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Sonntag, 12. Dezember 2021

Italien-Reisebericht - Ausflug ans Meer und in den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle (Toskana)

 

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

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Im vorigen Kapitel ging es um unseren Tagesausflug nach Siena und San Gimignano. Heute erzähle ich euch von jenem Ausflug, den wir tags darauf, am 16. September 2021, unternahmen. Dieser war ganz und gar anders als der vom Vortag - ein echtes Kontrastprogramm. Ihr werdet keine der Ortschaften zu sehen bekommen, wie sie für die Toskana so charakteristisch sind, sondern türkisgrünes Meer, ein Hafenstädtchen, dunkle Wolken und prallbunte Kunst! Habe ich euch neugierig gemacht? Dann kommt bitte mit!


Ciao ihr Lieben!

Einer der fixen Pläne unserer Italienreise war ein Besuch des Giardino dei Tarocchi. Und wir wollten möglichst bald dorthin. Leider kann man in den Park nicht einfach spontan hinein, wenn das Wetter passt und man Lust und Laune dazu hat. Wir mussten online reservieren und uns für ein Zeitfenster entscheiden. (Ich glaube, das ist auch außerhalb von Covid-Zeiten so.)

Weil die Wetterprognose für Bucine oder Gavignano (wo sich unser Ferienhäuschen befand) für den 16.9. Regen 🌧️ angekündigt hatte, für Capalbio bzw. Garavicchio, wo sich der Tarotgarten befindet, hingegen passables Wetter ⛅, bestellten wir für diesen Tag Tickets. Leider klappte das mit dem Nicht-Regnen nicht ganz so, wie gewünscht und vorausgesagt...

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Brigitte hatte den Tagesausflug wieder gut durchgeplant. Unsere Karten im Tarotgarten galten ab dem frühen Nachmittag. Die Fahrt zwischen Bucine und Capalbio dauert etwa 2 Stunden. Also blieb genug Zeit, um den einen oder anderen Zwischenstop und ein gemütliches Mittagessen einzubauen. Wir fuhren zunächst ans Meer, denn das lag schön auf der Strecke.

 

 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
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Strand-Stop Playa Paraiso Gianelle:
An der Küste des Tyrrhenischen Meeres gibt es mehrere Dünenstreifen (Tomboli), die die Halbinsel Monte Argentario mit dem toskanischen Festland verbinden. Auf dem nördlichen Tombolo di Giannella verläuft eine zum Monte Argentario führende Autostraße; diese wird flankiert von Campingplätzen und Appartementanlagen, und es gibt kostenpflichtige Parkplätze für Strand-Besucher. Bei einem dieser Parkplätze machten wir Halt, um ein bisschen Strandfeeling und Meeresdüfte zu genießen. 
 
Lange blieben wir allerdings nicht, denn die dunklen Wolken wirkten nicht gerade beruhigend. Und für mich genügt es ohnehin, wenn es nach Meer riecht und klingt - das liebe ich sehr; ich muss nicht unbedingt ins Wasser hinein 😉 Aber zumindest Brigitte genoss das Barfuß-Waten im Meer 😎. Ansonsten vergnügten wir uns mit Meeresluft-Atmen und Fotografieren - Brigitte spezialisierte sich auf Muscheln, Edi auf Wolken und ich auf Eidechsen 😁... 

 

Dieser Hafenort liegt an der Nordseite der Halbinsel Monte Argentario am Tyrrhenischen Meer. Hier hatten wir unser Mittagessen in einem guten Fischrestaurant eingeplant. Aber auch der Ort selbst ist sehenswert - ich denke, man könnte dort durchaus mehr Zeit verbringen und z.B. die Spanische Festung mit Zugbrücke (aus dem frühen 17. Jahrhundert) besichtigen oder durch die hübschen Altstadt-Gässchen flanieren. Außerdem gibt es in der Lagune von Orbetello ein Naturreservat des WWF, das zu den unberührtesten Naturgebieten der Toskana gehört. Hier kann man seltene Vogelarten wie den Stelzenläufer, rosa Flamingos, Silberreiher oder Fischadler beobachten.


Aber wir waren ja nur auf der "Durchreise" in Richtung Niki-Park, deshalb begnügten wir uns mit einem Spaziergang entlang des Hafens und kehrten dann im Ristorante Il Moletto ein. 

Wie so oft in Italien, bestellte ich mir auch dort Spaghetti Vongole - in der Hoffnung, dass sie geschmacklich an jene heranreichen, die ich im Jahr 2013 in Rom gegessen habe (aus wahrer Begeisterung gleich an zwei Tagen hintereinander 😉). Fazit: Sämtliche Spaghetti-Vongole-Portionen, die ich in diesem Toskana-Urlaub aß, waren sehr gut. Aber die in Rom hatten durch irgendein (leider nicht näher identifizierbares) Gewürz eine ganz besondere Geschmacksnote erhalten, die bisher unerreicht ist...

Wie auch immer, es war eine feine Mittagspause, aber jetzt ging's endlich in Richtung Tarotgarten 😊👍 - einem meiner Lieblingsorte auf dieser Welt 💓. Dabei passierten wir eine Mühle, die mitten in der Lagune von Orbetello steht, die so genannte Mulino spagnolo oder Spanische Mühle. (Siehe unten links. Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr mehr über ihre interessante Geschichte erfahren.)

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Ein kleines Zwischenspiel über meine stürmische Liebe zum Giardino dei Tarocchi:
Um euch zu erklären, was mir der Tarotgarten der Niki de Saint Phalle bedeutet, muss ich ein Stück weit ausholen. Ich habe euch die Geschichte schon in einem Posting aus dem Jahr 2009 erzählt, aber sie ist so wunderbar (im wahrsten Sinn des Wortes), dass ich sie euch neu erzählen möchte:
 
Es begann alles Mitte der 1980er Jahre mit einem Artikel in der Zeitschrift Cosmopolitan. Ich las ein faszinierendes Portrait über die 1930 geborene Ausnahmekünstlerin und ihr Lebenswerk: Seit 1979 arbeitete Niki de Saint-Phalle an einem noch geheimgehaltenen Ort in der Toskana zusammen mit ihrem Ehemann Jean Tinguely und einigen anderen Künstlern und Handwerkern an der Entstehung eines Parks mit Riesenskulpturen, die die 22 Großen Arkana des Tarot-Spiels darstellen.
 
Die Inspiration zu diesem Tarotgarten war bereits im Jahr 1955 gekommen, als sie Antoni Gaudis Park Güell in Barcelona kennenlernte. (Diesen Park hatte ich im Jahr 1981 ebenfalls kennengelernt und war davon hingerissen gewesen. Im Jahr 2012 war ich abermals im Park Güell und berichtete euch in meinem Blog darüber.) Im Jahr 1974 erzählte Niki ihrer italienischen Freundin Marella von ihrem Traum eines Gartens mit Tarot-Skulpturen und die Freundin war begeistert. In der Folge stellten Marellas Brüder, Carlo und Nicola Caracciolo, Niki ein Landstück des Familienbesitzes für die Verwirklichung ihres Traums zur Verfügung. Ansonsten wurde der Park vor allem durch Eigenmittel finanziert; Niki de Saint-Phalle kreierte zu diesem Zweck auch ein eigenes Parfum. Im Cosmopolitan-Artikel hieß es dazu: 
 
"...sinnlich-schwer, in einer kobaltblauen Flasche mit einer Miniaturplastik darauf: zwei Schlangen, die sich umschlingen, goldfarben die männliche, bunt die weibliche. Die große Flasche dieses Parfums kostet rund fünfhundert Mark. Niki de Saint Phalle: "Das ist ein sehr teures Parfum, aber eine sehr günstige Skulptur." Unter Sammlern gilt sie längst als gefragtes Objekt."
 
Die Fotos, die vom Tarotgarten-Projekt in der Zeitschrift gezeigt wurden, brachten etwas in mir zum Schwingen, und zwar gewaltig. Ich las, dass die Eröffnung des Parks in etwa zehn Jahren stattfinden würde, und ich wusste, dass ich dann dorthin musste.

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In den folgenden zehn Jahren verlor ich den Traum, diesen Park zu besuchen, niemals aus den Augen. Manche Menschen wollen unbedingt nach Florenz, Siena oder Pisa - für mich war der Tarotgarten ursprünglich der einzige Grund, weshalb ich in die Toskana wollte. (Ebenso, wie im Jahr 2004 nur das blaue Haus von Frida Kahlo mich nach Mexico City gelockt hat. So ticke ich eben 😉.)  

1996 war es endlich so weit: Ich las in einem Reiseführer, dass der Giardino dei Tarocchi besichtigt werden kann - und somit buchten wir unsere erste Reise in die Toskana. Wir richteten uns nach den im Buch angegebenen Öffnungszeiten ("googeln" war damals ja noch nicht) und fuhren am 2.Juli 1996 in Richtung Capalbio.

Als wir beim Tarotgarten ankamen, standen wir vor einem verschlossenen Tor und der Parkplatz war verwaist 😯😰😲! Auf dem Tor hatten andere Besucher bereits Nachrichten hinterlassen. Eine davon lautete "Niki, we are soo disappointed!" Offenbar hatte sich die Eröffnung verzögert. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte zehn Jahre lang auf diesen Besuch hingefiebert, wir hatten Hunderte von Kilometern zurückgelegt, um in die Toskana zu kommen - und nun sollte ich nicht in den Park hineinkönnen?! Ich starrte auf den Gitterzaun, der mich von Nikis enormen Plastiken trennte, die Tränen rannen mir über die Wangen; zugleich überlegte ich, wie ich es doch noch schaffen könnte, in den Park zu gelangen - zur Not auf illegalen Wegen 😉. Aufzugeben, zu unserem Ferienhaus zurückzukehren und vielleicht in ein paar Jahren wiederzukommen, war einfach keine Option.

Ein Autobus mit deutschen Touristen brachte die Wende. Auch sie hatten wohl falsche Informationen erhalten. Über eine Gegensprechanlage diskutierte die Reiseleiterin laut und heftig in italienischer Sprache mit den Bauarbeitern, die dort zugange waren. Ich weiß nicht, mit welchen Konsequenzen sie gedroht hat, aber sie muss sehr überzeugend auf die Arbeiter gewirkt haben. Denn plötzlich kam Bewegung in das Tor! - und die Reiseleiterin verkündete ihrer Gruppe: "Wir dürfen rein - für zehn Minuten!" Natürlich waren da auch wir fünf (also Edi, Jana und ich sowie unsere Freundin Anita und ihre Tochter Natascha) mit von der Partie, es zählte ja niemand nach. 

Alle jubelten, doch gewiss freute sich niemand so unbändig wie ich! Noch heute denke ich, dass dieses Glück wohl ein einzigartiges war - ein Wunder, für das ich mich ewig dankbar fühle. Wie viele andere mussten enttäuscht nach Hause fahren, weil es KEINE resolute Reiseleiterin gegeben hatte, die genau zum rechten Zeitpunkt daher kam und das Blatt wendete.

Aus den erlaubten zehn Minuten wurde eine knappe Stunde, die ich wie in einem Rausch erlebte. Ich selbst habe an diesem Tag kein einziges Foto gemacht - das übernahm zum Glück Edi für mich - ich habe bloß aufgesaugt. Und ich war rundum im Glück. Erst im Jahr 1998 wurde der Park wirklich eröffnet. Er war von Anfang an ein Sehnsuchtsort, ein Glücksort für mich und ist es geblieben: Im Jahr 2000 kamen wir ein zweites Mal hierher... und nun also, 21 Jahre später, ein drittes Mal. Leider ist Niki de Saint-Phalle im Jahr 2002 verstorben, doch in diesem fantastischen, prallbunten, inspirierenden Park lebt sie weiter.

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Giardino dei Tarocchi:
Ich bin jedes Mal aufs Neue überwältigt, wenn ich vor den gewaltigen Skulpturen stehe, die irgend etwas in meinem Inneren absolut ansprechen. Und ich muss zugeben, ich befinde mich auch jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin. Deshalb zog ich zu Beginn unseres diesmaligen Besuches auch gleich meine blaue Regenpelerine an, obwohl es nur leicht nieselte und die meisten Besucher auf Regenschutz verzichteten: Ich wollte durch absolut nichts von Nikis Figuren abgelenkt werden - falls der Regen stärker würde, dann würde er eben stärker, Hauptsache, ich brauchte mich nicht mehr darum zu kümmern... (Der Regen wurde aber glücklicherweise nicht stärker, er hörte irgendwann sogar wieder auf, und letztendlich zog ich meinen Umhang aus...)

 

Dass das Blau der Pelerine ausgesprochen gut zu der Figur hinter mir passte, fiel mir erst beim Betrachten der Fotos auf 😉. Die blaue Hohepriesterin - Karte Nr. 2 - war übrigens die erste Skulptur, die Niki umsetzte. Die Tarotfigur des Magiers - Karte Nr. 1 - ist mit der Hohepriesterin verschmolzen - ein über und über mit Spiegelkacheln verkleideter Kopf, aus dem eine Zauberhand ragt. Im Brunnen unterhalb der Hohepriesterin befindet sich das Rad des Schicksals - Karte Nr. 10 - das Jean Tinguely schuf. (Falls ihr euch für die Bedeutung der einzelnen Tarotsymbole und für Nikis Auslegung interessiert, kann ich euch diesen Artikel empfehlen. Oder ihr klickt auf der interaktiven Karte der Tarotgarten-Website auf die jeweiligen Symbole.)

 

Zur Drachenstatue könnt ihr auf der Website beispielsweise lesen:
"Die Stärke - Karte Nr. 11 - Eine zarte junge Frau führt an unsichtbarer Leine einen wilden Drachen. Das Ungeheuer, das die Frau zu zähmen hat, lauert in ihrem Inneren. Sie muss ihre eigenen Dämonen bezwingen. In der Erfahrung dieser schweren Prüfung wird sie ihre eigene Stärke entdecken."

Das Bezwingen innerer Dämonen war für Niki de Saint-Phalle vor allem in jungen Jahren überlebens-notwendig. Ab ihrem elften Lebensjahr war sie von ihrem Vater, einem verarmten Adeligen, mehrere Jahre lang sexuell missbraucht worden - ein Trauma, das sie beinahe in den Wahnsinn trieb. Die Kunst rettete sie. „Ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab“, sagte sie selbst dazu.

 

In der unteren Collage seht ihr unter anderem den verspiegelten Turm (zu Babel) - Karte Nr. 16. Von Jean Tinguely stammt die symbolische Skulptur des Blitzes, der in den Turm einschlägt und somit festgefahrene Strukturen einreißt. Ihr seht hier auch Details anderer Figuren - leider ist mir nicht von allen die Bedeutung klar. Der spiegel-silbrige Ritter oder Geist zählt jedenfalls nicht zu den Großen Arkana des Tarotspiels und wird auf der Webseite nicht näher erklärt. Er eignet sich aber gut für Versteckspiele 😉. 

Das rote, raketenartige Gebilde und der rotbunte Säulengang sind Details des Herrschers (oder Kaisers); es handelt sich dabei um die Tarotkarte der männlichen Macht im Guten wie im Schlechten, im Beschützenden wie Unterdrückenden. Diese Macht hat den Menschen die Naturwissenschaften gebracht, aber auch den Krieg. In der untersten Reihe seht ihr links den Tod, ohne den das Leben (laut Niki) keinen Sinn hätte, mittig einen Teil des Körpers der Herrscherin oder Kaiserin, und rechts wirft Peter einen Blick in eine der Plastiken ("Weltenbaum").

 

Hier seht ihr die Herrscherin (oder Kaiserin) - Karte Nr. 3 - von vorne: eine der größten und prallsten "Nanas", die Niki de Saint Phalle je schuf, etwa 20 Meter lang und 10 Meter breit. (Nur "Hon" war länger, aber nicht so hoch.) In dieser beschützenden "Mutter", die wie eine Sphinx auf dem Hügel ruht, lebte und arbeitete die Künstlerin sieben Jahre lang. Seht ihr die rosa Tür? Und es gibt auch mehrere Fensterluken in der Figur. 


In den folgenden beiden Collagen seht ihr u.a. das Innenleben der Herrscherin - inklusive Schlangen-Dusche, Bett, Küche und Tisch. Falls ihr euch fragt, wie es Niki de Saint Phalle aushielt, in einer derart  verspiegelten "Wohnung" zu leben, ohne wahnsinnig zu werden, kommt hier die Antwort: 

Denn in dem Cosmopolitan-Artikel aus den 1980ern kann man nachlesen, dass Nikis Lebensraum "aus einer weitläufigen, länglichen Höhle" bestand, "die Wände sind weiß und grob gemauert; auf der einen Seite ein großer Arbeitsbereich, auf der anderen ein kleiner Küchenbereich, dazwischen Wohnfläche mit zwei rosa-blauen Sofas vor einem Kamin, einem Esstisch und einem Ping-Pong-Tisch. Schläger und Bälle weisen darauf hin, dass er benutzt wird."  

Die verspiegelten Flächen kamen also offenbar erst nachträglich dazu. Auch der Tisch dürfte noch nicht verspiegelt gewesen sein. Und ich denke, die Tarotfigur Der Wagen - Karte Nr. 7  befand sich auch noch nicht in der Herrscherin.

In der Mitte der folgenden Collage seht ihr das Innenleben der Kapelle der Mäßigkeit, die Niki aus Dankbarkeit errichtete, nachdem Jean Tinguely nach einem Herzinfarkt wieder gesund wurde. Auf dieser Kapelle steht der "Engel der Mäßigkeit" (den zeige ich euch ein Stück weiter unten). Auch eine andere Karte (die Auferstehung - Nr. 20) stellte Niki durch einen Engel dar, siehe folgende Collage rechts oben.

 

An Detailreichtum kaum zu überbieten ist der Hof des Herrschers oder Kaisers - Karte Nr. 4. Hier findet sich nicht nur ein wunderbar bunter Brunnen mit vier fröhlich badenden Nanas, sondern ein Arkadengang, bei dem jede Säule, jede Wandnische anders gestaltet ist. Und es gibt auch noch ein oberes Stockwerk, auf dem man umherwandeln kann. 

Dieser Hof ist mir der aller-allerliebste Ort an diesem Lieblingsort 😉😊😍 - denn es gibt hier sooo vieles zu entdecken und zu staunen:

   

Wie gern wäre ich an diesem Ort einmal ganz ohne andere Touristen, um ihn einfach nur in aller Ruhe eine Stunde lang auf mich wirken zu lassen. Aber das wird wohl ein ewiger Wunschtraum bleiben. Also genieße ich, was ich habe, und strahle dem fotografierenden Herrn Rostrose entgegen. Mein Haarband sieht so derangiert aus, weil ich mir die Pelerine einfach wild vom Leib gerissen habe, als mir darin zu warm geworden war. Ihr wisst schon: Nur um nichts anderes kümmern müssen 😉.

Von der folgenden Collage möchte ich euch vor allem die untere Reihe  genauer vorstellen (den Rest erkläre ich später): Da seht ihr zum einen links die Katzenstatue mit der Aufschrift Ricardo. Diese Skulptur schuf Niki zum Andenken an Ricardo Menon, der ab dem Jahr 1977 ihr Assistent war und im Jahr 1989 an Aids starb. Die baumartige Skulptur, deren Krone aus Schlangenköpfen gebildet wird, nennt sich der Weltenbaum. An seinem Stamm sind viele kleine Keramikkacheln mit Zeichnungen und Sprüchen angebracht. In seinem Inneren findet sich die Figur des Hängenden. Unten rechts die Figur des Hohepriesters (Hierophant) mit dem Dritten Auge - Karte Nr. 5; er steht unter anderem für Weisheit, Sinnsuche, Wahrheit, die Gesetze des Lebens und die Vermittlung zwischen der irdischen und geistigen Welt.

Die Karte der Sonne - Nr. 19 - wurde von Niki de Saint-Phalle als Vogel entworfen, der jenen der indianischen und mexikaischen Legenden ähnelt; der Vogel ist laut Niki das Geschöpf, das der Sonne am nächsten kommt.

Hier seht ihr ein paar weitere Figuren der Großen Arkana, die Niki in ihrem Tarotgarten dargestellt hat: Links oben Die Wahl (Die Liebenden) - Karte Nr. 6. Darunter Der Stern - Karte Nr. 17, der aus zwei Krügen Wasser in das "Gewässer der Erneuerung" fließen lässt. Rechts Der Teufel - Karte Nr. 15, darunter von links nach rechts: Die Welt - Karte Nr. 21, Der Tod - Karte Nr. 13, der Narr - Karte Nr. 0 (diese Figur hat keinen festen Platz im Park, sie "wandert" umher).

Nächste Collage: Links oben Der Mond - Karte 18, Der Hängende oder Gehängte - Karte Nr. 12, Die Mäßigkeit - Karte Nr. 14, Die Gerechtigkeit - Karte Nr. 8, ein von Schlangen umwundenes Wesen, das - so weit ich weiß - nicht zu den Großen Arkana zählt. Ich vermute, es handelt sich dabei um "Das Orakel", welches das weibliche Gegenstück zum Eremiten darstellt - und da kommt er auch schon,  Der Eremit - Karte Nr. 9.


Was mich am meisten verblüfft nach drei Besuchen des Tarotgartens, bei denen ich geglaubt habe, jede kleinste Ecke entdeckt und ergründet zu haben, ist die Tatsache, dass es hier offensichtlich immer noch Details gibt, die mir nicht aufgefallen sind. In dem - ebenfalls sehr lesenswerten - Beitrag der "Weltenbummlerin" über den Tarotgarten*) zeigt sie z.B. ein einleitendes Foto, auf dem eine Fensterluke mit einem „Fliesenkranz aus badenden Venus-Nanas“ zu sehen ist. Und ich habe nicht die geringste Ahnung, WO im Giardino sich diese doch recht auffällige Fensterluke befinden könnte! Das macht mich irgendwie ganz "wuschig" 😵... Naja, wie oben erwähnt, befinde ich mich jedes Mal in einem geistigen Ausnahmezustand, wenn ich in diesem Park bin 😉...
 
*) Leider kann sich auch die "Weltenbummlerin" selbst nicht mehr erinnern. Sie meinte: "...ich glaube, es war bei der Kaiserin oder beim Magier, aber sicher bin ich mir nicht." Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht bei der Kaiserin oder beim Magier war... Ich habe sämtliche meiner Tarotgarten-Fotos seit 1996 abgesucht, und außerdem die Fotos von Edi und Brigitte, aber auf keinem der Bilder findet sich eine Fensterluke mit diesem Fliesenkranz. Lediglich eine einzelne Fliese auf einem der Gebäudeteil des Herrschers konnte ich finden, die ebenfalls eine Venus in einer Muschel darstellt. Vielleicht gibt es hier unter meinen Leser*innen ja jemanden, der genau weiß, zu welcher Figur dieser Fliesenkranz gehört. Ich würde mich über einen Tipp sehr freuen!
 
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Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben ja noch ein viertes mal in den Tarotgarten - dann möchte ich wirklich die allerletzten Geheimnisse dieses Parks und seiner Figuren ergründen. 
 
Ach ja, und beim nächsten Mal hätte ich dann bitte gerne von Anfang bis zum Ende blauen Himmel und wenige Menschen 😉 - ich weiß, das ist ein bisserl viel verlangt 😇... Aber etwas veräppelt fühlte ich mich schon, als bei der Heimfahrt allmählich die graue Wolkendecke aufriss und sich ein Schönwetterhimmel auftat. Von Marion, der netten Frau, die ebenfalls in unserer Ferienhausanlage wohnte, erfuhren wir, dass es in Gavignano zwar schwere Wolken gegeben, aber keinen einzigen Tropfen geregnet hatte. So viel also zur Wetterprognose... Dennoch ist es ein traumhafter Tag gewesen. Und es würden weitere bezaubernde Urlaubstage folgen.

Herzlichen Dank für all eure wunderbaren Kommentare zu meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel; das nächste ist schon in Arbeit und wird uns gemeinsam nach Florenz führen.

Und vielen Dank euch allen auch für eure lieben Worte zu meinem November-Rückblick, in dem ich euch unter anderem über meine "Oma-Freuden" berichtet habe!
 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿




Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 

beim Mosaic Monday, bei Close to the Ground - Jutta,  Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 


Freitag, 24. April 2020

#Corona Extra 4: SARS-CoV-2 und die Umwelt

Servus Ihr Lieben!


Vielen Dank für eure Kommentare zu meinem vorigen Beitrag #Corona Extra 3: Ein Thema, das polarisiert! Darin bin ich unter anderem auch der Frage nachgegangen, wer von der Pandemie profitiert. Wie ihr wisst, ist für mich das Thema Umwelt wichtig, daher stelle ich mir natürlich auch die Frage, ob die Umwelt von Corona profitiert. 

Man hört ja in diesem Zusammenhang viel Positives: In meinem Beitrag #Corona Extra 1: Die "stade Zeit" wird vorverlegt habe ich ein paar der aufbauenden Texte gepostet, die derzeit durch die sozialen Medien geschickt werden. Darin heißt es unter anderem, dass in Italiens Häfen wieder Delfine gesichtet werden und in Venedigs Kanälen wieder die Fische schwimmen. Durch die Einschränkung des Flugverkehrs - und generell durch die Verkehreinschränkungen - wurde der CO2-Ausstoß deutlich verringert: ein Wunsch, dessen Erfüllung vielen von uns vor kurzer Zeit noch utopisch erschien.

Können wir nun alle aufatmen - oder handelt es sich nur um eine kurze Verschnaufpause? Bringt Corona auch Nachteile für die Umwelt mit sich? Und könnte eine intaktere Umwelt Pandemien verhindern? Diese Fragen will ich heute zu beantworten versuchen. Dazu muss man aber als allererstes verstehen, wie SARS-CoV-2 entstanden ist.


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Fotos von HIER und HIER


Der Covid-19-Erreger ist nicht vom Himmel gefallen. 
Die Corona-Pandemie ist eine Folge menschlichen Handelns, 
eine Folge unserer Naturzerstörung und 
unseres ausbeuterischen Umgangs 
mit den Lebewesen dieses Planeten.
Zitat aus dem WWF-Newsletter - KLICK




Covid-19: Kein Zufall, sondern nur eine Frage der Zeit:
Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürliche Weise von Wirbeltieren auf Menschen übertragen werden können und umgekehrt. 60 % aller Infektionskrankheiten sind Zoonosen und davon wiederum kommt ein großer Prozentsatz (72 %) von Wildtieren.

Für die Wissenschaft ist das Auftreten von SARS-CoV-2 keine große Überraschung: Bereits im Jahr 2005 warnten die Virologen vom Wuhan Institute of Virology davor, dass Coronaviren in Fledermäusen auf Menschen übertragen werden und Pandemien auslösen können.  Fledermäuse und Flughunde können eine Unzahl von Viren beherbergen (Masern, Mumps, Tollwut, Marburg-Fieber, Ebola und andere, seltenere, nicht weniger gefährliche Krankheiten). Den Ansatz, sich Fledermäuse genauer anzusehen, "weil vielleicht Immunmechanismen gefunden werden können, die erklären, wieso diese Fledermäuse nicht erkranken" fände ich also ziemlich wichtig. "Diese Immunmechanismen gegenüber Corona-Viren und dem Ebola-Virus könnten Erkenntnisse liefern, die für den Homo sapiens von Bedeutung ist." (Zitat Prof. Dr. Vogt von HIER)

Fledermäuse sind die "Wirte", übertragen wird das Virus dann von anderen Tieren, die durch die Fledermäuse infiziert wurden. Überträger auf den Menschen waren im aktuellen Fall aller Wahrscheinlichkeit nach lebende oder frisch geschlachtete Tiere, die auf einem Wildtiermarkt - dem „Huanan Seafood Market“ in Wuhan - angeboten wurden.*) Das Fleisch, das dort verkauft wurde, stammte u.a. von Pangolinen (Schuppentieren), Schleichkatzen, Eichhörnchen, Rattenarten, Fasanen, Skorpionen und Schlangen.

*) Wobei ich mir natürlich so meine Gedanken darüber mache, dass sowohl das Forschungslabor als auch der Markt sich in Wuhan befinden. Aber Spekulationen bringen uns jetzt auch nicht weiter. Woher das Virus tatsächlich stammt, wird sich vermutlich nie zu 100 % klären lassen. Ich hoffe jedenfalls, dass für künftige Pandemien (die ja quasi auch schon "angekündigt" sind und die möglicherweise viel schlimmere gesundheitliche Folgen als Covid19 für die Menschheit haben) bessere Vorkehrungen getroffen werden als bisher - sowohl was die Forschung betrifft als auch die Schutzausrüstung - und auch, was die Natur betrifft, können wir einiges tun.



Fotos von HIER und HIER



Wildtiermärkte fördern die Wilderei, die Jagd bedrohter Arten 
und die Ausbreitung von Krankheiten. 
Sie müssen daher geschlossen werden. 



Artenschutz trägt zur Verhinderung von Pandemien bei:
Die illegale Jagd und der Wildtierhandel gehören neben dem Klimawandel und der Zerstörung von Lebensräumen zu den Ursachen des dramatischen, globalen Artensterbens. Manche Wälder gelten bereits als "leergejagt". Und die Zerstörung von Wäldern und anderen Lebensräumen wiederum fördert die Ausbreitung von Zoonosen. Wir müssen also, so gut es geht, gegen beides vorgehen.

Der WWF beschreibt in seinem Beitrag Wie uns Artenschutz vor Krankheiten schützen kann was die Klimakrise mit der Corona-Krise verbindet: Fast die Hälfte der einstigen Waldfläche auf der Erde hat der Mensch bereits vernichtet. Der Lebensraum für Wildtiere wird enger, und zwangsläufig müssen sie sich auf der Suche nach neuen Habitaten menschlichen Siedlungen annähern. Zusätzlich vertreiben die Folgen der Erderhitzung immer mehr Arten aus ihren angestammten Gebieten. "Das Problem sind nicht die Wildtiere, sondern unser enger Kontakt mit den Tieren, der es möglich macht, dass Krankheiten von Tieren auf den Menschen überspringen", so WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke. Mehr darüber HIER.

Weil das Problem des Wildtierhandels über China und das Coronavirus hinausreicht und in vielen Ländern zum Artensterben beiträgt, fordert die Organisation Rettet den Regenwald die weltweite Schließung solcher Wildtiermärkte. Bitte unterstützt auch ihr diese Forderung mit euer Unterschrift - hier geht es zur Petition: KLICK

Quellen:
https://www.mittellaendische.ch/2020/04/08/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/




Weniger Tourismus - gesündere Welt?
Reisende gelten in den Augen mancher als Umweltzerstörer. Ich muss alle enttäuschen, die glauben, dass durch ein Ausbleiben des Tourismus eine bessere, gesündere Welt geschaffen wird. Manche wertvolle Orte dieser Welt werden nämlich nur deshalb unter Schutz gestellt, weil reisende Menschen sie besuchen wollen. Bleiben die Reisenden aus, hört auch der Schutz auf!


"Keine Touristen bedeutet große Not für Mensch und Natur" 


Fotos von HIER


Notruf aus Namibia - Corona-Krise bedroht Schutzgebiete:
Ein dramatischer Notruf kam dieser Tage von Chris Weaver, Direktor des WWF Namibia: SARS-CoV-2 hat nun auch den afrikanischen Kontinent erreicht und droht, sich unter anderem zu einer sozialen und ökologischen Katastrophe in Namibia auszuweiten. Tausende Menschen, die im Naturschutz und Tourismus arbeiten, werden ihre Jobs verlieren und dadurch in existenzielle Not geraten.

Es ist zu befürchten, dass in der Folge viele Menschen versuchen werden, sich und ihre Familien mit Wilderei über Wasser zu halten. Die menschliche Not betrifft also auch direkt den Naturschutz. Elefanten, Antilopen, Büffel und Löwen zählen zu den bedrohten Arten Namibias, deren Bestand sich in den letzten Jahren durch die Etablierung von Schutzgebieten allmählich erholt hat. Wenn die verarmte Landbevölkerung jetzt nur noch mit illegalem Wildtierhandel ihr Überleben sichern kann, werden viele dieser Tierarten erneut an den Rand des Aussterbens gedrängt.

Mit eurer Spende tragt ihr dazu bei, dass die Arbeitsplätze der GemeindewildhüterInnen für ein Jahr gesichert werden - somit erhält auch die unvergleichliche Natur Namibias die Hilfe, die sie jetzt so dringend wie nie zuvor braucht. Und - siehe oben - durch den Schutz der Arten tragt ihr zum Schutz vor Pandemien bei.
Hier geht es zum Notfallfonds für Namibias Wildhüter - KLICK
Auch aus anderen Schutzgebieten, die von der Corona-Krise und dem Ausbleiben der Touristen akut bedroht sind, kommen zahlreiche Hilferufe - hier gelangt ihr zur weltweiten Corona-Notspende - KLICK



Fotos von HIER und HIER



Nashulai braucht ein Wunder - dieses Wunder könnten wir sein:
Auch die Organisation Avaaz erhielt einen dringenden Hilferuf - aus dem Nashulai-Reservat, einem preisgekrönten Naturschutzgebiet in Kenia, das von den Massai geleitet wird. Denn den Menschen, die hinter diesem visionären Naturschutzprojekt stehen, droht jetzt Hunger und Elend.

Das Reservat lebt vom Tourismus und der ist durch die Folgen der Pandemie eingebrochen. Unzählige Massai haben deshalb ihre Jobs dort verloren. Es gibt kein Geld, kein Essen, keine medizinische Versorgung. Weil Parkwächter entlassen worden sind und die Armut zunimmt, könnten Wilderer bald Jagd auf die atemberaubenden Tiere des Reservats machen. 

Die Massai-Ältesten haben einen Notfallplan aufgestellt, um die Nahrungsversorgung sicherzustellen, Gesundheitseinrichtungen zu schaffen und die Tierwelt zu schützen. Doch dafür brauchen sie dringend Geld. 
Hier könnt ihr spenden, um diesem Hilferuf nachzukommen - KLICK.


Amazonas-Katastrophe im Schatten von Corona: 
Im Utopia-Nesletter vom 20. April wird beschrieben, welche Nachricht derzeit durch den Rost fällt, während die Welt vor allem mit dem Thema Coronavirus beschäftigt ist: Im Amazonasgebiet, dem größten Regenwald der Welt, werden gerade im Rekordtempo Bäume abgeholzt. 

Allein in Brasilien ist die Zerstörung immens: Im März 2020 wurde 30 Prozent mehr Regenwald abgeholzt als im März des Vorjahres. Die Corona-Krise beeinträchtige fast alle Bereiche der brasilianischen Wirtschaft, aber nicht die Umweltzerstörung, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die brasilianische Umweltbehörde „IBAMA“ schickt aktuell als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus weniger KontrolleurInnen in gefährdete Gebiete. 

Mitverantwortlich für die erhöhte Regenwaldvernichtung ist Reuters zufolge der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr sei die Abholzungsrate stark angestiegen, da Bolsonaros Politik illegale Holzfäller, Viehzüchter und Spekulanten ermutige.

So könnt ihr den Regenwald schützen:
Um den Regenwald effektiv zu schützen, sind vor allem politische Maßnahmen nötig. Aber auch jede/r Einzelne kann versuchen, etwas dagegen zu tun. Utopia rät in diesem Zusammenhang zu folgendem:

  • Kaufe kein Fleisch, das aus Südamerika importiert wurde.
  • Kaufe kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte aus industrieller Massentierhaltung: Die Tiere werden mit Soja gefüttert, für dessen Anbau womöglich Regenwald abgebrannt wurde. (Der Umwelt zuliebe gilt bei Fleisch ohnehin: Weniger ist mehr.)
  •  Vermeide (konventionelles) Palmöl – auch dafür wird Regenwald gerodet.
  • Kaufe keine Möbel aus Tropenholz.



Fotos von HIER und HIER



Bäume pflanzen fürs Klima - und für eine Welt, die besser gegen Zoonosen gerüstet ist:
Denkt im Zusammenhang damit bitte unter anderem an Ecosia, die Suchmaschine, die Bäume pflanzt! Hier geht's zu einem Interview mit dem Ecosia-Gründer Christian Kroll: KLICK.

Eine weitere der empfehlenswerten Organisationen, die Bäume pflanzt fürs Klima, ist Treedom. In meinem vorigen Post stellte ich euch "ein Video, das Bäume pflanzt" vor und schloss daran eine Bitte - nämlich  auf ein ganz besonderes Video zum Earth Day 2020 hinzuweisen: Pro 1.000 Views verpflichtet sich Treedom, je einen Baum zu pflanzen.

Anlässlich des Internationalen Tags des Baumes (25. April 2020) verlinke ich diesen Teil des Beitrags noch einmal. Seht euch bitte dieses Video an - und teilt es (via Faceebook, WhatsApp, in eurem Blog, per Mail oder was euch sonst noch so einfällt). Jeder Klick zählt.

https://www.youtube.com/watch?v=_nDUxCVcZpo&feature=share&fbclid=IwAR2UcZY9bB7SsrWrHA0ah2TNiOkDum1hmAXAuB2sWrxVVH-cw9LWrc9buDY



Corona und das Meer:
Die Greenpeace-Expedition von Pol zu Pol ist nun zu Ende, doch die UN-Verhandlungen über den Schutz der Hohen See mussten aufgrund der globalen COVID-19 Pandemie vorerst auf Eis gelegt werden. Bedeutet dies das Aus für die Meeresschutzarbeit? Greenpeace sagt: Ganz sicher nicht!  Doch das vielfältige Leben in den Ozeanen können wir nur gemeinsam schützen.

Die Forschungsergebnisse der Greenpeace-Expedition werden nun sorgfältig ausgewertet, um sie so schnell wie möglich internationalen Entscheidungsträgern präsentieren zu können. "Denn eines ist klar: Es muss sich dringend etwas ändern. Wir können nicht so weitermachen wie bisher, indem wir unsere Meere plündern, zerstören und verschmutzen als gäbe es kein Morgen! Deshalb müssen sich die Vereinten Nationen auf einen starken globalen Ozeanvertrag einigen."

Unsere Ozeane brauchen weiterhin unsere Hilfe. Unterschreibt und teilt bitte diese Petition für die Errichtung eines weltweiten Netzwerkes an Meeresschutzgebieten jetzt mit Freunden und Familie:  KLICK

Greenpeace-Schiff

Profitiert die Umwelt also von Corona?
Ihr seht, die Umwelt profitiert leider nur bedingt. Da und dort wirken sich Verkehrseinschränkungen positiv aus, andernorts wiederum rücken jetzt gerade wichtige Projekte in den Hintergrund und in manchen Fälle verschlechtert sich die Situation sogar drastisch!

Es wird jedenfalls nicht so sein, dass "nach Corona" kein Druck auf die Regierungen mehr nötig ist, weil alle vernünftig geworden sind und weil sich die Umwelt wieder nachhaltig erholt hat. Sie kann nur mal kurz aufatmen - und auch das nur zum Teil...

WENN es dauerhaft besser werden soll, müssen wir wachsam bleiben und den Regierungen nicht gestatten, wieder zum "Busines as usual" zurückzukehren ... Denn momentan steht zu befürchten, dass Geld, das ursprünglich für den Klimaschutz verwendet werden sollte, nun zum Wiederankurbeln der Wirtschaft verwendet wird. 

Ich habe hier ein Video für euch, das zu diesem Thema passt. Es trägt zwar den nicht so positiven Titel "Warum das Coronavirus die Umwelt nicht retten wird" - KLICK - (in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln); es zeigt aber ab der Mitte durchaus positive Möglichkeiten auf.

Wir werden also weiterkämpfen müssen - haben aber durch Corona unter Umständen eine andere Argumentations-Grundlage erhalten...

Bleiben wir dran!


Zu meinen vorangegangenen "Corona-Beiträgen" kommt ihr hier:




 Alles Liebe, eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,


PS:
Weitere Links zum Themenkreis:
  • Fünfter Weltweiter Klimastreik am 24. April, diesmal ONLINE - verschiedene Organisationen laden zum Klimastreik ein – aus gegebenem Anlass nicht draußen auf der Straße, sondern im virtuellen Raum. Auch im Netz lässt sich Lärm machen! Fridays For Future Austria - Fridays for Future Deutschland
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Bildquelle KLICK



Samstag, 17. August 2019

Strand-Picknick - Monis Sommerfest 2019



Servus, liebe Leute,...



... schnappt eure Picknickdecken, packt eure Körbe mit feinen Leckereien und Flaschen voll
mit edlen und erfrischenden Tropfen, setzt eure Sonnenhüte auf - und kommt mit zu einem
virtuellen Picknick an einem Traumstrand eurer Wahl!



 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.] 


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Ja, es war wieder so weit - es gab eine neue Themenparty bei unserer Freundin Moni mit
anschließendem Frühstück bei uns daheim. Und das stand in Monis Einladung:



Liebe Freunde,
das Datum des heurigen Sommerfestes rückt näher und so möchte ich Euch das Motto 
bekanntgeben. Wir werden einen kulinarischen Ausflug mit einem

„Strand Picknick“ 
    
am Mittelmeer – in Spanien – Griechenland – Türkei - Italien
am Atlantischen Ozean – in Portugal - Frankreich
an der Nordsee – in Dänemark
und
an der Ostsee – in Schweden – Russland

machen.


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Außerdem ersuchte Moni darum, dass wir uns in Strandpartykleidung schmeißen
 oder Accessoires wählen, die dem Farbthema unseres diesjährigen Festls entsprechen:
türkis, rosa, weiß, blau, sandiges beige, perlmutt…… (oder bunt 😊)


Madame schmeißt sich in Strandparty-Kleidung- ich wählte Türkis- und Sand-/Perlmutt-Töne.


Die Strände in Griechenland, Portugal, Dänemark, Schweden & Co. sind wohl nicht diejenigen,
wo sich Hollywood-Stars bevorzugt herumtreiben. Doch das war uns nur recht - wir wollten ja
unter uns sein - für unser eigenes Shooting. Ingrid kümmerte sich darum, dass wir die richtigen
Utensilien dafür parat hatten - von einer Filmklappe über eine Kamera bis hin zu einer Star-Brille
und sogar einer Oscarstatue. Wie ihr sehen könnt, waren sämtliche Feier-Gäste außerdem von Kopf
bis Fuß auf das Strand- und Farb-Motto eingestellt - und sogar ein Bikini-Inspektor war zugegen
😜... Großes Kino also!





Aber auch Monis Haus war - ebenso wie unseres - in Strandfarben und Strandmotive
gehüllt. Es hat im Vorfeld sogar liebe Post aus der Bloggerwelt gegeben - Claudia leistete einen
supernetten und hübschen Beitrag zu unserer Buffet-Deko. Denn ihr selbst gemachtes Strand-
Kärtchen war als Sommerpost in meinem Briefkasten gelandet, um unser Fest dekorativ zu
unterstützen:





Vielen Dank nochmal, Du Liebe - wie du siehst, hat deine Karte einen Ehrenplatz über dem
Buffet erhalten und passte wunderbar zur übrigen Dekoration. 




Natürlich durfte mein hübscher Picknickkorb nicht fehlen, und auch sonst hatte ich wieder 
weite Teile meines Hausrats zu Moni mitgebracht. Diesmal sogar besonders viele, denn ich hatte
 vor etwa 20 Jahren eine ausgeprägte Maritim-Phase, in der ich mir mehrere Leuchttürme, ein
Strandhaus-Schlüsselschränkchen, einen "Bullaugen"-Spiegel und diverse Bilderrahmen mit
Meeresmotiven zulegte. Da ich nicht zu den Wegwerferinnen zähle, habe ich diese Stücke alle
aufbewahrt und mit farblich passenden Stoffen (auch Schuhbeuteln und T-Shirts), Kerzen & Co.
 ergänzt. Großmutters nackte Strandschönheit aus Keramik - ein Klassiker aus den 50erJahren
- schmückte ebenfalls unser Buffet. 





Die Freude war groß, dass wir wieder mit genau derselben Belegschaft feiern konnten wie in
den vergangenen zwei Jahren - aus gesundheitlichen Gründen war das bis kurz vor dem Fest
nicht gesichert, aber letztendlich waren alle da und mit Spaß bei der Sache.




In der oberen Collage seht ihr rechts einen Ausschnitt aus einem der Gruppenbilder,
wo ihr u.a. einen näheren Blick auf Herrn Rostrose mit Sonnenhut, Hawaiihemd und
"falschem Schnurrbart" werfen könnt. Außerdem seht ihr da vorne die Gastgeberin Moni
und hinten rechts ihren Mann Michael, und dann sind da auch noch unsere Freunde Rosi und
Hans im Bild, die wir bei unserer ersten Indienreise im Jahr 2010 kennengelernt haben. Und
 mit diesen beiden werden wir zwei Rostrosen in nicht allzu ferner Zukunft abermals eine 
Reise unternehmen. Mehr wird aber vorläufig noch nicht verraten.



Oben und unten könnt ihr einen Blick aufs Wohnzimmer werfen, das ich "zweigeteilt"
dekoriert habe: Beim Esstisch und seiner Umgebung habe ich mich an dieselben Farben und
Dekoelemente gehalten wie beim Buffet, also Meerestürkis, Himmelblau, Sandfarben, Perlmutt-
Töne, Muscheln, Leuchttürme, Matrosen, Sonnenhüte, Boote & Co.




Beim Sofa hingegen kam einerseits meine seegrüne Picknickdecke mit dem Rosenmuster
zum Einsatz, außerdem meine farblich passenden "Lampionkugeln" und verschiedene Körbe,
vor allem aber habe ich dort mit Erinnerungsstücken von Moni und mir dekoriert, die die
einzelnen Länder repräsentieren, die Moni in ihrer Einladung erwähnt hat.





Auch wenn an diesem Tag einige dunkle Wolken am Himmel herumzogen, hielt es letztendlich 
gut aus und wir glücklichen Gäste konnten den Aperitif (einen „Hugo“ mit oder ohne Alkohol) im
Garten einnehmen und gemütlich plaudern, während Moni das Buffet mit den von ihr zubereiteten
„Strand-Picknick“-Köstlichkeiten bestückte.




Welche Köstlichkeiten das waren, wollt ihr wissen? Ich schreibe sie für euch mit den jeweiligen
Ländern in Klammer von Monis Menükarte ab: Empanadas mit Hühnerfleischfüllung (Spanien),
Gefüllte Weinblätter (Griechenland), Köfte mit Schafskäsefüllung und Joghurtdip mit Minze (Türkei),
Grissinistangerl mit Prosciutto, marinierte Oliven (Italien), Puddingtörtchen (Portugal), Camembert-
salat mit Burgunderschinken  - der war übrigens besonders raffiniert durch Marillen / Aprikosen und
Lavendelzucker - (Frankreich) , Gekühlte Erbsen-Minze-Suppe (Großbritannien), Smørrebrød mit
 Nordseekrabben und Smørrebrød  mit Rinderschinken (Dänemark / Schweden), Russische Eier 
(Russland).





Wenn ich mir die Bilder so ansehe, bekomme ich gleich wieder Appetit auf all diese Leckereien!
 Moni hat - wie in jedem Jahr - Unglaubliches geleistet und uns mit ihren Kochkünsten auf das 
Wunderbarste verwöhnt!


 

๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩

Es war ein wunderschönes Fest, das wir allesamt wieder sehr genossen haben. Und wie meine
regelmäßigen LeserInnen bereits wissen, gibt es bei Monis Sommerfesten üblicherweise am Tag
danach ein Frühstück bei uns für die Übernachtungsgäste. Natürlich war auch unser Haus wieder
dem Motto entsprechend geschmückt - ihr werdet doch nicht ernsthaft glauben, dass ich keine
weiteren zum Thema passenden Teile mehr daheim hatte, bloß weil die Hälfte unseres Hausrats
noch bei Moni und Michi lagerte 😜!




So also sah das Rostrosenhaus aus, während es auf die Frühstücks-Gäste wartete. Auch hier
herrschten wieder Sandfarben und Meerestöne vor, auch Schaufensterpuppe Amanda war
entsprechend gekleidet und natürlich hatte ich auch die Fotografien an der Wand wieder
ausgetauscht, damit sie möglichst zu Sand, Strand und Meer passen.






Auch ein paar geliebte Urlaubsmitbringsel meiner Eltern durften bei der Deko „mitspielen“ – 
so zum Beispiel eine Kanonenkugel, die meiner Mutter im Jahr 1956 in Sirmione fast auf den Kopf,
zum Glück aber dann doch nur vor die Füße gefallen ist, oder die winzige Isolabella-Vase,
die in meiner Kindheit immer mit Gänseblümchen, Schneeglöckchen oder anderen jahreszeitlich 
passenden kleinen Blumenschönheiten bestückt wurde. (Ab und zu durfte sie bei meiner Barbie 
auch Bodenvase sein.) Dazu kommen noch jede Menge eigene Erinnerungsstücke und Geschenke
 - einige davon stammen auch aus der Bloggerwelt 😊😚😘



    


Hasendame Svenja ist kein Osterhase, und weil sie farblich so gut passt, darf sie klarerweise
als Strandhase auf dem Sofa sitzen.


Katzendame Nina lag hingegen in "ihrem" Korbsessel, aber als dann (für ihren Geschmack)
zu viele Gäste im Haus waren, verzog sie sich lieber in den Garten. Und auch Kater Maxwell
streunte an diesem Vormittag irgendwo draußen rum.




Wobei der "Vormittag" auch diesmal bis zum frühen Nachmittag dauerte. Und
schön war's! Hier seht ihr nochmal den gedeckten Frühstückstisch, diesmal schon mit
"Essbarkeiten" drauf...




๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩๑๑۩



... und zu guter Letzt natürlich wieder die obligatorischen seriösen Gruppenfotos mit unseren
Freunden! Ihr Lieben, wir drücken euch - es hat uns wieder großen Spaß gemacht, mit euch zu feiern
und zu plauschen! Und liebe Moni: Heute ist dein tatsächlicher Geburtstag - wir wünschen dir
auch auf diesem Weg nochmal alles, alles Gute, viel Glück und Gesundheit!  🎉




Hier gibts für alle, die die früheren Themen-Sommerfeste noch einmal Revue
passieren lassen oder sich die Dekorationen im Wandel der Zeit ansehen und sich
davon inspirieren lassen wollen, die Links zu den Festen von 2011 bis 2018:



Das war's von einem tollen Fest im August! Doch dieser Monat hatte noch einige weitere
Aktivitäten in petto - über die ich euch jedoch ein anderes Mal erzählen werde...


Fotos: Herr und Frau Rostrose (und eines von Ingrid)
Herzliche rostrosige Grüße
von eurer Traude
Rostrose auf Facebook
 
 
Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
den Modischen MatronenNaturdonnerstag von Jahreszeitenbriefe,