Freitag, 9. August 2019

Thema Mammographie - Erfahrungsbericht und Recherche-Ergebnisse


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Hinweis für meine lieben Leserinnen:
Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Jahr 2019, aber ich weiß, dass er noch immer sehr oft aufgerufen wird. Deshalb möchte ich euch gleich zu Beginn auf meine aktualisierte und ergänzte Version aus dem Jahr 2024 aufmerksam machen:
👉 Hier geht’s zur neueren Version!

Trotzdem lohnt sich auch ein Blick in die Kommentare unter diesem älteren Beitrag – denn dort findet ihr viele persönliche Erfahrungsberichte anderer Frauen, die ebenfalls sehr aufschlussreich sein können. 💬💗


  
Servus, ihr Lieben!


In meinem letzten Beitrag  
Kunterbunter Hochsommer und Gartenziele kündigte ich es bereits an: Nachdem ich in 
auch das Thema Mammographie angesprochen habe, stellte ich an euren Kommentaren fest, dass
 es hier durchaus noch mehr zu sagen gibt. Es wurden einige Fragen aufgeworfen und auch ein 
bisschen Staub aufgewirbelt. Deshalb schreibe ich für euch meine Gedanken, meine Erfahrungen
und vieles, das ich bisher an Informationen über die Mammographie und eventuelle Alternativen 
zusammengetragen habe, hier nieder.

  
ACHTUNG: Viel Text, viel Info! 😉
Es wird ein langer, ausführlicher Beitrag, aber ich hoffe,
er interessiert dennoch einige von euch - zumindest in Teilbereichen.
Ich werde unter jedem "Kapitel" eine kleine Zusammenfassung einfügen.
(Aber bevor ihr mir dazu Fragen stellt, lest bitte den Langtext -
darin könnte schon die Antwort enthalten sein 😎)


[Die Fotos, die ich euch heute in meinen Auflockerungs-Collagen zeige, stammen nicht von mir, sondern sind 
kostenlose Bilder von Pixabay. Dieser Beitrag kann außerdem Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, 
desweiteren durch  Fotos, Orts-, Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und 
ohne Bezahlung erfolgt.]
Weiblichkeit brennt zuweilen wie Feuer - kostenlose Bilder von Pixabay


Ein paar Punkte möchte ich vorab noch klarstellen:
Ich habe keine medizinische Ausbildung, sondern bin lediglich ein sehr interessierter Laie; ich
kenne die Lage bezüglich Mammographie-Screening in anderen Ländern nicht so genau
(schließe aber aus allem, was ich darüber gelesen habe, dass die Unterschiede zumindest zwischen
Deutschland und Österreich nicht allzu groß sind) und ich kann die Studienergebnisse, die ich euch
heute vorstellen werde, nicht überprüfen. Es gibt möglicherweise zu jeder Studie eine Gegenstudie,
doch in erster Linie muss ich auf meinen Körper hören und mich auf mein eigenes Fühlen und
Denken verlassen.

Ich möchte außerdem niemandem die
Mammographie ausreden oder Ängste erzeugen. Ich erzähle euch bloß, welche Erfahrungen ich
mit dieser Untersuchungsmethode gemacht habe und was ich darüber herausgefunden habe. Und
ihr hört bitte auf eure eigenen Körper, euer eigenes Gefühl und euren eigenen Verstand! 😊


TEIL 1:
Meine erste Mammographie
Die Folge - jahrelange verzweifelte Verweigerung
Meine zweite Mammographie
Wie schmerzhaft ist die Mammographie?
a) laut Studien und Gesprächen mit anderen Frauen
b) nach meiner Erfahrung


TEIL 2:
Warum gilt die Mammograhie als die beste Methode?
Wieviele Frauen kann die Mammographie davor retten, an Brustkrebs zu sterben?
Wie verbreitet ist Brustkrebs wirklich? Über "Tricks" mit der Statistik
Gibt es wirklich keine Alternativen zur Mammographie?
a) Magnetresonanztomographie (MRT)
b) Mamasonographie - Brustultraschall
c) Weitere Alternativen
Screening nur für Frauen unter 70 - warum?
Ist eine Frau "selber schuld" wenn sie an Brustkrebs stirbt? 


 Der erste Teil betrifft vor allem "meine Geschichte" und das Thema
Schmerzen bei oder nach der Mammographie. Ihr sollt mich dafür nicht bemitleiden.
Ich erzähle euch die Vorgeschichte vor allem, um zu erklären, warum ich so intensiv
nach Antworten und Alternativ-Lösungen geforscht habe.

Für alle, die das nicht so sehr interessiert, die
sich jedoch selber gerne über verschiedene Studien und kritische Meinungen zur Mammographie
informieren möchten, habe ich in Teil 2 diverse Aussagen von Medizinern sowie Links zu
interessanten Artikeln zu bieten. Da ich diese Informationen schon seit Jahren sammle, sind sie 
teilweise im Netz nur noch schwer zu finden - hiermit möchte ich euch auch bei eurer Suche 
nach kritischen Texten und interessanten Studienergebnissen unterstützen, die von ÄrztInnen
"gern unterschlagen" werden - vielleicht, weil sie sie selbst nicht kennen, vielleicht auch, weil sie
nicht daran interessiert sind, Frauen mit unterschiedlichsten Informationen zu "füttern" (die die
Entscheidung auch nicht leichter machen 😜...)

Alles soweit klar? Dann kann's jetzt losgehen!



TEIL 1: 
Meine erste Mammographie 
...wurde am 9.8.1996 vorgenommen. Ich war noch nicht ganz 35 und wegen beidseitiger, seit ein 
paar Wochen anhaltender Berührungsschmerzen im Brustwarzenbereich zu dieser Untersuchung 
überwiesen worden. Damals gab es noch keine Beurteilungs-Sterne für Ärzte im Internet. Ich suchte 
aus dem Telefonbuch das nächstgelegene Röntgeninstitut und ging völlig vorurteilsfrei zu der 
Untersuchung. Aufgrund des fast leeren und seltsam plüschig eingerichteten Wartezimmers kam ich 
später zu dem Schluss, dass ich wohl eine besonders schlechte Wahl getroffen habe - die Erfahrung,
 die ich dort machte, war jedenfalls traumatisierend für mich.

