikheim Guntramsdorf "a Tribute to Willi Resetarits" *) geben würde. Natürlich wollten wir diese Veranstaltung besuchen. Unten seht ihr meinen Konzert-Look.
 
*) Zwei Jahre und einen Monat zuvor war der beliebte österreichische Musiker, Sänger und Menschenrechtsaktivist bei einem Treppensturz ums Leben gekommen. Ich erzählte euch in diesem Post über unseren Bezug zu "Willi" aka "Ostbahn-Kurti". Durch seinen plötzlichen und unerwarteten Tod verpassten wir sein Konzert, für das wir schon seit "vor der Pandemie" Karten hatten, also wollten wir zumindest zum "Tribute" 😉.

Outfit 13
 
Unten seht ihr die drei Vollblutmusiker Joachim Csaikl - Gesang, Kontragitarre, Joe Pinkl - E-Piano, Tuba und Wolfgang Dolezal - Violine, Moderation. Untertitel des Tribute-Konzerts, bei dem wir uns sehr gut unterhalten haben: "Ein Besuch im Espresso Rosi". Mehr darüber HIER

Die Musiker - und ein paar Blüten aus unserem Garten...

Der Mai war damit noch nicht ganz zu Ende, aber beinahe. Deshalb beende ich meine ohnehin schon lange "Kurz-Rückschau" an dieser Stelle. Wenn ich mir meinen Kalender so ansehe, "befürchte" ich, dass der Juni mindestens ebenso ereignisreich wird... Ich bedanke mich bei euch für euren Besuch - und auch für eure wunderbaren Kommentare zu meinem Tasmanien-Reisebericht (Teil 2)! Wenn nichts Wichtiges dazwischenkommt, geht es demnächst weiter mit Neuseeland!

 💙💚💗💛💜

😊 Und bis dahin genießt die Vielfalt der Farbtöne, die euer jeweiliges Alter für euch bereit hält! 😊

💙💚💗💛💜

Fotos: Herr und Frau Rostrose - sofern nicht anders angegeben

 Alles Liebe & einen bunten Juni,
 eure   T  r  a  u  d  e

 


Samstag, 25. Mai 2024

Weltreise 2024 - Immer noch Tasmanien (Teil 2)

>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht  "Weltreise 2024".
   
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Hallo ihr Lieben!

Wie schön, dass ihr Freude am virtuellen Mitreisen durch "Tassie" in Teil 1 hattet - heute geht es weiter mit unserer Erkundung der wunderschönen Insel!

28.2.: Sheffield - Stadt der Wandmalereien:
Wir befinden uns immer noch auf der Fahrt von Cradle Mountain nach St. Helens. Wie ich euch im ersten Tasmanien-Teil erzählte, legten wir einen Stopp an der Nordwestküste der Insel ein - in der kleinen Stadt Sheffield.


In den 1960ern erlebte die Stadt durch ein großes Energieprojekt einen wirtschaftlichen Aufschwung - doch nach der Fertigstellung der Staudämme und Kraftwerke kam es zu einem Bevölkerungsrückgang und Sheffield stand vor dem Niedergang. Inspiriert von Chemainus, einer Gemeinde in der kanadischen Provinz British Columbia, die sich durch Murals vor dem Ruin rettete, initiierte der der örtliche Tourismusverband eine Wiederbelebung des Ortes durch Kunst. 1986 entstanden die ersten Wandgemälde, die die Gegend und ihre Geschichte darstellen.
 

 
[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Die Wiederbelebung funktionierte! Ich habe gelesen, dass es inzwischen bereits rund 200 Wandgemälde in und um Sheffield gibt, die jährlich rund 220.000 Besucher anziehen. Zwei dieser Besucher waren Edi und ich 😉. Wir haben natürlich längst nicht alles Murals gesehen, aber doch einen beachtlichen Teil. Davon zeige ich euch heute nur wenige und habe euch im vorigen Post ebenfalls welche gezeigt. Wenn ihr noch mehr Sheffield-Murals wollt, könnt ihr z.B. HIER und HIER eine Auswahl sehen. (Und ich werde vermutlich auch ab und zu noch welche in meinem Blog zeigen.)

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Als wir die Ortschaft durchstreiften, sahen wir vor einem Café schon aus einiger Entfernung einen Mann mit einem Tier sitzen, das wir zunächst für einen sehr großen Hund hielten. Beim Näherkommen stellte sich heraus, dass der "Hund" ein Alpaka ist 😍! Ich durfte den süßen Kerl namens Pedro auch streicheln - er mag das gerne - und ich war sofort in ihn verliebt!

Gleich neben dem Café gibt es ein Mural, das den Mann mit seinem Alpaka und einem Kakadu zeigt.

Inzwischen habe ich ein bisschen recherchiert und weiß nun, wer der "Alpakamann" ist: Er heißt Ludo Mineur und ist nicht nur ein Sheffielder Original, sondern auch ein bekannter Umweltaktivist. Er setzt sich für Naturschutz, Abfallvermeidung und nachhaltige Lebensweisen in der Region ein. Und natürlich kommt man mit einem süßen Alpaka an der Leine besonders leicht mit anderen Menschen ins Plaudern über diese wichtigen Themen. (Ich finde, die Sheffielder machen einiges richtig in Sachen Marketing 😉.)

Unten noch ein paar weitere Impressionen aus Sheffield - ein schöner Vorgarten, in dem üppigst die Dahlien blühten, ein Mural mit zwei tierischen Insel-Symbolen - dem ausgestorbenen "Tasmanischen Tiger" und dem "Tassie Devil" - und noch ein paar weitere Wandmalereien, die die Natur und die Geschichte des Ortes zeigen. Einen süßen Hund, der sich ebenfalls gern kraulen ließ, fand ich auch noch vor dem Café 😁


... nach Hobart die zweitgrößte Stadt der Insel - war unser nächstes Ziel. Als erstes gönnten wir uns hier in einem hübschen Café namens Tatler Lane ein Mittagessen. Hier gab's ebenfalls ein attraktives Wandgemälde 🖌️
 
Man beachte Edis leidenden Gesichtsausdruck, als sich herausstellte, dass ich diesmal ein vegetarisches Restaurant ausgewählt hatte: Mister "Fleisch-ist-mein-Gemüse" was not amused 😂😅. Dabei schmeckte ihm sein Veggie-Burger letztendlich gar nicht schlecht! Mein Omelett des Tages mit Roten Rüben (Rote Bete) und anderem Gemüse war auch gut (und ich bin wahrlich keine besondere Freundin roter Rüben!)

 
Cataract Gorge (deutsch etwa "Schlucht der Stromschnellen"):
Diese Felsenschlucht liegt an der Stadtgrenze von Launceston, nur zwei Minuten vom zentralen Geschäftsviertel entfernt, und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Edi und ich wurden mal wieder von unserem Navi in die Irre geführt und landeten auf einem Hügel, von dem aus wir erstmal eine Weile durch den Wald bis zum tatächlichen Parkplatz der Sehenswürdigkeit wandern mussten. Zum Glück begegnete uns unten am Waldesrand eine Frau, die gerade auf dem Weg zum Cataract Gorge war und uns weiterhalf.
 
Der englische Marineoffizier William Collins entdeckte 1804 den Eingang zur Schlucht. Aus dem sumpfigen Gebiet des First Basin entstand ein viktorianischer Lustgarten mit Farnen, exotischen Pflanzen und Pfauen. Ein in den 1890er Jahren gebauter Weg entlang der Klippe führt mit Panoramablick über den South Esk River, Tassies längsten Fluss. Das weitläufige Gelände bietet auch heute noch zahlreiche Pfade zum Spazieren, Hängebrücken, einen Sessellift, üppige und teils seltene Bepflanzung, Restaurants, Gelegenheiten zum Klettern, Schwimmen und Schlauchbootfahren.
In einiger Entfernung flussaufwärts befindet sich ein ehemaliges Wasserkraftwerk, das im Dezember 1895 in Betrieb genommen wurde und
Launceston mit Elektrizität belieferte. Es wird angenommen, dass Launceston die erste Stadt südlich des Äquators war, die mit Strom beleuchtet wurde.
 
Mehr Infos über Launceston findet ihr HIER.
 
