nach Sandwich Harbour. Am folgenden Tag verließen wir Swakopmund in Richtung Nord-Osten
und sahen uns die Mondlandschaft und die uralten Welwitschia-Pflanzen an. Auch darüber habe
unserer Ankunft gab es dort gleich ein sehr spezielles Empfangskomitee: mehrere frei
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Oben seht ihr unter anderem, wie unser Appartment in der
Hohenstein Lodge aussah - auch hier wieder alles sehr liebevoll und gepflegt, und besonders
interessant fand ich im Badezimmer die kreativen Waschbecken und die geniale Warm-und-
Kaltwasser-Mix-Lösung mittels Kupferrohren. Diese gute Idee hatten sie leider nicht in allen
Quartieren (was das Händewaschen zuweilen etwas erschwerte 😉).
Die Lodge liegt an der Grenze zum
Damaraland, am südwestlichen Fuß des
Hohensteinmassivs. Nach diesem höchsten Berg des
Erongogebirges ist die ehemalige Farm benannt.
Die Hohenstein Lodge ist auch die nächst gelegene Unterkunft zur
Spitzkoppe. Diesen interessanten
Berg (bei dem es sich um den meist fotografierten in Namibia handelt) hätten wir gern besucht bzw. eine
Wanderung in die Umgebung unternommen, doch dafür reichte die Zeit, die wir in dieser Gegend hatten,
nicht aus.*) Solltet ihr selbst eine Namibia-Reise planen und Interesse an z.B.
solchen Fotomotiven
haben, kann ich euch einen Aufenthalt für zumindest zwei Nächte in dieser Gegend wärmstens
empfehlen.
*) Das ist leider immer eines der Probleme bei bereits daheim vorgeplanten Routen in noch unbekannten Gebieten - häufig
stellt sich erst vor Ort heraus, dass eine weitere Übernachtung sinnvoll gewesen wäre. Aber ich halte es für durchaus
möglich, dass wir Namibia wieder einmal besuchen - und vielleicht holen wir ja da alles nach, was wir diesmal nicht
gesehen haben. HIER gibt's eine das Thema "Spitzkoppe od. Bull's Party" betreffende Forumsdiskussion für Interessierte.
Wir hingegen erkundeten am Abend dieses Tages und auch am nächsten Morgen die Umgebung der
Lodge, wo es mehrere längere und kürzere Wanderwege gibt, und begegneten z.B. in der Nähe eines
Wasserloches einigen Pavianen - die allerdings nicht gern fotografiert werden wollten. Oben rechts
seht ihr einen, den Edi noch beim Davonlaufen erwischte. Der Leopard in der Collage weiter oben
links war leider ein ausgestopftes Exemplar, das vermutlich schon vor langer, langer Zeit erlegt
wurde. (Jedenfalls sah das Tierpräparat, das in der Rezeption auf einem Schrank steht, aus der Nähe
betrachtet schon reichlich mitgenommen aus). Ein trauriges Ende für dieses wunderschöne, rare Tier...
Wir hätten gern ein lebendiges gesehen - wenn auch nicht unbedingt während eines Spazierganges 😉 ...
In der Hohenstein Lodge
(die übrigens - wie somanches andere Quartier - von ausgewanderten Deutschen geführt wird)
durften wir etwas erleben, das zu den heiß begehrten Ereignissen in Namibia gehört. Der Lodge-
Besitzer, der mit dem Wagen in den Bergen unterwegs war, schickte seiner Frau sogar ein Foto
davon - und sie erzählte es uns begeistert: REGEN! Richtig viel! Wir sahen dunkle, graublaue
Wolken über dem Erongogebirge und ab und zu auch mal einen Blitz zucken und waren gespannt, ob
das Gewitter auch zu uns kommen würde. Letztendlich verirrten sich gerade mal ein paar wenige
Regentropfen (ihr seht sie oben auf den Steinen verdampfen), die für das Outfitshooting vor dem
Abendessen kein Problem darstellten - sie waren nicht mehr als ein angenehmes kühles Prickeln
auf der Haut. Nass wurde man davon nicht. (In Zukunft will ich Regen als das betrachten, als
das es in manchen Teilen der Welt betrachtet wird - als ein kostbares Geschenk.)
(Mal schauen, wie oft mir das gelingt...)
 |
Mein buntes Des*gual-Kleid hatte ich mitgenommen, weil es für mich einen starken Ethno-Touch besitzt - dieses Kleid
war nicht zum Weggeben gedacht, sondern um es in Afrika so richtig BUNT treiben zu können. Darunter wieder der
übliche schwarze Rock. Achja - und vergesst ein eventuell vorhandenes Bedürfnis nach sauberen Schuhen in Namibia - sie
werden dort IMMER binnen Minuten staubig. |
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Unten ein paar Eindrücke vom nächsten Morgen:
Das rote Shirt mit den für mich zu engen Ärmelausschnitten war hier meine Gabe ans Zimmer-
mädchen (irgendwie hatte ich da gerade nur
ein Stück parat ... ich entdeckte nämlich, dass ich schön
langsam mit meinen noch vorhandenen Sachen haushalten musste); ein selbstverliebter Vogel flirtete
mit seinem Abbild im Autospiegel; die
Ameib-Lodge war keine weitere
Unterkunft für uns - hier
mussten wir jedoch durch, weil unser nächstes Ziel -
Bull's Party - sich auf dem Gelände der Lodge
befindet; auch die vielen Pflanzen wuchsen vor dem Ameib-Haupthaus; die knorrige Holzbank
hingegen stand vor unserem Appartment in der Hohenstein Lodge; das Schild rechts unten war
schon ein Hinweis darauf, dass wir am nächsten Besichtigungs-Ziel angekommen waren:
Sowohl
bei Bull's Party als auch bei Elephant's Head handelt es sich um interessant geformte
Granitfelsen, die durch extreme Temperaturschwankungen sowie Millionen Jahre dauernde Erosion
in ihre spezielle Form gebracht wurden. Dieser Ort ist ein wahres Eldorado für leidenschaftliche
Fotografen - und somit auch für uns!
Genau genommen bräuchte man auch auf dem Gelände der Ameib Ranch noch viel mehr
Zeit, als wir zur Verfügung hatten. Denn dort gibt es nicht nur die riesigen "Billard-Kugeln" und
den Felsen, der einem Elefantenkopf ähnelt, sondern u.a. einen Klettersteig auf den Elephant's
Head und noch eine weitere Besichtungsmöglichkeit, für die man zumindest eine Stunde mehr
einplanen müsste: die
Phillips-Höhle. Diese ist vor allem wegen der Felsenmalereien in ihrem
Inneren sehenswert.
Doch sowohl unser
Navi als auch die Dame an der Rezeption vertraten die Auffassung, dass die Fahrt zu unserem
nächsten Quartier viele Stunden in Anspruch nehmen würde. (Edi und ich können uns nicht mehr
genau daran erinnern, wie lange die rund 250 Kilometer lange Strecke angeblich dauern sollte, aber
ich glaube, es war die Rede von fünf oder sechs Stunden). Wir wunderten uns zwar darüber, doch da
wir inzwischen bereits ein paar schwierigere Straßen kennen gelernt hatten, gingen wir davon aus,
dass die nächste noch eine Spur schwieriger werden könnte. Und so ließen wir die Höhle links liegen
und sahen uns nur an, was es in gut erreichbarer Nähe von Bull's Party zu erkunden gab.
Ein "Outfitshooting" war auch noch drin. Sowohl das Shirt als auch die Hose habe ich übrigens
wieder mit nach Hause genommen. Die Hose ist einfach mordsbequem und gut für Wanderungen
geeignet, und das Shirt fand ich von den Farben her dann doch sehr gut kombi-freundlich und
urlaubs-tauglich. Bei der Hose sollte ich allerdings aus praktischen und optischen Erwägungen unten
die Beine enger nähen. (Das denke ich mir allerdings schon lange und hab mich bisher immer darum
herumgedrückt 😉...)
In einer Felsspalte, die sich durch zwei nebeneinander liegende "Kugeln" ergibt,
kann man ebenfalls Felsmalereien sehen. Bei diesen handelt es sich allerdings um Repliken der
in der Umgebung entdeckten
viele Jahrtausende alten Originale. Da wir jedoch wussten, dass
wir bei Twyfelfontein noch originale Felsenkunst sehen würden, begnügten wir uns
hier mit diesen Nachbildungen:
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Tatsächlich ergaben sich auf dem folgenden Streckenabschnitt dann Schwierigkeiten für uns -
diese hatten allerdings nichts mit der Beschaffenheit der Straßen in Richtung Twyfelfontein zu tun...
Die waren zwar staubig und holperig und zuweilen musste man auf Springböcke, Rinder oder Esel
aufpassen, doch sie unterschieden sich somit durch nichts von den Fahrbahnen, die wir bereits hinter
uns gelassen hatten. (Und wir benötigten dafür auch keine fünf oder sechs Stunden - ich glaube, es
waren drei oder dreieinhalb.) Die wackeligen Verschläge und Hütten aus Wellblech, Plastik und Holz,
die ihr in der übernächsten Collage seht, sind übrigens die Behausungen der Menschen, die hier in
der Nähe von Städten oder Urlaubsunterkünften leben, um näher an Verdienstmöglichkeiten zu sein.
Es fällt uns immer noch schwer, die folgende Geschichte zu erzählen - vor allem, weil wir nicht
wissen, was da genau vor sich gegangen ist; was der Auslöser für die unerfreuliche Situation war,
in die wir ohne böse Absicht hineingeraten sind. Die Armut der Menschen, die versuchen, in dieser
Region mit Hilfe des Tourismus ihr Auslangen zu finden, mag
eine mögliche Erklärung sein...
Aber sie erklärt uns nicht
alles.
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Kurz davor hatten Edi und ich noch einmal darüber gesprochen, wie schade wir es fanden, dass
wir bei der Kalahari keinen Kontakt zu Buschleuten bekommen hatten. Und dass es auf unserer Route
wohl auch keine Möglichkeiten geben würde, Menschen vom Volk der
OvaHimba kennenzulernen,
da sich das "Himbaland" nordwestlich vom Etosha Nationalpark befindet - und dort würden wir auf
unserer Reise nicht hinkommen.
Abgesehen von der Erkundung unbekannter Landschaften und von der Möglichkeit, Wildtiere in
ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, ist für uns in unseren Urlauben der Kontakt mit Menschen
anderer Kulturen immer interessant - besonders dann, wenn sie ein noch relativ ursprüngliches
Leben führen. Und genau das tun die Himba:
Sie leben traditionell als Hirten und gelten als letztes (halb)nomadisches Volk Namibias.
Himba in Namibia (man schätzt das Volk auf etwa 7000 Menschen) leben
auch heute noch – vergleichsweise unberührt
von der europäischen
Zivilisation – in ihrer sich ständig anpassenden und verändernden
Tradition als nomadisierende
Viehzüchter, Jäger und Sammler
vor allem im Kaokoland, aber auch auf der angolanischen Seite des
Kunene. Viele leben
ohne Personalausweis und Urkunde in materiell extrem
einfachen Verhältnissen. Wohlhabend im herkömmlichen Sinn war
dieser
Bantu-Stamm nie, dennoch empfinden sich Himba als vermögend, wenn sie
eine große Viehherde besitzen und die
Ernte gut war. Vor rund 100 Jahren
wurden seine Mitglieder von kriegerischen Nama überfallen und
ausgeraubt. Sie
mussten bei den Nachbarn um Almosen bitten und wurden
daher „Himba“ genannt, was Bettler bedeutet.
(Quelle:
Wikipedia)
Besonders durch ihre auffällige Körperbemalung sind die Himba bekannt und auch für Fotografen
hoch interessant: Die Creme aus Butterfett und Eisenoxid-hältigem Ocker, mit der sich Männer wie
Frauen einreiben, verleiht den Himba ihre typische rote Hautfarbe. Diese Creme, die außerdem mit
dem Harz des Omuzumba-Strauches aromatisiert wird, schützt die Haut vor Stechmücken und Sonnen-
brand. Frauen fetten auch ihre Zöpfe mit dieser rostroten Paste ein, was ihnen einen ganz speziellen
"Look" verleiht.
HIER und
HIER könnt ihr euch ein paar Foto-Beispiele aus dem Internet ansehen.
 |
| Die Fotos dieser Collage habe ich allesamt DIESEM Wikipedia-Artikel entnommen. |
Kurz und gut: Wir hielten es zunächst für ein großes Glück, als uns am Straßenrand der C35 in
Richtung Khorixas eine Himbafrau winkte, um uns auf ihren Verkaufsstand aufmerksam zu machen.
Edi rief begeistert: "Schau mal, da!" und auch ich freute mich - wer hätte denn
damit gerechnet!?!?
Seit der Ortschaft
Uis, wo wir getankt hatten, saß wieder ich am Steuer, und mit Vorfreude auf die
Begegnung lenkte ich den Wagen zu dem Verkaufsstand hin.
Die insgesamt etwa acht Himba schienen ebenfalls euphorisch, wir waren sofort umringt. (Ich
glaube, es waren drei Männer und fünf Frauen; außerdem gab es noch einige entzückende Klein-
kinder und ein paar Hühner bei der Verkaufsbude, die aus vier Tischen unter einem Sonnenschutz
bestand.) Relativ schnell brachten wir unsere Frage an, ob wir Fotos machen dürften - die Antwort
lautete: Erst kaufen, dann fotografieren. Gut, kein Problem, ich wollte sowieso Mitbringsel kaufen
- Schmuck und kleine geschnitze Figuren für meine Tochter, für mich selbst, für einige Freunde
und Verwandte...
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Aber leider war es doch ein Problem, denn die Frauen stürzten sich mit ihrem feilgebotenen Schmuck
gleich wie wild auf mich und behängten mich innerhalb von wenigen Sekunden mit unzähligen Arm-
bändern und Ketten. Edi wollten sie ebenfalls mit Schmuck behängen, doch er weigerte sich recht strikt
- das bremste die Frauen einerseits, machte aber andererseits die Stimmung nicht besser. Ich wusste
für mich selbst nicht so recht, wie ich mich fühlen sollte, denn in gewisser Weise hatte dieses "Nimm
meins, kauf mein's"-Verhalten ja etwas durchaus Rührendes (und wir hatten etwas Ähnliches schon mal
bei einem Kunsthandwerksmarkt in Jamaica kennengelernt), andererseits kann ich mit Bedrängung sehr
schlecht umgehen. Und ich weiß, dass Edi es noch schlechter kann als ich - das heißt, ich spürte gleich-
zeitig auch seine "Vibrationen", was mich in ziemlich großen innerlichen Stress versetzte. Wir wissen
natürlich auch, dass wir für diese Menschen extrem reich wirken mussten mit dem riesigen Mietwagen
und unseren auffälligen Kameras. Trotzdem sollten Himba, die am Straßenrand verkaufen, wohl schon
genug mit Touristen zu tun bekommen haben um zu wissen, dass diese ihre Einkäufe gern in Ruhe
auswählen -
hätte ich zumindest gedacht ...
 |
| Straßenszenen in der Nähe der Tankstelle von Uis |
Jedenfalls versuchte ich noch gute Miene zum vielleicht nicht
bösen, aber
unangenehmen Spiel zu
machen und bat Edi, meinen mit Schmuck behängten Unterarm zu fotografieren. (Das Foto könnt ihr
euch unten ansehen.) Und danach versuchte ich den Himba klar zu machen, dass ich
in Ruhe ihre
Sachen ansehen wollte, um eine Entscheidung treffen zu können. Das funktionierte leider nicht,
ständig wurden mir bzw. uns irgendwelche weiteren Stücke vor die Nase gehalten, aber letztendlich
hatte ich mir von den verschiedenen Tischen etwa vier, fünf Armbänder und einen kleinen geschnitzen
Elefanten ausgesucht.
Von unserem Bummel durch einige Läden von Swakopmund hatten wir eine ungefähre Ahnung, was
Kunsthandwerk dieser Art kostet, wenn es
nicht von den Erzeugern an Verkaufsbuden angeboten
wird (wenn also auch noch der Zwischenhandel mit bezahlt wird). Die Preisvorstellungen der Himba
lagen auf exorbitante Weise darüber - soll heißen, wir stellten uns etwa 200, maximal 300 Namibia-
Dollar für
alles vor, sie wollten 200 bis 300 Dollar
pro Stück. Sie wollten auch nicht handeln und keinen
Gesamtpreis machen, denn (was wir vorher nicht begriffen hatten): Jeder der Tische bot Schmuck von
einem/einer
anderen Händler/in, und die Himba vertraten die Auffassung, dass man da nicht einen
Gesamtpreis machen könne und dass wir sowieso von
jedem der Tische etwas kaufen sollten. Ihr Ton
war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich aggressiv - quasi Befehlston: "YOU BUY
HERE AND
HERE
AND
HERE!"
Edi reichte es schon lange, und ich hatte nun auch
endgültig genug von der Sache. Wir wären gerne bereit gewesen, etwas zu kaufen, wir wären auch
bereit gewesen, Fotos zu machen und dafür einen vernünftigen Preis zu zahlen - mittlerweile weiß ich
von diversen Internet-Reiseberichten, dass 10 Namibia-Dollar pro Fotografen der übliche Satz sind -
KLICK - wir hätten für eine ausreichende Menge an Fotos sogar
50 bezahlt), aber wir hatten keine
Lust, uns "ausnehmen" und für dumm verkaufen zu lassen, nur weil wir vielleicht die einzigen
potentiellen Kunden dieses Tages waren.
 |
Die Damen mit den bunten Kleidern sind Herero-Frauen; sie tragen diese Tracht, seit europäische Missionare ihnen
"schickliche Kleidung" aufgezwungen haben. Auch sie wollten uns zu ihren Verkaufsständen locken - aber nach dem
Himba-Erlebnis blieben wir auf dieser Reise bei keinem einzigen Stand mehr stehen. |
Wir sagten also, nein danke, das wäre uns zu teuer, und unter wildem Augengefunkel wurden mir
die Armbänder und Ketten wieder heruntergerissen, ziemlich unsanft übrigens. Dann fiel einem der
Männer ein, dass Edi ja mehrmals meine Hand mit dem Schmuck fotografiert hatte, und wollte dafür
200 Dollar.
Aber sicher nicht! Der Weg zu unserem Wagen zurück war ein Spießrutenlauf, denn
sämtliche erwachsene Himba umringten uns - und übrigens drohte uns einer der Männer auch mit
der Polizei (die hätte ich
durchaus gern dabei gehabt) und zwei der Frauen hatten plötzlich Handys
mit denen sie uns entweder wirklich fotografierten oder zumindest so taten als ob. Das alles wirkte
ziemlich absurd.
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Und dann kam der eigentlich schwierigste Teil - ich selbst hatte das Auto bereits erreicht, und da
ich ja die Fahrerin war, hatte ich auch den Schlüssel und konnte auf der Fahrerseite einsteigen, aber
Edi wurde weiterhin umringt und am Einsteigen gehindert. Ich fuhr ein Stück nach vorn und drückte
auf den Einsteigeknopf (was bei diesem doofen System jedes Mal mit Hupen eingherging), aber stets
blockierte einer der Himba die Wagentür und Edi konnte nicht ins Auto rein. Er wurde auch von der
Tür weggeschubst oder weggezogen, aber wie er mir anschließend erzählte, fühlte er sich dennoch
nicht in Panik, sondern überlegte nur sehr genau seine nächsten Schritte und Möglichkeiten.
Ich selbst war auch im klar durchdachten Programm: Edi war von der Tür abgedrängt worden, also
wieder (mit Gehupe) zusperren, damit kein Himba auf die Idee kommt, bei der hinteren Seitentür
einzusteigen. Mein Mann verhandelte derweil - und wie ich mittlerweile weiß, löschte er eins der
Fotos, das er von meinem Unterarm aufgenommen hatte, vor den Augen eines der Himba-Männer -
denn auf diesem Foto waren im Hintergrund auch einige verschwommene Himba zu sehen. Dies war
das einzige Bild, das irgendwie "mehr zeigte" und daher eventuelle Anstoß erregt haben könnte.
Doch
das Löschen dieses Bildes änderte nichts, der Himbamannn wollte immer noch 200 Dollar und er
sowie die anderen Himbaleute hinderten Edi noch immer daran, ins Auto einzusteigen. Ich ruckelte
währenddessen mit dem Wagen nach vor und zurück, betätigte den Türöffner, sperrte wieder zu - hup,
hup - und überlegte, ob es etwas bringen würde, den Verkaufsstand oder die Hühner zu überfahren
bzw. so etwas zumindest anzudeuten. Irgendwann bekam ich kurz Blickkontakt zum "Rädelsführer"
der Himba - und fauchte ihn an wie eine verdammt wütende Raubkatze. Für einen kurzen Moment
war Erschrecken in seinen Augen zu sehen. Vielleicht war das ja eine Sprache, die er verstand?
Ich weiß nicht, ob es
das war, was uns half, aus der Situation rauszukommen - kurz darauf schafften
wir jedenfalls genau den richtigen Winkel, Edi konnte in den Wagen springen, ich startete los und wir
rauschten davon. Edi erzählt mir anschließend, dass der aggessivste der Himbamänner auch einen
großen Stein in der Hand gehalten und eine Attacke auf ihn oder unser Fahrzeug angedeutet hatte -
aber daraus war zum Glück nichts geworden...
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Eine ziemliche Herzklopf-Aktion also - denn wenn man darüber nachdenkt, hätte uns doch einiges
passieren können - ob man uns nun angegriffen hätte oder auch "nur" unsere Kameras oder das
Fahrzeug beschädigt ... - doch wir haben schon auf früheren Reisen die eine oder andere Situation
gemeistert, die nicht ganz unbedenklich war. Wir haben in diesem Punkt also schon ein gewisses
Selbstvertrauen entwickelt. Und letztendlich fällt so etwas
danach dann unter "Abenteuer"...
Bis wir unsere nächste Unterkunft
(Camp Kipwe) erreichten, ging es uns schon viel besser und wir
fühlten uns angesichts unseres neuen Quartiers bereits wieder relativ entspannt: Kein Wunder, wenn
man sich die Bilder von der Lodge ansieht, in der wir die folgende Nacht verbringen würden. Doch
mehr von dieser Unterkunft zeige ich euch erst in meinem nächsten Post - ihr könnt auf alle Fälle
davon ausgehen, dass dieser Ort äußerst sehenswert war! Die Managerin dieses neuen Quartiers war
übrigens sehr verblüfft, als wir ihr von unserem Erlebnis mit den OvaHimba erzählten - sie meinte,
Himba wären normalerweise nie aggressiv, aber möglicherweise habe es damit zu tun, dass sie so weit
von ihrem Zuhause weg wären und sich daher unsicher gefühlt hätten... Ich lasse das jetzt mal so
stehen ...
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Gut Ihr Lieben, ich mach's am Ende kurz: Fortsetzung folgt!
Auch dieses Posting verlinke ich (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung
und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys
Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit und bei
Sabines Aktion Outfit des Monats ... Und mit den roten Häusern der Hohenstein Lodge sowie
mit dem Rot in meinem Des*gual-Kleid mische ich auch wieder bei Juttas
Aktion Ich sehe rot mit!
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥
Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude
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