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Donnerstag, 9. Juni 2022

Italien-Reisebericht - Grado und Aquileia (Friaul-Julisch Venetien)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.


Ciao ihr Lieben,...

 

...willkommen zum letzten Teil meines Italien-Reiseberichtes 2021! Im vorigen Kapitel entführte ich euch nach Cortona mit Eremitage "Le Celle" - dies war unser letzter Ausflug innerhalb der Toskana. Auch wenn der Abschied schwer fiel - am Morgen des 25. September waren wir nach dem Frühstück bereit, unser schönes toskanisches Urlaubsdomizil in Richtung Heimat zu verlassen.

Allerdings waren nur wir Menschen bereit - Peters Auto streikte! Es war noch vom Parkplatz bis zur Tür von unserem Ferienhaus gefahren, dort hatten wir es mit unseren Koffern beladen - doch als es losgehen sollte, gab der Wagen keinen Mucks von sich 😲! (Zunächst leuchteten alle Lampen auf, kaum drehte man den Zündschlüssel, war alles aus...) Da der Motor nicht die klassisch-hustenden "Keine-Batterie-Geräusche" von sich gab, sondern komplett stumm blieb, tippten unsere Männer auf einen Elektronik-Schaden. Oh nein, das wäre natürlich fatal gewesen - ich sah uns im Geiste schon mit unhandlichem Gepäck per Bus oder Bahn nach Österreich zurückreisen 😓🚂🚍!

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Abschiedsplausch mit Guido - und der vollgepackte Kofferraum...

Doch Guido, der immer freundliche und hilfreiche Schwager des Vermieters, war fest davon überzeugt, dass das Problem trotz allem bei der Batterie lag. Er bestand darauf, uns Starthilfe zu geben - wir glaubten nicht wirklich daran, aber ließen ihn machen, weil die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt stirbt. Und siehe da - HURRA! - es funktionierte tatsächlich: Jetzt gab Peters Wagen doch noch die hustenden Geräusche von sich und sprang schließlich an. Wir bedankten uns herzlich bei unserem Retter - und dann konnte es los gehen zu unserer letzten Station -

Denn wie schon auf der Hinfahrt, wollten wir auch diesmal nicht in einem Rutsch von der Toskana in Richtung Wien fahren. Es gibt unterwegs ja viele bezaubernde Möglichkeiten für eine gemütliche und interessante Zwischenstation. Brigitte war auf Grado verfallen, weil sie in dieser Region vor vielen Jahren schon mal einen schönen Radurlaub mit unserer gemeinsamen Freundin Maria unternommen hat. Und wie immer, wenn Brigitte ein Ziel aussuchte, war dieser Ort eine gute Wahl.

Blick auf die Lagune von Grado, den Strand und unsere Unterkunft für eine Nacht

Ende September bevölkerten zwar nur noch sehr wenige Unentwegte das Wasser oder die Sonnenliegen, aber in der wärmeren Zeit ist Grado vor allem ein klassischer Badeort. Doch dieser Ort würde sich sogar für uns "Nicht-Strand-Ratten" für einen etwas längeren Aufenthalt eignen - die Lagune von Grado verfügt über eine üppige Tier- und Pflanzenwelt; im Frühling und Herbst legen zahlreiche Zugvögel eine Rast in der Lagune ein. Und auch sonst gibt es hier einiges zu sehen.

Lachmöwe im Winterkleid (Chroicocephalus ridibundus - im Wasser), Mittelmeermöwe (Larus michahellis - fliegend)

Grados Geschichte als Badeort reicht schon beinahe hundertfünfzig Jahre zurück - schließlich zählte es einst zur "österreichischen Riviera". (Denn zu Österreich-Ungarn gehörte während der Habsburger Zeit ein großes Gebiet, das bis zur Adria reichte - damit war es allerdings nach dem Ersten Weltkrieg vorbei. Leider, denn ich würde gern in einem Land leben, das bis ans Meer reicht... Nicht, weil ich so gern im Salzwasser schwimme, sondern weil ich den Duft und die Geräusche des Meeres so liebe.)

Bereits im Jahr 1854 wurden die ersten „camerini“ (Umkleidekabinen für Badegäste) aufgestellt. Im Jahr 1892 erklärte "unser Franzl" (Kaiser Franz Joseph I.) Grado zum "heilenden Kurort"; daraufhin wurde der Fischerort zum kaiserlich-königlichen Seebad Grado ausgebaut. An diese Zeit erinnern noch einige Gebäude, außerdem ein paar historische Fotografien, die da und dort im Ort ausgestellt werden - und außerdem das kleine, gelb gestrichene Eisentor, das ihr in der folgenden Collage links oben seht: Durch dieses "Kaisertürl" konnte Franz Joseph I. einst ungestört zum Strand schreiten.

Wir statteten auch dem Baptisterium San Giovanni Battista und dem Dom von Grado - Sant’Eufemia einen Besuch ab. Dort entdeckten wir in einem Nebengebäude und im Außenbereich eine interessante Ausstellung "alter Steine": 

Il lapidario di Grado ist eine Sammlung von Steinwerken - Skulpturen, Sarkophagen, Grabsteinen und z.B. altbyzantinischen sowie frühmittelalterlichen Kirchenausstattungselementen. Außerdem gab es wunderschöne, uralte Bodenmosaike zu sehen. In den folgenden Collagen zeige ich euch eine kleine Auswahl von alledem. (Frau Rostrose fügt sich gut in den Kreis der Antiquitäten ein, nicht wahr? 😉)

 

Als nächstes wollten wir ein wenig Hafen-Luft schnuppern und spazierten daher zum Porto Mandracchio weiter. In manchen der Boote hatten es sich die Besitzer bereits mit einem Abendessen gemütlich gemacht - das ließ auch uns hungrig werden...


... und so wählten wir eines der zahlreichen hübschen Lokale in der Gradeser Altstadt aus und gönnten uns dort einen feinen Schmaus. 

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), das um die gelben Blüten schwirrte, entdeckten wir bei einem  Blumentopf am Hafen.

Hier noch ein abschließender Blick auf den Hafen bei Sonnenuntergang:

Und hier gingen wir abends schließlich entlang, um wieder zu unserem Quartier zu kommen:

26. September 2021: Am nächsten Morgen leistete uns dieses hübsche Kätzchen Gesellschaft bei unserem letzten italienischen Frühstück. Ein bisschen bange war uns zumute, weil wir nicht wussten, ob Peters Auto diesmal klaglos anspringen würde...

... aber durch die Fahrt von unserem toskanischen Ferienhäuschen bis nach Grado hatte sich die Batterie offenbar ausreichend aufgeladen. Also wagten wir einen weiteren Zwischenstopp: Etwa zehn Kilometer von der Lagune von Grado entfernt liegt die Stadt ...
 
Brigitte wusste, dass es hier archäologische Funde der einstigen römischen Siedlung zu besichtigen gibt. Die Stadt Aquileia wurde im Jahr 181 v. Chr. von den Römern als militärische Kolonie gegründet und gelangte bald zu großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung; durch Glasmanufakturen und Eisenbearbeitung erwarben die Bewohner einigen Wohlstand. Doch nichts hält ewig - was manchmal gut ist (wenn man z.B. an so manche Diktaturen denkt) und manchmal schade: Im Jahr 452 wurde Aquileia durch das Heer des berüchtigten Hunnen-Königs Attila dem Erdboden gleich gemacht und verschwand für Jahrhunderte in der Bedeutungslosigkeit. 
 
Auch dieser Zustand hat nicht ewig gedauert. Seit 1998 zählt die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe und es gibt darin einiges zu sehen - so z.B. ein bedeutendes frühchristliches Bodenmosaik (4. Jhd.) in der mittelalterlichen Basilika - doch wir waren auf der Heimreise und wollten uns daher nicht allzu lange dort aufhalten. Uns interessierte insbesondere die Rekonstruktion des alten römischen Forums, das sich direkt neben der Fahrbahn befindet und von dort aus gut zu sehen ist. Wir parkten uns in der Nähe ein und hofften, dass das Auto auch nach diesem kurzen Zwischenstopp wieder anspringen würde.
 
Abermals mischte ich mich unauffällig zwischen die anderen Altertümer 😉
 
 
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gab es ein weiteres Ausgrabungsareal, das für Besucher geöffnet war. Hier spazierten wir eine Weile herum und versuchten uns vorzustellen, wie das Leben vor mehr als 2000 Jahren wohl gewesen sein mag, als die Menschen bereits über dieselben Pflastersteine schritten und auf den übrig gebliebenen Fundamenten noch Wohnhäuser, Tempel oder andere Gebäude standen.

Wir kamen nach diesem kulturellen Intermezzo gut aus Aquileia hinaus - doch es gab auf unserer weiteren Heimreise noch den einen oder anderen Zittermoment. Nach einer Tank- oder Toilettenpause wollte der Wagen z.B. wieder nicht anspringen. Diesmal genügten zum Glück ein paar zusätzliche Startversuche, und dann konnte es weitergehen. 

Kurze Pause in der Nähe des Naturparks Dobratsch - nach dem Schild zu schließen ist das ein Ort, der ebenfalls eine genauere 
Betrachtung verdient!

Schließlich setzte uns Peter bei uns zu Hause ab, und auch unsere Freunde kamen noch gut zu Hause an - doch kurze Zeit später erfuhren wir von Peter, dass die Batterie des Wagens absolut hinüber war. Dabei hätten Brigitte und Peter zu diesem Zeitpunkt bereits ihren neuen voll-elektrischen Wagen bekommen sollen; er war seit Monaten bestellt. Die Lieferung hatte sich allerdings verzögert - so, wie sich zur Zeit auch manche andere Warenlieferung verzögert - und somit blieb unseren Freunden keine andere Wahl, als die alte Autobatterie gegen eine neue austauschen zu lassen... (Inzwischen haben sie ihr neues Elektroauto jedoch bekommen und sind sehr zufrieden damit - überhaupt angesichts der aktuellen Spritpreise 😉.)

Gut, ihr Lieben - wir sind am Ende meines Italien-Reiseberichts angekommen; demnächst wird es ein paar Schilderungen zu unserem Aufenthalt in Wildalpen geben und danach geht's dann mit Mallorca weiter - allerdings werde ich diesmal keinen so langen Reisebericht zustande bringen, sondern euch nur einen kurzen Überblick über unsere schönen Tage mit Andi und Michi bieten können. Für heute bedanke ich mich für euer Interesse und außerdem für eure Kommentare zu meinem vorangegangenen Blogbeitrag Mai-Ausflug mit Sigrun und "Alles Finster".   

 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

  T  r  a  u  d  e




Gerne verlinke ich passende Beiträge:
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Sonntag, 1. Mai 2022

Wanderlust - Blogparade der ü30Blogger & Friends

Servus im Mai, ihr Lieben!
🥾🥾🥾

 

Es gibt eine neue Blogparade der ü30Blogger & Friends, und nachdem diesmal der Titel "Wanderlust" lautet, bleibt mir wohl kaum etwas anderes übrig als mitzumachen 😉. Schließlich und endlich habe ich euch in meinem Blog schon sehr oft zu meinen Wanderungen mitgenommen - jedenfalls virtuell. Ein paar davon lasse ich hiermit wieder aufleben - durch Klicken auf die Links kommt ihr zu den entsprechenden Blogbeiträgen. 


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https://rostrose.blogspot.com/2018/10/eine-woche-im-ausseerland-teil-2.html

 

Sunny brachte mich zum Grinsen mit folgender Aussage: "Meine Kolleginnen von den ü30Bloggern feiern in unserer monatlichen Blogparade heute Ihre Wanderlust. Da bin ich nicht mit dabei, denn auf Wandern steh ich jetzt so überhaupt nicht. Nicht nur, weil es mir keinen Spaß macht grundlos herum zu laufen. Aber hauptsächlich."

https://rostrose.blogspot.com/2021/09/rostrosige-september-tage.html

 

Ich konnt's mir nicht verkneifen, ihr zu antworten: "Man läuft beim Wandern nicht "grundlos" herum ;-DDD Es gibt dabei immer wieder so viel zu sehen und zu erleben - es ist gesunde Bewegung in der frischen Luft und es macht Spaß. Also viele Gründe. Zur Not kann man es auch mit Musik in den Ohren machen." (Sunny ist nämlich musikbegeistert und bevorzugt Indoor-Sport, bei dem Musik läuft 😉.)

https://rostrose.blogspot.com/2021/04/marillen-erlebnisweg-und-gottweig.html

 

Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Thema Wandern auch nicht immer so positiv gesehen habe. Als Kind war ich nur wenig begeistert, dass mich meine Eltern ständig in die Natur verschleppten. Heute allerdings bin ich ihnen sehr, sehr dankbar dafür, denn sie haben (mit Verzögerung) eine große Leidenschaft in mir erweckt.

https://rostrose.blogspot.com/2020/12/farewell-hildekind.html

 

Die Definition von "Wandern" sieht in Wikipedia folgendermaßen aus: "Wandern ist eine Form weiten Gehens über mehrere Stunden." 

Das bedeutet, Wanderungen können ganz unterschiedliche Formen annehmen - allein, zu zweit, mit Freunden oder in einer größeren Gruppe, anstrengend oder gemütlich, auf hohen Bergen oder im Flachland, im Wald oder durch Wüsten - oder z.B. wie hier auf dem Hochplateau der Tauplitz von einem See zum nächsten:

 https://rostrose.blogspot.com/2020/11/tauplitzalm-6-seen-wanderung-mit.html

 

Das Salzkammergut ist auch für andere Wanderungen bestens geeignet und zwar zu jeder Jahrszeit - vor einigen Jahren erst entdeckten wir, wie viel Spaß uns das Schneeschuhwandern macht!

https://rostrose.blogspot.com/2019/03/winter-sport-woche-und-urlaubs-garderobe.html

 

🌳🐿️🪵🐑🍃🍁

Schon in meiner Kindheit fand ich es verlockend, wenn mir meine Eltern versprachen, dass wir bei einer Wanderung Tiere sehen würden. Mal ging es zu einer Hütte, bei der es einen lieben Hund gab, mal sahen wir Katzen, Pferde, Enten, Kühe, Eichhörnchen, Schafe, Ziegen, Feuersalamander oder Eidechsen - völlig egal, Hauptsache Viecher 😊

https://rostrose.blogspot.com/2020/10/gemutliche-wanderung-zur.html

 

Daran hat sich bis heute nichts geändert - ich bin nach wie vor voll in meinem Element, wenn es unterwegs Tiere zu sehen gibt. Und den Viechern scheint es mit mir oft ähnlich zu ergehen. Hier seht ihr mich z.B. mit meinem Jungrinder-"Fanclub" in Bad Mitterndorf - sie waren neugierig den Hang heruntergetrabt, als sie uns kommen sahen, kamen ganz nah heran, ließen sich streicheln und leckten mir begeistert die Hände ab. Für manche ist das vielleicht keine schöne Vorstellung - mich macht so etwas rundum glücklich 😍.

https://rostrose.blogspot.com/2018/09/eine-woche-im-ausseerland-teil-1.html

 

Noch mehr Glückshormone überfluten mich, wenn die Viecher gleich von Anfang an im Wanderprogramm mit eingeplant sind - wie z.B. bei dieser wunderbaren Alpaka-Wanderung in den Leiser Bergen:

https://rostrose.blogspot.com/2018/05/alpaka-wanderung-in-den-leiser-bergen.html

 

Und ein ganz und gar außergewöhnliches, beglückendes, unvergessliches Erlebnis war unser "Walking with the wolf" im Jahr 2015:

https://rostrose.blogspot.com/2015/03/walking-with-wolf.html

 

Zuweilen leben wir unsere Wanderlust auch in fernen Ländern aus, wie z.B. in Namiba - und weil das solch ein Traumurlaub mit ganz vielen unvergesslich-schönen Outdoor-Aktivitäten war, bekommt ihr davon gleich mehrere Collagen zu sehen:

https://rostrose.blogspot.com/2017/02/namibia-teil-8-camp-kipwe-und-die.html

https://rostrose.blogspot.com/2017/01/namibia-teil-7-hohenstein-lodge-bulls.html

 Hier ein kurzes "Afrika-Spezial" für meine vogelkundigen Blogfreunde 😉:

https://rostrose.blogspot.com/2017/01/namibia-teil-7-hohenstein-lodge-bulls.html

Und hier noch beim Erklimmen des Big Daddy, der höchsten Düne beim Sossusvlei: 

https://rostrose.blogspot.com/2017/01/namibia-teil-4-die-dunen-beim.html


Nach dem namibischen Wüstenklima gibt es jetzt zur Abwechslung eine etwas grünere und feuchtere Landschaft zu sehen - in Irland statteten wir dem Torc-Wasserfall einen Besuch ab:

https://rostrose.blogspot.com/2015/10/irland-reisebericht-killarney.html


Auch unsere Wanderung im Bryce Canyon Nationalpark (USA) war einfach nur wundervoll und die Landschaft atemberaubend!

https://rostrose.blogspot.com/2013/02/usa-9-tag-bryce-canyon-nationalpark.html

 

Nicht ganz so weit reisen mussten wir im Jahr 2021, um in eine italienische Erosionslandschaft zu kommen, die uns ein bisserl an den Bryce Canyon erinnerte - Le Balze del Valdarno:

https://rostrose.blogspot.com/2021/11/italien-reisebericht-ein-paar-kleine.html

 

Die Landschaft in Bratislava (SK), wo wir die farbenprächtigen Bienenfresser bei ihren Nistplätzen beobachten konnten, erinnerte uns hingegen wieder stark an Afrika:

 https://rostrose.blogspot.com/2020/07/von-einer-burg-in-bratislava-und-von.html

 

Âuch der letzte Ausflug in ein Vogelschutzgebiet, von dem ich euch erzählt habe, war mit mehrstündigem Umherwandern verbunden - und mit beglückenden Erlebnissen: 

https://rostrose.blogspot.com/2022/04/grotrappen-balz-ausflug-zum.html

 

Mag sein, dass die eine oder andere Wanderung in meinem Leben anstrengend war, manche haben mir vielleicht Muskelkater verursacht, andere Blasen an den Füßen oder Sonnenbrand, aber daraus habe ich gelernt - und ich möchte keine einzige dieser Wanderungen missen!

Wenn ihr jetzt noch nicht genug habt vom Thema, kann ich euch den Song "Wanderlust" von Warren Haynes (Gov't Mule) empfehlen. Das ist ganz bestimmt Musik, die man sich beim Wandern ins Ohr stecken kann, sofern sich das Gehör vom Vogelgezwitscher oder von rauschenden Wasserfällen erholen möchte 😉:


Und natürlich will ich euch auch noch die Wanderlust-Posts der anderen  ü30Blogger & Friends ans Herz legen - hier geht's lang:

🥾🥾🥾

Ihr seid übrigens ALLE (egal, ob ihr in Europa lebt oder einem anderen Erdteil) ganz herzlich eingeladen, ebenfalls über eure Wanderungen zu berichten und diese bis Ende Mai unter dem genannten Post zu verlinken. Wir freuen uns auf eure Erlebnisse und Erfahrungen!

 

... alles Liebe,

⛰️🎒🌲🌱🌳   eure   T  r  a  u  d  e  🌳🌱🌲🎒⛰️




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 🥾⛰️🎒🌲🌱🌳🐿️🪵🍃🍁

Sonntag, 3. Oktober 2021

Italien-Reisebericht - 1. Station Udine (Friaul)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

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In den Jahren 1996 und 2000 verbrachten Herr Rostrose, die kleine Rostrosen-Tochter Jana und ich zwei unvergessliche Urlaube in der Toskana. [Ihr könnt darüber unten in der "Vorgeschichte" mehr erfahren oder aber, falls sie euch nicht interessiert - einfach zur Überschrift "Toskana (und ein bisserl mehr) 2021" weiterscrollen.] Obwohl wir üblicherweise gern an Orte fahren, die wir noch nicht besucht haben, um Neues kennenzulernen, sprachen wir häufig darüber, dass wir diesen Landstrich mit seinem ganz besonderen Reiz gern noch einmal besuchen würden. 

Unsere Freunde Brigitte und Peter hatten schon einzelne Orte in dieser Region in Mittel-Italien besucht, aber noch keinen längeren Toskana-Urlaub verbracht. Sie verspürten ebenfalls Lust darauf, diese Landschaft voller Kultur, Schönheit und Geschichte näher kennenzulernen. Wegen Covid-19 hatten ein paar unserer für 2020 und 2021 geplanten Reisen nicht stattgefunden. Würde es im September 2021 klappen, gemeinsam ein Ferienhäuschen zu mieten und von dort aus sternförmige Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen? Einen Versuch war es allemal wert!

 

Ciao, ihr Lieben!
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Die Vorgeschichte
Im ersten Toskana-Urlaub - vor 25 Jahren - mieteten wir zusammen mit meiner Freundin Anita und deren Tochter Natascha ein Ferienquartier in einem Landhaus beim Städtchen Montalcinello. (Man kann das idyllisch gelegene Ferienhaus immer noch mieten: Poggio Corbo.) Jana war damals drei Jahre alt und schon voll bei der Sache. Immerhin befanden wir uns in einem Land, in dem man problemlos jeden Tag Spaghetti 🍝 essen konnte 😋, es gab einen Swimmingpool vor dem Haus, eine große Freundin war mit dabei und wir erlebten viele Abenteuer. 
 
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Toskana 1996 - entschuldigt bitte die Fotoqualität, ich habe die alten Bilder mit dem Handy vom Album abfotografiert...

Wir besuchten Siena, fuhren zweimal zum Baden ans Meer (einmal an die Maremma und einmal nach San Vincenzo), ich erfüllte mir erstmals den Traum, den zauberhaften Tarotgarten von Niki de Saint Phalle zu besuchen, der auch die Kinder sehr beeindruckte (und wenn ihr wissen wollt, welch großes Glück wir dabei hatten, klickt bitte auf den obigen Link.) Wir waren in San Gimignano, Pisa, Florenz, Lucca und im Pinocchio-Park von Collodi, besuchten zwischendurch auch kleinere Dörfer in der Toskana, streichelten Hunde, Esel und Katzen, wo immer sie uns unterkamen, oder legten Ruhetage am Pool ein, blickten von dort über malerische Hügel und genossen das Dolce Vita mit Lavendelduft, umherhuschenden Eidechsen, Glühwürmchen und unbeschwerten Sommertagen sehr. 
 
Damals begann ich von einem eigenen Haus mit einem Lavendelstrauch neben der Terrasse zu träumen, doch ich glaubte nicht daran, dass daraus jemals Wirklichkeit werden könnte. Es dauerte noch sechs Jahre - bis 2002 - dann ging der Traum tatsächlich in Erfüllung 😍. Seither leben wir in einem Häuschen im Grünen, und mitsamt seinem Lavendelstrauch, der von Bienen und Hummeln, Schmetterlingen und neuerdings auch Gottesanbeterinnen bevölkert wird, macht es mich immer noch sehr, sehr glücklich.
 
Toskana 2000

Doch bevor es so weit war, unternahmen wir noch einen zweiten Toskana-Urlaub, abermals mit Anita und Natascha, und diesmal stieß auch Anitas Lebensgefährte Norbert zu uns. Wir wohnten in einem großen, umgebauten Bauernhaus bei Santa Croce sull' Arno. (Dieses Quartier kann ich im Internet nicht mehr finden.) Manche Orte bereisten wir wieder - wie den Tarot-Garten, San Gimignano oder Lucca, manche zum ersten Mal, wie Volterra, San Miniato und Vinci, wo wir das Leonardo-da-Vinci-Museum aufsuchten und uns außerdem mit einem weiteren befreundeten Paar trafen, das in der Nähe auf einem Campingplatz Urlaub machte. Gleich neben unserem Ferienhaus weideten Pferde, bei denen wir beinahe täglich vorbeisahen, und ich erinnere mich an viele lustige und hitzige Kartenpartien mit unseren Freunden. Kurz: Mit der Toskana verbinden wir zahlreiche wunderschöne Erinnerungen.

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Toskana (und ein bisserl mehr) 2021
Kein Wunder also, dass es uns wieder dorthin zog. Diesmal planten wir die Reise zusammen mit unseren Freunden Brigitte und Peter - und glücklicherweise sprach letztendlich auch in Covid-Zeiten nichts dagegen... 

Um die Umwelt zu schonen, beschlossen wir, mit nur einem Fahrzeug zu fahren. In der folgenden Collage seht ihr Brigittes und Peters Wagen mit dem voll bepackten Kofferraum. Theoretisch könnten wir natürlich mit weniger Gepäck reisen, und bei einem Bahn-Urlaub müssten wir das wohl auch. Aber für diesen Urlaub hatten wir uns vorgenommen, zwar mit relativ wenig Kleidung auszukommen, jedoch bei anderen Bequemlichkeiten nicht zu sparen. Jeder von uns hatte einen Trolly und einen Rucksack dabei und dann gab es noch ein paar Extras wie eine Kühltasche für Lebensmittel, Wanderschuhe und mein Varilymph Kompressionstherapiegerät, um meinen Lipödem-Beinen nach langen Ausflügen eine lindernde Beinmassage bzw. Lymphdrainage gönnen zu können. Darüber war ich letztendlich ziemlich froh.

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1. Station: Udine
Um nicht in einem Rutsch von Wien bis in die Toskana durchfahren zu müssen, planten wir ungefähr in der Mitte der Strecke eine Zwischenstation ein. Brigitte und Peter fanden im Netz heraus, dass Udine sich für diesen Zweck gut eignen würde - und so lernten wir eine interessante und sehenswerte Stadt kennen. Ich nehme euch jetzt einfach mit auf einen kleinen fotografischen Streifzug und gebe nur wenige Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten. Wenn ihr mehr über die Stadt  wissen wollt, findet ihr tolle Informationen im Blog "Verliebt in Italien" unter dem Titel Udine - die wichtigste Stadt im Herzen von Friaul - Untertitel: …viel zu schade, um daran vorbei zu fahren. (Dem stimme ich zu!)
 
Gewohnt haben wir im B&B-Hotel von Udine - unten links ein Blick in unser Zimmer.
Bei den entzückenden kleinen Fiats bekomme ich mütterliche Gefühle! Und sie sind praktisch in den oft engen italienischen
 Gassen. Aber sehr viel Gepäck hätten wir da wohl kaum untergebracht 😉
 
 
Wie überall in Italien, gibt es in Udine viele Kirchen - große und solche, die so klein sind, dass sie neben den Wohnbauten regelrecht "verschwinden", einfache und sehr prunkvolle, alte und nicht ganz so alte... Und auch sonst stößt man in Udine auf viel Sehenswertes ...

 
 
Für Artis Schilderwald habe ich wieder einiges gesammelt: Unterwegs fiel uns eine Fassade auf, die über und über mit Schrift verziert war. Durch eine Tafel erfuhren wir, dass Tina Modotti am 16. August 1896 in diesem Haus geboren worden war. Eine Marmortafel auf dem Weg zum Schloss erinnert an "Doktoro Esperanto". Und beim Castello di Udine informiert ein Schild über die Baujahre verschiedener Gebäudeteile der Schlossanlage.

Wer aber war nun Tina Modotti und wer war dieser "Doktoro Esperanto"? Beim Letztgenannten handelt es sich um ein Pseudonym des polnisch-jüdischen Arztes Ludwik Lejzer Zamenhof, der die Plansprache Esperanto erfand und die Hoffnung hegte, dass durch eine gemeinsame Zweit-Sprache für alle Menschen ein Beitrag zu einer besseren Völkerverständigung geleistet werden könne. Eine wunderbare Idee, die sich leider nicht weltweit durchsetzen konnte, aber immer noch eine große Anhängerschaft hat. (Für nähere Informationen klickt bitte auf die Links.) Der in Udine geborene und verstorbene Natur- und Sprachwissenschaftler Achille Tellini ließ diese Marmorstele auf eigene Kosten errichten und schenkte sie anschließend der Gemeinde Udine. Tellini war ein Zeitgenosse von Zamenhof und ein wichtiger Vertreter der italienischen Esperanto-Bewegung.
 
(Das Doktoro-Esperanto-Denkmal befindet sich HIER - auf dem Weg zum Schloss - und nicht im Giardino dell'Esperanto, der von der Udine Esperanto-Gruppe Nova Espero Friuli gegründet wurde.)

Den Namen Tina Modotti (1896-1942) kannte ich im Zusammenhang mit Frida Kahlo und Diego Rivera, mit denen sie befreundet war; ich erinnerte mich aber nicht, dass sie in Udine geboren war. Auch Pablo Neruda, der das Gedicht auf der Gedenktafel verfasst hat, zählte zu ihrem Freundeskreis. Astrid K. hat ihr in der Rubrik Great Women einen wunderbaren Beitrag gewidmet - ihr findet ihn HIER. Tina Modotti war eine Pionierin der Fotografie, sie spielte in einigen Stummfilmen mit, verfasste und publizierte einen Vers- und Prosaband, war politisch aktiv und führte auch sonst ein zwar kurzes, aber so bewegtes Leben, dass man damit mehrere Romane füllen könnte.

"... ein faszinierendes Beispiel für eine Frau, der es nicht reichte, eine umworbene Schönheit vor der Kamera zu sein ..." (Astrid K. über Tina Modotti)

Informationen über die Fassade des Modotti-Geburtshauses von Franco del Zotto Odorico findet ihr hier: KLICK in englischer Sprache oder KLICK - deutsche Übersetzung).  

Oben links Tina Modotti in ihrer ersten Filmrolle in "The Tiger's Coat", rechts mit Frida Kahlo, unten zwei Aufnahmen, 
die Tina Modotti in Tehuantepec fotografiert hat. Quelle KLICK
 


Im Schlosspark des Castello di Udine gibt es einige sehenswerte Bäume, z.B. eine monumentale Himalaya-Zeder. Der hohe Olivenbaum befindet sich beim Schloss neben der Gastwirtschaft “Casa della Contadinanza”, der bizarr verdrehte Baum neben der Treppe vom Schloss in Richtung Piazza Libertà:

Kann jemand von euch den Baum in der Mitte identifizieren?

 Auch auf schöne Türen und Tore stößt man in Udine allerorten:


Bei den Eingängen zum Schloss standen übrigens Wächter, welche die 3G überprüften. Und auch an anderen Stellen in der Stadt wurde überprüft, ob man einen Impfnachweis oder ein Testergebnis dabei hat. Denn (und das hatten wir vorher nicht gewusst!) ganz Udine war an diesem Wochenende in Festtagsstimmung: 

Vom 9. bis 12. September fand die so genannte Friuli DOC statt, eine Art Spezialitätenmesse für Weine und andere Produkte aus Friaul: "Vom Vorplatz des Schlosses bis hin zur Via Mercatovecchio, vom Platz Piazza XX Settembre bis zur Via Veneto wird das Herz von Udine den regionalen Köstlichkeiten, den besten handgefertigten Produkten und vielen weiteren Gelegenheiten des Zusammentreffens und der Verkostungen Platz bieten. All dies umgeben von einem umfangreichen Programm an Musik und Unterhaltung." Und so war nicht nur ganz Udine auf den Beinen, sondern wohl auch die Bevölkerung der Umgebung...

Für uns war das kein Problem, wir hatten den Impfnachweis dabei, aber auf manchen Plätzen (beim Schloss, auf der Piazza Giacomo Matteotti usw.) waren Marktstände oder Sitzgelegenheiten aufgebaut und es herrschte rundum ziemlicher Trubel, was das Fotografieren und Durchkommen etwas erschwerte 😉.

In der Altstadt fanden wir dennoch einen Platz zum Ausruhen und gönnten uns Erfrischungen und eine kleine süße Stärkung :

 

Wenn man hauptsächlich nach oben fotografiert oder den richtigen Moment abwartet, schafft man trotz Volksfeststimmung Fotos mit möglichst wenigen Menschen drauf 😉:

Die Piazza Libertà war zu Beginn noch gesperrt, da konnte man zumindest in manche Richtungen Fotos ohne Leute machen...

 

Abends fanden wir dann noch reichlich Platz in der Osteria Alla Ghiacciaia. Das Lokal-Foto entstand zu Beginn unseres Lokalbesuchs - Italiener essen ja bekanntlich gern später zu Abend als unsereiner. Im Lauf der Zeit füllte sich das Lokal jedoch, und es klang so, als wären vor allem Italiener anwesend. Meiner Erfahrung nach spricht es zumeist für ein Lokal, wenn es hauptsächlich von Inländern besucht wird - und auch hier wurden wir nicht enttäuscht; es schmeckte uns sehr gut und war ein angenehmer Tages-Ausklang. Danach gab's noch einen kleinen Schaufensterbummel in Richtung B&B-Hotel, und dann schliefen wir unserem ersten Tag in der Toskana entgegen.

Das grün-rote Erdbeerkleid hätte gut in mein Beuteschema gepasst. Die große Erdbeervase auch. Aber ich kauf ja nix mehr 😊

So viel also zu unserem ersten Urlaubstag in Italien. Bald geht es weiter mit Teil 2 meines Reiseberichtes. Für heute bedanke ich mich sehr für euer Interesse - und für eure Besuche und lieben Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag Rostrosige September-Tage!


Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Brigitte, Edi und mir.

Herzliche Oktobergrüße und alles Liebe

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,


Und weil dieser Urlaub eindeutig unter "Spätsommergenüsse" fällt und ich noch dazu ein Outfit in einem schönen Herbstrot-Ton trug, verlinke ich auch dieses Posting wieder bei der [BLOGPARADE] Die Farben reifer Früchte - ue30blogger & friends 😊. Mehr darüber HIER.


Die Farben reifer Früchte - ü30blogger