Mittwoch, 25. Januar 2023

Manchmal kommt es anders ...

... als geplant!


Servus Ihr Lieben!
 ❄️❄️❄️

Wäre alles nach Plan gelaufen, dann hätten mein Mann und ich heute zusammen mit unseren Freunden Helga und Michael eine Schneeschuhwanderung in den Steirischen Bergen unternommen. Abends hätten wir mit Helga (die einst meine Arbeitskollegin war) ihren 61. Geburtstag gefeiert und eines der absolut köstlichen Abendessen im Hotel Grimmingblick genossen. Dort machten wir nämlich seit dem vergangenen Freitag gemeinsam Urlaub (und wir waren keineswegs zum ersten Mal dort - KLICK).

 

 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]


"Halbierter" Skiurlaub:
Doch leider fühlte sich Herr Rostrose bereits am Samstag nicht wohl und verzichtete deshalb aufs Skifahren. Zum Glück konnte ich mir Michael von meiner Freundin "ausleihen" und so hatte ich auf der Piste nette Gesellschaft. (Helga hatte schon vor der Abreise beschlossen, ihre Skier daheim zu lassen, da sie keine Kondition hat.) Auch am zweiten Tag fühlte sich Edi nicht fit genug für die Skipiste. Er hatte die ganze Nacht gehustet - auch ich hatte nicht viel Schlaf bekommen. Aber wenn mich "der Schnee ruft", bin ich bereit - selbst wenn es neblig ist und die Pistenverhältnisse eher "durchwachsen" sind.

⛷️❄️ Am Montag, dem dritten Tag, schien endlich die Sonne und Edi beschloss, mit Michael und mir auf die Piste zu gehen, da er sich bereits besser fühlte (oder zumindest glaubte, dass er auf dem Weg der Besserung sei). Wir drei hatten so lange Spaß, bis ich feststellte, dass eine meiner Anoraktaschen offen ist und dass meine Geldbörse fehlt. Ich wusste nicht, ob ich sie verloren oder im Hotel vergessen hatte, aber da die Börse auch diverse Karten (Bankomatkarte, Kreditkarte, Führerschein) enthalten hatte, wollte ich lieber ins Hotel zurück und nachsehen. Trotzdem es so ein schöner Skitag war, meinten auch die beiden Männer, sie wären genug gefahren und begleiteten mich ins Hotel - wo ich meine Geldtasche glücklicherweise fand. (Ich hatte sie wohl in einem Anfall geistiger Verwirrung auf mein Nachtkästchen gelegt.)

 

Obwohl wir also nur etwa zwei Stunden auf der Piste gewesen waren, wurde Edis Gesundheitszustand danach leider wieder schlechter 🤧🤒. Übrigens ist es laut Test kein Covid und auch der Arzt von Bad Mitterndorf meinte, es hätten jetzt einfach viele Menschen einen grippalen Infekt. Er ist allerdings von besonders hartnäckigem Husten begleitet. Das war vor allem nachts ein Problem, denn Edi konnte vor lauter Husten (oder dem Versuch, seinen Husten zurückzuhalten) nicht schlafen und ich konnte nicht schlafen, weil sein Husten so laut war und er dabei die Matratze des Hotelbettes so in Schwingung gebracht hat... 😵‍💫 Erhöhte Temperatur hatte er auch wieder. Wir kamen zu dem Schluss, dass er sich daheim besser erholen kann und mussten daher unseren Skiurlaub schweren Herzens abbrechen 😩🎿...

Das "Suppe-des-Tages"-Schild entdeckte ich in einer der Berghütten 😉 - die Leckereien und den Vitamin-Drink gab's im Hotel Grimmingblick.
 
Blühende Amaryllis:
Ich versuche ja, den Dingen möglichst etwas Positives abzugewinnen. In diesem Fall führte unsere verfrühte Heimkunft immerhin dazu, dass wir die Amaryllis, die ein Weihnachtsgeschenk von Wolfgang war, in voller Blüte erlebten. Ich hatte die Pflanze vor unserer Abreise unserer Nachbarin Jasmine gegeben, damit zumindest sie etwas von der Blüte hatte und sie schickte uns von daheim schöne Blütenfotos. Aber nun konnten wir (und können wir immer noch) die Amaryllis "live" erleben.

Natürlich ist es auch noch positiv, dass Edi und ich in der ersten Nacht bzw. am ersten Tag  daheim zumindest ein bisschen mehr Schlaf als im Hotelzimmer bekamen und Erkältungsbäder nehmen konnten. Die Medikamente vom Bad Mitterndorfer Arzt helfen vorläufig allerdings nur bedingt - ich denke, wir werden da noch einige Geduld benötigen.

Meisenbesuch und neuer Softshellmantel:
Aber immerhin kann ich euch somit ein paar Fotos zeigen, die noch in meinem Computer-"Archiv" schlummerten. Beispielsweise hatte ich am 19. Jänner mein Handy griffbereit, als eine Kohlmeise zu unserem Futterspender kam, und es gelangen mir ein paar halbwegs brauchbare Fotos durch die Terrassentür samt Fliegengitter.
 
Auch von meinem neuen Mantel gibt es ein Gartenfoto. Schon lange habe ich nach einer halbwegs schicken Allwetter-Lösung gesucht, die möglichst auch noch umweltfreundlich ist. Da kam mir der umweltschonend (auf Pflanzensamen basierend) imprägnierte, Wind und Wasser abweisende und atmungsaktive, leuchtend orange-rote Mantel von Tch*bo gerade recht - und Prozente gab's auch noch darauf!


Ausflug nach Tschechien: 
Das neue Mäntelchen trug ich dann auch gleich bei einem Ausflug in die südmährische Stadt Mikulov (zu deutsch: Nikolsburg) mit unseren Freunden Brigitte und Peter am 17. Jänner. Mikulov liegt direkt an der Grenze zu Niederösterreich und nicht weit vom Wohnort unserer Freunde entfernt, also waren die beiden schon häufig dort gewesen und wollten uns sowohl die historische Altstadt als auch die sehenswerte Umgebung zeigen.


Zuerst zeigte uns Brigitte einen kleinen See, bei dem man oft auch Vögel antreffen kann. Leider war das bei unserem Besuch nur bedingt der Fall - wir sahen bloß eine einsame Stockente. Und aufgrund der geringen Regenfälle im letzten Jahr ist der Pegelstand des Sees stark zurückgegangen...

Danach wanderten wir auf den Svatý kopeček (übersetzt: Heiliger Berg), auf dem es auch eine schöne weiße Kirche  - St. Sebastian - mit 14 Kreuzwegstationen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen gibt. Für weitere Informationen klickt bitte auf den obigen Link.

Vom Heiligen Berg aus hat man auch einen guten Blick auf die Altstadt von Mikulov mit dem Schloss und der St. Wenzels-Kirche.

Himmelsblicke über Mikulov

Ein paar Türen und Tore in Mikulov

Auch in der folgenden Collage könnt ihr Türen sehen - und außerdem Wandmalereien. Genau genommen handelt es sich bei dem grau-weißen Haus nicht um Malerei, sondern um Sgraffito - das ist eine besondere Dekorationstechnik, bei der verschiedenfarbige Putzschichten aufgebracht und Teile der oberen Putzschicht wieder abgekratzt werden, wodurch Muster oder Bilder entstehen. Die Technik wurde besonders im Italien und Böhmen des 16. Jahrhunderts benutzt.

Apropos: Der tschechische Dichter Jan Skácel nannte Mikulov einst "ein Stückchen Italien, das durch Gotteshand nach Südmähren gebracht wurde". Und ich denke, damit hatte er nicht unrecht.

Auch was die Esskultur betrifft, braucht sich die tschechische Küche keinesfalls vor der italienischen zu verstecken - und es gibt hier außerdem hervorragendes Bier. In einem Bistro namens Drogerka, das offenbar in einer alten Drogerie untergebracht ist und zugleich sehr hipp wirkt, aßen wir zu Mittag, und die Ente in Kürbissauce war ganz besonders köstlich. Später gönnten wir uns auch noch Kaffee und Kuchen im Cafe Dolce Vita - ebenfalls sehr lecker.

Tja, ich würde mal sagen, wir leben WIRKLICH in interessanten Zeiten...

Aber bevor es soweit war, unternahmen wir auch noch einen Spaziergang durch den Schlosspark, dann hinauf zum Pulverturm am Gaisberg (der aber nur besichtigt werden kann, wenn oben die Fahne gehisst ist) und dann vorbei an der alten Synagoge und dem jüdischen Friedhof (die beide geschlossen waren).