Edi und ich bei und auf der Alexandra Suspension Bridge - und bei der Pfauen-Beobachtung (mal beobachteten wir die Pfauen, dann sie uns 😉😀)
 

Ankunft St. Helens (bzw. in der nahegelegenen Ortschaft Scamander):
Hier befand sich unsere nächste Unterkunft, das Scamander Beach Hotel Motel. Die Fotos vom Strand, die ihr unten seht, enstanden am Ankunftstag - und weitere Bilder am nächsten Morgen beim Frühstück in einem kleinen Imbiss in der Nähe des Hotels.

Hier befindet sich offenbar ein Brutgebiet für manche Wasservogelarten, allerdings waren wir dafür in der falschen Jahreszeit unterwegs.

29.2.: Bay of Fires:
Unser erster Ausflug dieses Tages führte uns zur Binalong Bay bzw. genauer gesagt zu einem Teil der Bay of Fires, die sich im Nordosten Tasmaniens über etwa 50 Kilometer entlang der Küste erstreckt. In den ausgestorbenen tasmanischen Sprachen wurde die Bucht Larapuna genannt.


Es heißt, dass ein Kapitän dem Gebiet seinen Namen gab, als er die Feuer der tasmanischen Ureinwohner an den Stränden sah - ebenso könnte aber auch die faszinierende Färbung der Felsen zur Namensgebung beigetragen haben: Die Bay of Fires, die lt. ‘Lonely Planet’ zu den schönsten Küsten der Welt zählt, ist nämlich nicht nur bekannt für ihr blaues Wasser und weiße Strände, sondern auch für ihre orangefarbenen Granitfelsen. Die kräftigen Orangetöne entstehen durch Flechten, die auf dem Gestein wachsen.


Weiterfahrt zu unserem nächsten Hotel - dem Beachfront Bicheno. Hier verbrachten wir zunächst etwas Zeit damit, unsere Wäsche zu waschen - danach brachen wir auf zu unserem zweiten Ausflug dieses Tages:
 
Bicheno ist vor allem für ein sehenswertes Naturphänomen bekannt - das sogenannte "Blowhole".
 
Über Jahrtausende formte der Ozean eine Meereshöhle in den Granit an Bichenos Küstenlinie. Das Wasser fand schließlich eine Schwachstelle in der Decke und sprengte ein Blasloch (auch Brandungsgeysir genannt) ins Gestein. Es strömt Wasser in die Höhle, trifft auf die Wände, schwillt mit zunehmendem Druck an und eine manchmal gößere, manchmal kleinere Wasserfontäne spritzt aus dem Loch. (Vor allem bei Flut und starkem Seegang funktioniert das richtig gut!) Dadurch entsteht ein faszinierender Geysireffekt, der etliche Touristen anlockt - so auch uns 😎😉.

Aber auch sonst ist dieser Küstenabschnitt einen Besuch wert - und manche der Felsen sind dort genauso orange gefärbt wie an der Bay of Fires!

 

Es gab an der Küste von Bicheno auch einige Tiere zu sehen - außer den allgegenwärtigen Möwen tummelten sich auf mehreren kleinen Felseninseln schwarzweiße Vögel, die wir auf den ersten Blick für Pinguine hielten. Bei näherer Betrachtung mit dem großen Teleobjektiv handelte es sich aber um Elsterscharben (Phalacrocorax varius), die zur Familie der Kormorane gehören. Robben sahen wir ebenfalls auf einigen Felsen.


  • Das kleine, gut getarnte Vögelchen in der unteren Collage links, das mir nur ein rasches Foto erlaubte, ist ein Graumantel-Brillenvogel (Zosterops lateralis, engl. silvereye oder wax-eye).
  • Neben einem großen orangefarbigen Felsen wirkt Frau Rostrose noch kleiner, als sie ohnehin schon ist - aber immerhin passt sie farblich gut dazu 😉😎.
  • Wie die gelbe Blume heißt, konnte ich leider nicht herausfinden, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich um einen Korbblütler (Asteraceae) handelt.
  • Neben einem Spazierweg wollte ein Echidna im Gebüsch verschwinden - Edi konnte gerade noch seine Rückenansicht 😉 fotografieren.
  • Bicheno ist auch für köstliche fangfrische Muscheln, Langusten, Garnelen, Austern etc. bekannt. Wir teilten uns im Lobster Shack eine Meeresfrüchteplatte und wurden davon mehr als satt.
  • Die gelbe Frucht ist ein Nachtschattengewächs namens Solanum lacinatum -  auch bekannt als Känguru-Apfel oder Poroporo. Die reifen Früchte sind für den Verzehr durch Menschen geeignet.
 

Keine Pinguine in Bicheno...
Ihr erinnert euch: In Melbourne fiel unser Little-Blue-Penguin-Ausflug aus. Am Strand von Bicheno wäre eine weitere Möglichkeit gewesen, diese kleinste Pinguinart zu sehen. Aber die offizielle Pinguin-Tour war an diesem Abend leider schon ausgebucht. (Ich fotografierte immerhin das Pinguinfoto vom Tourbus ab und außerdem das Pinguin-Mural auf dem Bürogebäude des Tour-Veranstalters 😉.) 

Die geführte Pinguin-Tour findet an einem Privatstrand statt - dorthin konnten wir dem Tourbus also nicht folgen. Doch wir erfuhren von einem Strand, an dem angeblich abends ebenfalls solche Zwergpinguine aus dem Wasser steigen, und begaben uns vor Sonnenuntergang dorthin. (Wir waren nicht die einzigen, die auf die Pinguine warteten - aber wir waren diejenigen, die es am längsten aushielten.) Wir positionierten uns auf einem der hohen orangen Felsen und scannten den Strand mit unseren Augen (und dem Teleobjektiv) ab, solange wir noch etwas sehen konnten - etwa eine Stunde lang - aber nichts deutete auf an Land kommende Pinguine hin. Immerhin konnten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit einigen Ruß-Austernfischern (Haematopus fuliginosus) bei der Nahrungssuche zusehen - und der Sonnenuntergang war auch nicht ohne 😍.


1.3.: Wanderung zum Wineglass Bay Lookout:
Vorhin erzählte ich euch, dass die Bay of Fires zu den weltweit schönsten Küsten zählt - von der Wineglass Bay im Freycinet Nationalpark heißt es, hier wäre einer der schönsten Strände der Welt - und außerdem ist er nur per Boot oder zu Fuß erreichbar - und somit wohl niemals überfüllt. Mein Mann und ich liegen jedoch nicht gerne am Strand in der Sonne, und zum Schwimmen ist das Meer dort für uns zu kalt. (Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur des Wassers bei  17,2°C und steigt nie über 20 Grad.) Aber es gibt die Möglichkeit, einen Blick von einem Berg aus auf diese traumhafte Bucht zu werfen, die von der Form her entfernte Ähnlichkeit mit einem Weinglas hat. Wandern mit schöner Aussicht - das entspricht weit eher unseren Neigungen 😊😎!
 
Der Weg zum Lookout ist nicht besonders lang (hin und zurück etwa 3 km - gesamte Gehzeit etwa anderthalb Stunden), aber relativ steil und nicht für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet. Außerdem muss man im Besucherzentrum des Freycinet-Nationalparks einen Parkpass lösen. Doch es lohnt sich! Allein schon die Wanderstrecke bietet einige Schönheiten am Wegesrand - bizarre Felsen, interessante Blüten und Bäume, faszinierende Landschaftsausblicke - und die Aussicht auf die Wineglass Bay ist wirklich atemberaubend - jedenfalls wenn man so schönes Wetter hat, wie es bei uns der Fall war. Angeblich scheint in dieser Ecke Tasmaniens aber sowieso an 300 Tagen im Jahr die Sonne! 🌞
 

Fahrt nach Hobart:
Dann ging es unserem letzten Tasmanischen Ziel entgegen - der Hauptstadt Hobart. Wie schon in anderen Regionen fuhren wir auch hier an verschiedenen landwirtschaftich genutzten Gebieten vorbei - siehe Collage oben rechts. Im Osten der Insel wird bevorzugt Weinbau betrieben, aber es gibt auch (wie in vielen anderen Tasmanischen Gegenden) jede Menge Schafe und Rinder auf weitläufigen Weideflächen. Und natürlich gab es malerische Küstenorte wie zum Beispiel Swansea: Hier machten wir eine Pause, tranken Kaffee und ich bewunderte zudem die schönen Töpferwaren im Artifakt Gallery and Cafe. (Das Kaffeetassen-Mural in der folgenden Collage links stammt ebenso von dort!)

Wie schon weiter oben gibt es auch hier wieder einige Getränke und Trinkgefäße 🍷🍸🍹für Elizabeth's T Stands For Tuesday

Die übrigen Fotos in der vorigen Collage (und in der folgenden) stammen schon von Hobart. Hier wohnten wir wieder im Vibe Hotel Hobart. Ihr seht in der unteren Collage einige Impressionen von diesem Hotel und dem (sehr wohlschmeckenden) Frühstück, das wir dort bekamen*). Unser Abendessen nahmen wir an einem der Tage abermals in Edis Lieblings-Steak-Lokal Hog's Breath ein, und einmal waren wir italienisch essen.

*) Mich begeisterte vor allem der French-Toast mit Beeren 😋

Der Ausflug auf den 1.271 Meter hohen Hausberg Hobarts (und größten Vulkankegel in Tasmanien) fühlte sich leider nicht sehr gemütlich an - es hatte nur 4 Grad Celsius und es war nebelig. Aber es war unsere letzte Gelegenheit, diesen Ausflug zu unternehmen.
 
Es führen mehrere Wanderwege auf den Mount Wellington, aber wir entschieden uns dafür, mit dem Auto zu fahren, und ich denke, das war gut so. Wir blieben nicht lange auf dem Gipfel, weil uns dort einfach zu kalt war. Edi hat das Panoramafoto (in der fogenden Collage oben) per Photoshop von Dunst befreit, damit man etwas mehr von der Landschaft sieht. Als wir wieder im Tal waren, wurde das Wetter deutlich besser.

Nun kommen wir zu etwas, auf das ihr vermutlich schon gewartet habt. In dieser wunderbaren Rettungsstation für verwaiste oder verletzte Wildtiere gbt es nämlich unter anderem einige Tasmanische Teufel zu sehen - und ich weiß, dass diese kleinen Raubbeutler einige Fans unter euch haben 😊. 
 
Und glaubt mir - auch ich kann mich gegen den seltsamen Charme dieser Teufelchen 👹 nicht wehren, obwohl sie eigentlich ziemliche Raubeine sind! 😁 Sie können, wenn sie sich verteidigen wollen, kräftig zubeißen; wenn sie sich bedroht fühlen, verströmen sie außerdem einen unangenehmen Geruch (ähnlich dem eines Stinktiers), und ihre Ohren beginnen rot zu "glühen". Dazu kommen noch die "schauerlichen" Laute, die sie vor allem nachts und bei der Paarung ausstoßen und ihr schwarzes Fell - kein Wunder, dass man ihnen den Namen "Teufel" angehängt hat. Es wird dringend empfohlen, diese Tiere nicht zu berühren... auch wenn sie noch so herzig 💗 dreinschauen.

Wombat Tessa erwies sich als extrem süß und kuschel-freudig 😍

Wombats hingegen darf man gegen Extra-Bezahlung in einer Kleingruppe für 10 Minuten näher kennenlernen und auch streicheln. Dafür haben wir uns jedoch nicht angemeldet und ich war mir auch nicht sicher, ob es dem Wombat gefallen würde.

Als ich dann die Kleingruppe gesehen habe, wurde mir klar, dass zumindes dieses Wombat-Mädchen namens Tessa es liebt, gestreichelt zu werden. Das sah so entzückend aus - ich wollte aber keine fremden Privatpersonen filmen. Auf dem Video seht ihr daher die Szene danach, als die kleine  Tessa von einer Bonorong-Angestellten an Tessas Pflegerin Robin übergeben wurde.

Tessa schmiegte sich auch danach ständig an Robins Beine (siehe untere Collage). Ich weiß nicht ob ihr nachvollziehen könnt, wie sehr ich diese Frau um ihren Job beneidet habe! Andererseits erzählte Robin, dass Tessa, sobald sie etwas älter ist, wieder ausgewildert wird (und dass sie kurz darauf vergessen haben wird, dass sie Robin jemals kannte...) - ich glaube nicht, dass ich diesen Teil des Berufs gut aushalten könnte. Aber jene Wildtiere in Bonorong, die aufgepäppelt oder gesundgepflegt wurden und die keine bleibenden Behinderungen haben, werden allesamt wieder sanft in die Wildnis entlassen... und kommen laut der Pflegerin üblicherweise auch gut damit klar.

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Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist bei den Bonorong-Beutelteufeln keiner dabei gewesen, der wieder ausgewildert werden kann. Mindestens einer von ihnen wurde aus dem Beutel der totgefahrenen Mutter gerettet (wie es auch bei einigen anderen der Bonorong-Tieren der Fall ist). Man will wohl auch verhindern, dass sie in Gefahr geraten, an der grausamen Beutelteufel-Seuche DFTD zu erkranken - einem infektiösen Gesichtstumor, der die gesamte Population gefährdet. 

Auch die zwei Echidnas, die im Bonorong leben, werden hier für immer bleiben: Eines ist durch einen Autounfall erblindet, dem anderen wurde von einem Hund ein Hinterbein abgebissen. Aber die beiden scheinen sich im Sanctuary wohl zu fühlen.

Edi und "seine" Kängurus, darunter Tessa beim Schmusen mit Robins Bein, Kookaburra, Hühnergans, Tassie-Teufel, rechte Seite nochmals ein Teufelchen, ein Känguru, (das blinde) Echidna, fluffiger Noisy Miner (Weißstirnschwatzvogel  - Manorina melanocephala), zwei Eulenschwalme (Podargus strigoides), aufgrund des breiten Schnabels auch Froschmaul genannt. 

Oben und unten seht ihr noch ein paar weitere der Bonorong-Tiere. Besonders lustig finde ich oben das Foto von Edi mit der Känguru-Gruppe - er sieht da aus, als wäre er ihr Lehrer und die Kängurus die mehr oder weniger aufmerksamen Schüler 😉.

Bis auf die hinlänglich bekannten Tiere seht ihr hier den hübschen Imbissstand (in dem es ausschließlich vegane Speisen und Getränke gibt - wir gönnten uns Kaffee mit Hafermilch und einen kleinen Chocolate Mud Cake), einen Schwarzen Kakadu, zwei Moschusloris, einen Gelbbrustara, den Kopf eines Großen Emus, einen Rosellasittich.

MONA - Museum of Old and New Art:
Nachdem wir Abschied von den Tieren im Bonorong genommen hatten, suchten wir noch dieses letzte touristische Ziel in Hobart auf. Das MONA ist das größte privat finanzierte Museum Australiens. Es gewann 2012 den Australian Tourism Award für die beste Neuentwicklung und ist eine wichtige Attraktion Tasmaniens.  

Das Museum zeigt eine wilde und äußerst schräge Mischung antiker, moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung von David Walsh. Walsh ist ein australischer Profi-Glücksspieler, Kunstsammler und Geschäftsmann, der mit einem von ihm entwickelten System bei Sportwetten ein Vermögen gewann. Dieses investierte er in seine Kunstsammlung und schließlich in das MONA. Er nannte das Museum einmal ein „subversives Disneyland für Erwachsene“ - ich glaube, diese Beschreibung trifft es ganz gut 😁😉

Es gibt hier sogar das Kunstwerk eines Österreichers zu sehen - einen "Fat Car" von Erwin Wurm!

Zum Abschluss meines heutigen Tasmanien-Posts zeige ich euch nun noch die Schwarzen Schwäne und die Enten, die im Derwent River nahe des MONA leben und nach Nahrung suchen. Auf der Zufahrtsstraße zum Museum gibt es ihretwegen freundlicherweise eine Temposchwelle und ein Hinweisschild.

Damit gingen unsere Tasmanien-Tage zu Ende. Wir verließen diese Insel der Träume am nächsten Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge - denn einerseits hatten wir hier eine wunderbare Zeit verbracht und wären durchaus noch gerne etwas länger geblieben, andererseits lockte ein weiteres Traumziel - Neuseeland! Seid ihr wieder dabei, wenn ich euch in meinem nächsten Reiseberichtskapitel über unsere erste Zeit auf Neuseelands Nordinsel erzählen werde? Darüber würde ich mich sehr freuen!

 

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Fotos: (wenn nicht anders angegeben) Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe
 Eure   T  r  a  u  d  e