Samstag, 5. Dezember 2020

Unser November - von Himmelblau bis Feurig-Orange

Servus Ihr Lieben!

 

Vielen Dank für all eure Kommentare zum ersten Teil meines Hallstatt-Berichtes: Ja, das ist wirklich ein außerordentlich hübscher Ort, und ich werde euch demnächst noch mehr von der sehenswerten Gegend zeigen. Aber heute geht's mit meinen  November-Schilderungen weiter. 

Über unsere erste Novemberhälfte habe ich euch HIER erzählt, und obwohl ab 17.11. bei uns ein verschärfter Lockdown in Kraft trat, waren wir auch in der zweiten Hälfte keineswegs inaktiv. Wir ließen uns vom blauen Himmel gern nach draußen locken - doch auch die Gemütlichkeit kam nicht zu kurz, es gab kuschelige Stunden, orange schimmerndes Kerzenlicht und knisterndes Ofenholz. 

Spätestens seit dem tollen Colour-Energy-Beitrag von Maren wissen wir alle, dass die Komplementärfarben Blau und Orange einander perfekt ergänzen. Und so sorgten wir - trotzdem nicht immer alles "eitel Wonne" war - für so viel Harmonie wie möglich in unserem Leben.

 

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Telefonieren und Walken:

Vom 17. November gibt es keine Fotos - doch es gab ein langes Telefonat mit meiner Freundin Judith, die uns ursprünglich an diesem Tag besuchen wollte. Es gibt viele Möglichkeiten, um das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, unter anderem auch, eine kleine Ewigkeit am Handy miteinander über Gott und die Welt zu plaudern. 

Und wenn sich der Novemberhimmel so zeigt wie am 18. und am 21.11. ist das ein Aufruf: "Nichts wie raus!" Also habe ich an beiden Tagen meine Walkingstöcke geschnappt und bin dem Aufruf gefolgt:

Ninas neue Rituale:

Am Morgen des 21. November sah es noch gar nicht so verlockend aus - da gab es leichten Raureif in unserem Garten und es war entsprechend kalt. Unsere liebe alte Nina ließ sich weder dadurch noch durch ihre Blindheit davon abhalten, zu unseren Nachbarn zu gehen. Es ist inzwischen zu ihrem täglichen Ritual geworden. Manchmal kuscheln wir morgens im Bett oder beim Frühstück miteinander, aber spätestens am Vormittag bricht sie auf, um ihre Freunde Jasmine und Robert zu besuchen. Sie geht sehr vorsichtig, aber sie findet den Weg. Wenn die beiden keine Zeit für sie haben, kehrt sie zu uns zurück und versucht es etwas später wieder.

 

Als für uns offensichtlich wurde, dass Nina erblindet ist, haben wir gemeinsam mit unseren Nachbarn nach Wegen gesucht, um diese Besuche für Nina so sicher wie möglich zu machen. Ich schreibe jetzt meist eine Nachricht via WhatsApp, dass Nina unterwegs ist. Und sobald sie angekommen ist, gibt es eine Bestätigung. 

Die beiden Fotos unten von Nina auf der Couch hat uns Jasmine geschickt. Unsere Katze fühlt sich dort wohl, sie hat Ruhe von Maxwell und wird verwöhnt. Unsere Nachbarn hatten früher einen Kater, der aber vor ein paar Jahren verstorben ist, und sie freuen sich über Ninas Besuche. Abends wird Nina dann entweder von uns abgeholt oder von den Nachbarn zu uns getragen, damit sie nicht allein durch die Nacht irren muss. Am 3. Dezember, als es bei uns Neuschnee gab, habe ich sie auch Vormittags zu den Nachbarn getragen, denn Nina mochte nicht durch den Schnee gehen, aber sie wollte eindeutig hinüber. So vertüddeln wir unser gemeinsames Schätzchen eben, so lange es geht. 


UPDATE: I read the English translation of my blog post and had to laugh when I read "Our neighbors used to have a hangover, but he passed away a few years ago" ... They didn't have a hangover, they had a male cat. (In German language it's the same word - "Kater" - for both ;-DDD)

Von Zuckerrändern, Villen und Kängurus:

Am Morgen des 22. November war der Raureif noch intensiver und die Blüten der Rosen trugen einen attraktiven "Zuckerrand".

 

Auch dieser Tag entwickelte sich zu einem prächtigen Blau-Himmel-Tag. Also beschlossen Edi und ich, einen Ausflug auf den Harzberg zu unternehmen, und fuhren daher nach Bad Vöslau. Kurz vor dem Ende unserer geplanten Fahrtstrecke fiel mir ein beeindruckendes Gebäude auf, das ich mir näher ansehen wollte, und ich rief: "Halt an!" 

Edi ist zumeist nicht sehr begeistert von solchen Spontan-Entschlüssen meinerseits, auch wenn sie erfahrungsgemäß fast immer zu interessanten oder schönen Erlebnissen führen. Etwas grummelnd parkte er den Wagen, und dann bestaunten wir die Villa Weinfried aus dem Jahr 1876. (Ich nehme an, der Name ist eine Anspielung auf Richard Wagners Villa Wahnfried). Auch unter dem Namen Schlumberger Schlössl ist das Gebäude bekannt. Für schlappe € 4.950.000,00 steht es übrigens zum Verkauf. Falls ihr Lust auf eine Innenraumbesichtigung habt, kann ich euch dieses kurze Video ans Herz legen.

 

An das Gebäude grenzt ein Weingarten, und auch vis-a-vis erheben sich Weinhänge, die der bekannten Schlumberger Wein- und Sektkellerei gehören. Bitte beachtet hier außerdem den wolkenlosen Himmel und merkt euch diesen Anblick. Als wir wieder vom Berg zurückkamen, sah es nämlich ganz anders aus.

  

Indem wir bei der Villa Weinfried parkten, entdeckten wir einen neuen Weg auf den Harzberg. (Auch das hatte sich also durch meinen spontanen Einfall ergeben.) HIER und HIER habe ich euch schon über vorangegangene Ausflüge auf diesen Wienerwald-Berg erzählt.


Unser Weg führte uns teilweise über einen Naturlehrpfad mit Informationen über die Harzgewinnung auf dem Harzberg, über das Waldsterben und über einzelne Pflanzen am Wegesrand; außerdem begingen wir ein Teilstück eines Rundweges, bei dem es sich um einen Geologischen Lehrpfad handelt. Und somit wanderten wir nicht nur durch einen Wald aus Bäumen, sondern auch durch einen Schilderwald:

Auch die sogenannte Waldandacht war durch ein Schild gekennzeichnet - und ebenso die Kaiser-Fanz-Josef-Jubiläumswarte, die ihr in der übernächsten Collage seht. 

 

Wer meine früheren Beiträge über den Harzberg kennt oder selbst schon mal oben gewesen ist, weiß auch, dass man beim Schutzhaus eine - für österreichische Verhältnisse - ganz besondere Tierwelt vorfindet. Denn hier lebt eine Herde von Rotnackenkängurus (Bennett-Wallabys), seit Kurzem außerdem drei Parma-Kängurus mit einer Größe von maximal 40 cm (von ihnen gibt es weltweit nur noch wenige tausend Exemplare.) Und auch ein hübsches Albino-Känguru ist dabei.

 

Wegen der Corona-Krise blieb das Schutzhaus am Harzberg geschlossen, doch es gab Glühwein- und Punsch-"Tankstellen" und außerdem das Ersuchen um eine kleine Spende für Kängurufutter. Wir haben natürlich gern etwas für die Süßen gespendet - und uns außerdem jeweils einen Becher Bratapfelpunsch gegönnt.

 

Dann ging es wieder zurück zum Auto - und hier seht ihr nun, wie sich der Himmel über den Weinbergen in der Zwischenzeit verändert hatte:

 

Es handelte sich bei dieser Wolkenansammlung allerdings nur um einen verhältnismäßg kleinen "Fleck" - ließ man den Blick zur Kirche schweifen, sah der Himmel ganz anders aus. Die Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Bad Vöslau wurde von 1860 bis 1870 erbaut und ist laut Wikipedia der bedeutendste Sakralbau jener Zeit im südlichen Niederösterreich. Mehr darüber könnt ihr HIER erfahren.

 

Licht und Wärme:

Nachdem dieser Tag unser allmonatlicher freiwilliger computerfreier Tag war, machten wir es uns anschließend an den Ausflug im Wohnzimmer komfortabel, spielten Karten und Brettspiele und sahen uns Filme an, die wir extra für diesen Tag aufgenommen hatten. Dazu ließen wir in unserem kleinen Wohnzimmer-Ofen ein gemütliches Feucherchen knistern:

 

Am 24.11., also genau einen Monat vor Weihnachten, fing ich dann mit der Adventdeko an. Auch auf der Ofenplatte steht etwas Deko. (Wenn wir wieder einheizen wollen, müssen wir die eben vorübergehend abräumen. Aber normalerweise ist unser kleiner Zusatz-Ofen im Wohnzimmer nur als Wärmequelle für die Übergangszeit oder als Notheizung gedacht. Wenn wir damit einheizen, müssen wir die Fußbodenheizung schon vorsorglich abdrehen, sonst wird es uns zu heiß im Wohnraum.) 

Auch unser Adventskranz steht auf dem Ofen - könnt ihr euch noch an ihn erinnern? Diesen "Upcycling-Kranz" habe ich im Vorjahr bei Heidi vom Blog Heidis grüne Ecke gewonnen und euch HIER darüber erzählt:

Am 24. November war es übrigens vorbei mit dem blitzblauen Himmel - da war unser Garten in Nebel gehüllt. Wenn draußen alles grau in grau ist, tut es gut, dem Auge leuchtende Farben zu bieten - sowohl im Haus...

 

... als auch davor ...

 

... und auch freundlich-leuchtende, sonnige Farben aus dem Kleiderschrank tun da der Seele gut. Mit diesem Outfit aus unterschiedlichen Orangen-, Mandarinen- und Rosttönen beteilige ich mich an Marens Linkup zum Thema Orange. Unter dem Sommerrock aus Thailand trug ich wärmende Leggings. Das Shirt ist ein Mitbringsel aus Indien. Die Kette habe ich in Namibia gekauft. Und die Strickweste ist selbst gefärbt.

Auch ihr alle dürft Ihr Euch dort übrigens verlinken - mit allen Beiträgen, die irgendwie zum Thema passen. Das können Outfits mit der Farbe Orange sein, Orange im Wohnraum - oder auch Beiträge, die davon handeln, wie Ihr mehr Genuss in Euer Leben gebracht habt oder wie ihr Euer "inneres Kind" gelebt habt...

 

Ihr Lieben, das war es für heute! Es gäbe noch ein paar Bilder vom 30. November, doch das, was wir an diesem Tag gemacht haben, hängt in gewisser Weise schon mit Edis Einsatz als Komparse bei der TV-Serie Vienna Blood zusammen, der am 1. Dezember begann und der ihn für vier Tage zum Mönch 😇 werden ließ... Darüber erzähle ich euch also demnächst mehr... Und dann bekommt ihr auch die hiesigen Schneebilder zu sehen 😊⛄

 

Euch allen wünsche ich nun noch eine wunderbare, genussvolle Adventszeit, in der euer "inneres Kind" voller Vorfreude und Neugierde ist!

 

Ganz herzliche Rostrosengrüße,


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
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Freitag, 27. November 2020

Freie Sicht auf Hallstatt! - Salzkammergut 2020

Servus ihr Lieben,
🍂💒⛰️💒🍂

 

...es geht weiter mit einem neuen Salzkammergut-Urlaubsbericht. Beim letzten Mal nahm ich euch mit zu einer Wanderung auf dem Seenplateau der Tauplitzalm. Wollt ihr mich heute in eine Ortschaft begleiten, die aussieht, als würde sie aus einem Bilderbuch gesprungen sein und die gleichzeitig von großer historischer Bedeutung ist? Dann kommt mit mir nach Hallstatt!

Als Edi und ich im Jahr 2018 erstmals in Bad Mitterndorf Urlaub machten, riet uns unser Wanderführer Hermann nebenbei zu einigen Ausflügen in andere Ortschaften des Salzkammerguts, z.B. zum Grundlsee, nach Bad Aussee oder nach Bad Ischl. Über Hallstatt hingegen sagte er: "Da braucht's gar nicht hinfahren - außer ihr wollt's Chinesen sehn." Nachsatz: "Vor lauter Chinesen sieht man dort nämlich sonst nix..."


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Himmelsblick am 10. Oktober: Vor dem Frühstück sah man gerade mal bis zur gegenüberliegenden Straßenseite; 
nach dem Frühstück begann sich der Nebel aufzulösen.

Tatsächlich erfreut sich Hallstatt im Asiatischen Raum großer Beliebtheit. In China führte diese Beliebtheit sogar dazu, dass man  2011 in der südchinesischen Provinz Guangdong (zwei Autostunden nördlich von Hongkong) den Ortskern von Hallstatt als Wohnsiedlung nachzubauen begann - und zwar 1:1, inklusive (viel kleinerem) See - allerdings seitenverkehrt... und natürlich ohne das wundervolle Bergpanorama ringsum. Das ausführende chinesische Immobilienunternehmen hat bereits mehrere Kopien westlicher Gebäude oder Stadtteile im deutschen, spanischen, britischen und italienischen Stil errichtet - diese gelten als lebenswerter als die üblichen, von anonymer Einheitsarchitektur geprägten Großstädte, und dafür geben wohlhabende Chinesen gerne Geld aus. Im Juni 2012 wurde die Siedlung eröffnet.

Hallstatt in China - Bild von Hanno Böck - 
Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0 - KLICK

Manche Chinesen begnügen sich damit, den Klon zu besuchen, doch wer es sich leisten kann, möchte das Original mit eigenen Augen gesehen haben. Verständlich - denn das Flair eines jahrhundertelang gewachsenen Alpendorfes kann man nicht imitieren. Und so stieg die 750-Seelen-Gemeinde Hallstatt während der letzten Jahre zu einem der beliebtesten Touristenziele Österreichs auf. 

Das brachte die Kasse im kürzlich noch verschuldeten Hallstatt zum Klingeln, schadete aber zugleich dem Idyll. Denn im Jahr 2018 kam annähernd eine Million Touristen in den kleinen Ort, manche von ihnen wussten nicht einmal, dass Hallstatt "echt" ist und kein Schaudorf - hatten keine Ahnung, dass hier Menschen leben und diese nur wenig Begeisterung dafür aufbringen, wenn in ihrem Garten fotografierende Chinesen stehen oder Drohnen über ihrem Haus fliegen. HIER könnt ihr einen interessanten SPIEGEL-Bericht zum Thema lesen.

Durch Covid19 veränderte sich die Lage. Die asiatischen Touristenströme blieben aus - des einen Freud, des anderen Leid, denn allein schon durch die Gebühr für die öffentlichen Toiletten hatte die Gemeinde 150.000 Euro im Jahr erwirtschaftet. Die Fremdenverkehrsindustrie begann nach Ende des ersten Lockdowns jedenfalls mit dem Slogan "Hallstatt - wenn nicht jetzt, wann dann?" um Besucher aus dem Inland bzw. dem nahe gelegeneren Ausland zu werben - siehe unten. Rechts daneben seht ihr Instruktionen in verschiedenen asiatischen Schriftzeichen, die nach wie vor auf den öffentlichen Toiletten von Hallstatt aufgehängt sind. Denn die nächste asiatische Touristenwelle wird mit großer Wahrscheinlichkeit kommen. Spätestens, wenn der Impfstoff Wirkung zeigt.


  🍂💒⛰️💒🍂

5. Tag - 10. Oktober 2020 - Hallstatt

"Wenn nicht jetzt, wann dann?" - das dachten auch wir uns. Und nachdem der Wetterbericht verkündete, dass Samstag, der 10.10. der letzte (weitestgehend) trockene Tag unseres Urlaubs sein würde, wählten wir diesen Tag für unseren Ausflug. Eine gute Wahl, denn obwohl Wochenende war, hielt sich der Besucher-Zustrom in angenehmen Grenzen. Wir fanden sofort einen (gebührenpflichtigen) Parkplatz, mussten bei den Toiletten nicht in der Schlange stehen und wir hatten freie Sicht auf den Hallstätter See und die bezaubernde Silhouette von Hallstatt:


Das Ortsbild wird von zwei Kirchen geprägt, deren Glockentürme ich euch in der folgenden Collage näher zeige - links seht ihr die katholische Kirche, rechts die evangelische. Diese Türme schicke ich zu Nova für ihre Glockenturm-Sammlung. (Wie die Kirchen im Inneren aussehen, zeige ich euch weiter unten.) Ich habe auch noch ein drittes Türmchen hinzugefügt, von dem ich glaube, dass es eine Glocke beherbergt - allerdings handelt es sich bei diesem hölzernen Turm nicht um eine Kirchturmspitze, denn gekrönt wird sie von Schlägel und Eisen, dem international gebräuchlichen Symbol für den Bergbau.