Die Kollegiatskirche St. Wenzel hingegen konnten wir besichtigen. Schon im 12. Jahrhundert wurde an dieser Stelle eine Kirche erwähnt. Der heutige Bau wurde ab dem 15. Jahhundert errichtet und mehrmals umgebaut.

Auf dem Rückweg zu Peters und Brigittes Auto kamen wir auch noch an dieser alten Linde vorbei. Leider konnten wir das Schild nicht lesen (in Mikulov sind nur sehr wenige Schilder zweisprachig); mittlerweile habe ich zumindest herausgefunden, dass dieser Baum neben einem Grabmal gepflanzt wurde und dass die Linde der tschechische Nationalbaum ist...


Kino-Outfit:
Nun habe ich noch ein  (schrank-geshopptes) Outfit für euch, dass ich so am 9. Jänner trug. An diesem Tag hatten wir ein recht dichtes Programm. Unter anderem verbanden wir diverse Besorgungen mit einem Kinobesuch (wir sahen uns Avatar 2: The Way of Water an; gefiel uns gut - vor allem die Unterwasserbilder waren herrlich! - hätte aber durch Eindampfung der Kampfszenen gut und gerne um eine halbe Stunde kürzer ausfallen können) und gönnten uns außerdem ein asiatisches Mittagessen.

 

So viel also zu den neueren und älteren Nachrichten aus Rostrosenhausen. Demnächst geht es weiter mit meinem Costa-Rica-Reisebericht - denn nun möchte ich euch natürlich noch unsere verschiedenen Urlaubsorte und Ausflüge vorstellen! Bleibt nur zu hoffen, dass Edi mich nicht angesteckt hat, damit ich fit genug für weitere Kapitel bin! Und drückt bitte meinem lieben Mann die Daumen, dass es ihm bald wieder besser geht!



Fotos: Herr und Frau Rostrose sowie unsere Freundin Brigitte

Alles Liebe, 

eure   T  r  a  u  d  e

Rostrose auf Facebook



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 
 


Montag, 16. Januar 2023

Costa Rica - 3. Kapitel: Was sollte man sonst noch wissen ...

... wenn man nach Costa Rica reisen möchte oder sich für Land und Leute interessiert?

 

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022


Hola, liebe virtuelle ReisegefährtInnen,...

 ... in meinem vorigen Post habt ihr Einblick in unsere Costa-Rica-Reise erhalten - in unsere Route und wo wir die Reise gebucht haben, in welchen Hotels wir wohnten etc. - und ihr habt auch die einzige große Schattenseite dieser Reise kennengelernt, nämlich die Flug-Probleme. (Übrigens, um es noch einmal zu erwähnen: Das Reisebüro hatte mit den Flügen nichts zu tun, diese haben wir extra gebucht.) 

Heute möchte ich noch ein paar Ergänzungen anbringen, die euch das Land noch ein bisschen näher bringen und vielleicht auch die eine oder andere unangenehme Überraschung verhindern können. 
 

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

 
Klima:
Costa Rica hat sechs verschiedene Klimazonen, für Abwechslung ist also gesorgt 😉. Sofern ihr mehr darüber wissen wollt, klickt bitte HIER. Da wir mehr oder weniger durchs ganze Land reisten, hatten wir Kleidung für feuchtheiße und für kühle Gegenden dabei - und auch außerhalb der Regenzeiten ist unter Umständen Regenschutz nötig. Wir brauchten ihn zwei- oder dreimal. Falls ihr nicht nur einen Strandurlaub plant, sind feste (am besten wasserdichte) Schuhe wichtig. (Und ehrlich gesagt fände ich es extrem schade, in diesem Land nur am Strand zu liegen.)

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Hauptreisezeit in der Trockenzeit liegt - zwischen Dezember und April. Wir sind allerdings nicht unbedingt Hauptreisezeit-Reisende. Unser Urlaub fand von November bis Dezember statt, also am Ende der Regenzeit bzw. am Beginn der Trockenzeit. In dieser Übergangsphase sind die Hotels noch etwas preisgünstiger, die Touristenziele weniger überlaufen und die Chance lebt, dass das Wetter trotzdem passabel ist. (Dasselbe gilt für die Übergangsphase im April / Mai.) In Zeiten des Klimawandels gibt es ohnedies noch weniger Wettersicherheit als früher. Wir haben noch einige nasse Stunden erlebt, aber größtenteils hatten wir Glück mit dem Wetter.
 
 
Sprache:
Wir sind davon ausgegangen, dass zumindest im touristischen Bereich jeder Tico Englisch versteht, aber wir mussten die Erfahrung machen, dass manche Fahrer, die uns von einem Hotel zum nächsten brachten (oder zu Ausflugszielen) nur spanisch konnten
 
Zwar habe ich 2014 (vor unserer Kuba-Reise) über zwei Semester einen Volkshochschul-Spanischkurs absolviert und kurz vor der Reise eine kleine Online-Auffrischung *), aber das alles reicht wirklich nur für die einfachsten Unterhaltungen - manchmal wäre es sinnvoll gewesen, besser spanisch zu können... 

*) Was ich übrigens bei den Online-Angeboten vermisse, sind Sprachkurse, die sich vor allem auf die Anliegen von Reisenden konzentrieren.
 
Währung:
Die offizielle Währung in Costa Rica ist der Colon. Ihr könnt euch HIER die wunderschönen, bunten Geldscheine ansehen und einiges mehr über die Währung erfahren. 
 
Allgemein haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch US-Dollars gerne genommen werden und dass man an den meisten Orten mit Kreditkarte bezahlen kann. Costa Rica ist übrigens kein "billiges" Reiseland, auch wenn ich mir habe sagen lassen, dass es einen "Zahnbehandlungstourismus" aus den USA gibt, der oftmals auch gleich mit einer Reise durchs Land verknüpft wird. Die Restaurantpreise sind mit jenen in Europa vergleichbar; die kleineren "Sodas", die auch gern von Ticos besucht werden, sind aber günstiger. Damit kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt:
 
Mitte: Der Zuckervogel oder Babanaquit ist ein Sperlingsvogel


Essen und Trinken:
Meinen ersten näheren Kontakt mit costa-ricanischen Speisen hatte ich im Jahr 2014. Damals gab es nämlich eine nette Bloggerin aus Wien namens Maje, die zwei Costa-Rica-Kochbücher von ihrer Reise mitgebracht hatte und eines davon gern mit einer anderen Bloggerin tauschen wollte. Ich bot ihr zwei indische Ketten an und der Deal war perfekt. Hier ist der (in eine Art "absurden Krimi" verpackte) Blogbeitrag dazu: Costaricanisch-indische Tauschgeschäfte.  

Maje erzählte in ihrem Blog, dass die Nicoya Halbinsel in Costa Rica zu den fünf Blue Zones zählt. Das sind Gegenden, in denen die Leute überdurchschnittlich alt werden. Sie schrieb: "Natürlich liegt das in erster Linie am Essen (möglicherweise auch daran, dass die Leute dort so gechillt sind und an der schönen Gegend, dem Meer und der Sonne... aber vielleicht doch AUSSCHLIESSLICH am Essen) ;-)"

Wir wussten also, dass das Essen in Costa Rica ziemlich gesund ist, und dem Kochbuch konnten wir entnehmen, dass es große Ähnlichkeiten mit der jamaicanischen und kubanischen Küche und auch Überschneidungen mit mexikanischem Essen gibt. All das durften wir schon vor Ort verkosten und mochten es. Scharf ist die costa-ricanische Küche nach unserer Erfahrung nicht, aber es gibt ergänzende scharfe Saucen.
 
Als Nationalgericht gilt Casado. Dieses Gericht besteht im Wesentlichen aus Reis, Bohnen, Fleisch oder Fisch und Gemüse bzw. Salat. Das Wort "casado" bedeutet "verheiratet", denn - so sagt man in Costa Rica - wenn eine Frau in der Lage ist, ein gutes Casado zu kochen, dann ist sie auch bereit für die Ehe 😉.*) Zumeist gibt es recht üppige Gemüse- oder Salatbeilagen, ich denke, das ist ein Teil des Gesundheits-Geheimnisses. Die Gerichte waren auch überwiegend schmackhaft. Was uns ein bisschen fehlte, war die "persönliche Note" oder die Abwechslung - aber wie sagte Andres - einer unserer Guides - so treffend? "Man kommt nicht wegen des Essens oder der Kultur nach Costa Rica, man kommt wegen der Natur."
 