Wer mich näher kennt, weiß dass ich kein wehleidiger und kein feiger Mensch bin und schon einige 
sehr unangenehme Dinge klaglos überstanden habe. Doch im Zusammenhang mit meinen Brüsten bin 
ich seit jeher empfindlich. Abgesehen davon bringe ich meinem Körper und meiner Seele liebevolle 
Achtung entgegen und wünsche dieselbe Achtung auch von anderen Menschen! Selbst in Zeiten, wo 
keine schmerzhafte Veränderung welcher Art auch immer besteht, ertrage und gestatte ich in diesem 
Bereich meines Körpers nur sanfte, behutsame, freundliche Berührungen. 

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt zu der Untersuchung gegangen wäre, wenn ich genau gewusst hätte, 
wie eine Mammographie funktioniert. Ich rechnete mit einer Art Röntgenaufnahme meines Busens, 
doch ich hätte nie angenommen, dass man meine Brüste zu diesem Zweck lieblos zwischen zwei 
eiskalte Plexiglasscheiben quetschen würde, gerade so, wie man einen Hamburger zwischen die 
beiden Platten eines Toasters presst.

Die Röntgenassistentin war noch dazu eine von der Sorte "Stellen Sie sich nicht so an!" Sie sagte es zwar nicht genauso, 
aber sie benahm sich so, strahlte es mit jeder Geste und mit ihrer Mimik aus, schnalzte mit der Zunge und zeigte mir 
deutlich ihre Ungeduld - warum auch immer. An einem vollen Wartezimmer lag es jedenfalls nicht. Ich weiß auch nicht, 
wie sie es sich vorstellte, dass ich noch näher an das Untersuchungsgerät rangehen sollte, wenn mein Rippenbogen schon
 komplett gegen das Gerät gedrückt war. Größer ist meine Brust nunmal nicht, aber die Dame versuchte daran durch heftiges
 Zerren und Quetschen eindeutig etwas zu verändern. Am liebsten hätte sie wohl einen Schnitzelklopfer verwendet. Zur 
Erinnerung: Ich war wegen schmerzempfindlicher Brüste zu dieser Untersuchung geschickt worden. (Ein Ultraschall wäre
 bei dieser Diagnose garantiert die bessere Wahl, aber das wusste ich damals noch nicht - das hätte mein Gynäkologe wissen 
müssen. Außerdem wird bei Schmerzen im Busen routinemäßig eine Mammographie verschrieben...)

Nach der Mammographie musste ich im Wartezimmer Platz nehmen. Kurz darauf erschien die
Assistentin als der wandelnde Vorwurf, weil man bei den ersten Bildern nichts sehen konnte und sie 
die Prozedur wiederholen musste. Doch aufgrund der Dichte meines Brustgewebes war auch bei der
 Wiederholung nichts Relevantes zu erkennen. Ich ging weinend nach Hause, weil ich mich gequält 
und gedemütigt fühlte, und ich versprach meinem Körper und meiner Seele, ihnen eine solche Tortur 
nie wieder anzutun.  


Medizin sollte nicht quälen, nicht in Verzweiflung treiben - nur verständnisvolle Hilfe anbieten - kostenlose Bilder von Pixabay


Meine Schmerzen nach dieser sinnlosen Prozedur waren stärker als zuvor und dauerten wochenlang 
an *). Ich denke, dass ich mich heute anders auf die Beine stellen würde bei solch einer Behandlung. 
Aber man lernt ja oft erst durch schlechte Erfahrungen nach und nach, sich zu behaupten. So war es 
auch bei mir.

*) Mir tut dann sogar Kleidung weh, ich kann nur ganz weich ausgepolsterte, superbequeme BHs tragen und generell nur 
Oberteile, die kaum anliegen, aber auch nicht "scheuern". Was zu den Beschwerden geführt hatte, wurde niemals restlos 
geklärt; nach einem unauffälligen Ultraschall meinte mein damaliger Gynäkologe, dass Frauenbrüste halt manchmal wegen 
der Hormone "ein bisserl wehtun". (Heute weiß ich, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Brustschmerzen abzuklären
- KLICK - und viele verschiedene Gründe für diese Schmerzen. Die wenigsten haben jedenfalls mit Krebs zu tun.) Mein Gyn 
erklärte auch, dass ich einen sogenannten "Schaumgummibusen" hätte, also ein dichtes, schaumgummiartiges Brustgewebe, bei 
dem man generell bei Mammographien nicht viel erkennen könne, dass dieses Gewebe jedoch immerhin das günstigste sei,
 also das, das am seltensten von Krebs betroffen ist. (Wenigstens eine gute Nachricht - aber ich weiß natürlich, dass man 
sich darauf nicht berufen oder verlassen kann).


Zusammenfassung:
Meine erste Mammographie fand 1996 wegen Brustschmerzen statt, als ich knapp 35 war -

 sie wurde schlecht durchgeführt, war äußerst schmerzhaft, demütigend und letztendlich ohne 
Ergebnis. Ich beschloss, diese Untersuchung nicht mehr machen zu lassen.


Niemand von uns weiß, wann und wodurch die Lebensuhr abläuft - kostenlose Bilder von Pixabay

Die Folge - jahrelange verzweifelte Verweigerung:
Wie ich euch HIER schon erzählt habe, blieb ich meinem Vorsatz, diese Prozedur nie wieder zu 
erleben, lange Zeit treu. Als ich in das "Screening-Alter" (bei uns 45 bis 69) kam, wo ich mit 
verschiedensten Aufforderungen zur Mammographie bombardiert wurde, kämpfte ich stets darum, 
anstelle dieser Untersuchung eine andere zu erhalten. Das einzige, was die Kasse bei uns dazu zu 
bezahlen bereit ist, ist die Brustsonographie - und selbst bei dieser wird man immer knauseriger. 
(Aber sowohl meine früherer Gyn als auch mein aktueller wissen, welche Diagnose 
anzugeben ist, damit ich diese Untersuchung weiterhin erhalte.)

Wenn mein Gyn wieder mit dem Thema Mammographie anfing, musste ich zuerst mit ihm 
verhandeln, um "nur" den Ultraschall verschrieben zu kriegen, und als nächstes kamen Vorwürfe  
von RadiologInnen, RöntgenassitentInnen, Schwestern, ja sogar Telefonistinnen auf mich zu, als 
wäre mein Verhalten völlig verantwortungslos.*) Zu Beginn war ich noch komplett überfahren von 
den Reaktionen, später verbrachte ich vor solchen Terminen schlaflose Nächte, weil ich schon wusste, 
was ich zu erwarten hatte, und diverse Argumente durchspielte (die aber dann sowieso niemanden 
interessierten).

*) Sehr zutreffendes Zitat dazu aus einem Kommentar von Moni: Das Ganze ist doch freiwillig, 
aber man wird behandelt als ob man den sofortigen Suizid angekündigt hätte.

Ich musste mir all die Jahre hindurch in strengem, bevormundendem oder bettelndem Ton erklären 
lassen, dass Ultraschall nicht genug sei, dass nur die Mammographie Sicherheit gebe (zu beidem
 später mehr); hinzu kam noch, dass man mich mit erschütternden Schilderungen von elend am 
Krebs verreckenden Frauen unter Druck zu setzen versuchte. (Und kein Mensch darf behaupten, die 
Bilder, die dadurch entstehen, würden keinen Druck erzeugen. Beratung sieht anders aus! Wenn ich 
Beratung will, frage ich nach Details zu der Untersuchung und zu Studienergebnissen und erhoffe 
mir dann fundierte Antworten, die mich aufklären, aber nicht manipulieren sollen - doch nachdem 
meine Entscheidung getroffen war, habe ich nicht um Beratung gebeten - und wurde dennoch mit 
Schauergeschichten bombardiert.)

Und wenn man mir erklärte "Naja, SIE müssen wissen, was sie tun", klang das nicht nach 
Akzeptanz, sondern so schnippisch, als wolle man sagen: "Du wirst schon sehen, wohin das führt." 
Niemand von diesen ÄrztInnen, RöntgenassitentInnen etc. hat je wahrzunehmen und zu begreifen 
versucht, dass ich im Zusammenhang mit meinen Mammographie-Schmerzen nicht von einem 
unangenehmen, aber letztendlich verkraftbaren Ziehen in der Brust für zwei, drei Tage sprach, 
sondern von quälenden, stechenden Schmerzen über einen viel längeren Zeitraum. (Ich werde sie 
euch etwas später zu beschreiben versuchen.) Niemand hat sich die Mühe gemacht zu erkennen, 
dass ich trotz allem eine Möglichkeit zur Früherkennung zu finden versuchte - aber eben keine
Mammographie. Niemand vom medizinischen Personal hat mir je zugehört, wenn ich sagte, dass 
mein Brustgewebe sowieso so dicht sei, dass man nichts sieht. Niemand hat gemeinsam mit mir 
versucht, Alternativen zu finden. Und schon gar nicht wollte irgendjemand dieser Leute das von mir 
hören, was ich in der Zwischenzeit durch sehr intensive Recherchen herausgefunden hatte - nämlich 
dass die Mammographie keineswegs unverzichtbar, keineswegs unersetzbar und auch keineswegs 
die sicherste Methode ist - und dass ich über die diesbezüglichen Studien Bescheid weiß. Sie alle 
mögen privat nette Menschen sein, sie mögen Trauriges bei manchen ihrer Patientinnen erlebt haben 
und es gut meinen, aber gut gemeint ist sehr oft nicht gut getan

Für mich war das alles einfach eine Fortsetzung des Horrors meiner ersten Mammographie.
Und ich kämpfte all die Jahre auch mit Ängsten. Angst vor neuerlicher Bevormundung, neuerlichem 
Unverständnis, Angst davor, dass alle anderen recht haben und ich nicht (und dass ich deshalb als ein 
"Selber-schuld-wenn-sie-am-Krebs-stirbt"-Fall enden muss.)


Zusammenfassung: 
Ich stieß beim medizinischen Personal auf absolutes Unverständnis für meine Entscheidung. 
Ihrer Reaktionen waren fast noch schlimmer als meine Schmerzen nach der Mammographie.
Doch dadurch fing ich zu recherchieren an und erfuhr, dass diese Methode keineswegs
unumstritten, unfehlbar und ohne Alternativen ist.


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Meine zweite Mammographie
... fand am 18.3.2015 statt, also etwa neunzehn Jahre nach der ersten (nachdem ich in den Jahren 
dazwischen ein paar unaufällige Ultraschalluntersuchungen hatte). Warum habe ich mich dazu 
überreden lassen, wo ich mir doch geschworen hatte, diese Tortur nie wieder zu ertragen? 

Weil man mir immer wieder versichert hatte, dass das damals Pech war, vielleicht veraltete Geräte, vielleicht 
ungeeignetes Personal. Weil ich die anschaulich geschilderten Bilder der innerlich verrottenden Frauen nicht aus dem 
Kopf bekam. Weil meine frühere Chefin (deren Mutter jung am Brustkrebs gestorben war) die Diagnose Brustkrebs im 
Frühstadium erhalten hatte und nach einer eher kleinen OP nur Bestrahlungen und Hormone brauchte, keine Chemotherapie.
 Weil ich mir dachte, dass man von einer misslungenen Untersuchung vor knapp zwei Jahrzehnten vielleicht tatsächlich 
nicht auf aktuelle Verhältnise schließen könne. Und weil ich mich natürlich nach wie vor "bearbeitet" fühlte - vom Gyn, 
von rosa Schleifen allerorten, von Zeitungs-, TV- und Internetartikeln, die größtenteils die Mammographie als beste und 
 sicherste Methode zur Früherkennung lobten. (Was da für eine Lobby dahnterstehen muss!)

Kurz: Man hatte mich "weichgeklopft".
Als ich von einem nahegelegenen Institut erfuhr, das über ein neues digitales Mammographiegerät
verfügt, bei dem die Untersuchung quasi schmerzfrei durchgeführt werden könne, entschied ich mich,
dieser Untersuchungsmethode noch einmal eine Chance zu geben. Mir wurde am Telefon und vor Ort
abermals versichert, dass man so sanft wie möglich mit mir umgehen würde.

