Freitag, 10. Februar 2017

Frida Kahlo im Schnee? Oder die Sehnsucht nach BLAU...

Servus ihr Lieben!


A short English summary of this post:
This time I was inspired by the Modish Matrons theme "Folk Art", the snow in our garden, the 
style of the Mexican artist Frida Kahlo and my new blue set of skirt and shirt from Gudrun-Sj*den.
Hugs, Traude


Auch wenn es so aussieht - dies ist kein Faschings-Posting. Es war bloß ein arbeitsfreier Tag für
mich und darüber war ich so glücklich, dass ich in eine ähnliche "Spiel-Laune" geriet wie an dem
Tag, als mein Post Russisches Wintermärchen Teil 2 entstand. Immerhin hatte es an den beiden
Vortagen neuerlich geschneit, und unter einer weißen Decke - selbst wenn sie dünn ist - gefällt mir
unser Garten im Winter am besten ...
 





Nach dem "Spielen" pflückte ich mir dann die Blumen aus dem Haar, schraubte mir ein paar Ketten
vom Hals, Mütze auf den Kopf, Mantel über die Pracht - und dann ging ich ganz brav in den Hofladen
zum Einkaufen. Also: Nix mit Faschingsparty... Aber wer mag, kann sich durch meine Fotos natürlich
 gern auch zu einer Karnevals-Verkleidung inspiriert fühlen... 😉

(Übrigens bin ich sehr froh, dass ich meiner Laune nachgegeben und die Fotos an diesem Tag gemacht habe, denn Tags 
darauf war der neue Schnee, den es hier erst nach der langen Kälteperiode herabgeschneit hat, bereits wieder Geschichte ...)


Vermutlich fällt einigen von euch schon bei den ersten Fotos auf, dass es hier Kleidungsstücke
zu sehen gibt, die ihr von mir noch nicht kennt. Ja, stimmt - da ist etwas Neues dazu gekommen...
😚






Diejenigen unter euch, die sich gerne mit Kleidung und Farben beschäftigen, kennen das Gefühl 
möglicherweise auch: Es ist so eine Art Sehnen nach einem bestimmten Kleidungsstück in einer 
bestimmten Farbe. Es gibt da keine "Notwendigkeit" im Sinne von "Ich muss nackt herumrennen, 
wenn ich keinen blauen Rock bekomme", aber das brennende Verlangen nach diesem Röcklein
bleibt dennoch bestehen. Und man sieht die Fülle neuer Möglichkeiten förmlich vor sich - all die
Kombinationen, die nur dann machbar sind, wenn ...






Schwierig jetzt, wenn man sich vorgenommen hat, möglichst nichts Neues zu kaufen (schon gar
nicht aus Baumwolle, es sei denn, sie hat Bioqualität). Ich glaube, ich habe das Sehnen etwa ein
Jahr lang verspürt - verspürt und verdrängt - nach einem möglichst flatternden Rock in einem
bestimmten Blauton. Zwei Versuche machte ich zwischendurch - doch der Rock aus dem Öko-
Online-Shop traf sich bei näherer Betrachtung nicht einmal annähernd mit meinen Vorstellungen.
Und der blaue Rock, den ich im Henry-Laden probiert habe, war zu eng. Und eigentlich auch
nicht genau das, was ich wollte.


 


Die meisten Mode-Newsletter und Kataloge habe ich ja abbestellt, einige wenige jedoch durften 
bleiben, weil die Erzeugungsweise und Stoffqualität der Produkte unserer Welt nicht so viel Schaden
zufügen wie andere Kleidungsstücke und ich mich durch die Bilder darin inspiriert fühle. Die
Kataloge, die mich bei weitem am stärksten inspirieren, sind die von Gudrun Sj*den, ich habe euch
HIER bereits davon erzählt.




Als in der Vorweihnachtszeit 2016 ein Katalog mit Gudruns Weihnachskollektion 2016 bei mir 
einlangte, kamen meine Vorsätze sehr, sehr schwer ins Wanken, denn wie ihr wisst, liebe ich den 
Frida-Kahlo-Stil - und genau in diesem Stil präsentierte sich ein Teil der Kollektion. Hier ein paar 
Fotos aus dem damaligen Katalog:




Ich war verliebt in den blauen Rock "Azul", den ihr in der oberen der beiden Collagen seht. Und
ich war auch verliebt in das dazu gehörende Oberteil. Was ich da alles an Kombinationsmöglich-
keiten entdeckte - unfassbar! Aber ich war tapfer, denn ich wollte ja nichts kaufen. Also riss ich mir
beides aus dem Herzen.

Monate später - der Wintersale! Minus 50 Prozent!!! Ich versuchte ihn ein paar Tage lang zu
ignorieren, doch dann sah ich nach, ob es den Rock noch gibt. Es gab ihn. Allerding nur in Größe
XL. Das dazu gehörige Oberteil ebenfalls. XL entspricht bei Gudrun S. in etwa Größe 46.




Die Größen, die ich aktuell für gewöhnlich trage, bewegen sich je nach Schnitt zwischen 40
und 44, meistens pendle ich mich bei 42 ein. Aber was soll's, dachte ich - ich bestelle das einfach 
mal und schicke es dann wahrscheinlich zurück, weil es wohl eh nicht passt. Diese Einstellung
ist jetzt zugegebenermaßen auch nicht ganz "Öko", aber wir haben ja bereits festgestellt, dass
man die Sache mit dem Heiligenschein knicken kann.





Nun, ihr seht - ich habe weder den Rock noch das Oberteil zurück geschickt. Ich bin glücklich
damit. Und das ist gut so, denn in letzter Zeit braucht meine Lebensfreude ab und zu einen Kick.

Der Stoff besteht übrigens nicht aus Baumwolle, sondern aus Modal (mit etwas Elasthan).
Und was gibt es dazu zu sagen? "Modal ist eine nach einem chemischen Verfahren aus Zellulose
hergestellte Faser natürlichen Ursprungs, wobei die Zellulose aus verschiedenen Holzarten gewonnen
wird." Und: "Es kommt also zu 100% aus der Natur, seine Herstellung ist ökologisch vertretbar,
umweltfreundlich und entspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit." (Quelle KLICK) [Und das meint
Wikipedia dazu: KLICK]

Okay, wenn ich schon meinen Vorsätzen untreu werde, kann ich unter solchen Voraussetzungen
 immerhin mit halbwegs gutem Gewissen ein schlechtes Gewissen haben 😉...

 
Schaut mal bei dem Foto rechts genau hin - im Hintergrund knapp unterhalb der Bank (links / mittig) sieht man
einen kleinen roten Kater herantraben ;-)) Er wollte dann so schnell wie möglich ins Haus, also gibt es keine weiteren 
Maxwell-im-Schnee-Bilder von diesem Tag. Aber es wird hier bald noch Katzen-Bilder geben (mit und ohne Schnee)!


Wenn Modal auch noch ein haltbarer Stoff ist, was ich hoffe, werden mir der Rock und das Shirt viele
Jahre wunderbare Kombinations-Dienste leisten. Ihr werdet einige der Ideen, die ich so nach und
nach in die Realität umsetze, im Lauf der Zeit zu sehen bekommen. Für heute ist es an der Zeit, mich
von euch zu verabschieden - doch vorher erzähle ich euch noch, wo ich diesen Post überall verlinke:

Bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit, 
  bei Sabines Aktion Outfit des Monats - und bei den Modischen Matronen mit dem Februar-Thema 
INSPIRED BY FOLK ART (denn Frida Kahlo ist für mich - unter anderem - der Inbegriff einer Frau,
 die mexikanische Volkskunst in den Stil-Himmel erhoben hat!) Und dann gibt es im Februar auch
noch Elas wunderbare Winterwonderland-Blogparade für alle, die ihre Winterlandschafts-Fotos
& Co. gern dort verlinken wollen:


 
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude
 

Dienstag, 7. Februar 2017

Namibia Teil 8 - Camp Kipwe und die Felsgravuren von Twyfelfontein

Moro, ihr Lieben!

A short English summary of this post:
After we had explored our next accommodation, the Camp Kipwe, which was integrated into the 
landscape in a very pretty way, we made an excursion to the nearest hill. We ended the day with 
a good dinner and a breathtaking sunset. The next morning we went to Twyfelfontein to see the 
famous rock paintings and engravings.
Hugs, Traude


Schön, dass ihr wieder mit uns mitreist! Vielen herzlichen Dank für eure Kommentare zu meinem 
vorigen Reiseberichtskapitel und zu unserem Himba-Erlebnis! Ja, das war schon sehr aufregend, aber 
ihr werdet sehen, dass wir uns davon nicht lange aus der Bahn werfen ließen. Wir blieben lediglich 
bei keinem anderen Verkaufsstand mehr stehen - und auch unsere Lust, der berühmten "Weißen Dame"
die eigentlich gar keine Dame ist, einen Besuch abzustatten, hielt sich in Grenzen, weshalb wir an
der Abzweigung dorthin kaltblütig vorbeirauschten. (Immerhin hätten wir dann auch eine eineinhalb-
bis zweistündige Wanderung mit einem lizenzierten Führer zu diesem Ort mit Felsmalereien buchen
müssen - denn "Dank" wiederholter Vandalenakte von Leuten, die offenbar ebensolche "Vollhonks"*)
sind wie diejenigen, die die zweitausendjährige Weilwitschie abgebrannt haben - dürfen Touristen
nicht mehr allein zu den wertvollen Felsbildern.)

*) Danke an Wolfgang Nießen für dieses wunderbar treffende Wort und die Definition dazu - falls sie euch interessiert, 
findet ihr sie bei den Kommentaren unter diesem Post. Und danke auch an Karen Heyer für ihren Ausruf "Herr, schmeiß 
Hirn vom Himmel" zum selben Vorfall - ich musste darüber sehr breit grinsen. Allerdings stelle ich mir vor, wie der 
angesprochene Herr in seinen Bart grummelt: "Na sicher nicht. Die sollen erstmal die Hirne zu benützen anfangen, die 
ich ihnen schon gegeben habe!"




Also: keine Zwischenstopps mehr! Wir wollten in erster Linie in unser nächstes Quartier - und von
dort aus vielleicht einen Ausflug zu den in der Nähe lebenden Wüstenelefanten unternehmen.*)

*) Bei der Gelegenheit wiederhole ich gleich mal die Empfehlung, die ich beim letzten Mal auch schon gegeben 
habe: In dieser Gegend gäbe es so viel Interessantes zu sehen und zu erleben, dass eine Übernachtung eigentlich zu 
wenig ist. Wenn es euch möglich ist, bucht zwei Nächte.

Als wir im Camp Kipwe (etwa 15 km von dem Tal entfernt, das Twyfelfontein genannt wird)
ankamen, fuhr von der Rezeption gerade ein Allradfahrzeug mit einigen Touristen an Bord ab -
und wir errieten es richtig: Das wäre die Tour zu den Wüstenelefanten gewesen. 
So viel also dazu.




Aber angesichts dieser kuriosen Lodge kam es uns gar nicht in den Sinn, enttäuscht zu sein.
Wir haben ausschließlich in schönen Unterkünften gewohnt, jede einzelne anders als die anderen, 
und einige von ihnen waren auch recht spannend angelegt, doch Edi und ich sind uns einig, dass das 
Camp Kipwe eine der originellsten Anlagen (wenn nicht die originellste) war: Neun Naturstein-
Hütten mit Reetdächern, eingebettet in die kugeligen Felsen des Damaralandes, die Wände innen
mit Naturmaterialien verputzt, die Einrichtung schlicht und geschmackvoll, und das Bade"zimmer"
ist ein Freiluftbad - hineingehauen in den Fels!




Auch die Pool-Anlage schmiegt sich in die Felsen. Mein Bedürfnis, ein Bad im Pool zu 
nehmen, war aber nach kurzem Zehen-ins-Wasser-strecken gestillt, denn im Vergleich zur
Außentemperatur fand ich das Wasser eisig. Edi probierte es nicht einmal. Nachdem wir
uns ein wenig ausgeruht hatten und die ärgste Hitze vorbei war, beschlossen wir, die Gegend
zu erkunden und den nahegelegenen Hügel zu erklimmen.




Der Baum, dessen interessant geformte Blätter ihr hier rechts oben seht, ist ein Mopanebaum.
Er wird vor allem wegen seines Holzes geschätzt KLICK, seine Blätter werden - wie wir am
nächsten Tag von einer Frau namens Eva erfuhren - zur Wundheilung und Bekämpfung von Magen- 
Darmbeschwerden benutzt, und auch Elefanten, Nashörner und Giraffen mögen diese Blätter
als Nahrung sehr.




In diesem Felskugelparadies klettern nicht nur ab und zu mal Rostrosen herum, sondern auch 
diverse Eidechsen und Käfer - wie dieses hübsche schwarz-weiße Exemplar, von dem ich leider
keinen Namen kenne. (Ich kann ihn im Internet jedenfalls nicht finden, weder unter afrikanische
Käfer noch unter Käfer Namibia, Käfer schwarz-weiß oder Käfer gestreift ... Ob er wohl auch ein 
Vertreter der Tok Tokkie-Käferfamilie ist? Bei mir heißt er jedenfalls bis zur endgültigen Klärung 
namibischer Zebrakäfer!

Ha! Vielleicht haben wir eine neue Gattung entdeckt!!!! Die heißt dann Onymacris Rostrosiensis!) Und wir sahen 
auch ein Kaninchen (oder etwas, das einem Kaninchen sehr ähnlich sah), aber das war zu schnell für ein Foto. (Ganz 
bestimmt ebenfalls eine bisher unentdeckte Gattung - Cuniculus Rostrosiensis.)

Edit: Von Antje bekam ich auf Facebook den entscheidenden Hinweis: Der Käfer ist ein
Stenocara gracilipes!
 DANKE!
(Wieder nix mit einem nach mir benannten Tier ;-))
 



Fürs Abendessen stylte ich mich anschließend in Rosa-Tönen, passend zur Blütenpracht in
der Anlage und - wie wir später feststellten - auch passend zum Tischgedeck im Restaurant ;-) -
das heißt, ich trug wieder den schwarz-rosa-geblümten Rock, den ich schon zu Beginn des
Urlaubes getragen hatte (und der nicht mehr mit nach Österreich kommen würde, aber hier
noch gut gebraucht wurde), ein schlichtes schwarzes Top und ein "geerbtes" hell-dunkelrosa-
getigertes Tuch, das zunächst als Gürtel Verwendung fand und mir ab dem Sonnenuntergang
auf der Restaurantterasse die Schultern wärmen durfte.




Herr Rostrose zeigte diesmal in unserem Freiluftbad, dass er nicht nur cool dastehen kann,
sondern dass auch er die Rostrosenpose beherrscht:


Hach, Urlaub ist sowas Wunderbares - so frei und unbeschwert und nach Herzenslus blödelnd hätt'
ich's gern immer!


Hier oben rechts seht ihr, wie die Restaurant-Hütte von außen aussieht - und unten dann unser
Platzerl am besten Tisch des Hauses, direkt mit Blick auf das abendliche Himmelsschauspiel.
Das Essen im Restaurant des Camp Kipwe wird zu Recht gelobt - es war köstlich - fotografiert
haben wir allerdings nur den "Gruß aus der Küche" - und sonst vor allem die untergehende
Sonne ...


Sooo schön!

Am nächsten Morgen gönnten wir uns was Leckeres von der Frühstücks-Speisekarte (ich
glaube, der kleine Vierbeiner hätte auch gern was davon abgekriegt 😉). Von meiner Verschenke-
Garderobe kam ebenfalls wieder was weg, aber nichts sehr Feminines: Denn Edi hatte mich darauf
aufmerksam gemacht, dass es im gesamten Camp Kipwe offenbar kein weibliches Personal gab
(abgesehen von der Managerin) - also auch keine Zimmermädchen - deshalb spendete ich hier meine
Stretchjeans vom Sandwich-Harbour-Ausflug und hoffe, dass einer der jungen Männer klein genug
ist, um mit meiner kurzbeinigen Hose etwas anfangen zu können. Zur Not kann er ja Stulpen
anstückeln, sie verkaufen, eintauschen oder verschenken.



Solche Eselskarren wie den rechts sieht man in Namibia immer wieder...


Als nächstes fuhren wir los, um uns die Felsbilder von Twyfelfontein anzusehen. Das Wort stammt
mal wieder aus der Sprache Afrikaans und bedeutet "zweifelhafte Quelle". Denn als sich 1947 in
der Gegend weiße Farmer ansiedelten, gab es hier eine Quelle, die jedoch nicht sehr zuverlässig
sprudelte. Als sie in den 1960ern endgültig versiegte, zogen auch die Siedler wieder weg. Ein Stück
weiter unten (in der übernächsten Collage) seht ihr Mauerreste des damaligen Farmhauses. Der Name
Twyfelfontein blieb jedoch erhalten, sowohl für das gesamte Tal als auch für den Fundort der
jahrtausende alten Kunstwerke, die es hier in der Gegend zu sehen gibt.



Hier seht ihr Edi on the Rocks und außerdem einen Baum mit einem markanten Stamm -
der untere Teil erinnert an das Bein eines Elefanten ...



Zu den Felsbildern kommt man über einen teilweise recht unwegsamen Steig *) - und man darf
dort nur mit einem Tour-Guide hin. Warum? Weil es hier ebenfalls wieder "kluge" Leute gab, die
meinten, sie könnten den alten Malereien und Gravuren noch ein paar neue hinzufügen; außerdem
wurden seit ihrer Entdeckung auch zahlreiche der gravierten Felsenstücke entwendet...

*) Nehmt euch für diese Tour unbedingt genug Trinkwasser und einen Sonnenschutz mit. Und vielleicht noch eine
zusätzliche Wasserflasche für die Leute, die am Parkplatz die Autos bewachen (die haben uns nämlich um Wasser 
gebeten - zum Glück hatten wir einen Vorrat in Form eines 5-Liter-Kanisters aus dem Supermarkt dabei und auch noch 
eine weitere kleine Plastikflasche, die wir auffüllen und verschenken konnten).




Unsere Führerin Diana seht ihr hier oben - und weiter unten dann auch noch mal. Außerdem
seht in in der oberen Collage (links), dass das Visitor Centre mit halbierten Öltonnen und den Böden
der Fässer verziert und gedeckt wurde - eine interessante Form von Recycling.

Auch wenn Diana noch so lieb lächelt -
auf ihrem T-Shirt steht eine deutliche Warnung: "Never mess with a tour guide. We know places
where no one will find you." ("Leg dich niemals mit einem Tour Guide an. Wir kennen Plätze, 
wo keiner dich findet.") 😎 Also verhielten wir uns sicherheitshalber ganz ruhig und brav - noch
dazu, wo diese Frau auch ganz schön "Krallen zeigte" - siehe unten 😉





Diana erzählte uns, dass die Steinplatten durch ein Erdbeben freigelegt wurden. Seither wurden
mehrere tausend Felsgravuren und -malereien entdeckt - und sind dadurch leider auch Wind und
Wetter ausgesetzt. Ich denke, eines Tages werden all diese wertvollen Steine entweder in ein
Museum wandern bzw. durch Glasplatten o.ä. geschützt werden müssen.

Das genaue Alter der Gravuren und Malereien ist nicht bekannt - sie stammen jedenfalls aus
unterschiedlichen Zeiten in vermutlich sechs verschiedenen Perioden. Diana sprach davon, dass die
älteren Gravuren auf 6000, die jüngeren auf 2000 Jahre geschätzt werden. Auch die Künstler
gehörten unterschiedlichen Stämmen an - den Vorläufern der heutigen Damara und San.




Ebenso, wie die Altersbestimmung noch nicht abgeschlossen ist, gibt es auch noch jede Menge
Rätsel über die Bedeutung mancher Darstellungen. Hier oben seht ihr das bekannteste der
Ritzbilder von Twyfelfontein - und die Figur, die die meisten Rätsel aufgibt, ist der Löwe mit
dem langen Schwanz, an dessen Ende sich eine Art Hand befindet. Man geht heute davon aus,
dass es sich bei dieser Darstellung nicht um einen tatsächlichen Löwen handelt, sondern um
einen Schamanen, der sich im Trancezustand quasi in einen Löwen verwandelt hat.

Auch Giraffen mit vier Hörnern sollen auf etwas Derartiges hinweisen. Ob man diese Theorien
jemals mit Sicherheit bestätigen kann? Manchmal wünschte ich wirklich in der Zeit reisen zu
können um zu sehen, wo sich Archäologen und Historiker irren und wo sie den Nagel auf den
Kopf getroffen haben... Es gibt noch jede Menge weitere interessante Bilder zu sehen - manche
waren allerdings schwierig zu fotografieren. HIER könnt ihr euch jedenfalls noch ein paar
Bilder ansehen und euch über die Motive der Felsbilder informieren.





Gut, ihr Lieben, nachdem mein letzter Reisebericht wegen der "Himba-Schilderungen" schon
so lang war, erzähle euch von unserer zweiten Unternehmung dieses Tages erst im nächsten Kapitel.
Wir mussten jedenfalls mal wieder eine Entscheidung treffen - denn in der Umgebung von Twyfel-
fontein gibt es nicht nur die Felsbilder zu sehen, sondern u.a. auch den Verbrannten Berg, die
Orgelpfeifen und den Versteinerten Wald. Wofür wir uns entschieden haben, erzähle ich euch
beim nächsten Mal, einverstanden?

Nun danke ich euch auch noch herzlich für eure lieben Zeilen zu meinem Winter-Capsule-
Posting; beim nächsten Mal geht's hier auch wieder mit einem Outfit weiter, von dem ich glaube,
das es viele von euch mögen (oder zumindest inspirierend finden) könnten - also bleibt dran! 😊 

Auch dieses Posting verlinke ich (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung
 und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys 
Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit und bei
Sabines Aktion Outfit des Monats ... Und mit den roten Elementen mische ich auch wieder 
bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude





Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund 

Donnerstag, 2. Februar 2017

Rostrosige Winter(märchen)-Capsule

Servus ihr Lieben!



Herzlichen Dank für eure umwerfend vielen und entzückenden Kommentare zu meinem vor-
vorigen Post Russisches Wintermärchen Teil 2!  Darin zeigte ich euch ein Outfit, das überwiegend
aus winterweißen, beigen und cremfarbigen Teilen bestand. Ich erzählte euch dort auch, dass ich 
mit diesem Mix ausnahmsweise nicht im Büro war, sondern mir einfach mal Zeit für Verkleidungs-
spiele genommen hatte. Aus den Einzelteilen des Ensembles habe ich jedoch dann mit anderen 
Stücken aus meinem Kleiderschrank Büro-taugliche Kombinationen zusammengestellt, die ich 
während der folgenden Tage und Wochen trug (auch zu Wochenendeinkäufen, zur Physiotherapie 
etc.)... Und diese Capsule Wardrobe möchte ich euch heute zeigen.






A short English summary of this post:
In my  post "Russian Winter Fairytale, part 2" I showed you an outfit consisting 
 mainly of winter-white, beige and cream-colored cloths. I also told you that I was not in the office 
with this ensemble. But the individual parts of the ensemble I put together with other pieces of my 
wardrobe to create office-compatible combinations. They dressed me during the following days 
and weeks. And I want to show you these mixes today.
Hugs, Traude



 Los geht's mit dem Lochstrickerei-Pullover und mit dem Spitzenschal, den ich im Wintermärchen-
Post auf manchen Fotos wie ein Kopftuch oder Haarband trage. Gemixt habe ich mit Rot- und
Grautönen: Rote Jeans, rote Bluse, Kette, Stoffgürtel und Stiefletten in Taupe (also Maulwurfs-
grau-braun), Kuschelweste in Salz-und-Pfeffer-Grau:




Jetzt das Sommerkleidchen, das vor Jahren mal ein Urlausmitbringsel war: Ich liebe die 
Spitzen und Perlenstickereien auf dem Kleid - dennoch trage ich es nicht sehr oft, denn es ist für
 ein Sommerkleid eigentlich zu warm. Durch die Wintermärchen-Spielereien habe ich jedoch 
entdeckt, dass das Kleid gut in den Winter passt. Hier kombiniere ich es mit meinen weißen
Jeans (das habe ich in der warmen Jahreszeit auch schon getan), dem rot-weißen Ringelshirt, 
roten Ketten, rotem Gürtel, selbstbemalten roten Stiefeln - und der Kuschelweste von oben:




Abermals das Ringelshirt, darunter - zur Dreiviertelärmel-Verlängerung und damit's wärmer 
wird - ein Langarmshirt in Taupe, dazu der Rock in Beige aus dem Wintermärchen-Post, rot-
weiß-getüpfeltes Halstuch, roter Gürtel, Stiefletten in Taupe:




Das weiße Tunikashirt von unten stammt aus dem Wintermärchen-Outfit: Ich trug es unter dem 
Lochstrick-Pullover. Hier verwende ich es für einen etwas exotisch angehauchten Mix mit dem 
Des*gual-Kleid darunter, das ihr schon von der Capsule Wardrobe kennt, die ich euch HIER gezeigt 
habe. Dazu die weißen Jeans, ein schwarz-weiß-rot-gemustertes Ethnolook-Schaltuch, die Ketten in 
Rot und Orange aus Afrika sowie meine alte rote Kette und die roten Stiefletten. So gelangt ein 
bisserl "große weite Welt" ins Winterklamotten-Einerlei:





Nochmal das weiße Tunikashirt von der vorigen Collage und der Rock von der vorvorigen.
Die Zutaten - Shirt unter der Tunika, Gürtel, Strümpfe und Stiefletten - sind diesmal dunkelgrün,
 die Kette hellgrün - und dann gibt es auch noch ein Spitzengilet in Cremeweiß...Und weil ich finde,
dass dieses Outfit auch etwas "Rustikales", "Volkstümliches", "Folkiges" an sich hat, verlinke ich
mich hiermit gleich mal bei den Modischen Matronen - ihr Februar-Thema lautet nämlich:

INSPIRED BY FOLK ART
hier die links zu





Wieder der weiße Lockstrick-Pulli, diesmal mit den weißen Jeans, dazu ein grünes Langarm-
shirt, das ihr unten noch genauer sehen werdet, Ketten mit grünen Glasperlen, das "Gürteltuch" 
kennt ihr ebenfalls aus dem Wintermärchen-Post, und die Stiefel sind wieder die taupefarbigen:




Hier trefft ihr das weiße Sommerkleid wieder, diesmal im auffallenden Mix mit Rot:
rote Bluse, rot-weißes Ringelshirt, rote Jeans, rote Stiefletten:





Das Kleid wird übrigens von einer herzförmigen Anstecknadel geziert, die mir das liebe
Tatjana-Reserl mitgebracht hat, als sie auf Wien-Besuch war und wir gemeinsam das Katzencafé
besuchten. Hier unten könnt ihr euch unter anderem dieses hübsche Herz mit der Aufschrift "eine
Rose ist eine Rose ist eine Rose" aus der Nähe ansehen.
(Das passt ja prima zu einer Frau RostROSE! 😉 Dank dir nochmal sehr, liebes Reserl 😊😍):


Mag ich sehr, das schöne Herzerl, liebe Tatjana!

 Hier trage ich das taupefarbige Shirt von oben unter dem weißen Tunikashirt, darüber 
mein Rosengilet (kennt ihr von HIER), roter Gürtel, rote Jeans, Stiefletten in Taupe:






Hier die oben versprochene genauere Ansicht des grünen Langarmshirts zum Rock in
beige, einer der Schals ist das Tuch, das ich vorhin als Gürtel trug, den anderen kennt ihr
vom ersten Wintermärchen-Posting; den Gürtel kennt ihr u.a. als Kombipartner meines
Landhauskleides und von oben, die Stiefel sind wieder die taupefarbigen:




Mit den roten Bestandteilen meiner Garderobe mische ich erneut bei Juttas Aktion
 Ich sehe rot mit! Außerdem bin ich mit diesem Post bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei 
ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit,  bei Sabines Aktion Outfit des Monats und wegen 
der nur aus meinem Schrank "geshoppten" Kleidung ab 15.2. auch beim nächsten ANL dabei! 

Auch für eure lieben Zeilen zu meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel möchte ich euch noch ganz 
herzlich danken - manche haben ihn ja sogar gelesen, obwohl es viel Text war 😉 Speziellen Dank
dafür! In meinem nächsten Beitrag entführe ich euch abermals nach Namibia - reist ihr wieder mit?
😎 (Diesmal fass ich mich kürzer, versprochen - es gab danach ja auch keine schlimmen Erlebnisse
mehr, die eine etwas längere Schilderung erfordert hätten 😉)


Allerliebste Rostrosengrüße,
eure Traude

Samstag, 28. Januar 2017

Namibia Teil 7 - Hohenstein Lodge, Bull's Party - und unser "brenzliges Erlebnis"...

Moro Moro, ihr lieben Mitreisenden!


Beim letzten Mal erzählte ich euch von unserer Fahrt 
nach Sandwich Harbour. Am folgenden Tag verließen wir Swakopmund in Richtung Nord-Osten
und sahen uns die Mondlandschaft und die uralten Welwitschia-Pflanzen an. Auch darüber habe 
ich euch in meinem vorangegangenen Reiseberichts-Kapitel erzählt. Danach ging es weiter zu
unserem nächsten Quartier, der Hohenstein Lodge in der Nähe des Städtchens Usakos. Bei 
unserer Ankunft gab es dort gleich ein sehr spezielles Empfangskomitee: mehrere frei 
umherlaufende Strauße! Und sie waren gar nicht scheu (aber trotzdem harmlos)!



A short English summary of this post:
Our next accommodation was the Hohenstein Lodge at the foot of the Hohenstein massif (highest 
mountain of the Erongo Mountains) and close to the famous Spitzkoppe, the most photographed 
mountain in the country. Here we would have clearly needed more time for excursions. In the evening 
we experienced a thunderstorm in the mountains all around, but there was very little rain at the lodge.
  The next morning we visited Bull's Party & Elephant's Head, interesting shaped rocks in the 
area. On the way to Twyfelfontein we had a rather unpleasant situation with Himba street traders.
  Fortunately, everything went smoothly. And when we arrived at our next accomodation (Camp 
Kipwe) we were so excited that we forgot all the troubles immediately. 
Hugs, Traude




Oben seht ihr unter anderem, wie unser Appartment in der 
Hohenstein Lodge aussah - auch hier wieder alles sehr liebevoll und gepflegt, und besonders 
interessant fand ich im Badezimmer die kreativen Waschbecken und die geniale Warm-und-
Kaltwasser-Mix-Lösung mittels Kupferrohren. Diese gute Idee hatten sie leider nicht in allen
Quartieren (was das Händewaschen zuweilen etwas erschwerte 😉).

Die Lodge liegt an der Grenze zum Damaraland, am südwestlichen Fuß des 
Hohensteinmassivs. Nach diesem höchsten Berg des Erongogebirges ist die ehemalige Farm benannt. 
Die Hohenstein Lodge ist auch die nächst gelegene Unterkunft zur Spitzkoppe. Diesen interessanten 
Berg (bei dem es sich um den meist fotografierten in Namibia handelt) hätten wir gern besucht bzw. eine 
Wanderung in die Umgebung unternommen, doch dafür reichte die Zeit, die wir in dieser Gegend hatten, 
nicht aus.*) Solltet ihr selbst eine Namibia-Reise planen und Interesse an z.B. solchen Fotomotiven 
haben, kann ich euch einen Aufenthalt für zumindest zwei Nächte in dieser Gegend wärmstens
 empfehlen. 

*) Das ist leider immer eines der Probleme bei bereits daheim vorgeplanten Routen in noch unbekannten Gebieten - häufig 
stellt sich erst vor Ort heraus, dass eine weitere Übernachtung sinnvoll gewesen wäre. Aber ich halte es für durchaus 
möglich, dass wir Namibia wieder einmal besuchen - und vielleicht holen wir ja da alles nach, was wir diesmal nicht 
gesehen haben. HIER gibt's eine das Thema "Spitzkoppe od. Bull's Party" betreffende Forumsdiskussion für Interessierte.


 


Wir hingegen erkundeten am Abend dieses Tages und auch am nächsten Morgen die Umgebung der 
Lodge, wo es mehrere längere und kürzere Wanderwege gibt, und begegneten z.B. in der Nähe eines 
Wasserloches einigen Pavianen - die allerdings nicht gern fotografiert werden wollten. Oben rechts 
seht ihr einen, den Edi noch beim Davonlaufen erwischte. Der Leopard in der Collage weiter oben 
links war leider ein ausgestopftes Exemplar, das vermutlich schon vor langer, langer Zeit erlegt 
wurde. (Jedenfalls sah das Tierpräparat, das in der Rezeption auf einem Schrank steht, aus der Nähe 
betrachtet schon reichlich mitgenommen aus). Ein trauriges Ende für dieses wunderschöne, rare Tier... 
Wir hätten gern ein lebendiges gesehen - wenn auch nicht unbedingt während eines Spazierganges 😉 ...




In der Hohenstein Lodge
 (die übrigens - wie somanches andere Quartier - von ausgewanderten Deutschen geführt wird)
durften wir etwas erleben, das zu den heiß begehrten Ereignissen in Namibia gehört. Der Lodge-
Besitzer, der mit dem Wagen in den Bergen unterwegs war, schickte seiner Frau sogar ein Foto
davon - und sie erzählte es uns begeistert: REGEN! Richtig viel! Wir sahen dunkle, graublaue
Wolken über dem Erongogebirge und ab und zu auch mal einen Blitz zucken und waren gespannt, ob
das Gewitter auch zu uns kommen würde. Letztendlich verirrten sich gerade mal ein paar wenige
Regentropfen (ihr seht sie oben auf den Steinen verdampfen), die für das Outfitshooting vor dem
Abendessen kein Problem darstellten - sie waren nicht mehr als ein angenehmes kühles Prickeln
auf der Haut. Nass wurde man davon nicht. (In Zukunft will ich Regen als das betrachten, als
das es in manchen Teilen der Welt betrachtet wird - als ein kostbares Geschenk.)

(Mal schauen, wie oft mir das gelingt...)



Mein buntes Des*gual-Kleid hatte ich mitgenommen, weil es für mich einen starken Ethno-Touch besitzt - dieses Kleid
 war  nicht zum Weggeben gedacht, sondern um es in Afrika so richtig BUNT treiben zu können. Darunter wieder der 
übliche schwarze Rock. Achja - und vergesst ein eventuell vorhandenes Bedürfnis nach sauberen Schuhen in Namibia - sie 
werden dort IMMER binnen Minuten staubig.
 


Unten ein paar Eindrücke vom nächsten Morgen:
Das rote Shirt mit den für mich zu engen Ärmelausschnitten war hier meine Gabe ans Zimmer-
mädchen (irgendwie hatte ich da gerade nur ein Stück parat ... ich entdeckte nämlich, dass ich schön
langsam mit meinen noch vorhandenen Sachen haushalten musste); ein selbstverliebter Vogel flirtete
mit seinem Abbild im Autospiegel; die Ameib-Lodge war keine weitere Unterkunft für uns - hier
mussten wir jedoch durch, weil unser nächstes Ziel - Bull's Party - sich auf dem Gelände der Lodge
befindet; auch die vielen Pflanzen wuchsen vor dem Ameib-Haupthaus; die knorrige Holzbank
hingegen stand vor unserem Appartment in der Hohenstein Lodge; das Schild rechts unten war
schon ein Hinweis darauf, dass wir am nächsten Besichtigungs-Ziel angekommen waren: 





Sowohl bei Bull's Party als auch bei Elephant's Head handelt es sich um interessant geformte
Granitfelsen, die durch extreme Temperaturschwankungen sowie Millionen Jahre dauernde Erosion
in ihre spezielle Form gebracht wurden. Dieser Ort ist ein wahres Eldorado für leidenschaftliche
Fotografen - und somit auch für uns!






Genau genommen bräuchte man auch auf dem Gelände der Ameib Ranch noch viel mehr
Zeit, als wir zur Verfügung hatten. Denn dort gibt es nicht nur die riesigen "Billard-Kugeln" und
den Felsen, der einem Elefantenkopf ähnelt, sondern u.a. einen Klettersteig auf den Elephant's
Head und noch eine weitere Besichtungsmöglichkeit, für die man zumindest eine Stunde mehr
einplanen müsste: die Phillips-Höhle. Diese ist vor allem wegen der Felsenmalereien in ihrem
Inneren sehenswert.

Doch sowohl unser
Navi als auch die Dame an der Rezeption vertraten die Auffassung, dass die Fahrt zu unserem
nächsten Quartier viele Stunden in Anspruch nehmen würde. (Edi und ich können uns nicht mehr
genau daran erinnern, wie lange die rund 250 Kilometer lange Strecke angeblich dauern sollte, aber
ich glaube, es war die Rede von fünf oder sechs Stunden). Wir wunderten uns zwar darüber, doch da
wir inzwischen bereits ein paar schwierigere Straßen kennen gelernt hatten, gingen wir davon aus,
dass die nächste noch eine Spur schwieriger werden könnte. Und so ließen wir die Höhle links liegen
 und sahen uns nur an, was es in gut erreichbarer Nähe von Bull's Party zu erkunden gab.






Ein "Outfitshooting" war auch noch drin. Sowohl das Shirt als auch die Hose habe ich übrigens
wieder mit nach Hause genommen. Die Hose ist einfach mordsbequem und gut für Wanderungen
geeignet, und das Shirt fand ich von den Farben her dann doch sehr gut kombi-freundlich und
urlaubs-tauglich. Bei der Hose sollte ich allerdings aus praktischen und optischen Erwägungen unten
die Beine enger nähen. (Das denke ich mir allerdings schon lange und hab mich bisher immer darum
herumgedrückt 😉...)





In einer Felsspalte, die sich durch zwei nebeneinander liegende "Kugeln" ergibt,
kann man ebenfalls Felsmalereien sehen. Bei diesen handelt es sich allerdings um Repliken der
in der Umgebung entdeckten viele Jahrtausende alten Originale. Da wir jedoch wussten, dass
wir bei Twyfelfontein noch originale Felsenkunst sehen würden, begnügten wir uns
hier mit diesen Nachbildungen:







Tatsächlich ergaben sich auf dem folgenden Streckenabschnitt dann Schwierigkeiten für uns -
diese hatten allerdings nichts mit der Beschaffenheit der Straßen in Richtung Twyfelfontein zu tun...
Die waren zwar staubig und holperig und zuweilen musste man auf Springböcke, Rinder oder Esel
aufpassen, doch sie unterschieden sich somit durch nichts von den Fahrbahnen, die wir bereits hinter
uns gelassen hatten. (Und wir benötigten dafür auch keine fünf oder sechs Stunden - ich glaube, es
waren drei oder dreieinhalb.) Die wackeligen Verschläge und Hütten aus Wellblech, Plastik und Holz,
die ihr in der übernächsten Collage seht, sind übrigens die Behausungen der Menschen, die hier in
der Nähe von Städten oder Urlaubsunterkünften leben, um näher an Verdienstmöglichkeiten zu sein.

Es fällt uns immer noch schwer, die folgende Geschichte zu erzählen - vor allem, weil wir nicht
wissen, was da genau vor sich gegangen ist; was der Auslöser für die unerfreuliche Situation war,
in die wir ohne böse Absicht hineingeraten sind. Die Armut der Menschen, die versuchen, in dieser
Region mit Hilfe des Tourismus ihr Auslangen zu finden, mag eine mögliche Erklärung sein...
Aber sie erklärt uns nicht alles.





Kurz davor hatten Edi und ich noch einmal darüber gesprochen, wie schade wir es fanden, dass
wir bei der Kalahari keinen Kontakt zu Buschleuten bekommen hatten. Und dass es auf unserer Route
wohl auch keine Möglichkeiten geben würde, Menschen vom Volk der OvaHimba kennenzulernen,
da sich das "Himbaland" nordwestlich vom Etosha Nationalpark befindet - und dort würden wir auf
unserer Reise nicht hinkommen.

Abgesehen von der Erkundung unbekannter Landschaften und von der Möglichkeit, Wildtiere in
ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, ist für uns in unseren Urlauben der Kontakt mit Menschen
anderer Kulturen immer interessant - besonders dann, wenn sie ein noch relativ ursprüngliches
Leben führen. Und genau das tun die Himba:





 Sie leben traditionell als Hirten und gelten als letztes (halb)nomadisches Volk Namibias.

Himba in Namibia (man schätzt das Volk auf etwa 7000 Menschen) leben auch heute noch – vergleichsweise unberührt 
von der europäischen Zivilisation – in ihrer sich ständig anpassenden und verändernden Tradition als nomadisierende 
Viehzüchter, Jäger und Sammler vor allem im Kaokoland, aber auch auf der angolanischen Seite des Kunene. Viele leben 
ohne Personalausweis und Urkunde in materiell extrem einfachen Verhältnissen. Wohlhabend im herkömmlichen Sinn war 
dieser Bantu-Stamm nie, dennoch empfinden sich Himba als vermögend, wenn sie eine große Viehherde besitzen und die 
Ernte gut war. Vor rund 100 Jahren wurden seine Mitglieder von kriegerischen Nama überfallen und ausgeraubt. Sie 
mussten bei den Nachbarn um Almosen bitten und wurden daher „Himba“ genannt, was Bettler bedeutet.
(Quelle: Wikipedia)


Besonders durch ihre auffällige Körperbemalung sind die Himba bekannt und auch für Fotografen
hoch interessant: Die Creme aus Butterfett und Eisenoxid-hältigem Ocker, mit der sich Männer wie
Frauen einreiben, verleiht den Himba ihre typische rote Hautfarbe. Diese Creme, die außerdem mit
dem Harz des Omuzumba-Strauches aromatisiert wird, schützt die Haut vor Stechmücken und Sonnen-
brand. Frauen fetten auch ihre Zöpfe mit dieser rostroten Paste ein, was ihnen einen ganz speziellen
"Look" verleiht. HIER und HIER könnt ihr euch ein paar Foto-Beispiele aus dem Internet ansehen.


Die Fotos dieser Collage habe ich allesamt DIESEM Wikipedia-Artikel entnommen.


Kurz und gut: Wir hielten es zunächst für ein großes Glück, als uns am Straßenrand der C35 in
Richtung Khorixas eine Himbafrau winkte, um uns auf ihren Verkaufsstand aufmerksam zu machen.
Edi rief begeistert: "Schau mal, da!" und auch ich freute mich - wer hätte denn damit gerechnet!?!?
Seit der Ortschaft Uis, wo wir getankt hatten, saß wieder ich am Steuer, und mit Vorfreude auf die
Begegnung lenkte ich den Wagen zu dem Verkaufsstand hin.

Die insgesamt etwa acht Himba schienen ebenfalls euphorisch, wir waren sofort umringt. (Ich
glaube, es waren drei Männer und fünf Frauen; außerdem gab es noch einige entzückende Klein-
kinder und ein paar Hühner bei der Verkaufsbude, die aus vier Tischen unter einem Sonnenschutz
 bestand.) Relativ schnell brachten wir unsere Frage an, ob wir Fotos machen dürften - die Antwort
lautete: Erst kaufen, dann fotografieren. Gut, kein Problem, ich wollte sowieso Mitbringsel kaufen
- Schmuck und kleine geschnitze Figuren für meine Tochter, für mich selbst, für einige Freunde
und Verwandte...



Aber leider war es doch ein Problem, denn die Frauen stürzten sich mit ihrem feilgebotenen Schmuck
gleich wie wild auf mich und behängten mich innerhalb von wenigen Sekunden mit unzähligen Arm-
bändern und Ketten. Edi wollten sie ebenfalls mit Schmuck behängen, doch er weigerte sich recht strikt
- das bremste die Frauen einerseits, machte aber andererseits die Stimmung nicht besser. Ich wusste
für mich selbst nicht so recht, wie ich mich fühlen sollte, denn in gewisser Weise hatte dieses "Nimm
meins, kauf mein's"-Verhalten ja etwas durchaus Rührendes (und wir hatten etwas Ähnliches schon mal
bei einem Kunsthandwerksmarkt in Jamaica kennengelernt), andererseits kann ich mit Bedrängung sehr
schlecht umgehen. Und ich weiß, dass Edi es noch schlechter kann als ich - das heißt, ich spürte gleich-
zeitig auch seine "Vibrationen", was mich in ziemlich großen innerlichen Stress versetzte. Wir wissen
natürlich auch, dass wir für diese Menschen extrem reich wirken mussten mit dem riesigen Mietwagen
und unseren auffälligen Kameras. Trotzdem sollten Himba, die am Straßenrand verkaufen, wohl schon
genug mit Touristen zu tun bekommen haben um zu wissen, dass diese ihre Einkäufe gern in Ruhe
auswählen - hätte ich zumindest gedacht ...


Straßenszenen in der Nähe der Tankstelle von Uis



Jedenfalls versuchte ich noch gute Miene zum vielleicht nicht bösen, aber unangenehmen Spiel zu
machen und bat Edi, meinen mit Schmuck behängten Unterarm zu fotografieren. (Das Foto könnt ihr
euch unten ansehen.) Und danach versuchte ich den Himba klar zu machen, dass ich in Ruhe ihre
Sachen ansehen wollte, um eine Entscheidung treffen zu können. Das funktionierte leider nicht,
ständig wurden mir bzw. uns irgendwelche weiteren Stücke vor die Nase gehalten, aber letztendlich
hatte ich mir von den verschiedenen Tischen etwa vier, fünf Armbänder und einen kleinen geschnitzen
Elefanten ausgesucht.

Von unserem Bummel durch einige Läden von Swakopmund hatten wir eine ungefähre Ahnung, was
Kunsthandwerk dieser Art kostet, wenn es nicht von den Erzeugern an Verkaufsbuden angeboten
wird (wenn also auch noch der Zwischenhandel mit bezahlt wird). Die Preisvorstellungen der Himba
lagen auf exorbitante Weise darüber - soll heißen, wir stellten uns etwa 200, maximal 300 Namibia-
Dollar für alles vor, sie wollten 200 bis 300 Dollar pro Stück. Sie wollten auch nicht handeln und keinen
Gesamtpreis machen, denn (was wir vorher nicht begriffen hatten): Jeder der Tische bot Schmuck von
einem/einer anderen Händler/in, und die Himba vertraten die Auffassung, dass man da nicht einen
Gesamtpreis machen könne und dass wir sowieso von jedem der Tische etwas kaufen sollten. Ihr Ton
war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich aggressiv - quasi Befehlston: "YOU BUY HERE AND HERE
AND HERE!"

 Edi reichte es schon lange, und ich hatte nun auch
endgültig genug von der Sache. Wir wären gerne bereit gewesen, etwas zu kaufen, wir wären auch
bereit gewesen, Fotos zu machen und dafür einen vernünftigen Preis zu zahlen - mittlerweile weiß ich
von diversen Internet-Reiseberichten, dass 10 Namibia-Dollar pro Fotografen der übliche Satz sind -
KLICK - wir hätten für eine ausreichende Menge an Fotos sogar 50 bezahlt), aber wir hatten keine
Lust, uns "ausnehmen" und für dumm verkaufen zu lassen, nur weil wir vielleicht die einzigen
potentiellen Kunden dieses Tages waren.




Die Damen mit den bunten Kleidern sind Herero-Frauen; sie tragen diese Tracht, seit europäische Missionare ihnen 
"schickliche Kleidung" aufgezwungen haben. Auch sie wollten uns zu ihren Verkaufsständen locken - aber nach dem 
Himba-Erlebnis blieben wir auf dieser Reise bei keinem einzigen Stand mehr stehen.


Wir sagten also, nein danke, das wäre uns zu teuer, und unter wildem Augengefunkel wurden mir
die Armbänder und Ketten wieder heruntergerissen, ziemlich unsanft übrigens. Dann fiel einem der
Männer ein, dass Edi ja mehrmals meine Hand mit dem Schmuck fotografiert hatte, und wollte dafür
 200 Dollar. Aber sicher nicht! Der Weg zu unserem Wagen zurück war ein Spießrutenlauf, denn
sämtliche erwachsene Himba umringten uns - und übrigens drohte uns einer der Männer auch mit
der Polizei (die hätte ich durchaus gern dabei gehabt) und zwei der Frauen hatten plötzlich Handys
mit denen sie uns entweder wirklich fotografierten oder zumindest so taten als ob. Das alles wirkte
ziemlich absurd.


Und dann kam der eigentlich schwierigste Teil - ich selbst hatte das Auto bereits erreicht, und da
ich ja die Fahrerin war, hatte ich auch den Schlüssel und konnte auf der Fahrerseite einsteigen, aber
Edi wurde weiterhin umringt und am Einsteigen gehindert. Ich fuhr ein Stück nach vorn und drückte
auf den Einsteigeknopf (was bei diesem doofen System jedes Mal mit Hupen eingherging), aber stets
blockierte einer der Himba die Wagentür und Edi konnte nicht ins Auto rein. Er wurde auch von der
Tür weggeschubst oder weggezogen, aber wie er mir anschließend erzählte, fühlte er sich dennoch
nicht in Panik, sondern überlegte nur sehr genau seine nächsten Schritte und Möglichkeiten.

Ich selbst war auch im klar durchdachten Programm: Edi war von der Tür abgedrängt worden, also
wieder (mit Gehupe) zusperren, damit kein Himba auf die Idee kommt, bei der hinteren Seitentür
einzusteigen. Mein Mann verhandelte derweil - und wie ich mittlerweile weiß, löschte er eins der
Fotos, das er von meinem Unterarm aufgenommen hatte, vor den Augen eines der Himba-Männer -
 denn auf diesem Foto waren im Hintergrund auch einige verschwommene Himba zu sehen. Dies war
das einzige Bild, das irgendwie "mehr zeigte" und daher eventuelle Anstoß erregt haben könnte.

Doch
das Löschen dieses Bildes änderte nichts, der Himbamannn wollte immer noch 200 Dollar und er
sowie die anderen Himbaleute hinderten Edi noch immer daran, ins Auto einzusteigen. Ich ruckelte
währenddessen mit dem Wagen nach vor und zurück, betätigte den Türöffner, sperrte wieder zu - hup,
hup - und überlegte, ob es etwas bringen würde, den Verkaufsstand oder die Hühner zu überfahren
bzw. so etwas zumindest anzudeuten. Irgendwann bekam ich kurz Blickkontakt zum "Rädelsführer"
der Himba - und fauchte ihn an wie eine verdammt wütende Raubkatze. Für einen kurzen Moment
war Erschrecken in seinen Augen zu sehen. Vielleicht war das ja eine Sprache, die er verstand?

Ich weiß nicht, ob es das war, was uns half, aus der Situation rauszukommen - kurz darauf schafften
wir jedenfalls genau den richtigen Winkel, Edi konnte in den Wagen springen, ich startete los und wir
rauschten davon. Edi erzählt mir anschließend, dass der aggessivste der Himbamänner auch einen
großen Stein in der Hand gehalten und eine Attacke auf ihn oder unser Fahrzeug angedeutet hatte -
aber daraus war zum Glück nichts geworden...




Eine ziemliche Herzklopf-Aktion also - denn wenn man darüber nachdenkt, hätte uns doch einiges
passieren können - ob man uns nun angegriffen hätte oder auch "nur" unsere Kameras oder das
Fahrzeug beschädigt ... -  doch wir haben schon auf früheren Reisen die eine oder andere Situation
gemeistert, die nicht ganz unbedenklich war. Wir haben in diesem Punkt also schon ein gewisses
Selbstvertrauen entwickelt. Und letztendlich fällt so etwas danach dann unter "Abenteuer"...

Bis wir unsere nächste Unterkunft (Camp Kipwe) erreichten, ging es uns schon viel besser und wir
fühlten uns angesichts unseres neuen Quartiers bereits wieder relativ entspannt: Kein Wunder, wenn
man sich die Bilder von der Lodge ansieht, in der wir die folgende Nacht verbringen würden. Doch
mehr von dieser Unterkunft zeige ich euch erst in meinem nächsten Post - ihr könnt auf alle Fälle
davon ausgehen, dass dieser Ort äußerst sehenswert war! Die Managerin dieses neuen Quartiers war
übrigens sehr verblüfft, als wir ihr von unserem Erlebnis mit den OvaHimba erzählten - sie meinte,
Himba wären normalerweise nie aggressiv, aber möglicherweise habe es damit zu tun, dass sie so weit
von ihrem Zuhause weg wären und sich daher unsicher gefühlt hätten... Ich lasse das jetzt mal so
stehen ...


Gut Ihr Lieben, ich mach's am Ende kurz: Fortsetzung folgt!
Auch dieses Posting verlinke ich (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung
 und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys 
Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit und bei
Sabines Aktion Outfit des Monats ... Und mit den roten Häusern der Hohenstein Lodge sowie
mit dem Rot in meinem Des*gual-Kleid mische ich auch wieder bei Juttas 
Aktion Ich sehe rot mit!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude





Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund