Servus ihr Lieben,
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... vielen Dank für all eure Kommentare zu meinem Juni-Rückblick! Wie ich dort erwähnt habe, bin ich euch noch die Fotos und Schilderungen eines wundervollen Ausflugs von Ende Juni schuldig geblieben. Das hole ich heute nach!
Könnt ihr euch noch erinnern? Im April erzählte ich euch, dass wir ursprünglich für Ende März geplant hatten, mit unseren Freunden Brigitte und Peter auf die Raxalpe zu fahren, aber dass uns die Corona-Regeln einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Edi und ich hatten stattdessen eine himmelblaue Wanderung im Naturschutzgebiet Thenauriegel unternommen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Ende Juni - also nur ein Vierteljahr später - ging es endlich gemeinsam ...
... mit der Seilbahn hinauf auf die Rax:
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Dabei wurden Kindheitserinnerungen wach, denn mit meinen Eltern war ich sehr oft auf der Rax. Zusammen mit dem Schneeberg stellt die Raxalpe "das Hochgebirge für die Wiener" dar, und da meine Eltern "Bergfexe" waren, waren wir auf diesen beiden Bergen mindestens einmal pro Jahr, zumeist aber häufiger. Auf die Rax fuhren wir fast immer mit der Seilbahn, und ich fand diese Fahrt, bei der man den Höhenunterschied in den Ohren spürte (und bei jeder Liftstütze auch im Magen), immer sehr spannend.
Diese Fahrt mit der ersten Seilschwebebahn Österreichs dauert acht Minuten, dann landet man auf dem 1.546 m hoch gelegene Hochplateau der Raxalpe. Anschließend wanderten meine Eltern und ich auf dem Plateau herum, besuchten eine der Hütten, wo es fast immer liebe, große Hunde gab (ich erinnere mich an einen Bernhardiner namens Prinz und einen zutraulichen Chow Chow, die uns beide stets ein Stück begleiteten) und gingen dann zu Fuß den Berg hinab.
Ein bisschen "kindisch" durfte ich auch bei unserem diesmaligen Auflug sein 😄 - bei der Bergstation der Seilbahn gibt es nämlich so ein "Rutschedings", das von meiner Tochter einst SUPER-BUMM genannt wurde, und damit machte ich (ungeachtet der Tatsache, dass ich dafür zu groß und zu schwer bin) eine rasante Fahrt 😀😉:
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Wie schön es auf der Rax blüht, hatte ich gar nicht in Erinnerung. Ich
denke, als Kind nimmt man eine schöne Landschaft nicht so bewußt wahr
oder hält sie für selbstverständlich. Diesmal war ich einfach nur überwältigt von der Blütenfülle und auch den vielen Schmetterlingen, die wir unterwegs sahen.
... heißt es in einem alten Lied. Latsche steht in diesem Fall für Latschenkiefer oder Legföhre, Bergkiefer (im Plural Latschen: ein Zwergwuchs-Wald). Um durch Latschenwälder zu wandern muss man nicht unbedingt ins schöne Land Tirol fahren (wie es im Lied heißt), man findet diese an steinige Böden, Wind und Wetter angepassten Minibäume auch in anderen Gebirgsregionen. Desto höher man kommt, desto niedriger werden die Bäume. Und ab einer bestimmten Grenze gibt es dann gar keine mehr.
Meine Freundin Brigitte ergänzte dann noch:
... denn da die Latschenkiefern keine Möglichkeit haben, ihre Wurzeln tief in den Boden zu graben, breiten sie sie auf sämtlichen Wegen aus. Das gibt interessante Bilder, praktische Treppen - und manchmal auch Stolperfallen. (Zum Glück ist von uns aber niemand "gepurzelt".) Die Steinhaufen, die ihr in der folgenden Collage ebenfalls seht, wurden vermutlich aufgeschüttet, um die Wege mit dem Gestein auszubessern.
Unser erstes Ziel war das Felsentor am Törlweg:
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| Oben Felsentor am Törlweg mit Blick aufs Ottohaus: mein T in die neue Woche für Nova! |
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| Fotos von Brigitte; die Blüten sind: Bach-Nelkenwurz, Mücken-Händelwurz |
Vom Felsentor ging es weiter zum Ottohaus (genauer gesagt Erzherzog-Otto-Schutzhaus). Eine ältere und eine neue Tafel informieren über das Errichtungsjahr des Gebäudes und die Seehöhe, allerdings stimmen die Angaben nicht überein. Auf der älteren Tafel steht: Erbaut im Jahre 1892, Seehöhe 1715 Meter. Ich nehme an, die Angaben auf der neuen Tafel sind genauer: Errichtet 1893, erweitert 1909, 1644 m ü.d.A.
Hier haben wir in meiner Kindheit öfter mal eine Pause gemacht, und auch Brigitte, Peter, Edi und ich gönnten uns hier ein erfrischendes Getränk. Wie gerne würde ich meinen Eltern die Fotos vom Ottohaus zeigen können. Sie wären begeistert gewesen von dem Postkartenhimmel, der sich uns dort bot!
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| Seht ihr links oben neben dem Schutzhaus den Paragleiter? |
Im September vorigen Jahres ergab es sich durch einen glücklichen Zufall, dass wir die Gleitschirmfliegerin Agnes auf der Hohen Wand fotografisch begleiten durften. Auch auf der Rax waren an diesem Tag mehrere Paragleiter unterwegs - und auch ein Segelflugzeug schwebte über uns durch blitzeblauen Himmel ... und durch einige allmählich aufziehende Wolken...
Während unserer Hüttenpause landete auf Brigittes Wanderstock dieser prächtige Bockkäfer (vermutlich ein Einfarbiger Langhornbock - Monochamus sutor).
Gut ausgeruht ging's dann weiter - unser nächstes Ziel war das so genannte Preinerwand-Kreuz. Um dort hin zu kommen geht es über Stock und Stein, teilweise bergauf, teilweise relativ eben. Und auch in dieser Höhe findet man noch hübsche Blüten (z.B. vom Enzian) und Blütenpolster vor. Leider zogen nun auch dunklere Wolken auf....
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| An manchen Berghängen konnten wir noch Schnee sehen... |
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| Geschafft: Das Preinerwand-Kreuz auf 1783 m Seehöhe! |
Zur Zeit gelten bei uns ja überall wegen Covid die "3-G-Regeln" - genesen, geimpft, getestet - aber laut Brigitte heißt "3 G" in Wirklichkeit: Großes Gipfel Glück 😀!
Doch das Gipfelkreuz war noch nicht der Endpunkt unserer Wanderung. Wir wollten noch weiter zur Neuen Seehütte. Dazu muss man schroffe Felspfade entlang wandern und teilweise auch bergauf und bergab kraxeln. Aber das alles ist natürlich harmlos gegen den "Weg", den die Kletterer nahmen, die wir unterwegs sahen:
Auch in diesen Höhen begegneten uns immer wieder Schmetterlinge - wie hier z.B. ein Kleiner Fuchs - und einer Wanderin, die uns entgegenkam, zupfte ich diesen grünen Käfer aus dem Haar: einen Goldstaub Laubkäfer (auch Mehliger Laubkäfer, Hoplia argentea) aus der Familie der Blatthornkäfer.
Wir hatten Glück, dass unser Ausflug stattfand, als die Seehütte noch bewirtschaftet war. Lt. Info-Seite findet ein Pächterwechsel statt. Nur einen Tag nach unserem Besuch ging der bisherige Pächter in Pension - und alles Inventar wurde per Hubschrauber abgeholt! (Denn Autos können diese Hütte nicht erreichen, auch wenn an einer der Wände dort ein Bus-Haltestellen-Schild hängt 😉.) Doch wir bekamen noch typisches Hüttenessen wie Linsen mit Semmelknödel, Grammelknödeln oder meine heißgeliebte Erbswurstsuppe (ebenfalls eine Kindheitserinnerung 😊) und dazu einen kühlen Radler.
Nach dieser Stärkung traten wir wieder den Weg in Richtung Seilbahn-Bergstation an. Unterwegs begegneten uns mehrere Schilder, teilweise sogar regelrechte Schilder-Wälder. Schade, dass Artis "Schilderwald-Linkup" gerade Sommerpause macht, aber vielleicht schaffe ich es ja, diesen Blogbeitrag im September bei ihr zu verlinken.
In der nächsten Collage habe ich eine ganze Schilder-Sammlung angelegt. Das künstlerische Schild "Das Ich wird Ich erst am Du" ist eine Erinnerung an den Arzt, Philosophen, Psychotherapeuten, KZ-Überlebenden, ... Univ.Prof. DDr. Viktor Emil Frankl, der die Rax geliebt hat und hier gerne wanderte. Sehr sinnvoll finde ich vor allem die beiden Schilder "Haltet die Berge sauber" und "End of Flip-Flop-Zone", das darauf hinweist, dass in den Bergen festes Schuhwerk unabdingbar ist. In den Bergen lauern aber noch weitere Gefahren, denn auch das Wetter kann hier plötzlich umschlagen. Das bezeugen zwei weitere Schilder, die ich für euch fotografiert habe: Sie erinnern an zwei Menschen, die auf der Rax ums Leben kamen:
1) Zum Gedenken an Elmo Ritter von Bischoff * 02.02.1867 + 13.02.1898 der unweit dieser Stelle vom 12./13. Februar 1898 in einem Schneesturm erfroren ist.
2) Hier verschied August Schröckhenfuß Kaufmann aus Wien am 3. September 1856 im tobenden Schneesturme 33 Jahre alt.
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| Schilderwald und Ich seh rot |
In einen Schneesturm kamen wir zum Glück nicht. (Ich habe in meiner Jugend einmal einen Schneesturm auf dem Schneeberg erlebt, das war kein Vergnügen. An diesem Tag kam auch ein Mann ums Leben, der allerdings nicht zu unserer Gruppe gehört hatte. Er hatte im dichten Schneetreiben die ganz nahe gelegene Hütte nicht gefunden und erfror wenige hundert Meter davon entfernt. In solchen Situationen sieht man wirklich die eigene Hand nicht vor den Augen.)
Aber als wir auf freier Strecke unterwegs waren, entluden sich die immer dunkler gewordenen Wolken direkt über uns. Gegen die Nässe hatten wir Regenpelerinen mit und es gab ein kleines Shooting beim Anziehen unserer "schicken Outfits" ...
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| Fotos von Brigitte |
... doch als es dann zu blitzen und donnern anfing, war das schon ein bisschen mulmig (und keiner von uns hatte mehr Interesse daran, etwas zu fotografieren 😉). Gewitterwarnungen hatte es im Vorfeld übrigens keine gegeben...
Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1 zu 3 Millionen, aber mit etwas Pech passiert es eben doch. Und so sahen wir zu, dass wir so schnell wir möglich ins nächste Waldstück kamen, weil das die Sicherheit erhöht. Zusammenkauern hätten wir uns auch können, aber ehrlich gesagt, wenn es schüttet, gehe ich lieber zügig weiter, als zu kauern 😉 Hier eine kleine Anleitung zu richtigem Verhalten bei Gewitter in den Bergen.
Die folgenden Aufnahmen entstanden dann schon nach dem Donnerwetter - denn so abrupt, wie es gekommen war, hörte es auch wieder auf.
Kurz darauf erreichten wir schon die Bergstation der Seilbahn, wir gönnten uns dort noch ein Getränk, und dann ging es auch schon wieder zurück ins Tal. Insgesamt waren wir innerhalb von 3 Stunden 59 Minuten 21966 Schritte oder 16,47 km gegangen, und haben lt. Gittys App (die aber keine Höhenmeter berücksichtigt) 1052,4 Kalorien verbraucht. Zum heutigen Abschluss bekommt ihr hier noch eine kleine Foto-Zusammenfassung dieses (trotz Gewitters) wunderschönen Wandertages mit Bildern, die meine Freundin aufgenommen hat:
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| Fotos von Brigitte |
Ich hoffe, ihr seid gerne mit uns mitgewandert, trocken geblieben und habt die traumhafte Landschaft mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt so genossen wie wir. (Apropos Tierwelt: Edi und Peter sahen, während Brigitte und ich Blüten fotografierten, eine Kreuzotter, die aber ganz schnell das Weite suchte, weshalb es leider kein Foto von ihr gibt.)
Was die "eigenen Tiere" betrifft: Mit unserem Kater Maxwell mussten wir diese Woche zum Tierarzt, darüber erzähle ich euch demnächst mehr. Macht euch aber bitte keine Sorgen, es geht ihm schon wieder besser!
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick























