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Einige von euch haben mir geschrieben, dass sie sich schon auf den Mallorca-Reisebericht freuen, also will ich gleich damit loslegen. Aus Zeitgründen schaffe ich diesmal leider keine so ausführlichen Reise-Schilderungen wie z.B. über unsere Italienreise im vergangenen Herbst. Aber ich denke, ihr werdet trotzdem einiges Interessantes von der größten Insel der Balearen-Gruppe zu sehen und zu lesen bekommen.
*) Andi ist eine in München lebende Ungarin und hat früher den Blog "Flögis Reisen" betrieben, führt jetzt allerdings nur noch ihren Reiseblog in ungarischer Sprache - Flögi utazásai. Sie hat dort bereits mit ihrem Mallorca-Reisebericht
begonnen. Ihr könnt ihn mit Hilfe von Google translate
übersetzen. Wir haben einander bereits einige Male getroffen, z.B. in München, aber auch mehrmals bei uns daheim.
Edi und ich überlegten ein paar Tage und konnten uns auch vorstellen, dass es mit Andi und Michi gut funktioniert. Ich sah mir im Internet an, welche Möglichkeiten die Insel abseits der großen Touristen-Ballungszentren bietet, dann klärten wir mit unseren Nachbarn, ob sie sich von 18. bis 28. Mai um unsere Katze Nina kümmern könnten - und der Rest ist Geschichte 😊. Heute will ich euch über unsere ersten drei mallorquinischen Tage erzählen.
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| Großes Bild: Ackerwinden-Trauereule (Tyta luctuosa) auf Lavendel ****) |
Unsere Freunde wollten an diesem Tag die Orte Portocolom und Cala Figuera besuchen - Edi und ich hingegen hatten beschlossen, zunächst in Montuiri und Umgebung zu bleiben und uns hier die nahegelegensten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Denn unter anderem gibt es in diesem Ort eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte -
... Son Fornés, eine Siedlung der Talayot-Kultur:
Bei der Talayot-Kultur handelt es sich um eine prähistorische Kultur zwischen dem Ende der Bronze- und dem Beginn der Eisenzeit, gekennzeichnet durch Turm- und andere Bauten in Großsteinbauweise (Megalithkultur). Es handelt sich dabei um aus Steinblöcken gebaute Siedlungen, die zwischen 1300 v. Chr. und 500 v. Chr. auf den Balearen entstanden. Son Fornés zählt zu den besterhaltenen talayotischen Siedlungen Mallorcas.
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| Oben links die Silhouette von Montuiri mit kreisendem Greifvogel; unten rechts: Großer Kohlweißling (Pieris brassicae) |
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| Auf einer Eibischblättrigen Winde (Convolvulus althaeoides) saß ein besonders schöner Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni); rechts unten Zwergbrotmohn (Papaver setigerum) |
Weniger gut gefiel uns, wie manche der Tiere hier gehalten werden. (Das habe ich übrigens auch in die Bewertung bei diversen Reiseportalen einfließen lassen.)
Den jungen Ziegen, ihren Müttern und dem Geflügel schien es noch recht gut zu gehen, die waren in einem relativ großen eingezäunten Bereich zu Hause, in dem es Erde und Gras gibt. Aber die schwarzen Schweine, die Schafe mit ihren Lämmern und einige größere Ziegen hatten nichts als einen nackten Betonboden, auf dem sie gehen, stehen, liegen konnten - ganz ohne Einstreu und mit nur sehr wenig Schatten. Auch die Esel, die eigentlich relativ viel Platz hatten, wirkten vernachlässigt und irgendwie traurig - sie taten uns allesamt sehr leid ... und sie waren nicht die einzigen Tiere auf der Insel, die wir bedauerten (siehe PS).
Am späten Nachmittag kehrten wir in unser Feriendomizil zurück und trafen dort wieder mit unseren Freunden zusammen. Die beiden sind große Liebhaber von Fisch und anderen Meersfrüchten, und auch wir essen, wenn wir am Meer sind, gern Fisch und andere landestypische Speisen. Da passte es wunderbar, dass Andi und Michael diesmal vier große frische Doraden für das Abendessen besorgt hatten. Während der Fisch im Ofen war, entspannten wir uns noch ein wenig im und am Pool. In der Luft lagen dabei die Rufe der Mauersegler (Apus apus), die ständig auf der Jagd nach Insekten über uns hinwegschwirrten, aber sich leider nur sehr schlecht fotografieren ließen.
Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse - wen wundert es, bei diesem Anblick? Der Sonnenuntergang war eine wahre Show - sensationell schön! Auch sonst ließen wir es uns gut gehen. Edi und ich brachten unseren beiden Freunden ein Kartenspiel bei, das wir selbst erst vor kurzer Zeit von Brigitte und Peter gelernt hatten. Das Spiel heißt "Stechen" und ist sehr einfach, aber zugleich lustig und tricky. Leider konnte ich im Internet keine Spielregeln dazu finden, die ich hier verlinken könnte. Es ist möglicherweise ein sehr "lokales", sprich "österreichisches" Kartenspiel... Wie auch immer, wir spielten es an fast jedem Abend - und hatten Spaß.
Tag 3 - 20. Mai 2022:
An diesem Tag wollten wir einiges gemeinsam unternehmen und fuhren daher zu viert in Richtung Westen los. Unser erstes Ziel waren die ...
... Jardines de Alfabia:
Die Gärten von Alfabia liegen am Fuß des Tramuntana-Gebirges zwischen Bunyola und Sollér. Sie existieren seit dem 12. Jahrhundert und sind maurischen Ursprungs. Die Mauren waren Meister der Bewässerungstechnik, und davon leben die Jardines de Alfabia auch heute noch.
Andi und ich waren nicht ganz einer Meinung, ob sich der Besuch dort gelohnt hatte - sie fand die Anlage nicht gut gepflegt und den Eintrittspreis von 8 Euro überzogen. Ich hingegen war glücklich, dass es den Tieren dort erheblich besser geht als jenen in Els Calderers (wo der Eintritt übrigens 8,50 Euro beträgt). Allein dafür bin ich schon bereit, etwas mehr zu bezahlen.
Die Anlage (bzw. der Bereich, durch den Besucher spazieren dürfen) ist zugegebenermaßen nicht besonders groß, doch sie besitzt in meinen Augen Ausstrahlung. Ich mag den Charme des etwas Verfallenen. Und ich denke, es ist sehr kostenintensiv, solch ein Areal zu erhalten. Es gibt verschiedenste Außen- und Innenräume zu erkunden. Wasserspiele, Tiergehege, Orangen- und Zitronenplantagen, unterschiedlich bepflanzte Blumenbeete, Palmen und andere exotische Pflanzen sowie das Herrenhaus selbst und die ehemaligen Stallungen.
Die Anlage ist eingebettet in eine traumhafte Landschaft, allein das macht schon einen gewissen Reiz aus. Besonders schön muss es zur Blütezeit des Blauregens (Wisteria) sein, der dort in einem der Laubengänge wächst - siehe Schild in der Collage oben.
Danach furen wir auf einer Bergstraße mit 36 Kurven über den 500 Meter hohen Pass Coll de Sóller unserem nächsten Ziel entgegen - der Stadt ...
Abgesehen von den nostalgischen Verkehrsmitteln fanden wir in Sóller vor allem die Architektur sehenswert. Mir fiel auf, dass einige Gebäude große Ähnlichkeit mit den Gaudi-Bauten in Barcelona hatten - schließlich waren wir vor 10 Jahren in Barcelona auf den Spuren von Antoni Gaudi unterwegs gewesen - hier geht's zu meinem damaligen Barcelona-Reisebericht. (Selbst Google Lens hielt das folgende Haus - großes Foto - irrtümlich für die Casa Vicens von A. Gaudi 😁.)
Tatsächlich ist Sóller neben Palma die zweitwichtigste Stätte des Modernisme auf der Insel Mallorca; die Fassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu (siehe Collage oben) und auch die Vorderfront der Banco Central Hispano (siehe Collage unten, ganz links) wurden z.B. von Antoni Gaudís Schüler Joan Rubió i Bellver entworfen.
Es hätte in dieser Stadt vermutlich noch mehr Interessantes zu sehen gegeben, doch wir hatten nur einen zeitlich begrenzten, gebührenpflichtigen Parkplatz etwas außerhalb des Zentrums finden können, also gönnten wir uns nach einem kleinen Stadtrundgang bloß noch einen Iced Latte Macchiato in einem hübschen Gastgarten und spazierten dann zum Auto zurück, um zu unserem nächsten Ziel zu fahren.
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| In der Mitte mein erfrischendes Bier 🍺, unten links die erschöpfte Wandertruppe am Ende des Ausflugs, unten Mitte ein schöner Distelfalter (Vanessa cardui) auf einer Skabiose. |
eure T r a u d e
beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Thursday Art Date von Rain, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta, All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid
PS:
Oben habe ich erwähnt, dass ich euch über unsere Ferienunterkunft am Ende noch ein bisschen mehr erzählen werde.
- Zuerst das Positive: Das Ferienhaus - genauer gesagt eine Wohnung mit Pool und zwei Terrassen - war wirklich riesig. Es gab zwei Badezimmer, insgesamt vier Schlafzimmer, Vorraum, Wohnzimmer und Küche waren ebenfalls sehr geräumig und schön.
- Ich verlinke euch hier das Quartier, damit ihr es auch ansehen könnt - allerdings möchte ich es euch trotzdem nicht empfehlen. Denn der Vermieter war nicht sehr sympathisch - sprich geldgierig und nicht tierfreundlich. Seine Wohnung befand sich gleich neben der Ferienwohnung und sein "Garten" - eine Erdwüste - grenzte direkt an unser Areal mit dem Swimmingpool an. (Der Vermieter hatte aber keinen Poolzugang, zum Glück.) In dem "Erdwüste-Garten" lebte ein armer Hund - eine kleine Promenadenmischung - bzw. er vegetierte dort eher vor sich hin. Wir haben nie erlebt, dass der Besitzer oder seine Frau mit dem Hund interagiert hätten - abgesehen davon, dass sie ihm mal ein Stück Brot von der Terrasse zuwarfen. (Er wird aber wohl auch noch artgerechteres Futter bekommen haben... hoffen wir jedenfalls.) Er winselte oft und wirkte sehr verängstigt.
- Dazu kam noch, dass es in der Ferienwohnung keine sonst übliche Grundausrüstung gab (wie weitere Rollen Toilettenpapier, Spülmittel, Gewürze etc.) All das mussten wir selbst kaufen.
- Bei einem nächtlichen Regenguss erwies sich, dass die Fenster undicht waren - die Küche stand unter Wasser.
- Und am Schluss wurden wir bei der Stromabrechnung übers Ohr gehauen. Edi und ich waren später als unsere Freunde angekommen und reisten auch später wieder ab. Das heißt, am letzten Tag, als der Vermieter den Stromverbrauch ablas, waren nur noch wir beide da. Er verlangte die Summe von uns zusammen mit der Kurtaxe. (Vor diesem Urlaub habe ich noch nie erlebt, dass wir in einem Appartment den Strom bezahlen mussten - aber so stand es tatsächlich im Vertrag.) Leider waren wir zu vertrauensselig, um einen Beleg für diese Zahlung zu verlangen - bzw. es wäre auch kompliziert gewesen, da der Besitzer weder deutsch noch englisch verstand und unsere marginalen Spanischkenntnisse für solche Themen nicht ausreichen. Und so hatten wir keinen Beweis, als Andi und Michi eine Vorschreibung über denselben Betrag erhielten und ihn noch einmal bezahlen mussten... Kurz und gut - das Quartier ist groß und günstig gelegen, aber eine Empfehlung möchte ich dafür nicht aussprechen.
- Doch ihr kennt mich bzw. uns Rostrosen inzwischen gut genug - wir lassen uns den Gesamteindruck eines Urlaubs nicht allzu leicht verderben, weil hier und dort nicht alles perfekt war.



























































