Ein ♥ herzliches ♥ WELCOME! ♥ an euch alle zur nächsten Etappe
meines USA-Reiseberichtes! :o))
Wir befinden uns nach wie vor im Bundesstaat
Utah,
der außer dem Zion-Nationalpark noch
eine Vielzahl weiterer überwältigender Naturschönheiten in seinem "Programm" hat.
Leider liegen
Monument Valley, der Arches-Nationalpark oder z.B. das Dinosaur National Monument zu weit
von unserer Route entfernt, um sie besuchen zu können.
(Ein guter Grund für uns, eines Tages wieder in diese Weltgegend zu kommen, denn die bizarren Naturszenerien,
die dem Auge dort geboten werden, sind garantiert eine Reise wert! Und außerdem kann man dort ja - zum Beispiel bei
Salt Lake City - auch Ski fahren, das ist also ein Gebiet ganz nach "rostrosigem" Geschmack ;o))
Doch eine Sehenswürdigkeit liegt genau auf unserer Strecke :o) - also nichts wie hin in den
Bryce Canyon Nationalpark!
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| Blick in das "Amphitheater" im Bryce Canyon Nationalpark |
Wie ihr an unseren Aufnahmen vielleicht erkennen könnt, hat sich die Schöpfung /
die Natur / Gott (nennt "es", wie es eurer Lebenssicht am ehesten entspricht)
hier etwas ganz Außergewöhnliches einfallen lassen. Der erste Gedanke, wenn man
von einem der Aussichtspunkte abwärts blickt, ist tiefschürfend und philosophisch:
WOW, denkt man, und dann vielleicht noch
WOW, WOW, WOW!!!!
Wie der Zion Nationalpark und der Grand Canyon, gehört auch der Bryce Canyon zu einer The Grand Staircase genannten
Formation. Wikipedia meint dazu: "Vom Grand Canyon bis zum Bryce Canyon kann man nahezu 200 Millionen Jahre Erdgeschichte
studieren" und weiter: "Das Gestein im Bryce-Canyon-Nationalpark ist etwa 100 Millionen Jahre jünger als im Zion-Nationalpark
und dieser zeigt Felsen, welche nochmals 100 Millionen Jahre jünger als im Grand Canyon sind."
Bryce ist übrigens um einiges höher gelegen als der Zion National Park oder der Grand Canyon, (rund 2.400 bis 2.800 m über
dem Meeresspiegel); der Bryce Canyon National Park hat daher ein Klima und eine Ökologie aufzuweisen, die sich maßgeblich
von jener der beiden anderen Naturparks unterscheidet. Und dieses Klima ist auch für die außergewöhnlich geformten
Felsen verantwortlich: Eis, Schnee und Sonnenwärme haben diese Formen im Lauf von Jahrtausenden oder Jahrmillionen
in die Landschaft "geschnitzt": Schmelzwasser tropft in die Risse der Kalkstein-Felsen, gefriert und dehnt sich dabei aus,
was den Felsen im Lauf der Zeit "auseinander sprengt"... Laut Wikipedia gibt es auch heute noch pro Jahr "bis zu 200 Frost-
und Tauwetterperioden, welche noch immer den Park erodieren." Dieser Prozess führt zur allmählichen Verwandlung ...
und schließlich (leider) auch wieder zur Zerstörung der entstandenen Formen...
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| Unten in der Mitte seht ihr "Thors Hammer", einen der berühmtesten Hoodos im Bryce Canyon. |
Die Formen die durch die Erosion entstehen und die wie Kunstwerke aussehen (wie Statuen oder
wie asiatische Tempel, wie Masken, wie Fenster, wie Amphoren, wie Bäume, wie riesige Nadeln...)
werden Hoodos (oder "Unglücksboten") genannt. Einige dieser Hoodoos sind bis zu 200 Meter
hoch. Unglück bringen sie vermutlich vor allem dann, wenn sie herabstürzen. Wer möchte
schon gerne Thors Hammer auf den Kopf bekommen? Sie zu betrachten hingegen macht uns
glücklich und ehrfürchtig.
Wir sind aber nicht nur hier, um zu schauen und zu staunen, hier haben wir endlich Zeit,
etwas ausgiebiger als bisher zu wandern.
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| Hier seht ihr noch einmal Thors Hammer (links) und den "Tempel des Osiris". |
Wir entscheiden uns für eine Kombination aus zwei verschiedenen "Hiking-Trails": dem relativ
steilen
Navajo Loop Trail, auf dem man in die so genannte "Wall Street" kommt - hier durchquert man eine
schmale Felsspalte und hofft, dass die "Unglücksboten"*) nicht gerade JETZT ihrem Namen alle Ehre
machen ;o) - und dem sehr moderaten
Queens Garden Trail.
*) Also nein, um ehrlich zu sein, mache ich mir keine Sorgen, auch wenn der Sandstein an manchen
Stellen recht brüchig wirkt. Ich fühle mich wohl und geborgen zwischen den hoch aufragenden
Felswänden und den ebenfalls hohen
Douglasien. Fragt mich nicht, warum. Ich weiß es nicht. Es ist
einfach so. Ich möchte die ganze Welt umarmen - oder zumindest endlich wieder einen Baum. Eines
dieser Gewächse rührt mich ganz besond
ers: Aus dem Stamm einer Douglasfichte wächst ein anderer
Stamm empor: Umarmt, verschlungen, zu einer Art Doppelpflanze verwachsen, ein ungleiches Zwillingspaar,
eine Symbiose, ewig einander Liebende, Mutter und Kind... Ich habe das Gefühl, dass so viel dauerhafte Nähe
auch etwas Zuspruch von außen vertragen kann und gebe dem Doppelbaum einen herzhaften "Hug".
Nach dem Ausflug bekommen wir Appetit auf unser Lunchpaket. Auch Murphy möchte zur
Abwechslung gern mal einen Apfel kosten - und außerdem will er sich und der Welt beweisen, dass
nicht nur das Wasser sein Element ist, sondern dass er selbst höchste Höhen nicht scheut und ein
echter Naturbursch ist. Ich präsentiere euch daher: Murphy, die mutigste, experimentier- und
kletterfreudigste Robbe ever!
Ach ja, ein paar Worte zu den Temperaturen, die hier an diesem 2. November 2012 herrschten, wollte
ich auch noch sagen: In den Morgenstunden, als wir von der "Ponderosa" - dem Trakt, in dem wir untergebracht
Minus 3 Grad Celsius und ich war froh über meine mitgebrachte leichte, aber sehr warme Daunenjacke.
Immerhin befanden wir uns aber auch in den Bergen, auf etwa 2000 Meter Höhe, da kann es schon
mal frisch werden. Durch den schönen Sonnenschein heizte es aber im Lauf des Tages fein auf - es
bekam etwa 15 Grad im Schatten - besseres Wanderwetter geht also kaum :o)
Auf der Collage hier unten seht ihr das in Holz gehaltene Haupthaus des Hotels inklusive urigen
Türgriffen und Wandschmuck - und unten das Dach "unserer" Ponderosa:
Vis a Vis des Hotels gibt es ein kleines "Dorf" mit nostalgisch gestalteten Läden.
Nach unserer Wanderung beschließen wir, "Old Bryce Town" einen Besuch abzustatten,
aber entweder es handelt sich hierbei um eine Geisterstadt, oder aber sie liegt
im Winterschlaf, denn niemand ist da, um uns Eis zu verkaufen, keiner bietet
uns Souvenirs an, und es will uns auch niemand ins Gefängnis stecken. Einzig
die Pferde legen den Verdacht nahe, dass hier früher oder später wieder jemand
kommen wird, aber da wir ohnehin keinen Ausritt planen (weil ja
Frau Hummel
nicht dabei ist, die uns dazu "sanft überredet" hätte ;o)) begnügen wir uns mit ein paar
Fotos ...

... und besuchen dann den Shop im Haupthaus des Hotels. Sieht Herr Rostrose mit dem Stetson
nicht wie ein echter Cowboy aus? (Er hat ihn sich trotzdem nicht gekauft, weil sich hierzulande kaum
Gelegenheiten ergeben, ihn zu tragen, ohne dabei irgendwie seltsam zu wirken ;o)) Ansonsten gibt es
unter anderem jede Menge "Native-American"-Kunsthandwerk und auch richtig teure Werke von indianischen
Künstlern der Umgebung zu bewundern, außerdem gibt es Marmeladen, Säfte, Saucen und jede Menge
hübscher oder kitschiger Souvenirs in dem Laden.
Nachdem wir uns sattgesehen und auch ein paar Kleinigkeiten (die das Fluggepäck nicht all zu sehr belasten ;o))
käuflich erworben haben, zieht es mich noch an den hübschen See hinter dem Hotel. (Herr Rostrose zieht
es indes vor, in unserem Zimmer ein wenig zu relaxen.) Ich spaziere bis zu dem kleinen Pavillon,
den ihr auf dem mittleren Foto der unteren Collage seht, und beobachte von dort aus eine Zeitlang die
Wasservögel.
Als dann der Sonnenuntergang naht, haben wir noch ein weiteres "Rendezvous" mit den
Hoodos im Bryce Canyon - diesmal allerdings ohne körperliche Ertüchtigung: Wir fahren
an den Sunset Point, um uns von dort aus das Licht-, Schatten- und Farbenspiel der Felsen im
letzten Sonnenlicht des Tages anzusehen.
Auf der Straße zum Aussichtspunkt haben wir ein besonderes Erlebnis mit einem prächtigen Maultierhirschen:
Er steht wie ein Fußgänger, der die Fahrbahn überqueren will, am Straßenrand der gegenüberliegenden Fahrbahnseite,
die beiden zierlichen Vorderhufe bereits auf dem Asphalt. Wie immer, wenn wir Wildwechsel-Gebiete durchqueren, bin ich
eine besonders konzentrierte Beifahrerin, um Edi rechtzeitig zu warnen, denn wir haben auf dieser Reise während unserer vielen
Highway-Meilen immerhin drei totgefahrene Hirsche oder Rehe an den Straßenrändern gesehen, und ich will keineswegs,
dass WIR an solch einem traurigen Anblick schuld sind. (Mal ganz abgesehen von der Gefahr fürs eigene Leben, die
solch ein Zusammenstoß darstellt.)
Wortgewandt kreische ich: "HIRSCH! HIRSCH!!!!!"
Edi tritt auf die Bremse und warnt gleichzeitig mit der Lichthupe einen entgegenkommenden Caravan-Fahrer,
der ebenfalls sofort anhält. Herr Hirsch blickt anmutig nach rechts und links und schreitet mit edel erhobenem Haupt
gemächlich über die Straße. Ein bisschen erinnert mich diese Szene an den Ranthambore National Park in Indien,
wo ein weiblicher Tiger ebenso stolz und ohne besondere Eile die Fahrbahn vor uns überquerte (klick).

Fotoquelle
: Wikipedia
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Odocoileus_hemionus_1.jpg
(Leider bin ich zu erschrocken und zu sehr in den Bann gezogen, um das Erlebnis auf Bild zu bannen, deshalb füge ich
hier ersatzweise dieses Foto aus dem Wikipedia-Fundus ein. Der Hirsch, den wir gesehen haben, war ein ähnlich
kapitaler Bursche, allerdings sah er hochbeiniger und schlanker aus - ein wunderschönes Tier!)
Und hier nun ein paar der Aufnahmen, die am Sunset-Point entstanden sind:

Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr mit uns gewandert seid - hoffentlich hat euch der Ausflug
gefallen!
Herzlichst
und mit vielen Küschelbüschels / HUGS,
♥♥♥ eure rostrosige Traude ♥♥♥