Beim Frühstück mussten wir uns erst mal daran gewöhnen, dass es sogar bei Buffets zumeist weder Wurst noch Schinken gab (bzw. Schinken gab es nur als Zutat zu Omelettes) und auch maximal zwei Käsesorten und eine eher kleine Auswahl bei Müslis oder süßem Frühstück. Der "Klassiker" des Costa-ricanischen Frühstücks ist Gallo Pinto (zu deutsch Gefleckter Hahn), eine Speise aus Reis, schwarzen Bohnen, Koriander und diversen anderen Gewürzen. Dazu gibt es meist Eier in unterschiedlichen Zubereitungsversionen, gebratene Kochbananen (die liebe ich!), Sauerrahm und einen Mozarella-artigen Frischkäse. Ich freute mich ganz besonders, wenn es ein reichhaltiges Früchteangebot gab (was meistens der Fall war). 
 
Vegetarier finden in Costa Rica bestimmt ihr Auslangen (und vermutlich auch Veganer, wenn sie gewisse Beilagen auslassen).
 
*) HIER ist der Link zu einem von vielen Casado-Rezepten. (Anstelle einer Kochbanane könnt ihr auch eine unreife bzw. noch relativ harte "normale" Banane verwenden.)  
 
Die Getränke in dieser Collage sind mein Ticket zum Linkup T Stands For Tuesday 🍷🥤🍻🥂🍹🥛

Wasser kann man in Costa Rica fast überall problemlos aus der Leitung trinken, nur an der Karibikküste wird das nicht empfohlen. Hier gab es aber Wasserspender in den Restaurants, wo man mitgebrachte Flaschen jederzeit frisch auffüllen konnte. So erspart man der Welt viele Plastikflaschen.
 
Sonst habe ich mich bei den Getränken hauptsächlich an das costa-ricanische (sehr gute) Imperial-Bier gehalten und Herr Rostrose z.B. an Limonade. Zwischendurch gab's auch diverse exotische Fruchtsäfte und einmal einen Cocktail. Wein hat hier wenig Tradition und ist daher recht teuer. Der Costa-Rica-Kaffee ist zu Recht sehr beliebt, er schmeckte uns ausgezeichnet. 
 
Um allfälligen Magen-Darm-Reaktionen vorzubeugen, nehmen wir seit unserer letzten Indienreise (die in diesem Punkt problematisch war) Omni-Biotic-Reise, also  speziell entwickelte Reise-Probiotika, welche die Darmflora unterstützen, somit hatten wir in Costa Rica keine derartigen Probleme. 

Nichtraucherschutz:
Nicht nur in Sachen Essen und Natur setzt man in Costa Rica auf Gesundheit, auch der Nichtraucherschutz wird hier sehr ernst genommen. Das bedeutet umgekehrt: Raucher haben es schwer in Costa Rica. Das Land strebt nämlich an, rauchfrei zu werden, also wurden die Raucher-Regeln während der letzten Jahre extrem verschärft. Zum Glück sind sowohl mein Mann als auch ich seit Jahrzehnten Nichtraucher! 
 

In zahlreichen Hotels und Lodges gilt am ganzen Gelände Rauchverbot, ebenso in Lokalen, Mietautos, Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln, Büros, Toiletten etc… und es ist außerdem verboten, spezielle Raucherzonen einzurichten. (Doch in manchen Lodges gab es dennoch Raucherbereiche.) Auf der Straße ist Qualmen zwar nicht verboten, wird aber nicht gern gesehen… und das Entsorgen von Zigarettenstummeln darf dort natürlich nicht stattfinden. Das Entsorgen von Kippen in der Natur ist ein echtes No-Go (und zwar nicht nur in Costa Rica!). Bleiben also eigentlich nur private Haushalte, doch für Touristen wird’s schwierig. Wir haben während unseres Urlaubs übrigens kaum rauchende Menschen erlebt. (Manchmal ist uns allerdings von irgendwoher ein Duft um die Nase geweht, der eher an Jamaica erinnerte 😉.)

Häuser und Wandmalereien:
Wenn man durch Costa Rica fährt, sieht man viele vergitterte Häuser. Manche Reisegefährten (also Menschen, die wir z.B. in den Zubringerbussen trafen) waren darüber verwundert bzw. schlossen daraus, dass hier wohl sehr oft eingebrochen wird.*) In Kuba, wo wir in einigen Gegenden auch vergitterte Häuser, Balkone oder Fenster gesehen haben, wurde uns erklärt, dass die Versicherungen für das einfache Volk einfach zu teuer und Gitter daher leistbarere Vorsichtsmaßnahmen wären. Ich nehme an, in Costa Rica verhält es sich ähnlich.

*) Die Kriminalitätsrate ist zwar auch in Costa Rica im Steigen begriffen, aber es handelt sich immer noch um ein recht sicheres Reiseland, wenn man gewisse Viertel meidet und auf eine gewisse Vernunft im Zusammenhang mit den eigenen Habseligkeiten achtet.

Wir fuhren immer wieder durch Gebiete, die mich ein bisschen an "unsere" Kleingartensiedlungen erinnerten; die meisten Einfamilienhäuser in Costa Rica sind im Vergleich zu Häusern in Europa, Nordamerika oder Australien klein. Hauptsächlich haben diese "tiny homes" wohl den Hintergrund, dass größere Häuser und Grundstücke für viele Ticos nicht leistbar wären. Für mich passen sie aber auch perfekt zum costa-ricanischen Nachhaltigkeitstrend, denn je kleiner ein Haus, desto kleiner auch der ökologische Fußabdruck der Besitzer. (Und es wird weniger Krimskrams darin angesammelt.) Zumeist sind die Häuser von einem Garten umgeben, in dem auch Früchte und Gemüse angebaut werden. Übrigens setzten auch manche unserer Hotels auf eigenen Anbau.

Wandmalereien gibt es zwar auch bei uns, aber in lateinamerikanischen Ländern werden Mauern, Häuser oder Türen besonders oft und gern mit farbenfrohen, manchmal mit kritischen oder zum Nachdenken anregenden, manchmal einfach nur mit dekorativen Malereien verziert. Solch ein Mural mit einem Jaguar und zwei Meeresschildkröten seht ihr beispielsweise in der Collage oben auf einer Garagentür. Ich werde euch im Rahmen meiner Reiseberichte noch viele Murals aus Costa Rica zeigen, denn ich habe sie dort für das Linkup Monday Mural "gesammelt". Auch ausgediente Satelitenschüsseln, die fantasievoll bemalt worden waren, sahen wir häufig.  

  
Schulen, Kirchen, Fußballplätze:
Chalo, einer unserer netten Guides, erzählte uns, dass eine costa-ricanische Ortschaft erst komplett ist, wenn sie zumindest über eine Schule, eine Kirche und einen Fußballplatz verfügt. Daran erkennt man, was den Menschen in diesem Land wichtig ist:
  • Bildung steht für viele Costa Ricaner an erster Stelle - immerhin wird das Geld, das der Staat durch die Abschaffung des Militärs spart, auch hauptsächlich in Bildung (und Sozialprojekte) gesteckt. Costa Rica hat sich aufgrund gut ausgebildeter Menschen zu einem beliebten Wirtschaftsstandort entwickelt - z.B. im High Tech-Sektor mit der Entwicklung von Mikrochips. (Übrigens waren viele der Schulen ebenso vergittert wie die Einfamilienhäuser und Wohnungen. Das sah für uns einigermaßen befremdlich aus, aber ich denke, in Costa Rica ist man den Anblick gewöhnt.)
  • Religion: Das Christentum ist zwar rückläufig, aber nach wie vor die vorherrschende Religion in Costa Rica, wobei der römische Katholizismus die Staatsreligion ist. Eine von der Universität von Costa Rica im Jahr 2021 durchgeführte Studie ergab, dass mittlerweile noch 47 % der Ticos römisch-katholisch sind, 19 % evangelikale Christen und 1 % traditionelle Protestanten sind. 27 % bezeichneten sich selbst als nicht religiös (2013 waren es noch 8 %, 2017 waren es 17 %), die übrigen gaben eine andere Religionszugehörigkeit an. Einige der Indigenen – insbesondere in abgelegenen Regionen – pflegen noch heute ihre traditionellen Religionen, teilweise vermischt mit christlichen Elementen. 
  • Fußball: Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern ist Fußball ein großes Thema. Zufällig waren wir gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft in Costa Rica - und wir waren sogar dabei, als das Match Deutschland : Costa Rica in einem Lokal übertragen wurde. Als die Ticos vorübergehend in Führung lagen, herrschte eine sehr turbulente Stimmung sowohl im Lokal als auch auf der Straße - es machte Spaß, diese Anspannung, Freude und Ausgelassenheit mitzuerleben, auch wenn ich sonst an Fußball nicht interessiert bin. 
Schuluniformen sind in costa-ricanischen Schulen üblich.
   
Mülltrennung und Toiletten:
Leider gibt es auch in Costa Rica unsachgemäß entsorgten Müll - sowohl auf den Straßen als auch an den Stränden. Wir ließen uns sagen, dass vor allem von asiatischen Schiffen sehr viel Plastikmüll angeschwemmt wird und dass die Littering-Problematik in den Straßen während der letzten Jahren zugenommen hat, was teilweise auch auf einen größer werdenden Flüchtlingszustrom zurückgeführt wird. (Die meisten Flüchtlinge kommen aus Nicaragua und Venezuela.) Inwieweit das stimmt, kann ich leider nicht überprüfen. Wir haben aber gesehen, wie der angeschwemmte Plastikmüll gesammelt wird - und vielerorts gab es Behältnisse zur Mülltrennung. Man versucht also, das Umweltmusterland so sauber wie möglich zu halten.
 
Auch neben den meisten Toiletten waren Behälter aufgestellt - und zwar aus einem besonderen Grund: Da die Rohre der costa-ricanischen WC leicht verstopfen, wird darum ersucht, Toilettenpapier (und natürlich auch anderes) nicht ins Klo, sondern in einen Mülleimer zu werfen, da es sonst zu schlimmen und übelriechenden Überschwemmungen kommen kann. Das ist etwas, worauf man gerne verzichtet, vor allem im eigenen Hotelzimmer 😉.
 
Ach ja: Das Toilettenpapier in Costa Rica ist zumeist nur einlagig und hauchdünn - man kann die Zeitung durchlesen, ich hab's probiert! 😁 Vermutlich ist das bei dermaßen leicht verstopfenden Klos die günstigere Lösung, denn es wird wohl immer wieder jemandem passieren, dass das Papier doch in der Toilette landet. Aber wenn man von daheim dreilagiges Flauschpapier gewöhnt ist, nimmt man besser eine Rolle von zu Hause auf die Reise mit (und passt dann natürlich umso besser auf, dass das Papier nur im Mistkübel landet).

 
Tierfotografie in Costa Rica: 
Ein schwieriges Kapitel.... Herr Rostrose und ich brachten von diesem Urlaub ungefähr so viele Fotos mit wie von unserer Namibia-Reise im Jahr 2016 - es sind jeweils ein paar Tausend, und davon natürlich viele, viele Tier-Aufnahmen. 
 
Doch das Ergebnis kann man nicht vergleichen: Wüsten- und Savannenfotos sind viiiiel einfacher als Dschungelfotos 😉. Ihr habt natürlich schon einige unserer durchaus gut gelungenen Tierbilder in meinen bisherigen Reiseberichtskapiteln gesehen, aber ich kann euch verraten:  Aus Costa Rica brachten wir auch Unmengen von unbrauchbaren oder ungenügenden Tierfotos mit. 
 
Wir sahen  Vögel, Schmetterlinge, Faultiere, Affen, ... doch durch all das Buschwerk, die Entfernung oder das Tempo mancher Tiere kann man oft auf 9 von 10 Fotos gerade mal einen Blick auf ein Stückchen Fell oder einen verwischten Flügel erkennen. Manchmal nicht einmal das, weil das Tier schon weg war, als wir abdrückten. 
 
Sehr viele Tiere hätten wir ohne Guide überhaupt nicht gesehen, weil sie so gut versteckt oder getarnt waren. Und manche Fotos brachten wir nur an bestimmten Orten bzw. in bestimmten Zonen zustande - die brauchbarsten Kolibri-Fotos z.B. in der Nähe der Fütterungsbehältern in den La Paz Waterfall Gardens, die Falter im dortigen Schmetterlingshaus, das Faultierfoto in der heutigen ersten Collage entstand im Selvatura Park Sloth Sanctuary in Monteverde.

Hier ein paar Beispiele von nicht gelungenen Tierfotos im Uhrzeigersinn: 3 Affen, aber sie sind im Geäst versteckt; ein Vogel im Guanacaste-Baum, aber man kann nicht erkennen, welcher; ein Fellbüschel, bei dem es sich um ein Faultier handelte, ein Kolibri (Bildmitte), der erstens farblich gut getarnt war und zweitens extrem schnell hin- und herhuschte.

Unsere Foto-Ausrüstung war diesmal folgende: Edis Nikon D5100 und meine Nikon D5300 (die zwei Kameras sind ziemlich gleichwertig), beide mit dem 18-200mm-"Reise"-Objektiv

Das leistungsstärkere, aber ca. 2 Kilo schwere Sigma 150-600mm Contemporary (aka "Monsterobjektiv") hatten wir diesmal nicht dabei, einerseits um Gewicht im Gepäck zu vermeiden, andererseits, weil wir es bei unseren Trekkingtouren nicht unbedingt mitschleppen wollten und wir uns ohnehin nicht sicher waren, ob es im Regenwald eine gute Lösung bietet. Stattdessen hatte ich zusätzlich meine Coolpix P900 mit dem 24-2000 mm-Objektiv dabei. (Diese Kamera lieferte einerseits die schlechtesten Fotos der gesamten Reise, andererseits lieferte sie auch einige wenige besonders gute Bilder.) 

Und dann war auch noch unsere Olympus Tough dabei, eine  kleine wasserfeste Kamera, die wir zum Schnorcheln mitnahmen - wobei ebenfalls nur wenige brauchbare Fotos entstanden. Dafür sind ein paar Handyfotos durchaus erwähnenswert: Denn manche unserer Guides hatten große Fernrohre dabei, mit deren Hilfe man tolle Handy-Nahaufnahmen anfertigen konnte.

Unten links: Guide mit Fernror, daneben Nahaufnahme einer Terciopelo-Lanzenotter (Bothrops asper), die mit dem "Fernrohr-Handy-Trick" entstand. Darüber zwei Blaue Morphofalter, die ich "gerade noch erwischt" habe. Meistens waren sie zu schnell für ein Foto...

Was sollte man sonst noch einpacken?
Über Gehörschutz, schnell trocknende Kleidung, Regenschutz und flauschiges Klopapier 😉 haben wir schon gesprochen. Eine wiederbefüllbare Trinkflasche sollte man in Costa Rica auch dabei haben, weil es hier nicht nötig ist, Trinkwasser zu kaufen. Wie unter "Essen und Trinken" bereits erwähnt, kann man in Costa Rica fast überall das Wasser aus den Leitungen trinken. Nur an der Karibikküste wird es nicht empfohlen, doch dort gibt es Trinkwasserspender. 
 
Insektenschutz: Ich hatte kaum Probleme mit Mücken, Herr Rostrose schmeckt offenbar besser. Wir hatten Nobite dabei, das ist eines der Mittel, die auch von der WHO empfohlen werden. (Das  Mittel sollte in jedem Fall DEET enthalten.)
 
Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 (wir hatten LSF 50 / wasserfest dabei). Sinnvoll wäre auch ein UV-Shirt gegen Sonnenbrand beim Schnorcheln. Ich verwendete ein ganz normales Funktionsshirt, das genügte auch.
 
Stirnlampe: Costa Rica liegt nicht weit vom Äquator entfernt - das heißt, dort wird es früh dunkel (das ganze Jahr über um ca. 18 Uhr). Manche Wege sind nicht gut beleuchtet, dann ist es praktisch, eine Lampe dabei zu haben - Taschenlampe oder Handylampe reichen natürlich auch. Wenn man aber bei Nachtwanderungen die Hände frei haben möchte, um zu fotografieren, empfiehlt sich eine Stirnlampe.

Wasserdichter Rucksack: Da es sowohl innerhalb als auch außerhalb vom Regenwald recht feucht werden kann und in Costa Rica außerdem viele tolle Ausflugsmöglichkeiten zu Wasser angeboten werden, ist zum Verstauen von Kameras und anderen nässeempfindlichen Gegenständen ein Drybag praktisch. Wir hatten diese Modelle dabei (Edi in schwarz, ich in gelb):

Hier verlinke ich auch noch eine Costa-Rica-Packliste, die mir recht sinnvoll erscheint.

Reisen, nicht reisen oder nachhaltiger reisen? 
In meinem vorigen Beitrag erzählte ich unter anderem von unseren Flugproblemen. Manche schrieben mir dazu, dass ihnen Flugreisen schon gar keinen Spaß mehr bereiten würden oder dass sie (mittlerweile oder schon immer) lieber im eigenen Land bleiben oder zu näheren Zielen reisen würden. Die Gründe, um auf Reisen mit dem Flugzeug, Schiff oder Auto zu verzichten, können vielfältig sein - für manche ist es Stressvermeidung, für andere Umweltschutz, dritte fühlen sich vielleicht zu Hause am allerwohlsten und haben keine Lust auf Abenteuer - und es gibt bestimmt noch einige andere Gründe.

Nach unserem "Flughafenabenteuer" hält sich die Lust nach Fernreisezielen auch bei Edi und mir in Grenzen. Es sprechen noch weitere Gründe dafür, die Reisetätigkeit zu reduzieren (CO2-Ausstoß, Weltlage, finanzielle Lage, persönliches Älterwerden...) Doch wie viele von euch wissen, waren wir Rostrosen schon immer leidenschaftliche Reisende. Ich habe über dieses Thema bereits mehrmals geschrieben - z.B. HIER und HIER. Das legt man nicht so einfach ab.

Das heißt, trotz der jüngsten Negativerfahrung sind wir noch nicht so weit, komplett damit aufzuhören. Wir haben allerdings beschlossen, uns bei Fernreisen auf wirkliche Traumreiseziele beschränken - wie Costa Rica eines war - und diese Traumreisen können und wollen wir uns ohnedies nicht jedes Jahr leisten. 

Übrigens: Was den Umweltschutz betrifft, ist Nicht-Reisen auch nicht unbedingt die ultimative Lösung - oder zumindest eine Sache mit zwei Seiten: 
 
Wie ich euch in Kapitel 1 berichtete, gibt es in Costa Rica einen engen Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Tourismus. Ohne Einnahmen aus dem Tourismus könnten Aufforstungs- oder Tierprojekte, Rangerausbildungen etc. nicht ausreichend unterstützt werden. Und das gilt auch für viele andere Länder: Manche Gebiete werden nur deshalb unter Naturschutz gestellt, weil die Landschaft oder die Tierwelt dort für Reisende verlockend sein könnten und das Devisen bringt. Das heißt, für die Umwelt ist es nicht unbedingt besser, wenn wir das Reisen aufgeben. Es kommt vielmehr auf das WIE an. Und vielleicht auch auf das WOHIN.

Hier könnt ihr einen interessanten Artikel über Nachhaltiges Reisen lesen und bekommt viele Tipps.

Edi und ich reisen noch nicht zu 100 % nachhaltig, vermutlich noch nichtmal zu 80 %. Aber wir arbeiten daran, dass es immer besser wird: Kleine lokale Hotels, die die Einheimischen unterstützen, statt großer Ressorts, vieles zu Fuß erkunden anstatt motorisiert, in Hotels achten wir darauf, dass die Zimmermädchen Handtücher nicht täglich wechseln (und schreiben zur Not Briefe an sie - in Costa Rica war das erfreulicherweise nicht nötig). 

Wie schon bei früheren Flugreisen, haben wir auch diesmal wieder einen CO2-Ausgleich durch das Pflanzen von Bäumen via Treedom geschaffen. (Hier geht es zur englischsprachigen Seite von Treedom.) Es ist in diesem Zusammenhang auch interessant zu wissen, dass der Anteil der CO2-Emissionen der Luftfahrt am weltweiten CO2-Ausstoß gerade mal 3,01 % beträgt (Stand 2018). Und damit ist sowohl Personenverkehr als auch Frachtverkehr gemeint. Das heißt, unser Verzicht auf z.B. Flug-Mangos, Erdbeeren im Dezember oder Äpfel aus Süd-Afrika bzw. generell unser geringer Konsum hat wohl ähnliche Auswirkungen wie der Verzicht auf Flugreisen. 

Trotzdem ist uns klar, dass unser ökologischer Fußabdruck größer ist, als er sein sollte... Ob wir es jemals schaffen, ihn ausreichend zu reduzieren? 

 
Für Herrn Rostrose und mich soll jedenfalls die nächste Reise nicht so weit weg führen. Zur Zeit denken wir über eine Deutschlandreise im Herbst nach - die uns z.B. über Bayern, Thüringen, Berlin zur Mecklenburgischen Seenplatte und eventuell nach Usedom und Rügen führen könnte. Die fett geschriebenen Orte zählen zu den Zielen, die schon seit längerer Zeit auf meiner / unserer Wunschliste stehen. Reise-Art: vorzugsweise mit Senioren-Interrail - allerdings wissen wir noch nicht, ob wir uns eine einmonatige "Deutschlandtournee" mit der Deutschen Bahn zutrauen... Die hat ja in Sachen Zuverlässigkeit aktuell leider nicht den besten Ruf. Diejenigen, die wir bisher gefragt haben, meinten: "Nehmt besser das Auto." 😬😉. (Wir fahren übrigens einen Plug-In-Hybrid, es wäre also nicht gar so umwelt-unfreundlich, damit unterwegs zu sein.) Für Tipps aller Art sind wir dankbar. Fix ist allerdings noch nix, vielleicht treibt es uns letztendlich doch anderswo hin...



Montag, 9. Januar 2023

Costa Rica - 2. Kapitel: Einblick in unsere Reise:

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

 

Pura Vida, ihr Lieben!

Vielen Dank für eure tollen Kommentare zu meinem ersten Costa-Rica-Reiseberichts-Kapitel. Nach diesen eher allgemeinen Informationen möchte ich euch nun erzählen, in welchen Gebieten und auf welche Weise wir in Costa Rica unterwegs waren und gehe noch auf ein paar andere wissenswerte Themen ein. 
 
Außerdem schildere ich euch heute, weshalb wir bei unserer Heimreise am Flughafen übernachten mussten bzw. welche Probleme wir allgemein bei unserem Hin- und Rückflug hatten. Das ist allerdings eine lange Geschichte und somit vielleicht nicht für alle interessant. Also habe ich diesen Text ins Post Scriptum (PS) gesetzt und auch die Schriftgöße verkleinert. Falls ihr die Schrift am PC größer bekommen wollt, drückt bitte gleichzeitig die Tasten Strg und + (und zum Wieder-Verkleinern Strg und -).

Unsere Reiseroute:
In der unteren Collage seht ihr unsere Route durch Costa Rica - beginnend und endend in der Hauptstadt San José. Christine (die unsere Reise zusammengestellt hat, wie ich euch HIER erzählte) fragte uns im Vorfeld, was wir gerne sehen würden. Wir hatten uns schon bei verschiedenen Reiseanbietern und Blogs umgesehen und daher bereits eine gewisse Vorstellung, was man innerhalb von drei Wochen alles erleben kann. Nach unseren Wünschen erstellte Christine einen ersten Vorschlag, an dem feilten wir gemeinsam (per E-Mail) noch ein bisschen herum, letztendlich mussten noch einige wenige Hotels geändert werden, weil sie ausgebucht waren, und im Juni waren wir dann so weit, die Tour mit Christine zu fixieren. Letztendlich haben wir einen abwechslungsreichen Urlaub an den interessantesten Destinationen des Landes bekommen - quasi ein "Best of Costa Rica".
 
Übrigens, so individuell könnt auch ihr die Tour zusammenstellen und buchen! Der Reiseveranstalter, bei dem Christine arbeitet, ist ARA-Tours, und wir waren sehr zufrieden mit der Reise. Gerne stelle ich für euch den Kontakt mit dem Reiseveranstalter her (meine E-Mail-Adresse findet ihr in meinem Profil). Christine selbst schafft es zwar zeitmäßig leider nicht, alle Anfragen zu betreuen, doch sie hat sehr nette KollegInnen, die gerne eure Fragen zu Reisemöglichkeiten beantworten - auch auf deutsch.
 

Wie waren wir unterwegs?
Wir wollten nicht mit einer großen Gruppe reisen, aber unsere Lust, selbst mit einem Mietwagen durchs Land zu fahren, hielt sich ebenfalls in Grenzen. Also fragten wir bei Christine an, ob es auch Kleingruppenreisen oder etwas ähnliches gäbe, und sie hatte die ideale Lösung für uns parat: Touren auf Zubucherbasis, die man nach dem Bausteinprinzip selbst zusammenstellen kann. 
 
Wir wurden jeweils von unseren Hotels abgeholt und bis zum nächsten Hotel gefahren. Fast immer fanden diese Fahrten in (recht modernen) Kleinbussen mit maximal 10 Fahrgästen statt (manchmal waren wir auch nur zu zweit), bloß bei der Fahrt nach Tortuguero handelte es sich um einen großen Bus. Zweimal mussten wir an einem Sammelpunkt in einen anderen Kleinbus umsteigen, und zweimal ging die Reise mit einem Tourboot weiter. Das alles war bestens organisiert. 
 

 
Auch die vorab gebuchten Ausflüge funktionierten auf diese Weise - wir wurden vom Hotel abgeholt und zum Startpunkt unserer Wanderungen oder sonstigen Aktivitäten gebracht und am Ende wieder pünktlich abgeholt. 
 
Nur zweimal gab es insgesamt ein kleines "Pünktlichkeitsproblem", das sich aber jeweils gut lösen ließ (mehr darüber in meinen einzelnen Reiseberichtskapiteln). Bei einigen wenigen Ausflügen war kein Transfer inkludiert, da ließen wir vom Hotel ein Taxi rufen bzw. nahmen einmal (zum Nationalpark Manuel Antonio) den preisgünstigen öffentlichen Bus.
 
Gegen Ende unserer Reise gab es auch noch einen Inlandsflug mit einem Kleinflugzeug von Corcovado nach San José. Dieser Flug war dafür verantwortlich, dass wir unser Gepäck auf maximal 18 Kilo eingeschränkt hatten. Mehr dazu siehe unter Punkt "Unser Reisegepäck".

Der kleine Nasenbär naschte auf einem Parkplatz von Kartoffelchips, die jemand verloren hatte... Sie versuchen auch zu betteln und werden leider manchmal tatsächlich von Touristen gefüttert, obwohl es ungesund und daher verboten ist.

Unsere Hotels:
Wir hatten mit Christine vereinbart, dass wir keine Luxusunterkünfte benötigen - sie wählte daher größtenteils Standardunterkünfte für uns. Im Hotel Hacienda Guachipelin in Rincon de la Vieja hatten wir allerdings eine Suite, und zwar eine besonders schöne (weil nichts anderes mehr frei und dieses Hotel der ideale Standort für unsere Aktivitäten dort war). Aber auch die Standardzimmer in den anderen Hotels waren (wenngleich sehr unterschiedlich ausgestattet) sauber und gepflegt und zumeist mit zwei Queensize-Betten möbliert - was für mich der wahre Luxus ist.*) Bloß in zwei Hotels hatten wir Doppelbetten. 
 
*) Leider haben Herr Rostrose und ich sehr unterschiedliche Schlaf-Angewohnheiten: In den meisten Hotelbetten muss man sich die Zudecken teilen und diese werden von den Zimmermädchen ganz straff unter die Matratze gesteckt. Mein lieber Mann schlüpft einfach unter diese straffe Decke und schläft. Er liebt das (aus unerfindlichen Gründen) - und ich hasse es, denn ich muss mich einwickeln, um schlafen zu können, und zuweilen möchte ich mich auch einfach freitstrampeln. Deshalb reise ich immer mit einem eigenen Leintuch. Aber zwei Betten sind noch besser 😊

Was man über die Hotelzimmer bzw. -hütten in Costa Rica wissen sollte: Manche haben keine Fensterscheiben, sondern nur Fliegengitter. Das heißt, man hört beispielsweise die Geräusche des Dschungels oder das Rauschen des Meeres recht deutlich. Manche der Ferienbungalows haben außerdem ein Wellblechdach. Costa-ricanischen Regen hört man da ziemlich deutlich - beim ersten Mal dachte ich, ein Zug fährt durchs Zimmer 😏😅 - und dabei trug ich meine maßgeschneiderten Ohrenstöpsel! Wenn ihr geräuschempfindlich seid, kann ich euch nur empfehlen, ebenfalls einen Gehörschutz nach Costa Rica mitzunehmen.


Flug nach Costa Rica und zurück - oder Gestrandet in Liberia:
Der internationale Flug war nicht im ARA-Tours-Angebot inkludiert und musste von uns extra gebucht werden. Der Mann meiner Blogfreundin Andi empfahl uns einen Flug mit Edelweiss Air. (Das ist eine Schweizer Fluggesellschaft, die San José vom Flughafen Zürich aus direkt anfliegt.) Die beiden waren im März 2019 ebenfalls mit Edelweiß nach Costa Rica geflogen und sehr zufrieden mit den Flügen und dem Service gewesen. 
 
Mag sein, dass sich seit der Pandemie einiges verschlechtert hat, möglicherweise haben wir aber auch nur Pech gehabt, jedenfalls gab es sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug Probleme mit dieser Airline - und dazwischen auch. Wegen des generell schlechten Krisenmanagements kann ich euch Edelweiss leider nicht empfehlen. Wie bereits erwähnt, erzähle ich euch darüber mehr im PS - hier nur eine Collage, bei der es um unsere stundenlange Abflugsverzögerung beim Heimflug geht:
 
Edelweiss - leider nicht so edel zu Passagieren, wie der Name glauben lässt (jedenfalls nicht zu Economy-Passagieren... 🤬). Auch das Flughafenpersonal in Liberia war alles andere als freundlich. Das Selfie entstand um 2.10 Uhr nachts, da wussten wir noch nicht, wie unnötig unangenehm man uns die Nacht machen würde, und versuchten es noch mit Humor zu nehmen. Hinter dem rot gekennzeichneten Tresen baute ich mir mein "Schlaflager" (Edi saß auf einem Bürostuhl daneben), aber gegen den Lärm der Durchsagen kam ich selbst mit meinen maßgeschneiderten Ohrstöpseln nicht an. Überall lagen Menschen auf dem kalten Boden, kleines Foto links z.B. ein Paar mit zwei kleinen Kindern. Oben rot markiert einer der großen Ventilatoren. In deren Nähe wollte keiner liegen oder sitzen...
 
Unser Reisegepäck:
Bei Edelweiß hätten unsere Koffer jeweils bis zu 23 Kilo wiegen dürfen und unser Handgepäck bis zu 8 Kilo. Da aber gegen Ende unserer Reise ein Flug mit einem Kleinflugzeug von Corcovado zurück in die Hauptstadt auf dem Programm stand, und es hier andere Gepäcksbestimmungen gab, mussten wir uns nach diesen richten. Wir bekamen die Information, dass wir bei dem Flug mit der Sansa Regional Airline maximal 18 Kilo Gepäck plus 4,5 Kilo Handgepäck ohne Aufpreis mitführen dürfen. Also hieß es, sich auf das Notwendigste beschränken

Ich hatte z.B. gerade mal eine einzige lange (abzippbare, schnell trocknende) Wanderhose dabei, dann noch 1 x lange Leggings, 1 x kniekurze Leggings und zwei (aufkrempelbare) Dreiviertelhosen. Dann noch mehrere Funktions-Shirts. Auch diese sind aus leichtem und schnell trocknendem Material. Das war hochgradig wichtig, denn bei der hohen Luftfeuchtigkeit in Costa Rica trocknet alles nur sehr langsam. Und wir mussten zweimal zwischendurch Wäsche waschen - das erledigten wir an jenen Orten, wo wir für drei Nächte stationiert waren (mit der Hotel-Flüssigseife). 

Es gibt Gegenden, wo es kühl werden kann (und auch tatsächlich kühl bzw. kalt wurde!), also hatte ich meinen leichten dunkelblauen Merinowoll-Seiden-Pullover, einen hellgrünen Funktionspullover und meine gelbe Wanderjacke dabei, drei Langamshirts, eine blaue Baumwollweste, außerdem Allwetterjacke und Regenpelerine. Und weil wir ja ab und zu auch mal hübsch ausgehen wollten, hatte ich einen schwarzen Stufenrock und ein paar leichte, koffertaugliche Oberteile (Shirts und drei kurze Sommerkleider) dabei. Für Abwechslung sorgte ich mit vier Tüchern. An Schuhen hatte ich mit: 1 x Sandalen, 1 x Walkingschuhe, 1 x Wanderschuhe.

Vor allem für die Männer unter euch klingt das vermutlich nach reichlich Klamotten - aber Leute, bedenket doch: Ich bin ein Mädchen 😁 (und wenn ihr charmant seid, dann denkt ihr jetzt NICHT "ein altes Mädchen" 😉)! Die meisten Frauen unter euch können bestimmt nachvollziehen, dass diese Auswahl für drei Wochen nicht gerade üppig ist. Abgesehen von meinen Rucksack-Reisen in den 1980ern (wo ich jeweils 4 Wochen lang quasi mit "nichts" auskam: zwei dünne Hosen, ein dünner Rock, drei Shirts, eine Jacke und eine kleine Tube Flüssigwaschmittel) hatte ich noch nie so wenig Gepäck dabei und habe - ausnahmsweise - auch jedes Stück gebraucht. Zwischendurch musste ich mir sogar mal die Sandalen kleben lassen, weil sich die Sohle löste (siehe Collage unten). Dummerweise hatte ich auch nur einen Badeanzug mit, der nicht so schnell trocknete wie erhofft. Und Souvenirs kaufen war natürlich auch nicht drin. Aber das macht nichts: Das einzige, woran ich interessiert gewesen wäre, wäre auch diesmal ein bestickter oder hübsch gewebter breiter Gürtel gewesen - z.B. mit solch einem Schildkröten- und Fischmuster wie oben abgebildet - doch wie schon in Thailand fanden sich auch in Costa Rica nur bestickte Taschen und gewebte Tücher, aber kein einziger interessanter Gürtel.

Als es dann zum Flug mit der Sansa Airline kam, erlebten wir eine große Überraschung. Oder eigentlich gleich mehrere Überraschungen: Denn zunächst wies uns der humorlos wirkende Flughafen-Mitarbeiter an, inklusive Handgepäck selbst auf die Waage zu steigen! Unsere Koffer wurden natürlich auch noch abgewogen. Und dann hieß es, wir hätten Übergepäck und müssten insgesamt 26 US-Dollar dafür bezahlen. Da wir unser Gepäck zu Hause abgewogen und nichts Belastendes eingekauft hatten, wussten wir, dass mein Koffer etwa 17 Kilo wog und die Reisetasche von Edi etwa 14 Kilo. Unsere Rucksäcke waren ebenfalls im Handgepäcks-Rahmen von unter 4,5 Kilo. Also fragte ich sicherheitshalber nach, ob WIR übergewichtig wären oder das Gepäck, man weiß ja nie 😝! Der Humorlose antwortete, es wären unsere Koffer, und er beharrte mit versteinertem Gesicht darauf, dass das Maximalgewicht 14 Kilo wäre. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu bezahlen, sonst wäre das Flugzeug ohne uns geflogen. Aber wir bestanden natürlich darauf, einen Rechnungsbeleg ausgehändigt zu bekommen. (26 Dollar wären für 3 Kilo Übergepäck übrigens auch ein enorm hoher Preis; im Internet fand ich bei früheren Sansa-Bestimmungen etwas von 2 Dollar pro Kilo.)

Wir konnten die Angelegenheit danach dankenswerter Weise mit Christines Hilfe regeln - denn die Angaben, die wir von ARA-Tours bekommen hatten (maximal 18 Kilo Gepäck plus 4,5 Kilo Handgepäck), waren korrekt und wir bekamen das Geld zurück. Entweder hatte es einen Systemfehler gegeben (wie die offizielle Auskunft von Sansa lautete) oder der Flughafen-Mitarbeiter wollte ursprünglich, bevor wir den Beleg verlangt hatten, in seine eigene Tasche arbeiten. Nachdem er sich so unsympathisch verhalten hatte, unterstelle ich ihm letzteres. *)

*) Manche Flughafenmitarbeiter in Costa Rica, mit denen wir zu tun bekamen, sollten also eindeutig noch an ihrem "Pura Vida" arbeiten, siehe auch PS. Ansonsten haben wir mit den Menschen in diesem schönen Land überwiegend positive Erfahrungen gemacht - z.B. mit dem freundlichen jungen Mann aus dem Adventure-Tours-Shop, der meine Sandalen reparierte:


Wie versprochen, möchte ich euch noch über die Klimazonen, unsere Fotoausrüstung und einige Dinge, die man wissen sollte, wenn man durch Costa Rica reist, erzählen. Aber ich denke, es ist besser, wenn ich dafür ein weiteres Kapitel schreibe, denn für heute gab's ohnehin wieder genug zu schauen und zu lesen, und nicht alles davon war angenehm. Danke, dass ihr virtuell mitgereist seid (und vielleicht auch ein bisschen mitgelitten habt 😉!)
 
 
Fotos: Herr und Frau Rostrose 

¡Hasta la próxima, adiós!

eure   T  r  a  u  d  e

Rostrose auf Facebook




Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 
 


 

PS: Hier kommt nun, wie oben versprochen, die Schilderung unserer Hin- und Rückflug-Probleme:

  • Problem 1: Da wir zunächst einmal von Wien nach Zürich mussten, buchte Herr Rostrose beide Flüge über Swiss. (Edelweiß ist eine Schwestergesellschaft der Swiss International Air Lines.) Zu diesem Zeitpunkt reservierte er (kostenpflichtig für 70 Euro je Flug) auch gleich die Sitzplätze für beide Langstreckenflüge (also von Zürich nach Costa Rica und wieder zurück): zwei nebeneinander liegende Plätze auf der linken Fensterseite - ohne weitere Sitznachbarn. Leider stellte sich dann aber heraus, dass wir aus irgendwelchen Gründen die mittleren Sitzpätze in der Mittelreihe des Fliegers zugeteilt bekommen hatten - also die schlechtesten Plätze überhaupt. Neben mir saß ein Mann, den ich immer aufstören musste, wenn ich nachts zur Toilette wollte, neben Edi saß eine Frau und es ergab sich dasselbe Problem. Vor uns saß übrigens ein junges Paar, dem es ebenso ergangen war. Das Bordpersonal bedauerte zwar sehr, aber da der Flieger voll war, konnte man uns auch nicht auf besseren Sitzen platzieren. Diese 12stündige "Eingeklemmtheit" wirkte sich doch ziemlich auf unser Wohlgefühl aus.
  • Problem 2: Um a) die Reservierungskosten für den Hinflug rückerstattet zu bekommen und b) beim Rückflug nicht wieder dieses Problem zu haben, schrieben wir gleich zu Beginn unserer Reise per Kontaktformular an Edelweiß und urgierten dann noch zweimal per E-Mail. Während der drei Wochen unseres Costa-Rica-Aufenthalts schaffte man es nicht, uns zu antworten und zu versichern, dass wir beim Rückflug unsere Wunschsitzplätze bekommen würden. Erst an unserem letzten Tag kam eine kurze Antwort mit einigen Rückfragen, aber ohne Bestätigung unserer Platzreservierungen. Weil ihm das alles zu lange gedauert hatte und er online keine Reservierung sehen konnte, hatte Herr Rostrose aber einen Tag zuvor ohnehin bereits eine zusätzliche Sitzplatzreservierung zum Preis von 80 Schweizer Franken vorgenommen. Und diesmal klappte es, wir haben unsere Wunschplätze bekommen. Allerdings laufen wir nun immer noch der Rückerstattung von einem der beiden Flüge nach - für den anderen Flug hat man uns inzwischen 80 Schweizer Franken überwiesen. 
  • Problem 3: Leider verlief am Ende unserer Reise auch der Rückflug nicht reibungslos - ganz im Gegenteil. Hier haben wir etwas äußerst Unangenehmes erlebt, das zwar nur zum Teil in der Verantwortung von Edelweiß lag, aber diese Teilschuld möchte ich ihnen durchaus anlasten. Der Rückflug ging leider nicht direkt von San José nach Zürich, sondern zunächst war nach ca. 20 Minuten noch ein Zwischenstop auf dem kleinen Flughafen Liberia im Norden des Landes geplant. Hier würden Urlauber ein- und aussteigen und dann sollte es in einer Flugzeit von nur etwas mehr als 10 Stunden nach Zürich weitergehen. Die Betonung liegt auf "sollte".
Der Flieger flog schon mal mit halbstündiger Verspätung von San José ab (um 21.20 Uhr statt um 20.50). Möglicherweise hatte es da auch schon jene Schwierigkeiten gegeben, die uns letztendlich die ganze Nacht und viele Stunden des nächsten Tages lahmlegten. Ab Liberia ging es nämlich nicht mehr weiter. Laut Durchsage des Kapitäns leuchtete eine Kontrollleuchte für irgendwelche Klappen auf; obwohl diese Klappen lt. Kapitan für einen sicheren Flug nicht wirklich notwendig sind, durfte er die Warnleuchte nicht ignorieren. Also musste ein Techniker kommen. Dieser konnte das Problem auch tatsächlich beheben. Aber leider ist der kleine Flughafen von Liberia einer, bei dem das Personal zu einer bestimmten Uhrzeit nach Hause geht. Man hatte uns eine gewisse Verlängerung gewährt, aber die war überschritten worden - und so war, als der unbedeutende Schaden behoben war, niemand von Bodenpersonal mehr anwesend, um das Flugzeug starten zu können!
 
Jetzt mussten wir mal alle raus aus dem Flugzeug. Abendessen hatten wir keines bekommen. Glücklicherweise ist in Costa Rica das Leitungswasser trinkbar, sonst wäre auch das noch zu einem Problem geworden, denn auf dem Flughafen konnte man nachts nichts kaufen. Zunächst warteten wir in der Ankunftshalle auf weitere Anweisungen. In dieser Halle war es gar nicht so ungemütlich, es gab genügend Sitzplätze und außerdem einen Teppichboden, auf dem es sich einige müde Fluggäste schon mal gemütlich machten und ein Nickerchen versuchten. 
 
Ich erinnere mich, dass es etwa 2 Uhr nachts war, als die Durchsage kam, dass man versuchen würde, uns mit Bussen wieder zurück nach San José zu fahren, da es im Umkreis von Liberia nicht genügend Unterkünfte für rund 300 Fluggäste gebe. Daraufhin erfolgte ein großer Aufschrei vonseiten der Passagiere: Es war vollkommen absurd, dass man uns mitten in der Nacht etwa zwei bis drei Stunden lang durchs Land fahren wollte, natürlich ohne unser Gepäck, das ja mangels Personal noch im Flieger war. Außerdem mussten die Busse für so viele Leute ja erstmal besorgt werden, also hätte auch das noch eine Weile gedauert. Wir wären irgendwann in dem Morgenstunden in der Hauptstadt angekommen, aber ob es dann Hotels / Schlafplätze für alle gegeben hätte ist mehr als fraglich. Außerdem: Wann und wie wären wir wieder zurück zu unserem Flieger bzw. zu unseren Koffern gekommen? Also eine absolute Schnapsidee.
 
Vermutlich sah das Edelweiß-Personal das nach einiger Zeit auch ein - denn dann gab es noch eine weitere Durchsage: Wir sollten alle aus dem Flughafen auschecken, man würde versuchen Unterkünfte für alle zu bekommen. Wir mussten durch die Einreisekontrolle in einen anderen Flughafenbereich - und warteten mal vor dem Flughafen auf weitere Anweisungen oder Informationen. Einige Passagiere begannen schon über Booking.com nach Quartieren in der Nähe zu suchen oder fragten bei den Taxifahrern, ob sie einen Platz zum Schlafen wüssten, und wir sahen dann noch dabei zu, wie einige Business Class-Passagiere von einem "offiziell" aussehenden Typ in Taxis verfrachtet wurden. Die hatten also vermutlich Hotelzimmer zur Verfügung gestellt bekommen. 
 
Wir hofften immer noch darauf, dass man uns informieren würde - zumindest dahingehend, dass es nun leider doch keine Hotelzimmer geben würde und man uns nicht weiterhelfen könne. Doch das Edelweiß-Bordpersonal hatte sich offenbar bereits verdrückt - und sie hatten dem Flughafenpersonal leider nicht mitgeteilt, dass man nett zu uns Gestrandeten sein sollte... Es gab keine Infos mehr, man ließ uns einfach zurück.
 

Inzwischen war es etwa 3 Uhr nachts und es waren geschätzt noch 150 gestrandete Passagiere am Flughafen Liberia anwesend - vielleicht waren es auch 200 oder nur 100, ich habe sie nicht gezählt, es sah jedenfalls aus wie in einem (relativ weiträumgen) Flüchtlingslager - alte Leute, junge Leute, Familien mit kleinen Kindern, die alle beschlossen, die letzten Stunden dieser Nacht so gut wie möglich in der Flughafenhalle zu verbringen. 
 
Doch das wollten wohl die Angestellten nicht, die unseretwegen ebenfalls auf dem Flughafen ausharren mussten. Und deshalb machten sie uns das Leben so schwer wie möglich. Die große Halle, in der wir nun gelandet waren, war ohnedies viel ungemütlicher als die Ankunftshalle - es gab hier keinen Teppichboden, sondern nur kalten Stein. An der Decke drehten sich die ganze Zeit über riesige Ventilatoren, die einen richtig ungemütlichen Wind erzeugten - aber der Gipfel von allem waren die Durchsagen, die ab ca. 4 Uhr nachts gestartet wurden. Ihr wisst schon: so nach dem Motto "Lassen Sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen" oder "Es ist nicht erlaubt, mehr als sounsoviel Bargeld dabei zu haben", das alles zunächst in spanischer, dann in englischer Sprache - und zwar im Minutentakt. Zwischendurch gab es Werbeeinschaltungen mit Musik, nur damit ja niemand in Ruhe schlafen konnte. Es war nicht zu überhören, dass man uns das zu Fleiß machte, um uns aus dem Gebäude zu ekeln. Doch keiner wusste, wohin, also mussten wir bleiben.
 
Später sprachen wir mit einer jungen Salzburgerin, die sehr gut spanisch konnte und die uns erzählte, dass sie jemanden vom Personal gefragt hätte, ob man diese Tonbänder nicht abschalten könne, da hier ohnehin niemand außer uns Gestandeten wäre, aber die barsche Antwort lautete "Nein, das ist Vorschrift." Interessanterweise wurden die Durchsagen später, als der normale Flughafenbetrieb losging, seltener... Außerdem vertrieb man uns und einige andere Passagiere aus einem Bereich, der von den Ventilatoren nicht erfasst wurde, mit der Begründung, dieser Bereich sei Staatseigentum. Wir hatten nichts anderes gemacht als uns in diesem Bereich auf den Boden gelegt und zu schlafen versucht. Später verkrochen wir uns hinter Tresen in einem anderen Bereich des Flughafens, aber hier spürte man den Luftzug der Ventilatoren leider trotzdem stark. Ich war danach tagelang erkältet.  
 
Diese Boshaftigkeit oder Empathielosigkeit des Flughafenpersonals hatte leider ganz und gar nichts mit "pura Vida" zu tun, und hätten wir nicht um 5 Uhr einen netten Taxifahrer gefunden, der quasi unseren Tag rettete und uns zu einem guten Frühstück verhalf (hoch notwendig, weil uns ja das Abendessen vom Vortag versagt worden war), wäre wohl ein sehr viel größerer Schatten über unserer sonst so schönen Reise zurückgeblieben. Doch über diesen versöhnlichen Schluss erzähle ich euch dann im Rahmen meines Reiseberichts über diesen letzten Tag mehr. 
 
Der Rest verlief zum Glück recht glimpflich, wenngleich wir noch jede Menge Geduld brauchten. Wir kehrten nach dem Frühstück mit dem netten Taxifahrer auf den Flughafen zurück, dort bekamen wir eine oder zwei Stunden später dann auch von der Fluggesellschaft noch zwei Essensgutscheine, denn unser Flug ging erst um 15.30. All die Zeit von etwa 21.40 Uhr (ungefähre Ankunftszeit in Liberia am Vorabend) bis 15.30 hatten wir also wartend verbracht, zuerst im Flieger, dann in diversen Flughafenhallen. Der Flug nach Zürich verging dafür "wie im Flug", denn ich sah mir wieder mehrere Filme an und schaffte es dann auch noch, ein Weilchen zu schlafen (was ich in Fliegern selten kann). Der Kapitän entschuldigte sich übrigens noch vielmals für die Panne und die Verspätung - jedoch nicht dafür, dass man uns am Flughafen ratlos und informationslos zurückgelassen hatte. Und man informierte uns auch nicht darüber, dass uns eine Entschädigung für die Verspätung zusteht - das erfuhren wir von anderen Fluggästen...