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Sonntag, 15. März 2020

Drei Ausflüge im Februar - Von Bäumen, Wüsten und Hoffnungen


Servus ihr Lieben!


Im Blogbeitrag Mein "Tagebuch" vom Februar 2020 erzählte ich euch unter anderem, dass wir drei Ausflüge unternommen haben und versprach euch demnächst genauere Schilderungen und weitere Fotos. (Vielen Dank übrigens an euch alle für eure tollen Kommentare zu meinem "Tagebuch" 😊😘!) Heute ist es so weit - mögt ihr mich begleiten?



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Ausflug Nr. 1 - Sonnenberg bei Hornstein im Burgenland:

Sa., 22. Februar:
An diesem Tag schien die Sonne und es stürmte auch nicht - das perfekte Wetter für eine kleine Wanderung! Wir beschlossen, einen Ausflug auf den Sonnenberg bei Hornstein im Burgenland zu unternehmen (mit 484 Metern der höchste Berg des Leithagebirges). In diesem Blogbeitrag von 2015 habe ich euch schon mal über zwei Ausflüge auf den Sonnenberg erzählt. 

Leider hat man auch im Hornstein Probleme mit "littering", jedenfalls wird dort nun durch eine Tafel auf humorige und dennoch eindringliche Weise auf die Vermüllung des Waldes hingewiesen:
"Unsere Waldbewohner - leider noch nicht ausgestorben:  
Gemeiner Weißblechling (Dose), Geknickter Dürstling (Plastikflasche),  
Runder Dungwischling (Klopapierrolle), Weißer Rotzling (Papiertaschentuch) ..."
... und es wird darum ersucht, die Verbreitung dieser "gefährlichen Tierarten" zu stoppen 😉. Es scheint zumindest halbwegs zu funktionieren, jedenfalls haben wir unterwegs "nur" zwei, drei Müllstücke gesehen. *)

*) In den Wald- und Wiesenstücken meiner Heimatgemeinde liegt deutlich mehr Unrat herum, weshalb ich vor kurzem abermals das Gespräch mit unseren Gemeindepolitikern gesucht habe. Möglicherweise wird ein Projekt daraus. Doch das ist ein anderes Thema, das noch nicht konkret genug ist, um darüber zu erzählen.




Es gab an diesem Tag von der Sonnenberg-Aussichtswarte aus einen erfreulich guten Blick auf den Schneeberg.

Ganz und gar nicht erfreulich war hingegen der Anblick zahlreicher gefällter Bäume... 😢 Dieser Anblick bietet sich uns in letzter Zeit erschreckend häufig. Und das in Zeiten wie diesen, wo es aufgrund der weltweiten Waldverwüstungen durch Brände und Rodungen mehr denn je auf jeden einzelnen Baum ankommt.

Teilweise scheinen die Abholzungen mit dem Eschensterben zu tun zu haben, teilweise mit anderen Baumkrankheiten. Nachdem ich mich Anfang März mit Mitgliedern des Vereins der Österreichischen Baumfreunde getroffen habe, weiß ich nun aber auch, dass (mindestens) drei weitere Komponenten zu Baumverlusten führen:
  •  Stürme / Angst vor Klagen: Es gibt offenbar keine Möglichkeit, Bäume zu schützen, indem man Schilder aufstellt, die darauf hinweisen, dass das Begehen von Waldwegen etc. auf eigene Gefahr erfolgt: Fällt einem Wanderer oder Spazierengeher ein Baumteil auf den Kopf und verletzt ihn (oder bei einer von Bäumen gesäumten Straße einem Autofahrer ein Ast auf das Fahrzeugdach), kann der Waldeigner, Park- oder Gartenbesitzer erfolgreich verklagt werden. Bei den häufigen Stürmen heutzutage passiert leichter etwas, und so wird von manchen Gemeinden oder Waldbesitzern "sicherheitshalber" alles abgeholzt, was in der Nähe von Wegen steht und theoretisch Probleme bereiten könnte.
  • Wenn schon mal die Maschinen da sind: Der Einsatz von Motorsägen und anderen Rodungsgeräten ist teuer und muss sich daher "auszahlen". Teilweise werden die Rodungsfirmen auch nicht genau instruiert, um welche Bäume es im Speziellen geht oder sie dürfen das gefällte Holz als Teil der Bezahlung mitnehmen. Daher wird oft übers Ziel hinausgeschossen und gesunde Bäume werden einfach niedergemetzelt.
  • Unachtsame Gemeindearbeiter: Von den Baumfreunden bekam ich zahlreiche Fotos von Bäumen gezeigt, die von Gemeindearbeitern bei Mäharbeiten angefahren und verletzt wurden. Manche der Bäume sterben durch die Verletzungen ab. Auch meine Freundin Brigitte, die viele Jahre lang als Naturführerin tätig war, hat mir betätigt, wie brutal beim Mähen immer wieder mit Bäumen umgegangen wird, statt dass man (schon allein wegen der Insekten) wenigstens rund um jeden Baum ein Stück (Blumen-)Wiese stehen lässt...



Ausflug Nr. 2 - Wüstenhaus Schönbrunn und Spaziergang im Schlosspark:

Mo., 24. Februar:
Wir versuchen die Pflegeheim-Visiten bei meiner Mutter teilweise mit Ausflügen oder Ausstellungsbesuchen zu koppeln, damit die Fahrten nach Wien einen zusätzlichen Nutzen haben, und an diesem Tag hatten wir beschlossen einen Ausflug nach Schönbrunn zu unternehmen. Seit Jahresanfang besitzen wir nämlich eine Niederösterreich-Card, mit der man rund 300 Ausflugsziele in und um Niederösterreich besuchen kann - man bezahlt diese Karte, danach sind die Eintritte gratis. Und mit der NÖ-Card ist auch der Eintritt ins Wiener Wüstenhaus frei. Dieses befindet sich im 1904 erbauten Sonnenuhr-Haus, das gegenüber dem schönen Palmenhaus gelegen ist. (Dieses habe ich im Blog schon mehrmals gezeigt - KLICK.)

Leider ging auch unser Schönbrunn-Aufenthalt nicht ohne Schock im Zusammenhang mit Baumabholzungen vonstatten. Denn auf dem Weg vom Hietzinger Tor zum Sonnenuhr-Haus standen bis vor kurzem Kastanienbäume, die im späteren Frühjahr stets herrlich rot blühten und mir ebenso wie vielen anderen Besuchern viel Freude bereitet hatten. Anstelle der Bäume fanden wir eine Tafel vor, die darauf hinwies, dass diese Baumreihe aufgrund des aggressiven Krankheitserregers "Pseudomonas" aus Sicherheitsgründen entfernt werden musste. Bis vor kurzem hatte ich Pseudomonas ausschließlich für Bakterien gehalten, die Menschen Probleme bereiten können - KLICK. Doch bei dem Bakterium Pseudomonas syringae handelt es sich um einen Pflanzenschädling, der für das Rosskastanien­sterben verantwortlich ist - KLICK. Auch wenn für Anfang April eine Ersatzpflanzung angekündigt wird, bringt das die bereits eingesessenen Bäume nicht mehr zurück. Und es beunruhigt mich sehr, wie viele extrem zerstörerische Baumkrankheiten es inzwischen gibt. 

Der Eingang zum Wüstenhaus ist diesmal mein T in die neue Woche bei Nova.


Die Vernichtung von Wäldern und sonstigen Baumbeständen ist übrigens einer von mehreren Gründen für die so genannte Desertifikation oder Wüstenbildung. Weltweit kommen jedes Jahr 70.000 Quadratkilometer Wüste hinzu, auch in Europa (das entspricht etwa der Größe Bayerns). Die fortschreitende Verwüstung der Erde wird auch im Wüstenhaus thematisiert (siehe folgende Collage ganz unten).




Dass Wüsten - neben aller Problematik - schöne Seiten besitzen, haben wir Rostrosen auf unseren Reisen mehrfach erfahren dürfen. Unter anderem waren wir in Indiens Wüste Thar, in der Mojave-Wüste im Südwesten der USA und in der Namib-Wüste an der Westküste Afrikas - und jede von ihnen besitzt einen eigenen Reiz. Dass die Wüste lebt, wissen wir spätestens seit dem gleichnamigen Disney-Film aus den 1950er-Jahren. 

In Schönbrunn gibt es einiges von diesem Wüstenleben ganz nah zu betrachten. In der unteren Collage seht ihr z.B. zwei Panzergürtelschweife, die aus Südafrika stammen. Bei Gefahr packt diese Echse mit ihrem Maul den eigenen Schwanz und bildet so einen gepanzerten Ring. Dadurch schützt sie ihre weiche Unterseite vor Feinden. Außerdem begegneten uns einige Schildkröten, zwei dösende Klapperschlangen sowie mehrere Vogelarten (die sich aber - abgesehen von den ebenfalls im Wüstenhaus lebenden Spatzen - relativ gut versteckt hielten). Den pelzigen kleinen Rüsselspringer in der übernächsten Collage hielt ich zunächst für tot, aber sah dann, dass sein Rüssel wackelte. Das Tierchen war offenbar nur müde (oder ist vielleicht auch schon alt) - später bewegte es sich dann nämlich doch vom Fleck, wenngleich nicht so dynamisch, wie man bei seinem Namen annehmen könnte.


Keck und witzig fanden wir die kleine Echse, die sich auf dem Schildkrötenpanzer im Licht einer Lampe sonnte. Der hübsche kleine Kerl, der es sich auf dem rötlich-gelben Sandsteinfelsen gemütlich gemacht hat, ist ein Skorpionschwanzgecko. Diese in den Wüstengebieten von Oman heimischen Tiere imitieren bei Gefahr einen Skorpion, indem sie ihren Schwanz einrollen und skorpionische Drohgebärden nachahmen.



Die folgende Szene bemerkten wir nur, weil ich seltsame Geräusche hörte - so ein piepsiges, pfeifendes Stöhnen... Wie sich herausstellte, handelt es sich dabei um Geräusche, die Herr Landschildkröte ausstößt, wenn er Sex mit Frau Landschildkröte hat. Falls ihr das putzige Paarungsgeräusch gerne hören wollt, empfehle ich euch dieses kurze Video 🐢🐢 (Quasi ein Schildkröten-Porno 😂😊, aber süß!)



Giraffen sahen wir im Wüstenhaus zwar keine, doch wenn wir uns schon in der Nähe des Schönbrunner Tiergartens herumtrieben, wollte ich mein Giraffenshirt zum Einsatz kommen lassen. Auch die Safarihose durfte mitspielen. Die gelbe Steppjacke war eher den Temperaturen außerhalb des Wüstenhauses geschuldet 😉.



Im Anschluss an unseren "Wüsten-Aufenthalt" hatten wir noch Lust auf einen Spaziergang durch den Schönbrunner Schlosspark - die Bilder, die dabei entstanden sind, seht ihr in der folgenden Collage. Die Gloriette, die vis-a-vis des Schlosses auf einem Hügel thront, mag ich schon seit meiner Kindheit ganz besonders gern:



Die Kirche, die ihr in der folgenden Collage seht, befindet sich neben dem Hietzinger Tor von Schönbrunn. Es handelt sich dabei um die Pfarrkirche Maria Hietzing, die eine lange und bewegte Geschichte hat. Ihr könnt HIER und HIER mehr darüber lesen. Meinen Beitrag verlinke ich bei Novas Glockenturm-Sammlung.




Ausflug Nr. 3 - zufälliger Wienerwald-Spaziergang auf Badens Waldwegen:

Mi., 26. Februar:
Das folgende Outfit gehört zum dritten und letzten Ausflug, über den ich euch heute erzählen will. Eigentlich war an diesem Tag gar kein Spaziergang geplant; wir wollten nach Edis Akupunkturtermin das Kaiser-Franz-Josef-Museum in Baden besuchen. Dieses Museum kann man mit der NÖ-Card ebenfalls gratis besuchen. Allerdings hatte ich falsch gelesen - das Museum ist nicht ganzjährig geöffnet, sondern erst ab 1. April. *) Das Auto hatten wir in der Parkgarage gelassen - nach einem langen Fußmarsch entlang der Hochstraße standen wir also vor verschlossenen Toren.

*) Diese Öffnungszeit gilt nur, sofern sich durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nichts daran ändert.

Man könnte das, wenn man will, als Pech oder Missgeschick betrachten und sich darüber ärgern, dass man so lange und steil bergauf gelatscht ist, ganz ohne den geplanten Museumsbesuch umsetzen zu können.

Die Cr*cs sind meine Hausschuhe, die ich wegen der Farbharmonie beim Knipsen anbehalten hatte 😊, dann stieg ich um...

Man könnte das aber auch als gesunde sportliche Betätigung betrachten und froh darüber sein, dass man zu legerer Kleidung und den bequemen Walkingschuhen gegriffen hat. Und man könnte die Gelegenheit beim Schopf packen, um auf einem anderen, schöneren Weg vom Hügel zurück zum Badener Zentrum zu kommen - nämlich auf einem Wienerwaldweg, der über die Karolinenhöhe und die Ferdinand-Raimund-Aussicht führt. (Dabei handelt es sich um die Teilstrecke eines längeren Wanderweges, den ihr HIER sehr gut beschrieben bekommt.) 

Ihr kennt uns mittlerweile wohl schon gut genug, um zu wissen, dass Ärgern nicht die Option ist, die wir wählen, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Und so erlebten wir stattdessen einen wunderschönen Frühlingsspaziergang durch den Wald mit Unmengen von weißen und rosanen Helleboren.



Auch ein paar Veilchen und Leberblümchen blühten bereits im Wald. In der folgenden Collage seht ihr auf dem kleinen Foto oben Mitte das Kaiser-Franz-Josef-Museum, das noch nicht für uns bereit war. Ich denke, wir werden den Besuch ein andermal nachholen.

Bei der Ferdinand-Raimund-Aussicht befindet sich ein kleiner Holzpavillon. Vermutlich hat der Namensgeber Ferdinand Raimund (1790-1836) - der ein bekannter Wiener Volksschauschauspieler und Dramatiker des 19. Jahrhunderts war - gern von dieser Stelle nach Baden geblickt. Die Aussicht ist aber auch wirklich traumhaft.


Hier gibt's noch einen weiteren Glockenturm für Nova - von der Katholischen Kirche Baden - St. Stephan

Auch der österreichische Schriftsteller Mortitz Gottlieb Saphir (1795-1858) scheint den Blick über Baden geliebt und genossen zu haben - schließlich schrieb er folgende Liebeserklärung an die Stadt: 
Ein süßes Märchen, 
ausgesonnen und nacherzählt am Wunderquell 
Ein Städtchen, aus der Luft gesponnen: 
Ein kleines Wien in Aquarell
Die nächste Collage ist mein Beitrag zu Novas Linkup Zitat im Bild - der Blick über Baden und Saphirs in Stein gemeißeltes Gedicht dazu:




Leider setzte sich auch bei dieser kleinen und im Prinzip schönen Wanderung das fort, was uns bei den vorangegangenen Ausflügen schmerzlich betroffen hatte: Auch hier begegneten uns kahl geschlagene Stellen im Wald (siehe rechts unten)...




"Lass uns das Paradies neu aufbauen":

Hoffnung geben mir in diesem Zusammenhang Berichte wie der über den aus Brasilien stammenden Fotojournalisten Sebastião Salgado, den ich im Fotografen-Magazin Portfolio entdeckte. Der mittlerweile 76-jährige Fotograf kam im Jahr 1994 traumatisiert aus Ruanda zurück, wo er über den Völkermord, über die rohe Gewalt und die Flucht der Menschen berichtet hatte. Er wollte sich auf der brasilianischen Farm erholen, die seine Eltern ihm und seiner Frau Lélia vermacht hatten. Auf dieser Farm hatte Sebastião Salgado seine Kindheit verbracht und das Land, das ihn umgab, als Paradies empfunden. Doch statt des dichten Regenwaldes aus seiner Kindheit fand er nur noch eine Mondlandschaft vor. Viehwirtschaft und Erosion hatten den Boden zerstört. "Das Land war so krank wie ich", erklärte Salgado in einem Interview.

Lélia überredete ihn schließlich, das verlorene Paradies wieder aufzubauen - und den Wald neu anzupflanzen. Das Ehepaar gründete das Instituto Terra - mit der Hilfe von Mitarbeitern und Freiwilligen wurden seither etwa 2,7 Millionen Bäume gepflanzt. In der folgenden Collage könnt ihr rechts oben sehen, wie sich durch die Wiederaufforstung die Landschaft zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2012 verwandelt hat. Mittlerweile ist das Land so gut wie komplett wieder aufgeforstet. Und so, wie das Land gesünder wurde, verheilten auch die seelischen Narben von Sebastião Salgado.

Sebastião Salgado und die Wiedergeburt des Paradieses - Fotos von HIER


Natürlich ist der Wald, der während der letzten Jahrzehnte entstand, kein Primärwald mehr - doch das aufgeforstete Gebiet beherbergt 293 verschiedene Pflanzenarten, und aus den acht ausgetrockneten Quellen des Gebietes fließt wieder Wasser. Anstelle des toten Bodens kehrte das Leben zurück: 172 Vogelspezies, darunter sechs, die vom Aussterben bedroht sind, 33 Säugetier-, 15 Amphibien- und 15 Reptilienarten sind im neu aufgebauten Paradies inzwischen beheimatet. Auch Regen und Kühle sind zurückgekehrt - ein wichtiger Schritt fort von der oben beschriebenen Wüstenbildung.

Inzwischen liefert das Instituto Terra die meisten seiner Setzlinge an Bauern in der Region, die ihr Land auch aufforsten und ausgetrocknete Quellen durch Bepflanzung wieder zum Sprudeln bringen wollen. Außerdem werden durch die Landwirtschaftsschule auf dem Institutsgelände junge Leute aus der Region ausgebildet, um zukünftig auf den Farmen ihrer Eltern die Ideen nachhaltiger Forstwirtschaft umzusetzen.

Mehr darüber hier:
Salgados neue Hoffnung für den Wald
Ehepaar aus Brasilien hat einen Regenwald wieder aufgeforstet

Ausstellung:
Seit Februar und noch bis zum 9. Mai 2020 gibt es in Köln eine Einzelausstellung mit Werken aus Sebastião Salgados Zyklus GOLD zu sehen - mehr HIER. (Galerie Bene Taschen, Köln)


🌳🌲🌳🌲🌳🌲🌳

Nun möchte ich euch noch hinweisen auf den neuesten Beitrag im Blog EiNaB - Einfach.nachhaltig.besser.leben - diesmal ist die Autorin Marlene vom Blog Verrücktes Huhn und das Thema lautet: "Köpskam" macht die Konzerne nervös

Danke auch noch herzlich für all eure wunderbaren Kommentare zu meinem Beitrag Was haben Italien, Corona und die Modeindustrie miteinander zu tun? Bestimmt erzähle ich euch auch noch, was sich durch das Virus an unseren Plänen und Unternehmungen alles geändert hat. (Das war eine ganze Menge, aber das wird wohl noch bis zum März-Rückbick warten müssen - es hängt noch einiges in der Warteschleife.) Demnächst melde ich mich wieder mit Schilderungen zu weiteren rostrosigen Unternehmungen vom Februar, denn da sind wir mehrmals auf den Spuren Beethovens gewandelt und wir fanden die Ausstellungen dazu ziemlich interessant...



Alles Liebe und bleibt gesund, 
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,




Donnerstag, 18. Februar 2021

Zwei Ausflüge und ein Blümchenkleid 😊

Servus ihr Lieben!

 

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Maurer Wald:
Heute möchte ich euch zunächst Bilder von einem Ausflug zeigen, den wir mit meinem Bruder und "seinen Hundsis" *) unternommen haben. Mein Bruder hat bis zu seiner Pensionierung Geschichte unterrichtet, also wusste er auch einiges Historisches über den Maurer Wald zu erzählen.

*) Es handelt sich dabei um seine Labrador-Hündin Kira und um die befreundete Jack-Russel-Dame Buffy. Manchmal ist auch noch der ebenfalls befreundete Berner Sennenhund Luiz mit von der Partie, aber diesmal nicht.

Unser Spaziergang durch den Maurer Wald in Wien führte uns unter anderem auf den Wilden Berg zur Antonshöhe, wo in den 1920er-Jahren bei Sprengarbeiten jungsteinzeitliche Gräber und Stollen eines ehemaligen Steinbruchs entdeckt wurden.*) Insgesamt wurden vier Schächte freigelegt, in denen um 5000 v. Chr. Hornstein gewonnen wurde. Hornstein wurde als Werkzeugrohstoff zur Erzeugung von Faustkeilen, Klingen, Schabern und Spitzen für Pfeile und Speere verwendet. Wenn ein Schacht ausgebeutet war, wurde er zur letzten Ruhestätte für verstorbene Jungsteinzeit-Bergleute und ihre Angehörigen. 

*) Erst vor kurzem habe ich euch HIER über unseren Besuch des Salzberg-Hochtals mit dem Gräberfeld aus der Älteren Eisenzeit erzählt. Und nun also ein weiterer Fundort historischer Grabstellen...

Hier seht ihr unter anderem: meinen Bruder mit Kira und Buffy (Leckerli-Time 😋); das Rasthaus "Zur Schießstätte"; 
die vom "armen Schlucker" errichtete Mauer des Lainzer Tiergartens.

Außerdem erfuhren wir, dass sich am Wilden Berg schon vor dem Ersten Weltkrieg ein Schießplatz befunden hat, der nach Kriegsende zunächst aufgelassen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde am Georgenberg - ebenfalls im Maurer Wald - mit dem Bau einer Luftnachrichtentruppen-Kaserne begonnen und auf dem Wilden Berg abermals ein Schießplatz für die Soldaten errichtet. Außerdem waren hier Flak-Gräben ausgehoben worden. An diese Zeiten erinnern noch einige (inzwischen mit Bäumen bewachsene) Hügel und Gräben, ein paar Mauerreste, der so genannte Pappelteich - und außerdem der Name eines Rasthauses am Wilden Berg: "Zur Schießstätte".

Und wir lernten, dass die 22 Kilometer lange Mauer rund um den Lainzer Tiergarten, an der man dort ein Stück entlang geht, angeblich für das geflügelte Wort vom "armen Schlucker" verantwortlich ist: Die Mauer wurde in kaiserlichen Zeiten von einem gewissen Herrn Philipp Schlucker errichtet, der sich verkalkuliert hatte und durch den Mauerbau in den Ruin getrieben wurde. Seither, so heißt es, spricht man vom „armen Schlucker“, wenn jemand kein Geld mehr hat.

Zum Weiterlesen:

Der Steinbau mit dem Wappen gehört zur 2. Wiener Hochquell-Wasserleitung; auf dem mittleren Foto seht ihr die Lichtung 
bei der Antonshöhe; der Hügel gegenüber des Wilden Berges liegt schon in Niederösterreich.

Frau Rostrose auf der Antonshöhe - und Herr Rostrose, der wärmende Sonnenstrahlen genießt; 
auf dem Foto oben links seht ihr ein Stück der langen Mauer des Lainzer Tiergartens

Der Pappelteich ist ein künstlich angelegter Teich im Maurer Wald. Es handelt sich dabei um ein stehendes Gewässer in einem gemauerten Becken. Er wurde um 1940 als Badeanlage für die Bewohner der  Luftnachrichtentruppenkaserne ausgebaut. Inzwischen ist dieser Teich samt Umgebung ein wichtiger Lebensraum von Pflanzen und Tieren - wie Seerosen und Armleuchteralgen, Frösche, Kröten, Ringelnattern etc. 
 
Beim Pappelteich ließen wir die Hundsis ein bisserl "frei toben", was ihnen unheimlich viel Spaß machte (wie man sieht). Kira und Buffy sind gute Freundinnen - aber ihre "Schaukämpfe" haben es in sich!


Am Georgenberg, auf dem Areal der ehemaligen Luftnachrichtentruppen-Kaserne, befindet sich die Wotrubakirche - eine Mitte der 1970er-Jahre nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr aus Betonblöcken erbaute römisch-katholische Kirche
 
Das Gebäude ist stilistisch dem Brutalismus zuzurechnen - tatsächlich, der heißt so! 😃 - diese Bezeichnung wird vom französischen Begriff béton brut (roher Beton, Sichtbeton) abgeleitet. Ich selbst bin keine Freundin dieses Stils, und diese Kirche war auch von Baubeginn an heftig umstritten, doch sie ist ein beliebtes Ausflugsziel von Kunstinteressierten.
 

In der Nähe der Wotrubakirche befindet sich der Sterngarten, eine als Freiluftplanetarium dienende, fast 1 Hektar große Anlage:

Die folgenden Aufnahmen stammen von einem weiteren Ausflug, nämlich von einem

Wald- und Wiesen-Spaziergang entlang der Fischa:
Die Fischa-Dagnitz ist ein Nebenfluss der Donau im östlichen Niederösterreich. Sie entspringt im Gemeindegebiet Haschendorf, und der Fischa-Ursprung wurde erfreulicherweise zum Naturdenkmal erklärt. In diesem geschützten Bereich gibt es sechs Quellen mit hochwertigem Wasser. Außerdem leben hier zahlreichen Kleinlebewesen - und eine Schneckenart ist sogar weltweit nur an dieser Stelle, also beim Ursprung der Fischa-Dagnitz, zu finden, nämlich die sogenannte Quellschnecke ("Belgradiella pelerei").

 


An vielen Stellen sieht der Fluss sauber aus, und es leben hier z.B. auch zahlreiche Forellen und Saiblinge. Umso trauriger finde ich es, dass ich auch  in diesem Gewässer Müll gefunden habe - um genauer zu sein, sogar regelrechte Müll-Inseln (siehe folgene Collage)!

Pro Minute landet etwa eine LKW-Ladung Plastik im Meer, und eine PET-Flasche braucht bis zum Zerfall 450 Jahre. Über kurz oder lang wandern auch diese Flaschen ins Meer, wenn sie niemand birgt. 

Collagen wie diese sende ich daher per Mail an die für das Gebiet zuständigen Gemeindepolitiker, damit sie sich um die Entsorgung des Mülls / Reinigung der Gewässer kümmern können.


 
Außerdem gehe ich mit meinen Müll-Collagen regelmäßig (und absichtlich) den leitenden Mitarbeitern der WKO (Wirtschaftskammer Österreich) auf die Nerven, denn ich schicke ihnen ungefähr im 2-Wochen-Rhythmus eine Mail mit meinen neuesten "Funden". 
 
Die WKO ist hauptverantwortlich dafür, dass in Österreich noch immer kein Pfand für PET-Flaschen und Alu-Dosen eingeführt wurde. Mit meinen Mails protestiere ich dagegen - und sende diese in Kopie außerdem an den Kanzler, Vizekanzler, die Umweltministerin und einige andere Politiker. Bisher habe ich als Antworten überwiegend leere Versprechungen erhalten, doch ich bleibe am Ball, denn ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ein Anblick wie der obige von den Entscheidungsträgern geduldet (und naturliebenden Menschen somit stillschweigend zugemutet) wird.
 
Solltet ihr in Österreich leben, wäre ich euch sehr dankbar für eine Unterstützung / Verstärkung meines Protests, indem ihr z.B. Fotos von gefundenen Plastikflaschen und Dosen oder schlichtweg euren Protest gegen die Verhinderung von Pfand auf solche Gebinde an die folgenden Mail-Adressen sendet:
Karlheinz Kopf, Wirtschaftskammer-Generalsekretär: karlheinz.kopf@wko.at
Thomas Fischer, Wirtschaftskammer-Umweltexperte: Thomas.Fischer@wko.at
 
Nun wenden wir uns aber wieder schöneren Anblicken zu: 


Während mich der Anblick der Müllinseln hochgradig frustriert hat, hat mich manches andere bei diesem Ausflug mit Glücksgefühlen erfüllt - vor allem das beinahe frühlingshafte Vogelgezwitscher - und die Sichtung manch eines kleinen "Sängers" im Geäst der Bäume. 

Manche von ihnen konnte ich sogar fotografieren - zum Beispiel diesen hübschen Kleiber. (Dass es sich um einen Singvogel namens Kleiber - auch Spechtmeise genannt - handelt, habe ich übrigens erst vor kurzem gelernt - nämlich durch diesen lesenswerten Beitrag im Blog Ein Fachwerkhaus im Grünen! Wie schon so oft, kann ich nur sagen: Bloggen bildet!)

 

   

Auch zwei Kohlmeisen ließen sich von mir ablichten:


 

Außerdem habe ich bei diesem Spaziergang wieder schöne Himmelblicke eingesammelt:

Outfit vom Besuch bei Edis Schwester:
Zum heutigen Schluss bekommt ihr noch das in der Überschrift genannte Blümchenkleid zu sehen. So war ich gekleidet, als wir neulich meine Schwägerin besuchten. Das Kleid ist zwar nicht neu - ich habe es euch z.B. schon in diesem Posting von 2014 gezeigt - aber ich finde, es verbreitet mit seinem Muster schon eine recht nette Frühlingsstimmung. Das passt alle Jahre wieder. 
 
Im übrigen werdet ihr "neue" Kleidung an mir ohnehin nicht mehr sehr oft sehen, ich versuche ja schon seit ein paar Jahren Ressourcen zu schonen und deshalb möglichst ohne (oder mit sehr, sehr wenigen) Neuankäufen auszukommen. Aber natürlich mische ich trotzdem weiterhin gerne bei modischen Linkups mit - unter anderem demnächst bei Marens Colour Energy BLAU.

 
Blau sind an diesem Outfit nicht nur einige der Blümchen, sondern auch die Ohrringe und die Kette. Demnächst werde ich euch noch ein paar weitere rostrosige Kleidungs-Kombinationen mit sehr viel mehr BLAU zeigen.

Bis dahin lasse ich euch herzliche Grüße da und bedanke mich sehr für all eure wunderbaren Kommentare zu  meinen vergangenen beiden Postings Fahrt mit der Salzbergbahn und Hallstatt-Museum - Salzkammergut 2020 sowie Ausflug in den Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel.

 

Auf bald und alles Liebe,
Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, 

 



Donnerstag, 5. November 2020

Herbstzeit 2020 - und ein paar Gedanken zum 2.11. in Wien

Schwierige Zeiten 
lassen uns Entschlossenheit 
und innere Stärke entwickeln.
 
Dalai Lama

Servus ihr Lieben!

Die Zeiten, durch die wir gerade gehen, sind alles andere als einfach. Die Menschheit erlebt eine Pandemie, in vielen Ländern, so auch in unserem, wurde ein abermaliger Lockdown beschlossen, zusätzlich wird die Welt durch terroristische Aktivitäten erschüttert wie kürzlich abermals in Paris und in Nizza - und am Abend des 2. November auch in Wien

Im Zusammenhang mit letzterem habe ich ein paar besorgte Anfragen per WhatsApp, E-Mail und auf Facebook erhalten. Ich habe schon einige Lebenszeichen abgegeben, sicherheitshalber auch hier nochmal: Vielen Dank, dass ihr an mich gedacht habt - es geht meinen Lieben und mir gut, wir waren nicht in der Nähe des Terroranschlags
 
Die Verletzung ist eher innerlicher Natur. Unser Wohnort seit 2002 liegt etwa 30 Kilometer außerhalb von Wien, doch ein Teil von uns ist "wienerisch" geblieben. Immerhin haben wir über 40 Jahre lang in Wien gelebt und gearbeitet - und die Orte des Geschehens kennen wir gut. Edi hat genau gegenüber von einem der Tatorte gearbeitet, und die Lokale im sogenannten Bermudadreieck haben wir auch nach unserer Übersiedlung in den "Wiener Speckgürtel" immer wieder gerne besucht. Ein fehlgeleiteter junger Mann (genauer gesagt mindestens einer) hat versucht, diese Orte und Wiens Atmosphäre mit seinem Hass zu vergiften. Doch das soll ihm nicht gelingen.
 
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 Die Himmelsansichten habe ich am 5., 24. und 25. September bei Walkingrunden, einer Wanderung,
einer Radtour und beim Blick aus dem Fenster für Heidi aufgenommen.

 

Ich habe mich schon oft gefragt, was sich Islamisten davon versprechen, wenn sie unschuldige Menschen im Namen Allahs ermorden. Sie schaden damit sämtlichen Moslems, die friedlich mit anderen Menschen zusammenleben wollen, und diese friedlichen Moslems sind die Mehrheit. Warum tun sie es also? In diesem intelligenten Beitrag bekam ich eine Antwort, die mir einleuchtet: Der Autor Jad Tujrman, der vor sieben Jahren selbst von einer islamistischen Terror-Miliz entführt und gefoltert wurde und nur um ein Haar überlebt hat, beschreibt den Hintergrund für das, was die IS erreichen möchte - die Spaltung der Gesellschaft - folgendermaßen:

Je größer die Wut und der Hass auf Muslime in Europa im Alltag werden, desto einfacher wird es, sie für ihre Ideologie zu begeistern. Je mehr Muslime von der Gesellschaft ausgegrenzt werden und Aggressionen ausgesetzt sind, desto leichter werden sie von Extremisten rekrutiert. Der Mörder von Wien hat bekanntlich wahllos auf Menschen geschossen. Die Terroristen wollen primär ein brutales Bild schaffen, das die Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzt und die gewünschte Dynamik hervorruft.
Besiegen kann man den Terror demnach nur, indem man sich nicht in die Spirale des Hasses hineinziehen lässt. Indem man z.B. weiterhin in der nahegelegenen Dönerbude einkauft und mit dem Ladenbesitzer freundlich spricht. Indem man die eigenen Kinder mit Kindern aus anderen Kulturkreisen spielen lässt und versucht, gegenseitiges Verstehen herbeizuführen. Indem man das Verbindende sucht und nicht das Trennende. Ich bin froh, dass gerade im Zusammenhang mit dem Attentat von Wien zwei junge, türkischstämmige Männer zu Helden wurden, indem sie einer Frau und einem angeschossenen Polizisten aus dem Kugelhagel halfen und dabei ihr eigenes Leben riskiert haben. Damit haben sie die Spirale in die entgegengesetzte Richtung gedreht - dafür gebührt ihnen meine Dankbarkeit! Und mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und Freunden. 

Mehr will ich an dieser Stelle nicht dazu schreiben - möchte mich möglichst auf die schönen und die alltäglichen Dinge besinnen, wie ich es mit meinem Blog schon seit seinem Bestehen versuche. Deshalb lade ich euch heute ein zu einem Rückblick auf meinen September und Oktober. Auch da ist nicht alles nur eitel Sonnenschein, doch ich hoffe, es kann euch (und auch mich) von den eingangs erwähnten Ereignissen ein wenig ablenken.

Naturfotos vom Walken am 8., 20. und 27. September 2020
 
Hier oben gibt es z.B. noch einige weitere Fotos von meinen herbstlichen Spaziergängen und Walkingrunden. Wieder einmal sieht es so aus, als hätten wir fast nur blauen Himmel gehabt. Aber das liegt natürlich daran, dass ich an Regentagen eher nicht walke (sondern lieber daheim turne) und auch nicht so begeistert in den Garten gehe und fotografiere 😉... 

Auch in der folgenden Collage seht ihr ein paar Fotos vom Walken, diesmal vom 4. September. Am Nachmittag desselben Tages waren wir auf die Terrasse unserer lieben Vis-a-vis-Nachbarn eingeladen - auch zwei ihrer vier Katzen waren dabei (siehe links). Auf dem Foto ganz rechts bin ich noch bei uns zu Hause und Kater Maxwell wollte unbedingt mit aufs Bild. Die dazugehörigen Outfitfotos dieses angenehmen Septembertages seht ihr in der Collage darunter.


Wie üblich ist alles schrankgeshoppt - das altbekannte grüne Des*gual-Sommerkleidchen habe ich diesmal mit meiner Biobaumwoll-Chinohose in Olivgrün und meinem Wolfs-T-Shirt kombiniert, die beiden habe ich euch z.B. in diesem Island-Posting schon gemeinsam gezeigt. Da sah der Mix aber ganz anders aus - was natürlich auch mit der selbstgefärbten Bluse und der Afrikakette in Orange zusammenhängt. Und ja, liebe Tina, du bist nicht die einzige, die Socken zu Sandalen trägt, um keine kalten Füße zu bekommen 😁😉 Ich finde das gut, und wenn's wem nicht gefällt: einfach wegschauen!

Im August bekamen wir ein Holzlieferung. Robuste Kaminholzregale, die es im Handel gibt, sind erstens teuer und waren zweitens vom Maß her nicht geeignet, um in den Erker zwischen Gartenzaun und Thujenhecke zu passen. Auch die beiden Gestelle, in denen das Brennholz transportiert wurde, waren um einige Zentimeter zu breit. Deshalb sägte mein lieber Göttergatte im September diese Zentimeter aus einem der Gestelle kurzerhand heraus und baute es neu wieder zusammen. Dann schraubten wir ein Dach aus vorhandenem Wellplastik drauf und stablisierten es mit zwei großen Steinen. Fertig war die rostrosige Improvisation. Inspiriert durch Tante Mali verzierte ich unseren Brennholzplatz noch mit einem Strohkranz (allerdings ist mein Kranz nicht selbst gebunden, sondern war mal ein gekaufter Adventskranz, dessen "Grundgerüst" ich aufgehoben hatte).

Die Blumen auf den Fotos unten zierten einerseits unsere Terrasse, andererseits unseren Blühhügel. Die violette Verbene (Eisenkraut) bekam ich von einer Frau in unserer Gasse geschenkt. Ich hatte mir schon öfter mal vorgenommen, sie zu fragen, ob ich vielleicht Samen ihrer Verbenen haben könnte; als ich im September an ihrem Garten vorbeikam, war sie gerade draußen und meinte auf meine Frage, sie hätte gerade eben ein paar ausgegraben, die sich an falscher Stelle selbst ausgesamt hatten. Die schenkte sie mir, und nun dürfen sie sich in unserem Garten mehr oder weniger nach Herzenslust verbreiten 😊. 

 
 
Am 9. September unternahmen wir einen Ausflug auf die Hohe Wand, bei dem wir die Paragleiterin Agnes kennenlernten. Ich habe euch hier über diesen wunderschönen Tag erzählt

Am 15. September unternahmen wir einen Ausflug nach Mayerling, lernten im dortigen Schloss einiges über das Leben und Sterben des österreichischen Kronprinzen Rudolf und der jungen Mary Vetsera und besuchten am Abend auch noch eine Lesung von Stefan Slupetzky in Wien. Ich erzählte euch darüber in diesem Beitrag.
 
Unsere Freundin Moni hatten wir in diesem Jahr noch nicht oft gesehen. Wegen Corona war sie sehr vorsichtig, nicht nur ihretwegen, sondern auch, um ihre betagte Mutter nicht zu gefährden. Deshalb wollte sie lieber nicht bei unseren Kleingruppenfesten dabei sein, und erstmals seit Jahren fand 2020 auch keines ihrer legendären Sommerfeste statt. Doch am 16. September, einem der letzten sommerlichen Tage, lud sie uns in ihren Garten ein und wir verbrachten ein paar unbeschwerte Stunden miteinander.

Leider erkrankte Monis Mutter ein paar Wochen nach diesem schönen Treffen (nicht an Covid19, sondern an 
Herzproblemen) und verstarb Ende Oktober kurz nach ihrem 96. Geburtstag 😔.
Mein schrankgeshopptes Outfit an diesem Tag - der Patchworkmaxirock zum taupefarbigen Spitzen-Rüschentop 
und meiner Ton-in-Ton bestickten olivgrünen Hemdbluse
 
 
Zwei Tage später gab's hintereinander zwei Spontanbesuche - zuerst kam meine Jugendliebe Horst vorbei (weil er bei unserem Festl seinen Sonnenhut und den Hundetrinknapf vergessen hatte) und blieb auf einen Kaffeeplausch. Kurz darauf kam mein WG-Jugendfreund Günther, und er brachte seine Halbschwester Andrea, unseren gemeinsamen Freud Gerd und die herzigen Hundedamen Mascha und Emily mit. Bei der Gelegenheit holten wir etwas nach, das bei unserem Kleingruppentreffen im Sommer nicht stattgefunden hatte: Andrea wollte von mir gern wissen, wie Günther in seiner Jugend war, denn die Halbgeschwister hatten einander erst vor kurzem aufgrund einer Verlassenschaftssache kennengelernt. Vorher hatten sie nichts von der Existenz des anderen gewußt. 
 
Zum Glück habe ich ein dickes Album mit Erinnerungen an unsere verrückte und wunderbare WG-Zeit. Besondes lustig fand ich, dass Günther selbst die meisten der Fotos aus jenen Tagen nicht kannte, von einem Erinnerungsflash ins nächste verfiel und ganz verzückt Handyfotos von den alten Aufnahmen anfertigte 😊. Und auch sonst hatte ich viel Spaß, wie man vor allem rechts unten sieht 😄.

Unser Blühhügel machte seinem Namen weiterhin alle Ehre. Auf den folgenden Fotos könnt ihr sehen, was hier Ende September noch blühte. Da viele der Pflanzen aus Samenpaketen stammen, sind mir leider nicht alle Blumen bekannt. Kennt jemand von euch den Namen der dottergelb blühenden Blumen auf dem großen mittigen Foto? Sie haben weite Teile des Sommers wunderbar durchgeblüht und sind sogar jetzt noch schöne Farbtupfer auf dem bienenfreundlichen Hügel!


 Blogparade ü30Blogger & Friends Wild Thing

Das folgende Outfit möchte ich gerne bei der neuen ü30 Blogger & Friends Blogparade verlinken. Das Thema lautet diesmal "Wild Thing", und viele der Beteiligten haben bei der Gelegenheit Outfits mit "wildem Muster" gezeigt. Da passt mein "leopardiges" Second-Hand-Jackerl doch gut dazu - auch wenn der eingestickte Text darauf von "lovely und pretty" spricht 😊. Hinzu kommt noch rot als die "wildeste Farbe ever". Ein eigenes Posting zum Thema schaffe ich diesmal leider nicht, aber ich hoffe, meine Teilnahme wird auch so akzeptiert... 

 

Wie bereits erwähnt, war das Herbstwetter in Rostrosenhausen nicht permanent sonnig und nach draußen lockend. Aber für mich zählt zu den schönen Dingen dieser Jahreszeit auch, dass man es sich drinnen so richtig kuschelig und gemütlich machen kann - teilweise sogar mit den im Garten geernteten Schätzen. Vom Sommerflieder zwickte ich ein paar noch blühende Rispen ab, die drinnen in Vasen kamen, der Kürbis durfte nicht nur als Deko dienen, sondern wurde auch zu Kürbis-Apfelkuchen - ungefähr nach diesem Rezept - (mit Vanillecreme und karamellisierten Äpfeln obendrauf) verarbeitet und Kerzen sorgten für Behaglichkeit. Wir haben uns quasi im Kokon eingesponnen - und das machen wir auch im November noch, wenn es uns danach verlangt. Somit passen die folgenden Fotos auch zum November-Monatsmotto der Zitronenfalterin - Im Kokon.

Auch Maxwell war der Meinung, dass es drinnen gemütlicher ist als draußen.

Das folgende Outfit trug ich am 23. September, als wir verschiedene Besorgungen in Bauhäusern & Co. zu erledigen hatten. Mein rotes Leinenkleid trage ich besonders gern wie ein Mantelkleid über Hosen und Shirts. Ihr bekommt später noch eine herbstlichere Variante zu sehen - an diesem Tag war es jedoch warm, und so trug ich dazu mein kurzärmeliges Ringelshirt, meine selbstgefärbte mohnrote Leinenhose, meine rosaroten Öko-Sandalen (ohne Socken 😜) und meinen derben Western-Ledergürtel.


 
Am selben schönen Sonnentag ging ich außerdem walken - diesmal wählte ich nach längerer Zeit mal wieder den Weg durch ein kleines Wäldchen. Schon in einiger Entfernung hörte ich, dass dort etwas Schlimmes vorgehen musste - es knackte und krachte und Motorenlärm war zu vernehmen. Ich ging in den Wald hinein und sah, dass dort ein regelrechtes Baum-Massaker stattgefunden hatte und immer noch stattfand: Die Trasse einer neuen Bahnlinie wird einfach mitten durch dieses kleine Waldstück - und mitten durch bestehende Felder - gezogen, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Sensibilität für die Tiere, die dort leben, offenbar auch ohne Interesse daran, einen idyllischen und etwas abenteuerlichen Waldweg, der für Radfahrer und Spaziergänger interessant war, zu erhalten. Mein ursprünglich gut gelaunter Walkingausflug endete in Tränen; ich setzte mich an den nahegelegenen Fluss  und trauerte um all die toten Bäume, den zerstörten Lebensraum... 

Am nächsten Tag, der ebenfalls noch warm und sonnig war, unternahmen Edi und ich wiedermal einen Ausflug nach Hornstein. In dieser Gegend sind wir auch gerne mal unterwegs, HIER ein paar Links zu älteren Beiträgen über Hornstein-Ausflüge.

Edi zieht - im Gegensatz zu mir - den Bauch ein 😁
 
Wir wählten diesmal einen anderen Weg als zuletzt, allerdings fiel uns auch dort eine erschreckende Entwaldung auf. Immerhin konnten wir an den Wegesrändern ein paar reife Brombeeren naschen. Aber nach etwa einer Stunde kehrten wir um, weil es uns noch nicht gelungen war, bis dahin etwas Baumschatten zu bekommen...

Die kleine Kapelle beim Friedhof von Hornstein habe ich für Novas Glockenturm-Linkup fotografiert.

Danach war es für ein paar Tage mit dem traumhaften Herbstwetter vorbei und die Natur wurde gut von oben gegossen. Doch am 27. September schien wieder die Sonne, das lockte auch unsere beiden Miezen wieder in den Garten. Kater Maxwell, 16, hat sich von seinem Unfall gut erholt, und mittlerweile passiert es auch nur noch sehr selten, dass er (aus Protest oder weil er sich nicht zurückhalten kann oder aus Verwirrtheit?) auf die Türmatte kackt. (Wir haben für ihn ein weiteres Katzenklo besorgt und auf die Türmatte gestellt, das er aber nicht oder kaum benützt. Aber vielleicht hat er den Hinweis verstanden 😉).

Zurzeit ist es eher Katze Nina, 17, die uns ein paar Sorgen bereitet. Seit einiger Zeit sieht sie nicht sehr gut, inzwischen glauben wir, dass sie mehr oder weniger blind ist. Aber sie scheint sich nach wie vor gut in unserem Garten und in dem unserer Nachbarn zurecht zu finden und ihr Leben auch immer noch zu genießen. Vor allem, wenn die Sonne die Steinplatten in unserem Garten wärmt. Allerdings ist sie jetzt doch um einiges gefährdeter als früher...

 

Die Aufnahmen in der folgenden Collage stammen vom 4. und 5. Oktober. In dieser Zeit haben Edi und ich gleich zweimal Kartoffeln geerntet: Zum einen hatte ich im Sommer in unserem Garten nachgesät, zum anderen hatte Edi beim Laufen ein abgeerntetes Kartoffelfeld gesehen, bei dem noch viele Kartoffeln herumlagen. Also taten wir das, was ich als Kind schon gerne mit meinen Eltern gemacht habe: Wir gingen "nachklauben" und haben somit einen netten kleinen Erdäpfel-Wintervorrat für uns angelegt.

Die Tage vom 6. bis zum 13. Oktober verbrachten mein Mann und ich im schönen Salzkammergut. HIER habe ich euch bereits einen Überblick über unsere Urlaubstage geboten, die weiteren Berichte folgen nach und nach.

Zwei Tage nach unserer Rückkehr, am 15. Oktober, traf ich mich mit meiner Tochter Jana, 27, um mit ihr gemeinsam meine Mutter, 94, zu besuchen. In der folgenden Collage seht ihr also drei Generationen der Rostrosen-Mädels 😉. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass dies wieder einmal der letzte Besuch für längere Zeit sein würde, denn aufgrund von mehreren Covid19-Fällen bei den Bewohnern und beim Betreuungspersonal wurde das Heim zwei Tage danach abermals für Besucher gersperrt. Und seit Anfang November wären Besuche wegen des allgemeinen Lockdowns sowieso unmöglich. Nun kann ich wieder nur mühsame Kurz-Telefonate mit meiner Mutter versuchen, aber ich bin froh, dass sie davor wenigstens nochmal ihren Jana-Liebling gesehen hat. Im Anschluss an unseren Besuch gingen Jana und ich griechisch Essen - auch das ist das letzte Mal für längere Zeit gewesen.


Den roten Cardigan hatte ich im Salzkammergut-Urlaub mit dabei gehabt, aber dort kaum getragen. Also verwendete ich ihn danach gleich mehrmals - u.a. bei unserem Mutterbesuch, siehe oben, zur roten Jeans und meinem rot-schwarzen Öko-Longsleeve. Auch die blaue Bluse mit dem rot-grün-weißen Blattmuster habe ich im Urlaub kaum getragen und kombinierte sie zur roten Strickjacke und zu meinen grünen Jeans.

Der Oktober hüllte unserern Garten in wundervoll leuchtende Farbtöne, und wenn dann auch noch die Sonne schien, war das ein umwerfend schöner Anblick. Die folgenden Aufnahmen stammen vom 24. und 26. Oktober. 

Kurz zuvor (am 23.10.) wurde unser Grundstück von einem Naturgarten-Fachmann besichtigt. Unsere Gemeinde hatte nämlich die Bewohner eingeladen, sich zum ermäßigten Preis um eine Natur-im-Garten-Plakette zu bewerben, sofern gewisse Kriterien berücksichtigt werden. Diese Kriterien hat unser Garten zur vollsten Zufriedenheit erfüllt, der Mann sagte mehrmals "gefällt mir sehr, was ich da sehe" 😊...


Am 28. Oktober - eigentlich schon zwei Tage nach dem offiziellen Ende der Fotoausstellung Festival La Gacilly-Baden - konnten Edi und ich noch die "letzten Reste" der Ausstellung sehen. Doch das ist einen eigenen Beitrag wert, deshalb hier nur eine kleine Vorschau:


Der Himmel bot auch im Oktober einiges Interessantes, so z.B. die flockigen Wolken, die ich am 22.10 durch unser Dachlukenfenster fotografiert habe, die Wolkenberge hinterm Hausdach vom 24.10, den Sonnenuntergang und die Vollmondbilder vom 31.10. - und einen nassen Kater gab's auch mal wieder - am 30.10. 🙀😊



In der letzten Collage für heute biete ich euch noch das oben versprochene Outfit mit dem roten Mantelkleid über roten Jeans und rotem Langarmshirt zu meinen selbstbemalten roten Stiefeln und der kleinen roten Tasche vom Second-Hand-Laden. Einzig bei den Ketten habe ich zusätzlich zu meiner roten Afrikakette außerdem die in Orange gewählt - irgendwie fand ich das besser so. Diesen Anzug verlinke ich natürlich bei Marens Linkup Colour-Energy: Rot.
 
So war ich gekleidet, als wir am 29. Oktober mit unseren lieben Vis-a-vis-Nachbarn (siehe dritte Collage) in der Ortschaft Sooß einen Heurigen besuchten. Das war unser letzter Lokalbesuch vor dem Lockdown (und übrigens schon länger für diesen Abend geplant. Zum Glück hat er noch stattfinden können!)
 

Ihr Lieben, ich weiß, das war heute wieder ein Rostrosen-Marathon. Doch die Ereignisse in Wien wollte und konnte ich nicht unkommentiert lassen, zugleich wollte ich meinen Rückblick auf September und Oktober weder länger hintanhalten noch in zwei Teile teilen. Schließlich habe ich einige weitere Salzkammergut-Schilderungen für euch parat (herzlichen Dank bei der Gelegenheit gleich für eure tollen Kommentare zu meinem letzten Salzkammergut-Beitrag) und außerdem den Bericht über das wieder sehr interessante Festival La Gacilly-Baden Photo 2020. (Und bei alledem habe ich noch kein Wort über die US-Wahl verloren, die Edi und mich dieser Tage mehr als jede andere US-Wahl zuvor beschäftigt hat...)
 
Falls ihr heute mit Lesen nicht fertig wurdet, macht euch keinen Kopf, ich brauche jetzt ohnehin wieder rund eine Woche bis zu meinem nächsten Posting 😉. Bis dahin schicke ich euch ...


ganz herzliche Novembergrüße,
eure Traude

 
 
Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden,