Samstag, 4. Juni 2022

Mai-Ausflug mit Sigrun und "Alles Finster"

 

Servus ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr seid gut im Juni gelandet! Vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem Kurz-Posting über unsere beiden "Mai-Auszeiten". (Und falls ihr's wegen meiner Abwesenheit versäumt habt - es gab davor auch noch ein vorprogrammiertes Italien-Reiseberichts-Kapitel über einen ganz besonders schönen Ort - Cortona mit Eremitage "Le Celle". Von meinem Italien-Reisebericht wird es demnächst übrigens noch ein letztes Kapitel geben, dann ist es geschafft 😉)

Heute möchte ich euch unter anderem Bilder von einem Ausflug zeigen, den wir am 3. Mai mit meiner "Tante" Sigrun im Wandergebiet Mannersdorf am Leithagebirge unternommen haben. Wir waren in diesem Gebiet nicht das erste Mal mit Sigrun unterwegs, denn sie lebt ganz in der Nähe dieses Gebietes. HIER habe ich euch z.B. im Jahr 2018 von einem gemeinsamen Ausflug erzählt und euch außerdem das genaue Verwandschaftsverhältnis erklärt.
 

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Diesmal entführte uns Sigrun in einen Teil der Gegend, den wir noch nicht kannten, und wir gingen auch nicht ständig auf markierten Pfaden. Auf einer Wiese sahen wir einige typische Magerwiesen-Blumen und auch sonst gab es unterwegs interessante Pflanzen zu entdecken. In der oberen Collage seht ihr z.B. Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) mit einer wilden weißen Narzisse (Narcissus); außerdem links Kriechender Günsel (Ajuga reptans) und rechts ein Immenblatt (Melittis melissophyllum).

In der oberen Collage gibt es u.a. eine Blaurote Steinsame oder purpurblaue Rindszunge (Buglossoides purpurocaerulea) und eine Blindschleiche zu sehen (genauer: eine Westliche Blindschleiche - Anguis fragilis), die ihre Schwanzspitze offenbar schon zur Selbstverteidigung abgeworfen hatte. Der Text zum Foto von Edi oben rechts lautet: "Schatz, zieh mal den Bauch ein, damit man sieht, wie schmal der Weg ist." 😁

In der folgenden Collage seht ihr oben links eine Kugelblume (vermutlich eine Echte Kugelblume - Globularia bisnagarica)*), oben Mitte einen Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)  und oben rechts ein Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit hauptsächlich rosarot gefärbten Blüten.**)

*) Falls ihr euch fragt, weshalb ich in letzter Zeit zumeist auch die botanischen / zoologischen Namen nenne - meine nicht-deutschsprachigen Leser tun sich leichter mit der Übersetzung.

**) Weil diese Pflanze auf ein- und demselben Stängel meist rosa und blau-violette Blüten trägt, wird sie auch "Hänsel und Gretel" oder "Brüderchen und Schwesterchen" genannt: Beim Aufblühen sind die Blüten noch rosa, in den nächsten Tagen wird die Farbe jedoch dunkler. Dieser Wechsel von rosa zu blau-violett wird durch den Zellsaft in den Blüten hervorgerufen. In jungen Blüten ist der Zellsaft sauer, der Farbstoff ist rot - in älteren Blüten ändert sich der Säuregrad, der Zellsaft ist dann neutral bis schwach basisch und der Farbstoff dadurch blau. Für die Wildbienen, die das Lungenkraut besuchen, ist die Farbe ein Hinweis auf den Nektargehalt der Pflanze: Die jungen rosaroten Blüten enthalten mehr Nektar als die Blauen, deshalb werden erstere von den Bestäubern bevorzugt.

Sigrun führte uns auch zu einem Platz im Wald, an dem sich diese kleinen "Knusperhäuschen" befinden. Es handelt sich dabei um einen mittlerweile offenbar in Vergessenheit geratenen Kinderspielplatz, der vermutlich in den 1960er Jahren von Mitgliedern einer örtlichen Natur-und-Wander-Organisation liebevoll gestaltet wurde. Inzwischen ist er eher zu einem "lost place" geworden.

Auch das Schild unten mit dem Gedicht "Der Wanderer" befand sich an einer Hütte bei diesem Spielplatz. 

Der Mensch erlebt die schönsten Stunden
wenn er mit der Natur verbunden!
Und das genießt, wie kaum ein anderer,
der Naturfreund als froher Wanderer!

... heißt es da unter anderem. Das hätte natürlich prima zur inzwischen beendeten Blogparade "Wanderlust" der ü30-Blogger gepasst, aber dazu habe ich ja ohnehin schon meinen Beitrag verlinkt.

Was gibt es in der nächsten Collage sonst noch zu sehen? Links oben Kleines Immergrün (Vinca minor), darunter Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), darunter eine Schale mit Vergissmeinnicht (Myosotis), die auf einem Tisch bei der Hochfilzerhütte stand, daneben eine zartlila blühende Pflanze, die Sigrun nicht kannte, die sie aber vor allem wegen der kleinen "Kügelchen" interessierte. Meine Freundin Brigitte hat allerdings recherchiert und fand die Antwort: Es handelt sich um eine Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera). Die "Kügelchen" (oder genauer gesagt, die in den Blattachseln wachsenden bräunlich-violetten Knoten) sind so genannte Brutknollen (Bulbillen). Neben Rhizomen dienen diese Bulbillen zur Vermehrung der Pflanze, indem sie von Ameisen verschleppt werden.

Oben rechts seht ihr ein schönes Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), eine der größten heimischen Orchideen, und unten rechts Sternmieren (Stellaria).

Alles Finster:
Edi und ich waren, wie ihr wisst, bei der Mini-Serie "Alles Finster - Überleben für Anfänger" als Komparsen mit dabei. Im PS meines Blogbeitrages vom 18. April 2022 erzählte ich euch, dass diese sechsteilige Komödie, in der es um einen europaweiten Stromausfall geht,  ab 25. April an drei aufeinander folgenden Montagen in Doppelfolgen auf ORF 1 gezeigt wird. Natürlich haben wir die gesamte Serie sowohl aufgenommen als auch angesehen. Wir mussten zwar lange warten, bis "unsere" Szenen ausgestrahlt wurden, aber tatsächlich, in der sechsten und letzten Folge sah man uns. Wie aufregend 😁!
 
Alles finster
Foto von HIER

Edi war ja schon mal bei einem Komparsenauftritt im Fernsehen zu bewundern, und zwar als Mönch in der TV-Serie "Vienna Blood". Damals fertigte er ein paar Bildschirmkopien an, ich habe sie euch HIER im PS gezeigt. Die Idee gefiel mir, und so habe ich auch diesmal Bildschirmkopien gemacht. Für alle, die die Serie vielleicht bei einer späteren Ausstrahlung sehen werden, ist es eine Hilfestellung, um uns leichter zu finden 😉 und für uns eine schöne Erinnerung 😊. (Mittlerweile weiß ich, dass sich auch der Bayerische Rundfunk an der Serie beteiligt hat, ich denke also, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft auch in Deutschland zu sehen sein wird.) 


"Unsere" Szenen spielten bei einem Versorgungspunkt: Ein junger Mann namens Patrick (dargestellt von Michael Edlinger im roten Rad-Dress) versucht über eine Soldatin ("Oberleutnant Julia Lehner", dargestellt von Julia Edtmeier) an Insulin für ein zuckerkrankes Mädchen heranzukommen. 

Wir waren beide zu sehen, und zwar häufiger, als wir das ursprünglich erwartet hatten, allerdings erkannte man uns manchmal nur für den Bruchteil einer Sekunde. Bei den meisten Bildern sollte man außerdem wissen, wo man suchen muss - daher habe ich sowohl Edi als auch mir in den Collagen zwecks besserer Erkennbarkeit ein rotes Krönchen aufgesetzt 😉. 

Oben beispielsweise sieht man Edi und mich sogar mehrmals im selben Bild - Edi war einer der Soldaten, die beim Versorgungspunkt Wache standen und Absperrungen aufstellten, und mich seht ihr hier oben mit meinem Rucksack in der Warteschlange stehen. Denn zu diesem Zeitpunkt dauerte lt. Drehbuch der Blackout bereits seit einigen Wochen an und natürlich waren all den Menschen, die sich hier anstellten, schon so wichtige Dinge zur Neige gegangen wie haltbare Lebensmittel, Medikamente, Batterien, Kerzen, Klopapier, Gastkartuschen für Campingkocher etc.

In der oberen Collage seht ihr pro Bild entweder Edi oder mich. Ich habe da schon mein Paket erhalten und schleppe meine "Beute" davon. (Die Zusammenstellung der Kleidung war ein Wunsch der Kostümdame gewesen; wir sollten alle "bunt zusammengewürfelt" und auch ein bisschen erschöpft aussehen. Letzteres war nach mehrstündigen Dreharbeiten ganz einfach darzustellen. Da es vor Drehbeginn kurz zu regnen begonnen hatte, waren meine Hosenbeine unten außerdem mit Wasser vollgesaugt.)

In der nächsten Szene hat Patrick das Insulin erhalten - und ich mein "Care-Paket". Mein Auftrag lautete, in Richtung Feuerwehrauto abzugehen, während Patrick vorbeiradelt. Da jede Szene aus mehreren Perspektiven gedreht wird, musste ich mein "schweres" (leeres) Paket und meinen vollen (mit meiner Ersatzkleidung und persönlichen Utensilien angefüllten) Rucksack ungefähr viermal am Feuerwehrauto vorbeischleppen.

So viel also zu den Szenen, in denen wir zu sehen waren. Doch was mich jetzt vor allem interessieren würde ist: Wie interessant oder wie wichtig findet ihr das Blackout-Thema? 

Habt ihr die Serie gesehen oder euch andere Sendungen (z.B. Dok1 oder andere Dokumentationen) zum Thema angeschaut? Oder habt ihr den mittlerweile 10 Jahre alten Technik-Thriller Blackout – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg gelesen? Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, was alles nicht funktioniert, wenn der Strom ausfällt und wie ihr euch in solch einem Ernstfall verhalten würdet? Seid ihr gut oder eher mangelhaft vorbereitet auf einen länger andauernden Stromausfall oder seid ihr vielleicht sogar echte Prepper? Habt ihr ausreichend Wasser, lange haltbare Lebensmittel, alternative Koch- und Heizgelegenheiten bzw. Decken, wenn die Heizung ausfällt, Kerzen oder andere stromfreie Lichtquellen, ein batteriebetriebenes Radio, um im Notfall wichtige Informationen empfangen zu können, vielleicht sogar einen Stromgenerator? Was würdet ihr tun, wenn die Toilettenspülung nicht mehr funktioniert? Habt ihr mit euren wichtigsten Menschen vorsorgliche Vereinbarungen getroffen, falls ihr mit ihnen nicht mehr telefonisch in Verbindung treten könnt?

Für uns war die Auseinandersetzung mit diesem Thema sehr interessant. Da die Wahrscheinlichkeit eines europaweiten Stromausfalls binnen der nächsten fünf Jahre lt. Expertenmeinungen sehr hoch ist, denke ich, es kann nicht schaden, sich eine kleine oder größere Notfallsausrüstung zuzulegen. Edi und ich sind zwar bestimmt nicht perfekt vorbereitet, aber wir haben im letzten Jahr ein bisschen aufgerüstet (Wasservorräte in Flaschen und Kanistern, Lebensmittel in Dosen und Einweckgläsern, Kerzen, Grillkohle, Ofenholz etc.) und außerdem mit unserer Tochter und ihrer kleinen Familie Notfalls-Vereinbarungen getroffen. 

Hier ein paar Artikel zum Nachlesen:

https://www.focus.de/finanzen/news/blackout-gefahr-so-realistisch-ist-ein-wochenlanger-stromausfall-in-deutschland_id_24419301.html

https://www.saurugg.net/blackout/risiko-eines-strom-blackouts

https://gesund.co.at/blackout-wie-wahrscheinlich-ist-ein-grosser-stromausfall-und-was-ist-zu-beachten-36837/

 
Ganz herzliche Rostrosengrüße 
und wunderschöne Pfingsttage!

Alles Liebe,

eure   T  r  a  u  d  e




Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 

  

PS:

Abermals habe ich hier ein paar Unterschriften- bzw. Mail-Aktionen für euch, und ich möchte euch bitten, mitzumachen und sie kräftig zu teilen. (Die oberen beiden Petitionen können von Leserinnen und Lesern aus der ganzen Welt unterschrieben werden):

Stoppt das Massaker am Amazonas

Stoppt das Massaker am Amazonas: Die Yanomami leben seit Jahrhunderten direkt im Herzen des Regenwaldes. Er ist ihre ganze Welt. Aber jetzt wird diese Welt durch illegale Goldgräber brutal zerstört - die Yanomami kämpfen um ihr Überleben (und letztendlich um das Überleben von uns allen - denn ohne Regenwald ... kein Leben). Bitte unterschreibt die Petition und teilt sie, damit möglichst viele unterschreiben - danke: https://secure.avaaz.org/campaign/de/amazon_emergency_loc_rb/

 
 Ein Mann an der Spitze eines kleinen Bootes zeigt begeistert den Regenwald
 
Keinen Holzeinschlag an den Flüssen Ulu Lioh und Ulu Lijan: Abermals geht es um den Regenwald, diesmal in Südostasien: Die Wälder auf der Insel Borneo spielen für den Kampf gegen die Klimakrise und für den Erhalt der Artenvielfalt eine wichtige Rolle. Indigene Völker setzen sich für deren Bewahrung ein. Etwa in Gemeinden an den Flüssen Ulu Lioh und Ulu Lijan. Dort schützen die indigenen Iban die Natur vor Holzfällern und bitten dringend um unsere Unterstützung. Bitte unterschreibt und teilt diese Petition: https://www.regenwald.org/petitionen/1259/keinen-holzeinschlag-an-den-fluessen-ulu-lioh-und-ulu-lijan?
 
nuclear symbol png
Eil-Aktion für meine LeserInnen aus Deutschland: Gas und Atom sind nicht grün! Die EU-Kommission will Erdgas und Atom als nachhaltige Energien definieren. Das ist nicht nur großer Unsinn, sondern hätte gefährliche Auswirkungen auf den Klimaschutz in ganz Europa. Die Abgeordneten im Europäischen Parlament können das stoppen. Fordert sie dazu auf, indem ihr ihnen jetzt eine kurze Protest-Mail schickt! Mehr darüber HIER: https://mitmachen.wwf.de/stop-fake-green


Dienstag, 31. Mai 2022

Zwei "Auszeiten" im Mai

 Servus ihr Lieben!

 

Sodale, jetzt bin ich wieder "im Lande". Wir Rostrosen waren nämlich im Mai nicht nur "viel unterwegs", wie ich in meinen vorangegangenen Posts erwähnt habe, sondern teilweise auch außer Landes. 

Heute gibt es deshalb einen untypisch kurzen Rostrosen-Beitrag - ich möchte euch nur rasch zeigen, wo wir uns zuletzt herumgetrieben haben. Über beide Orte werde ich euch demnächst mehr berichten - hier also nur zwei Vorschau-Collagen:

Zuerst waren wir zwei Tage lang dort, wo ein Teil des kostbaren Wiener Wassers herkommt - in Wildalpen. Eine traumhaft schöne Gegend, und wir haben dort im Rahmen mehrerer Führungen viel Interessantes erfahren, z.B. über Quellschutzwälder:


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Kurz darauf verbrachten wir zehn sehr angenehme, harmonische und lustige Tage mit meiner Blogfreundin *) Andi aus München und ihrem Mann Michi auf Mallorca - zum Wandern, Kultur und gutes Essen genießen, Relaxen - und um die schönsten, möglichst un-touristischen Seiten der Balearen-Insel kennenzulernen. 

*) Andi und ich haben einander vor Jahren durch unsere Reiseblogs kennengelernt und es gab schon mehrere Begegnungen in Österreich und Deutschland. Inzwischen gibt es nur noch Andis Blog Flögi utazásai in ungarischer Sprache. Ihr könnt ihn aber mit Hilfe von Google translate übersetzen. Sie hat dort bereits mit ihrem Mallorca-Reisebericht begonnen. Bis ich zu meinem komme, dauert es wohl noch ein paar Wochen...)

Unser Nina-Kätzchen wurde derweil von unseren Nachbarn versorgt. Sie wird dort sehr lieb gehabt und verwöhnt. Trotzdem machte ich mir Sorgen, denn Nina ist nicht nur 19 Jahre alt und blind, sondern hat auch ein (vermutlich bösartiges) Geschwür an der Seite. Keiner von uns weiß genau, wie sich das noch auswirken wird, aber wir hatten vollstes Vertrauen, dass unsere Nachbarn das Richtige tun; im Notfall hätten sie auch telefonischen Kontakt mit uns aufnehmen können. Doch das war gar nicht nötig.

Zwischendurch hat Nina einmal erbrochen, aber Jasmine hatte glücklicherweise noch Übelkeits-Tabletten von Kater Maxwell. Die haben geholfen und mittlerweile geht es unserer süßen "Gemeinschafts-Mieze" wieder den Umständen entsprechend gut und sie ist bei Appetit. Die Situation mit den Arbeitern, die den Teich bei den Nachbarn erneuern, war zwar unpraktisch, aber auch das haben alle Beteiligten gut bewältigt. Nach unserer Rückkehr gab es großes Gekuschel mit unserer Nina - denn sie ist niemals beleidigt, wenn wir von Reisen zurückkommen, sondern zeigt uns immer nur, wie sehr sie sich darüber freut, leckt uns ab, ist verschmust und schnurrig 😻.

Fotos von Jasmine

Jetzt ist unser Urlaub jedenfalls wieder vorüber und ich danke euch, dass ihr mir währenddessen die Treue gehalten habt 😊. Schon bald (voraussichtlich am Sonntag) wird es in meinem Blog weitergehen mit zwei weiteren "Mai-Erlebnissen". Ich hoffe, auch ihr hattet alle einen genussvollen, schönen und gesunden Mai!

Nun wünsche ich euch noch 
einen guten Start in den Juni -

alles Liebe,

eure   T  r  a  u  d  e




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Donnerstag, 26. Mai 2022

Italien-Reisebericht - Cortona mit Eremitage "Le Celle" (Toskana)

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Italien 2021.


Ciao ihr Lieben!

Für den 24. September 2021 hatte sich unsere "Ausflugsberaterin" Brigitte ein ganz besonderes "Schmankerl" einfallen lassen - einen Ort von besonderer Ausstrahlung. 


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Sonnenblumenfelder mit Blick auf den Monte Sant'Egidio und die Stadt Cortona
 
ist eine franziskanische Einsiedelei und liegt ganz in der Nähe der toskanischen Stadt Cortona in der Provinz Arezzo. Dieses Kloster wurde im Jahr 1211 begründet - von keinem Geringeren als Franz von Assisi (1181 oder 1182 bis 3. Oktober 1226).
 
Während einer Predigtwanderung suchte er einen Rückzugsort zum Gebet. Der junge Adelige Guido Vagnottelli, der sich später dem Orden anschloss, bot ihm ein abgelegenes Areal mitten im Wald an, in der Nähe eines Wasserlaufs und eingebettet zwischen den natürlichen Höhlen des Monte Sant'Egidio - einen Ort der Stille und Spiritualität. (Auch schon davor - bereits im Jahr 1199 - war dieser Ort als Einsiedelei dokumentiert worden.) Hier erbaute Franziskus seine "Cella"; noch heute kann man diese Klosterzelle und das Oratorium seiner ersten Gefährten besichtigen. In seinem Todesjahr 1226 soll er hier auch eine seiner wertvollsten Schriften, sein "Testament", diktiert haben, in dem der bereits erblindete und stark geschwächte Franziskus seine gesamte spirituelle Erfahrung zusammenfasste.
  
Die Klostermauern und ein herrlicher Ausblick!

Der Ordensbruder Elias nahm die einfache Zelle von San Francesco als Bezugspunkt und ließ ab dem Jahr 1235 weitere fünf Zellen, ein Oratorium und ein Refektorium in Fächerform anbauen. Im Laufe der Jahrhunderte gab es zusätzliche Erweiterungen entlang des Berghanges, doch der ursprüngliche Kern der Anlage wird durch Franziskus' Zelle repräsentiert. Heute ist das Kloster als Casa di preghiera („Haus des Gebets“) ein spirituelles Zentrum - ein Ort, der durch seine Beschränkung auf das Wesentliche und den Kontakt mit der wilden Natur bestens für innere Einkehr geeignet ist.

In der Collage hier oben seht ihr den Raum vor Franz von Assisis Cella, der als Oratorium genutzt wird, und die schmale Tür, die zu eben dieser Zelle führt. Das Eintreten in die Klosterzelle von Franziskus wird durch ein Gitter verhindert, doch man kann hineinblicken. Ihr seht auf dem Foto rechts unten, wie winzig sie ist und wie beengt die hölzerne Bank, die angeblich von Franz von Assisi als Bett genutzt wurde. Ich persönlich hätte an seiner Stelle lieber auf dem Boden genächtig. Aber ich bin auch nicht für ein Leben in Askese geschaffen.


Mit einem Leben in dieser Landschaft hingegen könnte ich mich durchaus arrangieren - sie ist wunderschön und bietet auch heute noch eine Ruhe und zugleich eine kraftvolle Ausstrahlung, die in der modernen Welt nur an wenigen Orten zu finden ist (vor allem an Orten, die von Menschen bewohnbar gemacht wurden).  

Der Klosterkomplex ist so gebaut, dass er dem natürlichen Verlauf der Landschaft folgt. Die Zellen und anderen Räume des Klosters sind in Stufen an den Talhängen angeordnet, während Steinbrücken die Verbindung zwischen den Räumen herstellen.


Auch über das Flussbett führen mehrere Steinbrücken; die Ponte del Granduca bot sich uns für ein kleines Shooting an 😊. Wenn man sie überquert, kommt man zu einem Pfad, auf dem wir ein Stück entlang des Flusses spazierten. Und wir waren uns einig, dies ist ein wirklich besonderer Ort, dessen Besuch sich gelohnt hat.


Seht ihr den schönen Schmetterling oben links und unten rechts? Und die alten Steinbänke samt Tisch?

Ganz in der Nähe der Klosteranlage befindet sich die Basilika der Heiligen Margherita, Schutzpatronin von Cortona. Sie lebte im 13. Jahrhundert und war eine italienische Nonne, die dem Franziskanerorden angehörte und ihr Leben neben dem Gebet den Werken der Nächstenliebe widmete. 1728 wurde sie aufgrund ihrer mystischen Visionen heiliggesprochen. Bereits wenige Jahre nach Margheritas Tod im Jahr 1297 wurde der Sakralbau errichtet. 

Seit etwa 1330 beherbergte die Kirche schließlich den Leichnam von Santa Margherita, der auch heute noch dort aufgebahrt wird. Ich persönlich finde das Ausstellen von toten Menschen ja irgendwie makaber, aber für manche Gläubige ist es vielleicht wichtig, mit eigenen Augen sehen zu können, dass diese heiliggesprochenen Menschen tatsächlich einmal exisitert haben (?) Das Innere der Basilika fand ich jedenfalls ausgesprochen schön, farbharmonisch, ästhetisch - und den Blick über die dortige Landschaft ebenso.

wurde auf den Ruinen einer mittelalterlichen Festung errichtet, die bei der Plünderung von 1258 zerstört worden war und die ihrerseits auf den Überresten einer etruskischen und römischen Anlage ruhte. Sie thront auf einer Anhöhe über der Basilika - am höchsten Punkt von Cortona. Sie entstand 1556 auf Wunsch des Großherzogs der Toskana Cosimo I. de' Medici. Die Fortezza wurde erst vor kurzem restauriert und ist heute Schauplatz von verschiedenen Veranstaltungen.                            

Bei unserem Besuch fand dort eine Fotoausstellung statt. Im Außenbereich wurden Aufnahmen der Fotografin Catherine Panebianco gezeigt, die eine Landschaft oder ein Gebäude der Jetztzeit einem alten Diapositiv gegenüberstellten, was interessante Effekte ergab. (Titel der Ausstellung: "No Memory is ever alone")

Im Inneren der Burg wurden ausdrucksstarke alte Schwarzweißfotografien ausgestellt, die einen Teil der italienischen Geschichte der Vierziger- bis Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts erzählen.

Stadtrundgang Cortona:
Als nächstes begaben wir uns durch eines der Stadttore (die Porta Colonia) in die Altstadt von Cortona. Die Stadt liegt auf einem Bergrücken des Monte Sant'Egidio an der toskanisch-umbrischen Grenze und zählt zu den schönsten Hügelstädten der Toskana. 
 
Der Ort wurde von den Etruskern gegründet und von den Römern kolonisiert; es gab in der Folge zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen und das für italienische Städte übliche Auf und Ab. Nach dem Verkauf der Stadt an die Florentiner im Jahr 1409 entwickelte sie sich jedenfalls prächtig.

Wir spazierten ein wenig durch die engen Gassen und gönnten uns dann auf der Piazza della Repubblica, dem schönen Hauptplatz Cortonas, ein Mittagessen und ein Bier (das leider nicht aus der Brauerei Pfanner stammte - jener Bierherstellungsstätte mit österreichischen Wurzeln, über die ich euch HIER erzählt habe 😉). Aber la Birra Moretti war auch nicht schlecht - und erinnerte uns immerhin an den österreichischen Schauspieler Tobias Moretti, mit dem wir 2021 bei den Dreharbeiten zu "Das Netz" als Komparsen gearbeitet hatten 😁...

 

Ein Besuch dieses sehenswerten Ortes und der oben gezeigten Sehenswürdigkeiten ließe sich beispielsweise auch gut mit einem Aufenthalt beim wunderschönen Lago Trasimeno verbinden, der ganz in der Nähe liegt. Und die Provinzhauptstadt Arezzo ist nur etwa 30 Kilometer von Cortona entfernt. Über beide Orte habe ich euch in früheren Reiseberichtskapiteln erzählt - klickt einfach auf die Links.

Oben sowie auf dem großen Foto in der unteren Collage ist die Renaissance-Kirche Santa Maria Nuova von 1554 zu sehen, die im Norden außerhalb der Stadtmauern liegt.

Unten seht ihr einerseits die Statue der Heiligen Margherita, die (wie oben schon erwähnt) die Schutzpatronin von Cortona ist. Andererseits zeige ich euch moderne (oder zeitlose) Kunst, die uns in mehreren italienischen Städten begegnete und die uns sehr gut gefiel: die Bronzeplastiken des toskanischen Künstlers Andrea Roggi (* 1962). In Cortona entdeckten wir auch eine Galerie mit seinen Werken: menschliche Figuren, die mit Olivenbäumen verschmelzen, Kugeln, die an unsere Erde denken lassen, Paare, die sich in die Lüfte erheben... Die Skulpturen sind voller Poesie und - zumindest erscheint es mir so - voller Liebe zur Natur.


 

Dom von Cortona / Cattedrale di Santa Maria:
Die Kathedrale von Cortona wurde auf den Überresten eines alten römischen Tempels erbaut und erstmals im 11. Jahrhundert als Pfarrkirche erwähnt. Das Erscheinungsbild der ursprünglichen mittelalterlichen Kirche wird größtenteils durch spätere Ergänzungen (Renaissanceformen und Barockisierungen) überlagert.

Auf der Rückfahrt zu unserem Ferienhaus sahen wir noch weitere malerische Berg-Orte und interessante Wolkengebilde:

Abschiedsessen in Ambra:
Dies war bereits unser letzer Abend in der Toskana. Und so gönnten wir uns noch ein stimmungsvolles und köstliches Abendessen im Gastgarten des Alla Corte Di Bacco, einem Restaurant in Ambra. Das Outfit, das ich dazu trug, habe ich euch in diesem Blogbeitrag schon etwas "näher" gezeigt. 

 

Die nostalgischen roten Boots von der Fa. Pratesi, die wir an diesem Abend in einem Schaufenster in Ambra sahen (siehe letzte Collage, kleines Foto ganz oben mittig), hätten's mir übrigens total angetan gehabt. *) Am Abend war der Laden jedoch nicht mehr geöffnet und außerdem gab und gibt es ja meinen Vorsatz, mir nichts mehr zu kaufen, das ich nicht wirklich brauche... (Tja, manchmal ist es gar nicht so einfach, möglichst wenig zu konsumieren 😉....) 

*)  Denn ich habe mich inzwischen von meinen im Jahr 2016 selbst bemalten roten Stiefletten getrennt. (Die Absätze waren locker, ganz allgemein trage ich inzwischen lieber noch flachere Schuhe, und eine neue Besohlung hätte sich letztendlich nicht mehr gelohnt. Doch all die Jahre hindurch hat die Farbe gehalten und ich bin froh, dass ich es gewagt habe, sie seinerzeit in meiner Wunschfarbe zu bemalen.)

Am nächsten Morgen sagten wir "Auf Wiedersehen" zur Toskana - doch ganz so einfach war es dann gar nicht, unser Feriendomizil zu verlassen, denn der Wagen streikte. Und auch sonst gibt es über den nächsten und übernächsten Tag noch so einiges zu erzählen. Also, bleibt bitte dran: Fortsetzung folgt ...

 

 Fotos von Brigitte, Edi und mir
Ciao & Arrivederci,

  T  r  a  u  d  e




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