Mittwoch, 29. Juli 2026

Reisebericht 2025 – Nanaimo 🏴‍☠️🛁 - und Abschied von Vancouver Island 🇨🇦

 >>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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Hello & Ahoi, liebe Leute! ⛵

Ganz herzlichen Dank, dass ihr uns vor kurzem virtuell auf Bärenpfaden und Gartenträumen 🐻🌿 begleitet habt! 

Heute dürfen die Bären Pause machen 😎. Dafür erwarten euch einige andere tierische Begegnungen - sowie Meresluft, Kunst, Geschichte und schließlich ein Abschied von einer Insel, die uns sehr ans Herz 💚 gewachsen ist. Als erstes war aber Hafenstimmung dran! 

 

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26.-28. September - Nanaimo

2 weitere Übernachtungen bei der netten Darlene im Island View B&B Nanaimo 

Ihr erinnert euch vielleicht: Schon während unseres ersten Nanaimo-Aufenthaltes dieser Reise wollten wir Nanaimos berühmten Hafen kennenlernen. (Wir kannten ihn immerhin von den Videos, die wir im Fitnesscenter beim Indoor-Radfahren sehen 😊.) Doch wegen einer zeitraubenden Baustelle hatten wir dieses Unternehmen verschoben. 

 

 

26. September - Hafenimpressionen 

Arbeits- und Yachthafen von Nanaimo 🚤

Diesmal kamen wir gut durch - allerdings landeten wir nicht gleich an der bekannten Uferpromenade. Dank des etwas eigenwilligen Navigationssystems unseres Mietwagens verschlug es uns zunächst in einen Teil des Hafens, der deutlich weniger "geschniegelt" daherkam. Zwischen Booten, Stegen, Werkstätten und Hafengebäuden entdeckten wir einen Ort, an dem nicht nur flaniert, sondern auch gearbeitet wird. Gerade das gefiel uns. 

Ich finde, die blauen Bootsschuppen verliehen diesem eher funktionalen Teil des Hafens direkt nordisches Flair: 
 

 

Nanaimo Harbour 

 
Zu guter Letzt fanden wir jenen Hafenteil, nach dem wir gesucht hatten, aber doch noch. Und wir fanden dort auch einen Laden, in dem wir eine der berühmtesten Leckereien Kanadas kaufen konnten: die schokoladigen Nanaimo Bars! Ich werde darauf später noch zu sprechen kommen bzw. Rezepte zum Selbermachen anbieten.
 

  

 
Mögt ihr Hafenpromenaden auch so gern wie ich? Auf den Holzstegen von Nanaimo sind wir virtuell schon mehrmals herumgeradelt. Den besten Blick darauf hat man von dem Aussichtsturm in Schiffsform, den ihr in der oberen Collage sehen könnt.
 

 

 
Und auch diesen "Piraten" kenne ich von den virtuellen Radtouren im Fitnessstudio 🏴‍☠️😊. Ob ihr es glaubt oder nicht, die Statue zeigt einen ehemaligen Bürgermeister von Nanaimo! Sein Name war Frank Ney (1918-1992), doch vielen ist der humorvolle Mann bis heute als "Black Frank" in Erinnerung geblieben. Bei öffentlichen Auftritten erschien er oft im Piratenkostüm und machte damit Werbung für seine Stadt. 
 
Er war offenbar genau die Art von Lokalpolitiker, die einer Stadt ein unverwechselbares Gesicht geben, und er scheint seine Sache gut gemacht zu haben. Immerhin war Frank Ney 21 Jahre lang Bürgermeister von Nanaimo. Unter anderem sorgte er dafür, dass die Bordsteinkanten in der Innenstadt von Nanaimo abgeschrägt wurden, nachdem er einen Tag als Rollstuhlfahrer verbracht hatte, um sich besser in deren Situation versetzen zu können.
 
Er  bestand auch darauf, dass seine Statue nicht aufs Meer blickt, sondern zur Stadt hin. Der Bildhauer erklärte später, das solle zeigen, dass Frank Ney "Nanaimo niemals den Rücken kehren würde" 🏴‍☠️❤️. Gewiss wird auch er den einen oder anderen Fehler gehabt haben, wie jeder Mensch, aber gerade das "Menscheln" macht öffentliche Personen doch umso sympathischer. Je mehr ich über Ney gelesen habe, desto eher dachte ich, dass die Welt mehr solche Politiker wie ihn brauchen könnte. Jetzt mehr denn je!  
 

 


Das hübsche Gebäude oben links ist das Lighthouse Bistro & Pub. Und unten seht ihr das beeindruckende Mural an einer der Seitenmauern der Vancouver Island Regional Library. Die Wandmalerei trägt den Titel “The Bookshelf” und wurde 2023 von den Künstlerinnen Lauren Semple und Lys Glassford geschaffen. Mehr darüber könnt ihr in DIESEM Artikel erfahren. Der musikalische Bezug des Wandbildes wird auf dem Gehweg davor durch ein Pflasterstein-Mosaik aufgegriffen, das die Tastatur eines Klaviers darstellt.
 

 

Hier einige weitere Murals, die wir in Nanaimo entdeckt haben:
 

 

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27. September 

Der Tag begann mit einem der wunderbaren Frühstücke, die Darlene für uns zubereitete. Habe ich schon erwähnt, dass sie ein Goldstück und eine der entzückendsten B&B-Gastgeberinnen ever ist? 

Sie ist außerdem eine Tierfreundin - denn nicht nur wir durften uns über einen gut gefüllten Magen freuen: Seht nur, welch niedlicher Besucher auf Darlenes Terrasse kam 🐿️ und sich dort den Bauch vollschlug:
 


An diesem Tag wollten wir kein allzu anstrengendes Programm machen, da Edi sich leider nicht allzu wohl fühlte. (Wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte, war das mal wieder der Beginn einer Verkühlung, die sich zur Bronchitis auswuchs 🤒🤧, wie sie ihm schon 2024 in Neuseeland zu schaffen gemacht hatte. Und natürlich "gelang" es meinem lieben Mann - wie so oft - mich zumindest ein bisschen anzustecken. Sprich: Ich bekam in der Folge Halsschmerzen, Husten und Schnupfen, aber zum Glück nicht so heftig wie er...)

 

Nanaimo Museum 

Wir hatten gehört, dass ein Besuch in diesem Museum lohnend sei, und das schien uns in Anbetracht der Tatsachen genau das Richtige zu sein.

Und wirklich gefiel uns die Ausstellung über Nanaimo richtig gut und wir konnten hier noch einiges über die Besonderheiten der Stadt lernen. 




Auf einem Schild am Beginn der Ausstellung ist zu lesen, durch welche Hochs und Tiefs Nanaimo im Lauf der Zeit gegangen ist. Der Nachsatz besagt für mich einiges: "Through it all we always look after one another." (Was in der deutschen Übersetzung ungefähr so viel heißt wie: "Dabei kümmern wir uns stets umeinander.")
 
Der Zusammenhalt der Menschen in Nanaimo scheint ebenso mit den indigenen Ureinwohnern in dieser Region stark zu sein. Vielleicht hat auch das mit dem charismatischen Bürgermeister Frank Ney zu tun? Immerhin war er Ehrenhäuptling der First Nations in Nanaimo, und das heißt für mich, dass er auch diese Menschen nicht vergessen hat und seine Arbeit von ihnen anerkannt wurde.
 



Und noch einmal kommt "Black Frank" ins Spiel: 1967 half er nämlich dabei, das legendären Loyal Nanaimo Bathtub Race ins Leben zu rufen, das Nanaimo weit über Kanada hinaus bekannt machte. Auf dieses weiterhin jährlich stattfindende Badewannenrennen  ist man in der Stadt sehr stolz.



 
Der folgende Schaukasten zeigt einen anderen Stolz der Stadt: Es geht dabei um den bereits weiter oben vorgestellten (und verkosteten 😋) Nanaimo Bar. In einer Leserumfrage der National Post wurde diese süße Sünde zu „Canada's Favourite Confection“ gewählt.
 
Für alle, die es mal selbst ausprobieren wollen, diesen schokoladigen Riegel herzustellen, habe ich vier Rezepte aus dem Internet herausgesucht: DIESES und DIESES in englischer Sprache - DIESES und DIESES in Deutsch. 
 

 

Besonders spannend fanden wir die Aufforderung, uns eine Laterne zu schnappen und durch das "Kohlebergwerk" zu gehen. Denn die Geschichte von Nanaimo ist untrennbar mit dem Kohlebergbau verbunden, der die Stadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert wirtschaftlich formte und groß machte. Die nachgebaute Mine führt die Besucher durch den harten Alltag der damaligen Bergleute.




Durch den Kohlebergbau wurde nicht nur der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt und der Eisenbahnbau gefördert und die Flotte der britischen Royal Navy versorgt - "ganz nebenbei" wurden auch die fossilen Fußabdrücke von Dinosauriern entdeckt: 
 



Wir trieben uns eine ganze Weile im Nanimo Museum herum und fanden es wirklich spannend. Unsere Gehirne waren auf unterhaltsame Weise mit neuen Informationen gefüttert worden. 
 
Als nächstes ging es darum, unseren Körpern zunächst Heilsames und dann Nahrhaftes zuzuführen. Also suchten wir eine Apotheke auf, um All-in-One-Grippemedikamente für Tag und Nacht zu erstehen (denn leider wehrte Edi sich diesmal vehement dagegen, zum Arzt zu gehen und sich Antibiotika verschreiben zu lassen). Und nachdem wir uns im B&B ein wenig ausgeruht hatten, machten wir uns wieder auf den Fußmarsch zu The Pipers, um uns dort ein Abendessen zu gönnen. Wie ihr seht, war Edi dort durchaus bei kräftigerem Appetit als ich 😉: Für ihn gab's einen Burger mt Pommes (es geht schließlich nichts über gesunde Ernährung 😂), für mich eine Lobster-Suppe ... und ein Bier (also quasi heiß-kalt für den Hals 😜, denn manchmal hilft eher das eine und und manchmal das andere...) 




Das Wetter in den Canadian Rockies 🏔️

 
Seit einigen Tagen schon beobachteten wir etwas besorgt die Wetterentwicklung in den Kanadischen Rockie Mountains, die unser nächstes Ziel sein sollten. 
 
Unten seht ihr nebeneinander drei Wetterprognosen. Links und mittig geht es um Jasper und Banff - und ... nunja, das gefiel uns nicht besonders. Wir waren natürlich darauf eingestellt gewesen, dass es in den Bergen kühler sein würde als auf Vancouver Island ... außerdem stand der Oktober kurz bevor. Aber Tageshöchsttemperaturen von teilweise weniger als 10 Grad Celsius und dazu recht häufig Regen - das sah nicht gerade verlockend aus - schon gar nicht, wenn man kränkelt. 
 
Der Vergleichswert auf der rechten Seite bezog sich auf jene Gegend, die wir uns schon im Vorfeld als mögliche Alternative zu den Rockies überlegt hatten. (Ich werde euch demnächst erzählen, um welche Region es sich handelt.) Hier besagten die Prognosen deutlich wärmere Temperaturen. Doch noch wollten wir keine fixe Entscheidung treffen...  

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28. September 

Und wieder gab es ein köstliches "Darlene-Frühstück. Bei der Gelegenheit erfuhren wir von zwei anderen Gästen, dass wir großes Glück gehabt hatten, nicht erst am vorigen Tag von der Westküste der Insel in Richtung Nanaimo gefahren zu sein. Denn ein tragischer Unfall auf dem Highway 4 hatte dort am 27. September für etwa fünf Stunden den Verkehr komplett zum Erliegen gebracht! 

Was war passiert? Ein in Richtung Nanaimo fahrender Honda Civic geriet in einer Kurvenpassage außer Kontrolle und krachte in einen entgegenkommenden Chevrolet Impala. Der Honda Civic fing sofort Feuer, und der Fahrer - ein 20jähriger Bassist, der nach Sooke unterwegs war, um dort zu seinen Traum als professioneller Musiker zu verfolgen - verstarb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer des Impala – ein 70-jähriger Mann aus Alberta – musste schwer verletzt mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus geflogen werden. 

Da es auf diesem Abschnitt keine offizielle Ausweichroute gibt, saßen Autofahrer teils stundenlang in kilometerlangen Staus fest oder mussten komplett umdrehen und ihre Pläne ändern.

 

In Richtung Fähre

Bei unserem Abschied von der Insel hingegen lief alles perfekt nach Plan - und es gab sogar noch eine entzückende Sichtung: Denn am Straßenrand weideten zwei junge Columbia-Schwarzwedelhirsche (Odocoileus hemionus columbianus - die zur Untergruppe der Maultierhirsche gehören).

 

KI-bearbeitete Fotos der Schwarzwedelhirsche
 
 
Was die Fotos der beiden jungen Hirsche betrifft, muss ich euch allerdings ein Geständnis machen - bzw. euch zugleich einen Bearbeitungstipp geben: Die Bilder waren nämlich während der Fahrt aus dem Auto heraus geschossen und ziemlich unscharf. Aber mit Hilfe von ChatGPT wurden daraus durchaus herzeigenswerte Aufnahmen. (Im Postscriptum werde ich euch die Originale zeigen und noch etwas dazu erzählen.)
 

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Diesmal kamen wir beim Fährhafen so an, dass unser Miet-Mercedes tatsächlich "erste Reihe fußfrei" stand. Dafür hatten wir noch einiges an Wartezeit herumzubringen.



 
Teilweise nützten wir die Zeit, um uns noch ein wenig im Hafen-Souvenirshop  umzusehen. Gekauft haben wir dort nichts, aber zumindest diese beiden Geschirrtücher mit witzigen Cartoons über Vancouver Island und Kanada fotografiert. Fotos sind für uns ohnehin die besten Reisesouvenirs.
 


Ja, und dann war es auch schon so weit - die Fähre legte ab... und wir verließen Vancouver Island, das für uns defitiv den Status einer Trauminsel erreicht hat 🤗🏝️.
 
Ein etwas wehmütiger Blick zurück

 

In meinem nächsten Reiseberichts-Kapitel werde ich euch erzählen, wohin es uns als nächstes verschlug - und wie es mit unserer Gesundheit weiterging. Doch vermutlich werde ich euch zwischendurch auch (zumindest übersichtsweise) erzählen, wie sich unser Frühling und Sommer 2026 entwickelt hat. Ich hoffe also, wir sehen bzw. lesen einander bald wieder!

 

Alles Liebe 💋 &
herzliche Rostrosen-Grüße,

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 

PS:

Hier kommen nun die versprochenen unbearbeiteten Original-Aufnahmen der Schwarzwedelhirsche. Wie gesagt waren sie - da ich die Fotos rasch aus dem fahrenden Auto geknipst habe - ziemlich verschwommen und ich bedauerte, dass sie wohl unbrauchbar für den Reisebericht und das Urlaubs-Fotobuch sein würden.


 

Doch dann bekamen wir einen Tipp von meiner Freundin Brigitte: Sie erzählte uns, dass sie verwackelte Aufnahmen mittlerweile von der KI bearbeiten lassen würde. Die Befehle "schärfe das Hauptmotiv und wende für den Hintergrund Weichzeichner an" würden genügen, um gestochen scharfe Bilder zu erhalten. Mein erster Versuch schlug zwar fehl, weil ChatGPT nicht mein Bild bearbeitet, sondern stattdessen ein ähnliches "Archivbild" eingefügt hatte, doch nach meiner Klarstellung, dass ich das nicht wünsche, wurden meine Fotos auf sehr zufriedenstellende Art und Weise verbessert - siehe oben.

Wie bei fast jeder technischen Neuerung gibt es allerdings auch bei der KI-gestützten Bildbearbeitung eine Kehrseite:

Beim Schärfen oder "Verbessern" von Fotos kann die Software nämlich Bilddetails ergänzen oder verändern, die ursprünglich gar nicht vorhanden waren. Gerade in der Naturfotografie kann das problematisch werden. Fachleute warnen inzwischen davor, dass auf Plattformen zur Dokumentation von Tierbeobachtungen immer häufiger KI-bearbeitete Bilder auftauchen und dadurch wissenschaftliche Daten verfälscht werden. (Klick zu Artikel KI Bilder gefährden Vogelforschung.)

Deshalb werde ich solche Bearbeitungen künftig immer kennzeichnen - so wie in diesem Reisebericht. Für Erinnerungsfotos oder Fotobücher finde ich diese Technik durchaus hilfreich. Für wissenschaftliche Dokumentationen sollte jedoch ausschließlich das unveränderte Original verwendet werden. 

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