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Montag, 17. April 2023

Rax und Thenauriegel - zwei Ausflüge mit Freunden

Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

 

Servus ihr Lieben!

 

Herzlichen Dank für eure tollen Kommentare zu meinem 10. Costa Rica-Reiseberichtskapitel: Sámara - Delfine und Mee(h)r! Heute bleibe ich mit euch wieder "im Inland" und hoffe, ihr habt Lust, mich bzw. uns auch beim Genießen österreichischer Naturschönheiten zu begleiten💚! Hihi, und wie ihr gleich an der ersten Collage sehen könnt, haben wir nicht nur Naturschönheiten genossen, sondern auch Spezialitäten aus der Österreichischen Mehlspeisen-Küche 🍰☕😉. Und auch noch anderes. Aber fangen wir am Anfang an 😊!

Raxalpe und Reichenau an der Rax:
In meiner Rückschau auf den März 2023 zeigte ich euch unter anderem eine Collage (klick) von einem Ausflug auf die Raxalpe, den wir am letzten Märztag mit Brigitte und Peter unternahmen. Ich kündigte an, dass ich euch darüber gerne mehr erzählen möchte, denn an diesem Tag erlebten wir weit mehr als bloß eine spätwinterliche Schneeschuhwanderung.

Wir trafen mit unseren Freunden in der hübschen Ortschaft Reichenau an der Rax zusammen und begannen mit einem köstlichen süßen Frühstück in der Bäckerei-Café-Konditorei Nöbauer. Zu unseren verschiedenen Törtchen gab es entweder Kaffee (Gitty und Peter) oder heiße Schokolade zum Selbermachen *)  in sehr hübschen Tassen. Damit bin ich beim Linkup T Stands For Tuesday 🍷🥤🍻🥂🍹🥛☕ dabei.
 
*) Edi bekam einen Riegel weiße Schokolade zum Einrühren in seine heiße Milch, ich einen Riegel Nuss Nougat (biologisch und fair produzierter Schokolade von Zotter).
 
 🍰☕🍰

Dann ging es gestärkt hinauf auf den Berg - und zwar mit der Rax-Seilbahn. Die Fahrt ist mit der NÖ-Card einmal jährlich gratis und wir hatten das in der Saison 2022/23 noch nicht genützt. Wir haben lange gewartet, bis das Wetter halbwegs für unsere Schneeschuhwanderung geeignet war - denn in diesem März hat es reichlich Stürme gegeben. Das ist im Hochgebirge kein Honigschlecken. Am 31. März war die letzte Chance zur Gratisfahrt für diese Saison - und glücklicherweise ließ der Wind an diesem Tag nach.

Brigitte und Peter liehen sich bei der Bergstation Schneeschuhe aus, Edi und ich brachten unsere eigenen mit und dann wanderten wir los. Leider war der Schnee an einigen Stellen schon weggeschmolzen, aber für unsere Bedürfnisse reichte es und so hatten wir für rund zwei Stunden Spaß im Schnee.

Nur wenige Tage später waren die Bedingungen auf der Rax wieder tief winterlich - und zwar dermaßen, dass ein Vater und seine 14jährige Tochter am 4. April in Bergnot gerieten - mehr darüber HIER.

Wasserleitungsweg:
Nach unserer Schneeschuhwanderung und einer stärkenden Suppe im Raxalm-Berggasthof fuhren wir mit der Seilbahn wieder ins Tal und gingen dort noch ein bisschen entlang des 1. Wiener Wasserleitungsweges. Seit 1869–1873 die I. Wiener Hochquellenwasserleitung *) erbaut wurde, wird Wasser aus dem Einzugsgebiet des Flusses Schwarza zur Trinkwasserversorgung Wiens verwendet. 

*) Vielleicht erinnert ich euch noch, das ich euch im Vorjahr von unserem Besuch der II. Wiener Hochquellenwasserleitung erzählt habe - diese befindet sich in den Wildalpen.

Das Wasser der Schwarza war auch bei unserem Besuch im März klar und schmeckte gut und frisch - ich habe einen Schluck davon gekostet - allerdings war der Wasserstand für diese Jahrszeit recht niedrig.  Denn in unserem Teil Österreichs hatte es zuletzt sehr wenige Niederschläge gegeben. (Das hat sich aber zum Glück in der vergangenen Aprilwoche ein wenig verbessert - unser Garten wurde seit Ostern gut gegossen 😉☔.)

Schon bei der Hinfahrt zur Seilbahnstation waren uns auf einem großen Grundstück neben der Fahrbahn  mehrere hübsche, zartgrün gestrichene Gebäude aufgefallen. Brigitte wusste, dass es sich dabei um ein großes Garten- und Dekorcenter mit angeschlossenem Kaffeehaus handelt. Wir beschlossen, dort einen Zwischenstop einzulegen - und das war eine gute Idee.

Die Gebäude sind nicht nur von außen sehr sehenswert und fotogen, ...

.... sondern auch von innen. Es gibt herrlich gestaltete Verkaufs- und Ausstellungsräume, nostalgische Böden und Möbel, ein Café im Wintergarten mit angeschlossenem Gastgarten - kurz: Hier kann man viel staunen und schauen und vielleicht auch etwas kaufen (wir erstanden einen eisernen Türstopper) ...

 

...und wenn man das Glück hat, dass draußen die Sonne lacht und die Temperaturen sich angenehm anfühlen, kann man sich hier auch noch einen Kaffee im Freien gönnen 😊. Und hier gab es ebenfalls traumhaft schöne Tassen ☕!

Brigitte und ich ließen es uns nicht nehmen, das schöne Areal zu erkunden. In der unteren Collage könnt ihr u.a. einen Blick auf das Schloss Wartholz (auch Villa Wartholz genannt) werfen. Dieses befindet sich seit 1999 im Eigentum der Besitzer des Gartencenters. Errichtet wurde die ehemalige Kaiservilla in den Jahren 1870 bis 1872 im Auftrag von Erzherzog Karl Ludwig, Bruder von Kaiser Franz Joseph I, da sich der Hochadel in dieser Gegend gerne zur Jagd aufhielt. 

Die weiter oben gezeigten zartgrünen Gebäude mit ihren Holzverzierungen dienten einst vermutlich irgendwelchen hauswirtschaftlichen Zwecken - um ehrlich zu sein, gefallen sie mir besser als das steinerne Schloss.

Bei unserem Erkundungs-Rundgang entdeckten Brigitte und ich auch ein Gehege mit Schafen, Eseln und einem Pferd. Ein Schild wies uns darauf hin, dass es sich um einen privaten Garten handelt, doch die süßen Esel kamen freundlicherweise nah genug an den Zaun heran, um sich von uns streicheln zu lassen 😍. 

Die nostalgische Kundmachungs-Tafel lehnte am Gitter zum Privatgarten - hierauf wurde der Bevölkerung im Jahr 1917 mitgeteilt, dass "während des jeweiligen Aufenthaltes des Allerhöchsten Hofes in Wartholz" auf einem bestimmten Streckenabschnitt "der gesamte Straßenverkehr untersagt" sei.

Kurpark:
Glücklicherweise betraf uns diese Straßensperre längst nicht mehr, und so konnten wir ein Stück weiterfahren. Unsere nächste und letzte Station dieses Tages war der schöne Kurpark in Reichenau mit dem 1903 erbauten Musik-Pavillon und der idyllischen „Lenau –Insel“.
 

In früheren Zeiten war dieser Park Treffpunkt bekannter Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler, Bertha von Suttner, Johann Nestroy, Ferdinand Raimund oder Sigmund Freud, eine Tafel erinnert beispielsweise an den "deutschen Liederfürsten Franz Schubert" - und auch heute noch ist hier ein beliebter Erholungsort für Jung und Alt. 

Im künstlich angelegten Teich darf man zu bestimmten Zeiten gegen Gebühr mit ausgeliehenen Booten fahren, doch bei unserem Besuch paddelten dort nur einige Stockenten (Anas platyrhynchos). Einen Buchfink (Fringilla coelebs) versuchte ich mehrmals fotografisch einzufangen, letztendlich gelang es mir trotz des allmählich schwindenden Lichts so halbwegs und auch eine Amsel-Dame (Turdus merula) kam mir freundlicherweise noch vor die Linse. 

Nach diesem schönen Ausflug fuhren wir zu viert zu uns nach Hause, wo wir einander unter anderem noch heiße Gefechte mit dem immer wieder spannenden Legespiel Carcassonne lieferten.

Ausflug ins Burgenland:
Thenauriegel:
Der zweite Ausflug, über den ich euch heute erzählen will, fand in derselben Besetzung statt. Er führte uns ins Burgenland  - unter anderem nach Breitenbrunn am Neusiedler See. Hier wollten wir im Naturschutzgebiet Thenau eine kleine Wanderung unternehmen. Anders als bei unserem letzten Besuch in dieser Gegend blühten diesmal die Kirschbäume auf dem Kirschblüten-Radweg bereits. Außer Kirschbäumen findet man hier vor allem Weingärten und ein paar Tiergehege vor.

Die entzückenden Kamerunschafe stürmten gleich auf uns zu, als wir bei ihrem Zaun stehen blieben. Vermutlich erwarteten sie sich Futter, aber da mussten wir sie leider enttäuschen. Eines der Schafe diente übrigens als Reittier für ein Huhn 😁🐓:

Brigitte und Peter waren schon einige Tage zuvor auf dem Thenauriegel gewesen und hatten dort nachgesehen, ob bereits die Irisblüte begonnen hatte. Denn im Trockenrasen dieser Landschaft kann man zur richtigen Jahreszeit tausende Zwergschwertlilien (Iris pumila) entdecken! (Hier ein schön bebilderter Bericht zu diesem Thema.) 

Tatsächlich hatte die Blüte zu diesem Zeitpunkt einigermaßen begonnen, und Brigitte war davon überzeugt, dass wir rund eine Woche später - am 7. April 2023 - schon den gern zitierten üppigen Blütenteppich vorfinden würden, also wählten wir diesen Tag für unseren gemeinsamen Ausflug.

Durch die Kälte, die in der letzten Zeit bei uns geherrscht hatte, waren dann leider trotzdem noch längst nicht alle Zwergschwertlilien aufgeblüht, auch wenn sie ihre Köpfe bereits neugierig aus dem Boden streckten - aber zumindest an einigen Stellen herrschte farbenfrohes Wachstum: 

Auf dem Bild oben rechts seht ihr in der Ferne den Neusiedler See (aufgenommen von Brigitte - nach ihren Worten möglicherweise ein historisches Foto, da der See stark von Austrocknung bedroht ist...)

Außer den Zwerglilien gab es auch ein paar Frühlingsadonisröschen (Adonis vernalis), ein paar restliche Groß-Küchenschellen (Pulsatilla grandis), viele Traubenhyazinthen (Muscari) und manche andere Magerwiesen-Pflanzen auf dem Thenauriegel zu entdecken.

Während sich Brigitte und ich buchstäblich ins Fotografieren der Blüten hineinknieten, standen unsere Männer etwas ratlos und frierend daneben. Zum Glück haben die beiden genügend gemeinsame Gesprächsthemen - Blumen zählen allerdings nicht dazu 😉...

In den Waldstücken neben den Wiesenflächen blühte Schlehdorn (Prunus spinosa) und Hohler Lerchensporn (Corydalis cava). Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir einen weit entfernten Turmfalken (Falco tinnunculus) - Brigitte schaffte zumindest ein halbwegs nahes Foto, auf meinen Bildern sieht man den Vogel teilweise im Flug, aber leider nur sehr winzig.

 
Historisches Kellerviertel von Breitenbrunn:
Als nächstes sahen wir uns noch die historischen Weinkeller von Breitenbrunn am Neusiedler See an. Diese alten Erdkeller mit Sandsteinportalen besitzen zum Teil grasbewachsene Dächer - auf manchen wachsen auch Traubenhyazinthen, was wunderhübsch aussieht. Einige der kleinen Gebäude werden auch heute noch als Weinkeller genützt, andere beispielsweise, um darin Pilze zu züchten - das Klima, das innen herrscht, ist für solche Zwecke bestens geeignet. 

 
Kunst am Straßenrand:
Unter anderem entdeckten wir am Straßenrand diverse Eisenplastiken, einen Turm aus Fahrrädern und ein paar steinerne Schilder. Die Aufschrift auf der einen Steintafel konnte ich leider nicht entziffern - das Gedicht auf dem großen Schild hingegen schon - es lautet:
 
Ein Radler 
Auf dem Radweg 
beim Neusiedlersee
klagte dereinst 
Über Wadel-Weh
Man meinte
Er wäre ernstlich krank 
Dabei wollt er nur
In die Buschenschank! 
😁
 
 
Neusiedler See:
Wir fuhren auch noch an zwei verschiedene Orte, um uns den neuesten historischen Tiefstand des Neusiedler Sees aus der Nähe anzusehen. Das einstige "Meer der Wiener" ist zwar auch in der Vergangenheit schon ausgetrocknet... 
 
... "Allerdings", heißt es in diesem Artikel, "trifft uns alle im Gegensatz zur letzten Trockenperiode vor gut 150 Jahren eine kollektive Schuld. Schwankende Wasserstände sind für den See normal. Die vom Menschen mitverursachten Wetterextreme der letzten Jahre sind es aber nicht."

Boote sind hier derzeit kaum zu sehen, sie wurden von den Bootsbesitzern noch nicht zu Wasser gelassen, da niemand weiß ob sich das in diesem Jahr lohnt. 

Schwierig kann es auch für die Wasservögel werden, für die der Neusiedlersee ein wichtiges Brut- und Futterrevier darstellt. Allzu viele Vögel sahen wir diesmal nicht, bloß eine einzige Graugans (Anser anser), ein paar Möwen wie z.B. die Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) - der schwarze Kopf ist ihr "Sommerkleid" - und einige Stockenten (Anas platyrhynchos). Außerdem sahen wir noch ein paar Spatzen und Stare.

Unten noch einige weitere See-Impressionen sowie etwas "Kunst am Bau": Die Bilder, die das reetgedeckte (in Renovierung befindliche) Gebäude verzieren, erinnern stark an die Murals des 1990 viel zu jung verstorbenen Pop Art Künstlers Keith Haring.


Die direkt übereinander montierten Schilder mit der Aufschrift "Surfstrand - Baden verboten" und "Badestrand - Surfen verboten" fanden wir originell. 
 
Zum Abschluss krönten wir diesen Tag noch mit einem Besuch des Restaurants Mole West: 

Verlassene Anlegestellen, leckeres Essen, guter Wein und blaue Briefkästen für die Besitzer von Bootshäusern.

Ihr Lieben, so viel zu diesen beiden genussvollen Tagen mit Brigitte und Peter! Solltet ihr von der Rax oder vom Thenauriegel noch nicht genug haben, gibt es hier in meinem Blog über beide Orte noch andere Berichte zu lesen (beide aus dem Jahr 2021):

Ich habe euch auch noch von einem weiteren interessanten April-Ausflug mit unseren Freunden zu berichten - mal sehen, ob ich dieses Posting eher schaffe oder doch einen weiteren Bericht über Costa Rica 😊...

Auf jeden Fall wünsche ich euch wunderschöne Frühlings- oder Herbsttage, je nachdem, auf welcher Seite der Welt ihr euch befindet! Ich für meinen Teil freue mich, dass es hier jetzt ein paar Tage lang endlich so viel Regen gab, dass unsere Regentonne komplett aufgefüllt ist - und jetzt hätte ich bitte gerne eine Zeitlang angenehmes Frühlingswetter mit 15 bis maximal 20 Grad Celsius und sanftem Sonnenschein 🌹🌞🌷🌞🌺🌞🌼!

 Fotos: Herr und Frau Rostrose sowie unsere Freundin Brigitte

Alles Liebe und bis bald 😘,

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 


Samstag, 5. Februar 2022

Italien-Reisebericht - Ein Tag in Florenz (Toskana)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.



Ciao ihr Lieben!

 

Endlich, endlich geht es weiter mit meinem Italien-Reisebericht! Seit ich euch am 12. Dezember 2021 von unserem Ausflug ans Meer und in den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle erzählt habe, ist einige Zeit vergangen - und somit viel Wasser durch den Arno geflossen. 

An diesen 241 Kilometer langen Fluss wollen wir uns heute übrigens virtuell begeben - genauer gesagt in eine berühmte Stadt, die an diesem größten Fluss der Toskana liegt... und die wegen ihres unglaublichen Reichtums an Kunstwerken, sehenswerten Gärten, prächtigen Stadtpalästen und Sakralbauten den Kosenamen "die Schöne am Arno" trägt.

 
Bevor wir dorthin aufbrachen, nahm Brigitte noch einige Fotos von dem faszinierenden Morgennebel auf, der um "unseren" 
Hügel lag.


Im Vorfeld fragten wir uns: Wo würden wir in Florenz parken? Erfahrungsgemäß sind Parkhäuser oder öffentliche Parkplätze in Italiens Touristen-Hochburgen nur schwer zu finden bzw. teuer - überhaupt, wenn man den ganzen Tag an einem Ort zu bleiben gedenkt. Oder sollten wir besser mit der Bahn an unser Ziel fahren (was von unserem Urlaubsort allerdings etwas unpraktisch war)? Brigitte und Peter fanden heraus, dass es die Möglichkeit gibt, den Wagen auf dem Autobahn-Parkplatz Villa Costanza stehen zu lassen und dann öffentlich mit der Straßenbahn ins Zentrum zum Hauptbahnhof zu fahren. Der Preis für diesen Parkplatz ist moderat und die Verbindung klappte hervorragend - eine tolle Idee also!
 
Über diese Stadt und seine Geschichte gäbe es so viel zu schreiben, dass ich nicht  weiß, wo ich anfangen soll. Daher ersuche ich alle, die mehr über geschichtliche Hintergründe und dergleichen wissen möchten, auf den obrigen Link zu klicken - damit kommt ihr zum Wikipedia-Hauptartikel über die Hauptstadt der Toskana. Ich möchte mich lieber (weitgehend) darauf beschränken, euch über meine persönliche Beziehung zu Florenz zu erzählen. Die ist nämlich eine gespaltene:

In jungen Jahren hatte ich einen Freund, der sehr italophil war und von Florenz als der schönsten Stadt der Welt schwärmte. (Er hat später auch eine Italienerin geheiratet, ihren klingenden Familiennamen angenommen und - soweit ich weiß - viel Zeit in seiner Lieblingsstadt zugebracht.) Als ich im Jahr 1996 erstmals mit meiner kleinen Familie (sowie meiner Freundin Anita und deren damals siebenjähriger Tochter Natascha) in die Toskana kam, war ich daher umso neugieriger auf diese Stadt, von der ich schon so viel Positives gehört hatte.


Florenz als Shopping-Paradies: Die Kleidung in den Auslagen hätte in mein Beute-Schema gepasst, aber ich wollte ja nichts
 kaufen und ich daran hielt ich mich. Bei den originellen Braccialini Handtaschen musste ich intensiv an unsere Accessoires-
Queen Tina denken 😉

 

Unser erster Florenz-Besuch vor knapp 26 Jahren:
Um es kurz zu machen: Ich fand Florenz im Jahr 1996 einfach nur furchtbar! Vielleicht sind darüber jetzt einige von euch erstaunt oder gar schockiert, aber: Es war Hochsommer, die Stadt war von Touristen total überlaufen, und es war extrem staubig, stickig und laut. Unmengen von Mopeds fuhren auf rücksichtslose und höchst gefährliche Art und Weise - nicht nur auf Fahrbahnen, sondern teilweise auch auf den Gehsteigen und auf dem Ponte Vecchio, und ich war in ständiger Panik um meine damals dreijährige Tochter. Auch Anita und Natascha fühlten sich nicht wohl. Wir flüchteten uns in die Kathedrale Santa Maria del Fiore (was damals noch ohne Voranmeldung ging), doch der Stress, die vielen Menschen in der Kirche oder vielleicht auch der Weihrauchgeruch verursachten mir eine derartige Übelkeit und Kreislaufprobleme, dass ich mich in der Kirche gleich neben dem Eingang auf einen Stuhl setzen musste, bis Edi, Jana und die beiden anderen nach einer kurzen Kathedralen-Besichtigung zu mir zurückkehrten. 

Bei den Uffizien - die vor allem Anita sehr interessiert hätten - gab es eine Menschenschlange, die auf eine stundenlange Wartezeit schließen ließ. Und so suchten wir schließlich einen der Gärten auf - den Giardino di Boboli - wo wir endlich aufatmen konnten. (Okay, diesen Teil fand ich nicht furchtbar. Aber als wir im Jahr 2000 abermals in die Toskana kamen, stand Florenz nicht auf unserer Wunschliste...)

Blick auf Fassade und Kuppel der Kathedrale von Florenz und auf ihren Campanile di Giotto

Ich bin jedoch bereit, Orten, die es sich mit mir verscherzt haben, eine zweite Chance zu geben. Vor allem, wenn es sich um Orte handelt, die von so vielen Menschen hoch geschätzt werden. (Paris ist auch so eine Kandidatin 😉.) Deshalb versuchten wir es mit Florenz am 17. September 2021 ein weiteres Mal.

Der Dom von Florenz ist ein wahrer Prachtbau; jedenfalls von außen (und seine Kuppel gilt als technische Meisterleistung der frühen Renaissance). Von innen haben wir ihn diesmal nicht gesehen (mir hat das eine Mal im Jahr 1996 gereicht 😉). Brigitte und Peter hätten zwar Lust darauf gehabt, doch ohne Online-Vorbestellung läuft nichts. Und - im Vertrauen gesagt - seht euch das Innere der Kathedrale im Internet an: Nennt mich eine Banausin, ich persönlich habe jedenfalls schon viele Kirchen gesehen, deren Innengestaltung mich sehr viel mehr beeindruckt hat. Aber von außen finde ich den Dom von Florenz wie gesagt faszinierend.
 
Bei dem achteckigen Gebäude vor dem Dom handelt es sich um das Baptisterium San Giovanni - die Taufkirche des Doms von Florenz

Unser nächster Weg führte uns auch diesmal wieder zu den Uffizien - wir hofften, dass (durch Covid und weil keine Ferienzeit war) die Warteschlange nicht ganz so extrem sein würde wie im 96er-Jahr. Auf dem Weg dorthin sammelte ich fotografisch ein paar Tore, Schilder und Kunstwerke ein:

Das Gebäude mit dem hohen Turm oben mittig ist der Palazzo Vecchio, das Rathaus von Florenz.

Unterwegs fielen uns extrem viele Polizisten und andere Personenschützer auf. Wie sich herausstellte, begab sich unser Florenz-Besuch ausgerechnet zum Zeitpunkt des Treffens der G20-Landwirtschaftsminister. Die Eröffnung des Agrarministergipfels fand im Palazzo Vecchio statt, den Brigitte und Peter gern besichtigt hätten (bzw. von dessen Turm aus sie sich eine tolle Aussicht über Florenz erhofft hatten). Das war an diesem Tag leider nicht möglich.

Auch der Hof der Uffizien (unten links) war für Besucher gesperrt, hier standen die Fahrzeuge und Fahrer der Agrarminister.


Die Uffizien (italienisch uffici ‚Büros‘): 
Ursprünglich waren die Uffizien als Büros für Florentiner Magistrate, Richter und andere Amtsinhaber konzipiert. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1560 bis etwa 1580 errichtet. Im Obergeschoss wurde eine Privatgalerie für die regierenden Familien von Florenz und deren Gäste mit Werken der Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock eingerichtet; im Lauf der Zeit wurde die Galerie erweitert und im Jahr 1769 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Sammlungen in den Uffizien zählen weltweit zu den interessantesten und wertvollsten ihrer Art; das Museum stellt mit jährlich rund 2 Millionen Besuchern einen Hauptanziehungspunkt von Florenz dar.

Tja, und das merkt man auch außerhalb der Hauptsaison - selbst in Zeiten, in denen nicht so viel gereist wird wie nomalerweise. Aber es war immerhin nicht so schlimm wie 1996. Außerdem hatten wir die Segnungen der modernen Technik genützt und die Tickets online vorreserviert - das erspart doch einiges an Wartezeit.

Ich bin übrigens froh, dass wir die Uffizien bei unserem ersten Florenz-Besuch letztendlich beiseite ließen: Denn mit kleinen Kindern hätte ich dieses riesige Museum mit seinen weitläufigen Räumen eindeutig nicht besuchen wollen, das wäre viel zu stressig gewesen. Es gibt hier auf mehreren Stockwerken soo viele (berühmte und nicht ganz so berühmte, in jedem Fall aber beachtliche) Gemälde und Skulpturen zu bewundern - allein DAS ist schon überfordernd für mich. (Und ihr wisst, dass ich normalerweise gar nicht so leicht zu überfordern bin... Aber diese Fülle an atemberaubenden Werken, die schafft sogar mich...)

Hier nur ein winzigkleiner Auszug. Besonders beeindruckt haben mich (ebenso wie vor ein paar Jahren im Vatikan-Museum) die phänomenalen Deckengemälde.

Großes Foto: Ich fand, die Statuen sahen aus, als würden sie miteinander Ball oder Frisbee spielen 😉

Aus den Fenstern bzw. von der Terrasse der Uffizien hat man auch einen umwerfenden Blick über Florenz - z.B. auf den Dom oder den Ponte Vecchio. Bei einem der Blicke aus dem Fenster sahen wir, dass es aus den üppigen Wolken zu regnen begonnen hatte. Doch als wir im Uffizien-Terrassenrestaurant eine kleine Mittagspause einlegten, hatte es bereits wieder aufgehört. Der freche Spatz (siehe Collage oben) freute sich offensichtlich sehr über die auf der Terrasse entstandene Pfütze und nahm darin ein spritziges Bad zwischen all den schmausenden Touristen.

... war nach dem Museumsbesuch gleich unser nächstes Ziel. Es handelt sich dabei um die älteste Arno-Brücke in Florenz - ziemlich überlaufen, aber sehr sehenswert. Die heutige Steinbrücke wurde zwischen 1335 und 1345 errichtet, nachdem ein Hochwasser die zuvor an dieser Stelle stehende Holzbrücke zerstört hatte. Seitlich entlang der Brücke befinden sich seit 1345 kleine Läden. 
 
Auszug aus Wikipedia: "Ursprünglich waren auf der Brücke hauptsächlich Schlachter und Gerber ansässig. Die Schlachter warfen ihre stinkenden Abfälle in den Arno, die Gerber wuschen ihre Stoffe, die zuvor mit Pferdeurin gegerbt wurden. 1565 wurden diese jedoch per Dekret von Cosimo I. de’ Medici durch Goldschmiede ersetzt, da diese keinen Abfall produzieren. Noch heute befinden sich zahlreiche Juweliere in den kleinen Läden auf der Brücke."
 
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ponte Vecchio als einzige Brücke der Stadt glücklicherweise nicht zerstört, während zahlreiche benachbarte Häuser am Arno-Ufer komplett vernichtet wurden (siehe Foto von 1944).

Mich persönlich haben Juwelierläden noch nie interessiert - ich mag immer schon bunten Modeschmuck am liebsten - 
aber ganz eindeutig gibt es zahlreiche InteressentInnen, die gerne Schmuck auf dem Ponte Vecchio erstehen wollen.
 
 
Der Boboli-Garten war auch diesmal einer der Orte, an denen ich mich in Florenz am wohlsten fühlte. Er befindet sich hinter dem Palazzo Pitti, dem Hauptsitz der Medici als Großherzöge der Toskana. Den Palazzo selbst kann man auch besichtigen, doch wir (= Edi und ich*)) entschieden uns für eine Kombinationskarte von zwei Gärten. (Über den zweiten erzähle ich euch im Anschluss.) 
 
*) Brigitte und Peter waren derweil anderswo unterwegs - da sie weder in die Kathedrale noch auf den Turm des Palazzo Vecchio gekommen waren, suchten sie nach einem in Frage kommenden Ort, von dem sie Florenz aus der Vogelperspektive betrachten konnten - und entschieden sich schließlich für die Rooftop Cocktail Bar View on Art .
 


 Blick vom Boboli-Garten auf den Palazzo Pitti und den ägyptischen Obelisken, der von der Villa Medici in Rom hierher gebracht 
wurde.


Der Giardino Boboli ist nicht nur Heimstatt einer wichtigen Sammlung von Skulpturen, sondern lädt auch zu weitläufigen Spaziergängen durch die schön gestaltete Anlage ein und bietet traumhafte Landschaftsausblicke. Davon abgesehen kann man hier auch manch einem Vogel begegnen, wie den Stockenten oben oder diesem Graureiher, der sich beim Neptun-Brunnen*) im Schatten einer Statue versteckte. (Ich hätte ihn nicht gesehen, aber Edi entdeckte ihn mit seinen "scharfen Augen eines Urzeitjägers" 😉.

*) Von den Florentinern wird der Brunnen mit der überlebensgroßen Neptunstatue von Stoldo Lorenzi aus dem Jahr 1571 respektlos „Gabelbrunnen“ genannt - in Anspielung auf Neptuns Dreizack.

 

Besonders gut gefiel mir hier der grüne Teepavillon, der allerdings nicht in Betrieb war. Der Garten verfügt auch über mehrere Grotten. Die größte dieser Grotten wurde zwischen 1583 und 1593 vom Künstlers Bernardo Buontalenti gestaltet (ein hübscher Name für eine talentierten Künstler, wie ich finde 😉) und von einigen weiteren Künstlern vollendet. Die Fassade besteht aus Stalagmiten und Stalaktiten; über dem Torbogen ist das Familienwappen der Medicis zu sehen und um das Wappen herum zwei weibliche Figuren, die Frieden und Gerechtigkeit symbolisieren, außerdem Tafeln mit den Tierkreiszeichen. Sehr sehenswert ist in diesem Garten auch der Bereich rund um das Casino del Cavaliere (Porzellan Museum), hier waren wir allerdings diesmal nicht, nur 1996. Solltet ihr noch mehr vom Girdino die Boboli sehen wollen, kann ich euch diesen Artikel empfehlen.

 

Großes Foto: Brigitte und Peter auf der Terrasse der Rooftop Cocktail Bar mit Blick auf die Kathedrale.

 

Dieser Renaissancegarten wurde erst in den letzten Jahren für Besucher geöffnet. Er ist kleiner als der Boboli-Garten, gilt aber für manche als schöner und reizvoller als sein "großer Bruder". In jedem Fall bietet er wunderbare Ausblicke, und er ist weniger bekannt als der Giardino Boboli (der manchmal überlaufen sein kann - was bei unserem Besuch aber nicht der Fall war). 

 

Besonders traumhaft muss der Garten zur Blütezeit des Blauregens (Wisteria) anzusehen sein, denn davon gibt es einen schönen Laubengang (ohne Blüten zu sehen in meiner unteren Collage, links unten). Wenn ihr auf diesen Link klickt, könnt ihr den mit lila Blüten geschmückten Laubengang sehen - ein Traum!).

In diesem Garten trafen wir - ohne es vereinbart zu haben - wieder auf Brigitte und Peter. Und es gab hier auch ein kleines Lokal, das geöffnet hatte. Hier konnten wir uns ein wenig ausruhen und erfrischen.


Damit ging unser Florenz-Besuch auch schon seinem Ende entgegen. Wir warfen vom gegenüberliegenden Arno-Ufer noch einen Blick auf die Uffizien (und die immer noch lange Warteschlange davor) sowie auf den Ponte Vecchio, und auf dem Rückweg zur Straßenbahnstation kamen wir auch noch einmal an der Kathedrale vorbei. Dann ging es mit der Tram zurück zum Autobahn-Parkplatz Villa Costanza.


Dies war also mein zweiter Florenz-Besuch. Und ich muss zugeben, wenn nicht gar so viele Touristen in dieser Stadt unterwegs sind wie im Sommer 1996, wenn die Hitze nicht so glüht, wenn man keine Dreijährige zu beschützen hat und wenn erheblich weniger Mopeds unterwegs sind, dann wirkt diese Stadt deutlich freundlicher auf mich. 

Meine Lieblingsstadt wird sie trotzdem nicht werden - trotz all der wundervollen Kunstwerke, trotz der traumhaften Gärten: Florenz überfordert mich - jedenfalls dort, wo sich die meisten Touristen tummeln. Ich bin eben eher für Naturparadiese, Bergdörfer oder beschauliche Städtchen geschaffen... 

Für allejene, die ähnlich empfinden, habe ich eine gute Nachricht: In meinem nächsten Toskana-Kapitel werde ich euch über einen Relax-Tag auf unserem grünen Hügel sowie über ein Geburtstags-Mittagessen in der kleinen Ortschaft Badia Agnano und einen Ausflug in die relativ überschaubare Stadt Arezzo erzählen.


Mit diesen abendlichen Himmelsblicken (die abermals Brigitte aufgenommen hat) verabschiede ich mich für heute von euch. (Ich kann mich überhaupt nicht entscheiden, ob mir die Umgebung unseres Ferienhauses am Morgen oder am Abend besser gefällt... Ich finde beide Anblicke atemberaubend schön.)

 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

🌿  T  r  a  u  d  e 🌿




Gerne verlinke ich passende Beiträge:

beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid

 

Mittwoch, 7. Juli 2021

Das Beste vom Juni 2021...

... oder vielleicht auch nur das Zweitbeste? 😉 Auf jeden Fall werde ich euch heute noch ein paar ausgewählte Juni-Impressionen bieten. Unter anderem will ich euch über ein paar kleinere Ausflüge, unsere Komparsen-Einsätze im Juni und über unseren Juni-Garten erzählen - und außerdem vom Besuch einer Gartenausstellung, den wir mit Brigitte und Peter unternommen haben.


Servus Ihr Lieben, ...

... über einige Unternehmungen im Juni 2021 habe ich euch bereits erzählt. Zum Beispiel über unseren Spaziergang im Schlosspark von Eckartsau im Marchfeld (KLICK und bis zur Mitte des Beitrags scrollen), über unseren Besuch der zwei geretteten Naturparadiese Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt sowie über unseren Tagesausflug zum Schloss Artstetten und in die Wachau. Jetzt geht's weiter mit den Erlebnissen, die dazwischen lagen.


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Juni-Garten I:
Anfang Juni blühte der Zierlauch, und die Rosen begannen durchzustarten. Die gelben Rosen waren die ersten. Leider waren sie auch die ersten, die von den Rosenkäfern zerfleddert wurden 😕. (Ich trug zwar immer wieder mal einige in einem Marmeladenglas in den Auwald, aber kaum waren die ersten Käfer weg, kamen schon wieder welche nach...)

Endlich haben wir in unserem Garten auch eine Regentonne. Nach den Regenfällen im Mai war sie schnell voll, doch jetzt könnte sie schon wieder eine ordentliche Befüllung brauchen. Unser Feuerholzplatz brauchte ein neues Dach, nachdem das alte vom Sturm verweht worden war, und so hat Edi es mit Holzplatten und Schindeln neu gedeckt und fest angeschraubt. (Hoffen wir, dass es diesmal hält!) Kater Maxwell freute sich, dass es wieder Katzenminze zum Naschen und Teichwasser zum Trinken gibt.

 

Mohnblumen:
Auf dem Heimweg vom Einkaufen fuhren wir an einem blühenden Mohnfeld vorbei; ich fand es so atemberaubend schön, dass ich es unbedingt fotografieren wollte. Nachmittags schnappte ich mir mein Fahrrad und meine Kamera und radelte zu dem Feld - hier seht ihr das Ergebnis:

2 Juni-Outfits mit grünem Stirnband:
Die selbstgefärbte grüne Hose und mein gutes altes "Bienenwaben"-Shirt trug ich zum Einkaufen und beim Radeln zum Mohnfeld; das heiß geliebte und auch schon ein paar Jahre alte grüne Maxikleid trug ich bei unserem ersten Heurigenbesuch nach dem Lockdown.

Hollerblüten und Ribiseln:
An dem Fluss kam ich ebenfalls bei einer Fahrradtour vorbei - und stellte bei der Gelegenheit fest, dass manche der Holunderblüten bereits groß genug zum Ernten sind. Ein paar Tage später schwangen sich daher Herr Rostrose und ich aufs Rad, fuhren zu den wilden Hollerbüschen und pflückten eine ausreichende Blütenmenge, um daraus mehrere Flaschen Sirup herzustellen. Etwas später im Juni hatten wir dann in unserem Garten eine durchaus beachtenswerte Ernte von Ribiseln (roten Johannisbeeren), die wir zum Teil ebenfalls zu Sirup verarbeiteten.

 
Spaziergang mit der Schwägerin:
Edis Schwester lud uns zum Essen ein. Und weil es in ihrer Gegend außerdem Gehege mit Alpakas und andere Gehege mit Damwild gibt, unternahmen wir vorher noch einen Spaziergang - bei dem wir noch einige andere nette Viecher sahen 😊:

Juni-Garten II:
Nun startete auch die weiße Kletterrose Lykkefund am Rosenbogen durch - das ist alle Jahre wieder ein wunderbares Dufterlebnis und ein wunderschöner Anblick. Bei all der Blütenmenge tun sich sogar die Rosenkäfer schwer mit ihrem Zerstörungswerk. Alle anderen Rosen starteten ebenfalls ihr Blütenfeuerwerk - und auch die Pfingstrosen kamen - spät aber doch - in die Gänge.

Covid-Test und Freundestreffen:
Am 15. Juni hatten wir wieder einen Komparserie-Einsatz, und die betreffende Filmfirma begnügte sich nicht mit einem Antigen-Schnelltest, sondern bestand auf einem PCR-Test. Also mussten wir zu diesem Zweck vor dem Drehtag extra nach Wien fahren. Zum Glück konnten wir das am 13. Juni (dem Sonntag davor) erledigen (denn für 14. Juni hatten wir bereits den Ausflug nach Artstetten mit Brigitte und Peter geplant). 
 
Und ebenfalls zu unserem Glück hatten unsere Freunde Helga und Michi an besagtem Sonntag nicht nur Zeit für ein Treffen - sie luden uns sogar zu einer köstlichen Hühner-Grillerei in ihren Schrebergarten ein. Selbst geerntete Erdbeeren, Kaffee und Kuchen sowie nette Gespräche gab's als Draufgabe.

"Prolo-Dreh" ohne Arbeitseinsatz 😉:
Am 15. Juni war dann wie gesagt der Dreh-Tag; es ging um eine Folge der Krimiserie SOKO Donau. In der Dispo hieß es, dass Kleidung erwünscht ist, die "ein bisschen 'Prolo'" ist. Das war eine gewisse Herausforderung, denn wie interpretiert man "Prolo" am besten? Wikipedia meint zu dieser Frage:
 
Prolet ist die umgangssprachliche Verkürzung des Begriffs „Proletarier“ und bezeichnete seit dem 19. Jahrhundert auf abwertende Weise Angehörige vor allem der städtischen Unterschicht, besonders Industriearbeiter, seit Aufkommen des Marxismus aber auch positiv Arbeiter im Kontext des Klassenkampfes... Heute wird Prolet – in einer weiteren, umgangssprachlichen Verkürzung auch Proll, Prol oder Prolo – als Schimpfwort und als abwertende Bezeichnung für Menschen aus bildungsfernem Milieu verwendet sowie für Personen, deren Umgangsformen und Lebensstil als unkultiviert empfunden werden.
 
Da der Dreh in Nähe des Wiener Praters stattfand, lag auch das Thema Rotlicht-Milieu / Prater-Strizzi nahe. Wir packten also aus unserem Fundus alles in die Komparsen-Koffer, was von etwas schlampig bis zu billig aufgetakelt passen könnte (wenn man diese Kleidungsstücke nicht so gekonnt mixt, wie wir das normalerweise tun 😉).

Der Kostümdame gefiel dann tatsächlich der "Strizzi-Mix" am besten 😉 Brigitte, der wir das Foto unten Mitte per WhatsApp schickten, antwortete: "Das Mausi und ihr Aufpasser" 😁. (Zu Edis Entschuldigung muss ich sagen, dass dieses Hemd zu Beginn der 1980er tatsächlich modern war 😁 - und er es nur für Anlässe wie Fasching und dergleichen aufgehoben hat.) 

Bis mittags sahen wir zu, wie sich vor dem (ehemaligen) Café Diamant zwei Schauspieler verprügelten (oder auf gut wienerisch "in die Goschen hauten") und dazu "nette" Dinge brüllten wie: "I bring di um, du Sau!". Einer der beiden bekam immer wieder eine Bierflasche (aus Zucker) über den Kopf geschlagen. Dann gab es Mittagessen - ... und dann wurden wir heimgeschickt 😲.

Insgesamt waren wir fünf Komparsen, letztendlich kam aber keiner von uns zum Einsatz. Die Komparsin Maria, die wir schon vom Dreh am Westbahnhof kannten, meinte dazu, dass ihr das früher auch schon mal passiert sei. Manche Filmfirmen buchen sicherheitshalber eine Handvoll Komparsen, und wenn sie dann doch nicht benötigt werden, schickt man sie einfach wieder heim. (Das Honorar von 30 Euro gibt's selbstverständlich trotzdem.) 

Zick-Zack-Wanderung in Feistritz:
Am 17. Juni musste ich nach Hochegg in der Buckligen Welt zu einem Krankenbesuch (Besuch im Krankenhaus). Mein Mann und ich beschlossen, den Besuch mit einer vorherigen Wanderung zu verbinden, da die Besuchszeit im Krankenhaus erst um 17 Uhr begann (und um 17.45 schon wieder endete...)
 
Zu Beginn der Covid-Zeit haben wir ein Wanderbuch gekauft; darin fanden wir eine Rundwanderroute in der Gegend von Feistritz; diese erschien uns für unsere Zwecke passend. Leider kann ich euch den Wanderführer NICHT empfehlen (Das große Wandererlebnis Niederösterreich - "Topaktuell, in neuer, nochmals erweiterter, sechster Auflage", ha-ha, dass ich nicht lache!) 
 
Anstelle einer Rundwanderung wurde daraus mehr eine Zick-Zack-Wanderung, denn die Beschreibungen waren so schlecht, dass wir mehrmals in die Irre liefen und einige Male nach dem Weg fragen mussten. Letztendlich rutschte Edi bei der Überquerung eines Baches aus (den wir bei einer besseren Beschreibung nicht hätten überqueren müssen); er wurde dabei erstens nass und landete zweitens unsanft auf dem Steißbein. (Das tut ihm immer noch weh.)
 
Hier könnt ihr euch unsere "Irrungen und Wirrungen" ansehen:

Wir gaben unser Vorhaben auf, die Rundwanderung zu vollenden, gingen stattdessen zu einer Burg, die wir dort in der Nähe gesehen hatten und deren Besuch in dem Wanderführer als Abschluss der Runde empfohlen wird. (Allerdings ist die Burg in Privatbesitz, was in dem Buch auch nirgendwo vermerkt war... 😖) Danach war Edi schon wieder beinahe trocken. Wir gönnten uns ein spätes Mittagessen und fuhren anschließend mit dem Auto nach St. Corona.

Die schöne, kupferfarbige Blindschleiche hatte Probleme, den heißen Asphalt einer Fahrbahn zu überqueren - ich half ihr dabei...

St. Corona am Wechsel wäre eine der Stationen der Rundwanderung gewesen - und wir dachten uns, wenn wir schon mal in der Gegend sind, dann sehen wir uns den Ort doch mal an, der angesichts der Corona-Pandemie aufgrund seines Namens zu neuer, unerwünschter Berühmtheit gelangte: Denn hier wurden die beiden Ortstafeln von Souvenirjägern gestohlen! 😮 Kurz darauf wurden die fehlenden Ortstafeln durch Eigenkreationen ersetzt. In der Zeitung hieß es: "Die Schilder erinnern dem Aussehen nach an das Virus" - KLICK. Bei unserem Besuch gab es dann aber schon wieder "ganz normale" Ortstafeln ... und eine Ortschaft, die (als ehemaliges Skigebiet) schon deutlich bessere Zeiten erlebt hat. Aber immerhin entdeckten wir eine streichelfreudige Katze 😻.

Die Terrasse des Hotels St. Corona ist von Gras überwuchert, der Sessellift für Skifahrer wurde abgetragen, aber 
seit kurzem gibt es dort wieder eine Sommerrodelbahn... Der Kirchturm ist für Nova 😊

Gartenlust im Schlosspark von Ebreichsdorf:
Brigitte und Peter fragten uns, ob wir am 19. Juni Lust hätten, mit ihnen die Gartenausstellung im Ebreichsdorfer Schlosspark anzusehen. Wir kennen den Park von der einen oder anderen Oldtimer-Veranstaltung, die wir fotografiert haben - außerhalb von Veranstaltungen ist er allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugängig. Deshalb nützten wir die Gelegenheit gerne, diesen Park mit seinem schönen alten Baumbestand wieder zu besuchen.
 
Fotos von Brigitte

Die Ausstellung war sehr hübsch aufgezogen und es hätte gewiss das eine oder andere gegeben, das dort auch meine Kauflust gereizt hätte (z.B. die originellen Kopf-Blumentöpfe in der folgenden Collage). Doch ich blieb meinem Vorsatz treu, möglichst keine "Herumsteherchen" mehr zu kaufen. Außer ein paar trockenheitsliebenden Blümchen und Zierlauch-Zwiebeln habe ich also nichts erstanden. Brav, gell? 😇

 

 Aber einen Eiskaffee haben wir vier uns dort immerhin gegönnt 😋:

Fotos von Brigitte
 
Besuch im Pavillon:
Einen Tag später besuchten uns unsere Freunde Anita und Norbert und wir verbrachten einen gemütlichen, von Blütenduft umgebenen Nachmittag und Abend miteinander in unserer Gartenlaube 😊:
Die Mittagsblümchen (Delosperma cooperi) oben links stammen von der Gartenlust-Ausstellung

  

Komparsen-Casting:
Am 25. Juni  wurden wir zu einem Casting geladen. Wir hatten uns nämlich für eine neue Comedy-Serie namens "Alles Finster" beworben. Dies war das erste Mal, dass wir für unsere Komparsentätigkeit zu einem Casting mussten, mal sehen, ob es klappt. Die Idee der Serie finde ich jedenfalls interessant:

Im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes im Wald- bzw. Weinviertel wird mit viel schwarzem Humor die Situation eines europaweiten Blackouts geschildert. Als klar wird, dass der Strom so bald nicht wiederkommt, bricht Panik aus. Lebensmittelknappheit, Raubzüge der Nachbargemeinde, akute Gefährdung der Gesundheit sind einige der Hürden, die bewältigt werden müssen...

Hier der malerische Ort, an dem das Casting stattfand - Scheiblingkirchen-Thernberg in der Buckligen Welt:

 

Das Kleid, das ich zum Casting trug, habt ihr weiter oben schon gesehen, als wir Michi und Helga besuchten. Als Brigitte die Fotos sah, dachte sie, es wäre ein neues Kleid. Doch das Kleid ist bereits seit 11 Jahren bei mir, denn in DIESEM Blogbeitrag (London-Reisebericht von 2010) habe ich es ebenfalls schon gezeigt 😊 Ich mag es immer noch sehr, sehr gerne und trage es oft (auch in der kalten Jahrszeit mit Longsleeve darunter oder Jacke darüber)!

Die Glockentürme von Scheiblingkirchen und weiter oben von St. Corona sind beide 
für Novas Sammlung.

"Das Netz": 
Am 29. Juni waren wir abermals als Komparsen im Einsatz, diesmal als Patienten in einem Krankenhaus - deshalb das schicke Nachthemd und meine leidende Körperhaltung, siehe folgende Collage rechts oben 😉. (Tja, zum Komparsentum gehört manchmal durchaus auch ein gewisser "Mut zur Hässlichkeit"...) Gedreht wurde in der ehemaligen Semmelweis-Klinik. Wenn ihr mehr über "Das Netz" wissen wollt, klickt bitte HIER. (Ausstrahlung angeblich rund um die Fußball-WM 2022, also im Herbst nächsten Jahres.)
 
Auch diesmal kam ich den ganzen Vormittag lang nicht dran, während Edi gleich bei zwei Einstellungen dabei war. Aber wie ihr seht, vertrieben wir Komparsen uns die Zeit u.a. mit Kartenspielen und Nachthemd-Shootings 😁. Am Nachmittag kam dann endlich mein Einsatz: Da durfte ich mindestens 10 x in meinem Krankenhauskittel am Tropf hängend neben "meinem Pfleger" einen Gang entlang schlurfen. Und der Schauspieler Tobias Moretti hetzte jedes Mal samt einem Kamerateam an mir vorbei und tat so, als würde er telefonieren.

 

Juni-Garten III:
Ende Juni kam dann auch der Lavendel so richtig groß heraus. Und der Blüh-Hügel kleidet sich seither in zartes Rosa, denn in diesem Jahr hat sich hier die Rosa Nachtkerze (Oenothera speciosa) üppigst ausgebreitet. Die Pfingstrosen sowie die Lykkefund am Rosenbogen haben hingegen ihren Zenit überschritten.

 

Juni-Himmel:
Nun möchte ich euch noch ein paar Himmels-Impressionen vom Juni 2021 zeigen. Sehr häufig gab es hübsches zartes Blau mit weißen Wattebausch-Wölkchen zu sehen. Am Tag der "Prolo"-Dreharbeiten in Wien gab es hingegen diese seltsame "kantige" Wolkenformation - und sehr beeindruckend fanden wir auch den schweren grauen Wolkenhimmel vom 24. Juni, den ihr mittig seht: (Bloggen bildet - ich habe soeben erfahren, dass es sich um Mammatus-Wolken handelt. Danke, Diana!)

 

Der Juni 2021 
... war also für uns wieder ein bunter, bewegter, lebendiger Monat mit viel Abwechslung und einigen schönen Unternehmungen. Wir sind sehr dankbar dafür, denn wir wissen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. 

Viele der Juni-Ausflüge haben wir - wie ihr aus meinen vorangegangenen Beiträgen wisst - mit unseren Freunden Brigitte und Peter unternommen (und es gibt noch eine gemeinsame Wanderung auf der Raxalpe, über die ich euch demnächst erzählen werde). 

Leider ist diese wunderbare Ausflugs-Serie fürs erste unterbrochen, denn am vergangenen Sonntag - einen Tag nach ihrem 59. Geburtstag - wurde meine Freundin Brigitte wegen einer akuten Blindarmentzündung mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht und gleich operiert 😯... Sie hat die OP gut überstanden und wir hoffen natürlich sehr, dass sie bald wieder fit, frisch und munter ist - doch ein Weilchen wird sie sich gewiss schonen müssen...(Auch an dieser Stelle GUTE BESSERUNG, liebste Gitty! 😘)

Und nun, ihr Lieben, danke ich euch erstens für eure tollen Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag und zweitens dafür, dass ihr auch bei dieser Rückschau wieder mit dabei gewesen seid. Demnächst geht es mit dem Rax-Ausflug weiter!

 

Alles Liebe und bis bald,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,