Montag, 21. Juni 2021

Zwei gerettete Naturparadiese: Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt

Servus ihr Lieben,

in meinem letzten Blogpost - Zwei Habsburger-Schlösser und ihre Parks - erzählte ich euch, dass der Besuch im Schlosspark von Eckartsau nur Teil eines Tagesausflugs war, der uns zuerst in die Stopfenreuther Au führte und als letzten Programmpunkt auch noch in das Landschaftsschutzgebiet Donaustadt. Heute will ich euch diese beiden Naturparadiese zeigen, die einstmals gefährdet waren, aber gerettet werden konnten.

  

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1) Die Stopfenreuther Au:
Bei diesem Ort handelt es sich - vor allem für naturliebende Österreicher - um einen Ort mit hohem Symbolwert: Hier wurde im Jahr 1984 sowohl in umweltpolitischer als auch in demokratiepolitischer Hinsicht Geschichte geschrieben. Denn bei Stopfenreuth begann die Besetzung der Hainburger Au.
 
Wenn ihr Genaueres über die Au-Besetzung wissen wollt, könnt ihr euch HIER eine Bilder-Strecke mit Fotos und Schlagzeilen von damals ansehen, HIER einen interessanten Rückblick lesen und auf den obigen Wikipedia-Link klicken (die Geschichte liest sich teilweise wie ein Thriller) - für alle anderen kommt hier die Kurzversion:
 

Die Hainburger Au ist eine naturbelassene Flusslandschaft an der Donau in der Nähe von Wien. In den 1980ern jedoch sollte dort ein Wasserkraftwerk errichtet werden. Im Dezember 1984 hielten tausende Menschen mehrere Tage lang die Stopfenreuther Au besetzt, um den Beginn der Vorarbeiten für dieses Donaukraftwerk zu verhindern. 

Die Regierung schaltete auf stur, es wurde mit den Rodungsarbeiten begonnen - ein Stück Au in der Größe eines Fußballfeldes wurde gerodet, die Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten und auch gegen anwesende Presse- und Fernsehteams vor. Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie daraufhin die Schlagzeilen lauteten.

Nun fällen hier nur noch Biber die Bäume - allerdings bringen Biber der Natur mehr Nutzen als Schaden.

In der Folge demonstrierten in Wien bis zu 40.000 Menschen quer durch alle Generationen und Bevölkerungsschichten gegen das Vorgehen der Regierung und gegen die Zerstörung der Au. Letztendlich lenkte die Regierung aufgrund der schlechten Presse und der massiven Proteste ein

Im März 1985 unterschrieben mehr als 350.000 Menschen das Konrad-Lorenz-Volksbegehren; sie forderten damit die Errichtung eines Nationalparks im Gebiet der Donauauen und das Verbot von Großkraftwerken. Nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes war der Kraftwerksbau vom Tisch. Dies war der zweite große Sieg in Österreich für die Demokratiebewegung und für die Umweltschützer. (Der erste war die Verhinderung des Atomkraftwerkes Zwentendorf in den späten 1970ern.) 


All das war der Startschuss für die Gründung des Nationalparks Donau-Auen sowie für die Neuformierung der Grünen Alternative und deren Einzug in den Nationalrat; außerdem wurden nach den damaligen Bevölkerungsprotesten das Elektrizitätswirtschafts- und das Energieförderungsgesetz überarbeitet und somit in Österreich bereits in den 1980ern die Weichen in Richtung nachhaltiger Energiewirtschaft gestellt. 

(Was nicht bedeutet, dass damit schon alles erreicht ist... Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Solche Schritte bräuchten wir auch jetzt wieder, um das Klima zu retten. Viele Schritte...)

Wo früher gerodet wurde, befindet sich nun die Au-Terrasse, wo man rasten, picknicken und schöne Donaublicke 
genießen kann. 

 

Ziviler Ungehorsam kann also, wenn ein größerer Bevölkerungsanteil an einem Strang zieht, sehr erfolgreich sein. Vermutlich kommt es den Regierungen dieser Welt deshalb gar nicht so ungelegen, wenn die Gesellschaft gespalten wird. 

Zur Zeit der Aubesetzung wurden Menschenketten gebildet, manche Demonstranten ketteten sich selbst an Bäume an, und die Bewohner von Stopfenreuth und Hainburg versorgten die Demonstranten, die bei winterlichen Temperaturen in der Au ausharrten, mit warmen Getränken und Lebensmitteln. Zusammenhalt für eine gute Sache also, an solchen Werten sollten wir uns orientieren.

Manche Baumwurzeln erinnern an einen Mangrovenwald - siehe ganz oben...

Wie traurig wäre es gewesen, wenn man diese wunderschöne und wertvolle Flusslandschaft geopfert hätte. Sie ist besonders artenreich: Im Schutzgebiet sind rund 800 Pflanzenarten nachgewiesen und der Gesamtbestand an Tierarten wird auf mindestens 5.000 geschätzt.

Pflanzen und Tiere sind natürlich an das Wechselspiel des Wasserpegels angepasst. Vorherrschende Baumarten sind daher Weiden und Pappeln, die besonders gut mit Hochwasser umgehen können und sich nicht an "nassen Füßen" stören.

Auch Brigitte hatte kein Problem, sich nasse Füße zu holen 😁 - sie wollte unbedingt die Baumschaukel ausprobieren, die vermutlich montiert wurde, um sich wie Tarzan in die Fluten schwingen zu können. (Denn Gäste nutzen gern den Wildbadeplatz mit Naturstrand sowie die Lagerwiese. Hier handelt es sich übrigens um den einzigen Platz im gesamten Nationalpark, wo Zelten erlaubt ist.)

Per Boot lässt sich dieses einmalige Gebiet ebenfalls gut erkunden. Unten links seht ihr z.B. eine hölzerne "Schiene", auf der man ein Kanu in einen Altarm der Donau hinunterlassen kann. Mit etwas Glück entdeckt man unterwegs vielleicht Sumpfschildkröten, Eisvögel oder Biber. Auf dem Schild befindet sich ein Gefahrenhinweis für Teilnehmer an Bootsexkursionen und private Bootfahrer, da sich an den Ufern einsturzgefährdete Bäume befinden. Diese werden nicht beseitigt, um die Natürlichkeit des Lebensraums zu erhalten.

 

Hier seht ihr den Hochwasserschutzdamm, der eigentlich aus zwei Dämmen und einem "Auffangbecken" besteht. Auch hier deutet der Pflanzenwuchs auf eine Magerwiese hin (wie auf der Perchtoldsdorfer Heide, die ich euch vor kurzem gezeigt habe).

 

Der gelb-schwarz gestreifte Falter ist ein Ackerwinden-Bunteulchen, die lila Blume eine Kornrade.

Unten bekommt ihr noch ein paar Himmelsblicke dieses Tages zu sehen - zusammen mit gelbem Klee (Wundklee und Hornklee) sowie Raps, ein schöner Kontrast wie ich finde.

So viel zu unserem ersten Ausflugs-Teil am 8. Juni 2021. (Falls ihr selbst Lust habt, im Nationalpark Donau-Auen zu wandern, bekommt ihr HIER ein paar tolle Ausflugstipps.) Danach besuchten wir den Schlosspark von Eckartsau - darüber habe ich euch HIER bereits erzählt (und euch bei der Gelegenheit auch noch ein weiteres Habsburgerschloss - die Hermesvilla - gezeigt.). Vielen Dank für all eure lieben Kommentare dazu!


Kommen wir nun zum abschließenden Ausflugs-Teil dieses Tages:

2) Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Donaustadt... befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee. In der k.u.k.-Zeit (1912–1914) wurde hier ein großes Verkehrsprojekt geplant, das die Anbindung an zahlreiche andere Bahnstrecken ermöglichen sollte und einen riesigen Bahnhof vorsah, der im Endausbau 100 Gleispaare nebeneinander umfassen sollte. An sich eine gute Idee, die Bahnverbindungen auszubauen - und heutzutage wäre es vor allem in dieser dicht besiedelten Gegend sinnvoll, vom Straßenverkehr auf ein gut verzweigtes Bahnnetz umsteigen zu können. Doch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschob sich der Bau und konnte in der Folge nicht mehr im vorgesehenen Umfang durchgeführt werden. Um Truppen- und Materialtransporte durchführen zu können, mussten von 1916-1918 serbische, russische und italienische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter die Bahnanlage zumindest partiell errichten. 

Auch nach dem Krieg wurde daran weiter gebaut und Teile der Strecke befahren. Im Jahr 1922 war das Projekt zu etwa zwei Dritteln realisiert - und musste aus Geldmangel eingestellt werden. 1926 wurde auch der Verschiebebahnhof stillgelegt


Einige überwucherte Geleise erinnern noch an die ursprünglich vorgesehene Bestimmung des heutigen Landschaftsschutzgebietes.

Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise wurden die Gleisanlagen teilweise demontiert, um Schienen- und Baumaterial zu gewinnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die restlichen Gleisanlagen nur noch zum Abstellen überzähliger Schienenfahrzeuge und als Anschlussgleise für einige inzwischen auf dem Areal angesiedelten Betriebe. 1947/48 bestand das Vorhaben, bei Anbindung an den Donau-Oder-Kanal den Wiener Hafen entsprechend auszubauen; auch dieses Projekt wurde wieder aufgegeben. 

Das Areal blieb im Besitz der Österreichischen Bundesbahnen, und lange Zeit war Unbefugten das Betreten verboten. In dieser Zeit breitete sich hier die Natur mehr oder weniger ungehindert aus. Schon 1998 wurde vorgeschlagen, das Gebiet zum Geschützten Landschaftsteil zu erklären. Im Jahr 2015 wurde es in das neu begründete Landschaftsschutzgebiet Donaustadt eingegliedert.


Das ehemalige Bahnhofsareal stellt heute das wichtigste Naturbiotop in Wien zwischen Bisamberg und Lobau dar. Es handelt sich dabei um einen zusammenhängenden Komplex aus Trockenrasen, Gehölzen und naturnahen Teichen; hier leben und gedeihen zahlreiche gefährdete und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten. 

Unten seht ihr z.B. ein Schild, das darauf hinweist, dass hier neue Lebensräume für den streng geschützten Neuntöter (oder Rotrückenwürger / Lanius collurio) geschaffen werden, wofür gezielte Pflegemaßnahmen wie Rückschnitt von zu dichtem Buschwerk und Vergrößerung des Graslandes nötig sind. Leider haben wir diesen seltenen insektenfressenden Sperlingsvogel nicht gesehen.

Die hübschen lila Wicken links und rechts sind Vogelwicken.

Unsere "Ausflugsberaterin und Naturführerin" Brigitte zeigte und erklärte uns, was es hier alles zu sehen gab.

 

Brigitte hatte mir vorab erzählt, dass es in dem Areal eine Ziegenherde gibt. Die Tiere sorgen dafür, dass Bäume und Büsche in der heideartigen Landschaft nicht überhand nehmen und das Mengenverhältnis der Pflanzen ausgewogen bleibt. Ihr wisst ja schon, dass ich Ziegen und Schafe liebe, also wollten wir sie klarerweise besuchen. 

Aber wo normalerweise Ziegen weiden, war das Gatter offen, und bei einer anderen Weide fanden wir diese hübschen grauen Kühe vor:

Als wir ein Stück weiter gingen,  entdeckten wir die Ziegenherde erfreulicherweise doch noch. Es gab ein paar entzückende Kitze, wie schön! Doch es machte auch Spaß, den ausgewachsenen Ziegen dabei zuzusehen, wie sie sich streckten und reckten, um an die leckersten Triebe von Obstbäumen heranzukommen:

Nicht weit von den Ziegen entfernt, entdeckten wir ein atemberraubend schönes Feld, voll mit Kornblumen, Mohnblumen, Margeriten - einfach ein Traum! Wir konnten uns kaum daran satt sehen und auch nicht mit dem Fotografieren aufhören 😉 - deshalb bekommt ihr jetzt viele, viele Fotos von dem bunten Feld zu sehen:

Fotos von Brigitte

Fotos von Brigitte

Im Feld daneben blühten Ackerbohnen - ebenfalls sehr hübsch - und noch dazu essbar! Ein Marienkäfer flog mir dort freundlicherweise auch vor die Kamera. Unsere Männer harrten einmal mehr mit Engelsgeduld aus, bis wir mit unserem Shooting fertig waren.


Zum Schluss bekommt ihr noch ein paar Himmelsbilder von diesem letzten, bereits abendlichen Ausflugsteil zu sehen:



Und nun sage ich noch DANKE für euer Interesse! Beim nächsten Mal habe ich wieder ein Schloss mit einer Vielzahl schönster Pfingstrosen für euch zu bieten, außerdem ein Museum und eine Bugrruine in der Wachau. Seid ihr dann wieder mit dabei? JA? Wie schön, ich freue mich darauf!!! 😊😀


Alles Liebe und auf bald,
eure Traude


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Mittwoch, 16. Juni 2021

Zwei Habsburger-Schlösser und ihre Parks

Servus Ihr Lieben,

 👑👑👑

ganz herzlichen Dank für eure wunderbaren Kommentare zu meinem Blogbeitrag über die Nexinger Schweiz, den einzigartigen Muschelberg und den dortigen Fischteich! Wie letztens schon erwähnt, komme ich kaum mit dem Erzählen nach. Deshalb versuche ich in mein heutiges Posting zumindest anderthalb Ausflüge hineinzupacken.

In den letzten paar Wochen haben wir zusammen mit unseren Freunden Brigitte und Peter die Parks von zwei Schlössern besucht, die einst im Besitz des Fürstengeschlechtes der Habsburger waren. (Schlösser und Villen der Habsburger habe ich euch schon öfter mal in meinem Blog gezeigt, z.B. die Kaiservilla in Bad Ischl, das Jagdschloss in Mayerling oder das Schloss Schönbrunn.)

Der erste unserer diesjährigen Habsburger-Schloss-Ausflüge fand im Mai statt, der zweite knapp einen Monat später. (Die Bilder, wo ich drauf zu sehen bin, stammen wieder hauptsächlich von Brigitte, und ein paar der Blumenfotos auch...) 

 

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👑👑👑
 
1. Ausflug: 10. Mai 2021 - Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten ...
... habe ich euch in meinem Blog auch schon mehrmals gezeigt - z.B. in diesen beiden Posts: KLICK und KLICK. Es gibt mehrere Tore, durch die man den Park betreten kann - normalerweise wählte ich das Lainzer Tor. Diesmal entschieden wir uns auf Anregung unserer "Ausflugsberaterin" Brigitte für das St. Veiter Tor, und so lernte ich den Park mal von einer anderen Seite kennen.
 
Auf dem Weg vom St. Veiter Tor zur Hermesvilla

Nach einer kurzen Wegstrecke erreichten wir schon das Jagdschloss, das Kaiser Franz Joseph I. einst seiner Ehefrau Sisi - also Kaiserin Elisabeth - schenkte. Wenn ihr mehr zur Geschichte der Hermesvilla wissen wollt, findet ihr HIER Informationen; falls ihr Lust habt, weitere meiner Fotos vom Schloss zu sehen, klickt bitte auf die obigen Links.

 

Es begeisterte uns, dass so früh im Jahr auf der Südseite der Hermesvilla bereits dieser wunderschöne gelbe Rosenbusch blühte. Brigitte fand heraus, dass es sich offenbar um eine chinesische Goldrose (Rosa hugonis) handelt:  

"Das chinesische Goldröschen, das schon Anfang Mai sein Blütenkleid zeigt, kam 1899 als Samen aus China nach Großbritannien und fand im letzten Jahrhundert eine große Verbreitung in Gärten und Parks."

Nicht nur das Jagdschlösschen selbst ist sehenswert, sondern auch die einstigen Stallungen und Wirtschaftsgebäude dahinter. Im Durchgangsbereich von einem dieser Gebäude entdeckten wir eine riesige Baumscheibe (siehe folgende Collage unten). Brigitte wollte wissen, um welchen Baum es sich handelt, und schrieb daher an die Forstverwaltung, die jetzt für den Lainzer Tiergarten zuständig ist. 

So erfuhren wir, dass "es sich um eine über 400 Jahre alte Eiche (437Jahre) aus dem Lainzer Tiergarten, Bereich Schottenwald (Nähe zur Hubertuswarte) handelt welche 1986/87 gefällt wurde. Anhand der Jahresringe kann man das Alter des Baumes sehr gut feststellen, weiters geben die Ringbreiten Auskunft über die Lebensbedingungen. Schmale Ringe deuten auf Probleme hin, etwa Trockenheit oder Schädlingsbefall, bei breiten Ringen ging es dem Baum gut."

Wie alt die mächtige Formschnitt-Eibe ist, die ihr in der nächsten Collage seht, wissen wir leider nicht, aber es ist möglich, dass sie auch schon seit Sisis Zeiten den Bereich vor den Wirtschaftsgebäuden schmückt. Man kann in diesen Baum durch einen Spalt im grünen Nadelkleid "eintreten", er bietet ein gutes Versteck und theoretisch könnte man sich darin wohl auch einen stillen Leseplatz einrichten 😊...

Ein anderer alter Baum hat die Zeit leider nicht überdauert - er wurde hohl. Doch die Forstverwaltung ließ sich etwas einfallen, und machte aus dem Stumpf des alten Baumes ein "Zapfen-Werf-Spiel". Edi und ich haben es ausprobiert - und natürlich war jeder Schuss ein Treffer 😁.

Wir gingen weiter zu dem Bienenstock im hohlen Baum, den ich Brigitte unbedingt zeigen wollte. Wie immer, herrschte dort ein reges Summen und Brummen. Dem Info-Schild kann man entnehmen, dass es in Wien 5.200 Bienenstöcke mit rund zwei Millionen Honigbienen gibt.

Auf einem Schild werden Wissensfragen gestellt, ein anderes Schild informiert über den Lebensraum Trockenmauer (übernächste Collage) und auch bei jedem der Jungbäume hängt eine Tafel - hier erfährt man, welcher Berühmtheit der jeweilige Baum gewidmet ist - so zum Beispiel Adolf Loos, der als einer der Wegbereiter der modernen Architektur gilt. (Von mir aus hätte Herr Loos den Weg nicht bereiten müssen - mir gefallen alte Häuser zumeist besser.)

Im Hohenauer Teich sahen wir einige Stockenten und außerdem ein paar riesige Karpfen. Brigitte fand ein Stückchen Brot am Teichrand, warf es ins Wasser, und dieser vorwitzige Fisch schnappte es sich 🐟😊:

In der Nähe des Teichs gibt es einen Tisch mit Bänken, wo wir den Ausflug mit einer Jause ausklingen ließen. Brigitte hatte Erdbeer-Rhabarber-Kuchen gebacken und sogar Schlagobers mitgebracht, dazu gab's Kaffee aus der Thermoskanne. Das Damwild im Gehege gegenüber hielt währenddessen ein Verdauungs-Nickerchen im Schatten eines Baumes.

 
👑👑👑
 
2. Ausflug: 8. Juni 2021 - Schloss Eckartsau im Marchfeld:
Den Besuch dieses Schlossparks haben wir einmal mehr unserer "Ausflugsberaterin" Brigitte zu verdanken. Genau genommen, war dieser Parkbesuch nur Teil eines Tagesausflugs, der uns zuerst in die Stopfenreuther Au führte und als letzten Programmpunkt auch noch in das Landschaftsschutzgebiet Donaustadt. Weil dabei Unmengen von Fotos entstanden sind,  bekommt ihr heute nur den Schlosspark-Teil zu sehen, und der Rest folgt ein andermal.

 
Das Schloss Eckartsau gelangte durch Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, dem Gatten von Kaiserin Maria Theresia, in den Besitz der Habsburger. In die Geschichtsbücher ging es als letzter inländischer Wohnort des letzten österreichischen Kaisers (Kaiser Karl I.) nach seinem Regierungsverzicht im November 1918 ein. (Wenn ihr mehr über die Geschichte des Schlosses wissen wollt, klickt bitte auf den obigen Link.)

Hier sind alle Fotos von Brigitte 😊
 
Der Weg zum Schlossportal ist von niedrigen Spalier-Apfelbäumen gesäumt, auf denen bereits eine Vielzahl kleiner Äpfelchen wachsen. Rund um das Schloss liegt ein Garten mit Formschnittgehölzen, wunderbar duftenden Rosensträuchern, Storchschnabel, Katzenminze, Salbei und zahlreichen anderen insektenfreundlichen Blüten. Brigitte war sehr davon angetan, dass mein Shirt so gut mit den Farben der Rosen harmonierte 🌹😁. Während wir "Mädels" in Blütenträumen schwelgten, führten unsere Männer wieder einmal angeregte Männergespräche (siehe übernächste Collage) 😉.

 Für Novas Linkup T > in die neue Woche habe ich mehrere Tore des Schlosses gesammelt

 
Auch einen romantischen Hochzeitspavillon gibt es beim Schloss Eckartsau. Ein Schild weist darauf hin, dass er nicht als Picknick- oder Kinderspielplatz verwendet werden soll 😊...
 

 
Da der Park nur in unmittelbarer Schlossnähe ein eher "typischer" Schlossgarten mit kurz geschnittenem Rasen ist - und ansonsten sehr natürlich angelegt - bietet er zahlreichen Arten Lebensraum. In den ungemähten Wiesen wachsen derzeit vor allem viele Skabiosen, die von Bienen gern angenommen werden.

In einem Beet beim Hochzeitspavillon entdeckte Herr Rostrose einen Grasfrosch (Rana temporaria) und fotografierte ihn.
Für Juttas Linkup Close to the Ground
 
Wir staunten, dass hier im Juni der Flieder noch blühte! In unseren Gärten war er schon längst verblüht...

 
Im Park gibt es auch viele alte Bäume, hauptsächlich heimische Gehölze wie z.B. die prächte Rotbuche oben links, einige von ihnen sind aber auch Exoten, die von den Habsburgern gesammelt wurden.
 
Wie schon im Lainzer Tiergarten, gibt es auch im Schlosspark von Eckartsau einen hohlen Baum - hier ist es allerdings nicht der Stumpf, sondern der mächtige Stamm, der von Kindern auch gern zum Darauf-Herumklettern benützt wird. Brigitte meinte, wir würden daneben wie Gartenzwerge wirken 😁 Die knorrige Holzbrücke führt über ein Feuchtbiotop.
 
 
 
Für Heidis Himmelsblicke-Galerie habe ich ein paar Wolken dieses himmelblauen Tages in dieser Collage zusammengefasst, und für Novas Glockentürme-Sammlung habe ich die Türme der Katholischen Pfarrkirche Eckartsau (St. Leonhard) hinzugefügt.


Hier seht ihr, wie die Kirche im Inneren aussieht - der Kern des Kirchenbaus stammt aus dem 14. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert. 
 
 
Auf dem Rückweg zu unserem Wagen kamen wir u.a. an diesem "Gib-8" (Gib Acht!)- Schild vorbei - mein Lieblingsschild dieses Tages für Artis Schilderwald:


Damit war der "habsburgerische Teil" unseres Ausflugs vom 8. Juni vorüber - über die beiden anderen "Programmpunkte" jenes Tages (Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt) erzähle ich euch bei nächster Gelegenheit. Ich hoffe, ihr seid gern mit uns durch diese beiden gepflegten und dennoch weitgehend naturbelassenen Schlossparks spaziert und hattet Freude an unseren Bildern.
 
Im Baumschatten vom Park in Eckartsau hängen ein paar gemütliche und attraktive Schaukelkörbe, 
die wir natürlich ausprobieren mussten.

 
👑👑👑

Für die meisten, die auf der Nordhalbkugel leben, hat jetzt der "richtige" Sommer mit wärmeren oder gar heißen Temperaturen begonnen - nützt sie und schätzt sie, so gut es geht. Wenn die Hitze manchmal zu groß erscheint, versucht eure Unternehmungen in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen ... oder in den Wald: Wusstet ihr schon, dass Bäume perfekte „Klimaanlagen“ sind? Unter einem großen Baum kann die Luft um bis zu 15 Grad kühler sein als die gemessene Umgebungstemperatur! Das liegt nicht nur an seinem schattenspendenden Blätterdach, sondern auch an seiner Transpiration.
 
In diesem Sinne: 
Lasst eure Seelen unter Bäumen baumeln! 😊
🌲🌴🌳

Alles Liebe,
eure Traude


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