Und tatsächlich empfand ich die Mammographie im Vergleich zu 1996 zunächst als weit weniger
schmerzhaft. Die Röntgenassistentin war auch sehr nett und vergleichsweise sanft. Allerdings erfuhr
ich nach der Untersuchung: "Ihr Brustgewebe ist wirklich so dicht dass man kaum etwas sehen kann!"
Na sowas! Wer hätte das gedacht (nachdem ich es jahrelang überall und immer wieder betont
habe)!?!

Bei der anschießend durchgeführten Sonographie (die vor allem bei dichtem Brustgewebe gern als
 Ergänzung, aber nicht als alleiniges Untersuchungsmittel verwendet wird) verspürte ich durch den
relativ starken Druck, der im Brustwarzenbereich ausgeübt wurde, ein ziemlich unangenehmes
Gefühl. Offenbar reagierte meine Brust da schon auf das Quetschen bei der Mammographie
„beleidigt“. Im Lauf der folgenden Tage nahm die Berührungsempfindlichkeit stetig zu - und ich
war wochenlang wieder auf demselben Stand wie im Jahr 1996.

Zusammenfassung: 
 Fast zwei Jahrzehnte nach der ersten Mammographie ließ ich mich zu einer zweiten 
überreden. Sie war nicht so schlecht gemacht wie die erste, aber im Endeffekt hatte ich 
ebenfalls mit wochenlangen starken, stechenden Schmerzen zu kämpfen.


Gedanken, Gedanken - kostenlose Bilder von Pixabay


Wie schmerzhaft ist die Mammographie?
a) laut Studien und Gesprächen mit anderen Frauen:
Je nach Internetseite oder Broschüre, die man liest, erfährt man, dass etwa 2 bis 3 % der Frauen
Schmerzen bei der Untersuchung haben oder dass bis zu 90 % der Frauen die Untersuchung als
unangenehm bis schmerzhaft empfinden. Je nach Brustgröße und Gewebedichte ist das Empfinden
individuell verschieden. Die Frauen, mit denen ich über die Mammographie gesprochen habe, haben
 unterschiedlichste Erfahrungen damit gemacht, keine war so heftig wie meine. (Das nur mal zu 
eurer Beruhigung, falls ihr vor eurer ersten Mammographie steht.) Bei den meisten Frauen ist es ein
mäßiger Schmerz, der direkt nach der Untersuchung wieder verschwindet, bei 5 bis 10 % der Frauen
wird der Schmerz als intensiv bezeichnet, bei manchen dieser Frauen dauert das schmerzhafte Gefühl
 noch ein, zwei Tage an.

b) nach meiner Erfahrung:
Meine Schmerzen sind anders.
Man kann sie in etwa so beschreiben, als wären meine Brüste aufgeblasen und von innen mit Nadeln
 oder Nägeln oder spitzen Glasscherben aufgefüllt worden. Bei jeder leichten Berührung stechen 
diese „Nadeln“ zu. Nach der Untersuchung von 2015 hatte ich etwa zwei Wochen lang Probleme,
mir etwas anzuziehen, das ich ertragen konnte. Erst nach drei bis vier Wochen konnte ich wieder auf
dem Bauch bzw. auf der Seite schlafen, das heißt, meine Nächte waren wochenlang deutlich
beeinträchtigt, da ich eine Bauch- und Seitenschläferin bin. Insgesamt dauerte es knapp zwei
Monate, bis alles wieder im grünen Bereich war (ohne irgendeine Therapie).

Warum ich diese Schmerzen habe, weiß ich nicht. Da bei meinen Ultraschalluntersuchungen letztendlich nie etwas 
Bemerkenswertes herauskommt und auch bei den zwei Mammographien nichts Sinnvolles zu erkennen war, konnte mir 
bisher auch kein Arzt erklären, woher die Beschwerden kommen, wodurch sie entstehen. Vielleicht könnte ich ja auf eine 
genauere Abklärung drängen, aber ich habe Angst davor, dass die Untersuchung wieder einmal mehr Schaden anrichtet
als sie mir nützt.

Nach dieser abermaligen Erfahrung habe ich mir endgültig geschworen, dass eine Mammographie
 nur noch im Notfall - also bei unbedingter diagnostischer Notwendigkeit - für mich in Frage kommt,
jedoch garantiert nicht mehr als Routineuntersuchung. Ich habe der Mammographie eine zweite
Chance gegeben, aber sie hat sie nicht genützt und ist somit für mich keine Option mehr. Punkt.

Und weil das Folgende in einem Kommentar angesprochen wurde: Ich bin natürlich bereit, die
Konsequenzen meiner Entscheidungen selbst zu tragen und niemanden sonst dafür verantwortlich
 zu machen. Das kann ich viel besser, als die Folgen jener Entscheidungen zu tragen,
die ein anderer Mensch für mich getroffen hat oder die mir aufs Auge gedrückt wurden.


Zusammenfassung:
Für die meisten Frauen ist die Untersuchung nicht sehr angenehm, aber selbst wenn sie 
als schmerzhaft empfunden wird, ist das Problem üblicherweise nach kurzer Zeit vorbei. 
Bei mir war das leider anders.


It's just me - ich habe das Recht, ich selbst zu sein, mit all meinen Gedanken, allen Fasern meines Seins 
- kostenlose Bilder von Pixabay

TEIL 2:
Warum gilt die Mammograhie als die beste Methode?
Die Mammographie kann Krebs nicht verhindern. Doch ein qualitätsgesichertes Mammographie-
Screening wird derzeit von ÄrztInnen und sonstigem medizinischem Personal als die verlässlichste
Methode zur Früherkennung von Brustkrebs bezeichnet, da mit Hilfe dieses Bruströntgens auch
Mikroverkalkungen, kleine, nicht tastbare Frühstadien von Brustkrebs, so genannte In-Situ-
Karzinome oder DCIS, entdeckt werden können. Aber was hat es mit diesen In-Situ-Vorstufen
auf sich?

"Man nennt ihn Ductales Carnicoma In-Situ oder kurz DCIS; eine Vorstufe des „richtigen“ 
Brustkrebs, der aus den Innenwandzellen der Milchgänge entsteht. Er heißt zwar schon „Karzinom“
 – solange er aber noch in den Milchgängen abgeschottet verharrt, handelt es sich de facto um eine 
gutartige Erkrankung. Denn solange das Karzinom im Milchgang verbleibt, hat es genau die 
Eigenschaft noch nicht, die Brustkrebs sonst so gefährlich macht: Es kann sich noch nicht über den 
Blut- oder Lymphweg im Körper verteilen (metastasieren). Entsprechend ist Brustkrebs in diesem 
Stadium immer heilbar." (Prof. Christiane Kuhl, Radiologin an der Uni-Klinik Bonn)
Mehr darüber HIER.

"Vorstufen" führen also nicht zwangsläufig zu Krebs! Experten streiten darüber, wie oft bei der
Mammographie kleine Knoten gefunden werden, die ohne Früherkennung nie aufgefallen wären,
weil sie extrem langsam wachsen. Wenn solche Knoten gefunden werden, lösen sie eine
folgenschwere Krebsdiagnose aus, von der die Frau ansonsten nie betroffen worden wäre.

Zitat: „Selbst unbehandelt muss Brustkrebs nicht unbedingt eine Gefahr sein: Viele Tumore wachsen 
so langsam, dass sie während der Lebenszeit der Betroffenen kaum Schaden anrichten können.“ Und
Noch können Ärzte nicht unterscheiden, welche Tumore gutartig im Gewebe verbleiben oder sich 
bösartig in ganzen Körper ausbreiten. Um sicher zu gehen, behandeln Ärzte den Krebs meist so, als 
ob er Metastasen streuen würde.“ Mehr darüber HIER.

Dadurch werden die Zahlen der Neuerkrankungen natürlich verfälscht: Durch die Früherkennung
werden viele Tumoren, die eigentlich nie zum Ausbruch einer schweren Krankheit oder gar zum Tod
geführt hätten, in der Statistik zu Brustkrebs. Und deshalb klingt die Zahl der Brustkrebserkrankungen
so erschütternd hoch.

 Ist es also wirklich gut,
richtig und wichtig, dass jede Frau im "Screeningalter" sich regelmäßig durchleuchten lässt?
Und falls die Antwort "ja" lauten sollte: Ist die Mammographie tatsächlich die unumstritten beste
Methode? Bereits vor über zehn Jahren wurde durch Studien bewiesen, dass die MRT eine bessere
Methode als die Mammographie ist (selbst wenn es um die Vorstufenerkennung geht!) - siehe Punkt
Gibt es wirklich keine Alternativen zur Mammographie? Interessanterweise hört und liest
man so gut wie nirgends von diesen Studien, was vielleicht mit den Kosten der MRT zu tun hat. 
Später mehr darüber!

Zusammenfassung:
Die Mammographie gilt als beste Methode zur Früherkennung von Krebs, weil damit
(angeblich) Krebs-Vorstufen am besten erkannt werden können. Aber diese Vorstufen 
führen oft nicht zum Ausbruch einer Krankheit. Und es existieren Studien, die belegen, 
dass es in Wahrheit effektivere Methoden zur Früherkennung gibt!


"Man muss durch vieles einfach durch "... kostenlose Bilder von Pixabay

Wieviele Frauen kann die Mammographie davor retten, an
Brustkrebs zu sterben?
Eine groß angelegte Untersuchung aus dem Jahr 2006 verglich Frauen mit und ohne Mammografie-
Untersuchung über 10 Jahre hinweg. Das Ergebnis war sehr interessant: Von jeweils 1000 Frauen, die
über 50 Jahre alt waren, ergaben sich folgende Unterschiede: Ohne Mammografie-Untersuchungen
starben 5 Frauen an Brustkrebs, mit 10 Untersuchungen in 10 Jahren starben 4 Frauen daran. Die
Mammographie bewahrt also laut dieser Studie gerade mal eine Frau von 1000 vor dem Tod. Denn
trotz Früherkennung ist mancher Krebs unheilbar. Ein Teil der Tumore ist leider äußerst aggressiv.


"Selbst wenn sie beim Screening in einem scheinbar frühen Stadium entdeckt werden, haben sie schon 
Metastasen gebildet. Das Screening bewirkt dann nur eines: Die betroffenen Frauen wissen länger 
um ihren Krebs. Ihr Leben verlängert sich dagegen um keinen Tag." (Thomas Liesen / WDR)

Die Hamburger Gesundheitswissenschaftlerin, Professorin Ingrid Mühlhausen, befasst sich seit
Jahren mit dem Thema Mammografie – ihr Kommentar dazu: „Bezogen auf die 1.000 Frauen senkt 
die Mammografie die Sterblichkeit um nur 0,1 Prozent. Das bedeutet: Von 1.000 Frauen haben 996 
keinen Nutzen von der Mammografie, weil sie in den nächsten zehn Jahren auch ohne Untersuchung 
nicht an Brustkrebs sterben.“  


Natürlich möchte ich nicht "die eine von Tausend" sein, die es zusätzlich erwischt. Und vor allem, bevor ich all die 
Dinge über die Mammographie und ihre Grenzen herausgefunden hatte, hätte ich bei weniger heftigen und langwierigen 
Schmerzen lieber die Untersuchung über mich ergehen lassen, als die ständigen Bevormundungsversuche, Angstmachereien 
und Diskussionen. Aber in meinem Fall lautet die Entscheidung: Ich möchte auch nicht zu den 996 gehören und mich ohne 
Nutzen alle zwei Jahre dieser Quälerei aussetzen. 

Mal abgesehen davon, dass es ja auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Fehldiagnosen 
bei der Mammographie gibt:

„Die Rate der falsch positiven Brustkrebsdiagnosen liegt laut allen bekannten Studien beim 
Mammographiescreening bei 10%. Es darf leider unterstellt werden, dass der falsch negative 
Befundanteil ebenso bei 10 % liegt. Im einen Fall schafft das Screening bei jeder 10. Frau zu 
Unrecht Ängste über eine nur vermeintliche Krebserkrankung, im anderen Fall wird jede 
10. Frau mit Krebs zu Unrecht beruhigt und nachhause geschickt.“
(Dr. med. Karl-Heinz Bayer)

Zusammenfassung:
Die Mammographie kann von 1000 Frauen einer einzigen das Leben retten!


... "auch wenn man von vornherein absehen kann, was dabei herauskommt,"... kostenlose Bilder von Pixabay

Wie verbreitet ist Brustkrebs wirklich? 
Über "Tricks" mit der Statistik:
Liest man Pro-Mammographie-Artikel oder hört man Frauenärzten zu, könnte man meinen
Brustkrebs wäre eine sich ausbreitende Seuche - und die Chance, nicht daran zu erkranken, fast so
selten wie ein größerer Lottogewinn. "Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei 
Frauen" heißt es da, und "Jede zehnte" oder an anderer Stelle "eine von acht Frauen erkrankt im 
Laufe ihres Lebens daran." Und "Brustkrebs ist bei Frauen die fünfthäufigste Todesursache."

Für mich klingt das alles nach schlimmer Panikmache.
"Die fünfthäufigste Todesursache" besagt bei genauer Betrachtung, dass Frauen an vier anderen
Dingen eher sterben als am Brustkrebs - allen voran an Herz-Kreislauf-Erkankungen. Dennoch
gibt es kein EKG-Screening. Anders und viel weniger plakativ ausgedrückt, handelt es sich bei 
Brustkrebs um eine "relativ seltene Krankheit" (Dr.med. Karl-Heinz Bayer): "Es betrifft 0,4 % 
der Frauen zwischen 50 und 70 Jahren." Es kommt also immer darauf an, wie man eine Sache 
formuliert.

Und wie bereits unter dem Punkt Warum  gilt die Mammograhie als die beste Methode? 
 erläutert, fließen in die Neuerkrankungs-Zahlen auch die entdeckten In-Situ-Kazinome ein, die
 nicht unbedingt Probleme gemacht hätten.

Die Statistik vonwegen "zehn Prozent der Frauen" ist jedenfalls getrickst: Tatsächlich trifft die Zahl
statistisch nämlich nur auf gerade geborene Mädchen zu, die noch 80 Jahre leben und an keiner
anderen Krankheit sterben werden. Von ihnen wird aus heutiger Sicht (siehe WDR-Beitrag
Mammographie-Screening: Chance oder Risiko) tatsächlich jede Zehnte irgendwann betroffen
sein. Zumindest von einem gutartigen Tumor...

Warum erzeugt man also solch eine Panik?
Ich möchte dem Gros der Mediziner nichts Unlauteres unterstellen. Vermutlich wollen die meisten
tatsächlich durch Früherkennung die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs senken. Das ist ein hehres Ziel
- aber mit der Mammographie dennoch nicht wirklich zu erreichen (siehe oben). Brustkrebs
verhindern kann man mit dem Screening sowieso nicht - man kann nur eventuelle Mini-Tumore
früher erkennen als mit einer Tastuntersuchung, dadurch früher mit der Therapie beginnen und somit
die Heilungsschancen um ein kleines Stück anheben. (Ihr erinnert euch: Für eine Frau von Tausend
macht es einen Unterschied!)

Vielleicht hat die Panikmache aber auch damit zu tun, dass die teuren Mammographie-Geräte nun
mal angeschafft worden sind und jetzt will man sie natürlich auch benützen? Weil die Benützung
unangenehm ist, muss man die Frauen ja irgendwie dazu bringen. Wäre doch sonst nicht rentabel.
Und auch nicht nachhaltig.

Oder die immer gleichen, oft nur halb-wahren Meldungen haben damit zu tun, dass einer vom
anderen abschreibt, ohne selbst zu recherchieren. Ich selbst hätte ohne die Schmerzen, die mir die
Mammographie verursacht, wohl auch nicht weiter nachgegraben...

 Zusammenfassung:
Statistiken im Zusammenhang mit der Mammographie werden häufig falsch interpretiert
oder manipulativ wiedergegeben. Es handelt sich bei Brustkrebs um eine relativ seltene 
Krankheit und um eine weitaus seltenere Todesursache als Herz-Kreislauf-Erkankungen.


..."trotzdem muss man durch. Nur nichts stocken lassen, keine unbearbeiteten Reste"... - kostenlose Bilder von Pixabay

Gibt es wirklich keine Alternativen zur Mammographie?
a) Magnetresonanztomographie (MRT):
Wenn man einfach nur googelt, ob die MRT eine gute Alternative zur Mammographie ist, kommt
man vor allem auf solche Hinweise: "MRT keine gute Alternative zum Mammographie-Screening"
 und "Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerten die MRT zur Brustkrebsfrüherkennung
 mit 'tendenziell negativ' “. (Quelle: KLICK

Wenn man sich besagten Artikel jedoch genau durchliest, erfährt man, dass diese negativen 
Tendenzen vor allem folgenden Grund haben: "Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des 
IGeL-Monitors suchten in der Forschungsliteratur vergeblich nach Studien zu der Frage, ob eine 
MRT bei beschwerdefreien Frauen ohne besonders hohes Brustkrebsrisiko Todesfälle durch 
Brustkrebs verhindern kann. Es sollte dabei um Frauen ab 40 Jahren gehen, die die MRT als 
Ergänzung oder als Alternative zu einem Mammographie-Screening bekamen. Ohne solche Studien 
kann man nicht von einem Nutzen ausgehen."

IGeL bedeutet Individuelle Gesundheitsleistung - und beim besagten IGeL-Monitor sollte
entschieden werden, ob die MRT eine sinnvolle Ergänzung oder gar Alternative zur Mammographie
sein könnte. Aber ich glaube nicht, dass es erwünscht war, dass die MRT als brauchbare Alternative
betrachtet wird. Man redet sich also darauf aus, dass man keine Studie für Nicht-Risiko-Patientinnen
gefunden hat - und bewertet die MRT grundlos als schlecht geeignet. Doch es gibt Studien, die die
Effektivität der MRT belegen!

Eine davon ist eine Studie der Universität Bonn für Risikopatientinnen. Ich gebe euch den
Text kurz in eigenen Worten wieder - wenn ihr mehr darüber lesen wollt, klickt HIER: Zwischen 
2002 und Mitte 2007 nahmen 687 Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko an einer Studie teil. Sie 
wurden jährlich mittels MRT, Mammographie und Ultraschall untersucht. Bei 27 von ihnen fanden 
die Mediziner in diesem Zeitraum Brustkrebs oder Vorstufen davon. 25 der 27 gefundenen Tumoren 
waren in der MRT sichtbar – das ist ein Anteil von 93 Prozent! Der Ultraschall kam nur auf 37 
Prozent, die Mammographie gar lediglich auf 33 Prozent. Die MRT hatte also die bei weitem
höchste Trefferquote! 

Und es gibt noch eine Studie, bei der ich mich frage, wie (un)genau die Damen und Herren
Wissenschaftler des IGeL-Monitors im Jahr 2018 gesucht haben! Vielleicht haben sie einfach
ihre Auswahlkriterien zu sehr begrenzt? Das ist natürlich hilfreich, wenn man keine Antwort
finden will.

Immerhin geht es hier um Forschungsergebnisse, die die Erfahrungen mit 6000 (!) Frauen
betrifft - und zwar im Zusammenhang mit dem Einsatz der MRT zur Diagnostik von in-situ-
Karzinomen (also von jenen Krebsvorstufen, die angeblich durch die Mammograhie am besten
erkannt werden). Diese Ergebnisse stellte die Bonner Radiologin Prof. Christiane Kuhl bereits
im Jahr 2007 auf einem Kongress der amerikanischen Klinischen Onkologen in Chicago vor: 

 "Im Rahmen einer großen Studie wurden in Bonn bei über 6.000 Frauen sowohl eine Mammographie 
als auch eine MRT der Brust vorgenommen. Bei 169 Frauen konnte ein DCIS diagnostiziert werden.
 Das überraschende Ergebnis: Die MRT war der Mammographie nicht nur ebenbürtig, sondern 
verbesserte die Diagnostik der DCIS ganz erheblich. Fast die Hälfte aller im Studienzeitraum 
diagnostizierten 169 Brustkrebs-Vorstufen wurden nur mithilfe der MRT erkannt. Konkret: Von 169 
DCIS wurde 47 Prozent sowohl im Röntgenbild als auch mit der MRT erkannt. Bei 7 Prozent der 
Frauen wurde das DCIS nur durch die Mammographie entdeckt. Dagegen war in 43 Prozent der 
Frauen die Diagnose nur mit der MRT zu stellen. Der Grund hierfür war, dass diese DCIS keine 
Mikroverkalkungen aufwiesen und daher der Mammographie entgingen. Zudem zeigte sich, dass die
 MRT der Brust vor allem beim Aufspüren der high-grade DCIS der traditionellen Mammographie
 weit überlegen war: Über die Hälfte der high grade -DCIS waren nur mit der MRT zu sehen. Die 
 insgesamt lediglich 12 nur in der Mammographie sichtbaren DCIS entsprachen dagegen in 10 
von 12 Fällen der relativ gutartigen („low grade“) Variante."
 Mehr darüber HIER.

Bei beiden Bonner Studien wurde also deutlich, dass die MRT der Mammographie diagnostisch
überlegen ist und sie ersetzen könnte, doch sie ist teuer (eine MRT-Aufnahme kostet in der Regel
zwischen 230 und 600 Euro - KLICK) und wird daher nicht gern von den Kassen bezahlt, selbst
wenn es, wie bei mir, Probleme mit der Mammographie gibt.  

Einziges für mich erkennbares Manko der 
MRT ist der als notwendig erachtete Einsatz eines Kontrastmittels: "Die momentan verfügbaren 
Präparate können zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel auslösen. Gelegentlich kann
 es zu Überempfindlichkeitsreaktionen und gelegentlich bis sehr selten zu heftigen Immunreaktionen 
oder Nierenschäden kommen." (Mehr HIER.)


..."Nicht was man getan hat,"... kostenlose Bilder von Pixabay  
  
b) Mammasonographie - Brustultraschall:
Wie bereits oben erwähnt, wurde ich im Laufe meiner Brustuntersuchungs-Lebensphase
von Medizinischem Personal mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Sonographie zwar eine
sinnvolle Ergänzung zur Mammographie ist, aber niemals als alleinige Untersuchungsmethode
ausreicht.

Dem widerspricht schon mal die oben genauer beschriebene Studie der Universität Bonn für
Risikopatientinnen. Ihr erinnert euch: Die MRT war zwar mit 97 % Trefferquote die erfolgreichste
Methode, aber der Ultraschall kam immerhin auf 37%, während die Mammographie nur auf 33 %
kam. Vor allem bei bei jüngeren Frauen bzw. Frauen mit dichtem / drüsenreichem Brustgewebe
ist die Sonographie der Mammographie überlegen. Da mein Brustgewebe nach wie vor sehr dicht
ist, ist eine Ultraschalluntersuchung die sinnvollere Methode.

"Die diagnostische Differenzierung durch die Sonographie geht heute über die Unterscheidung
von zystischen von soliden Befunden hinaus, indem sie die soliden Läsionen in gutartige, 
wahrscheinlich gutartige, suspekte und hochsuspekte unterscheidet." - KLICK


c) Weitere Alternativen:
Die einfachste Alternative ist die Tastuntersuchung, die aber natürlich keine ganz kleinen
Knoten ertasten kann und wegen Zysten etc. auch sehr fehleranfällig ist.

Doch es gibt weitere Diagnostikgeräte, die entweder bereits längere Zeit Verwendung finden
oder noch in Erprobung sind. Da ich darüber nur wenige Informationen finden konnte, stelle ich
hier einen Link mit Informationen ein, die u.a. schmerzlose Verfahren wie die Infrarot-
Thermographie oder die Ultraschall-Computer-Tomographie vorstellen. Zusätzliche Infos
beispielsweise HIER.

 Zusammenfassung:
Mehrere groß angelegte Studien belegen, dass die MRT eine höhere Trefferquote hat als
die Mammographie. Auch andere Alternativen sind besser als ihr Ruf. Für mein dichtes
Brustgewebe ist die Sonograpie die bessere Wahl.



Screening nur für Frauen unter 70 - warum?
In einigen Kommentaren klang an, dass Frauen ab 69 für die Gesundheitsvorsorge
offenbar nichts mehr wert sind, weil sie nicht mehr vom Mammographie-Screening erfasst werden.
Auch Frauen unter 50 (in Deutschland) oder unter 45 (in Österreich) werden nicht automatisch
zur Mammographie eingeladen.

Mit "Wert" hat das alles aber nichts zu tun. Frauen, die jünger als 45 oder 50 sind, haben
oftmals ein für die Mammographie ungeeignetes, weil dichtes Brustgewebe; außerdem steigt die
Brustkrebshäufigkeit erst ab 50 an. Ab ca. 65 beginnt die Häufigkeit statistisch betrachtet
wieder zu sinken; außerdem sterben Frauen, deren Brustkrebs erst mit über 70 diagnostiziert wird,
in den seltensten Fällen an diesem Krebs. (Je älter man ist, desto langsamer ist das Zellwachstum.
Bei Krebszellen ist das ein Vorteil.) Sollte Abklärungsbedarf (bei Beschwerden, austretender
Flüssigkeit, Schmerzen, ertasteten Knoten etc.) bestehen, bezahlt die Kasse die Mammographie
aber natürlich auch vor 50 und nach 70!

 Zusammenfassung:
 Die Altersbegrenzung beim Screening-Alter ergibt sich durch die Höhe der 
Neuerkrankungs-Statistik in den jeweiligen Altersgruppen. Auch außerhalb dieser 
Altersgruppen können Frauen bei Bedarf die Mammographie-Untersuchung 
auf ärztliche Verschreibung erhalten.


..."das was man nicht getan hat, verursacht Geschwüre." (aus "Bindungen" von Barbara Frischmuth)  -
kostenlose Bilder von Pixabay


Ist eine Frau "selber schuld" wenn sie an Brustkrebs stirbt?
Gerade von medizinischem Personal, aber zuweilen auch vom privaten oder beruflichen Umfeld
 wird Frauen gerne suggeriert, dass sie "selbst schuld" sind, wenn sie die Mammographie verweigern
 oder diese Untersuchungen vernachlässigen und dann womöglich an Brustkrebs sterben.

An den oben ausführlich beschriebenen Fakten
lässt sich schon erkennen, dass es gute Gründe gibt oder geben kann, die Mammographie
abzulehnen. Es lässt sich außerdem erkennen, dass manche Brustkrebsarten so bösartig
sind, dass sie selbst trotz regelmäßiger Untersuchungen unheilbar sind. Ich wiederhole mich
hier bewußt: Von 1000 Frauen starb in der Mammographie-losen Kontrollgruppe nur eine
 einzige Frau mehr an Brustkrebs als in der Mammographie-Gruppe! Und auch dieser einen
Frau sollte kein Schuldgefühl eingeimpft werden - das wäre unzulässiger Wahnsinn!

Es ist niemals gesichert, dass dieser spezielle Tumor bei einer Untersuchung rechtzeitig erkannt
 und entfernt worden wäre! Krebs ist keine "Schuldfrage", Krebs kann jeden treffen, und manche
Krebsarten sind potentiell unheilbar. Ich kenne zwei Frauen, bei denen der Krebs nur per Zufall
entdeckt wurde; bei anderen Frauen wird er per Zufall nicht entdeckt. Manche Menschen leben
vorbildlich gesund und kriegen trotzdem Krebs, andere rauchen, trinken und essen zu viel und
werden uralt. Manche sind lebensfroh und optimistisch und sterben dennoch früh, andere sind
ständig schlecht drauf, tun weder der Welt noch sich selbst einen Gefallen und leben trotzdem
 lange. Es mag Tendenzen geben, aber keine Gesetz, das besagt, wenn du so und so lebst oder
 das und das machst, wirst du alt oder stirbst du jung.

Frausein ist keine Krankheit. Lassen wir uns doch nicht reduzieren auf verschiedene
mögliche Leiden und Todesarten! Keine Frau (und auch kein Mann) muss sich Schuldgefühle
einpflanzen lassen, wenn sie (oder er) nicht von einer Vorsorgeuntersuchung zur nächsten
rennt. Konzentriert euch auf das Schöne und Lebendige im Leben!

  Zusammenfassung:
 Auch wenn eine Frau die Mammographie verweigert hat, trifft sie keine "Schuld"
an einem eventuellen Krebstod. Bezogen auf 1.000 Frauen in einer Studie von 2006
 senkt die Mammografie die Sterblichkeit um nur 0,1 Prozent. Wenn jemand an Krebs
stirbt, ist der Krebs am Krebstod schuld.


Frausein ist keine Krankheit - kostenlose Bilder von Pixabay


Gut, ihr Lieben! Das war schon ein ziemlicher Brocken an Informationen - aber noch laaaange
nicht alles, was man über unsere Gesellschaft und ihren Umgang mit Gesundheit und Krankheit
sagen könnte.
 
Ich hoffe auf jeden Fall, ich habe hier einiges Erhellendes zum Thema bieten können. Viele von
euch werden vermutlich die empfohlenen Mammografie-Untersuchungen (weiterhin) regelmäßig in
Anspruch nehmen - dagegen ist natürlich auch nichts einzuwenden. Aber falls ihr sie aus irgendwelchen
Gründen hinterfragt oder ablehnt, habt ihr nun ein bisserl zusätzliches Hintergrundwissen in der
Hand, das euch vielleicht weiterhilft.

Ich freue mich über eure Kommentare
(auch über kritische - nur BITTE fragt mich nichts, das ich oben schon ausführlich behandelt habe,
und BITTE kommt mir nicht mit dem moralischen Zeigefinger - das beweist mir dann nämlich, dass
ihr euch mit meinem Text nicht beschäftigt habt 😉). Ich habe an dem heutigen Beitrag an mehreren
Tagen jeweils einige Stunden lang gearbeitet, trotzdem wird vermutlich einiges unklar oder offen
geblieben sein. Falls euch diesbezüglich etwas Wichtiges auffällt bzw. ihr sonstige Fragen habt,
könnt ihr mir dies ebenfalls bei den Kommentaren unter dem Beitrag schreiben oder mir eine E-Mail
zukommen lassen (Mailadresse ist im Profil hinterlegt). Ich werde versuchen, eure Anfragen nach
bestem Wissen zu beantworten, es kann jedoch unter Umständen ein Weilchen dauern. (Falls
es zu lange dauert, bitte Bescheid geben, dann schaue ich im Spam-Ordner nach...)



Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude


PS:
Ein paar Berichte zum Weiterlesen: