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Samstag, 20. November 2021

Italien-Reisebericht - Ein paar kleine Bergdörfer und eine Wanderung im Naturschutzgebiet Le Balze del Valdarno (Toskana)

👶💓 BABY-UPDATE 👶💓im Post Scriptum!

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.

 

Ciao ihr Lieben!

In meinem vorigen Reiseberichtskapitel erzählte ich euch, wie wir in unserem toskanischen Quartier ankamen (wo wir die zahme Elster Junoni kennenlernten) und uns dann noch einen Tag lang gemütlich die Zeit zum Einleben nahmen. Für den 14. September hingegen hatten wir uns schon einiges vorgenommen - unter anderem eine Wanderung in einer ganz besonderen Landschaft.

Doch als erstes wollten wir uns zwei kleine Bergdörfer ganz in der Nähe von unserem Quartier ansehen. Deshalb nahmen wir zunächst die schmale Bergstraße nach 
 
Wie ihr dem verlinkten Wikipedia-Artikel entnehmen könnt, handelt es sich dabei um ein winziges Dorf mit nur etwa 20 Einwohnern, aber seine Geschichte reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Bis ins 13. Jahrhundert unterstanden Kirche und Ort dem Adelsgeschlecht der Ubertini; danach wurden sie vom katholischen Mönchsorden der Kamaldulenser übernommen. Die Kirche San Michele Arcangelo (siehe erste Collage) ist in einigen Dokumenten des 13. Jahrhunderts bezeugt. Der Glockenturm dieser Kirche (siehe zweite Collage) wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut.
 
 
[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen, die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.] 

Gegenüber von Duddova, auf einem anderen Hügel, befindet sich die nächste Ortschaft, der wir einen kurzen Besuch abstatteten -

Auch dieser kleine Ort mit nur etwa 20 Einwohnern blickt auf eine lange Geschichte zurück; es wird davon ausgegangen, dass er schon in etruskisch-römischer Zeit besiedelt war; im Lauf der Jahrhunderte wurde er immer wieder heiß umkämpft. (Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, klickt bitte auf den Ortsnamen.) Natürlich benötigt eine Ortschaft, auf die so viele Ansprüche erhoben wurden, auch eine Befestigungsanlage - das Castello di Cennina. Die Burgruine  gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes; errichtet wurde die Burg im Jahr 1167. Auch viele der Wohnhäuser stammen aus jenen Zeiten. Wie Maren so treffend bemerkt hat, ist es in Italien besonders fasznierend (und besonders nachhaltig), dass hier immer noch Menschen in Häusern leben, die im Mittelalter errichtet wurden.
 
 
In einer Mauernische der Burgruine hat jemand eine selbstgetöpferte Marienstatue deponiert.

An der Nordseite der Burg befindet sich die Kirche San Pietro. Hinter der Kirche bietet sich ein wunderschöner Blick über die toskanische Landschaft. In Cennina sahen wir auch einige Eidechsen umherhuschen - siehe obere und untere Collage, jeweils links. 

 

Die folgenden Aufnahmen entstanden dann schon auf der Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel. Ja, ich habe auch unterwegs immer wieder brav Tore, Glockentürme und Schilder gesammelt 😉.

 

Aber der tollste "Schilderwald" begegnete uns bei der Ortschaft 

Ich glaube, selbst bei Tempo 30 kann kaum jemand all die Gefahren erfassen, die einem auf dieser Straße offenbar auflauern 😝:


Wir sind allerdings nicht wegen all der Schilder nach Piantravigne gekommen - und auch nicht wegen des VW-Käfers oder diverser kunstvoller Töpfereien, sondern wegen der spektakulären Aussicht, die sich von dort aus bietet. Wie unsere "Ausflugsberaterin" Brigitte nämlich herausfand, kann man von diesem Bergdorf eine ganz besondere Szenerie überblicken -

Ich wusste nicht, dass es in der Toskana solch eine Landschaft gibt! (Nicht einmal einen Wikipedia-Artikel gibt es darüber, und in dieser Internet-Enzyklopädie findet man normalerweise über jeden zweiten Hundehaufen Informationen 😉. Sogar über die beiden 20-Einwohner-Dörfer konnte ich ein paar Auskünfte bekommen, aber nicht über dieses fantastische Gebiet...) 
 
Edi und ich fühlten uns natürlich gleich an unsere wundervolle Reise zum Bryce Canyon in Utah erinnert. Auch in Frankreich - bei Roussillon - gibt es eine Erosionslandschaft, die dieser ähnelt (und die ich hoffentlich eines Tages besuchen kann). Dennoch ist Le Balze mit seinen ockergelb-braun-grauen Plissee-Wänden ein Anblick für sich. Möglicherweise befand das auch Leonardo da Vinci, denn manche Kunsthistoriker gehen davon aus, dass es ebendiese geologische Landschaft ist, die er als Hintergrund für sein berühmtestes Werk La Gioconda (= Mona Lisa) wählte. (Es gibt aber auch andere Theorien. Ebenso wie die Identität der Frau wird das wohl niemals restlos geklärt werden können.)


In dieser Landschaft wollten wir an diesem Tag auch wandern gehen - aber noch nicht gleich. Zuerst sahen wir uns Piantravigne an, und anschließend hielten wir noch eine kleine Mittagspause ab.

 

 

Auch in Piantravigne gab's wieder ein Kätzchen, das sich gern von mir streicheln ließ - und einen Glockenturm für Nova 😊

Unser Mittagessen (und einen feinen Expresso mit Milchschaum-Herz) nahmen wir in

(einem Ortsteil von Castelfranco Piandiscò) ein, und zwar in der Enotheca La Torre - direkt neben dem Stadttor aus dem Jahr 1300. Der Turm trägt den Namen Torre d’Arnolfo, das Tor heißt Porta Campana, beides zusammen zählt zu den Sehenswürdigkeiten des Viertels. Bei einem Spaziergang durch den mittelalterlichen Ortskern von Castelfranco sahen wir noch einige weitere beachtenswerte Tore.

 

 

Von Castelfranco aus sollte auch ein Wanderweg in das Naturschutzgebiet Le Balze del Valdarno führen, doch wir konnten diesen Weg nicht finden. Da wir zuvor bei unserem Spaziergang durch Piantravigne schon einen Wanderweg entdeckt hatten, fackelten wir nicht lange: Wir fuhren wieder dorthin, parkten neben dem VW-Käfer, schlüpften in unsere Wanderschuhe und marschierten los.

 

Zunächst ging es durch ein kleines Waldstück relativ steil bergab, danach gemütlich zwischen den beeindruckenden Felswänden auf ebenen Wegen dahin. (Die Überschrift habe ich mit einem Link zu diversen Wanderrouten der Umgebung unterlegt.) Die bizarre Felslandschaft entstand durch einen See, der im Pliozän und Pleistozän das heutige Valdarno-Tal einnahm. Als der See im Lauf der Jahrtausende  austrocknete, modellierte die durch Wasser und Wind verursachte Erosion die scharfen, zerklüfteten, felsigen Spitzen, die ihr auf unseren Fotos sehen könnt. 

 

Unter anderem kamen wir an verlassenen, dem Verfall preisgegebenen Gebäuden vorbei - wir nehmen an, dass es sich dabei um einen Bauernhof mit mehreren Stallungen gehandelt hat. Da und dort waren schon Mauern oder Dächer eingestürzt, und es hätte uns interessiert, was hier geschehen ist. Während des Wanderns ließen wir unsere Fantasie spielen und erzählten einander mehrere mögliche Geschichten ...

 

Auf der folgenden Luftaufnahme (von hier) könnt ihr einerseits im rechten unteren Bildabschnitt den Bauernhof sehen, als er offenbar noch intakt war, und andererseit kann man hier erst so richtig gut erkennen, wie ausgedehnt das Gebiet mit den bizarren Felsen ist. Auch einen Blick auf die Mona Lisa samt den Felsen im Hintergrund könnt ihr in dieser Collage werfen. Und im unteren Teil seht ihr Granatäpfel, die in der Nähe des ehemaligen Gehöfts wild wuchsen:

Eine wunderschöne Kulisse - und eine Blumenwiese, in der sich zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten tummelten:

li: Peters Hand mit einem Stück Sandsteinfelsen; re.: ein Busserl in Ehren kann niemand verwehren!

Auf unserem Rückweg kamen wir wieder an dem Tümpel vorbei, den wir schon auf dem Hinweg gesehen haben - diesmal entdeckten wir zwei Frösche darin. 

 

Auf dem relativ steilen Waldweg ging es wieder retour zum Auto, und am Schluss durchquerten wir auch noch einen Hain mit Olivenbäumen. Was für eine faszinierende Landschaft wir an diesem Tag doch erlebt haben - und bis vor kurzem hatten wir nicht einmal gewusst, dass sie existiert! Woran man wieder erkennt: Reisen bildet und öffnet den eigenen Horizont (solange man sich nicht bloß in einer All-Inclusive-Hotelanlage einbunkert und vom Umland nichts wissen will 😉.)

Ich hoffe, auch euch hat dieser Ausflug gefallen. Würde mich interessieren, wie viele von euch das Naturschutzgebiet Le Balze bereits kannten und eventuell dort auch schon wandern waren.
 
 
🌿🌿🌿
 
 Fotos von Brigitte, Edi und mir

Ciao & Arrivederci,

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,

 

PS:  
Danke an alle, die mir beim vorigen Blogbeitrag zu meinem Geburtstag gratuliert haben und meiner Tochter Jana alles Gute für die Geburt ihres Babys wünschen. Bis zum "Redaktionsschluss" (17. November, 13.15 Uhr) hat sich diesbezüglich noch nichts großartig Neues getan. Die Hebamme meinte heute zu Jana, das Baby könne in zwei Stunden kommen - oder aber erst in ein paar Tagen. Hmmm, tja, diese Auskunft hätte ich ihr auch geben können 😉. Ich halte euch auf dem Laufenden: Wenn mein erstes Enkelkind zwischen diesem und meinem nächsten Posting geboren wird, werde ich hier ein Update einschalten!


👶💓 BABY-UPDATE 👶💓

Ja, ihr Lieben, heute ist es endlich so weit ❤️🎉💝🧸💝🎊🎈💕: Ich kann euch berichten, dass mein Enkelsohn Jamie in der Nacht auf heute (20. November 2021) geboren wurde 💕. Es war eine schwere Geburt, 24 Stunden lang Wehen, und dann musste es doch ein Kaiserschnitt sein. Auch für mich war es keine gute Nacht, ich konnte kaum schlafen vor lauter Aufregung und Sorgen um meine Tochter. Aber glücklicherweise sind alle gesund und wohlauf und das Baby ist groß und stark (fast 4 Kilo schwer und 52 cm lang). Ich habe noch kein Foto von Jamie gesehen, und ich weiß auch nicht, ob ich euch eines werde bieten können, denn Jana und ihr Freund möchten nicht, dass ihr Kind ein "Internet-Star" wird 😉, aber ich denke, das eine oder andere Händchen- oder Füßchen-Foto werde ich euch irgendwann doch bieten können... Wie auch immer, ich bin eine glückliche und erleichterte Oma! 👵🏻

💕👶🏼🎉🥰🎊👶🏼🎊🥰🎉👶🏼💕

Sonntag, 3. Februar 2013

USA - 9. Tag: Bryce Canyon Nationalpark

Howdy, meine Lieben!

Ein herzliches WELCOME! ♥ an euch alle zur nächsten Etappe
meines USA-Reiseberichtes! :o))





Wir befinden uns nach wie vor im Bundesstaat Utah, der außer dem Zion-Nationalpark noch 
eine Vielzahl weiterer überwältigender Naturschönheiten in seinem "Programm" hat. Leider liegen 
Monument Valley, der Arches-Nationalpark oder z.B. das Dinosaur National Monument zu weit 
von unserer Route entfernt, um sie besuchen zu können.

(Ein guter Grund für uns, eines Tages wieder in diese Weltgegend zu kommen, denn die bizarren Naturszenerien, 
die dem Auge dort geboten werden, sind garantiert eine Reise wert! Und außerdem kann man dort ja - zum Beispiel bei
 Salt Lake City  - auch Ski fahren, das ist also ein Gebiet ganz nach "rostrosigem" Geschmack ;o))

Doch eine Sehenswürdigkeit liegt genau auf unserer Strecke :o) - also nichts wie hin in den

Bryce Canyon Nationalpark!

Blick in das "Amphitheater" im Bryce Canyon Nationalpark

Wie ihr an unseren Aufnahmen vielleicht erkennen könnt, hat sich die Schöpfung / 
die Natur / Gott (nennt "es", wie es eurer Lebenssicht am ehesten entspricht) 
hier etwas ganz Außergewöhnliches einfallen lassen. Der erste Gedanke, wenn man 
von einem der Aussichtspunkte abwärts blickt, ist tiefschürfend und philosophisch:

WOW, denkt man, und dann vielleicht noch WOW, WOW, WOW!!!!





Wie der Zion Nationalpark und der Grand Canyon, gehört auch der Bryce Canyon  zu einer The Grand Staircase genannten  
Formation. Wikipedia meint dazu: "Vom Grand Canyon bis zum Bryce Canyon kann man nahezu 200 Millionen Jahre Erdgeschichte 
studieren" und weiter: "Das Gestein im Bryce-Canyon-Nationalpark ist etwa 100 Millionen Jahre jünger als im Zion-Nationalpark 
und dieser zeigt Felsen, welche nochmals 100 Millionen Jahre jünger als im Grand Canyon sind."

Bryce ist übrigens um einiges höher gelegen als der Zion National Park oder der Grand Canyon(rund 2.400  bis 2.800 m über 
dem Meeresspiegel); der Bryce Canyon National Park hat daher ein Klima und eine Ökologie aufzuweisen, die sich maßgeblich 
von jener der beiden anderen Naturparks unterscheidet. Und dieses Klima ist auch für die außergewöhnlich geformten 
Felsen verantwortlich: Eis, Schnee und Sonnenwärme haben diese Formen im Lauf von Jahrtausenden oder Jahrmillionen 
in die Landschaft "geschnitzt": Schmelzwasser tropft in die Risse der Kalkstein-Felsen, gefriert und dehnt sich dabei aus, 
was den Felsen im Lauf der Zeit  "auseinander sprengt"... Laut Wikipedia gibt es auch heute noch pro Jahr "bis zu 200 Frost- 
und Tauwetterperioden, welche noch immer den Park erodieren."  Dieser Prozess führt zur allmählichen Verwandlung ...
 und schließlich (leider) auch wieder zur Zerstörung der entstandenen Formen...

Unten in der Mitte seht ihr "Thors Hammer", einen der berühmtesten Hoodos im Bryce Canyon.

Die Formen die durch die Erosion entstehen und die wie Kunstwerke aussehen (wie Statuen oder 
wie asiatische Tempel, wie Masken, wie Fenster, wie Amphoren, wie Bäume, wie riesige Nadeln...)
 werden Hoodos (oder "Unglücksboten") genannt. Einige dieser Hoodoos sind bis zu 200 Meter 
hoch. Unglück bringen sie vermutlich vor allem dann, wenn sie herabstürzen. Wer möchte 
schon gerne Thors Hammer auf den Kopf bekommen? Sie zu betrachten hingegen macht uns 
glücklich und ehrfürchtig.

Wir sind aber nicht nur hier, um zu schauen und zu staunen, hier haben wir endlich Zeit,
etwas ausgiebiger als bisher zu wandern.

Hier seht ihr noch einmal Thors Hammer (links) und den "Tempel des Osiris".

Wir entscheiden uns für eine Kombination aus zwei verschiedenen "Hiking-Trails": dem relativ
steilen Navajo Loop Trail, auf dem man in die so genannte "Wall Street" kommt - hier durchquert man eine
schmale Felsspalte und hofft, dass die "Unglücksboten"*)  nicht gerade JETZT ihrem Namen alle Ehre
machen ;o) - und dem sehr moderaten Queens Garden Trail.

*) Also nein, um ehrlich zu sein, mache ich mir keine Sorgen, auch wenn der Sandstein an manchen
Stellen recht brüchig wirkt. Ich fühle mich wohl und geborgen zwischen den hoch aufragenden
Felswänden und den ebenfalls hohen Douglasien. Fragt mich nicht, warum. Ich weiß es nicht. Es ist
einfach so. Ich möchte die ganze Welt umarmen - oder zumindest endlich wieder einen Baum. Eines
dieser Gewächse rührt mich ganz besonders: Aus dem Stamm einer Douglasfichte wächst ein anderer 
Stamm empor: Umarmt, verschlungen, zu einer Art Doppelpflanze verwachsen, ein ungleiches Zwillingspaar, 
 eine Symbiose, ewig einander Liebende, Mutter und Kind... Ich habe das Gefühl, dass so viel dauerhafte Nähe 
auch etwas Zuspruch von außen vertragen kann und gebe dem Doppelbaum einen herzhaften "Hug".





Nach dem Ausflug bekommen wir Appetit auf unser Lunchpaket. Auch Murphy möchte zur
Abwechslung gern mal einen Apfel kosten - und außerdem will er sich und der Welt beweisen, dass
nicht nur das Wasser sein Element ist, sondern dass er selbst höchste Höhen nicht scheut und ein
echter Naturbursch ist. Ich präsentiere euch daher: Murphy, die mutigste, experimentier- und
  kletterfreudigste Robbe ever!




Ach ja, ein paar Worte zu den Temperaturen, die hier an diesem 2. November 2012 herrschten, wollte 
ich auch noch sagen: In den Morgenstunden, als wir von der "Ponderosa" - dem Trakt, in dem wir untergebracht 
waren, zum Haupthaus des Best Western Ruby's Inn frühstücken gingen, war es noch reichlich kalt - da hatte es 
Minus 3 Grad Celsius und ich war froh über meine mitgebrachte leichte, aber sehr warme Daunenjacke. 
Immerhin befanden wir uns aber auch in den Bergen, auf etwa 2000 Meter Höhe, da kann es schon 
mal frisch werden. Durch den schönen Sonnenschein heizte es aber im Lauf des Tages fein auf - es 
bekam etwa 15 Grad im Schatten - besseres Wanderwetter geht also kaum :o)

Auf der Collage hier unten seht ihr das in Holz gehaltene Haupthaus des Hotels inklusive urigen 
Türgriffen und Wandschmuck - und unten das Dach "unserer" Ponderosa:





Vis a Vis des Hotels gibt es ein kleines "Dorf" mit nostalgisch gestalteten Läden.
Nach unserer Wanderung beschließen wir, "Old Bryce Town" einen Besuch abzustatten,
aber entweder es handelt sich hierbei um eine Geisterstadt, oder aber sie liegt
im Winterschlaf, denn niemand ist da, um uns Eis zu verkaufen, keiner bietet
uns Souvenirs an, und es will uns auch niemand ins Gefängnis stecken. Einzig
die Pferde legen den Verdacht nahe, dass hier früher oder später wieder jemand
kommen wird, aber da wir ohnehin keinen Ausritt planen (weil ja Frau Hummel
nicht dabei ist, die uns dazu "sanft überredet" hätte ;o)) begnügen wir uns mit ein paar
Fotos ...




... und besuchen dann den Shop im Haupthaus des Hotels. Sieht Herr Rostrose mit dem Stetson
nicht wie ein echter Cowboy aus? (Er hat ihn sich trotzdem nicht gekauft, weil sich hierzulande kaum
Gelegenheiten ergeben, ihn zu tragen, ohne dabei irgendwie seltsam zu wirken ;o)) Ansonsten gibt es
unter anderem jede Menge "Native-American"-Kunsthandwerk und auch richtig teure Werke von indianischen
Künstlern der Umgebung zu bewundern, außerdem gibt es Marmeladen, Säfte, Saucen und jede Menge
hübscher oder kitschiger Souvenirs in dem Laden.




Nachdem wir uns sattgesehen und auch ein paar Kleinigkeiten (die das Fluggepäck nicht all zu sehr belasten ;o))
käuflich erworben haben, zieht es mich noch an den hübschen See hinter dem Hotel. (Herr Rostrose zieht
es indes vor, in unserem Zimmer ein wenig zu relaxen.) Ich spaziere bis zu dem kleinen Pavillon,
den ihr auf dem mittleren Foto der unteren Collage seht, und beobachte von dort aus eine Zeitlang die
Wasservögel.




Als dann der Sonnenuntergang naht, haben wir noch ein weiteres "Rendezvous" mit den
Hoodos im Bryce Canyon - diesmal allerdings ohne körperliche Ertüchtigung: Wir fahren
an den Sunset Point, um uns von dort aus das Licht-, Schatten- und Farbenspiel der Felsen im
letzten Sonnenlicht des Tages anzusehen.

Auf der Straße zum Aussichtspunkt haben wir ein besonderes Erlebnis mit einem prächtigen Maultierhirschen:
Er steht wie ein Fußgänger, der die Fahrbahn überqueren will, am Straßenrand der gegenüberliegenden Fahrbahnseite, 
die beiden zierlichen Vorderhufe bereits auf dem Asphalt. Wie immer, wenn wir Wildwechsel-Gebiete durchqueren, bin ich 
eine besonders konzentrierte Beifahrerin, um Edi rechtzeitig zu warnen, denn wir haben auf dieser Reise während unserer vielen 
Highway-Meilen immerhin drei totgefahrene Hirsche oder Rehe an den Straßenrändern gesehen, und ich will keineswegs, 
dass WIR an solch einem traurigen Anblick schuld sind. (Mal ganz abgesehen von der Gefahr fürs eigene Leben, die
solch ein Zusammenstoß darstellt.)

Wortgewandt kreische ich: "HIRSCH! HIRSCH!!!!!"
  Edi tritt auf die Bremse und warnt gleichzeitig mit der Lichthupe einen entgegenkommenden Caravan-Fahrer, 
der ebenfalls sofort anhält. Herr Hirsch blickt anmutig nach rechts und links und schreitet mit edel erhobenem Haupt 
gemächlich über die Straße. Ein bisschen erinnert mich diese Szene an den Ranthambore National Park in Indien,
wo ein weiblicher Tiger ebenso stolz und ohne besondere Eile die Fahrbahn vor uns überquerte (klick).


File:Odocoileus hemionus 1.jpg
 Fotoquelle: Wikipedia http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Odocoileus_hemionus_1.jpg
(Leider bin ich zu erschrocken und zu sehr in den Bann gezogen, um das Erlebnis auf Bild zu bannen, deshalb füge ich 
hier ersatzweise dieses Foto aus dem Wikipedia-Fundus ein. Der Hirsch, den wir gesehen haben, war ein ähnlich
 kapitaler Bursche, allerdings sah er hochbeiniger und schlanker aus - ein wunderschönes Tier!)

Und hier nun ein paar der Aufnahmen, die am Sunset-Point entstanden sind:



Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr mit uns gewandert seid - hoffentlich hat euch der Ausflug
gefallen!

Hier kommt ihr zu meinem Bericht über den Zion Nationalpark.  
 Hier kommt ihr zur Fortsetzung - Page / Lake Powell / Antelope Canyon! 
Hier geht's zum Überblick über unsere Reiseroute.







Herzlichst und mit vielen Küschelbüschels / HUGS,
♥♥♥ eure rostrosige Traude ♥♥♥