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Mittwoch, 20. Mai 2015

Über eine (un)heimliche Krankheit und einen schönen Schlosspark

♥♥♥ Servus, liebe neue 
und treue Leser/innen!♥♥♥
♥♥♥
Mein Beitrag für den Natur-Donnerstag von Jutta K.

 ♥♥♥ Ganz riesigen Dank ♥♥♥
für eure so zahlreichen, offenen, warmherzigen und aufbauenden Zeilen zu meinem vorigen Beitrag! 
♥♥♥  Ihr seid toll! ♥♥♥

Ich war mir nicht sicher, wie ihr auf mein fünftes "Lachfalten-Rettungs-Posting" 
"Über die Vorteile des Älterwerdens" reagieren werdet - in gewisser Weise war es ja doch auch eine Art "Seelen-
Striptease", und das in einem so öffentlichen Medium wie dem www - aber, ich dachte mir, vielleicht macht das,
was ich hier schreibe, ja manchen Menschen Mut.

Und Mut - Lebensmut - liegt meiner Meinung nach ganz nah neben der Lebensfreude: Wer sich den oft sehr großen
Herausforderungen des Daseins stellen kann, ist meiner Erfahrung nach auch mutig genug für echte Emotionen -
wie sie eben auch Glücksgefühle und tief aus dem Inneren kommende Freude sind!


Hier ist mein Beitrag für den Makro-Montag bei Britta

  Könnt ihr euch noch erinnern, dass ich in meinem vorangegangenen Post im Zusammenhang mit meinen Beinen
eine Erkrankung namens „Lipödem“ erwähnte? Auch bei diesem Punkt habe ich lange überlegt, ob ich euch darüber 
überhaupt erzählen soll, denn ein so richtig angenehmes Thema ist das natürlich nicht - weder für euch, noch für 
mich. Und es zählt auch nicht wirklich zu den vorteilhaftesten Seiten des Älterwerdens, denn das Lipödem ist eine 
progrediente Krankheit, d.h. sie wird im Lauf der Jahre nicht besser, sondern eher schlechter. Andererseits denke 
ich, dass Information gerade bei einer kaum bekannten Krankheit wichtig und so ein Blog ein gut dafür geeignetes 
Medium ist. Nicht alle sollen so lange im Ungewissen sein wie ich.





Wahrscheinlich werden einige von euch jedoch nicht an dem Thema oder an so viel Text interessiert sein, deshalb 
baue ich hier zur Auflockerung auch noch ein paar Fotos vom Seibersdorfer Schlosspark ein, die wir aufgenommen 
haben, ehe die Hochzeitsgäste dort eintrafen. (Hier habe ich euch über diesen Foto-Auftrag erzählt und ein paar 
der Hochzeitsbilder gezeigt. Außerdem konntet ihr euch in diesem vorvorigen Post auch zwei meiner Häkeljäckchen 
ansehen. Heute lernt ihr ein drittes näher kennen!)


Mit dieser Collage bin ich mit dabei bei Ines Meyroses "sexy-kurz im Mai"

 Weil das parallel laufende Gesundheitsthema jedoch sehr umfangreich ist und ich bereits ziemlich viele
Informationen zusammengetragen habe, bastle ich zum Ausgleich (voraussichtlich) zwei Lipödem-Postings.




Hier zunächst ein paar allgemeine Infos:

Lipödem: von griechisch lípos „Fett“ und oídēma, „Schwellung“)

Beim Lipödem handelt es sich um eine eine genetisch bedingte chronische Funktions- und Verteilungsstörung 
des unter der Haut liegenden Fettgewebes an den Extremitäten. Bei dieser Störung schwellen die betroffenen 
Körperteile stark an, schmerzen und sind besonders druckempfindlich. Das Lipödem betrifft fast ausschließlich 
Frauen und tritt meist nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder ab den Wechseljahren auf. Nach 
Schätzungen sind etwa 5 bis 10 Prozent aller Frauen davon betroffen.

Laienhaft beschrieben, passen Hüfte, Po und Beine nicht zum ansonsten schlanken (oder vergleichsweise 
schlanken) Oberkörper. Im Verlauf der Krankheit werden viele Betroffene bewegungsarm und frustriert - und dann 
kommt leider oft noch eine echte Adipositas hinzu, was die Diagnosestellung erschwert. Manchmal sind auch die Arme 
vom Lipödem betroffen. Die Füße und Hände der erkrankten Frauen sind hingegen fast immer schlank. (Es ist jedoch 
möglich, dass die Gefäße am Fuß nicht sichtbar sind - die Ursache ist dann allerdings nicht das Lipödem, sondern 
eine Begleit-Lymphstauung.)

Sport oder Diäten helfen - jedenfalls nach den meisten Informationen, die ich im Internet finden konnte - nicht 
bzw. nur unbefriedigend weiter; das Missverhältnis bleibt bestehen. Bei einer Fettverteilungsstörung wie dem 
Lipödem werden nämlich ca. 80 % der überschüssigen Kalorien im betroffenen Gebiet gespeichert. Beim Abnehmen 
hingegen werden 80 % des Fettes im nicht betroffenen Gebiet reduziert. Dadurch wird häufig die schon 
bestehende Unproportionalität weiter verstärkt.

Frauen mit Lipödem bekommen leicht blaue Flecken und verspüren oft schon bei leichter Berührung Schmerzen in den 
betroffenen Körperregionen. Bei manchen Frauen werden die betroffenen Stellen mit der Zeit immer dicker 
bis hin zur Bildung gewaltiger Fettlappen.

(Quellen: klick und klick und klick)




Wovon ihr vermutlich schon gehört habt, ist das Reiterhosensyndrom. Das ist eine Form, in der sich 
die Krankheit manifestiert: In diesem Fall häuft sich krankhaftes Fettgewebe seitlich an den Hüften und 
Oberschenkeln. In seiner gemäßigten Form mag das "hübsch weiblich" aussehen, doch bei fortschreitender 
Krankheit leiden viele Frauen unter ihren Proportionen - und zum Teil eben auch an Schmerzen.

Wenn die Fettverteilung bis zu den Knöcheln reicht, spricht man von einer Pumphose. Diese beiden 
dürften die häufigsten Erscheinungsformen des Lipödems sein, in der Grafik "Typen des Lipödems" 
seht ihr weitere Formen der Erkrankung.

 Typen des Lipödems:

Lipoedem_Typen.jpg
Bildquelle: klick

Ich selbst zähle zu jenen Betroffenen, die bis vor kurzem nichts von der Existenz dieser Krankheit 
wussten. Erst meine Physiotherapeutin (die vom menschlichen Körper mehr versteht als manche Ärzte) 
machte mich darauf aufmerksam, dass meine Beschwerden einen Namen haben. 


Zwei Bilder für das Freitags-Outfit bei Tina und außerdem lache ich hier für Rettet die Lachfalte #5 


Offenbar bin ich ein klassischer "Pumphosen- (oder Ganzbein-)Typ" – und zum Glück noch im 
Stadium 1 der Krankheit. (Sie schreitet nicht bei allen Menschen gleich schnell voran. Ich wünsche 
mir, dass ich alt werde, aber zugleich hoffe ich, dass ich niemals Stadium 2 oder 3 erreiche...)


Bevor ich das erfahren habe, wusste ich nur, dass ich wegen dieser Beine seit meiner Jugend keine 
engen oder kurzen Röcke tragen wollte. Hinzu kam die Feststellung, dass ich von Jahr zu Jahr schwerere, 
schmerzendere Beine bekomme - vor allem, wenn es sehr heiß ist, wenn ich lange sitzen musste (was mir 
bei meinem Bürojob kaum erspart bleibt) aber auch, wenn ich viel gegangen bin (und ich gehe ja viel und 
eigentlich auch gern) oder wenn ich lange stehen muss (z.B. in einer Warteschlange oder einer überfüllten 
U-Bahn) - sie werden dann prall und hart, sie prickeln bzw. brennen und tun einfach weh.


Im Stadium 1 der Krankheit sieht die "Pumphose" ungefähr so aus:
(Das sind übrigens nicht meine Beine, aber sie sehen ihnen ziemlich ähnlich.)


Bildquelle: klick


Der Vollständigkeit halber könnt ihr euch > hier  Bilder der fortgeschrittenen Stadien ansehen. Bei diesen beiden 
Aufnahmen lässt sich auch besonders gut etwas ganz Charakteristisches erkennen: Frauen, die vom Lipödem betroffen 
sind, haben zwar dicke Beine, aber schmale, schlanke Füße (es sei denn, es hat sich zu ihrer Krankheit auch 
noch ein Lymphödem hinzugesellt. Dies ist aber selten symmetrisch). Und bei den Aufnahmen von Stadium 3 sieht 
man sehr deutlich, wie schlank die Taille der Frau ist. Adipositas sieht anders aus!


Das Kettenbildchen geht mitsamt den Löwenköpfen und dem Fischkopf zu Sunnys Um Kopf und Kragen

 
In diesem Posting habe ich euch in der unteren Hälfte beschrieben, warum ich mich so kleide, wie ich mich kleide 
und ging da auch näher auf meine Beine, ihre Form, ihre Empfindlichkeit und Neigung zu blauen Flecken ein. 
Damals wusste ich noch nicht, dass Empfindlichkeit und blaue Flecken Symptome des Lipödems sind. Auch meine 
"kleine Oma" (die Großmutter mütterlicherseits), die mir ihre Beinform vererbt hat, habe ich euch in diesem Posting als 
junge Frau gezeigt. 

Hier unten seht ihr meine Großmutter und mich ca. im Jahr 1963; da war Oma 60 Jahre alt und verließ kaum noch 
ihre Wohnung, weil sie ihre Beine so schmerzten und sie nur sehr schlecht gehen konnte. Leider sieht man von ihren 
Beinen auf dem Foto nichts, sie waren auch fast immer versteckt.


Hier ein Foto für das Guckloch in die Vergangenheit

In ihren letzten Lebensjahren muss meine kleine Oma das Stadium 2 oder 3 des Lipödems erreicht haben. Ich habe 
ihre Beine nicht oft gesehen, obwohl ich in meiner Kindheit an so manchem Wochenende bei ihr übernachtete, wenn 
meine Eltern abends etwas unternahmen. Sie waren ständig in Bandagen gewickelt. Vor dem Schlafengehen musste 
sie allerdings Salben auftragen und neue Fatschen anlegen, und so erhaschte ich manchmal doch einen Blick. 
Ihre Beine waren geformt wie Säulen und sie hatten Blutergüsse und offene, wunde Stellen. 




Die Erklärung, die ich erhielt war, dass Großmutter ihr ganzes Berufsleben hindurch im kalten Geschäft hatte 
stehen müssen: Sie hatte von ihren Eltern eine Fleischhauerei (Metzgerei) übernommen, und möglicherweise 
habe sie sich ihre Beine dort auch gefroren. Und außerdem habe sie "schlechte Venen". (Meine Mutter hat übrigens 
auch seit Jahren Venenprobleme, aber sie ist ganz offensichtlich vom Lipödem verschont geblieben.)




Ihr Lieben, ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und hoffe, dass einige von euch mit diesem Beitrag etwas 
anfangen konnten! Aus ein paar Kommentaren zum vorigen Post weiß ich, dass unter meinen Leserinnen 
sogar welche sind, die das Lipödem persönlich betrifft; vielleicht kennen manche von euch eine davon 
betroffene Frau, die noch nicht einmal weiß, was der Grund für ihre geschwollenen Beine sein könnte ... oder 
vielleicht erreiche ich mit meinem Posting zumindest, dass manche Leser ab sofort angesichts fülligerer 
oder unproportionierter Menschen nicht gleich an Gefräßigkeit und Faulheit denken, sondern auch 
eine Krankheit wie das Lipödem in Erwägung ziehen. Im nächsten Posting zum Thema möchte ich 
u.a. darüber schreiben, weshalb diese Krankheit noch so weitgehend unbekannt ist. (Aber zunächst
wird noch ein anderer Beitrag von mir erscheinen, in dem Krankheiten außen vor bleiben und es jede 
Menge "Action" zu sehen gibt ;o))


Hier gibt's noch ein paar Einblicke in den Trauungssaal des Schlosses mit den schönen Trompe-l'œil-Malereien!

Und ganz zum Schluss noch eine gute Nachricht aus Österreichs Schaufenstern: "Die schöne Helena"
(unten) ist eine Schaufensterpuppe mit den Maßen 106/80/106 und Konfektionsgröße 42, die jenen der
durchschnittlichen Österreicherin entsprechen. Sie "tingelt" ab heute (20.5.2015) durch die Geschäfte von
Linz und soll zum Nachdenken über Schönheitsideale und Schlankheitswahn anregen. Es wird aufgrund
des positiven Echos bereits überlegt, mit Helena in Serie zu gehen:


Bildquelle: klick


  Bis zum nächsten Mal und alles Liebe! 
♥♥♥ Herzlichst, eure Traude ♥♥♥



Freitag, 29. Mai 2015

Über eine (un)heimliche Krankheit (2) und eine fast fertige Häkelei

♥♥♥ Servus, ihr Lieben!♥♥♥
☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼

Vielen Dank für eure lieben Zeilen zu meinem „ritterlichen“ Beitrag und zu meinen dort eingeflochtenen
Gartenbildern! Einige hatten Interesse an der "Frühlings-Samenaktion", doch als ich mit OBI aus diesem Grund
Kontakt aufnahm, erhielt ich die Nachricht, dass man dort über das lange Pfingstwochenende die maximale
Teilnehmerzahl erreicht habe und nun leider doch keine weiteren Blogger mehr beschenken könne ... SCHADE -
und es tut mir Leid für alle daran Interessierten!


Herzlichen Dank auch für all eure Kommentare zu
dem Posting davor, in dem ich versucht habe, euch ein paar Details über das Lipödem näher zu bringen.  
Teil 1 zum Lipödem-Thema findet ihr hier. Und hier könnt ihr dazu noch ein paar persönliche Vorbemerkungen
lesen. Heute geht es mit diesem Thema weiter (und damit euch nicht fad wird, untermale ich mein Posting
wieder mit Bildern – teils aus dem Garten und aus dem Outfitbereich, teils aus der Welt der Kunst :o))




Ich hoffe aber, ihr versteht mich nicht falsch, weil ich euch auch über meine persönlichen Erfahrungen mit
dem Lipödem erzählt habe und noch etwas erzählen werde: Ich schreibe darüber nicht, um bedauert zu
werden (denn es gibt viel schlimmere Erkrankungen als das Lipödem in Stadium 1) und auch nicht, um
mich interessant zu machen oder irgendwas in der Art (denn ich finde die meisten anderen Themen
interessanter als das Thema Krankheiten), sondern um zu informieren.

Und ich betrachte mich auch nicht als „krank“ – im Sinne von leidend - ich habe nur einfach keine ganz und
gar beschwerdefreien Beine. Dennoch ist es wichtig, das Lipödem als Krankheit zu bezeichnen. Allein schon
aus dem guten Grund, weil es andernfalls weiterhin von den Ärzten und Krankenkassen ignoriert werden
kann. Mein Leben war schön, bevor ich von der Existenz dieser „Sache namens Lipödem“ erfuhr, und es
ist jetzt um nichts weniger schön. Ich habe bloß ein bisserl mehr Klarheit über etwas erhalten, das mir
früher unklar war. Diese Klarheit hilft mir, damit umzugehen - und diese Klarheit möchte ich mit euch
teilen, that’s all.

So lange ich kann (und ich arbeite daran, dass das LANGE sein wird!) werde ich auf jeden Fall weiterhin
lebensfreudig herumhüpfen! Und ich habe, was das betrifft, ja auch tolle Vorbilder - Niki de Saint Phalles Nanas
und die anmutigen molligen Damen von Fernando Botero! (Nur an ihrem Lächeln sollten diese Damen noch
arbeiten):


Bildquelle: klick und klick
Wenn ihr euch die von Niki de Saint Phalle und Fernando Botero dargestellten Frauen anseht, die mit ihren
verhältnismäßig kleinen Füßen voluminöse Beine tragen müssen, entsprechen diese in ihren Proportionen recht genau 
dem Erscheinungsbild dieser genetisch und hormonell bedingten Erkrankung in ihrem ausgeprägteren Stadium...


Zu Beginn schon mal eine persönliche Erfolgsbotschaft: Dieser Tage habe ich mir eine Überweisung zur 
genaueren (sprich fachärztlichen*) ) Abklärung des Lipödems geben lassen und auch gleich einen Kur-Antrag
gestellt.

*) Leider gibt es in Österreich den Fachbereich Lymphologie oder Phlebologie nicht - normalerweise handelt 
es sich bei den sog. Fachärzten hier um Hautärzte oder Chirurgen mit Zusatzausbildung...

Beim Ausfüllen des Kur-Formulares fragte mich die Ärztin nach meiner Größe und meinem Gewicht. Wer schon
länger bei mir liest, weiß aus meinem Beitrag Über Stilgebungszonen und mehr, dass mein BMI bei ungefähr 30
liegt - und somit im "adipösen Bereich". (Das Hauptgewicht sitzt wohl in den Beinen.) Ohne aufzublicken und
ohne etwas zu sagen oder zu fragen, trug die Ärztin sofort nachdem sie mein Gewicht erfahren hatte, zu den
bereits eingetragenen Diagnosen auch noch "Adipositas" ein. 


Da ich inzwischen aber weiß, dass bei Menschen mit Lipödem auf anderen Berechnungswegen festgestellt
werden kann, ob zusätzlich Fettleibigkeit besteht oder nicht, sagte ich ihr, sie solle das gleich wieder streichen, 
denn mein WHR (Waist to Hip Ratio) liege bei 0,7 und mein WHtR (Waist to Height Ratio) bei 0,5 - beide 
somit im Normbereich! Ha - Triumph! Sie hat zwar irritiert dreingeschaut, aber das böse Wort durchgestrichen!
Das bedeutet u.a.: Kein stigmatisierender "Grüner Punkt" bei der Kur (grüner Punkt = "wegen Übergewichts
auf Diät gesetzt")... Vielleicht helfen der (oder dem) einen oder anderen von euch diese alternativen Berechnungs-
methoden ebenfalls. (Sie sind auch bei kurzen Beinen oder großer Muskelmasse sinnvoll!) Lasst euch von Ärzten
bloß nichts mehr gefallen - schon gar nicht, wenn es sich um ein paar Kilos auf oder ab handelt!!!
Der depperte BMI muss abgeschafft werden, und zwar bald!!!

Ich denke, an dieser Geschichte lässt sich ganz gut erkennen, wie wichtig für mich der Unterschied zwischen 
Informiertheit und Un-Informiertheit ist...


Mal wieder Mini mit Hose für Ines' Mai-Aktion: Im Februar hab ich euch hier mein Rosenkleid gezeigt und euch erzählt, 
dass ich noch ein zweites, ähnlich geschnittenes Kleid gekauft habe. Das seht ihr nun an mir samt dem Seidenbolero von hier
  und der Hose von hier. Und groß gemustert ist das Kleid auch, also passt es außerdem zu Ines Meyroses Juni-Aktion!


Wie bereits angekündigt soll es diesmal hier um die Frage gehen, weshalb ein Krankheitsbild, das im Prinzip
schon seit den 1940er-Jahren bekannt und von dem schätzungsweise jede zehnte Frau betroffen ist, so selten
diagnostiziert wird.

Die kurze Antwort lautet:
Nur wenige Ärzte kennen bzw. erkennen das Lipödem.
Es wird häufig verwechselt – mit dem Lymphödem, mit der Extremitäten-Lipohypertrophie … und ganz besonders
gern (siehe oben) mit Fettleibigkeit … So richtig gut kennen sich nur Spezialisten damit aus, und die gibt
es derzeit noch kaum (schon gar nicht in Österreich). Mal abgesehen davon, dass auch diese Experten uneins
darüber sind, welche Behandlungsmethode die beste ist.





Die etwas längere Antwort lautet:
Die leichte Verwechslungsmöglichkeit kommt den Gesundheitssystemen (egal, ob nun in Deutschland, Österreich
oder der Schweiz) nicht ganz ungelegen. Es ist einfacher und es wird – kurzsichtigerweise *) - auch für billiger
gehalten, wenn man den Betroffenen einredet, dass sie adipös sind und einfach abnehmen müssten, um keine
Beschwerden mehr zu haben. Die Behandlung des Lipödems ist nämlich entweder langwierig (lebenslang
Kompressionsstrümpfe, Lymphdrainagen etc.) oder teuer (Liposuktion = Fettabsaugung. Unter Umständen ist
auch nach diesem - nicht ungefährlichen - Eingriff noch Kompression nötig). Diese Kosten wollen sich unsere
Gesundheitssysteme ganz gern ersparen...

*) Unbehandelt nehmen die Beschwerden allerdings üblicherweise zu und wachsen sich dadurch zu weitaus
kostenintensiveren Gesundheitsproblemen aus.


Für Betroffene, die noch nicht wissen, dass sie ein Lipödem haben, ist die Desinformiertheit der  Ärzte auch
aus anderen Gründen ein Problem: Als ich mich vor ein paar Jahren mit einem extrem berührungsempfindlichen
 linken Oberarm ärztlich begutachten ließ (man muss mich in einem bestimmten Bereich dieses Armes nur
ganz leicht antupfen, und ich könnte schreien vor Schmerz) stieß ich nach erfolgtem Röntgen schlichtweg
auf Ratlosigkeit, vielleicht sogar Ungläubigkeit. Ich bin nicht wehleidig, aber vermutlich hielt man mich dafür.
Keiner der Medizinmänner wußte, dass ich da auf den Oberarmen offenbar bereits ein beginnendes Lipödem mit mir
herumtrug, das zu einer derartiger Berührungsempfindlichkeit führen kann. (Es wurden mir übrigens auch keine
Folgeuntersuchungen - z.B. bei einem Neurologen - empfohlen, sondern man ließ mich einfach mit der Feststellung allein,
dass die Schmerzen vielleicht mit der Fraktur zusammenhängen, die ich mir im Alter von 16 Jahren zugezogen habe...
Inzwischen habe ich den Schmerz aber auch rechts, jedoch weniger ausgeprägt. Um Rätsel zu raten oder krause
Theorien aufzustellen, brauche ich keine Mediziner ...)


Bildquelle Rudolf Hausner: klick

In Deutschland ist man - wie so oft - schon ein paar Schritte weiter als in Österreich - deshalb habe ich auch den
Großteil der einschlägigen Informationen, die ich im Netz finden konnte, von deutschen Web-Sites. So weiß ich
z.B., dass das Lipödem im deutschen ICD-10-GM (also in der amtlichen Klassifikation zur Verschlüsselung
von Diagnosen) unter dem Diagnoseschlüssel R60.9 geführt wird - und deshalb offiziell als Krankheit gilt - aber
ob das Lipödem auch in Österreich einen Diagnoseschlüssel besitzt, konnte ich leider bisher nicht herausfinden.
Wer etwas darüber weiß, möge mir bitte  Bescheid geben! (Ev. auch per E-Mail - ist in meinem Profil hinterlegt.)

Der große Unterschied, ob das Lipödem nun als Krankheit gehandelt wird oder beispielsweise einfach als
"besondere Körperform", liegt bei den Krankenkassenleistungen: Etwas, was offiziell als Krankheit gilt, können
die Kassen nicht mehr ignorieren. Etwas, das Beschwerden verursacht und das die Betroffenen noch dazu völlig
unverschuldet trifft (z.B. ganz im Gegensatz zu anerkannten Krankheiten wie Alkoholismus!), darf nicht länger
"einfach so" abgetan werden. Und das wiederum bedeutet: Es müssen auch die bekannten Behandlungs- und
Heilmethoden zur Kassenleistung werden!


Mit dem groß gemusterten Rock bin ich ebenfalls bei Ines' Juni-Aktion im Modejahr 2015 dabei!



Viele der obigen Informationen habe ich übrigens aus der Online-Zeitschrift Lymphe & Gesundheit 3/2012.
Diese Zeitschrift enthält auch einen Arztbrief mit interessanten Details zur Krankheit. Hier könnt ihr z.B. nachlesen,
wodurch sich das Lipödem von anderen Erkrankungen, mit denen es oft verwechselt wird, unterscheiden lässt.
Und welche Folgen es für einen erkrankten Menschen - und somit auch für das Gesundheitssystem eines Landes
- hat, wenn das Lipödem nicht oder nicht richtig behandelt wird.

 Und hier könnt ihr euch eine Fotoserie mit mutigen betroffenen Frauen ansehen, die dafür kämpfen, dass die
Öffentlichkeit über diese Krankheit informiert wird. Zum einen, um anderen Betroffenen klar zu machen,
dass sie sich nicht länger als "verfressen und faul" abstempeln lassen müssen, zum anderen, damit weit mehr
Ärzte und Therapeuten als bisher über das Lipödem informiert sind. (Besonders berührend finde ich bei dieser
Fotoserie übrigens das 16jährige Mädchen, bei dem vor kurzem dieselbe Krankheit festgestellt wurde wie bei
ihrer bereits von Grad 3 betroffenen Großmutter...)





Was aber hilft denn nun beim Lipödem? Wie ihr aus meinem vorigen Post wisst, sind die betroffenen
Körperregionen weitgehend resistent gegenüber Diäten und Sport. Die Meinungen klaffen hier allerdings
etwas auseinander: Im Bereich der Physiotherapeuten wird die Auffassung vertreten, dass eine Kombination
aus Stützstrümpfen, Lymphdrainagen, apparativen Kompressionen, Vakuummassagen, Schröpfmassagen,
Kälte- und Wärmebehandlungen, einer Ernährungsumstellung und dem richtigen Sport sehr wohl eine
Verbesserung bewirken kann. (Quelle: klick )

Die zahlreichsten Informationen über das Lipödem findet man allerdings auf den Homepages diverser
Schönheitskliniken. Und hier wird (natürlich) durchgängig die Meinung vertreten, dass die einzige wirksame
Heilmethode, die es für das Lipödem gibt, die Liposuktion (Fettabsaugung) ist.

Man kann es also so zusammenfassen:
Jede therapeutische Institution preist vor allem die Methode als zielführend an, die ihr den größten Profit bringt.
Und die Institutionen, die das eventuell finanzieren sollen, versuchen so viele Kosten wie möglich abzuwenden.
In Deutschland ist jedoch inzwischen bei anerkanntem Lipödem schon einiges zur Kassenleistung geworden,
und Österreich wird über kurz oder lang nachziehen müssen...





Ich habe für mich folgendes vor: Einerseits werde ich weiterhin Sport treiben - die von mir bevorzugten
Sportarten Walken, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik sind ohnehin ideal für die Venen und den Lymphfluss.
(Von früher etwa 3 x wöchentlich bin ich inzwischen auf mehr oder weniger täglich umgestiegen.) Wenn es
(von den Temperaturen her) für mich machbar ist, trage ich beim radeln und walken nun jedoch Stütz-
Kniestümpfe und werde mir ev. noch Strümpfe anpassen lassen. Ich versuche, mein Gewicht möglichst zu
halten bzw. aktuell sogar im machbaren Rahmen zu reduzieren, und zwar ohne Diät. Und das gelingt auch! Wie? 
Ich lasse lediglich seit Februar meine zeitweiligen "Kaloriensünden" wie Chips, Alkohol oder Süßes weg und
 habe dadurch (und durch die genannten Sportarten) jetzt wieder ca. 6  Kilo weniger als nach dem Kuba-Urlaub
und nach Weihnachten... Die Skihose dürfte somit wieder passen! :o))

Man KANN also abnehmen, auch wenn man ein Lipödem hat! Leider habe ich keine Vorher-Nachher-
Messungen an den betroffenen Stellen vorgenommen, um zu überprüfen, ob ich dort tatsächlich weniger
abnehme als überall sonst...

Ich glaube jedenfalls durchaus, was auch einige der Fachleute sagen - dass sich ein halbwegs kontrolliertes
Gewicht positiv auf das Lipödem auswirkt (bzw. dass Grad 2 oder 3 bei zusätzlicher Adipositas schneller
erreicht wird... und das gilt es ja zu vermeiden.)


Außerdem werde ich mal schauen, was mir "aus fachärztlicher Sicht" an Empfehlungen und Therapien 
angeboten wird. Eine Liposuktion kommt für mich jedenfalls bis auf weiteres nicht in Frage, vor den Risiken
solcher Eingriffe habe ich zu viel Angst (und würde mich höchstens darauf einlassen, falls meine körperlichen
Beschwerden unerträglich werden sollten.)



Mein Beitrag für Sunnys Um Kopf und Kragen: die Gudrun-Kette diesmal als Kranzerl und das selbstgemachte Häkeltuch...


Und sonst werde ich im Großen und Ganzen so weiterleben wie bisher. Mein Leben genießen. Reisen,
garteln, kochen, fotografieren, lesen, schreiben, ... ja, und vermutlich auch weiterhin häkeln... Denn inzwischen
ist mein Dreieckstuch - wie ihr hier oben sehen könnt - weitgehend fertig. Nur eine Zierleiste möchte ich noch
dranhäkeln. Und ja, was soll ich sagen, mein erstes Häkelwerk seit ca. 30 Jahren hat mir durchaus Spaß bereitet... 
Ich denke also, da wird es noch Nachfolge-Produktionen geben! :o)

 Wie ich euch neulich schon erzählt habe, wird es im Juni hier im Rostrosenblog wegen unseres Badezimmer-
Umbaus etc. etwas ruhiger werden, aber das eine oder andere Mal möchte ich schon ein Lebenszeichen
von mir geben... Bis dahin lasse ich euch jedenfalls die allerherzlichsten Rostrosengrüße und Küschelbüschel da!


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Alles Liebe, eure Traude
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