Mittwoch, 7. Juli 2021

Das Beste vom Juni 2021...

... oder vielleicht auch nur das Zweitbeste? 😉 Auf jeden Fall werde ich euch heute noch ein paar ausgewählte Juni-Impressionen bieten. Unter anderem will ich euch über ein paar kleinere Ausflüge, unsere Komparsen-Einsätze im Juni und über unseren Juni-Garten erzählen - und außerdem vom Besuch einer Gartenausstellung, den wir mit Brigitte und Peter unternommen haben.


Servus Ihr Lieben, ...

... über einige Unternehmungen im Juni 2021 habe ich euch bereits erzählt. Zum Beispiel über unseren Spaziergang im Schlosspark von Eckartsau im Marchfeld (KLICK und bis zur Mitte des Beitrags scrollen), über unseren Besuch der zwei geretteten Naturparadiese Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt sowie über unseren Tagesausflug zum Schloss Artstetten und in die Wachau. Jetzt geht's weiter mit den Erlebnissen, die dazwischen lagen.


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Juni-Garten I:
Anfang Juni blühte der Zierlauch, und die Rosen begannen durchzustarten. Die gelben Rosen waren die ersten. Leider waren sie auch die ersten, die von den Rosenkäfern zerfleddert wurden 😕. (Ich trug zwar immer wieder mal einige in einem Marmeladenglas in den Auwald, aber kaum waren die ersten Käfer weg, kamen schon wieder welche nach...)

Endlich haben wir in unserem Garten auch eine Regentonne. Nach den Regenfällen im Mai war sie schnell voll, doch jetzt könnte sie schon wieder eine ordentliche Befüllung brauchen. Unser Feuerholzplatz brauchte ein neues Dach, nachdem das alte vom Sturm verweht worden war, und so hat Edi es mit Holzplatten und Schindeln neu gedeckt und fest angeschraubt. (Hoffen wir, dass es diesmal hält!) Kater Maxwell freute sich, dass es wieder Katzenminze zum Naschen und Teichwasser zum Trinken gibt.

 

Mohnblumen:
Auf dem Heimweg vom Einkaufen fuhren wir an einem blühenden Mohnfeld vorbei; ich fand es so atemberaubend schön, dass ich es unbedingt fotografieren wollte. Nachmittags schnappte ich mir mein Fahrrad und meine Kamera und radelte zu dem Feld - hier seht ihr das Ergebnis:

2 Juni-Outfits mit grünem Stirnband:
Die selbstgefärbte grüne Hose und mein gutes altes "Bienenwaben"-Shirt trug ich zum Einkaufen und beim Radeln zum Mohnfeld; das heiß geliebte und auch schon ein paar Jahre alte grüne Maxikleid trug ich bei unserem ersten Heurigenbesuch nach dem Lockdown.

Hollerblüten und Ribiseln:
An dem Fluss kam ich ebenfalls bei einer Fahrradtour vorbei - und stellte bei der Gelegenheit fest, dass manche der Holunderblüten bereits groß genug zum Ernten sind. Ein paar Tage später schwangen sich daher Herr Rostrose und ich aufs Rad, fuhren zu den wilden Hollerbüschen und pflückten eine ausreichende Blütenmenge, um daraus mehrere Flaschen Sirup herzustellen. Etwas später im Juni hatten wir dann in unserem Garten eine durchaus beachtenswerte Ernte von Ribiseln (roten Johannisbeeren), die wir zum Teil ebenfalls zu Sirup verarbeiteten.

 
Spaziergang mit der Schwägerin:
Edis Schwester lud uns zum Essen ein. Und weil es in ihrer Gegend außerdem Gehege mit Alpakas und andere Gehege mit Damwild gibt, unternahmen wir vorher noch einen Spaziergang - bei dem wir noch einige andere nette Viecher sahen 😊:

Juni-Garten II:
Nun startete auch die weiße Kletterrose Lykkefund am Rosenbogen durch - das ist alle Jahre wieder ein wunderbares Dufterlebnis und ein wunderschöner Anblick. Bei all der Blütenmenge tun sich sogar die Rosenkäfer schwer mit ihrem Zerstörungswerk. Alle anderen Rosen starteten ebenfalls ihr Blütenfeuerwerk - und auch die Pfingstrosen kamen - spät aber doch - in die Gänge.

Covid-Test und Freundestreffen:
Am 15. Juni hatten wir wieder einen Komparserie-Einsatz, und die betreffende Filmfirma begnügte sich nicht mit einem Antigen-Schnelltest, sondern bestand auf einem PCR-Test. Also mussten wir zu diesem Zweck vor dem Drehtag extra nach Wien fahren. Zum Glück konnten wir das am 13. Juni (dem Sonntag davor) erledigen (denn für 14. Juni hatten wir bereits den Ausflug nach Artstetten mit Brigitte und Peter geplant). 
 
Und ebenfalls zu unserem Glück hatten unsere Freunde Helga und Michi an besagtem Sonntag nicht nur Zeit für ein Treffen - sie luden uns sogar zu einer köstlichen Hühner-Grillerei in ihren Schrebergarten ein. Selbst geerntete Erdbeeren, Kaffee und Kuchen sowie nette Gespräche gab's als Draufgabe.

"Prolo-Dreh" ohne Arbeitseinsatz 😉:
Am 15. Juni war dann wie gesagt der Dreh-Tag; es ging um eine Folge der Krimiserie SOKO Donau. In der Dispo hieß es, dass Kleidung erwünscht ist, die "ein bisschen 'Prolo'" ist. Das war eine gewisse Herausforderung, denn wie interpretiert man "Prolo" am besten? Wikipedia meint zu dieser Frage:
 
Prolet ist die umgangssprachliche Verkürzung des Begriffs „Proletarier“ und bezeichnete seit dem 19. Jahrhundert auf abwertende Weise Angehörige vor allem der städtischen Unterschicht, besonders Industriearbeiter, seit Aufkommen des Marxismus aber auch positiv Arbeiter im Kontext des Klassenkampfes... Heute wird Prolet – in einer weiteren, umgangssprachlichen Verkürzung auch Proll, Prol oder Prolo – als Schimpfwort und als abwertende Bezeichnung für Menschen aus bildungsfernem Milieu verwendet sowie für Personen, deren Umgangsformen und Lebensstil als unkultiviert empfunden werden.
 
Da der Dreh in Nähe des Wiener Praters stattfand, lag auch das Thema Rotlicht-Milieu / Prater-Strizzi nahe. Wir packten also aus unserem Fundus alles in die Komparsen-Koffer, was von etwas schlampig bis zu billig aufgetakelt passen könnte (wenn man diese Kleidungsstücke nicht so gekonnt mixt, wie wir das normalerweise tun 😉).

Der Kostümdame gefiel dann tatsächlich der "Strizzi-Mix" am besten 😉 Brigitte, der wir das Foto unten Mitte per WhatsApp schickten, antwortete: "Das Mausi und ihr Aufpasser" 😁. (Zu Edis Entschuldigung muss ich sagen, dass dieses Hemd zu Beginn der 1980er tatsächlich modern war 😁 - und er es nur für Anlässe wie Fasching und dergleichen aufgehoben hat.) 

Bis mittags sahen wir zu, wie sich vor dem (ehemaligen) Café Diamant zwei Schauspieler verprügelten (oder auf gut wienerisch "in die Goschen hauten") und dazu "nette" Dinge brüllten wie: "I bring di um, du Sau!". Einer der beiden bekam immer wieder eine Bierflasche (aus Zucker) über den Kopf geschlagen. Dann gab es Mittagessen - ... und dann wurden wir heimgeschickt 😲.

Insgesamt waren wir fünf Komparsen, letztendlich kam aber keiner von uns zum Einsatz. Die Komparsin Maria, die wir schon vom Dreh am Westbahnhof kannten, meinte dazu, dass ihr das früher auch schon mal passiert sei. Manche Filmfirmen buchen sicherheitshalber eine Handvoll Komparsen, und wenn sie dann doch nicht benötigt werden, schickt man sie einfach wieder heim. (Das Honorar von 30 Euro gibt's selbstverständlich trotzdem.) 

Zick-Zack-Wanderung in Feistritz:
Am 17. Juni musste ich nach Hochegg in der Buckligen Welt zu einem Krankenbesuch (Besuch im Krankenhaus). Mein Mann und ich beschlossen, den Besuch mit einer vorherigen Wanderung zu verbinden, da die Besuchszeit im Krankenhaus erst um 17 Uhr begann (und um 17.45 schon wieder endete...)
 
Zu Beginn der Covid-Zeit haben wir ein Wanderbuch gekauft; darin fanden wir eine Rundwanderroute in der Gegend von Feistritz; diese erschien uns für unsere Zwecke passend. Leider kann ich euch den Wanderführer NICHT empfehlen (Das große Wandererlebnis Niederösterreich - "Topaktuell, in neuer, nochmals erweiterter, sechster Auflage", ha-ha, dass ich nicht lache!) 
 
Anstelle einer Rundwanderung wurde daraus mehr eine Zick-Zack-Wanderung, denn die Beschreibungen waren so schlecht, dass wir mehrmals in die Irre liefen und einige Male nach dem Weg fragen mussten. Letztendlich rutschte Edi bei der Überquerung eines Baches aus (den wir bei einer besseren Beschreibung nicht hätten überqueren müssen); er wurde dabei erstens nass und landete zweitens unsanft auf dem Steißbein. (Das tut ihm immer noch weh.)
 
Hier könnt ihr euch unsere "Irrungen und Wirrungen" ansehen:

Wir gaben unser Vorhaben auf, die Rundwanderung zu vollenden, gingen stattdessen zu einer Burg, die wir dort in der Nähe gesehen hatten und deren Besuch in dem Wanderführer als Abschluss der Runde empfohlen wird. (Allerdings ist die Burg in Privatbesitz, was in dem Buch auch nirgendwo vermerkt war... 😖) Danach war Edi schon wieder beinahe trocken. Wir gönnten uns ein spätes Mittagessen und fuhren anschließend mit dem Auto nach St. Corona.

Die schöne, kupferfarbige Blindschleiche hatte Probleme, den heißen Asphalt einer Fahrbahn zu überqueren - ich half ihr dabei...

St. Corona am Wechsel wäre eine der Stationen der Rundwanderung gewesen - und wir dachten uns, wenn wir schon mal in der Gegend sind, dann sehen wir uns den Ort doch mal an, der angesichts der Corona-Pandemie aufgrund seines Namens zu neuer, unerwünschter Berühmtheit gelangte: Denn hier wurden die beiden Ortstafeln von Souvenirjägern gestohlen! 😮 Kurz darauf wurden die fehlenden Ortstafeln durch Eigenkreationen ersetzt. In der Zeitung hieß es: "Die Schilder erinnern dem Aussehen nach an das Virus" - KLICK. Bei unserem Besuch gab es dann aber schon wieder "ganz normale" Ortstafeln ... und eine Ortschaft, die (als ehemaliges Skigebiet) schon deutlich bessere Zeiten erlebt hat. Aber immerhin entdeckten wir eine streichelfreudige Katze 😻.

Die Terrasse des Hotels St. Corona ist von Gras überwuchert, der Sessellift für Skifahrer wurde abgetragen, aber 
seit kurzem gibt es dort wieder eine Sommerrodelbahn... Der Kirchturm ist für Nova 😊

Gartenlust im Schlosspark von Ebreichsdorf:
Brigitte und Peter fragten uns, ob wir am 19. Juni Lust hätten, mit ihnen die Gartenausstellung im Ebreichsdorfer Schlosspark anzusehen. Wir kennen den Park von der einen oder anderen Oldtimer-Veranstaltung, die wir fotografiert haben - außerhalb von Veranstaltungen ist er allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugängig. Deshalb nützten wir die Gelegenheit gerne, diesen Park mit seinem schönen alten Baumbestand wieder zu besuchen.
 
Fotos von Brigitte

Die Ausstellung war sehr hübsch aufgezogen und es hätte gewiss das eine oder andere gegeben, das dort auch meine Kauflust gereizt hätte (z.B. die originellen Kopf-Blumentöpfe in der folgenden Collage). Doch ich blieb meinem Vorsatz treu, möglichst keine "Herumsteherchen" mehr zu kaufen. Außer ein paar trockenheitsliebenden Blümchen und Zierlauch-Zwiebeln habe ich also nichts erstanden. Brav, gell? 😇

 

 Aber einen Eiskaffee haben wir vier uns dort immerhin gegönnt 😋:

Fotos von Brigitte
 
Besuch im Pavillon:
Einen Tag später besuchten uns unsere Freunde Anita und Norbert und wir verbrachten einen gemütlichen, von Blütenduft umgebenen Nachmittag und Abend miteinander in unserer Gartenlaube 😊:
Die Mittagsblümchen (Delosperma cooperi) oben links stammen von der Gartenlust-Ausstellung

  

Komparsen-Casting:
Am 25. Juni  wurden wir zu einem Casting geladen. Wir hatten uns nämlich für eine neue Comedy-Serie namens "Alles Finster" beworben. Dies war das erste Mal, dass wir für unsere Komparsentätigkeit zu einem Casting mussten, mal sehen, ob es klappt. Die Idee der Serie finde ich jedenfalls interessant:

Im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes im Wald- bzw. Weinviertel wird mit viel schwarzem Humor die Situation eines europaweiten Blackouts geschildert. Als klar wird, dass der Strom so bald nicht wiederkommt, bricht Panik aus. Lebensmittelknappheit, Raubzüge der Nachbargemeinde, akute Gefährdung der Gesundheit sind einige der Hürden, die bewältigt werden müssen...

Hier der malerische Ort, an dem das Casting stattfand - Scheiblingkirchen-Thernberg in der Buckligen Welt:

 

Das Kleid, das ich zum Casting trug, habt ihr weiter oben schon gesehen, als wir Michi und Helga besuchten. Als Brigitte die Fotos sah, dachte sie, es wäre ein neues Kleid. Doch das Kleid ist bereits seit 11 Jahren bei mir, denn in DIESEM Blogbeitrag (London-Reisebericht von 2010) habe ich es ebenfalls schon gezeigt 😊 Ich mag es immer noch sehr, sehr gerne und trage es oft (auch in der kalten Jahrszeit mit Longsleeve darunter oder Jacke darüber)!

Die Glockentürme von Scheiblingkirchen und weiter oben von St. Corona sind beide 
für Novas Sammlung.

"Das Netz": 
Am 29. Juni waren wir abermals als Komparsen im Einsatz, diesmal als Patienten in einem Krankenhaus - deshalb das schicke Nachthemd und meine leidende Körperhaltung, siehe folgende Collage rechts oben 😉. (Tja, zum Komparsentum gehört manchmal durchaus auch ein gewisser "Mut zur Hässlichkeit"...) Gedreht wurde in der ehemaligen Semmelweis-Klinik. Wenn ihr mehr über "Das Netz" wissen wollt, klickt bitte HIER. (Ausstrahlung angeblich rund um die Fußball-WM 2022, also im Herbst nächsten Jahres.)
 
Auch diesmal kam ich den ganzen Vormittag lang nicht dran, während Edi gleich bei zwei Einstellungen dabei war. Aber wie ihr seht, vertrieben wir Komparsen uns die Zeit u.a. mit Kartenspielen und Nachthemd-Shootings 😁. Am Nachmittag kam dann endlich mein Einsatz: Da durfte ich mindestens 10 x in meinem Krankenhauskittel am Tropf hängend neben "meinem Pfleger" einen Gang entlang schlurfen. Und der Schauspieler Tobias Moretti hetzte jedes Mal samt einem Kamerateam an mir vorbei und tat so, als würde er telefonieren.

 

Juni-Garten III:
Ende Juni kam dann auch der Lavendel so richtig groß heraus. Und der Blüh-Hügel kleidet sich seither in zartes Rosa, denn in diesem Jahr hat sich hier die Rosa Nachtkerze (Oenothera speciosa) üppigst ausgebreitet. Die Pfingstrosen sowie die Lykkefund am Rosenbogen haben hingegen ihren Zenit überschritten.

 

Juni-Himmel:
Nun möchte ich euch noch ein paar Himmels-Impressionen vom Juni 2021 zeigen. Sehr häufig gab es hübsches zartes Blau mit weißen Wattebausch-Wölkchen zu sehen. Am Tag der "Prolo"-Dreharbeiten in Wien gab es hingegen diese seltsame "kantige" Wolkenformation - und sehr beeindruckend fanden wir auch den schweren grauen Wolkenhimmel vom 24. Juni, den ihr mittig seht: (Bloggen bildet - ich habe soeben erfahren, dass es sich um Mammatus-Wolken handelt. Danke, Diana!)

 

Der Juni 2021 
... war also für uns wieder ein bunter, bewegter, lebendiger Monat mit viel Abwechslung und einigen schönen Unternehmungen. Wir sind sehr dankbar dafür, denn wir wissen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. 

Viele der Juni-Ausflüge haben wir - wie ihr aus meinen vorangegangenen Beiträgen wisst - mit unseren Freunden Brigitte und Peter unternommen (und es gibt noch eine gemeinsame Wanderung auf der Raxalpe, über die ich euch demnächst erzählen werde). 

Leider ist diese wunderbare Ausflugs-Serie fürs erste unterbrochen, denn am vergangenen Sonntag - einen Tag nach ihrem 59. Geburtstag - wurde meine Freundin Brigitte wegen einer akuten Blindarmentzündung mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht und gleich operiert 😯... Sie hat die OP gut überstanden und wir hoffen natürlich sehr, dass sie bald wieder fit, frisch und munter ist - doch ein Weilchen wird sie sich gewiss schonen müssen...(Auch an dieser Stelle GUTE BESSERUNG, liebste Gitty! 😘)

Und nun, ihr Lieben, danke ich euch erstens für eure tollen Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag und zweitens dafür, dass ihr auch bei dieser Rückschau wieder mit dabei gewesen seid. Demnächst geht es mit dem Rax-Ausflug weiter!

 

Alles Liebe und bis bald,
eure Traude


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Mittwoch, 30. Juni 2021

Tagesausflug: Schloss Artstetten, Schifffahrts-Museum und Burgruine Hinterhaus in Spitz an der Donau

Servus Ihr Lieben,

 

... in Rostrosenhausen war die letzten Tage wieder viel los - Komparserie-Einsätze, Ausflüge, Weiterarbeiten an meinem Umweltprojekt, üppigster Alltagskram... Deshalb konnte ich euch nicht besuchen und komme auch erst jetzt wieder zum Posten: Habt ihr Lust auf einen neuen rostrosigen Bilderreigen?  

Am 14. Juni besuchten wir zunächst das Schloss Artstetten. Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr euch mehr zur Geschichte dieses Schlosses durchlesen. Hier nur so viel: Unter anderem lebte hier der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand - Thronfolger von Österreich-Ungarn aus dem Haus Habsburg-Lothringen - mit seiner Familie (also schon wieder ein Habsburger Schloss 😊). Das Attentat von Sarajevo, bei dem der Thronfolger und seine Frau Sophie Herzogin von Hohenberg starben, war letztendlich der Auslöser des Ersten Weltkrieges. 

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Das Schloss Artstetten befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Anita, eine von Franz Ferdinands und Sophies Nachkommen, gründete 1982 mit ihrem Mann das Erzherzog-Franz-Ferdinand-Museum und ließ das Schloss renovieren.

Meine Freundin Brigitte wusste, dass im dortigen Schlosspark im Juni über tausend Pfingstrosenpflanzen ihre Pracht präsentieren. Also fuhren wir am 14. Juni nach Artstetten, um uns diese Blütenschätze anzusehen und außerdem die Ausstellung zu besuchen: 

  

Mein Outfit an diesem Tag war ein Kompromiss - es sollte einerseits blumig, andererseits bequem und praktisch sein, denn der Besuch von Schloss Artstetten war nicht der einzige Programmpunkt des Tages. Also wählte ich mein selbstgefärbtes dunkelrosarotes Shirt zur krempelbaren Dreiviertelhose ... und passte damit zumindest farblich zu einigen der Blüten 🌸😁🌺 ...

 Fotos von Brigitte


Man sieht es vielleicht nicht besonders gut, aber auf dem oberen der folgenden Fotos strecken Edi und ich genauso die Zunge raus wie der Wasserspeier 😜:

 Fotos von Brigitte

Wie neulich schon gezeigt, sind mittlerweile einige Schlossparks nicht mehr so "geschniegelt" wie früher, sondern bieten Platz für tierfreundlichen Wildwuchs. Auch im Schlosspark von Artstetten, der als einer der wichtigsten historistischen Parks Österreichs gilt, wird viel Wert auf Natur gelegt. In der ökologisch gehaltenen Anlage kann man unter alten, beeindruckenden Solitärbäumen spazieren und unter anderem einen idyllischen Bade-Pavillon mit „Pool“ entdecken. Kommt mit, wir spazieren gemeinsam ein bisschen durch diesen Park:


Fotos von Brigitte
Die Wendeltreppe führt auf den Pavillon hinauf
Von dort hatte man nicht nur einen schönen Himmelblick, sondern auch eine gute Rundum-Aussicht.
Der Rauhaardackel dürfte zum Schloss gehören; er begrüßte uns freundlich in "seinem Schlosspark". Nach dem Spaziergang
 gönnten wir uns einen Capuccino im Schlosscafé. (Die Torte haben wir nur fotografiert, nicht verschmaust 😉😊.)

Anschließend besuchten wir das Museum im Schloss, in dem natürlich der Aufarbeitung der Ermordung des Thronfolgers und seiner Gemahlin ein großer Stellenwert eingeräumt wurde. Auch ein Modell des Sarajevo-Automobils und ein wunderschön gefliestes Badezimmer aus dem Jahr 1860 gibt es hier zu bewundern. Mehr über das Museum HIER.

 

Den Abschluss unserer Besichtigung des Schlosses Artstetten bildete ein Besuch in der Schloss- und Pfarrkirche „St. Jakobus der Ältere“  und in der Familiengruft. Mehr darüber HIER.

 

Danach hatten wir uns eine Stärkung verdient. Wir fuhren weiter nach Spitz an der Donau. Diese Ortschaft hatten wir bei unserer Schiffsrundfahrt durch die Wachau  im Jahr 2019 nur vom Wasser aus gesehen. Brigitte und Peter erzählten uns, dass man im Alten Schiffmeisterhaus / Gasthof Prankl Haubenküche zu moderaten Preisen genießen kann. Den Tipp gebe ich gerne an euch weiter, es hat uns hier sehr gut geschmeckt!

 

Nicht nur der Name des Gasthofs stellt Verbindung mit der Donauschiffahrt her - in der Ortschaft Spitz an der Donau gibt es außerdem ein sehr sehenswertes Schifffahrts-Museum, dem wir nach dem Essen einen Besuch abstatteten. 

Fotos von Brigitte

 

Dieses Museum bietet vielfältige Einblicke in Technik und Geschichte der historischen Donauschifffahrt. Unter anderem gibt es kostbare zeitgenössische, aber auch neue, höchst präzise gebaute Modelle zu sehen. Eines davon ist die berühmte Donaufregatte "Theresia" (siehe folgende Collage rechts oben und unten), an welcher der Architekt Prof. DI Dr Kurt Schaefer 12 Jahre lang gearbeitet hat. Diese Mühe wurde bereits mit mehreren Modellbau-Preisen belohnt.

Auch eine große Auswahl an Originalobjekten aus der Blütezeit der Holzschifffahrt und Flößerei entführt in die Zeit, als die Dampfmaschine noch nicht erfunden war und demonstriert, wie unsere Vorfahren im Einklang mit den Launen des Flusses und den Gewalten der Natur an der Donau ihren Lebensunterhalt verdienten. Besonders eindrucksvoll ist der nachgestellte Pferdeschiffszug mit einem originalen Zaumzeug und parallel dazu das Modell eines Schiffszuges mit 60 Pferden. So viele Tiere waren notwendig, um ein großes Schiff stromaufwärts zu schleppen. Die tragbare Schifferorgel aus dem Jahr 1697, auf der heute noch gespielt wird, zählt ebenfalls zu den Besonderheiten des Museums:

Das Museum bietet jedoch nicht nur interessante Exponate - es ist außerdem von der Ausstattung her sehr sehenswert. Denn die Sammlung kann im historischen Ambiente des Barockschlosses Erlahof bewundert werden. Der ehemalige Lesehof *) war von der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts bis 1803 wirtschaftlicher Mittelpunkt des Weingartenbesitzes des bayrischen Benediktinerstiftes Niederaltaich.

*) Hier wurde die Betreuung der Weingärten und die ordentliche Behandlung des Lesegutes überwacht und für den Abtransport des Weines ins Kloster gesorgt.

Die Türrahmen und manch eine Decke des Barockschlosses fanden wir einfach atemberaubend!

Auch von außen sieht der Erlahof beeindruckend aus. Die schön gemusterte Katze, die sich vor dem Hof sonnte, schien allerdings unbeeindruckt zu sein. Aber sie ließ sich gern von uns streicheln.

Nicht weit vom Museum entfernt, führt ein kurzer Wanderweg zur Ruine Hinterhaus. Diese wollten wir auch noch besuchen. Unterwegs kamen wir an einem alten Haus mit schönen Kletterrosen und an einem Stadel mit riesigen Clematisblüten vorbei. An dem Stadel lehnte ein Schild, dessen Text mir aus der Seele sprach: 

Bitte lärm nicht kreuz und quer
auf und ab im Wald umher,
wozu gibt es sichre Wege?
Denk an's Wild und seine Hege!
Zugleich bitte ich um's eine:
Häng dein Hündchen an die Leine!
Furchtbar ist des Feuers Macht,
darum gib aufs Zündholz acht!
Speisereste, Glas, Papier -
bitte, laß das doch nicht hier,
zu Natur - und Umweltschutz
paßt kein Abfall und kein Schmutz!


Danke!
Die Jägerschaft


Bei der Ruine Hinterhaus handelt es sich um eine eine Wehranlage, deren Hauptburg schon im 12. Jahrhundert bestand. Sie thront auf einem Ausläufer des Berges Jauerling über der Donau und bietet von dort wundervolle Ausblicke. Sie wurde erstmals 1243 schriftlich erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert beherrschten die Ritter von Spitz diese Burg. Gegenüber der Ruine liegt der „Tausendeimerberg“, ein Weinberg, der angeblich jedes Jahr die Erntemenge von 1000 Eimern Trauben hergibt.

Fotos von Brigitte

 

Angeblich spukt es dort bis heute. Der Geist der verstorbenen Adelheid, Ehefrau von Heinrich dem Eisernen, soll jedes Jahr zum Todestag ihres Gatten auf der Ruine Hinterhaus erscheinen. Denn Heinrich heiratete kurz nach ihrem Tod eine neue Frau und ignorierte somit das Trauerjahr. Kurz darauf starb auch er, was allgemein als gerechte Strafe für sein schändliches Verhalten betrachtet wurde. Uns begegnete allerdings weder der Geist von Adelheid noch der von Heinrich - und wir haben wirklich in sämtlichen Winken nachgesehen 😉...


Mit einem letzten Blick auf die Burg, ein paar gelben Blüten vom Mauerpfeffer (Sedum acre) und rosa Blüten vom Ährigen Ehrenpreis (Veronica spicata) sowie einem Blick auf die Weinberge verabschieden wir uns winkend von euch!




Ich hoffe, dieser Tagesausflug hat euch wieder Spaß gemacht und war euch nicht zu anstrengend! Da ich zuletzt nicht dazu gekommen bin, eure Blogs zu besuchen, bedanke ich mich zunächst mal hier für eure lieben Zeilen zu meinem vorigen Blogbeitrag über die zwei geretteten Naturparadiese -  und werde mich nun so rasch wie möglich an eine Blogbesuchsrunde machen!

Auf bald also und alles Liebe -
kommt gut in den Juli!
Allerliebste Rostrosengrüße,
eure Traude
 

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Montag, 21. Juni 2021

Zwei gerettete Naturparadiese: Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt

Servus ihr Lieben,

in meinem letzten Blogpost - Zwei Habsburger-Schlösser und ihre Parks - erzählte ich euch, dass der Besuch im Schlosspark von Eckartsau nur Teil eines Tagesausflugs war, der uns zuerst in die Stopfenreuther Au führte und als letzten Programmpunkt auch noch in das Landschaftsschutzgebiet Donaustadt. Heute will ich euch diese beiden Naturparadiese zeigen, die einstmals gefährdet waren, aber gerettet werden konnten.

  

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1) Die Stopfenreuther Au:
Bei diesem Ort handelt es sich - vor allem für naturliebende Österreicher - um einen Ort mit hohem Symbolwert: Hier wurde im Jahr 1984 sowohl in umweltpolitischer als auch in demokratiepolitischer Hinsicht Geschichte geschrieben. Denn bei Stopfenreuth begann die Besetzung der Hainburger Au.
 
Wenn ihr Genaueres über die Au-Besetzung wissen wollt, könnt ihr euch HIER eine Bilder-Strecke mit Fotos und Schlagzeilen von damals ansehen, HIER einen interessanten Rückblick lesen und auf den obigen Wikipedia-Link klicken (die Geschichte liest sich teilweise wie ein Thriller) - für alle anderen kommt hier die Kurzversion:
 

Die Hainburger Au ist eine naturbelassene Flusslandschaft an der Donau in der Nähe von Wien. In den 1980ern jedoch sollte dort ein Wasserkraftwerk errichtet werden. Im Dezember 1984 hielten tausende Menschen mehrere Tage lang die Stopfenreuther Au besetzt, um den Beginn der Vorarbeiten für dieses Donaukraftwerk zu verhindern. 

Die Regierung schaltete auf stur, es wurde mit den Rodungsarbeiten begonnen - ein Stück Au in der Größe eines Fußballfeldes wurde gerodet, die Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten und auch gegen anwesende Presse- und Fernsehteams vor. Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie daraufhin die Schlagzeilen lauteten.

Nun fällen hier nur noch Biber die Bäume - allerdings bringen Biber der Natur mehr Nutzen als Schaden.

In der Folge demonstrierten in Wien bis zu 40.000 Menschen quer durch alle Generationen und Bevölkerungsschichten gegen das Vorgehen der Regierung und gegen die Zerstörung der Au. Letztendlich lenkte die Regierung aufgrund der schlechten Presse und der massiven Proteste ein

Im März 1985 unterschrieben mehr als 350.000 Menschen das Konrad-Lorenz-Volksbegehren; sie forderten damit die Errichtung eines Nationalparks im Gebiet der Donauauen und das Verbot von Großkraftwerken. Nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes war der Kraftwerksbau vom Tisch. Dies war der zweite große Sieg in Österreich für die Demokratiebewegung und für die Umweltschützer. (Der erste war die Verhinderung des Atomkraftwerkes Zwentendorf in den späten 1970ern.) 


All das war der Startschuss für die Gründung des Nationalparks Donau-Auen sowie für die Neuformierung der Grünen Alternative und deren Einzug in den Nationalrat; außerdem wurden nach den damaligen Bevölkerungsprotesten das Elektrizitätswirtschafts- und das Energieförderungsgesetz überarbeitet und somit in Österreich bereits in den 1980ern die Weichen in Richtung nachhaltiger Energiewirtschaft gestellt. 

(Was nicht bedeutet, dass damit schon alles erreicht ist... Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Solche Schritte bräuchten wir auch jetzt wieder, um das Klima zu retten. Viele Schritte...)

Wo früher gerodet wurde, befindet sich nun die Au-Terrasse, wo man rasten, picknicken und schöne Donaublicke 
genießen kann. 

 

Ziviler Ungehorsam kann also, wenn ein größerer Bevölkerungsanteil an einem Strang zieht, sehr erfolgreich sein. Vermutlich kommt es den Regierungen dieser Welt deshalb gar nicht so ungelegen, wenn die Gesellschaft gespalten wird. 

Zur Zeit der Aubesetzung wurden Menschenketten gebildet, manche Demonstranten ketteten sich selbst an Bäume an, und die Bewohner von Stopfenreuth und Hainburg versorgten die Demonstranten, die bei winterlichen Temperaturen in der Au ausharrten, mit warmen Getränken und Lebensmitteln. Zusammenhalt für eine gute Sache also, an solchen Werten sollten wir uns orientieren.

Manche Baumwurzeln erinnern an einen Mangrovenwald - siehe ganz oben...

Wie traurig wäre es gewesen, wenn man diese wunderschöne und wertvolle Flusslandschaft geopfert hätte. Sie ist besonders artenreich: Im Schutzgebiet sind rund 800 Pflanzenarten nachgewiesen und der Gesamtbestand an Tierarten wird auf mindestens 5.000 geschätzt.

Pflanzen und Tiere sind natürlich an das Wechselspiel des Wasserpegels angepasst. Vorherrschende Baumarten sind daher Weiden und Pappeln, die besonders gut mit Hochwasser umgehen können und sich nicht an "nassen Füßen" stören.

Auch Brigitte hatte kein Problem, sich nasse Füße zu holen 😁 - sie wollte unbedingt die Baumschaukel ausprobieren, die vermutlich montiert wurde, um sich wie Tarzan in die Fluten schwingen zu können. (Denn Gäste nutzen gern den Wildbadeplatz mit Naturstrand sowie die Lagerwiese. Hier handelt es sich übrigens um den einzigen Platz im gesamten Nationalpark, wo Zelten erlaubt ist.)

Per Boot lässt sich dieses einmalige Gebiet ebenfalls gut erkunden. Unten links seht ihr z.B. eine hölzerne "Schiene", auf der man ein Kanu in einen Altarm der Donau hinunterlassen kann. Mit etwas Glück entdeckt man unterwegs vielleicht Sumpfschildkröten, Eisvögel oder Biber. Auf dem Schild befindet sich ein Gefahrenhinweis für Teilnehmer an Bootsexkursionen und private Bootfahrer, da sich an den Ufern einsturzgefährdete Bäume befinden. Diese werden nicht beseitigt, um die Natürlichkeit des Lebensraums zu erhalten.

 

Hier seht ihr den Hochwasserschutzdamm, der eigentlich aus zwei Dämmen und einem "Auffangbecken" besteht. Auch hier deutet der Pflanzenwuchs auf eine Magerwiese hin (wie auf der Perchtoldsdorfer Heide, die ich euch vor kurzem gezeigt habe).

 

Der gelb-schwarz gestreifte Falter ist ein Ackerwinden-Bunteulchen, die lila Blume eine Kornrade.

Unten bekommt ihr noch ein paar Himmelsblicke dieses Tages zu sehen - zusammen mit gelbem Klee (Wundklee und Hornklee) sowie Raps, ein schöner Kontrast wie ich finde.

So viel zu unserem ersten Ausflugs-Teil am 8. Juni 2021. (Falls ihr selbst Lust habt, im Nationalpark Donau-Auen zu wandern, bekommt ihr HIER ein paar tolle Ausflugstipps.) Danach besuchten wir den Schlosspark von Eckartsau - darüber habe ich euch HIER bereits erzählt (und euch bei der Gelegenheit auch noch ein weiteres Habsburgerschloss - die Hermesvilla - gezeigt.). Vielen Dank für all eure lieben Kommentare dazu!


Kommen wir nun zum abschließenden Ausflugs-Teil dieses Tages:

2) Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Donaustadt... befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee. In der k.u.k.-Zeit (1912–1914) wurde hier ein großes Verkehrsprojekt geplant, das die Anbindung an zahlreiche andere Bahnstrecken ermöglichen sollte und einen riesigen Bahnhof vorsah, der im Endausbau 100 Gleispaare nebeneinander umfassen sollte. An sich eine gute Idee, die Bahnverbindungen auszubauen - und heutzutage wäre es vor allem in dieser dicht besiedelten Gegend sinnvoll, vom Straßenverkehr auf ein gut verzweigtes Bahnnetz umsteigen zu können. Doch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschob sich der Bau und konnte in der Folge nicht mehr im vorgesehenen Umfang durchgeführt werden. Um Truppen- und Materialtransporte durchführen zu können, mussten von 1916-1918 serbische, russische und italienische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter die Bahnanlage zumindest partiell errichten. 

Auch nach dem Krieg wurde daran weiter gebaut und Teile der Strecke befahren. Im Jahr 1922 war das Projekt zu etwa zwei Dritteln realisiert - und musste aus Geldmangel eingestellt werden. 1926 wurde auch der Verschiebebahnhof stillgelegt


Einige überwucherte Geleise erinnern noch an die ursprünglich vorgesehene Bestimmung des heutigen Landschaftsschutzgebietes.

Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise wurden die Gleisanlagen teilweise demontiert, um Schienen- und Baumaterial zu gewinnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die restlichen Gleisanlagen nur noch zum Abstellen überzähliger Schienenfahrzeuge und als Anschlussgleise für einige inzwischen auf dem Areal angesiedelten Betriebe. 1947/48 bestand das Vorhaben, bei Anbindung an den Donau-Oder-Kanal den Wiener Hafen entsprechend auszubauen; auch dieses Projekt wurde wieder aufgegeben. 

Das Areal blieb im Besitz der Österreichischen Bundesbahnen, und lange Zeit war Unbefugten das Betreten verboten. In dieser Zeit breitete sich hier die Natur mehr oder weniger ungehindert aus. Schon 1998 wurde vorgeschlagen, das Gebiet zum Geschützten Landschaftsteil zu erklären. Im Jahr 2015 wurde es in das neu begründete Landschaftsschutzgebiet Donaustadt eingegliedert.


Das ehemalige Bahnhofsareal stellt heute das wichtigste Naturbiotop in Wien zwischen Bisamberg und Lobau dar. Es handelt sich dabei um einen zusammenhängenden Komplex aus Trockenrasen, Gehölzen und naturnahen Teichen; hier leben und gedeihen zahlreiche gefährdete und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten. 

Unten seht ihr z.B. ein Schild, das darauf hinweist, dass hier neue Lebensräume für den streng geschützten Neuntöter (oder Rotrückenwürger / Lanius collurio) geschaffen werden, wofür gezielte Pflegemaßnahmen wie Rückschnitt von zu dichtem Buschwerk und Vergrößerung des Graslandes nötig sind. Leider haben wir diesen seltenen insektenfressenden Sperlingsvogel nicht gesehen.

Die hübschen lila Wicken links und rechts sind Vogelwicken.

Unsere "Ausflugsberaterin und Naturführerin" Brigitte zeigte und erklärte uns, was es hier alles zu sehen gab.

 

Brigitte hatte mir vorab erzählt, dass es in dem Areal eine Ziegenherde gibt. Die Tiere sorgen dafür, dass Bäume und Büsche in der heideartigen Landschaft nicht überhand nehmen und das Mengenverhältnis der Pflanzen ausgewogen bleibt. Ihr wisst ja schon, dass ich Ziegen und Schafe liebe, also wollten wir sie klarerweise besuchen. 

Aber wo normalerweise Ziegen weiden, war das Gatter offen, und bei einer anderen Weide fanden wir diese hübschen grauen Kühe vor:

Als wir ein Stück weiter gingen,  entdeckten wir die Ziegenherde erfreulicherweise doch noch. Es gab ein paar entzückende Kitze, wie schön! Doch es machte auch Spaß, den ausgewachsenen Ziegen dabei zuzusehen, wie sie sich streckten und reckten, um an die leckersten Triebe von Obstbäumen heranzukommen:

Nicht weit von den Ziegen entfernt, entdeckten wir ein atemberraubend schönes Feld, voll mit Kornblumen, Mohnblumen, Margeriten - einfach ein Traum! Wir konnten uns kaum daran satt sehen und auch nicht mit dem Fotografieren aufhören 😉 - deshalb bekommt ihr jetzt viele, viele Fotos von dem bunten Feld zu sehen:

Fotos von Brigitte

Fotos von Brigitte

Im Feld daneben blühten Ackerbohnen - ebenfalls sehr hübsch - und noch dazu essbar! Ein Marienkäfer flog mir dort freundlicherweise auch vor die Kamera. Unsere Männer harrten einmal mehr mit Engelsgeduld aus, bis wir mit unserem Shooting fertig waren.


Zum Schluss bekommt ihr noch ein paar Himmelsbilder von diesem letzten, bereits abendlichen Ausflugsteil zu sehen:



Und nun sage ich noch DANKE für euer Interesse! Beim nächsten Mal habe ich wieder ein Schloss mit einer Vielzahl schönster Pfingstrosen für euch zu bieten, außerdem ein Museum und eine Bugrruine in der Wachau. Seid ihr dann wieder mit dabei? JA? Wie schön, ich freue mich darauf!!! 😊😀


Alles Liebe und auf bald,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,