Freitag, 10. April 2020

Von Blühhügeln und Katzen, von Osterhasen und Pokalen und von noch soo viel mehr

Servus ihr Lieben!


Ursprünglich hatte ich für heute die Fortsetzung meiner "Corona-Extra-Serie" geplant. Vielen Dank in diesem Zusammenhang für eure zahlreichen langen und tollen Kommentare dazu - es entstand ein intensiver Gedankenaustausch unter unter meinem Beitrag #Corona Extra 2: Bitte keine Panik!  

An der Fortsetzung und auch daran, eure Fragen zu beantworten bzw. eure Anregungen aufzugreifen, arbeite ich allerdings noch, und außerdem ist ja Ostern 🐰. Deshalb habe ich mich entschieden, heute ein flottes und frühlingshaftes Posting dazwischen zu schalten. In meinem vorigen Beitrag Mein "Tagebuch" vom März 2020 habe ich schließlich einige Punkte nur kurz angerissen und angekündigt, euch später mehr darüber zu erzählen. Ein paar dieser aufgeschobenen Fotos und Schilderungen wird es also heute geben.


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Einige wenige Fotos vom April gibt es außerdem- z.B. von Kater Maxwell, der sich nach seiner schwierigen Zahn-OP 
wieder auf dem Weg der Besserung befindet.

Eine Linde für eine Kapelle:
Diese hübsche Kapelle vor blitzeblauem Himmel habe ich im März für die Österreichischen Baumfreunde fotografiert. Falls ihr euch nun fragt, warum man im Auftrag eines Vereins der Baumfreunde eine Kapelle fotografiert - dies hat mit einer Aktion zu tun, die am Tag des Baumes stattfinden soll bzw. sollte:

Die roten Blüten der Zierquitte und die süßen rosa blühenden Steingartenpflänzchen habe ich in unsrem Garten aufgenommen.

Linden gelten als Schutzbäume und werden häufig neben Kapellen gesetzt. Eine ursprünglich neben dieser Kapelle gepflanzte Linde musste leider gefällt werden, da sie durch Bauarbeiten beschädigt worden war - die Baumfreunde haben beschlossen, dort eine neue Linde zu setzen. (Internationaler Tag des Baumes ist der 25. April - ich fürchte allerdings, dass die Aktion wegen Corona verschoben werden muss. Das an diesem Tag geplante "gemütliche Zusammensein" wird wohl kaum stattfinden können.)

Grünzeug-Ernte:
In der nächsten Collage seht ihr Handy-Bilder, die bei einer Radelpartie zu "unserem" Bärlauch-Ernteplatz entstanden sind. An diesem Tag konnte ich nicht nur viele Bärlauchblättchen einsacken, sondern entdeckte auch erste zarte Brennnesselblätter. Davon landeten ebenfalls ein paar in meinem Stoffbeutel - und aus den beiden Kräutern wurde dann eine gesunde, frühlingsgrüne Brennnessel-Bärlauch-Suppe 🌿🍃




Ein Glockenturm und eine Gedenktafel für ein "Twergl":
Für Novas Glockenturm-Linkup habe ich diesmal die Pfarrkirche St. Andreas in Ebreichsdorf aufgenommen. Urkundlich erwähnt wird an dieser Stelle bereits im Jahr 1120 eine Kirche, dabei handelte es sich aber wahrscheinlich um einen einfachen Holzbau. Mehr Einzelheiten dazu könnt ihr hier lesen. Dass diese Kirche bereits eine lange Geschichte hat, lässt sich auch an einigen Inschriften bzw. an den dazu gehörigen erklärenden Tafeln erkennen.

Eins der Tore mag gern das T in die neue Woche für Nova sein...

Und auch der Friedhof hat ein paar interessante alte Grabstellen zu bieten. Unter anderem gibt es hier eine "Gruft des Patronatsherren", die der ehemalige Besitzer des Schlosses Ebreichsdorf, Hieronymus Beck, im Jahr 1572 errichten ließ. Im späten 18. Jahrhundert wurde die Grabkapelle (links unten) vom Kattun-Fabrikanten Franz Xaver Lang als Familienmausoleum errichtet. Nach der Schließung seiner Fabrik verfiel die Kapelle zusehends - inzwischen wurde sie umgebaut und dient heute als Aufbahrungshalle. 

... oder vielleicht auch dieses Tor unten rechts....


Bei der roten Marmortafel - einem Grabstein für Hanns Fudprem - handelt es sich um das älteste genau datierte Denkmal Ebreichsdorfs aus dem Mittelalter. Die Inschrift lautet:
„hie leyt begraben hanns fudprem simon des potl twergl 1453“
Wer genau hinsieht, wird bemerkten, dass die Inschrift zunächst eigentlich lautete „hie leyt bgraben..." - das fehlende e wurde nachträglich "hineingeflickt" 😉 - es "schwebt" oberhalb des Zwischenraums vom b und vom g

In die heutige Sprache "übersetzt" bedeutet die Inschrift "Hier liegt Hanns Fudprem begraben, der Zwerg des Simon Potl, 1453" 

Hanns Fudprem war Hofzwerg des Besitzers von Schloss Ebreichsdorf. Ich weiß nicht, ob es üblich war, seinem "Twergl" einen Marmorgrabstein zu widmen - vermutlich nicht, aber vielleicht wurde Hanns von seinem Herrn besonders geschätzt. Dieser Herr hieß Simon Potl und besaß außer Ebreichsdorf noch Weingärten rund um Wien und in der Wachau, das halbe Schloss Achau und einige Häuser in Wien, wo er abgabenfrei seinen Wein ausschenken durfte. Er handelte mit Goldbrokat, Seide, Samt und Gewürzen (besonders Pfeffer) und hatte gute Verbindungen zum Dogen von Venedig. Er war auch Geldwechsler, Geldverleiher und Pfandleiher und somit einer der reichsten Patrizier Wiens. Sein Todesjahr war wahrscheinlich das Jahr 1483. 
(Quelle: KLICK)


Die alte Inschrift sowie die zahlreichen anderen Tafeln auf diesem Friedhof verlinke ich bei Artis Aktion Schilderwald.

Katzengarten und Pferdespaziergang:
Wie ich euch in meinem vorigen Post erzählt habe, gab uns Kater Maxwell einigen Grund zur Sorge. Am Palmsonntag war Maxwell jedoch schon wieder im Garten unterwegs und kostete sogar ein paar Katzenminze-Blättchen, und auch unser altes Mädchen Nina hat die Sonne genossen.



Edi und ich unternahmen an diesem Tag einen Sonnen-Spaziergang und besuchten die Pferde - und ein "Zebra" 🦓 😉 - bei einem nahe gelegenen Pferdehof. Wenigstens mit Tieren funktionieren die außerhäusigen Sozialkontakte noch 😉🐎:

Das Tulpenfoto stammt aus unserem Garten.

In der unteren Collage seht ihr noch ein paar der Aufnahmen, die bei diesem Spaziergang rund um den Pferdehof entstanden sind. Das Foto rechts unten habe ich allerdings in unserem 2019 neu angelegten Vorgarten aufgenommen - an der frühlingswarmen Trockenmauer fühlt sich die Walzenwolfsmilch tausendmal wohler als an ihrem früheren Standort und wird immer üppiger:



Blühhügel & Pokale:
Auch die folgenden Bilder habe ich in unserem Garten "geknipst". Erinnert ihr euch noch, dass wir im Vorjahr - parallel zum neuen Vorgarten und zu einem gekiesten Gartenweg - einen "Blüh-Hügel" anzulegen begonnen haben? Das Blühen hält sich ja leider noch etwas in Grenzen, bisher gibt es hier vor allem die Zwiebelblumen, die ich im vorigen Herbst dort gesetzt habe (und ein paar Spätsommer- und Herbstblumen zeigen auch schon erste Blättchen). Aber gut Ding braucht eben Weile.



Damit der Blühhügel schon vorher etwas mehr "hermacht", habe ich mir etwas einfallen lassen, das zugleich ein anderes "Problem" löst - mein "Pokalproblem" nämlich: In den späten 1970ern und frühen 1980er war ich Mitglied in einem Skiclub und fuhr seinerzeit auch häufig bei Skirennen mit. Als Jugendliche und junge Frau stellte ich die Pokale, die ich dabei gewann, freudig in meine Regale. (Und einer der Pokale stammt übrigens von einen Schüler-Radrennen, das ich in meiner Kategorie ebenfalls gewonnen habe - darauf war ich besonders stolz, denn ich hatte damals längst nicht nur Mädchen abgehängt 😉.) Die Jahre vergingen, Rennen fuhr ich schon lange nicht mehr, aber meine Trophäensammlung einfach zum Altmetall zu geben, brachte ich nicht übers Herz - das alles gehört zu meiner Lebensgeschichte. Also bewahrte ich sie in einem Schrank und im Keller auf und dachte mir: Eines Tages wird mir eine Idee kommen, bei der ich die Humpen verwenden kann, eine Bastelei vielleicht...



2018 begann ich im Sinne von Urban Gardening die verschiedensten Alltagsgegenstände zu Pflanzgefäßen umzufunktionieren, und bei der Gelegenheit dachte ich dann auch wieder an meine Pokalsammlung. Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es "ein Bisserl" (wie bei mir meistens) - doch nun, da manch anderer Plan durch Corona flachgefallen ist, fand ich endlich Zeit dafür.

Also bohrte ich Löcher in die Pokale, damit Wasser abfließen kann, befüllte sie mit einer Drainageschicht aus Kies, dann kam Erde darauf und dann pflanzte ich Hauswurzen hinein und gesellte ihnen noch ein paar größere Kiesel hinzu. Ein großer Ast, den ich bei einer Walkingrunde am Wegesrand gefunden habe, dient als "Achse", an der entlang sich nun die Trophäen gruppieren:




Bleibt nur zu hoffen, dass die Elstern in unserem Garten sich nicht allzu sehr von dem Glanz angezogen fühlen 😉. Zur Zeit klauen sie aber eher das Futter aus dem Vogelhäuschen und stellen sich dabei richtig akrobatisch an. (Leider gibt es davon nur ein grottenschlechtes Handyfoto, aufgenommen durchs Fliegengitter...) Auch Hasen wurden in unserem Garten gesichtet - allerdings sind sie sehr zurückhaltend und bleiben auf Abstand, was wohl mit den aktuellen Coronavorschriften zusammenhängt.



Aus diesem Grund wird Ostern 2020 für viele wohl anders werden als die Osterfeste zuvor. Für Edi und mich ändert sich nicht viel, da Ostern für uns nie ein großes Familienfest war. Wir werden an diesem Wochenende zu zweit den Sonnenschein (und unseren neuen Terrassenboden *) genießen und vermutlich auch angrillen. *) Über diesen Boden erzähle ich euch ein andermal mehr - jedenfalls war er einer der Gründe, weshalb ich nicht so viel zum Bloggen gekommen bin, denn während der letzten Tage haben wir uns intensiv mit der Renovierung unserer Terrasse beschäftigt 😊...

In jedem Fall wünsche ich euch, dass ihr euch möglichst schöne Tage macht! 



Herzliche Ostergrüße 
aus Rostrosenhausen,...
🐇

...alles Liebe und bleibt gesund, 
eure Traude

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,


Freitag, 3. April 2020

Mein "Tagebuch" vom März 2020

Als ich euch Anfang März einen Monatsrückblick auf meinen Februar in Tagebuchform bot, konnte noch niemand von uns ahnen, dass dies der letzte "normale" Monat für unabsehbare Zeit sein würde - ein Monat, in dem man Museen besuchte, etwas mit Freunden unternahm, sich mit Familienmitgliedern traf, ohne Mundschutz in den Supermarkt oder zur Arbeit ging...

Man kann sagen, dass der rostrosige März "zweigeteilt" war. An den Tagen bis zur Monatsmitte war noch einiges los - danach wurde mein Kalender vom Wörtchen "abgesagt" durchzogen. Heute erzähle ich euch also, was wir im März erlebt haben - und was nicht .... und was stattdessen! 😉 (Ein paar Kombinationen aus meiner #schrankshopping - #capsulewardrobe bekommt ihr bei der Gelegenheit auch wieder zu sehen.) Langeweile kam jedenfalls keine auf. Mein Beitrag ist dadurch abermals ziemlich lang geworden, aber ihr habt ja bis zu meinem nächsten Posting rund eine Woche Zeit, um ihn euch zu Gemüte zu führen.



Servus ihr Lieben!

Vielen Dank für die vielen Kommentare und auch die spannende Diskussion, die sich im Kommentarbereich zu meinem vorangegangenen Beitrag #Corona Extra 2: Bitte keine Panik! entwickelt hat. Bald wird es dazu eine weitere Folge geben. Heute allerdings gibt es von mir wieder einen Monatsrückblick in Tagebuchform. (Ich habe nicht unbedingt vor, euch nun in jedem Monat solch ein Tagebuch zu bieten, aber als Kontrast zum wild bewegten Februar ist das in jedem Fall eine ziemlich interessante Sache.) So richtig, richtig ruhig geht es im Rostrosenleben immer noch nicht zu, weil unerwartete Herausforderungen dazugekommen sind, aber der März ist spätestens ab der Monatsmitte anders geworden als der Feber - und anders als erwartet.


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So., 1. März:
Ein gemütlicher Sonntag, an dem wir unter anderem trainieren gehen - ich bei Mrs. Sp*rty, mein Mann in der Kraftkammer. Danach backen wir Brot, wie wir's etwas mehr als zwei Wochen zuvor in einem Volkshochschulkurs gelernt haben. Und wir bereiten fürs Abendesseneinen feinen Rindsbraten aus Bio-Rindfleisch zu.

Mo., 2. März:
Am Vormittag dieses Tages haben wir in Mödling eine Besprechung wegen eines Umweltschutz-Projektes, das wir vorgeschlagen haben. Die Besprechung läuft gut, das Projekt gefällt - aber jetzt liegt es wegen Corona auf Eis...
In der folgenden Collage seht ihr mein Outfit für den Besprechungstermin - wie so oft durfte mein weinroter Biobaumwoll-Maxirock mitspielen. Am Nachmittag unternehme ich einen Spaziergang.


Di., 3. März:
Abermals ein Besprechungstermin - diesmal geht es um ein Klimaschutzprojekt im Bezirk Baden. Ob bzw. wann daraus etwas werden kann, ist nun ebenfalls fraglich. Am Abend nehme ich an einer Sitzung der Österreichischen Baumfreunde teil, zu der ich bei der Vormittagsbesprechung eingeladen wurde. Diesmal trage ich den hellroten Biobaumwoll-Maxirock, und sowohl auf dem Shirt als auch auf dem selbstgefärbten Gilet tummeln sich Röslein.



Mi., 4. März:
Abermals einer unserer computerfreien Tage, die wir uns auch sonst frei halten von sämtlichen Terminen. 

Ausgerechnet diese Tage sind immer  heftig "umkämpft", sprich es könnten und sollten (wenn es nach den anderen ginge) alle möglichen Treffen, Verpflichtungen etc. genau an diesem Tag stattfinden. Aber dieser Tag für uns ist ebenso wie jeder andere Termin fix in den Kalender eingetragen - solange es nicht um Leben oder Tod geht, heißt es aus purem Selbstschutz "Sorry, an diesem Tag geht es nicht." (Das musste ich im Zusammenhang mit dem 4. März 2020 viermal sagen. Und habe festgestellt, dass jeder der Termine gut auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden konnte. Eine unangenehme Sache wurde gleich ganz abgeblasen, weil sie sich anders regeln ließ.) Zeit für uns ist wichtig - mindestens genauso wichtig wie die Welt "da draußen" mit ihren Terminen. (Das ist übrigens auch etwas, was man durch die derzeitige Corona-Situation lernen kann: Viele Dinge lassen sich anders und oft nervenschonender und umweltfreundlicher regeln als auf dem "üblichen Weg"... Ich sage nur Homeoffice, Videokonferrenzen etc.)

Do., 5. März:
An diesem Tag verbinde ich das Sporteln bei Mrs. Sp*rty mit einem kleinen Radausflug und der Erledigung eines Fotoauftrags der Baumfreunde. Außerdem ist dies unser Wocheneinkaufstag - im Supermarkt, im Baumarkt und auch bei einem kleinen Ab-Hof-Verkauf, von dem wir vor kurzem erst erfahren haben. Abends backen wir erstmals einen süßen Polentaauflauf mit Apfel, weil Edi sich den gewünscht hat (siehe nächste Collage). Er gelingt prima und wird in unser Repertoire aufgenommen!

Fr., 6. März:
Vormittags haben wir unseren Yogakurs, danach geht Edi zu seinem Friseurtermin. Meiner soll erst ca. zwei Wochen später stattfinden, knapp vor unserer Abreise nach Marokko - zumindest ist das zu diesem Zeitpunkt noch der Plan...
Außerdem testen wir an diesem Tag ein weiteres Rezept von unserem Brotbackkurs.*) Dafür haben wir extra in einem Badener Haushaltswarengeschäft ein backofengeegnetes Emaille-Reindl (= Kochtopf) mit Deckel erstanden, übrigens "handmade in Austria", siehe unten, und kostet nur ein Zehntel des gehypten französischen Pendants. (Brav gefördert, die heimische Wirtschaft, gell?)
Das Brot geht super auf und wird herrlich knusprig - bloß etwas mehr Würze hätte es noch gebraucht. Deshalb kaufen wir bei unserem nächsten Besuch im Hofladen ein gut duftendes Bio-Brotgewürz. Wir lernen von Brot zu Brot dazu und das ist schön! 😊

*) Falls es Interesse an den Brotrezepten gibt, bitte im Kommentar bekannt geben, dann werde ich sie in näherer Zukunft mal einstellen.


Sa., 7. März:
Um die Mittagszeit besuchen wir meine Mutter im Pflegeheim, danach treffen wir uns mit unseren Freunden Brigitte und Peter. Mit ihnen haben wir die für Ende März / Anfang April geplante Reise nach Marokko gebucht und wollen zu dem Thema noch einiges besprechen (auch wegen Corona. Da es vorerst keine Reisewarnungen gibt, sind wir noch relativ zuversichtlich). Außerdem unternehmen wir mit den beiden einen Ausflug nach Orth an der Donau - darüber möchte ich euch allerdings in einem weiteren Posting mehr erzählen. Wir ernten dort etwas vom reichlich sprießenden Bärlauch, der am nächsten Tag zu einer Suppe verarbeitet wird. Abends fahren wir noch kurz zu einem Lokal in Wien (dem Reigen), um dort Karten für ein Konzert am 14. März abzuholen, die man für uns reserviert hat.



So., 8. März:
Es ist wieder einmal Zeit für eine Geburtstagsfeier im Familienkreis: Meine Tochter Jana wird am 12. März blühende 27 und Janas Vater Wolfgang hat am 25. März seinen 61. Geburtstag. Normalerweise feiern wir etwas später im Monat - zumeist zwischen diesen beiden Geburtstagen - aber diesmal ist es glücklicherweise ein früherer Termin geworden... sonst hätte das Treffen vermutlich in diesem Frühjahr gar nicht mehr stattfinden können.



Hier seht ihr mein "Geburtstags-Outfit" für diesen Tag. (Es entstand aufgrund der Farbinspiration von Maren - FARBKOMBI DES MONATS MÄRZ 20: CINNAMON STICK und STORM - danke dafür! Der Mix von Petrol und Zimtbraun kommt mir sehr entgegen, von selbst ist mir die Idee, das petrolfarbige Sommerkleid zum "zimtigen" Shirt mit dem Glasperlen-Ausschnitt zu kombinieren, allerdings noch nie gekommen).
Wir feiern zuerst im Dreimäderlhaus in Wolfsgraben, danach im Haus von Oma Marianne und Opa Georg, Wolfgangs Eltern. Marianne und Jana haben wieder je eine feine Torte gebacken. Am Spätnachmittag unternehmen Edi und ich noch einen Frühlingsspaziergang, um das schöne Wetter dieses Tages zu genießen und die Tortenkalorien abzubauen.


Mo., 9. März:
An diesem Tag findet unser letzter Besuch bei meiner Mutter im Pflegeheim statt. Den nächsten hatten wir für 15. März vorgesehen, doch zu diesem Zeitpunkt sind die Pensionistenheime bereits von der Öffentlichkeit abgeriegelt. 

Viele Gedanken gehen mir dazu durch den Kopf: Wie geht es meiner Mutter damit? Wird sie uns "danach" noch erkennen, falls es überhaupt ein Danach gibt? Glaubt sie, wir haben auf sie vergessen? Weiß sie, dass es zu ihrem Schutz passiert? Angeblich geht es ihr gut, sie isst und hat keine Covid-Symptome. Ich bin den Schwestern und Pflegern in jedem Fall dankbar, dass sie die Stellung in so schwierigen Zeiten halten. Und ich wünsche mir, dass solch "systemrelevanten Berufen" im Zukunft mehr Anerkennung (auch in finanzieller Hinsicht sowie Einstellung von mehr Personal zur Entlastung) entgegengebracht wird!

Bild könnte enthalten: Text „Twitter @DrWaumiau 2020 WIRD ALS DAS JAHR IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN, IN DEM POLITIK UND WIRTSCHAFT ZUGEBEN MUSSTEN, DASS BERUFE, DIE SEIT JAHREN FÜR PERSONALMANGEL, GERINGE WERTSCHÄTZUNG, UNBEZAHLTE ÜBERSTUNDEN UND VERGLEICHSWEISE NIEDRIGE BRUTTOLÖHNE BEKANNT WAREN, SYSTEMRELEVANT SIND. SCHWARZER-KAFFEE.COM KAFFEE“
Geteilt über Facebook - und nun auch hier

Für alle, die hier noch nicht so lange lesen: Meine Mutter ist knapp 94 und seit Herbst 2013 ein Pflegefall - gelähmt und auch sonst bewegungseingeschränkt, bettlägrig, geistig etwas reduziert, aber durchaus ansprechbar. Sie ist in dieser Zeit dem Tod mehrmals "von der Schaufel" gesprungen, wie es so schön heißt. Eine Ärztin im Heim sagte zu meinem Bruder und mir einmal, dass der starke Lebenswille unserer Mutter vor allem daher rührt, dass wir uns so um sie kümmern. Sie wurde fünf bis sieben Mal pro Woche von meinem Bruder, von mir und von anderen Familienmitgliedern besucht; wir haben in den letzten Jahren vor allem ihre Hand gehalten, ihr das Essen verabreicht und ihr etwas erzählt, weil sie selbst kaum noch gesprochen hat. Es ist nicht so, dass wir ihr oder uns wünschen, dass sie "ewig" weiterlebt, aber wir wollen auch nicht, dass sie das Gefühl hat, einsam und verlassen sterben zu müssen, wenn ihr versteht, was ich meine. Nun können wir nichtmal mit ihr telefonieren, sondern ihr nur durch das Pflegeheimpersonal Grüße ausrichten lassen... 

Di., 10. März:
Vormittags trainiere ich bei Mrs. Sp*rty, am frühen Nachmittag fahre ich mit meiner Tochter ins "benachbarte Ausland": Denn eins meiner Geburtstagsgeschenke war ein gemeinsamer Besuch in einem Hand- und Fußpflegesalon in Sopron / Ungarn. Das haben wir auch schon im Vorjahr gemacht und Jana wünschte sich solch einen "Mädels-Beauty-Nachmittag" auch heuer wieder. Zum Glück haben wir damit nicht bis nach ihrem Geburtstag gewartet, denn bald nach diesem Tag wurden die ungarischen Grenzen dicht gemacht.   


Mein Mutter-Besuchs-Outfit vom 9.3. und Edis Nussbrot vom 11.3. (Beim nächsten Mal will er etwas mehr Nüsse nehmen.)

Mi., 11. März:
Edi und ich haben einen Banktermin - es geht u.a. um Börseneinbrüche wegen Covid19. Unser Bankberater erwähnt bei diesem Gespräch ein Gerücht, über das ich euch in meinem Beitrag Was haben Italien, Corona und die Modeindustrie miteinander zu tun? berichtet habe. 
Kontakte zu Personen in Pflegeheimen sollen reduziert werden, heißt es, aber noch kein Wort von einer Totalsperre. Allmählich kommen Zweifel auf, ob unsere gepante Marokko-Reise noch stattfinden wird.
Edi hat beschlossen, ein Brot mit Walnüssen zu backen - in der Collage oben seht ihr das gelungene Ergebnis, unten mein Ensemble, das ich zum Banktermin trug - eine Kombination aus petrolgrünem Rock und zimtbraun-marineblau geringeltem Shirt (beides von Öko-Labels, beides inspiriert von Maren).

Kater Maxwell ist wie so oft beim Shooting dabei - im Lauf der nächsten Tage entwickelt er sich zum Sorgenkind...

Do., 12. März:
Der Geburtstag meiner Tochter. Aber an diesem Tag telefonieren wir nur, gefeiert haben wir ja schon. Keiner von uns hat erwartet, dass unser Besuch im Manikürsalon in Sopron unser letztes Treffen für unbestimmte Zeit sein würde. An diesem Tag unternehmen Edi und ich einen ausgedehnten Frühlingsspaziergang bei schönem blauem Himmel. Der Mirabellenstrauch, den ich im Sommer so gern beernte, ist von Blüten übersät und voller Bienen! Und wie man sieht, sind noch einige Flugzeuge unterwegs.
Abends gönnen wir uns wieder eine Rückenmassage. (Es ist wegen Corona die letzte für längere Zeit - auch aus diesem Grund bemühen wir uns so sehr darum, unser Sportprogramm möglichst intensiv durchzuziehen. Denn diese Massagen leisten wir uns nicht, weil wir Luxusgeschöpfe sind, sondern um gegen gewisse körperliche Beschwerden / Schmerzen anzukämpfen. Nun müssen wir das allein mit muskelaufbauendem und gelenkschonendem Sport schaffen.)



Fr., 13. März:
Vormittags ist unser letzter Yogakurs vor den Corona-Beschränkungen. Nachmittags steht unser Wocheneinkauf auf dem Programm, denn am Freitag hat "unser" Bio-Hofladen immer geöffnet. Doch Tags zuvor hat unser Kanzler "Maßnahmen zur Virus-Eindämmung" angekündigt - und deshalb ist in allen Lebensmittelläden die Hölle los.

Um "unseren" kleinen Supermarkt machen wir einen Bogen, als wir den überfüllten Parkplatz sehen. Der Hofladen ist auch extrem gut besucht, aber es gibt noch so heißbegehrte Waren wie Mehl, Milch, Eier oder Nudeln, jedoch keine Hefe 😉. Wir kaufen die für uns üblichen Mengen ein und suchen dann nach einem nicht so extrem überfüllten Supermarkt für jene Waren, die es im Hofladen nicht gibt. Immerhin finden wir einen, wo es noch einen Parkplatz und einen Einkaufswagen für uns gibt. Faszinierend, was Menschen so zusammenkaufen, wenn sie befürchten, dass man bald nicht mehr einkaufen gehen kann: Die Einkaufswägen quellen über, und zwar nicht nur vor Mehl, Klopapier & Co, sondern auch vor Chips und ähnlichem Schrott.

Der Vortrag zum Thema Kräuter, den ich am späteren Nachmittag besuchen wollte, wurde abgesagt.

Sa., 14. März:
Ich unternehme einen Spaziergang in unserem Auwald, u.a. um dort Bärlauch zu "ernten". So viele Menschen wie an diesem Tag habe ich hier noch nie spazieren gesehen! (Vielleicht ein Versuch, noch rasch Frischluft zu "hamstern"...) Diesmal höre ich den Specht nicht nur, sondern kann ihn auch fotografieren! Zum Glück habe ich die Nikon mit dabei, zwar nicht mit dem ganz großen Objektiv, aber mit dem Nikkor 18-200. (Weitere Fotos dieses Tages habe ich euch HIER gezeigt.) 




Das für den Abend geplante Pendragon-Konzert im Reigen findet nicht statt. Ursprünglich hieß es, dass es zweigeteilt wird (mit jeweils weniger als 100 Besuchern), doch die Band hat die Europatournee abgesagt. (Auch unsere Marokkoreise, die am 26. März hätte losgehen sollen, ist nun endgültig abgesagt. Das Geld bekommen wir angeblich bis auf 15 Euro Bearbeitungsgebühr in zwei Wochen zurück.)
Stattdessen schmücke ich unser Wohnzimmer mit meiner galgenhumorigen Corona-Extra-Deko - KLICK - und backe ein sogenanntes Fünf-Minuten-Brot. Zum Glück haben wir noch vor den Panikkäufen genug Mehl und Germ für unsere Brotbackmanöver gekauft. Beim Teigkneten, -falten, -klopfen, -zermanschen... kann man sich herrlich austoben und auch allfällige Wut gut loswerden. Statt fünf Minuten knete ich zehn, danach fühlen sich meine Hände herrlich samtig an und ich bin wieder mit der Welt im Reinen. Es ist, wie es ist. Punkt.


So., 15. März:
Dieser Tag ist der letzte, an dem man bei Mrs. Sp*rty trainieren kann, das nütze ich aus; außer mir ist noch eine weitere Frau da, die sich genau das gleiche dachte wie ich: Schnell noch sporteln! Wir plaudern beim Training angeregt miteinander - auch solche einfachen Gespräche werden danach zur Mangelware.
Danach machen sich Edi und ich über eins unserer Kellerregale her, in dem wir Farb- und Lackdosen, Moltofill etc. aufbewahren. Manche Farben sind schon total eingetrocknet. Wir sortieren mehr als die Hälfte aus. Nachdem allerdings ab dem nächsten Werktag die Müllplätze nur für absolut unaufschiebbare Fälle geöffnet haben, müssen wir das Zeug weiterhin im Haus aufbewahren.
Anschließend bereiten wir aus dem Bärlauch, den ich am Vortag geerntet habe, zwei Gläser mit Pesto zu.
In der Zeitung wird berichtet, dass Wiener versucht haben, wie die Italiener vom Balkon oder aus dem Fenster zu singen. Das oft zitierte "goldene Wienerherz" meinte dazu nur "Hoits de Pappn!" oder "Ru-he! RU-HE!!!! So schee is des ned."

Mo., 16. März:
Dieser Tag sollte ursprünglich wieder ein "Traude-Tag" werden, an dem ich mir keine Termine aufhalsen lasse - aber wegen Corona gibt es jetzt sowieso keine Termine, also beschließen Edi und ich, unseren ersten Zu-Fuß-Einkauf mit dem Anti-Hamster-Rucksack zu unternehmen.


Di., 17. März:
Für diesen Tag ist laut meinem Kalender Mrs. Sp*rty vorgesehen - also wird zu Hause mit Hilfe der Mrs.-Sp*rty-App eifrig trainiert. Auch Edi macht fleißig mit. Außerdem hätte ich an diesem Tag einen Friseurtermin bei unserer Nachbarin gehabt - abgesagt. Apropos "Friseur" - hier ein bisserl was Witzig-Haariges von WhatsApp:


Mi., 18. März:
Der 18.3. ist nicht nur Ingemar Stenmarks Geburtstag (vergesse ich nie, seit ich als Teenager sein "größter Fan" war) - es wäre auch der Tag gewesen, wo Edi und ich unseren ersten "echten" Einsatz als Komparsen gehabt hätten: bei der Krimiserie Schnell ermittelt. Aber daraus wurde jetzt mal "Dank Corona" nichts - abgesagt. Also gehe ich zum Power-Walken und verbrauche binnen 49 Minuten 497 Kalorien. Das hat schließlich auch was 😉. Vom Freundes- und Familienkreis werde ich weiterhin mit liebevollen, tierischen, nachdenklichen oder lustigen Bildern und Filmchen versorgt. Hier wieder eine kleine Auswahl: 


 
  

Do., 19. März:
Es wird wieder zu Hause trainiert, u.a. hab ich jetzt auch ein tolles Bauchmuskelprogramm. Wenn die Quarantäne zu Ende ist, werde ich fitter sein als der fitteste Turnschuh! Außerdem gehen wir wieder mit dem Rucksack Anti-Hamster-Einkaufen. Dann ölen wir zwei Holztische sowie die Steher unseres Pavillons mit dem Holzöl, das wir beim Aufräumen des Kellerregals gefunden haben.
Leider macht uns Kater Maxwell (16 J.) Sorgen. Seit ein paar Tagen schon frisst er nur sehr wenig Weichfutter und verweigert sein liebstes Trockenfutter komplett. Und als wir ihm eins seiner geliebten Vitamin-Herzchen geben, beißt er drauf, spuckt es entsetzt aus und faucht es an. Und er lässt sich nicht an die rechte Backe fassen - offenbar hat er schlimmes Zahnweh. Damit ist klar, wir müssen am nächsten Tag einen Tierarzttermin vereinbaren. 

Fr., 20. März:
Tierarztbesuche sind gar nicht so einfach in Zeiten wie diesen. Unser langjähriger Tierarzt ist vor einiger Zeit in Rente gegangen; wir müssen zu einer noch unbekannten, aber netten Tierärztin in einer nahegelegenen Ortschaft. Sie gibt uns telefonisch einen Termin für den späteren Nachmittag. Bis dahin muss Maxwell zu Hause und - wegen einer wahrscheinlichen Betäubung - nüchtern bleiben.



Weil Freitag unser Yoga-Tag war, machen wir (unter strenger Beobachtung von Kater Maxwell) vormittags  Yogaübungen nach der Down Dog-App. (Die ist wegen der Corona-Krise bis zum 1. Mai gratis.) Und weil das Wetter traumhaft schön ist, unternehme ich später noch einen Spaziergang bei blitzblauem Himmel.
Dann ist es Zeit für den Tierarztbesuch.

Die Tierhalter müssen draußen bzw. in ihren Autos warten, während die Tiere untersucht werden. Ich gehe einstweilen ein bisschen draußen auf und ab und sehe einen Kinderspielplatz mit rotweißen Absperrbändern - wegen Corona dürfen die Kinder nichtmal mehr die Rutsche benützen. Die Ärztin kommt wieder heraus und teilt uns mit, dass Maxwells Nierenwerte nicht sehr gut sind und dass er ein starkes Herzgeräusch hat. Deshalb wagt sie es nicht, den Kater zu narkotisieren und seine Zähne zu behandeln. Wegen seiner Nieren wiederum ist ein Entzündungshemmer nicht empfehlenswert. Mäxi bekommt ein Depot-Antibiotikum gespritzt und wir die Empfehlung, einen Herzultraschall in einer Tierklinik machen zu lassen. Auch das ist, wie wir am Montag erfahren müssen, in Zeiten wie diesen nicht so einfach. 

Abends hätten wir unsere Freunde Michi und Monika besuchen wollen - auch das ist wegen Corona abgesagt.

Sa., 21. März:
Der Frühling ist da - und es wird wieder kalt. Aber es gibt genug im Haus zu tun und ich verbringe an diesem Tag auch einige Zeit mit Bloggen - und schon ist der Samstag vorüber.

So., 22. März:
Während wir beim Frühstück sitzen, schneit es! Aber zum Glück hört es bald wieder auf und es bleibt nichts liegen. Der Garten ist schon voller Frühlingsblüten, ich hoffe der Kälteeinbruch schadet den Pflanzen und Tieren nicht. Wir trainieren wieder zu Hause.
An diesem Tag versuchen wir uns an selbstgemachten Vollkorn-Handsemmeln - und ich muss sagen, die gelingen richtig gut! Wir machen einige mit Sesam und einige ohne (siehe Fotos unten). Hier das Rezept, nach dem wir ungefähr gearbeitet haben, allerdings hatten wir weder Backmalz noch Malzextrakt flüssig und wir haben auch keinen Backstein. Aber wenn man sich keine "perfekten" Wiener Kaisersemmeln erwartet, sondern "nur" besonders feine Weckerln, wird man nicht enttäuscht.
Abends hätten wir wieder einen Komparsentermin bei Im Zentrum gehabt, aber der wurde natürlich abgesagt. Die Sendung findet jetzt ohne Publikum statt.


Mo., 23. März:
Wir rufen gleich am Morgen in der nächstgelegenen Tierklinik an und erfahren, dass dort zur Zeit keine Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden. Also müssen wir doch in die doppelt so weit entfernte Klinik Parndorf, die uns die Tierärztin empfohlen hat. Wir rufen dort an und erhalten einen Untersuchungstermin am Donnerstag. Auch an diesem Tag trainieren wir wieder nach unseren Sprt-Apps.

Di., 24. März:
Ein eisig kalter Tag, weshalb ich mich für unsere Einkaufstour in warme Wolle einwickle (siehe unten). Diesmal fahren wir mit dem Auto, weil wir mehr besorgen müssen und außer "unserem" kleinen Supermarkt auch den Bio-Hofladen aufsuchen. Dafür gehe ich später dann noch walken, um ausreichend Bewegung zu bekommen.


Mi., 25. März:
An diesem Tag hätte der Rauchfangkehrer zu uns kommen sollen, aber auch dieser Kontroll-Termin ist abgesagt wegen Corona. Edi und ich ziehen u.a. wieder unser Turnprogramm durch.


Do., 26. März:
Dieser Tag wäre der Tag unserer Abreise nach Marokko gewesen. Im Nachhinein kann man nur sagen, zum Glück wurde die Reise abgesagt. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen unseres Katers! Um 12.15 Uhr haben wir den Termin in der Tierklinik Parndorf. Sie ist etwa eine Dreiviertelstunde Fahrzeit von uns entfernt - und Maxwell weint normalerweise schon nach zwei, drei Minuten Autofahrt. (So ist es letztendlich auch dieses Mal). Aber er setzt sich vormittags trotzdem schon mal freiwillig in den Transportkorb. Vielleicht ahnt er etwas, weil er nicht hinaus darf und nüchtern bleiben muss? Edi und ich nehmen ein Mittags-Lunchpaket für uns mit und ein Leckerli-Stangerl als "Danach-Belohnung" für Mäx.



Beim Ultraschall bestätigt sich leider der Verdacht der Tierärztin, Maxwell hat ein schwaches Herz und offenbar auch eine Arterienverkalkung. Die Empfehlung lautet, mit der notwendigen Zahnbehandlung bis zum kommenden Mittwoch zu warten, weil da eine Anästhesistin in der Klinik anwesend ist, die die Narkose ganz genau auf ihn abstimmen kann. Außerdem wird empfohlen, Mäxi schon am Dienstag in die Klinik zu bringen, damit zuvor noch durch eine Infusion seine Nieren gestärkt werden können. So machen wir das dann auch.
Der für diesen Abend vereinbarte Massagetermin entfällt wie gesagt wegen Corona.
Als Abendessen gibt's Spaghetti mit unserem selbstgemachten Bärlauchpesto, frisch geriebenem Parmesan und gerösteten Pinienkernen - köstlich (siehe oben)! Und Maxwell darf natürlich auch wieder etwas essen 😻. 

Fr., 27. März:
Einkaufsspaziergang mit dem Anti-Hamster-Rucksack. Der Himmel ist blitzblau, aber Nina und Maxwell ziehen es vor, im Haus zu bleiben. Unterwegs zum Supermarkt begegnet uns bei einer "Gstettn" (einem unbestellten Grundstück) eine geschorene (Ex-)Langhaarkatze, die vermutlich mal mit total verfilzten, verkletteten Haaren nach Hause gekommen ist und deshalb diese ungewöhnliche "Frisur" verpasst bekommen hat. Sie wirkt aber total selbstbewußt und lässt sich bei ihrer Mäusejagd nicht von uns stören. Unser Indoor-Training ziehen wir auch wieder durch.



Weil die Wetterstation eher kühle Temperaturen anzeigt, trage ich abermals den kuschelwarmen Wollpullover, aber damit wird mir beim Gehen dann doch zu warm. Im Lauf des Nachmittages erledige ich dann noch etwas im Garten (Stichwort "Blühhügel & Pokale"), aber was es damit genau auf sich hat, erzähle ich euch ein andermal.


Sa., 28. März:
Nach dem Frühstück ziehen Edi und ich wieder das Yoga-Programm durch; nachmittags hingegen zieht es mich mit den Walkingstöcken in den Wald, denn es ist ein wunderschöner und auch relativ warmer Tag: Ich kann im Langarmshirt am Fluss entlang walken 🌞


So., 29. März:
Die Sommerzeit beginnt. Und obwohl bei WhatsApp lustige Bilder kursieren, die mit Lachgesichtern 😂 daran erinnern, dass die Zeitumstellung beginnt und dass wir da nun "eine Stunde länger zuhause bleiben" können, wird uns in Wahrheit eine Stunde geklaut. Irgendwie kommen wir an diesem Tag kaum in Schwung und in meinem Kalender steht - nichts... Ich kann mich vage erinnern, dass wir froh waren, tags zuvor das schöne Samstagswetter genossen zu haben, und ich nehme an, bis auf etwas Haushaltskram, Kochen und Bloggen habe ich / haben wir an diesem Tag nicht viel erledigt.

Mo., 30. März:
An diesem Tag sieht's draußen wieder schöner aus. Begeistert stelle ich fest, dass der Felsenbirnbaum schon so richtig hübsch blüht. Und auch sonst tut sich im Garten jetzt schon so einiges, das mir Freude macht. Wir bekommen außerdem eine Lieferung von zwei riesigen Kartons - der Inhalt hat ebenfalls mit dem Garten zu tun. Worum es sich handelt erzähle ich euch ein andermal.


Di., 31. März:
Dies ist der Tag, an dem wir unser Katerchen Maxwell wieder in den Transportkäfig setzen und mit ihm die weite Fahrt nach Parndorf antreten müssen. Es ist ein seltsames Gefühl, ihn in der Tierklinik "abzugeben" und ohne ihn wieder nach Hause zu fahren, weil er an diesem Tag an die Niereninfusion gehängt wird. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich je eines meiner Tiere über Nacht in einer Klinik lassen musste. Und da wir ja von Maxwells Herzschwäche wissen, ist da auch dieses beklemmende Gefühl, nicht zu wissen, ob die Zahn-Op. am nächsten Tag gut gehen wird.



In solchen Fällen tut Ablenkung gut. Da uns schon bei der Hinfahrt nach Parndorf unterwegs eine Kirche mit Zwillingstürmen aufgefallen ist, überrede ich Edi, auf dem Rückweg bei dieser Kirche Halt zu machen. Und so kann ich für Nova auch gleich Fotos für ihr Glockenturm*)-Linkup und für ihr T in die neue Woche aufnehmen. 

Die römisch-katholische Pfarrkirche Kaisersteinbruch ist laut Inschrift "ERBAUET ANNO 1745" und wurde den Pestheiligen Rochus und Sebastian geweiht - das passt irgendwie in Zeiten wie diesen: Heilige haben ja häufig mehrere Zuständigkeiten - vielleicht wird von den beiden daher auch die Corona-Pandemie "mit übernommen"... (?)

*) Die Kirche besitzt übrigens seit 2016 eine zweite Glocke und kann nun in Stereo erklingen.

Diesen Himmelsblick verlinke ich bei Heidi - https://galeria-himmelsblick.blogspot.com/2020/03/himmelsblick-2.html


Ihr Lieben, damit bin ich nun am Ende meines "März-Tagebuches" angekommen. Aber für alle, die wissen wollen, wie es mit Maxwell weiterging, kommt jetzt noch eine kleine Zugabe: 

Wir wurden am Mttwoch, 1. April, ganz schön auf die Folter gespannt. Maxwells Operation wurde nämlich wegen diversen Notfällen vom Vormittag zunächst auf 13 Uhr und dann auf 16 Uhr verschoben. 🙀 Knapp vor 17 Uhr erhielten wir die Nachricht, dass er wieder am Aufwachen sei, dass er den Eingriff gut überstanden habe, aber dass es wegen seines schwachen Herzens ein bisschen schwierig war. Die Tierärztin meinte, sie sei sehr froh, dass die Narkose von einer Spezialistin gemacht wurde. Um drei Zähne hat unser Kater nun weniger, auf das Ziehen eines vierten Zahnes wurde sicherheitshalber verzichtet, weil Maxwells Blutdruck extrem schwankte und das Risiko zu groß war. Wegen seiner auch nicht so tollen Nierenwerte wurde er noch an eine Infusion gehängt und um 18.45 Uhr durften wir zum Abholen kommen. Letztendlich dauerte es dann noch bis nach 19 Uhr, bis wir unseren Kleinen tatsächlich mitnehmen konnten, und während der Heimfahrt hat er abermals durchgehend geweint - mit ganz heiserer Stimme. Aber auch wenn er wohl noch ein paar Tage braucht, bis er sich wohler fühlt - ich sage mal ganz laut "Uffff!" - wir haben ihn wieder! Er ist allerdings immer noch schwach, doch wir haben es wenigstens schon geschafft, ihm mit ein paar Tricks seine Medizin einzuverleiben. Und zur Kontrolle müssen wir nicht nach Parndorf fahren, die dürfen wir auch bei der Tierärztin in unserer Nähe erledigen.

🐈 🐈 🐈 🐈 🐈

Ihr seht also, trotz Corona und all der geplatzten Pläne und entfallenen Veranstaltungen war auch unser März äußerst erlebnisreich. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Das eine oder andere Gartenprojekt ist hier in jedem Fall gesichert 😉. Und was meine Bloggerei betrifft, will ich euch einerseits bald eine Fortsetzung von meinem vorangegangenen Beitrag #Corona Extra 2: Bitte keine Panik! bieten, andererseits habe ich euch in meinem heutigen Post ein paar ausführlichere Schilderungen von diversen Unternehmungen versprochen. Oh, und erfreulicherweise habe ich es auch noch immer nicht geschafft, hier sämtliche Rückblicke auf unsere Februar-Aktivitäten (!) einzustellen 😊 - das heißt, ich kann euch wohl auch im April wieder einige Schilderungen bieten.


Good bye März - Hallo April!
 Alles Liebe, eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,




Sonntag, 29. März 2020

#Corona Extra 2: Bitte keine Panik!



Das Wort Panik leitet sich vom griechischen Wald- und Hirtengott Pan ab. Er soll, so heißt es, in der größten Mittagsstille einen lauten Schrei ausgestoßen und damit ganze Viehherden zu plötzlicher und sinnloser Massenflucht aufgejagt haben („panischer Schrecken“). 

Der Duden definiert Panik folgendermaßen: "durch eine plötzliche Bedrohung, Gefahr hervorgerufene übermächtige Angst, die das Denken lähmt und zu kopflosen Reaktionen führt." 

Ich glaube fest daran, dass sich gelähmtes Denken und kopfloses Reagieren vor allem durch umfassende Information vermeiden lässt. Wenn man sich schon fürchtet, sollte man auch wissen, wovor. Daher habe ich einiges Wissenswertes über Sars-CoV-2 und Covid 19 für euch zusammengetragen.




[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

 


Servus ihr Lieben,

herzlichen Dank für eure zahlreichen wunderbaren Kommentare zu meinem vorangegangenen Post #Corona Extra 1: Die "stade Zeit" wird vorverlegt und für euer Interesse! Heute möchte ich mich unter anderem der "Corona-Panik" und ihren Auswüchsen widmen. Denn nach allem, was ich bisher über die Krankheit in Erfahrung bringen konnte (und das ist eine ganze Menge), ist eine gewisse Vorsicht zwar durchaus empfehlenswert (wie bei anderen ansteckenden Krankheiten auch) - aber die Angst oder gar Panik, die ich bei vielen Menschen zur Zeit verspüre und die einem auch aus Zeitungen und TV-Berichten entgegenspringt, ist völlig unangebracht. Immer mehr Experten vertreten auch die Auffassung, dass die derzeitigen Maßnahmen problematischer als das Virus selbst sind. Warum das so ist, werde ich euch in der Folge auseinandersetzen.


Bildquelle: Pixabay - Textquelle: Wikipedia


Kopflosigkeit...
...ist sowieso in so ziemlich jeder Situation der schlechteste Weg von allen. Im Kreis zu rennen, mit den Händen zu fuchteln und dabei "Wir werden alle sterben!" zu kreischen, hat der Menschheit noch nie etwas gebracht. Gerade bei echter oder vermeintlicher Gefahr sollten wir alle einen kühlen Kopf bewahren, um klar denken und kluge Entscheidungen treffen zu können. Trotzdem scheinen manche Menschen ganz automatisch den kopflosen Weg zu wählen.

Die Medien tragen natürlich recht eifrig dazu bei. (Es gibt jedoch auch originelle Parodien - siehe Titelbild rechts). 

Links: Das ist offenbar eine ernst gemeinte Panikmache / Rechts: die Veräppelung


Panisches Einkaufen:
Typisches Zeichen für Panik sind z.B. die Hamsterkäufe, die wir in letzter Zeit erleben durften. In der englischen Sprache tragen sie treffenderweise die Bezeichnung Panic buying.

An den Panik-Kaufräuschen im Zusammenhang mit Corona merkt man schon recht deutlich, dass Nachdenken dabei keine allzu große (Klopapier)-Rolle gespielt haben kann. Offenbar gehen zwei sehr unangenehme Eigenschaften mit panikartiger Angst / Angst vor dem Unbekannten einher: Es sind dies die Eigenschaften Egoismus und Gier. Diese beiden verschlechtern die Situation für alle. IMMER. Und in schwierigen Zeiten umso mehr.

Die folgenden Fotos habe ich knapp zwei Wochen nach der ersten großen Panikkauf-Welle aufgenommen. Es war der Tag, an dem es in "unserem" kleinen Supermarkt endlich wieder ein paar wenige Packungen Klopapier und auch wieder reichlich Mehl zu kaufen gab. Davor hat es sich dabei tagelang um echte Mangelware gehandelt. Frische Germ (Hefe) ist nach wie vor nicht zu bekommen, aber immerhin gibt es schon wieder Trockenhefe. Entdeckt die Menschheit in Zeiten von Ausgehbeschränkungen wirklich das Selberbacken / Selbermachen? Oder war das bloß die Angst, dass es kein Brot mehr geben könnte?



Zwei der Frauen, die in unserem Supermarkt arbeiten, haben uns ihr Herz ausgeschüttet. Die eine erzählte, dass es am 13. März, ganz besonders schlimm gewesen sei. Am Abend davor hatte unser Kanzler "Maßnahmen zur Virus-Eindämmung" angekündigt - dadurch scheint die Panik erst so richtig losgebrochen zu sein: Menschenhorden, die bestimmte Regale stürmten und leerkauften; ungeduldig und unfreundlich seien viele gewesen, weil manche Waren einfach nicht mehr da waren - dabei waren ihre Einkaufswagen ohnehin schon übervoll.

Eine andere Angestellte erzählte uns, dass auch an den Tagen danach schon in den frühen Morgenstunden die Hamsterer vor den Supermarkteingängen gewartet hätten, um ihre Vorräte weiter auzustocken. Auch jetzt noch lösen TV-Ankündigungen von Politkern neue Wellen von Panikkäufen aus. Gäbe es diese Hamsterkäufer nicht, wäre die ganze Zeit hindurch genug für alle da gewesen. Wir haben im Supermarkt jedenfalls deponiert, dass wir den MitarbeiterInnen dankbar sind, weil sie auch in diesen Zeiten die Stellung halten.

In "unserem" kleinen Hofladen ging es um einiges gesitteter zu, aber auch da standen  an den ersten Tagen nach den Politiker-Ankündigungen die Menschen Schlange. (Und auch da ist seither keine frische Hefe mehr zu kriegen ;-))



Ich hoffe nur, dass diejenigen, die nun ihre Wohnungen, Keller und Garagen mit Lebensmitteln vollgestopft haben, diese nicht verkommen lassen, weil sie letztendlich gar nicht wissen, was sie mit so viel Mehl, so vielen Nudeln, so vielen Konservendosen anfangen sollen.

Ihnen kann allerdings geholfen werden, denn die Onlinezeitschrift Zackzack bietet Rezepte unter dem Motto "Kochen im Corona-Zeitalter: Sie sitzen auf 15 Packungen Teigwaren und zweieinhalb Kilo Dosengulasch und wissen nun nicht was Sie kochen sollen? Keine Sorge, Zackzack hilft Ihnen beim Umgang mit dem Kochlöffel." Also, falls ihr Hamsterer kennt, gebt ihnen bitte einen Tipp! (Und eine hinter die Löffel!)

Und wenn Kevin M. im Jahr 2040 die letzte Rolle Klopapier aufgebraucht hat, die seine Eltern im Jahr 2020 gehamstert haben, feiern wir gemeinsam ein Fest, einverstanden? 😜

Die Fotos dieser Collage stammen vom 12. März 2020. An diesem Tag gab es noch mehrere Flugzeuge und 
die dazugehörigen Kondensstreifen am Himmel! (Und es gab auch noch alle Waren in den Läden 😉.) Ich verlinke den Himmelsblick HIER!


Weitere Auswüchse der Massenhysterie:
Weltweit erlebt das medizinische Personal derzeit enormen Druck - zumeist ist jedoch nicht etwa eine ungewöhnlich hohe Zahl an Erkrankten der Grund dafür. Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene an der Universität Bonn, erklärte in einem Interview zu den Quarantäne-Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes am 24.3.2020, das Gesundheitspersonal würde unter erhöhtem Druck stehen, obwohl es in Deutschland bisher kaum erhöhte Patientenzahlen gibt: Zum einen können Pfleger aus Nachbarländern derzeit aufgrund der Grenzschließungen nicht einreisen, zum anderen müssen positiv-getestete Ärzte und Pfleger in Quarantäne und sind oft kaum zu ersetzen. In anderen Ländern gibt es ganz ähnliche Probleme.
https://www.youtube.com/watch?v=9mI9trSm3PY

Eine Krankenhausärztin in der spanischen Stadt Málaga schrieb auf Twitter, dass die Menschen derzeit eher an der Panik bzw. am Zusammenbruch des Systems sterben als am Virus. Das Krankenhaus werde von Personen mit Anzeichen von Erkältungen, Grippe und womöglich Covid19 überrannt und die Abläufe seien zusammengebrochen.
https://twitter.com/NeurologaenSAS/status/1239498772570308609


Auch die Gewaltbereitschaft scheint mit jedem weiteren Tag der Isolation größer zu werden. In unserem Bezirk Baden gab es z.B. dieser Tage von einem Mordversuch zu lesen, der mit der Überforderung durch die Ausgangssperre in Zusammenhang steht:
https://kurier.at/chronik/oesterreich/coronavirus-ausgangssperre-fuehrte-zu-mordversuch/400791611


Wovor fürchten wir uns eigentlich?
Wenn man sich vor einer unbekannten Situation oder Sache fürchtet, ist die sinnvollste Reaktion, sich mit dem Unbekannten bekannt zu machen. Zunächst einmal sollten wir also klären: Was hat es mit dem Coronavirus auf sich? Auch, wenn man keine Angst davor hat, macht es Sinn, sich diesen Erreger, der momentan die Welt in Atem hält, mal genauer anzusehen. Deshalb hier eine kleine Vorstellrunde:

Textquellen: KLICK, KLICK  - Bildquelle: KLICK


Das Virus, das die Krankheit Covid-19 auslöst, stammt aus der Familie der Coronaviren - ebenso wie SARS und MERS. Viren dieser Gruppe wurden erstmals Mitte der 1960er-Jahre charakterisiert. Diese Virusfamilie besteht aus zahlreichen "Familienmitgliedern", die bei verschiedenen Tieren sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen. Manche Coronaviren können auch Menschen infizieren, da sie genetisch hochvariabel sind. Beim Menschen sind diverse Coronavirusspezies als Erreger von leichten Erkältungskrankheiten bis hin zum schweren akuten Atemwegssyndrom von Bedeutung.

Insgesamt sind (mit Stand Februar 2020) sieben Coronaviren bekannt, die Menschen infizieren können: Neben SARS-CoV(-1), SARS-CoV-2 und MERS-CoV noch HCoV-HKU1, HCoV-NL63, HCoV-OC43 und HCoV-229E; die letzten vier verursachen allerdings nur vergleichsweise geringfügige Symptome.

Der Name „Coronaviren“ – von lateinisch corona ‚Kranz, Krone‘ – wurde im Jahr 1968 eingeführt; er hängt mit dem Aussehen dieser Viren unter dem Elektronenmikroskop zusammen: Sie sehen aus als hätten sie einen Strahlenkranz ähnlich der Sonnenkorona.

Sars-CoV-2-Viren im Mikroskop - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV-2


Das SARS-Virus (SARS-CoV, gelegentlich auch als SARS-CoV-1 bezeichnet) löste in den Jahren 2002 und 2003 eine Pandemie schwerer Lungenkrankheiten aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten über 8000 Menschen in 30 Ländern. Das sind natürlich geringe Zahlen im Vergleich zur jetzigen Coronawelle - aber das Glück war damals einfach, dass sich SARS-CoV-1 nicht so "flächendeckend" (oder nicht so auffällig) verbreitet hat wie das "neue Coronavirus". Doch auch seinerzeit gab es Todesfälle: 774 Menschen starben infolge der Krankheit - also knappe 10 Prozent. Im Mai 2004 erklärte die WHO, dass die Pandemie besiegt sei. Dabei halfen sowohl die klinische Behandlung als auch die Isolation der Patienten. (Aber es gibt auch die Theorie, dass es mutiert hat und dann im Sommer verschwunden ist.)

Das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) ist eine schwere Lungenerkrankung, die vom MERS-Coronavirus ausgelöst wird. Mit dieser Coronaviren-Epidemie kämpfte besonders der Nahe Osten ab dem Jahr 2012. Als wahrscheinlichster Überträger der MERS-Viren wurden Dromedare genannt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheint selten zu sein. Die den Gesundheitsbehörden bekannt gewordenen Erkrankungen verliefen meist schwer und oft tödlich (die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 35 Prozent!). Es ist allerdings (genau wie bei SARS-CoV-1) nicht bekannt, wie groß die Dunkelziffer ist, denn auch hier wird nur auf das Virus getestet, wenn eine Erkrankung besteht. Bis Ende Februar 2020 wurden von der WHO 2519 Krankheitsfälle bestätigt, von denen 866 zum Tode führten.

Und nun haben wir es also mit dem SARS-Cov-2 zu tun... Das Virus verursacht die Erkrankung namens COVID-19, war Auslöser einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ und wurde von der WHO am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft. Diese Pandemie schaffte es, die Welt, wie wir sie bisher kannten, komplett auf den Kopf zu stellen.
  • Und das, obwohl die Sterblichkeitsrate unter der von SARS-CoV-1 und weit unter der von MERS liegt. 
  • Und obwohl Experten wie der deutsche Immunologe und Toxikologe Professor Stefan Hockertz davon überzeugt sind, dass SARS-CoV-2 kein "neues" Virus ist: Da das Immunsystem gesunder Menschen für gewöhnlich mit dem Erreger fertig wird, kann daraus geschlossen werden, dass dieses Virus dem menschlichen Organismus bekannt ist.

Quellen:
https://www.n-tv.de/wissen/Wie-Sars-und-Mers-eingedaemmt-wurden-article21621434.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Coronaviridae
https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV-2
https://www.euromomo.eu/index.html
https://www.youtube.com/watch?v=7wfb-B0BWmo

Fotos vom Spaziergang am 24.03.2020

Pandemie - oder Epidemie der Panik?
Auch im Wort Pandemie kommt die Silbe Pan- vor, aber hier hat der Hirtengott trotzdem nichts damit zu tun. Die griechische Silbe pan bedeutet „all, gesamt“ und demos bedeutet „Volk, Land, Gebiet“. Pandemios bedeutet also „das ganze Volk umfassend, allgemein“ - als Pandemie bezeichnet man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, im engeren Sinn die Ausbreitung einer Infektionskrankheit.

Als Ende Dezember 2019 eine Serie von Lungenentzündungen in der chinesischen Stadt Wuhan auffällig wurde, warnte der Arzt Li Wenliang seine ärztlichen Kollegen vor den Gefahren der damals neuen Coronavirusvariante bzw. vor der dadurch verursachten Lungenentzündung. Er wurde dafür von den chinesischen Behörden wegen Verbreitung von „Gerüchten“ gemaßregelt. Li erkrankte später im Verlauf der COVID-19-Pandemie selbst an einer Lungenentzündung und starb am 7. Februar 2020 im Alter von nur 33 Jahren an den Folgen dieser Infektion. Dieser tragische Todesfall rüttelte auf. Leider ist nicht öffentlich bekannt, ob der noch recht junge Arzt an Vorerkrankungen gelitten hat oder einem besonders schweren Verlauf der Lungenerkrankung erlegen ist. Seine Eltern, die ebenfalls infiziert waren, sind beide wieder genesen. 

Die Zahl der Erkrankten und Verstorbenen kletterte in China weiter nach oben. Und dann stürzten sich die Medien auf die ersten beunruhigenden Zahlen aus Italien...

Es klingt definitiv erschütternd, wenn man die hohen Zahlen von Erkrankten und von Todesfällen liest. Und dennoch schreibt der dänische Forscher Peter Gøtzsche, Gründer der renommierten Cochrane Collaboration, am 21. März 2020, dass Corona eine „Epidemie der Panik“ sei und „Logik eines der ersten Opfer“ war. Und Gøtzsche ist längst nicht der einzige Wissenschaftler, der diese Meinung vertritt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Li_Wenliang
https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV-2
https://www.deadlymedicines.dk/corona-an-epidemic-of-mass-panic/
https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/
https://www.euromomo.eu/index.html




Expertenmeinungen:
Mittlerweile werden immer mehr Stimmen von Ärzten und Wissenschaftlern laut, dass die Zahlen, die die Öffentlichkeit so sehr schockieren und die politischen Maßnahmen ausgelöst haben, anders als bisher zu bewerten seien -
  1. weil die hohe "Erkrankungsrate" teilweise gar nicht die Zahl von wirklich erkrankten Menschen wiedergibt, sondern nur die Zahl von infizierten Menschen, die zum Teil nur leichte oder gar keine Symptome haben. Das heißt, im Gegensatz zu SARS-CoV-1 und MERS wird im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 einfach mehr getestet, weshalb mehr "Fälle" bekannt werden.
  2. weil die hohen Todesraten in einigen Regionen nicht ausschließlich auf das Virus zurückzuführen sind, sondern auf die enorme Luftverschmutzung in den hauptsächlich betroffenen Gebieten, die auch in "normalen" Jahren z.B. während Grippewellen zu einer ebenso hohen Sterblichkeitsrate bei älteren Menschen oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen führen. (Laut dem neusten europäischen Monitoringbericht liegt die Gesamt-Sterberate in allen Ländern inklusive Italien und in allen Altersgruppen bisher im Normalbereich oder darunter.)
  3. weil die Todesfälle in sämtlichen Regionen fast ausschließlich ältere Menschen mit mehreren Vorerkrankungen betreffen. Beispiel Italien: Das Durch­schnitts­­alter der positiv-getesteten Verstorbenen liegt bei circa 81 Jahren; 80% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr chronische Vorerkrankungen. In vielen Fällen ist noch nicht klar, ob die Personen am Virus starben oder an ihren Vorerkrankungen oder an einer Kombination davon. Das Italienische Gesundheitsinstitut ISS lässt weiterhin offen, woran die untersuchten Patienten starben, und spricht allgemein von "Covid19-positiven Verstorbenen".

https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/sars-cov-2-decessi-italia
https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/bollettino/Report-COVID-2019_20_marzo_eng.pdf
https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/bollettino/Report-COVID-2019_17_marzo-v2.pdfhttps://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/
https://web.archive.org/web/20200324214448/https://www.telegraph.co.uk/global-health/science-and-disease/have-many-coronavirus-patients-died-italy/
https://www.ijidonline.com/article/S1201-9712(19)30328-5/fulltext


Fotos aus unserem Garten und vom Spaziergang am 12.03.2020


Drei interessante Interviews von vielen:
  • Hier ein sehr hörenswertes Interview mit dem deutschen Immunologen und Toxikologen Professor Stefan Hockertz. Er erklärtauf sehr schlüssige Art und Weise, weshalb Covid19 nicht gefährlicher sei als die Influenza (Grippe). Gefährlicher als das Virus, so Prof. Hockertz, sei die Angst und Panik, die durch die Medien ausgelöst wurden: https://www.youtube.com/watch?v=7wfb-B0BWmo
  • Auch Professor Sucharit Bhakdi, einer der meistzitierten Experten auf dem Gebiet der medizinischen Mikrobiologie, erklärt in einem sehr interessanten Interview unter anderem, dass es „falsch“ und „gefährlich irreführend“ sei, das neue Coronavirus für die Todesfälle haupt­ver­ant­wortlich zu machen, da Vorerkrankungen und die Luftverschmutzung in chinesischen und nord­ita­lie­nischen Städten eine wichtigere Rolle spielten: https://www.youtube.com/watch?v=JBB9bA-gXL4

Fotos vom Spaziergang am 12.03.2020 - unten rechts seht ihr hinten einen "Durchgang" - mein T in die neue Woche!

Das ist nicht die Zombie-Apokalypse - it's just a Tribute*):
Mir kommt vor, dass die Menschheit in gewisser Weise damit rechnet, dass eines Tages ein tödliches Virus kommen wird, das 70, 80 oder 90 Prozent unserer Spezies ausrotten könnte. Zahlreiche Bücher, Serien oder Filme bereiten uns gleichsam darauf vor - manche sind reißerisch, manche großartig, manche sogar witzig. Hier eine kleine Liste von einschlägigen Filmen bzw. Romanverfilmungen:

World War Z
Inferno 
12 Monkeys 
Shaun of the Dead
Zombie 

Habt ihr noch weitere Filme / Serien / Romane für meine Liste? Habt ihr einen besonderen Tipp? (Ich persönlich liebe übrigens ganz besonders den Film 12 Monkeys - wie fast alles, wo Terry Gilliam seine Finger mit drin hatte!) 


Diese Geschichten beruhen auf  durchaus realistischen Ängsten, auf sehr alten Geschichten und auf Pandemien, die tatsächlich Millionen von Menschen getötet haben - wie z.B. die Spanische Grippe von 1918 bis 1920. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass wir alle zu "Zombies" werden, aber es ist vorstellbar (und auch wissenschaftlich untermauert), dass es auf der Welt durch (noch) nicht beherrschbare Viren oder Bakterien zu einer Pandemie biblischen Ausmaßes kommen könnte.

Nach allem, was ich bisher über SARS-CoV-2 weiß, handelt es sich dabei nicht um dieses extrem zerstörerische Virus - und selbst falls es mutiert, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es sich dazu entwickeln wird.

Die Schritte, die von den Politikern weltweit getroffen wurden, kann man daher am ehesten mit einer "Feuerprobe" vergleichen: Wie gut sind wir gerüstet? Könnten wir es tatsächlich mit einer größeren mikrobiologischen Katastrophe aufnehmen? Haben wir genug medizinisches Personal, genug Equipment wie Beatmungsgeräte, Schutzanzüge und Mundschutzmasken, Gummihandschuhe und Desinfektinsmittel etc. - oder müssen wir hier auf eine bessere Versorgung achten? Lässt sich die Gesellschaft so weit abriegeln bzw. absichern, dass Krankheitsverbreitungen in einem brauchbaren Ausmaß eingedämmt werden können? Und so weiter und so fort. Ich hoffe sehr, dass die Mängel, die es noch gibt, von klugen Menschen beobachtet und weitergegeben werden - und dass die Entscheidungsträger unserer jeweiligen Länder sich dann auch danach richten und ihre Notfallspläne nachrüsten.

Und auch für uns "kleine Bürger" ist dieser Probealarm - neben allen kleinen und großen Unannehmlichkeiten, die er mit sich bringt - durchaus für etwas gut. Denn auch wir können dadurch überprüfen, wie weit wir auf eine solche Situation vorbereitet sind - z.B. durch unsere Vorräte, aber natürlich nicht nur. Ich denke, jeder Mensch sollte immer ein kleines Vorratslager für Notfälle zur Verfügung haben - wer es bisher nicht hatte, legt es sich hoffentlich ab sofort zu.

*) Hierbei handelt es sich um eine Anspielung auf den Song Tribute von Tenacious D (Video) 😉


12.03.2020 - oben links: Der Mirabellenstrauch, bei dem ich im Sommer so gern ernte, ist von Blüten übersät und voller Bienen!


Ihr Lieben, es gibt noch sooo vieles zum Thema zu sagen - z.B. auch über so persönliche Dinge wie die derzeit nicht stattfindenden Besuche bei meiner Mutter.*) Aber ich denke, heute habe ich euch wieder mit genug interessantem Lesestoff versorgt. (Übrigens musste ich die Recherche-Arbeit nicht ganz allein erledigen: Einige der Informationen konnte ich den Links entnehmen, die ein Schweizer Arzt in diesem Artikel gesammelt hat.) Was ich sonst noch zusammengesammelt habe, reicht für mindestens einen weiteren spannenden Beitrag. Falls ihr spezielle Fragen oder Wünsche zu Infos über Teilbereiche des Themas habt, gebt sie mir bitte in euren Kommentaren bekannt.

*) Damit es aber zumindest ein Outfit in diesem Beitrag zu sehen gibt, biete ich euch hier zum heutigen Abschluss meine Kleidungskombination vom Tag meines letzten Mutterbesuches am 9. März 2020 (weitere Outfitfotos folgen aller Voraussicht nach in meinem nächsten Post 😊):



Auf bald, ihr Lieben
- und bleibt weiterhin gesund!
Herzlichst, eure Traude


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Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,