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Mittwoch, 24. November 2021

Mit Tina und Göga durch Wien - Teil 2: Schönbrunn

 Servus ihr Lieben!

In meinem vor-vor-vorigen Post erzählte ich euch vom Treffen mit meiner Blogfreundin Tina und ihrem Göttergatten Uwe im Wiener Wurstelprater - hier geht's zu Teil 1. Aber unser gemeinsamer Praterbummel war natürlich noch nicht alles - zu einem richtigen Wien-Aufenthalt gehört auch ein Besuch in Schönbrunn.

Wie schon beim Prater, der einerseits der Wurstelprater oder andererseits der Grüne Prater sein kann, muss man auch beim Begriff Schönbrunn unterscheiden: Ist jetzt das Schloss Schönbrunn gemeint? Oder der Schlosspark? Oder etwa der Tiergarten Schönbrunn? Wie man HIER aus Wikipedia erfährt, kann mit dem Begriff auch alles zusammen und noch ein bisschen mehr gemeint sein:

Schönbrunn ist eine der Wiener Katastralgemeinden und liegt im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Die Katastralgemeinde mit einer Fläche von 220,55 ha entspricht Schloss und Schlosspark Schönbrunn (einschließlich Gloriette, Tiergarten und den sonstigen in diesem Bereich befindlichen Gärten) sowie der Maria-Theresien-Kaserne.


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In meiner Kindheit wohnten wir nicht allzu weit von Schönbrunn entfernt. Und wenn meine Mutter fragte: "Gehen wir in Schönbrunn die Enten füttern?", dann war damit der Schlosspark gemeint. Wir gingen relativ oft dort spazieren, und meine Mutter sammelte für die Schönbrunner Schlosspark-Enten hart gewordenes Brot. Ich glaube nicht, dass man heute noch die Enten dort füttern darf, aber damals kümmerte sich niemand darum, und in meiner Kindheit machte mir das Entenfüttern großen Spaß. Außerdem begegneten uns seinerzeit im Schlosspark viele Eichhörnchen, die ich besonders liebte.

In meiner Kindheit gingen wir vom 12. Bezirk zu Fuß dorthin - als wir mit Tina und Uwe unterwegs waren, nahmen wir vom Prater weg die U-Bahn.

gehört zu jenen sehenswerten Gebäuden, die vom berühmten Jugendstilarchitekten Otto Wagner für die Wiener Dampfstadtbahn erbaut wurden. Die Station aus dem Jahr 1896 blieb auch nach der Umstellung auf die Elektrische Stadtbahn (1918) und auf die U-Bahn (1981) weitestgehend im originalen Otto-Wagner-Stil erhalten. 2008 wurde die denkmalgeschützte Station generalsaniert.  Kurioserweise verläuft die Grenze der Katastralgemeinden Schönbrunn und Rudolfsheim  mitten durch das historische Stationsgebäude von Otto Wagner 😏.

Die Schönbrunner Brücke befindet sich direkt neben dem historischen Stationsgebäude und führt über den Wienfluss.

Von der U-Bahnstation kommt man auf schnellstem Weg zu einem der Seiteneingänge von Schönbrunn. Der Eintritt in den Schlosspark ist übrigens frei (bis auf einige spezielle Bereiche, wie der Irrgarten oder der Kronprinzengarten). Schon im Jahr 1779 wurde der Park von Kaiser Joseph II. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (sehr zum Unmut des Hofadels 😉) und stellt seither ein wichtiges und besonders schönes Erholungsgebiet für die Wiener dar.
 
 
 
Vom Seiteneingang flanierten wir bis zum  
 
Im 16. Jahrhundert war das Areal eines der Jagdgebiete des Hochadels und es gab hier nur ein Jagdschloss. Der Name Schönbrunn geht auf einen Ausspruch zurück, den Kaiser Matthias, Sohn von Maximilian II., im frühen 17. Jahrhundert getan haben soll. Angeblich entdeckte er bei einer Jagd eine artesische Quelle und rief aus: „Welch’ schöner Brunn“. Weil es ihm hier so gut gefiel, wurde eine Erweiterung des Jagdschlosses zum repräsentativeren Wohnsitz vorgenommen. Dieses Gebäude wurde jedoch im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 zerstört. Rund um das Jahr 1700 wurde ein Neubau errichtet; doch erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurden unter Kaiserin Maria Theresia das Schloss und der Park in der heutigen Form umgebaut. Sie erkor das Anwesen zum Sommersitz der kaiserlichen Familie. Wenn Sisi, also Kaiserin Elisabeth, nicht gerade in der Hermesvilla, in der Hofburg oder auf Reisen war, hielt auch sie sich in Schönbrunn auf. Und ihr Ehemann, „der Franzl“, also Kaiser Franz Joseph I., nutzte das Schloss ebenfalls als Sommerresidenz; er wurde dadurch zum "Pendler", denn viele Jahre lang fuhr er von dort zum Arbeiten in die Hofburg, die sein „Winter-Wohnsitz“ war. Gegen Ende seines Lebens wohnte und amtierte er ganzjährig in Schönbrunn, und hier, am Ort seiner Geburt, starb er auch im Jahr 1916.
 
Bei dem in edlem „Schönbrunner-Gelb“ bemalten barocken Palast mit 1441 Zimmern handelt es sich um das größte Schloss Österreichs. Das Schloss ist zusammen mit dem etwa 160 ha großen Park seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. In „normalen“ Zeiten ziehen das Schloss und der Park zwischen 8 und 9 Millionen Besucher pro Jahr an. Der Preis für den Eintritt inklusive Führung liegt für Erwachsene zur Zeit bei € 26,00, mit Audioguide bei € 22,00. (Fotografieren ist leider nicht erlaubt 😟.)
 
Vor dem Hofeingang des Schlosses warteten einige Fiaker auf Fahrgäste

Tina und ich mussten natürlich unbedingt ein Shooting auf der Schlosstreppe machen und hoheitsvoll von der Empore winken (bzw. nicht ganz so hoheitsvolle Busserln schicken) 😁. In das Schloss hinein gingen wir allerdings nicht. Dafür hätten wir weit mehr Zeit benötigt, als wir hatten. Und wegen des Fotografierverbots hätte ich euch ohnehin keine eigenen Bilder zeigen können.

Doch für alle, die gern einmal das Schloss Schönbrunn von innen besichtigen wollen, kann ich HIER kurze, aber interessante Video-Führungen durch das Schloss anbieten (gratis, in deutscher Sprache, mit englischen Untertiteln. Sehr empfehlenswert, vor allem in den aktuellen Zeiten, in denen Reisen, Museumsbesuche und kulturelle Veranstaltungen eher zu den seltenen und kostbaren Ausnahmen zählen!) und außerdem einen virtuellen Rundgang mit zahlreichen Fotos. (Auch für mich sind diese digitalen Führungen sehenswert, denn ich war selbst nur ein einziges Mal im Schloss Schönbrunn, und das war vor rund 45 Jahren, zusammen mit einer kalifornischen Austauschschülerin namens Kris.)
 
Links unten: Vor dem Posieren auf der Treppe mussten wir uns natürlich noch adjustieren 😂

Auch Uwe bewies, dass er hoheitsvoll winken und Küsschen schicken kann 😉 Und seht ihr oben rechts die "Fotobomberin" 😜

Nach dem "Treppen-Shooting" spazierten wir weiter von der Hofseite zur Parkseite des Schlosses. Hier erstreckt sich bis zum Gloriette-Hügel das so genannte Große Parterre - das Zentrum des Parks mit repräsentativen Beeten und Skulpturen-Gruppen. Von hier aus sieht man gut auf den Neptunbrunnen und auf die Gloriette.

 
Neptunbrunnen:
Am Fuß des Gloriette-Hügels befindet sich dieser beeindruckende Zierbrunnen aus den Jahren 1778–1780. Er wurde noch kurz vor dem Tod Maria Theresias vollendet. Neptun stand in der Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts als Gleichnis für den sein Land souverän lenkenden Fürsten - wie der Meeresgott versteht es auch der Herrscher, sein Land und sein Volk über die Fährnisse des Schicksals hinwegzulenken. Vielleicht sollten sich die modernen "Landes-Lenker" etwas vom Neptun-Stil abschauen?
 
Auch heute noch tummeln sich im Neptunbrunnen mehrere Enten sowie ein paar Möwen.

Aufstieg zur Gloriette:
Die Gloriette ist der Hauptblickfang des Gartens - und sie war in meiner Kindheit auch mein Lieblingsziel im Schönbrunner Schlosspark. Sie wurde 1775 errichtet und erinnert an die Schlacht von Kolin im Jahr 1757, wo im Siebenjährigen Krieg der Vormarsch des preußischen Königs Friedrich II. auf Wien gestoppt wurde. 
 
Als ich den komplizierten Namen "Gloriette" noch nicht aussprechen konnte, hieß sie bei mir "Lolliette" 😀 und ich verlangte angeblich oft danach, dort hinzugehen. Kein Wunder also, dass es mich auch an diesem Tag hinaufzog, obwohl wir schon so viele Kilometer gegangen waren (und unsere Freunde an den Vortagen bereits mehrere lange Fußmärsche hinter sich gebracht hatten). Edi und Uwe wollten ebenfalls nach oben, Tina hingegen beschloss, sich unten auf einer Bank ein bisschen auszuruhen. Dadurch blieb ihr zwar der wunderschöne Ausblick vom Gloriettehügel aus über Schönbrunn und die Dächer Wiens verwehrt, aber ihre Füße bekamen eine kleine Auszeit.

 
Auch vor der "Lolliette" gibt es einen Ententeich - und Uwe war so nett, dort in der allmählich schwindenden Abendsonne ein "rostrosiges Shooting" mit mir zu veranstalten 😁: 

 
Zwischendurch gab es einen Zoff zwischen zwei Möwen, den ich mit dem Sportprogramm meiner Kamera festzuhalten versuchte:

 
Unten seht ihr Details der Gloriette im Licht der untergehenden Sonne - sowie einige Statuen vom Großen Parterre. Auf einer hatte sich eine Krähe positioniert, die stolz eine Walnuss im Schnabel hielt: 

 
Der Schönbrunner Schlosspark ist noch um vieles größer, als ich euch hier gezeigt habe (und als wir zusammen mit Tina und Uwe erkunden konnten), auch dafür reichte die Zeit an diesem Tag leider nicht mehr aus.
 
Während wir uns vom Glorietthügel wieder in Richtung Großes Parterre begaben, genoss Tina die letzten Sonnenstrahlen. Man spürte allerdings schon die abendliche Kühle herankriechen.
 
 
Buntes Restaurant:
Also wurde es höchste Zeit, uns zum Aufwärmen und für einen abschließenden Plausch in jenes hübsche Lokal zu begeben, das sich direkt neben dem Schönbrunner Seiteneingang befindet, bei dem wir hereingekommen waren: Das Restaurant & Dinnertheater Schönbrunner Stöckl. Das Lokal ist absolut sehenswert mit all seinen Wandmalereien - und bis in die Toilette hinein edelst dekoriert:

Wir haben uns dort hauptsächlich mit Heißer Schokolade, Apfelstrudel und dergleichen gestärkt, deshalb kann ich über die Qualität des Essens leider nicht viel sagen. Die scheint, wenn man den Bewertungen in Tripadvisor trauen kann, immer gut gewesen zu sein, aber in letzter Zeit gelitten zu haben - was möglicherweise mit dem Lockdown-bedingten Fachkräftemangel in der Gastronomie zusammenhängt... Hoffen wir, dass sie die Kurve wieder kriegen! Auch Theater wird im Dinnertheater Schönbrunn gespielt - hier kommt ihr zum aktuellen Spielplan (der jedoch wegen des 4. Covid-Lockdowns nicht an allen Tagen eingehalten werden kann). 
 
Für uns war der Aufenthalt in diesem Lokal auf alle Fälle gemütlich und angenehm. Leider hieß es danach schon Abschied nehmen von Tina und Uwe: Sie fuhren wieder zu ihrem Motel One zurück; Edi und ich  hatten unser Auto auf einem Park & Ride-Platz nahe der Wiener Stadtgrenze abgestellt und mussten dort wieder hin. Aber: SCHÖN WAR's und lustig und ich hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Tina und ihrem Göttergatten! 😊
 


Noch ein näherer Blick auf mein Outfit dieses Tages: 
Das Kernstück des Ensembles war die tolle bunte Holzkette, die ich beim Münchner Bloggertreffen von Tina "erschwäppt" ("ge-swapt") habe. Die wollte ich zur Feier des Tages unbedingt tragen - es galt also nur, da drum herum eine Kombination zu finden, die sowohl die Buntheit der Kette gut unterstreicht als auch zu mir passt. Ich entschied mich einmal mehr für eine Kleid-über-Rock-Kombination: Mein petrolfarbiges Midi-Sommerkleid zog ich also über einen braunen Maxi-Stufenrock sowie ein taupefarbiges Langarmshirt. Dazu trug ich einen Bindegürtel, meine  Wickeljacke mit den langen Seitenteilen und meine Lieblingsstiefletten, alles in der Farbe Taupe, sowie mein taupe-buntes Stirnband. Wie ihr oben gesehen habt, genügte an diesem wundervollen Oktobertag meine "Pferdecke" (aka Poncho) als "Darüber".

Zum Abschluss bekommt ihr nun noch eine Sammlung von Torbögen aller Art zu sehen, die ich in Schönbrunn für Novas "T in die neue Woche" gesammelt habe:


Ich hoffe, auch dieser Teil des Treffens mit Tina und Uwe hat euch gut gefallen! Wenn ihr noch nicht genug von den Wien-Erzählungen habt, könnt ihr zu Tinas Blog switchen - dort findet ihr HIER gerade ihre Schilderungen über unser Treffen.

☀️☀️👼☀️☀️
 
Nun danke ich euch noch ganz, ganz herzlich für all eure lieben Kommentare zum 4. Teil meines Italien-Reiseberichts über Kleine Bergdörfer und unsere Wanderung im Naturschutzgebiet Le Balze
 
Und ganz besonderen Dank für all eure lieben und tollen Gratulationen zur Geburt unseres ersten Enkelkindes 👶💕👶! Inzwischen haben wir den kleinen Jamie gesehen - zwar leider noch nicht "in natura", aber zumindest auf Fotos und bei einem Video-Telefonat mit meiner Tochter. Da Jana und Michael nicht möchten, dass Fotos ihres Kindes im Internet gezeigt werden, kann ich euch nur versichern, dass er ein ganz und gar entzückender Wonneproppen ist. Und wir hoffen natürlich sehr, dass wir ihn bald "so richtig" kennenlernen werden. Da wir in Österreich gerade den vierten Lockdown erleben, wird das vermutlich nicht ganz einfach zu managen sein, aber ich hoffe doch sehr, dass uns eine Lösung einfällt. Ich halte euch auf dem Laufenden.
 
 
Fotos: 
teilweise von Tina oder Uwe, teilweise von Edi oder mir

 Auf bald alles Liebe!

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


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Freitag, 5. November 2021

Mit Tina und Göga durch Wien - Teil 1: Prater

Servus ihr Lieben!

Heute möchte ich euch von unserem Wiedersehen mit meiner Blogfreundin Tina und ihrem "Göga" (Abkürzung für Göttergatte 😉) Uwe in der Mitte vom Oktober erzählen. Die beiden hatten nämlich die glorreiche Idee, nach der wunderschönen Hochzeit ihrer Tochter selbst eine Art Hochzeitstreise nach Wien zu unternehmen... oder genauer gesagt: eine Geburtstagsreise, denn Tina feierte am Anreisetag ihren 55. Geburtstag ...

🥂🎂🥂🎂🥂🎂🥂🎂🥂

In ihrem Blog erzählt Tina derzeit gerade so nach und nach über ihre fünf Tage in Wien - hier geht's zum Anfangskapitel: Wien in 5 Tagen - Tag 1.

Tina fragte bei uns an, ob wir Zeit für ein Treffen haben würden. Aber natürlich, Ehrensache! Wir haben Tina & Uwe schon in Bangkok und in München getroffen*) und wir hatten jeweils viel Spaß miteinander
 
 
Laut Wetterbericht sollte Freitag, der 15.10. so richtig toll sonnig werden, also wählten wir diesen Tag - und so war's dann auch: Wir erlebten einen Oktobertag vom feinsten 🌞 - aber es schien sowieso (fast) ausschließlich die Sonne, als die beiden in Wien waren. So soll's auch sein, wenn Engel reisen! 
☀️☀️👼☀️☀️

Weil's so schön war, entstanden an diesem Tag ganz viele Fotos - und deshalb zeige ich euch unser Tina-Uwe-Treffen in Wien in zwei Teilen. 

 
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Auf "Gögas" Wunsch hin trafen wir uns im Wiener Prater - und damit geht's hier auch gleich los - mit einer Fahrt im berühmten und steinalten Wiener Riesenrad. (Die Fotos von uns wurden vor der tatsächlichen Riesenrad-Fahrt von einer Fotografin aufgenommen - der Waggon Nr. 12 ist nur Kulisse - und man konnte sie käuflich erwerben.)

Treffpunkt 11 Uhr beim Riesenrad - und große Wiedersehensfreude 😊😍

... ist neben dem Stephansdom eines der Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet. (Jaja, wiedermal der Franzl 😉...) Es zählte damals mit knapp 65 Metern Höhe zu den fünf größten Riesenrädern seiner Zeit - allerdings wurden alle vier seiner "Zeitgenossen" zwischen 1906 bis 1937 bereits wieder demontiert, nur das Wiener Riesenrad dreht sich immer noch unermüdlich weiter. 

Dabei hätte es bereits 1919 abgerissen werden sollen - und im Zweiten Weltkrieg wurde es fast völlig zerstört. Doch ein Wahrzeichen lassen die Wiener nicht so gern untergehen - als Symbol des Wiederaufbaus und Neubeginns wurde es schon 1945 generalsaniert. Im Jahr 2016 wurde damit begonnen, die 15 Waggons gegen neue, nach den Originalplänen von 1896/97 gestaltete auszutauschen. (Ursprünglich hatte das Riesenrad 30 Waggons.) Falls euch die genauere, sehr bewegte Geschichte des Wiener Riesenrades interessiert, klickt bitte HIER.

Die Wartezeit bis zum Einsteigen kann man sich vertreiben, indem man sich die Mini-Ausstellungen in den nostalgischen 
Waggons ansieht.

Es gibt auch einen Waggon mit festlich gedecktem Tisch, den man für eineinhalb Stunden mieten und darin speisen kann (für schlappe 399 Euro), in der Collage unten könnt ihr einen kleinen Blick in die Fest-Gondel mit den hellen Vorhängen erhaschen. Für Tina und mich - bekennende Höhenängstliche mit dem Willen zur Selbstüberwindung - war aber die ganz normale Fahrt schon abenteuerlich genug. (Ja, auch für mich, denn obwohl ich gebürtige Wienerin bin, bin ich erst einmal oder zweimal mit dem Riesenrad gefahren.) Durch das gemächliche Tempo fühlt man sich in der Kabine allerdings gut geschützt und sicher. Und es gibt soo viel zu sehen:

Unten rechts: Madame Tussauds, unten links: Blick auf den Grünen Prater, bei dem es sich um den Hauptteil des Wiener Praters handelt

 

Wenn man außerhalb Wiens vom „Prater“ spricht, ist häufig nur der bekannte Vergnügungspark im Prater, der Wurstelprater, gemeint. Dieser befindet sich an der Nordwestspitze des Areals zwischen Donau und Donaukanal und macht flächenmäßig nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Pratergebiets aus.

 (Quelle: Wikipedia - KLICK)

Ein kleiner Exkurs über den Wiener Prater:
Nachdem es in diesem Punkt immer wieder Missverständnisse gibt, fragte ich bei Tina sicherheitshalber nach, ob Uwe in den Wurstelprater möchte oder in den "Grünen Prater": Denn wenn die Wiener "Prater" sagen, meinen sie zumeist das etwa 6 km² große, von Aulandschaften geprägte Areal, das einst Jagdgebiet des Hochadels war und heute von der Bevölkerung zum Sport und zur Erholung genützt wird. Als wir noch in Wien lebten, besuchte ich mit der kleinen Jana gern einen der Spielplätze im "Grünen Prater" und war Edi zwei- bis dreimal pro Woche in der Prater Hauptalle laufen, denn wir wohnten nicht weit davon entfernt. Diese Allee entstand durch Schlägerungen im Auwald... allerdings schon vor langer Zeit: Im Jahr 1538 legte man auf diese Weise eine Direktverbindung zwischen dem kaiserlichen Palais Augarten und dem Jagdgebiet des Hofes an.

Der "Wurstelprater" oder "Volksprater" - also der Vergnügungspark, in dem sich auch das Riesenrad befindet - ist nur ein winziger Teil des Wiener Praters. Und der Name Wurstelprater hat wiederum nichts mit Wurst oder Würsteln zu tun, sondern mit dem "Wurschtel" (in Deutschland: Hanswurst bzw. Hans Wurst), also mit dem närrischen Kerl aus Komödien und Puppentheater-Vorführungen, wie sie einst auch im Prater dargeboten wurden. 

Ein bisserl posen und herumkasperln im "Wurschtelprater"
 
Nun, es stellte sich heraus, dass Uwe gern den Wurstelprater kennenlernen möchte, weil er schon so viel darüber gehört hatte. Und die beiden waren dann tatsächlich auch sehr angetan von diesem Riesen-Rummelplatz, der für mich eigentlich nie etwas besonders Tolles war (oder vielleicht gerade mal in der Kindheit, als ich noch gerne mit dem Ringelspiel (= Karussell) oder mit der Zwergerl-Hochschaubahn fuhr): Mich begeistern diese Höher-schneller-lauter-Fahrgeschäfte nicht. 
 
Erst durch Tina und Uwe wurde mir so richtig klar, dass der Wurstelprater irgendwie doch etwas Besonderes ist, weil es solche permanenten und seit langer Zeit bestehenden Rummelplätze in Europa kaum gibt. Vergleichbar ist der Prater vielleicht gerade mal mit dem Tivoli in Kopenhagen (der jedoch ganz anders gestaltet ist als der Wiener Wurstelprater).
 
Grottenbahn und Geisterschloss:
Was ich am Prater mag, sind die ganz alten Fahrgeschäfte, bei denen nostalgische Gefühle aufkommen. Eins davon ist die Alt Wiener Grottenbahn (wurde 1951 eröffnet), wo man in einem von einer Drachenlokomotive gezogenen Zug an verschiedensten Szenen aus Märchen, Sagen und anderen Kindergeschichten vorbei fährt. Dieses gefahrlose Vergnügen haben wir vier uns gegönnt 😁:
 

Übrigens beherbergt diese Grottenbahn - wie ich von einem freundlichen Herrn als erweiterte Antwort auf meine Anfrage bei Prater.at erfahren habe, kleine Kunstschätze:  
 
"Auf Praterparzelle 16 (heute Volare) war früher die Grottenbahn "Liliput Express". Darin gab es kleine Märchengrotten die von Schülern von Fritz Wotruba (Anm: einer der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts) gemacht wurden. Einige dieser Grotten wurden vor dem Abriss gerettet und sind bis heute in der Alt Wiener Grottenbahn (Praterparzelle 43) zu bestaunen."
 
Und weiter: "Die fantasiereiche Fassade der Alt Wiener Grottenbahn wurde einst vom Bildhauer Robert Tar gefertigt. Die ursprüngliche Bemalung war relativ dunkel. Einige Jahre später wurde die komplette Fassade auch unter Robert Tar, bunter bemalt. Zuletzt vor 3-4 Jahren wurde die Fassade komplett saniert (alte Farbe wurde mit einem Trockeneis-Sandstrahlverfahren abgetragen, Beschädigungen wurden mit Polyester überzogen und anschließend komplett bemalt) Die Polyester und Malerarbeiten wurden von dem Bildhauer Gerold Kubitschek durchgeführt."
(Ing.Kristof Brantusa)
 

 
Also, ihr seht, die Grottenbahn ist nicht nur Kinderkram, sondern Kunstgenuss. Aber glaubt bloß nicht, dass wir uns ausschließlich an Märchenwelten gewagt haben, oh nein! Wir waren sogar mutig genug, um uns auch eine Fahrt mit der Geisterbahn zuzutrauen, jawoll! Das ist echter Hardcore-Grusel, denn damit darf man erst ab 10 Jahren fahren! 😎💪😄 (Das Geisterschloss gehört übrigens zu den allerältesten Praterattraktionen - es wurde bereits 1933 errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1948 wiedereröffnet.) Der Typ an der Kasse zum Geisterschloss war ein Zombie, echt schaurig! Und Tina begab sich sogar freiwillig in die Gewalt eines schrecklichen Monsters - seht selbst!
 

 
Prater-Figuren:
Glücklicherweise haben wir das gefährliche Abenteuer alle vier lebend und ohne ärgere Blessuren überstanden und konnten uns weiter im Wurstelprater umsehen. Es gibt da nämlich mehrere interessante Figuren zu bewundern. Oben links und unten rechts seht ihr z.B. den "Großen Chineser" (9 Meter hoch), der auch "Calafati" genannt wird. Er verzierte einst das Ringelspiel des Schaustellers Basilio Calafati (1800-1878), daher der Name. Die Frauenfigur daneben heißt Fortuna und stammt von demselben Karussell. Beide sind jedoch Nachbauten, denn die Original-Fortuna steht im Pratermuseum und die Original-Calafati-Figur wurde im Zweiten Weltkrieg ebenso zerstört wie das Riesenrad.

 

Außerdem gibt es im Prater einige künstlerische Figuren der neueren Zeit zu bewundern. Leider fand ich vor Ort keine Informationstafel und konnte auch aus dem Internet nicht genau erfahren, welche Künstler welche Figuren geschaffen haben. Daher wandte ich mich an die Informations-Mailadresse info@prater.at - und erhielt von dem oben schon erwähnten Herrn Brantusa eine sehr nette und ausführliche Auskunft:

Die bunten Fin-de-siecle-Figuren (wie die rosa gekleidete Lady neben Tina, oder die Dame, in deren Dekolleté Edi sehr interessiert starrt, während Uwe dem Knaben einen Ball zu klauen versucht) wurden ursprünglich von den Tiroler Bildhauern Louis Fasching und Erich Ruprechter gestaltet. Sie kaschieren die für die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebs notwendigen Stromkästen. Leider waren sie aus Materialien gefertigt, die für diese Verwendung nicht wirklich gut geeignet waren. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Figuren durch Vandalismusakte demoliert und verunstaltet. Vom bekannten "Praterkünstler" Rudolf Scheffel wurden die (ursprünglich eher blass bemalten Figuren) überarbeitet (mit Polyester verstärkt, um sie gegen erneute Vandalismusakte resistent zu machen) und farbenfroher bemalt.

Was die skurrilen, eher Alien-haften Figuren am Rondau betrifft, glaubte ich mich erinnern zu können, dass sie einst von einer Frau geschaffen wurden. Und tatsächlich erfuhr ich als Antwort auf meine Anfrage, dass sie von der im Jahr 2013 verstorbenen Künstlerin Christa Müller stammen. Auch diese Figuren wurden vor ein paar Jahren sandgestrahlt und ebenfalls von Rudolf Scheffel neu bemalt. Leider steht nur mehr ein Bruchteil der zahlreichen Figuren von Christa Müller im Prater, viele davon wurden von der Stadt Wien verkauft. In der Prater-Topothek könnt ihr euch HIER alte Fotos von Christa Müllers fantasievollen Werken ansehen, die größtenteils nicht mehr im Prater zu sehen sind.
 

Die Figur im Liegestuhl, deren Bäuchlein von Tina liebevoll getätschelt wurde, sowie drei weitere auf dem Rondeau, sind relativ neu. Diese wurden vor 1-2 Jahren von einem Praterunternehmer gefertigt. Ich glaube, auch der Kasperl auf dem Krokodil in der unteren Collage zählt zu diesen Figuren. Etwas derb und zugleich witzig (und somit ziemlich typisch Wienerisch) fanden wir den "Geldscheißer": Wenn einem Wiener nämlich etwas zu teuer erscheint, dann sagt er gerne: "I hob do kan Gödscheißa!" ("Ich habe doch keinen Geldscheißer!") - vergleichbar mit dem Goldesel aus dem Märchen 😉

 
Pferde und Taxis:
Eine Praterattraktion, die ich schon seit meiner Kindheit kenne, ist die Reitbahn. Auch Uwe war ganz begeistert von den Rössern, hatte er in seiner Kindheit und Jugend doch selbst eines besessen und sehr geliebt. Das Pferdchen, das er streichelte, hatte noch dazu eine besonders hübsche Frisur. (Meines erinnerte mich eher an einen müde dreinschauenden Boris Becker.)

  
 
Uns stand jedoch der Sinn nicht nach einem Ausritt (außerdem glaube ich, dass auf den Praterpferden nur Kinder brav im Kreis reiten sollten) - also versuchte Tina neben einem nostalgischen Hinweisschild ein Taxi herbeizupfeifen. Als keines kam, unterstützte ich sie, doch auch meine Pfeiferei half nicht viel 😉. Ich glaube, an dieser Nummer müssen wir noch arbeiten!

 

Stelzen in der Luftburg:
Das traditionsreiche Schweizerhaus hatte Mitte Oktober noch geöffnet, doch wir wollten unser Mittagessen nicht dort einnehmen, sondern im größten voll biozertifizierten Restaurant der Welt: Luftburg - Kolarik im Prater. Die berühmten Praterstelzen schmecken in der Luftburg nämlich mindestens genau so gut wie im Schweizerhaus, und mit Biofleisch ist auch mehr Tierwohl verbunden. Da macht das Schmausen und Genießen doch gleich noch ein Stück mehr Freude!
 
Für meine nicht-österreichischen Leser und Leserinnen muss ich jetzt vermutlich erklären, was eine Stelze ist: In Deutschland ist dieses Fleischgericht wohl am bekanntesten unter dem Namen Eisbein, wird aber auch als Hachse, Haxe, Haxn bzw. Schweinshaxe bezeichnet, außerdem als Knöchla, Hechse, Hämmchen, Bötel oder Haspel, auf Bairisch Schweinshaxn, Fränkisch auch Knöchla oder Adlerhaxe, Schweizerisch Gnagi oder Wädli genannt. (Quelle: Wikipedia)
 
In Österreich werden Stelzen bevorzugt gebraten oder gegrillt, um eine extra-knusprige Schwarte zu erzeugen. Die Praterstelzen sind wirklich ganz besonders würzig und kross, und Uwe meinte dazu: "Ich hätte nie gedacht, dass ich im Prater die beste Haxe meines Lebens essen würde."
 
Für alle, die diesen Genuss zu Hause zu kopieren versuchen wollen, habe ich hier zwei Rezepte, die dem Praterstelzen-Rezept halbwegs nahe kommen:

Die gute alte Liliputbahn fährt direkt am Restaurant Kolarik vorbei. Herrlich, dass wir im Oktober noch draußen essen konnten!

 
Womit Uwe ebenfalls nicht gerechnet hätte: Dass er seine Stelze nicht schafft 😁. (Tina hatte sich nämlich für Cevapcici entschieden, und so gehörte ihm dieses große Fleischstück ganz allein.) Edi und ich teilten uns unsere Stelze und hatten in weiser Voraussicht schon eine große Tupper-Dose in den Prater mitgenommen (deshalb schleppte ich die ganze Zeit meinen #GET-COVERED-Beutel mit mir herum 😉). Zu guter Letzt bekamen wir von Uwe dann auch noch eine schöne Stelzen-Portion mit (und konnten uns aus diesen Resten noch zwei Tage lang zu Hause köstliche Gerichte zaubern 😊😋)...
 

 
Natürlich hatte ich auch ein Mitbringsel für Tina mit dabei, schließlich hatte sie zwei Tage zuvor Geburtstag gehabt. Nachdem ihr Blog Tinaspinkfriday heißt und unser Treffen tatsächlich an einem Freitag stattfand, bastelte ich ein Kärtchen in Pink mit einem Herz aus rostrosigen Herbstblättern für sie, und außerdem füllte ich eine kleine Sachertorten-Holzschachtel mit ein paar Kleinigkeiten an, die auch noch gut ins Fluggepäck passen.
 
In der folgenden Collage könnt ihr das Kärtchen sehen und außerdem einen kurzen Blick in das Lokal Luftburg - Kolarik werfen. Dort gibt es unter anderem originelle Barhocker, zwei Spiegel  aus dem Kuriositätenkabinett (wir fotografierten uns allerdings nur vor dem Spiegel, der schlanker macht 😜) und ein WC für zwei Personen. Offenbar ist es für Mutter und Kind gedacht, aber Tina meinte, es gäbe auch sogenannte Freundinnen-Klos 😀. Wir teilten uns die Kabine allerdings nur fürs Foto und suchten dann getrennte Etablissements auf 😂...


Nachdem wir im Luftburg-Restaurant mehr als nur satt geworden waren, unternahmen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang entlang der Prater Hauptallee. Diese wird gesäumt von Rosskastanienbäumen - ich habe sie euch in einem früheren Posting zur Zeit der Kastanienblüte gezeigt. 
 
In normaleren (Pandemie-freien) Zeiten kamen in diese (weltweit einzigartige) Kastanienallee alljährlich zur Blütezeit zahlreiche Touristen, um diese Pracht zu erleben. Traurigerweise leiden auch die Prater-Kastanienbäume sehr unter der Miniermotte, weshalb ihre Blätter früher braun werden als die von anderen Laubbäumen. (Seht euch noch einmal die Luftaufnahme in der 6. Collage an...) Dennoch wirkte die Allee stimmungsvoll und passte gut zu diesem schönen Herbsttag.
 
 
 
Wir spazierten bis zum Praterstern - und von dort fuhren wir mit der U-Bahn bis zu unserem nächsten Ziel. Denn was ist eine Wien-Reise, wenn man Sisi und Franzl nicht besucht hat nicht in Schönbrunn gewesen ist?  Über unseren Besuch in diesem schönen Schlosspark, mit dem ich auch einige Kindheitserinnerungen verbinde, erzähle ich euch demnächst im zweiten Teil!
 
☀️☀️👼☀️☀️
 
Nun danke ich euch noch herzlich für all eure lieben Kommentare zum 3. Teil meines Italien-Reiseberichts - Toskana - Ankommen und Einleben. Auch von dieser Reise werde ich euch schon bald wieder mehr schildern (ich weiß noch nicht, in welcher Reihenfolge, es gibt ja bei uns immer wieder neue tolle Erlebnisse, ich komme kaum nach mit dem Erzählen...)
 
 
Fotos: 
teilweise von Tina oder Uwe, teilweise von Edi oder mir

 Auf bald und 

herzliche November-Grüße,
🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


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Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,

Freitag, 22. Oktober 2021

Oktoberfreuden, Oktoberfarben

Servus ihr Lieben!

Vielen Dank fürs Vorbeischauen und Kommentare-Hinterlassen bei meinem neuesten Italien-Reiseberichts-Kapitel - Ferrara! Heute geht es mit einem bunten Oktober-Sammelsurium weiter. Die Fotos stammen von meinen bzw. unseren Spaziergängen, Walkingrunden und Radelpartien der letzten Zeit, ergänzt durch Oktoberbilder aus unserem Garten.

Hier unten seht ihr z.B. einen Teil unserer Karotten-Ernte 2021, unsere Herbst-Himbeeren Autumn Bliss, Lampionblumen, Ringelblumen sowie die rot verfärbten Blätter vom wilden Wein aus unserem Garten. Die pink-orangen Früchte der Pfarrerkapperl (= Pfaffenhütchen, Spindelstrauch, Euonymus europaeus), die Hagebutten und den Kürbis habe ich bei diversen Oktober-Ausflügen fotografiert. 

 

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Für alle, die meine Outfit-Mixturen gern sehen, kommt hier eine Kombination in Orange- und Rottönen, passend zur obigen Collage. (Alle Teile sind schrank-geshoppt, und sowohl das Kleid als auch die Jacke und die Hose habe ich vor ein paar Jahren in der Waschmaschine selbst gefärbt.) Mit diesem Kleidungs-Mix - und mit einigen der folgenden - bin ich auch noch einmal bei der [BLOGPARADE] Die Farben reifer Früchte - ue30blogger & friends dabei!

Zum Einkaufen trug ich dann nicht die schwarzen Crocks, sondern meine taupefarbigen Stiefletten - die müsst ihr euch 
einfach dazu vorstellen 😉.
 
Ganz ohne mein Zutun hat sich - wie in jedem Jahr - unser Felsenbirnbaum (Amelanchier) verfärbt. In der folgenden Collage links oben seht ihr, wie er Anfang Oktober ausgesehen hat - zu diesem Zeitpunkt waren nur einige wenige Blätter rötlich angehaucht - mittlerweile schmückt er sich mit schönstem Rot-Orange. Leider dauert diese Phase nur bis zum ersten Herbststurm, doch spätestens im nächsten Frühling wird er sich wieder in wunderbare weiße Blüten hüllen und im Sommer hoffentlich viele Früchte tragen, die sowohl uns als auch den Vögeln in unserem Garten schmecken.

Der Herbst kann wundervolle Rottöne - aber nicht nur die. In unserem Garten zeigen sich Astern und Malven im schönsten Lila, während der Farbton des Lavendels schon verblasst und somit sehr zartviolett ist. Der roten Libelle (Blutrote Heidelibelle oder eine ihrer Verwandten?) macht das nichts aus. Bei einem Spaziergang begegnete mir ein Strauch, dessen Blätter zwischen weinrot und blauviolett changierten. Manche Sträucher hingegen schmücken sich mit blauschwarzen Beeren. Und die Zwetschken, die von einem Baum in einem der Nachbargärten fielen, zeigten Töne von pflaumenblau bis braunviolett.

Familientreffen im Oktober:
Auch mein Kleiderschrank hat verschiedene Blautöne zu bieten. Dieser Zweiteiler von Gudrun Sj*den leistet mir bereits seit 2017 gute Dienste, und er vereint außer sehr dunklem und sehr strahlendem Blau auch verschiedene rötliche und grünliche Blautöne in seinem Muster. Die rote Namibia-Kette und das rote Stretch-Gürtelband bilden einen schönen Kontrast dazu. Auch meine Socken sind übrigens dunkelblau mit roten Sternen. 

Dieses Mix trug ich zu einem sehr netten und relativ großen Treffen der nahen Verwandtschaft; neben Edi und meiner Tochter sowie ihrem Freund Michi waren auch mein Bruder und seine Frau sowie meine drei Neffen und deren Familien anwesend. (Insgesamt waren wir 17 Personen, davon 5 Kinder, plus ein Baby-im-Bauch 🥰.) Bei dieser Gelegenheit hatte ich dann wieder Stiefletten an, und zwar meine üblichen taupefarbigen 😊.

Der Himmel bot und bietet in diesem Oktober zuweilen reinstes Azurblau, doch er kann auch anders:

Zu einem Radausflug trug ich abermals das Oberteil vom Gudrun-S.-Zweiteiler, diesmal gepaart mit schwarzen Leggings und einem unters Shirt gezogenen turkisfarbigen Minikleidchen. Zu diesem Mix passten, wie ich fand, der Blauton des Himmels und das gelbe Senffeld hervorragend.

Erfreulicherweise bieten die Senffelder den Bienen noch reichlich Nahrung. Und auch den Augen tun frische, sonnige Gelbtöne gut:

Da musste ich mich doch gleich in einen Mix aus gelb und grün hüllen! Auch hier ist wieder alles schrank-geshoppt. Das Shirt besitze ich schon seit geschätzten zehn Jahren, die goldgelbe Jacke und die olivgrüne Hose seit 2017, das Stirnband seit dem letzten Frühjahr.

Hier seht ihr weitere Oktober-Impressionen aus dem Rostrosen-Leben in herbstlichen Farbtönen:
 
Nicht nur der Raps tut späten Bienen gut, auch die Efeu-Blüten werden gern von ihnen besucht!

Die Ziegen und Schafe begegneten mir bei einem Spaziergang mit Herrn Rostrose. Das kleine Ei-Gelege, das ihr in der folgenden Collage oben mittig seht, entdeckte ich, als ich von zwei aufeinanderliegenden Kunststoffsäcken mit Erde einen anhob. Bei den transparenten Eiern handelt es sich um das Gelege eines Tigerschnegels

Da diese Tiere als natürliche Feinde der Roten Wegschnecke gelten, versuche ich sie in unserem Garten zu fördern. Ich habe die Eier daher vorsichtig in einen Blumentopf-Untersetzer getan und den vorerst nicht benötigten, noch vollen Erdsack zum Schutz darauf gelegt... Somit sollte ein ähnlicher Wärmepolster entstanden sein wie durch die beiden überenanderliegenden Erdsäcke... Ob aus diesen Eiern tatsächlich noch kleine Schnegel schlüpfen können, weiß ich aber leider nicht....

Manche der Ziegen sind schwarz-weiß-gemustert - das kann ich auch! 🐐😄 Abermals sind alle Keidungsstücke schon lange bei mir - und hier trage ich auch endlich die oben schon mehrmals erwähnten (ebenfalls alten) Stiefletten 😉:

Hier kommen nun ein paar Türen und Tore, die ich für Nova gesammelt habe:

 

 

"Letschosagne" und amerikanische Clam Chowder-Suppe:
In der folgenden Collage seht ihr unter anderem zwei Speisen, die es im Oktober bei uns gab. Leider habe ich beide Male keine tollen Food-Fotos gemacht, sondern nur schnelle Handy-Fotos, weil der Hunger schon zu groß war. Nachdem es sich jedoch bei beiden Speisen um Gerichte handelt, bei denen ich etwas verwendet habe, das bei uns im Garten wächst, und weil uns beides sehr gut geschmeckt hat, möchte ich euch darüber erzählen:

Das Wort Letschosagne setzt sich aus "Letscho" und "Lasagne" zusammen und ist eine Erfindung von mir. Es handelt sich dabei um ein typisches Rostrosen-Reste-Essen. Zwei Tage vorher hatte es bei uns Letscho mit Paradeisern aus dem eigenen Garten, scharf gewürzte Puten-Naturschnitzel und Kartoffelpuffer gegeben. Und am Vortag hatten wir gebackene Bio-Champignons mit Sauce Tartare. Beide Male war etwas übrig geblieben. Doch Lebensmittelverschwendung kommt für uns nicht in Frage. Meistens werden Reste bei uns "vergröstelt", also die festen Bestandteile werden klein geschnitten und gemeinsam angeröstet, manchmal schlagen wir auch noch Eier darüber. Zuweilen überlege ich mir aber auch kreativere Lösungen. Manche Reste eignen sich dazu, dass man sie mit Hilfe von Gewürzen z.B. asiatisch oder mexikanisch anlegt, manchmal wird ein Auflauf daraus, aus Saucenresten werden oftmals Suppen...
 
Kurzrezept Letschosagne:
Die Reste vom Fleisch, den Kartoffelpuffern und den gebackenen Champignons wurden klein geschnitten und mit dem Letscho vermengt. Aus den Resten vom Mehl (hatten wir zum Pilze-Panieren gebraucht) sowie Milch und Butter bereitete ich eine Béchamelsauce und gab dann auch noch die Reste vom Ei dazu (war ebenfalls beim Panieren übriggeblieben). Und dann schichtete ich wie bei "normaler" Lasagne zuerst die Letscho-Mischung, dann Lasagneblätter, dann nochmal die Letscho-Mischung, darüber eine Schicht Béchamelsauce, ... - auf diese Weise Schicht für Schicht die Form füllen. Dick mit geriebenem Käse bestreuen (oder mit Käseresten belegen 😉), ab ins Rohr und genau so lange backen wie jede "normale" Lasagne (bei ca 180 bis 200 °C ca. 30 - 40 Minuten).

Clam Chowder ist eine cremige Muschelsuppe, die wir in Kalifornien kennen- und lieben gelernt haben. Sie schmeckt nicht nur Menschen, die auf Muscheln stehen! Hier kommt ihr zum Grundrezept; wir verwendeten dazu Miesmuscheln aus dem Glas, Kartoffeln und Kräuter aus dem eigenen Garten und aus Italien mitgebrachten Rohschinken - war köstlich! Ich stelle unsere Zubereitungsmethode bei meinen Rezepten ein - und zwar HIER - und biete auch eine vegane Variante an!

Grannydecke:
Anfang Oktober war ich mit dem Häkeln der Granny-Squares fertig und konnte schon mal ein passendes Muster auf dem Teppich auslegen. Dann packte ich die einzelnen Reihen zusammen und nummerierte sie. Mittlerweile bin ich schon ein gutes Stück weiter: Ich muss nur noch einen Rand häkeln und die Fäden vernähen (davor graut mir ziemlich!). Tja, und nun darf das Kleine einfach nicht kommen, bevor ich das geschafft habe 😉😆 
 
Das fertige Ergebnis werde ich euch natürlich bei Gelegenheit zeigen. Jedenfalls bin ich extrem stolz auf mich, dass ich (als ziemlicher "Handarbeits-Troll") es geschafft habe, so weit zu kommen. Ihr könnt mir glauben, dass diese Decke ein Akt der wahren Liebe zu meiner Tochter und ihrem noch ungeborenen Baby ist. (Als ich die Decke nur für mich selbst häkeln wollte, habe ich nach einiger Zeit einfach aufgegeben, doch diesmal bin ich standhaft dran geblieben und habe ganz viele liebevolle Gefühle mit eingehäkelt.)

Blüh-Hügel:
Auch im Garten war ich fleißig und habe für den kommenden Frühling vorgesorgt - Dank meiner Freundin Brigitte! Als wir im vergangenen Juni im Museumsdorf Niedersulz waren, bemerkte sie nämlich meine Begeisterung für die herrlichen Frühsommer-Beete und ganz besonders für die dort gepflanzten romantischen gefüllten rosa "Foxtrott"-Tulpen (eine spät blühende Sorte). Und so machte sie mir im September - kurz vor unserer gemeinsamen Urlaubsreise - ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk (damit ich sie mir nicht selber kaufe 😉): einen ganzen Korb voll mit Narzissen-, Zierlauch- und Tulpenzwiebeln, darunter auch von besagten Foxtrott-Tulpen, sowie ein Paket mit Samen von bienenfreundlichen Sommerblumen! 😍

Der Blüh-Hügel im Wandel der Zeit - unten rechts der  "Haufen" der gerodeten Nachtkerzen (die es sogar schaffen, sich 
gegen Minzepflanzen durchzusetzen)... 

Bevor ich mit dem Zwiebel-Setzen beginnen konnte, musste ich den Hügel aber erst roden. Denn im vergangenen Sommer war er von den schönen (und essbaren!), aber sehr ausbreitungsfreudigen Rosa Nachtkerzen (Oenothera speciosa) regelrecht überwuchert worden (siehe Fotos vom Juni in der oberen Collage). Im August zeigten sich nur noch vereinzelte Blüten, und im Herbst war der Hügel hauptsächlich grün. Auch schön, aber ich will ja einen blühfreudigen Garten! Die Nachtkerzen werden vermutlich wiederkommen (und da ich sie hübsch finde, ist das auch in Ordnung), doch ich hoffe, die  Tulpen & Co. können im kommenden Frühjahr dennoch durchstarten!

Pink Friday in Wien:
Viele von euch kennen meine Blogfreundin Tina vom Blog TinasPinkFriday. Und manche von euch wissen auch, dass Tina und ich einander schon zweimal getroffen haben, obwohl Tina in Mannheim lebt und ich in der Nähe von Wien. Aber was ist schon eine Distanz von rund 720 Kilometern? 
 
Bei unserem ersten Treffen machten wir es sowieso ganz clever, flogen beide nach Bangkok und trafen uns dort 😁 (Nunja, ganz so war es natürlich nicht - wenn ihr genauer wissen wollt, wie unsere Begegnung am anderen Ende der Welt zustandekam, lest bitte einfach meinen Beitrag von 2018 - Blaugrünes Wunder - oder asiatisches Überraschungs-Bloggertreffen.) Bei unserem zweiten Treffen hatten wir es beide nicht ganz so weit, das fand nämlich in München statt. (Für mehr Informationen und spaßige Unterhaltung könnt ihr euch meinen Blogbeitrag von 2019 durchlesen: Der München-Krimi - "zwielichtige" Tage mit den ue30-Bloggerinnen.) 
 
Damals in München entstand auch die Idee, schon bald ein weiteres ue-30-Bloggertreffen durchzuführen, und zwar in Wien. Dann kam aber Covid-19 dazwischen... und alles stand still. Inzwischen gibt es die Möglichkeit, sich gegen Covid impfen zu lassen, aber leider wird sie nicht ausreichend genützt. Und deshalb ist die Welt noch immer nicht so richtig in die Gänge gekommen 😷😷😷.

Tina und ihr "Göga" (Kurzform von "Göttergatte" 😊) Uwe wollten letztendlich nicht so lange warten, bis das größere Bloggertreffen stattfindet - und planten für Oktober 2021 kurzerhand einen Städtetrip nach Wien ein. Was für eine wunderbare Idee! Und natürlich wollten wir uns auch da mit den beiden treffen! Also wurden Kalender gezückt und Wetterprognosen abgefragt - und letztendlich entschieden wir uns für ein Treffen am Freitag, dem 15. Oktober 2021. Und machten uns bei perfektem Wetter 🌞 zu viert einen wunderschönen, lustigen und genussreichen Tag! Natürlich werden wir beide darüber berichten - und Tina hat ja außerdem in Wien noch einiges anderes erlebt, von dem sie in ihrem Blog erzählen wird - hier vorerst nur eine kleine "Teaser-Collage" von unserem gemeinsamen "Pink Friday" 💟😊💟:

Edi als Mönch im TV:
Ihr Lieben, ich bin schon fast am Ende meiner Schilderungen vom bisherigen Rostrosen-Oktober angekommen. Nur einen "Hinweis in eigener Sache" habe ich noch, der den Zeitraum Ende Oktober bis Anfang November 2021 betrifft: 

Wie ihr vielleicht wisst, arbeiten mein Mann und ich seit Jänner 2020 immer wieder mal als Komparsen bei Filmen und Fernsehserien mit. Im Dezember 2020 erzählte ich euch HIER, dass Edi vier Tage lang als Mönch beim Dreh der historischen Krimiserie "Vienna Blood" mit dabei war. Einige von euch wollten wissen, wann die Serie ausgestrahlt wird.

Nach fast einjähriger Wartezeit ist es endlich so weit (juhu!): Die zweite Staffel von Vienna Blood geht vom 30.10. bis 1.11. auf Sendung - zumindest im Österreichischen Fernsehen. (Allerdings wird die Serie bald auch in vielen anderen Ländern zu sehen sein.) Also, wenn ihr den ORF reinbekommt: Der Teil mit den Mönchen heißt "Vor der Dunkelheit" und wird am 1. November 2021 um 20.15 Uhr in ORF2 gezeigt. HIER könnt ihr mehr zu den drei Folgen dieser Staffel lesen.

Wir sind schon sehr neugierig, wie viel man von Edi sehen wird. Er müsste in mehreren Szenen in Erscheinung treten, u.a. beim Singen und Beten in der Kirche und beim Essen der Klostersuppe. Aber er musste auch einen Schrank ein- bzw. ausräumen - ich denke, da wird er im Hintergrund "herumwuseln" - und eine Frau zur Beichte bitten. Jedenfalls werden wir die Sendung aufnehmen, um sie immer wieder ansehen zu können (auch in Zeitlupe 😄). Das wird aufregend, denn bisher haben wir noch keinen Film und noch keine Serie gesehen, wo wir mit dabei waren! 

 

Nun wünsche ich euch noch angenehme weitere Herbsttage!

 Auf bald und 

herzliche Oktober-Rostrosengrüße,
🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,