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Donnerstag, 22. November 2018

Der "perfekt gefüllte Kleiderschrank" für die kalte Jahreszeit



Der Beginn einer neuen Saison oder die Zeit, wo sich die Temperaturen merklich ändern, 
ist wunderbar dafür geeignet, eine Capsule Wardrobe für die nächsten zwei bis vier Monate 
anzulegen. Spätestens jetzt ist also ein guter Zeitpunkt, eure Schrankinhalte zu durchforsten 
und zu überlegen, was davon ihr im Winter gern an euch sehen möchtet.


Servus ihr Lieben!

[Dieser Beitrag enthält Werbung.] 
Der erste Schnee der Herbst-Winter-Saison 2018/19 fiel in Rostrosenhausen am 19. November.
Höchste Zeit für wärmere Kleidung!



In meinem vorigen Blogbeitrag
 ANL # 35 - nachhaltige Capsule Wardrobe - weit weg von "fad"!
 kündigte ich euch einen Extra-Artikel rund um die Frage an, wie man zur idealen
minimalistischen Garderobe kommt. Ich erzählte euch in diesem Beitrag unter anderem, dass
 eine Capsule Wardrobe keineswegs aus lauter einfärbigen oder dezenten Basisteilen bestehen muss
 - vor allem dann nicht, wenn ihr Freude an Farben und Mustern habt.

Ebenso erwähnte ich, dass eine Capsule Wardrobe aus hauptsächlich dezenten, ungemusterten
Basisteilen hingegen genau das Richtige sein kann, wenn euch dieser Stil begeistert und ihr bereits
einen Schrank voll mit dezenten Teilen habt...


Für meinen Kuraufenthalt 2017 stellte ich eine Capsule Wardrobe mit den Basisfarben schwarz, weiß und beige 
zusammen. Aber nicht ausschließlich. Ein bisschen Farbe wollte ich unbedingt dabei haben - im speziellen 
Fall war die gewählte Farbe ROT - und es gab einige Teile mit Spitze oder ausgefalleneren Mustern




Wie kommt ihr also nun zum perfekt gefüllten Kleiderschrank?

DEN "perfekten Kleiderschrank" gibt es nicht - aber es gibt sicher für jede(n) einzelne(n) von
euch eine passende Lösung. Da Frauen zumeist eine umfangreichere Garderobe besitzen als
Männer, werde ich in der Folge vor allem den weiblichen Teil meiner Leserschaft ansprechen,
doch natürlich kann es auch für Männer hilfreich und vereinfachend sein, den Kleiderschrank
nach der Capsule-Wardrobe-Methode zu gestalten. Filtert bitte einfach die für euch relevanten
Informationen aus meinem Beitrag heraus 😎

♦ Ihr kennt euren Geschmack und eure Lebenssituation besser als sonst jemand - ihr wisst daher 
auch, ob ihr's aktuell lieber farbenfroh und wild gemuster, uni oder dezent wollt, ob ihr Röcke und
Kleider bevorzugt oder Hosen und ob ihr z.B. für Job und Privatleben unterschiedliche Stile benötigt
oder nicht. Und ihr wisst auch, welches Fassungsvermögen euer Schrank hat. *)

*) Ach übrigens, weil ich immer wieder nach der Größe meines Kleiderschranks gefragt werde,
habe ich beschlossen, euch einen Einblick in meinen Kleiderschrank
zu gewähren und euch meine Winter-Capsule 2018/19 zu präsentieren!



Beispiele aus meiner Kur-Capsule 2017

Aller Anfang ist schwer - wie beginnt man mit dem Anlegen einer Capsule Wardrobe?

♦ Wie ich euch HIER schon erzählt habe, schwören zahlreiche Blogger und Stylisten, die ihre
Garderobe nach dieser Methode organisieren, auf die Zahl 37 (inklusive Schuhen, Ober- und
Unterteilen und Jacken). HIER ist Näheres zu diesem Thema ganz gut beschrieben. Ich denke, es
macht Sinn, sich für den Anfang auf 30 bis 50 Teile zu einigen. Aber auch da sollte es kein
"Muss" geben.

♦ Je nach Vorlieben, Möglichkeiten und Bedürfnissen legt ungefähr 5 bis 10 Unterteile (also lange 
oder kurze Röcke, weite oder enge Hosen, eventuell auch Leggings) zurecht. Es schadet nicht, wenn 
diese Teile sehr unterschiedlich aussehen (eher im Gegenteil).

Tipp: Wenn euch nicht einfällt, womit ihr anfangen sollt, sucht euch ein Lieblingsstück heraus
- zum Beispiel wie HIER gezeigt einen gemusterten Pullover. Und baut die Capsule Wardrobe
rund um dieses eine Kleidungsstück auf. (In meinem nächsten Posting werde ich euch dazu weitere
Beispiele aus meinem eigenen Kleiderschrank bringen!)


Capsule-Beispiele, die ich inspirierend finde - von HIER, HIER, HIER und HIER

 ♦ Möglicherweise habt ihr zu den jeweiligen Unterteilen schon das eine oder andere Lieblings-
Oberteil: Dann her damit - und überprüft, ob diese Oberteile eventuell auch mit anderen Unterteilen 
zusammenpassen.

 ♦ Insgesamt werdet ihr in der kommenden Saison wohl ungefähr 15-20 Shirts, Blusen, Pullover, 
Strickjacken, Blazer, Spitzenjäckchen oder -shirts, Boleros, Gilets u.ä. benötigen. Ideal wäre es,
wenn jedes Oberteil sich mit jedem Unterteil "verträgt", aber selbst wenn das nicht der Fall ist, ist
 es kein Problem.

Tipp: Weil manchmal ein farblicher "Ausreißer" für besonders tolle und interessante 
Kombinationen sorgt, kann es eine gute Idee sein, eurer Auswahl ein bis zwei solcher Stücke 
hinzuzufügen.


Beispiele aus meiner Kur-Capsule 2017


♦ Sofern ihr Kleider mögt, fügt eurer Capsule zwei, drei oder gern auch mehr Kleider hinzu.
(Manche Kleider können übrigens auch wie T-Shirts, wie Tunikas oder wie Röcke eingesetzt
werden...)

♦ Dann braucht ihr im Winter noch mindestens einen Mantel und eine warme Jacke sowie mehrere 
Schuh- und Stiefelpaare. Und natürlich Mützen, Handschuhe, Schals und einige andere Accessoires, 
die eure Outfits gut ergänzen und optisch verändern können.

👞👚👗👛👖👡👘👝👠👕👢

Worin liegt der Vorteil einer Capsule Wardrobe?

Eine ausgewählte Mini-Garderobe sorgt für einen besseren Überblick über die Kleidung, die ihr 
besitzt: Jene Kleidungsstücke, die ihr nicht für die aktuelle Capsule Wardrobe ausgewählt habt, 
solltet ihr davon trennen, um nicht durcheinander zu geraten. Entweder, ihr habt einen eigenen
Schrank oder eine Unterbett-Box, wo ihr im Winter die Sommersachen unterbringen könnt und
umgekehrt, oder ihr sorgt zumindest für eine optische Trennung und hängt bzw. legt die aktuell
nicht benötigten Kleidungsstücke "in die hinteren Schrank-Ecken".


Diese Collage enthält Beispiele aus meiner Kur-Capsule 2017 und aus meiner Island-Reise-Capsule


 ♦ Durch mehr Überblick erkennt ihr auch, welche Teile euch tatsächlich noch fehlen. Und ihr
erkennt zugleich, welche Teile ihr eigentlich ohnehin schon in ausreichender Menge habt. Dann
braucht ihr nicht das dritte weiße T-Shirt zu kaufen und spart das Geld für Wichtigeres. (Z.B.
für Farbe zum T-Shirt-Färben 😜)

Tipp: Wenn ihr euch beim Mixen der Kleidungsstücke immer wieder mal denkt: "Hier würden
rote Stiefel / eine blaue Jacke / gelbe Strümpfe / ein brauner Gürtel gut dazu passen!", dann solltet ihr
 Ausschau nach roten Stiefeln / einer blauen Jacke / gelben Strümpfen / einem braunen Gürtel halten
 und bei nächster Gelegenheit zuschlagen! (Oder ihr bastelt euch eure roten Stiefel selbst - KLICK:)


Meine im Jänner 2016 selbst bemalten roten Stiefletten sind immer noch im Einsatz. Inzwischen habe ich auch 
grüne DIY-Schuhe und blaue DIY-Stiefletten.



Einfach und schnell: Wenn viele oder sogar alle Teile miteinander kombinierbar sind, müsst ihr
nicht lange überlegen, was zusammenpasst: Einfach blind zu den Oberteilen und Unterteilen greifen
und sie zu einem Outfit vereinen. Das klappt (meistens) sogar frühmorgens!

Capsules regen zur Kreativität an: Es entstehen vielleicht bisher noch nicht ausprobierte
Kombinationen. Manche können toll sein, manche unter Umständen nicht ganz so toll - das macht
 nichts! Denkt dabei immer an das Zitat der Mode-Ikone Iris Apfel, über die ich euch HIER mehr
erzählt habe:
"Wenn man Kleidungsstücke kombiniert und es sieht nicht so gut aus, wird nicht gleich 
die Modepolizei kommen und dich abholen. Und wenn sie es doch tut, kannst du jede 
Menge Spaß im Gefängnis haben." 
  
 ♦ Nachhaltigkeit - die Kleidung wird wirklich getragen: Je weniger Teile eure Capsule enthält, 
desto häufiger kommt jedes Stück zum Einsatz.

Tipp: Legt zu euren ausgewählten Lieblingsteilen bewußt auch ein bis zwei Teile dazu, die ihr
schon länger nicht mehr getragen habt, und versucht sie in eure Capsule "einzubauen". Denn
möglicherweise kommt dadurch ein Kleidungsstück zu neuen Ehren. Oder ihr kommt endlich
dahinter, warum ihr es nicht mögt. (Dann bitte umnähen, färben, verkaufen, verschenken oder
spenden!)

In der nächsten Saison werden die Karten neu gemischt - versucht dann, die im Vorjahr nicht
benützten Kleidungsstücke zu verwenden, um keine "Schrankleichen" entstehen zu lassen. Auf 
diese Weise könnt ihr von Jahr zu Jahr neue Outfit-Mixe kreieren ohne ständig Neues kaufen zu
"müssen".


Beispiele aus meiner Kur-Capsule 2017

👞👚👗👛👖👡👘👝👠👕👢


Was, wenn ich nicht den ganzen Winter über mit denselben 37 Sachen herumlaufen will?

♦ Dann geht es euch so ähnlich wie mir 😜. Ich möchte eine Capsule Wardrobe als Unterstützung
verwenden, aber nicht als Fessel.

Tipp: Eine gute Idee könnte es sein, zwei bis drei kleinere Capsules anzulegen - zum Beispiel eine
dezente, eine weniger dezente und vielleicht (wenn ihr zu Verrücktheiten neigt) auch noch eine
ziemlich schräge, für den besonderen Modespaß. In der folgenden Collage habe ich euch als Beispiel
drei verschiedene Capsule-Vorschläge herausgesucht:


Capsule-Beispiele von HIER, HIER und HIER


Die Drei-Capsules-Methode: Links oben seht ihr eine Capsule Wardrobe in leicht kombinierbaren
Tönen, von denen die meisten zur Herbst-Farbpalette passen. Nennen wir sie Capsule A. Links unten
ist eine Capsule, die mit Wasserfarbtönen spielt (Capsule B) und rechts eine "Anything-but-Basic"-
Capsule, die ziemlich ausgeflippte Einzelstücke beinhaltet (Capsule C). Theoretisch lässt sich
Capsule A sowohl mit Capsule B als auch mit einigen Teilen von Capsule C mixen. Und auch
Capsule B ist nicht nur mit Capsule A kombinierbar, sondern ebenso mit einigen Teilen von
Capsule C. Das bringt mehr Schwung in eure Kreationen!

Tipp: Wenn ihr eine Mini-Garderobe für den Urlaub anlegen wollt, ist eine Beschränkung auf
wenige Farben sinnvoll, weil der Koffer-Inhalt auf diese Weise besser überschaubar bleibt. Aber
ein bisserl Spaß darf trotzdem immer dabei sein! Zur Not helft euch mit bunten Tüchern, die wiegen
nicht viel und benötigen auch nicht viel Platz!


Tücher, die mich auf der Island-Reise begleiteten, fanden Verwendung als Schal, Stola, Haarband und sogar als Rock!



Alles klar? Wenn nicht, fragt mich! Es ist wirklich nicht so kompliziert, wie es klingt!

Sobald ihr erstmal heraußen habt, wie es geht, funktioniert das Anlegen der nächsten Capsule
schon leichter und auch das Kombinieren geht von Jahr zu Jahr besser von der Hand!

Hier unten zeige ich euch übrigens
ein Kleidungsstück, das ich seit einigen Jahren immer wieder in meine Capsules einbaue, und
zwar sowohl in der warmen als auch in der kalten Jahreszeit: meinen bunten Wickelrock aus Indien.
 Seit ich ihn gekürzt habe, zählt er zu meinen absoluten Lieblingsstücken, denn er enthält genau jene
Energie-spendenden Farben, die ich in seit einiger Zeit am meisten brauche: rot, grün und orange. Er
darf auch heuer wieder bei meiner Winter-Capsule Wardrobe mitmischen - die folgenden Fotos
entstanden erst vor kurzem. In meinem nächsten Posting werdet ihr erfahren, bei welcher
Gelegenheit.




♦ Natürlich muss eine Capsule Wardrobe nicht in jedem Jahr neu angelegt werden, man kann im
der Winter-Saison 2018/19 theoretisch genau dieselben Klamotten tragen wie im Jahr zuvor... aber
mir persönlich wäre auch das zu wenig Abwechslung. Außerdem finde ich es immer wieder
umwerfend und anregend, wie sich allein schon ein einziges neues Stück im Kleiderschrank 
auswirkt, wenn ihr ihn nach der Capsule-Wardrobe-Methode organisiert habt:
1 neues Stück = viele, viele neue Outfits!

♦  ACHTUNG: Ein "neues" Stück kann auch ein Stück vom Flohmarkt oder aus dem 
Secondhandladen sein! Oder ein Kleidungsstück, das ihr jahrelang für ein Schrankmonster
gehalten habt!


♦ Wenn es aus finanziellen oder z.B. aus Platz-Gründen nicht anders geht, wären zumindest ein
paar kleine Teile wie eine neue Kette, ein Tuch oder ein neuer Gürtel in einem anderen
Farbton als bisher eine gute Abwechslung.



👞👚👗👛👖👡👘👝👠👕👢


Zu guter Letzt möchte ich euch zu eurer Inspiration noch eine kleine Capsule Wardrobe für die
kalte Jahreszeit zeigen, die ich aus dem Modeshop Peter Hahn zusammengestellt habe. Ich habe
mir dafür die folgenden zwölf Stücke ausgeguckt:



Cardigan aus 100% Schurwolle-Merino
Rundhals-Shirt mit 3/4-Arm
Strickkleid aus Schurwolle-Merino mit Seide
Blusen-Shirt mit 1/1-Arm
Hose mit Struktur
Dufflecoat


Rundhals-Pullover mit 3/4-Arm
Rundhals-Shirt mit 1/1-Arm
Rock
Bluse mit Blüten-Dessin
Rundhals-Shirt mit langem 1/2-Arm
Bluse mit Rundhals-Ausschnitt



Aber bei Peter Hahn gibt es auch noch weitere hübsche Teile für den kommenden Winter -
zum Beispiel schöne und hochwertige Damen-Pullover. Manche der Kleidungsstücke sind
übrigens bis Größe 56 zu haben:

Schöne Modelle bis Größe 56 - Bildquellen KLICK und KLICK und KLICK


Gut finde ich beim Modeshop Peter Hahn auch, dass es sich hier nicht um Fast-Fashion, sondern um qualitativ hochwertige 
Produkte handelt, die weitestgehend mit meinen Nachhaltigskeitsansprüchen zusammenpassen. (Zitat: „Nachhaltigkeit
ist essenzieller Bestandteil unseres ethischen Grundverständnisses und unserer Unternehmensstrategie. Die Einhaltung 
und weitere Verbesserung der Sozialstandards in unserer Lieferkette steht hierbei im Fokus." Und weiter: "Wir sind stolz, 
dass wir seit mehr als 25 Jahren unsere „Green Cotton Kollektion“ erfolgreich vertreiben – eine Pionier-Leistung. 
Darüber hinaus ist es uns ein wichtiges und selbstverständliches Anliegen uns stetig weiter zu entwickeln."



Nun wünsche ich allen, die es bisher noch nicht getan haben, aber sich nach dieser Lektüre dazu
motiviert fühlen, viel Spaß beim Anlegen einer Capsule Wardrobe für die kalte Jahreszeit! Und ich
hoffe, ihr seid bei meinem nächsten Beitrag, wo ich die Geheimnisse des rostrosigen Kleiderschrankes
lüfte, auch wieder dabei!

Ebenso dabei sein könnt ihr beim aktuellen Linkup von ANL: Bis zum Abend des 1. Dezember könnt
ihr nämlich dort noch eure Postings rund um den Themenkreis Achtsamkeit + Nachhaltigkeit  +
Lebensqualität = A New Life verlinken. Ich freu' mich drauf - und die Welt freut sich noch mehr!


Fotos (wenn nicht anders angegeben): Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude





Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Tinas Freitagsoutfit, Sunnys Linkup Fallen in Love
Color of the Month von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,
den Modischen MatronenNaturdonnerstag von Jahreszeitenbriefe,
der Gartenglück-Linkparty, bei Achtsamkeit+Nachhaltigkeit+Lebensqualität=ANL
und bei einfach nachhaltig besser leben EiNaB


Sonntag, 8. März 2020

Ostsee 2019 - Abschließendes und Reise-Capsule

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Ostsee 2019.



Schönheit ist empfundener Rhythmus.
Rhythmus der Wellen, durch die uns alles Außen vermittelt wird.
Oder auch: Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.
(Christian Morgenstern, 1871 - 1914)


Servus ihr Lieben! 

Heute bekommt ihr das allerletzte Kapitel meines Ostsee-Reiseberichts zu sehen. Denn wie ich euch am Ende meines Kapitels über die schöne Estnische Hauptstadt Tallinn erzählte, entstanden noch einige (sehr wenige!) Fotos am letzten Tag auf See und an unserem Ankunftstag in Kiel. Die möchte ich euch heute zeigen - und außerdem einen Überblick über die Capsule-Wardrobe, die ich auf diese Reise mitgenommen habe.

Als allererstes seht ihr meine Abendgarderobe vom 20. September 2019 - Tag 7 - das war unser letzter Tag auf See. Tagsüber trug ich wohl Jeans und ein Shirt - und zwischendurch garantiert auch Trainingskleidung, denn an unseren Seetagen waren wir immer im Gym einen Teil des guten Futters heruntertrainieren, das es auf dem Schiff gab 😋. 



[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]


Abends hingegen warf ich mich "in Schale" - wir hatten nach dem Abendessen noch etwas vor: 

An Bord wurden während unserer Reise nämlich zwei verschiedene Cirque du Soleil at Sea Shows angeboten. Wir hatten vor der Reise für beide Shows gebucht, eine der beiden musste allerdings wegen eines etwas höheren Seegangs abgesagt werden. Der war für die Passagiere zwar kein Problem - die Gefahr für die Artisten wäre bei dem Gewackel jedoch zu groß gewesen. An diesem Tag gab es für uns zwar den Cocktail und die einleitende Musikdarbietung, aber das Geld für die Karten bekamen wir zurück. Die andere Show, die am letzten Abend stattfand, konnten wir uns glücklicherweise ansehen. Die Fotos der Musikdarbietung hat Edi mit seinem Handy aufgenommen, die übrigen Cirque du Soleil-Fotos stammen aus dem Internet.

Große Fotos aus Edis Handy, kleine Fotos von HIER

Hier noch einmal das Abendoutfit - bestehend aus meinem grünen Seidensari-Rock samt Obi-Wende-Gürtel, Cardigan vom Flohmarkt und Shirt mit Lurexfäden (mehr als zehn Jahre alt - ihr kennt es z.B. von HIER). Das Gruppenfoto rechts in der Mitte wurde an diesem Abend von einer Fotografin aufgenommen, die im Speiseaal herumging. Da hatte ich allerdings das grüne Jackerl ausgezogen.

Die anderen beiden Fotos mit unseren Freunden Rosi und Hans - rechts oben und unten - hat ein Kellner am letzten Tag mit dem Handy geknipst - Tag 8: Irgendwie sehen wir da alle schwarz gekleidet aus, aber das liegt nur am Licht. Wenn ich mich richtig erinnere, waren da Farben von Dunkelblau über Olivgrün bis Schwarz vertreten. Ich trug hier jedenfalls meine blauen Jeans, meinen schwarzen Lochstrick-Pullover und mein grünes Seidenhalstuch mit den Katzen drauf, das ich manchmal z.B. auch als Gürtel oder Haarband verwende. (In diesem Post könnt ihr euch das schöne Tuch genauer ansehen und auch seine Geschichte lesen.)




Und das waren auch schon die letzten Fotos unserer Ostsee-Fahrt. Doch ich habe euch ja noch einen genaueren Überblick über meine Reise-Capsule-Wardrobe versprochen:

Obwohl mein Koffer nicht groß war, hatte ich mal wieder mehr Kleidung mit, als ich letztendlich brauchte. Aber ein paar Reserven und etwas Abwechslung können schließlich nicht schaden. (Wenn ihr noch nicht gesehen habt, wie ich Koffer packe, könnt ihr es euch HIER ansehen.)
Wie ich euch schon im Verlauf meines Reiseberichtes geschildert habe, war meine Reisegarderobe hauptsächlich auf die Farben dieses Gebäudes abgestimmt: auf die Auferstehungskirche in St. Petersburg (die für mich der ursprüngliche Hauptgrund war, weshalb ich diese Reise machen wollte).



Tag 1:
Die Gold-Töne kamen als erste zum Zug - sie passten auch gut zum Abendrot des ersten Abends: Gold- oder messiggelbes Langarmshirt und der schwarze Stufenrock, der mich schon seit vielen Jahren auf Reisen begleitet, weil er bequem, praktisch und vielseitig ist.


Tag 2:
In Kopenhagen blieb ich dem Goldschimmer treu. Ich hatte beim Münchner Bloggertreffen ja dieses reisetaugliche Blüschen von Maren erswappt, dazu bequeme Jeans und das Langarmshirt vom vorangegangenen Abend - und so passte mein Outfit auch gut zu den diversen Blüten und Früchten Kopenhagens, wie z.B. den Quitten und den gelben Rosen bei Schloss Rosenborg:




Die Farbtöne, die ich am Abend des Kopenhagen-Tages trug, entsprachen nicht so sehr den Farben der Zwiebeltürme der Auferstehungskirche, sondern eher den Farben des Gemäuers. Sowohl das cremeweiße Spitzenshirt, das darunter gezogene bräunliche Langarmshirt und den taupefarbigen Spitzenrock kennt ihr schon seit einer Weile, aber ich kann mich nicht erinnern, ob ich die Teile schon einmal so kombiniert habe. Werde ich aber bestimmt mal wiederholen.



Tag 3:
An unserem ersten Tag auf See verhielt es sich so ähnlich wie an unserem letzten - wir machten uns eine gute Zeit auf dem Schiff und gönnten unserem Körper zwischendurch auch mal Bewegung im Gym sowie im Klettergarten. Hier seht ihr übrigens, wie gut man da angegurtet wurde - selbst bei den etwas herausfordernderen Balanceakten, die nach der harmlosen "Hängebrücke" kamen, bestand niemals Absturzgefahr. Die Kleidung war bequem und unaufwendig - Jeans, T-Shirt und meine wunderbare, bestens für kühlere Meeresluft geeignete Strickjacke aus Bio-Merinowolle, die mir auch schon bei der Islandreise gute Dienste geleistet hat.




Am Abend kam der grüne Seidenwickelrock zum Einsatz, hier jedoch mit einem grünen Bio-Seidenshirt und einem in den Rock hineingesteckten weinroten Mini-Sommerkleid als Oberteil. (Das Kleidchen hätte ich an einem anderen Tag auch als Tunika über einer Hose tragen können oder z.B. mit dem schwarzen Rock als verlängertes Kleid, aber das ergab sich dann doch nicht.) Von der ersten Indienreise habe ich auch noch ein hauchdünnes grünes Tuch mitgebracht, das zugleich die weinroten Töne vom Kleidchen und vom Rock-Muster aufgreift - das schlang ich mir als Schal um den Hals. Und um den Dutt hatte ich übrigens das grüne Katzen-Tuch gewunden, aber das sieht man hier nicht gut.



Tag 4:
Der nächste Tag war der in Helsinki und Umgebung, als wir zunächst die entzückenden Rentiere im Nuuksio National Park besuchten und dann auf eigene Faust Teile der Stadt besichtigten. Für solche Ausflüge ist bequeme Kleidung das wichtigste - und weil es in den Wald ging, war sie hauptsächlich in Grün- und Brauntönen gehalten: Unter der Merinowolljacke trug ich das braune Shirt vom Abend des 2. Tages - und dazu meine selbstgefärbte grüne Leinenhose. (Die seht ihr dann bei Tag 6 nochmal genauer.)



Das türkise oder petrolfarbige Kleid kam leider bei der Reise auch nur einmal zum Einsatz - mir wären da durchaus noch ein paar Kombinationsmöglichkeiten eingefallen, aber diese Reise war einfach viel zu kurz (wie die meisten Reisen 😉). Hier mixte ich das Kleid mit meinem hellgrünen Baumwollshirt und dem schwarzen Rock - alle drei Kleidungsstücke sind bereits langjährige Begleiter von mir. Der Wende-Gürtel ist derselbe wie beim Outfit von Tag 7, allerdings seht ihr hier seine andere Seite:



Tag 5:
Dass ich mich in St. Petersburg möglichst stark an die Farben der Zwiebeltürmchen anpasse, war wohl klar 😊😉. Deshalb wickelte ich mir auch aus zwei meiner farblich passenden indischen Seidentücher einen Kranz-Schal. Auch das Langarmshirt vom Vorabend und das T-Shirt in Türkisblau greifen die Farben auf - und die türkise Strickweste aus dem Henry-Laden mischt ebenfalls mit. Diese Secondhand-Jacke hat übrigens dunkelblaue Bündchen, passend zu den Jeans. Die Schuhe sind dieselben wie bei allen Ausflügen dieser Reise: schwarze Salomon-Walking-Teile, die laut meiner Praktischen Ärztin das beste Gehwerkzeug bei langen Fußwegen auf Asphalt sind. (Das erzählte sie mir, als ich seinerzeit die großen Probleme mit meinem Fersensporn hatte.) Und meine empfindlichen Füßchen kommen ja tatsächlich schon seit einigen Reisen wunderbar mit diesen Schuhen zurecht.




Abends blieb ich beim selben Kurzarmshirt, diesmal ohne Untendrunter, aber dafür mit der aus Spanien mitgebrachten Leinen-Spitzenjacke obendrüber. Dazu wieder der Spitzenrock von Tag 2 und mein grünbunter Weltladengürtel:


Tag 6:
In Tallinn passte ich farblich sehr gut zur Tür des Schwarzhäupterhauses. Vor allem meine Jacke aus Merinowolle harmonierte prima damit 😉😊. Dazu hatte ich ein dunkelgrünes Dreiviertelarm-Shirt und meine grüne Leinenhose von Tag 4 kombiniert. Um den Hals trug ich ein mit Grün- und Goldtönen selbstbemaltes Seidentuch, und das grüne Katzentuch hatte ich mir als Schärpe um den Oberkörper geschlungen.



Abends gab es an Bord das Farbmotto "weiß", und da spielte ich mit einem schwarzweißen Mix mit. Die getüpfelte Hose (die ihr auch vom Münchner Bloggertreffen kennt) trug ich übrigens auch während der Anreise am ersten Tag, aber davon existieren keine vorzeigbaren Fotos. (Weil einige danach gefragt haben: Es passiert überhaupt NICHTS, wenn man sich an das Farbmotto nicht hält 😉...)



Mit der mitgebrachten Kleidung hätte ich (mit zwischendurch mal Wäsche waschen) locker noch ein bis zwei Wochen durchhalten können, ohne eine Kombination zu wiederholen. 

Auch sonst hätte diese Reise gern noch länger sein können - an der Ostsee gibt es ja noch einige Perlen, die wir gern gesehen hätten, z.B. Stockholm, Danzig, Riga, die Kurische Nehrung... Aber aktuell sind aus verschiedenen Gründen keine längeren Reisen drin, deshalb ist es gut, dass uns die machbaren Reisen Vielfalt bieten. Wir bedauern es also keineswegs, diese Reise gemacht zu haben, auch wenn wir keine klassischen Kreuzfahrt-Freunde sind. Wir haben - um mit den einleitenden Zeilen von Christian Morgenstern zu sprechen - den Rhythmus der Wellen genossen, wieder ein paar Teile der Welt mit Liebe betrachtet und einiges Schönes entdeckt. 

(Für alle, die es noch nicht gelesen haben: Zum Thema Kreuzfahrten / Umwelt habe ich in meinem Beitrag Gedanken über das Reisen ein paar Anmerkungen gemacht.)



Herzliche Rostrosengrüße
und einen schönen Frauentag 2020 an alle Mädels da draußen  
🌷😉💓
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,



Montag, 3. Februar 2020

Gedanken über das Reisen

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, 
ist die Welt – sieh sie dir an. 
(Kurt Tucholsky)



Servus, ihr Lieben!

Hättet ihr mich vor zwei, drei Jahren gefragt, wie ich mir meinen Ruhestand (oder jedenfalls die besten Jahre davon) vorstelle und was ich da zu tun gedenke, wäre meine Antwort wohl recht eindeutig ausgefallen: "Reisen will ich!", hätte ich gesagt. "Und dann noch reisen und reisen und reisen!"


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Auftrag und ohne Bezahlung.]


Natürlich will ich auch unser Haus, den Garten, unsere Freiheit und manches mehr genießen - doch in der Rangordnung unserer Träume und Wünsche steht Reisen sehr weit oben. Das Geld, das uns beispielsweise eine neue Küche kosten würde, verreisen wir lieber.

In einem Blogbeitrag von 2012 zitierte ich mich selbst:

Reisen gibt meiner Zeit Qualität,
mehr Fülle und Dichte,
intensiver Erlebtes macht die Zeit wertvoller,
größer, stärker, erinnerbarer.
Diese Zeit ist da, sie bleibt für mich fühlbar.
Alltagszeit hingegen versiegt.


(Eine Rostrosen-Weisheit)

Manche können meine / unsere Reiselust wohl nicht so ganz nachvollziehen. Ihnen ist ihr Zuhause, die unmittelbare Umgebung genug, und da hinein wird auch am meisten investiert. Ich sage nicht, dass das falsch ist. Ich weiß aber zugleich, dass auch an meiner Lebensweise nichts falsch sein kann - dafür fühlt sie sich zu richtig an. Es gibt Reisemenschen und Sesshafte, so wie es Morgen- und Abendmenschen gibt, Rechts- und Linkshänder, Kaffee- und Teetrinker... Schon meine Eltern waren Zugvögel, ich habe das mit der Muttermilch eingesaugt. Die Sehnsucht nach der großen, weiten Welt ist genetisch in mir angelegt - in meinem Blut schwingt vermutlich fahrendes Volk mit, Wikinger, Entdecker... HIER hab ich euch darüber auch schon ein bisserl was erzählt.

Wer die Abenteuerlichkeit des Reisens ins Blut bekommt, 
wird diese Abenteuerlichkeit nicht wieder los. 
(Bruno H. Bürgel)




Meinem Mann geht es ähnlich. Es gibt kaum etwas in unseren jeweiligen Leben, von dem wir so lange zehren können wie von unseren Reisen. In jedem unserer Urlaubsfotobücher blättern wir mehrmals pro Jahr und schwelgen in Erinnerungen.

Die Welt ist ein Buch. 
Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
(Augustinus Aurelius)

Vom Saulus zum Paulus?
Soviel zur Vorgeschichte. Wie euch vielleicht aufgefallen ist, beginnt mein Beitrag mit den Worten "Hättet ihr mich vor zwei, drei Jahren gefragt, ..." Wie ist es denn jetzt? Würde ich heute auf die Frage, wie ich mir die besten Jahre meines Ruhestands vorstelle, etwas anderes antworten als noch vor zwei, drei Jahren! JEIN! Die Sehnsucht ist ungebrochen. Wir planen auch weiterhin Reisen, und bisher geht noch keine davon zu Fuß von einem Öko-Hotel zum nächsten. Und doch hat sich etwas verändert - auch wenn ich es nicht an einem einzigen Punkt festmachen kann. Oder nennen wir den Punkt recht grob vereinfacht "den Zustand der Welt"... Damit hängt einiges zusammen, nicht nur mein eigenes "Umweltgewissen".

Nehmt als Beispiel, meine Reiseberichte im Blog. Vor nicht ganz zehn Jahren schrieb ich meinen ersten über die England-Reise im Frühjahr 2010. Es folgten Berichte über zahlreiche herrliche Urlaube. Es machte mir Freude, die jeweiligen Reisen in dieser Form nochmals zu durchleben, und auch, euch durch meine Schilderungen und unsere mitgebrachten Fotos daran teilhaben zu lassen. Hier einer der repräsentativen Kommentare während all dieser Jahre: "Was für eine wunderschöne Reise! So viele unvergessliche Eindrücke, danke dass Du das alles mit uns teilst."

Im Jahr 2019 - nach meinen Berichten über die Fridays for Future, meiner Befürwortung der Klima-Proteste und meiner Vorstellung der Treedom-Baumpflanzaktion - erhielt ich dann erstmals Kommentare wie diesen hier (anonym abgesandt, jedoch mit "Anne" gezeichnet): "Statt auf ihre jährlichen Fernflugreisen zu verzichten zum Schutz unseres geschundenen Planeten, rufen sie zu einer Bäumchenpflanzaktion auf. Nur selber will man nicht zurückstecken, wo doch die Flugreisen so billig geworden sind. Auf mich wirkt ihr Post wie Hohn. Möchten sie mit diesem Aufruf ihr Gewissen beruhigen? Ihre Reiseberichte können sie sich sparen." Und auf Facebook wurde ich von einer (übrigens nicht-anonymen) Leserin u.a. in recht aggressivem Tonfall gefragt, ob ich mich etwa vom Saulus zum Paulus gewandelt hätte, wo ich doch Flugreisen und Kreuzfahrten unternommen hätte (und nun plötzlich die Waren von umweltzerstörerischen Großkonzernen anprangerte). Ich nehme an, die Dame wollte mir damit nahelegen, dass ich mich in der hohen Kunst der Flugscham üben solle, und in der der Kreuzfahrtscham gleich noch dazu. Doch schämen mag ich mich nicht, und mit biblischen Sündern oder Heilsverkündern habe ich auch nichts am Hut.

Möglicherweise handelt es sich bei solchen Kommentaren auch um Trolling - und normalerweise werden solche Individuen nicht von mir "gefüttert". Wenn es mir sinnvoll bzw. auch für andere interessant erscheint, gehe ich zuweilen dennoch auf derartige Attacken ein (siehe ein paar Absätze weiter unten).




Oder nehmt als Beispiel, dass wir uns schon vor einigen Jahren das Ziel gesetzt haben, im Frühling oder Herbst 2021 - also in etwa einem Jahr - eine ganz besondere Traumerfüllungs-Reise zu unternehmen: In den Südosten Australiens sollte sie uns führen, dann nach Möglichkeit auch noch nach Neuseeland, mit einem Stop-over in Singapur und einem in Hongkong. Mal abgesehen von der seit Monaten in Hongkong wogenden Protestwelle und abgesehen vom Coronavirus zieht mich zur Zeit nichts nach Australien, wo die geschätzte Zahl von einer Milliarde Wildtiere in den verheerenden Buschfeuern verbrannt ist. Auch in einem Jahr werde ich die traurigen Bilder, die durch die Medien geisterten, noch nicht aus dem Kopf bekommen haben.

Oder nehmt als Beispiel die Touristenströme und die damit einhergehenden Probleme an manchen sehenswerten Orten. Ich bin selbst "Touristin", doch ich betrachte mich eher als Orte-Fühlerin und gehe daher in gewisser Weise mit dem folgenden Ausspruch d'accord:

Das Reisen war ursprünglich eine Tat der Gottsuchenden und später der Handelstreibenden, noch später der Eroberer und ganz spät eine der Touristen. Man begreift, es kam jeweils Schlimmeres nach. 
(André Heller)




Antwort an Frau Troll:
Der oben zitierten "anonymen Anne" antwortete ich auf ihre Zeilen unter meinem Beitrag Bäume für die Zukunft + Giveaway folgendes:

"Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie meinen Beitrag nicht oder nicht genau gelesen haben. Aber danke dennoch für Ihre Wortmeldung. Um es Ihnen bei der großen Informationsmenge leichter zu machen, verweise ich auf den Text, der unter der Zwischen-Überschrift „Lasst uns einen Baum pflanzen! Oder gleich mehrere!“ steht – hier vor allem Absatz zwei und drei.

Wenn es ums Leistenkönnen und um unsere Lust aufs Entdecken ferner Länder allein ginge, wären mein Mann und ich viermal im Jahr mit dem Flugzeug unterwegs. Sind wir aber nicht. Sie können davon ausgehen, dass für viele Menschen - vorerst eine Übergangsphase angebrochen ist (oder jedenfalls für jene, die schon über ein gewisses Umweltbewusstsein verfügen, aber die sich von den erst jetzt massiver werdenden Informationen im Zusammenhang mit dem Ausmaß des Klimawandels schier erschlagen fühlen.) 
Ich jedenfalls kenne niemanden, der von heute auf morgen sein Leben und seine Pläne komplett umzukrempeln schafft. In der Zwischenzeit suche ich nach Informationen, wie man der Welt zusätzlich helfen kann, die ich selbst nütze und durch die sozialen Medien und persönliche Gespräche an mehrere hundert Menschen weitergebe. Würde ich einfach nur auf einen Flug in einem sowieso startenden Flugzeug verzichten, würde ich gewiss weniger bewirken als wenn ich meine LeserInnen hier an meinen Gedanken und an meinem allmählichen Weg der Veränderung teilhaben lasse. (Dass Kerosin unbesteuert ist und Flugreisen daher zumindest bei manchen Linien so billig sind, empfinden mein Mann und ich übrigens auch als Hohn und haben daher beide eine Petition zur Besteuerung von Kerosin unterschrieben.) * siehe PS
Darf ich fragen, was Sie alles tun, abgesehen von Nicht-Fliegen? Ich lerne gern dazu."

Darauf kam natürlich keine Reaktion. 



Per Bahn, per Schiff, per Flieger, per Pedes, per Wohnmobil?
Ich denke, mit der obigen Antwort habe ich schon relativ genau erklärt, was mir so durch den Kopf geht: Früher wären wir einfach in den Flieger (oder bei näheren Zielen in unser Auto) gestiegen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, heute wägen wir ab. Für unsere Budapest-Reise im Frühsommer 2018 haben wir beispielsweise den Zug genommen. Und wir haben uns auch schon über weitere Bahnreise-Möglichkeiten informiert. Bis vor kurzem wussten wir z.B. nicht, dass es Interrail inzwischen nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene gibt, sondern für jeden mit Wohnsitz Europa! Für die Alterskategorie 27-59 sind die Karten zwar am teuersten, aber auch durchaus leistbar, Senioren ab 60 erhalten Rabatt. Und man muss auch nicht unbedingt einen Monat unterwegs sein, es gibt mehrere Modelle wie z.B. "15 Reisetage innerhalb von 2 Monaten": HIER und HIER könnt ihr mehr über Interrail für alle lesen. 

Als junge Frau habe ich zwei Interrailreisen unternommen (einmal vier Wochen durch Mittel-, West- und Südeuropa, einmal vier Wochen hauptsächlich durch Finnland, Schweden, Niederlande) und fand diese Art und Weise, an die Welt bzw. an Europa heranzugehen, perfekt. Mein Mann hat bisher keine Interrail-Erfahrungen und muss sich da erst herantasten. Ich denke, es wird ihm gefallen, aber wir werden nicht mit einem ganz großen Ticket beginnen. Da wir üblicherweise gemeinsam verreisen, geht es eben auch darum, Lösungen zu finden, die für uns beide passen. Sehr schön fanden wir beispielsweise unseren Wanderurlaub im Ausseerland im Herbst 2018. Einen weiteren Versuch wollen wir mit einem Wohnmobil starten - mein Bruder hat sich bereit erklärt, uns seines für eine kleine Test-Reise zu leihen, das wollen wir unter Umständen heuer mal angehen.

Es wird allerdings auch weiterhin Flugreisen in unserem Leben geben (eine davon ist schon gebucht) und - trotz meiner zwiespältigen Meinung dazu - auch weiterhin ab und zu eine Schiffsreise. Ich habe im Zuge meines Island-Reiseberichts HIER ein bisserl was zu dem Thema geschrieben. Und bevor hier wieder eine anonyme Anne über mich herfällt, lest bitte den folgenden Absatz.

Zahlen und Fakten:
Der Anteil der CO2-Emissionen der Luftfahrt am weltweiten CO2-Ausstoß beträgt 3,01 %. Jener der Schifffahrt liegt laut der folgenden Grafik bei 2,64 %, ist also etwas geringer als jener des Luftverkehrs. Diese Zahlen stammen noch aus 2018, werden also mutmaßlich gestiegen sein. Laut Wikipedia liegt der Anteil der Schifffahrt bei 3 %. Wie auch immer: Damit ist der gesamte Schiffsverkehr gemeint, also z.B. auch das Fischereiwesen und ebenso die Transporte von billig in Südostasien produzierten Schuhen und Klamotten per Frachtcontainerschiff, die Bauxit-Transporte von Brasilien und Australien nach Island, um daraus Aluminium zu erzeugen etc. Kreuzfahrten haben vor allem deshalb einen so schlechten Ruf, weil sie als vermeidbar gelten - doch in meinen Augen sind Transporte dieser Art mindestens genauso vermeidbar. Kreuzfahrtschiffe sind also nur die Spitze des Eisbergs.

Entwicklung der weltweiten CO2-Emissionen*
Quelle: Internationale Energieagentur (IEA), Daten für 2018
Die Emissions-Entwicklung von Industrie, Strom / Wärme und Transport liegen laut dieser Grafik bei weitem 
höher und hatten auch ein stärkeres Wachstum zu verzeichnen als der Luftverkehr.



Ich will damit Flug- und Schiffsreisen nicht verharmlosen, aber ich denke, man sollte wissen, wie verhältnismäßig gering der Beitrag zum Schutz unseres geschundenen Planeten ist, wenn man auf solche Reisen verzichtet. Und ich denke außerdem, solange wir nicht durch unser Konsumverhalten und unsere politische Mitsprache möglichst darauf achten, dass wertvolle Wälder erhalten bleiben und dort, wo schon viel Schaden angerichtet wurde, zumindest Wiederaufforstung betrieben wird, ist jedes andere Opfer umsonst. Alles mit Maß und Ziel - sowohl das Reisen als auch das Konsumieren als auch das Verzichten...

Unsere Reise vom letzten September:
Bald erscheint mein neuester Reisebericht. Die Fotos in meinem heutigen Posting zeigen schon einiges von dieser Reise - unter anderem meine Reise-Capsule-Wardrobe, die ich übrigens ganz bewusst farblich auf jene Zwiebeltürmchen abgestimmt habe, die ihr in der folgenden Collage seht. 



Und ich denke, man kann auf den Fotos auch erkennen, dass uns diese Reise übers Meer geführt hat - über die Ostsee nämlich ... an manch einen schönen und sehenswerten Ort. Wer die Bilder genau betrachtet, wird die Orte vielleicht erkennen, die wir sahen. Es waren Orte, die schon eine Weile auf unserer Kennenlern- oder Wiedersehens-Liste standen. Wir hätten diese Orte möglicherweise auch im Lauf der Jahre einzeln aufsuchen können, doch ist es fraglich, ob das ökologisch sinnvoller gewesen wäre. 

Sinnvoll und freudestiftend war bei dieser Reise in jedem Fall, dass wir sie gemeinsam mit Freunden unternehmen konnten. Denn auch Rosi und Hans (die wir 2010 bei unserer ersten Indienreise kennengelernt haben und seither zumindest einmal jährlich bei Monis Sommerfesten treffen) wollten schon lange eine Ostseefahrt unternehmen, und so stachen wir gemeinsam in See. Unten seht ihr ein fröhliches Foto von Edi mit unseren Freunden an Bord des Schiffes (das übrigens laut Reederei mit neuester - emissionsarmer - Maschinentechnologie ausgerüstet ist).

Mein Reisebericht wird dennoch keine Werbung für Kreuzfahrten sein. Ich möchte euch stattdessen die Orte, die wir besucht haben, in einzelnen Kapiteln vorstellen. Jeder dieser Orte lässt sich auf verschiedenste Weise ansteuern - es bleibt euch überlassen, ob per Bahn, per Schiff, per Flieger, per pedes, per Wohnmobil, per PKW ... oder einfach nur in der Fantasie.




Der Start- und Zielpunkt unserer Ostseereise war Kiel. Angedacht war auch dort ein Freundestreffen - nämlich mit Sabine vom Blog Lifestyle by Bine. Leider schafften wir es aus Timinggründen dann nur, ihr via WhatsApp zu winken. Das war schade, aber wir hoffen, es wird schon bald wieder ein RL-Treffen stattfinden können!

Soviel für heute zu meinen Reisegedanken - nun noch ein Hinweis, der sowohl zum Thema Reisen als auch zum demnächst stattfindenden Valentinstag passt:


Bäumchen der Liebe:
Ich pflanze weiter Bäume - oder genauer gesagt, ich lasse Treedom Bäumchen pflanzen und werde Baumpatin. Außer den oben genannten gibt es viele Gründe, um Bäume zu pflanzen. Nicht nur Reisende wie ich tun der Welt etwas Gutes damit. Fast niemand in der westlichen Welt hat einen so tadellosen ökologischen Fußabdruck, dass ein Baum "zuviel des Guten" wäre. In diesem Sinne: #LetsGreenThePlanet mit Treedom!*) Mehr darüber im PS!


 Werbung: Es ist mir ein Bedürfnis, über Treedom und seine wertvolle Arbeit zu berichten. 
Als Dankeschön für den Beitrag stellt mir Treedom zwei Bäume zur Verfügung. 
Pflanze einen Baum zu Valentinstag
Ökologisch sinnvoll und sozial wertstiftend: 
Bäume pflanzen mit Treedom. (Foto: © Sabrina Alfonso)
Für den Valentinstag haben sich die Leute von Treedom wieder etwas Hübsches einfallen lassen. Ihr könnt euch mit eurem Liebsten oder eurer Liebsten durch eine Doppel-Baumpatenschaft verbinden. Gleichzeitig helft ihr damit Kleinbauern und könnt zumindest einen Teil des CO2, das ihr produziert, mithilfe der Bäume kompensieren.

https://www.treedom.net/de/plant-a-tree
https://www.treedom.net/de/plant-a-tree

Herzliche rostrosige Grüße,
eure Traude



Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup,
My week in colours von Maren - Farbwunder Style, Style Splash von Emma,


PS:
  • Für alle die ebenfalls wollen, dass eine euopaweite Kerosinsteuer für den Flugverkehr eingeführt wird, um Billigflügen ein Ende zu bereiten, hier der Link zur Petiton.
  • Hier ein interessanter Bericht zum Thema Luftfahrt und Klimaschutz.
  • #LetsGreenThePlanet - Verschenke zum Valentinstag einen Baum von Treedom: Treedom ist die einzige Webseite, die es ihren Nutzern ermöglicht, sich untereinander zu vernetzen und einen Baum aus der Ferne zu pflanzen. Durch die Anpflanzung ausgewählter Baum- und Pflanzenarten wird das lokale Ökosystem gestärkt und die Obst- und Nutzbäume garantieren mitunter eine Einnahmequelle für die Kleinbauern und deren Communities vor Ort. Jeder Baum verfügt über eine eigene Profil-Seite, wird geolokalisiert und bei seiner Verpflanzung fotografiert. Auf diese Weise kannst du als Baumpate deinem Schützling online folgen und sein Heranwachsen virtuell miterleben.