Dem reizvollen Anblick der Ortschaft und dem Blick über den See kann man sich tatsächlich nur schwer entziehen. Seht ihr in der nächsten Collage das Schloss gegenüber dem Holzsteg? Ich habe es mit dem 83-fach-Zoom meiner Nikon Coolpix P900 so nah wie möglich herangeholt (kleines Foto rechts). Es handelt sich dabei um das Schloss Grub am Ostufer des Hallstätter Sees in der Nähe von Obertraun. Das Schloss steht unter Denkmalschutz und befindet sich in Privatbesitz eines Fleisch-Großproduzenten.


Bei den Zillen, die auf dem Hallstätter See ihre Kreise ziehen, handelt es sich um Nachbauten historischer Arbeitsschiffe. Im Salzkammergut nennt man sie Plätte oder Fuhre („Fua“). Wie so vieles in Hallstatt, haben auch diese Boote ursprünglich mit dem Salzabbau zu tun, der auf dem Hallstätter Salzberg seit Jahrtausenden betrieben wird. Diese Fuhren wurden schon vor 500 Jahren verwendet, um das Weiße Gold über den See und den Fluss Traun in die Welt hinaus zu transportieren. Heute werden sie als Touristenausflugsboote oder z.B. für Hochzeitsshootings verwendet.

Auch bei einem Spaziergang durch den Ort gibt es sehr viel Ansprechendes zu sehen. Die Häuser, die sich teilweise eng an den Berghang schmiegen, sind gut erhalten und zumeist liebevoll geschmückt - einige von ihnen stehen unter Denkmalschutz - und natürlich gibt es an jeder Ecke verlockende Läden mit lokalen Spezialitäten oder hübschen Mitbringseln. Kommt, wir flanieren ein wenig durch Hallstatt:

Solch ein geschnitzer Pfeifenraucher macht sich gut auf der Bank neben der Haustür... und das herbstlich gefärbte 
Weinlaub ist ein wundervoller Wandschmuck.

 🍂💒⛰️💒🍂

Unten seht ihr Edi vor einem schmucken gelben Haus in einem Korb stöbern - es handelt sich dabei um einen Laden namens "Salzkontor", in dem u.a. verschiedenste Salz-Gewürzmischungen, aber auch handgemachte Seifen, Cremes und verschiedene Dekorationsgegenstände angeboten werden. Wir haben hier ein "Wüdarasalz" (Wildgewürz) für uns und auch noch ein paar Würzmischungen und (palmöl-freie) Seifen als Mitbringsel für Freunde und Familienmitglieder gekauft.

 
Unten links bekommt ihr einen kleinen Einblick in den Laden. Der wohlgenährte Kater auf dem Foto in der Mitte ließ sich von mir streicheln (siehe übernächste Collage). Auf unserem Rückweg sahen wir ihn dann leider mit einem Vogel im Maul über die Straße rennen... 🙀 (Update: Heidi hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass "der wohlgenährte Kater" sehr wahrscheinlich weiblich ist, "denn nur ganzganzganzganz wenige dreifarbige Katzen sind männlicher Natur". Wieder etwas dazu gelernt - und nun kann ich euch auch noch diesen informativen Artikel zum Thema bieten: KLICK)
 
 
Das wunderschöne handbemalte Keramikgeschirr in der nächsten Collage hätte es mir total angetan. Allerdings gibt es in unserem Geschirrschränken kein Fitzelchen Platz mehr, also habe ich mich damit begnügt, es zu fotografieren.

 
In einem Laden könnte man Schilder für Küche, Keller, Garten erstehen, doch auch hier habe ich bloß ein Foto davon angefertigt. Zusammen mit den anderen Schildern verlinke ich diese Collage bei Artis "Schilderwald".

 
Auf dem großen Foto in der folgenden Collage seht ihr den pittoresken Marktplatz von Hallstatt mit der Pest-/Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahre 1744. Leider stand auf dem Platz die ganze Zeit ein nicht sehr malerischer Lieferwagen herum... und somit gibt's nur wenige Fotos von dort.


Nicht weit vom Marktplatz entfernt kommt man zur Evangelischen Pfarrkirche von Hallstatt. Diese wurde zwischen 1859 und 1863 im neugotischen Stil errichtet. 26 % der Hallstätter Bevölkerung bekennen sich zur evangelischen Kirche. Dazu ein interessanter Auszug aus Wikipedia:
 
"Wie in vielen Bergbaugemeinden Österreichs waren auch in Hallstatt die lutherischen Lehren auf fruchtbaren Boden gefallen. Erst die Truppen des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau verhalfen zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Gegenreformation zum Sieg. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts wurden hunderte Protestanten aus Hallstatt ausgewiesen und nach Siebenbürgen verschleppt [siehe: Landler: Als Landler oder Siebenbürger Landler bezeichnet man die Protestanten, die unter Karl VI. und Maria Theresia in der Zeit von 1734 bis 1756, u. a. aus dem österreichischen Kernland in das einzige Gebiet der Habsburgermonarchie, in dem der Protestantismus geduldet wurde, nach Siebenbürgen in die Nähe der Stadt Hermannstadt deportiert wurden.] Erst durch das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 wurde den Protestanten rund um den Dachstein ihre Religionsausübung wieder teilweise ermöglicht."

Und weiter von hier:

"Während der Bauzeit der Kirche erließ Kaiser Franz Joseph I. das Protestantenpatent von 1861, das eine weitgehende Gleichstellung der Evangelischen mit den Katholiken ermöglichte."

Der Altar ist aus Eichenholz. Das farbige Altarbild stammt von einem akademischen Maler. Die bereits 1810 von der 
katholischen Kirche Ebensee angekaufte Schleifladenorgel, die bereits im Bethaus ihren Dienst versah, wurde auch
 in der Kirche wieder aufgestellt. Quelle: KLICK
 

Ein Gedanke, der vielleicht eine Anregung für die Adventszeit sein könnte: Der Religionsfriede, der hierzulande (zumindest unter Christen) herrscht, ist also keineswegs alt. [Das sollte man sich auch vor Augen halten, sofern man scheel auf Vertreter anderer Religionsgemeinschaften blickt... Und es legt die Frage nahe, warum eigentlich immer wieder Unfrieden herrschen muss zwischen Menschen, die ja genau genommen alle irgendwelchen göttlichen Friedens- und Nächstenliebe-Geboten unterstehen...]
 
Wie auch immer: 63 % der Bevölkerung von Hallstatt bekennen sich zur katholischen Kirche. Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, auch Maria am Berg genannt, befindet sich im Vergleich zur evanglischen in erhöhter, hochwassersicherer Position. (Doch wie es heißt, ist die evangelische Kirche durch ihre hohe Spitze dem Himmel „ebenso nahe“ 😉.) Der mächtige Turm ist der einzig erhaltene Teil einer Vorgängerkirche aus dem Jahr 1320. Anno 1505 wurde der Bau dieser Kirche im Stil der Spätgotik fertiggestellt. Mehr über die Baugeschichte könnt ihr HIER lesen.

 
Beim Betreten des Innenraums sieht man im Doppelchor zwei Flügelaltäre. Der Hallstätter Marienaltar (entstanden um 1510–20) zählt zu den bedeutendsten und aufwendigsten spätgotischen Wandelaltären Oberösterreichs. HIER könnt ihr mehr darüber erfahren und euch den Altar auch mit geschlossenen Flügeln ansehen.  
 
Der neugotische Kreuzaltar im nördlichen Bereich des Doppelchores entstand im Rahmen der Restaurierung und Regotisierung der Kirche in den Jahren 1888 bis 1895.
 
Das Portal mit Fresken ist mein T in die neue Woche für Nova
 
Der sehenswerte alte Friedhof an der Nordseite der Kirche dient sowohl den evangelischen als auch den katholischen Christen als letzte Ruhestätte. Im Friedhof befindet sich auch eine als Beinhaus genutzte Kapelle. 
 
Leider haben wir es verabsäumt, diesen Karner zu besuchen. Wir haben nämlich erst bei unserem zweiten Teil des Ausfluges - oben auf dem Salzberg - erfahren, dass das Hallstätter Beinhaus auf der Welt einzigartig ist: Hier werden seit ca. 1600 die Gebeine ganzer Generationen vollständig aufbewahrt - und zwar in speziell verzierter Form.


Mehr darüber könnt ihr HIER lesen - oder ihr wartet einfach auf den zweiten Teil meines Hallstatt-Berichtes. Da unternehmen wir nämliche eine Zeitreise in mehreren Etappen: Wir fahren zunächst mit der Salzbergbahn gemeinsam zum Hallstätter Hochtal, genießen von dort den sogenannten "Welterbeblick", spazieren einen informativen Salzwelten-Pfad entlang und besuchen anschließend auch noch das Museum Hallstatt, das (neben dem Naturhistorischen Museum Wien) die zweite umfangreiche Sammlung von Fundstücken der Hallstattzeit in Österreich besitzt. Ich hoffe, unser heutiger Spaziergang durch Hallstatt hat euch Spaß gemacht und ihr wollt auch beim nächsten Mal wieder dabei sein! 

Bedanken möchte ich mich bei euch noch für eure lieben Kommentare und Gratulationen zu meinem Post Novemberlicht, Ausflüge und etwas "andere" Geburtstagsfeiern. Schön, dass ihr mitgewandert seid und mitgefeiert habt! Und zu guter Letzt will ich euch noch erinnern, dass ihr weiterhin eure Beiträge zum Themenkreis Nachhaltigkeit im Alltag / grünes Leben / DIY / urbane Selbstversorgung / zero waste / Plastikreduktion / Naturkosmetik usw. unter meinem Gastbeitrag im Blog einfach. nachhaltig. besser. leben. verlinken könnt. Vielen Dank an alle, die es schon getan haben! 
 
 
Ich wünsche euch einen guten Start in den Advent!

 Ganz herzliche Rostrosengrüße,



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Samstag, 21. November 2020

Novemberlicht, Ausflüge und etwas "andere" Geburtstagsfeiern

 

Novemberlicht.
Dein Schein von scheidenden Blättern geschmückt,
als suchten sie bei dir Halt.
Längst weiter gewandert ist ihre Zeit,
das Jahr, das matte, ist alt.

Novemberlicht.
Du schickst dein Lächeln hinaus in die Nacht.
Ein leises Seufzen verhallt.
„Psst!“, flüsterst du und nimmst meine Hand.
Das Dunkel ist nicht mehr kalt.

© Elke Bräunling
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung 

Servus ihr Lieben!

Am 2. November war unser Garten in ein ganz spezielles Licht getaucht: Am Himmel hingen düstere Wolken, doch die Gräser und die Blätter der Bäume wurden von einem Sonnenscheinwerfer beleuchtet und strahlten golden. 

 

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Gut, dass ich den Moment eingefangen habe - wenig später war er vorbei. Doch es gab - neben graukalten Nieseltagen - durchaus noch weitere sonnige Zeiten. Manche nützten wir für kleinere oder größere Ausflüge - wie zum Beispiel den strahlenden 6. November, als wir wieder einmal zur  
fuhren. Über dieses Ausflugsgebiet habe ich euch schon mehrmals erzählt - KLICK HIER zu meinen älteren Beiträgen. 

Diesmal nahmen wir einen Weg, den wir bisher noch nicht kannten. Das Richtungsschild "Kalkofen-BAXA" gibt einen Hinweis darauf, dass in der Gegend Kalkabbau betrieben wurde und teilweise auch immer noch wird. Zum alten, historisch einzigartigen Kalkschachtofen aus dem Jahr 1893 sind wir nicht gegangen - das holen wir ein andermal nach - er dient jetzt als kulturelle Begegnungsstätte und Museum. 

Stattdessen wanderten wir durch herbstlich gefärbten Laubwald und auf der Steinbruchstraße an ehemaligen Steinbrüchen entlang. Man geht hier eine Weile unter freiem Himmel - das heißt, der Weg ist für heiße Sommertage nicht gut geeignet, aber umso mehr für heitere Herbst- und Wintertage, an denen man etwas Sonnenlicht tanken möchte. Der schöne Admiral-Falter tat es uns nach und genoss die Novembersonne. Anschließend an diesen Ausflug besuchten wir noch meine Tante Sigrun und ihren Mann Hannes, die in der Nähe der "Wüste" wohnen.

 

Wandern und Herbstpicknick in Hainburg:
Der 12. November war leider kein ganz so sonnig-warmer Tag - aber heiter (im Sinne von fröhlich und schön) war er dennoch. Und dabei war an diesem Tag so vieles anders als geplant. Ja, nicht einmal der Tag selbst stimmte!

Wir hatten ursprünglich vor gehabt, an meinem Geburtstag mit unseren Freunden Brigitte und Peter in Wien essen zu gehen. Die beiden kennen ein Toskanisches Restaurant namens La No, dessen angeblich ausgezeichnete Küche sie uns unbedingt vorstellen wollten. Aber diesen Plan hatten wir Mitte Oktober geschmiedet - Ende Oktober wurde der "Lockdown Light" verkündet. Treffen mit Freunden waren zwar noch möglich - aber Restaurants mussten neuerlich zusperren. Und dann mussten unsere Freunde an meinem Geburtstag zu einem Begräbnis fahren, weshalb auch der Tag ein anderer als der geplante war.

Aber wir sind ja "jung, dynamisch und flexibel" - wie mein lieber Mann so gern behauptet 😁 - wir disponierten kurzerhand um.

 

In der Gegend "rund um Hainburg" haben wir uns mit unseren Freunden heuer schon ein paarmal getroffen - nämlich als wir im Juni mit ihnen den Ausflug zu den Störchen, Wildpferden und Marchfeldschlössern unternahmen oder als wir im Juli von Hainburg aus einen gemeinsamen Abstecher nach Bratislava und zu der dortigen Bienenfresser-Kolonie sowie zur Burg Devin machten. (Der Treffpunkt ist günstig für uns, weil er ziemlich genau in der Mitte unserer jeweiligen Wohnorte liegt.)

Schon damals hatten wird darüber gesprochen, dass wir mal miteinander auf den Braunsberg wandern wollen. Also packten wir die Gelegenheit beim Schopf und machten aus unserem geplatzten Restaurant-Besuch eine Wanderung mit "Doppel-Picknick".


Die Stadtgemeinde Hainburg an der Donau, die durch ihre gut erhaltene Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert und mehrere Tore und Türme stark mittelalterlich geprägt ist, gilt als "Tor des Nationalparks Donau Auen". Im Zusammenhang mit dem Braunsberg spricht man ebenfalls von einem Tor: "Der Braunsberg stellt mit dem gegenüber in der Slowakei gelegenen Thebener Kogel (Devínska kobyla) die Hainburger bzw. Ungarische Pforte (Porta Hungarica) des Donaustroms dar." heißt es dazu bei Wikipedia. Und auch unsere Wanderung begann mit einer Art Tor - nämlich diesem kleinen Felstunnel, den wir gleich am Anfang des Weges entlang der Donau durchquerten. Ihn verlinke ich bei Nova als mein T in die neue Woche.

Unterwegs fiel mit ein wunderschöner, mächtiger Baum auf - dem ich gleich mal eine kleine Umarmung geben musste. Laut Brigitte (die viele Jahre lang als Naturführerin gearbeitet hat) handelt es sich dabei um eine sehr alte Schwarzpappel. Sie gehört zu den seltenen und bereits gefährdeten Baumarten (vor allem, weil ihr Lebensraum - der Auwald - immer mehr zerstört wird).

 

 O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.

Auszug aus dem Gedicht "Herbst" 
von Theodor Fontane, 1819-1898

 

Der Herbstwald entlang der Donau war in leuchtende Farben getaucht...

  

 ... und es gab bezaubernde Spiegelungen im Wasser.

Denn was ist Schönheit, 
wenn nicht das von uns erblickte Spiegelbild 
einer außerordentlichen Freude der Natur, 
darüber dass eine neue fruchtbare 
Möglichkeit des Lebens entdeckt ist?
 
Friedrich Nietzsche, 1844-1900
Collage und obiges Gedicht für Novas ZiB


Da und dort machte uns Brigitte auf Biberspuren aufmerksam (und sie meinte, es würde nicht mehr lange dauern, bis diese Bäume von den Tieren gefällt wären). Biber halten keinen Winterschlaf, deshalb legen sie für die kalte Jahreszeit Vorratslager an - Triebe und Blätter, die sie durch die Fällung kurzerhand "zu sich herunter holen". Zu Unrecht werden sie deshalb gern als "Waldzerstörer" bezeichnet. Laut Brigitte bevorzugen Biber Weichhölzer wie Weiden oder Zitterpappeln, die nach der Fällung wieder neue Triebe bilden, sich also regenerieren, wenn man die Natur in Ruhe lässt.

Die großen Nager fällen zwar bevorzugt kleinere Bäume mit einem Stammdurchmesser bis zu zehn Zentimetern, aber wie ihr seht, vergreifen sie sich zuweilen auch an viel dickeren Stämmen. Ihre eisenhaltigen Zähne helfen ihnen dabei. Die gestürzten Bäume dienen den Bibern aber nicht nur als Nahrung, sondern teilweise auch als Baumaterial für ihre Behausungen.

Nach einer Weile erreichten wir die Ruine Röthelstein. Diese liegt malerisch auf einem 30 Meter hohen Felsvorsprung an der Donau, direkt gegenüber der Burg Devin in der Slowakei. Die erste urkundliche Erwähnung von Burg Röthelstein erfolgte im Jahr 1180; bereits im 15. Jahrhundert verfiel sie wieder und wurde dann von den Türken zerstört.


Dann ging's auf einem Waldweg bergauf. Überall lagen bunte "Herbstblüten" herum, und die Taubnesseln blühten auch noch. 


Oben auf dem Braunsberg gibt's ein hölzernes "Fort" - die Nachbildung der keltischen Wallburg, die hier die im 2. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde. Leider ist das Bauwerk schon ziemlich verfallen; man darf nicht mehr nach oben klettern. (Brigitte versucht gerade, bei den Hainburger Gemeindevertretern eine Restaurierung zu erwirken.) 

Um uns vor dem relativ scharfen Gipfelwind zu schützen, suchten wir für das erste Picknick dieses Tages allerdings Unterschlupf unter dem "Ausguck" bzw.  hinter der Wand des Forts. Wir aßen mitgebrachte Weckerln mit Fleischlaberln (Brötchen mit Buletten), dazu gab's Käse und wir tranken Tee aus Thermoskannen.

 

Unsere Verpackungsmaterialien nahmen wir anschließend natürlich wieder mit. Leider halten das offensichtlich nicht alle so - denn neben der Wallburg fanden wir jede Menge weggeworfene Aludosen und PET-Flaschen vor. Ich habe sie fotografiert, denn ich befinde mich gerade im Schriftverkehr mit Herrn Kopf, dem Generalsekretär der Österreichischen Wirtschaftskammer, der sich verbissen dagegen wehrt, in unserem Land Pfand auf diese Gebinde einzuführen und sich um den massiven Ausbau eines sinnvollen Mehrwegsystems zu kümmern.. 

Auch in unserer Gemeinde finde und fotografiere ich immer wieder Müll und habe Herrn Kopf sechs Collagen mit Müllfotos geschickt, die ich während der letzten paar Tage aufgenommen habe. Red Bull zeigt sich auch hier wieder als "Naturverschmutzer Nr. 1" - Zitat Global 2000 *) - an vier Tagen im November 2020 fand ich (ohne sie zu suchen) während des Walkens, Wanderns oder Spazierengehens an unterschiedlichen Orten: 

8 + 8 + 1 + 2 = 19 (!) Red-Bull-Dosen in der Natur! 😡😡😡

*) Laut dem "Müll in der Natur Bericht 2020" hat Red Bull mit 23 Prozent den größten Anteil aller in der Natur gefundenen Getränkeverpackungen zu verantworten. Meine eigenen Erfahrungen und Funde bestätigen das.

Falls ihr euch fragt, weshalb ich den Müll fotografiere, aber nicht mitnehme: Diese Dosen und Flaschen einfach nur liegen zu lassen, ohne sonst noch etwas zu unternehmen, wäre natürlich keine Lösung. Wenn mich etwas stört, wende ich mich an jene Entscheidungsträger, die die Macht haben, etwas zu verändern - und erinnere sie an diese Macht... 

Würde ich den Müll hingegen mitnehmen und somit "verschwinden" lassen, würde das bedeuten, ein vorhandenes Problem zu verschleiern. Solange sich irgendjemand um das Problem kümmert und somit den Gemeinden viel Arbeit und Geld erspart, wird auch niemand etwas unternehmen. Erst wenn sich viele darüber aufregen, mit den Fingern auf das Problem zeigen und andere darauf aufmerksam machen, wenn viele umweltbewußte Menschen den Regierenden und den Produzenten Druck machen, kann sich etwas verändern.

Zum Glück lag hier kein Müll herum: 


So konnten wir die zwar dunstige, aber dennoch schöne Aussicht auf die Donau und auf Hainburg genießen. Die Burg, die ihr auf zwei Fotos (oben und unten) seht, heißt übrigens ebenfalls Hainburg - genau wie die Ortschaft. Außerdem begeisterte uns das herrlich rote Laub der kleinen Eiche auf dem Braunsberg, und ebenso die knallpink und orange leuchtenden Samenkapseln der Pfarrerkapperln (Pfaffenhütchen, Gewöhnlicher Spindelstrauch):

 

Auf dem Weg ins Tal begegneten uns bei einem Bauernhof diese beiden kuschelnden Katzen (siehe oben), und dann kam auch noch eine dritte Katze aus dem Gebüsch (siehe unten). Oben seht ihr auch noch, wie die Wallburg vom Tal aus betrachtet aussieht. 

In der unteren Collage habe ich für Novas Linkup einen Glockenturm der römisch-katholischen Philippus-und-Jakobus-Kirche von Hainburg mitgebracht. Erste urkundliche Nennung 1236, um 1400 mit einem Chor erweitert, 1628 urkundlich zur Pfarrkirche erhoben. Die frühbarocke Saalkirche mit niedrigen Querhausarmen und einem im Kern gotischen Chor wurde 1685 geplant und vor 1706 vollendet. Der im Osten angebaute Kirchturm wurde 1756 errichtet. (KLICK)


Für das Schilderwald-Linkup von Arti habe ich auf dem Berg und im Tal ein paar Schilder gesammelt. Teilweise geben sie Aufschluss darüber, wie lange der Braunsberg bzw. die Gegend um Hainburg schon besiedelt ist und wie heftig der Ort umkämpft war. Die gelben Schilder weisen unter anderem auf einen Keltenweg hin, eine Straßentafel auf den Awarenweg, die Römer waren ebenfalls vor Ort...  HIER könnt ihr viel Interessantes zur bewegten Geschichte von Hainburg lesen. Den Pfeil nach Bratislava habe ich für meinen WG-Jugendfreund Günther fotografiert, der derzeit in der nahegelegenen slowakischen Hauptstadt lebt.


Im Tal angekommen war es an der Zeit für den zweiten Teil unseres Vorhabens - denn hier unten gab es den perfekten Picknickplatz, bestehend aus einem Tisch und vier Bänken, die aus Holzpaletten zusammengebaut worden waren. Wir holten unsere Picknickkoffer aus dem Wagen - der von Brigitte und Peter enthielt unter anderem einen selbstgebackenen Kürbis-Mandelkuchen mit Schokoladenüberzug, unserer eine Flasche Birnen-Cider und selbstgebackene Kekse. Brigitte bestand darauf, den Kuchen mit Kerzen zu schmücken. Zum Glück hatte sie nicht so viele dabei, wie ich Jahre zähle - deshalb einigten wir uns auf fünf Kerzen - weil dies mein letzter Geburtstag mit einer 5 davor war 😉...

Ich verrate euch etwas: Mir hat diese Art zu feiern richtig gut gefallen! Es war persönlich, es war lustig, es fand in der Natur statt, es gab (meinem Wunsch gemäß) keine Geschenke-Orgie, sondern einfach ein entspanntes Zusammensein mit Freunden. Wenn ich das nächste Mal geboren werde, nehme ich allerdings irgend einen Tag im Zeitraum Mai bis September. Denn am Ende waren wir doch ziemlich durchgefroren (das Autothermometer zeigte gerade mal 7 Grad Celsius). 🥶😊

 

Das Glück sieht klein aus,
wenn man es in Händen hält,
aber lass es ziehen, und du siehst,
wie gross und wie kostbar es ist.


Maxim Gorki, 1868-1936
 
Familiengeburtstag im engsten Kreis:
Deutlich wärmer war es bei der nächsten Geburtstagsfeier - die fand nämlich bei uns daheim statt. Doch sie war ähnlich improvisiert wie die Picknick-Fete:

Wenn ihr schon länger bei mir lest, dann wisst ihr auch, dass wir normalerweise in einem etwas größeren Familienkreis feiern. Opa Georg, der einen Tag nach mir Geburtstag hat, und Oma Marianne haben sich in diesem Jahr aber aus Sicherheitsgründen von allen Festen ausgeklinkt. Und so wollten wir uns am 21. November eben nur mit meiner Tochter Jana und ihrem Freund Michi bei uns zusammensetzen. 

Aber auch daraus wurde nichts. Denn am 14. November verkündete die Österreichische Regierung die neuesten Corona-Regeln - sprich: der Lockdown wurde verschärft. Und somit sollten auch keine Familientreffen in kleinstem Rahmen mehr stattfinden. Da die Verschärfungen jedoch erst ab 17. November in Kraft traten, schafften wir am 15. November noch ein kleines Spontan-Treffen - ohne großes Aufkochen, einfach nur mit den Dingen, die wir im Haus hatten. Milch brachten Michi und Jana mit, außerdem hatten sowohl sie als auch wir Tortenreste. Die gab es zur Jause. Und als abendlichen "Festschmaus" gab's überbackene Schinkenfleckerl. Hat allen geschmeckt und war ein sehr herzliches Zusammensein.


In der Collage oben seht ihr einerseits Jana und Michi (und "Mutti", die glücklich darüber ist, dass es doch noch geklappt hat, die beiden Youngsters vor dem Lockdown zu sehen), andererseits meinen "Old-School"-Kalender mit einem Teil der gestrichenen Treffen. Und unten eine WhatsApp-Ausschnitt vom Schriftverkehr mit meiner Freundin Anita, die wir am 28. November hätten treffen wollen... 

So ist das eben jetzt: Das Zusammensein mit Freunden und Familie wird zu etwas noch Kostbarerem. Für mich war dieses Treffen das schönste Geburtstagsgeschenk. Ich selbst brauche ohnedies keine Geschenke außer solchen unbezahlbaren, immateriellen Schätzen, doch Jana hält es nicht aus, kein Päckchen herzugeben. Also bekam ich von ihr auch noch ein neues "Öko-Bio-"Gesichtspuder (mal sehen, wann es wieder Gelegenheit gibt, das zu benützen 😉) sowie ein paar Naschereien aus dem Reformhaus.

Katerchen Maxwell genoss es auch, mal wieder von seiner "großen Schwester" gekrault zu werden 😻. Von Katze Nina gibt es ebenfalls ein paar neue Fotos, aber die werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge zeigen. 

Das war's für heute wieder, ihr Lieben.  Ich hoffe, auch ihr schafft es nach wie vor, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, flexibel zu bleiben und die kleinen Dinge zu schätzen, die möglich sind. Es gibt so vieles, das man tun kann. Neulich las ich z.B. ein Interview mit einer österreichischen Schauspielerin, die erzählte, dass sie anstelle eines Urlaubs in ihrem Wohnzimmer eine Art Zelt aus Stoffbahnen errichtet hat. Das Zuhause wurde von ihr und ihren Kindern mit Zimmerpflanzen, bunten Bildern und Kissen in einen attraktiven Urlaubsort umgestaltet - und der Sommer 2020 wurde somit für sie und ihre Familie ein ganz besonderer und wunderschöner. Ich denke, davon kann man sich inspirieren lassen - auch im Herbst bzw. in der nahenden Vorweihnachtszeit...

Vielen Dank für eure Kommentare zu meinem Posting über unsere 6-Seen-Wanderung mit Rechenschwäche - ich habe mich sehr darüber gefreut! Demnächst geht es weiter mit meinem Salzkammergut-Urlaubsbericht, und zwar besuchen wir diesmal den wunderschönen Ort Hallstatt! Wollt ihr auch da wieder mit dabei sein?


Fotos: Herr und Frau Rostrose und Brigitte N.

Ganz herzliche Rostrosengrüße,


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden,