Dienstag, 12. April 2022

Großtrappen-Balz: Ausflug zum Vogelschutzgebiet

Servus ihr  Lieben!

 

Um die Balz der Großtrappen zu beobachten, trafen wir am 26. März 2022 wieder in derselben Besetzung zusammen wie schon bei unseren Ausflügen zum Dionysos-Wanderweg und nach Orth an der Donau oder nach Bad Vöslau - mit unseren Freunden Brigitte und Peter sowie Gabi und Rudi. 

Und es stießen noch ein paar weitere "Natur-Verrückte" dazu. Entschuldigt bitte - aber ein bisserl verrückt muss man schon sein, wenn man um 5 Uhr aufsteht, um irgendwo im Burgenland ein paar weit entfernte seltsame Vögel zu beobachten 😁*)

*) Dabei sind wir gerade noch halbwegs heil davongekommen - Rainer Raab, der Vogelexperte, der unser Grüppchen anführte, hatte ursprünglich als Treffpunkt 5 Uhr vorgeschlagen. Das hätte 3 Uhr aufstehen bedeutet! 😅 Glück gehabt - denn wir zählen nicht gerade zur Spezies der Morgenmenschen, im Gegenteil 😁!

 

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Die "Natur-Verrückten" im Europaschutzgebiet (Fotos: Traude)

Es gibt auf dieser Welt nur noch wenige Orte, wo man Großtrappen antreffen kann - dieser ist einer davon... Das Vogelschutzgebiet befindet sich im Dreiländereck Österreich - Ungarn - Slowakei. Die weite, offene Landschaft bietet ideale Lebensbedingungen für die Trappen und für viele weitere Vogelarten. 
 
Trotzdem waren die Trappen auch hier vom Aussterben bedroht. Vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Errichtung von Mittel- und Hochspannungsleitungen kam es zu einem dramatischen Bestandseinbruch. Die Jagd tat ihr übriges: Im Jahr 1995 gab es im Burgenland nur noch 90 Exemplare!
 
Doch durch intensive Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand der Großtrappe in den letzten Jahren hier bemerkenswert erholt: In der Winterzählung 2021 wurde ein Bestand von 620 Tieren festgestellt, davon leben allein in der Region Parndorfer Platte - Heideboden 540 Großtrappen! Wir erfuhren, dass es weltweit keinen Ort mit einer größeren Bestandsdichte dieser Vögel gibt!
 
Rechts unten seht ihr Mag. Dr. Rainer Raab, den Mitteleuropäischen Trappenkoordinator und 
Trappenbetreuer, der unsere Truppe begleitete und uns viel Interessantes über Großtrappen und 
andere in der Region lebende Vögel erzählte. (Fotos: Traude)
 

Die Schutzmaßnahmen:
Die Jagd auf die Großtrappe ist mittlerweile europaweit verboten, doch das allein würde nicht ausreichen. Um Störungen der Vögel zu vermeiden, wurden allein im Bezirk Neusiedl am See 9000 Hektar zum "Natura2000"-Schutzgebiet erklärt. Hochspannungsleitungen (die Haupt-Todesursache von Großtrappen) wurden in diesem Gebiet Trappen-sicher gemacht, Niederspannungsleitungen im Boden verlegt
 
Rainer Raab, der seit 1999 im Großtrappenschutz tätig ist und seit 2005 im Greifvogel-Schutz arbeitet, erzählte uns außerdem, dass Telemetrie-Studien mit Raubvögeln und der Großtrappe wichtige Instrumente zum Schutz der Tiere sind: Die Tiere werden mit Sendern versehen, um herauszufinden, wie gefährlich Stromleitungen, Windparks etc. für diese Vögel sind. 
 
[Zum Thema Windparks gibt es in diesem Zusammenhang übrigens eine gute Nachricht: Sie haben sich als längst nicht so gefährlich erwiesen, wie gerne angenommen wird - Windkraftwerke stehen bei den Todesursachen von Großtrappen und Greifvögeln erst an siebenter Stelle. Stromleitungen z.B., aber auch intensive landwirtschaftliche Nutzung und leider ebenso Gift sind viel gefährlicher für diese Tiere. Mehr Infos zum Thema HIER und HIER.]

(Fotos: Brigitte)
 
Außerdem werden Bauern dafür entschädigt, ihre Felder brach liegen zu lassen. (Ich dachte immer, manche Bauern wären inzwischen zu faul, um sich um ihre Felder zu kümmern, dabei geht's hier um Naturschutz! 👍)  In der folgenden Collage links oben seht ihr z.B. eine solche Trappenbrache. (Und daneben seht ihr ganz klein schon ein paar Trappen.) Auch für andere Bodenbrüter wie z.B. Kiebitze ist es wichtig, dass manche Felder unbestellt bleiben. Deshalb wird zuweilen einfach ein Streifen auf einem Feld freigelassen - siehe untere Reihe Mitte. 

Rainer Raab befürchtet allerdings auch hier Auswirkungen des Ukrainekrieges: Da der Getreide- und Rapsanbau in der Ukraine wegfällt und Versorgungs-Autarkie in den einzelnen Ländern generell wichtiger wird, könnte es sein, dass die Förderungen für brach liegende Felder bald wegfallen oder im Vergleich zu bestellten Feldern zu wenig einbringen. Dann ist die Frage, wie wichtig den jeweiligen Bauern der Naturschutzgedanke ist...
 
(Fotos: Traude)

Und nun möchte ich euch den Vogel, über den ich hier die ganze Zeit spreche, endlich näher vorstellen:
 
Die Großtrappe (Otis tarda) zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. (Nur manche der in Afrika vorkommenden Riesentrappen sind schwerer). Erwachsene Trapphähne haben ein Gewicht von etwa 8 bis 16 Kilogramm, eine Körperlänge von etwa 105 Zentimeter und eine Flügelspannweite bis zu 260 cm. Das Weibchen wird meist nur halb so groß und schwer. Großtrappen können bis zu 20 Jahre alt werden. Die Großtrappe hat ein rötlichbraunes, geschecktes Gefieder. 

Während der Balzzeit präsentieren die Hähne "stolz" ihre weißen Balzfedern. Sie heben diese Federn auf eine Art und Weise an, dass es aussieht, als würden sie ihr Innerstes nach außen stülpen. Sie sind dadurch auch auf große Entfernung gut zu erkennen.

Einst war die Großtrappe in den Steppen in einem großen Gebiet zwischen Marokko, Spanien und der Mongolei heimisch. Dazu Rainer Raab: "In der Steppe gibt es keine Hindernisse in der Luft. Deshalb liegen die Augen der Großtrappe evolutionsbedingt an der Seite des Kopfes. Die Großtrappe sieht zwar sehr gut, was um sie herum passiert, nach vorne sieht sie aber eher schlecht. Deshalb erkennt sie Hochspannungsleitungen zu spät. Die Tiere erreichen Fluggeschwindigkeiten bis zu 60 km/h. Eine Kollision mit den Leitungen endet deshalb meist tödlich.“ (Quelle)

ACHTUNG: Die folgenden Fotos hat niemand aus unserer Gruppe aufgenommen - sie stammen aus dem Internet:

Fotos aus dem Internet: Die oberen drei Fotos stammen aus Wikipedia, Bild der fliegenden 
Großtrappe von HIER, balzender Trapphahn und Trapphenne während der Balzzeit von Freepik.

 
Ich zeige euch diese Nahaufnahmen, damit ihr die Vögel, um die es geht, genauer erkennen könnt. So nahe kamen wir an die Großtrappen nämlich nicht heran -  sie sind extrem scheue, wachsame und störungsempfindliche Vögel. Störungen während des gesamten Jahres, vor allem aber während der Brutzeit, führen zu einer Schwächung der Tiere und zu einer Bedrohung der Population. Wir haben uns sagen lassen, dass man solche Fotos fast nur zustandebringt, wenn man sich auf äußerst behutsame Weise in unmittelbarer Nähe der Balzgebiete eine getarnte Foto-Grube oder ein Tarnzelt baut und darin übernachtet. Und auch dann nur mit sehr, sehr viel Geduld und einer guten Fotoausrüstung...

Foto- und Beobachtungs-Ausrüstung:
Unten seht ihr teilweise, wie unser Trüppchen ausgerüstet war: Manche setzten vor allem auf Beobachtung mit leistungsstarken Ferngläsern und Teleskopen. Letztere waren wirklich gigantisch gut - wir durften ebenfalls durchsehen, das war ein "WOW-Effekt". Manche hatten Kameras mit mehr oder weniger zweckdienlichen Teleobjektiven dabei. Edi und ich brachten auch diesmal wieder unsere "Afrika-Ausrüstung" mit, also die Objektive, die wir z.B. in Namibia erfolgreich für unsere Fotosafaris verwendet haben. Schon damals haben wir uns mit dem leistungsstärkeren Sigma 150-600mm Contemporary abgewechselt. Diesmal durfte Edi dieses "Monsterobjektiv" verwenden und ich hatte das übliche "Reiseobjektiv" Nikkor 18-200 auf meine Nikon 5300 aufgeschraubt. 

Zu Beginn war's noch bitterkalt [daher meine "Pferdedecke" 😉] (Fotos: Brigitte, Gabi, Peter, Traude)

Allerdings war meine Objektivwahl nicht perfekt. Ich konnte damit leider kaum Trappenfotos machen - die Vögel waren dafür viel zu weit entfernt. Mit solchen Distanzen hatte ich einfach nicht gerechnet bzw. mich zu sehr auf Edi und das Monsterobjektiv verlassen - beim nächsten Mal nehme ich meine Coolpix P900 zusätzlich mit. Die ist zwar etwas langsam und die Bilder wirken immer etwas flach / konturlos, aber sie hat ein 24-2000 mm-Objektiv. Damit wäre ich an die Trappen ein gutes Stück näher rangekommen. (Schnell muss man bei Trappen ohnehin nicht sein, außer wenn sie fliegen...)

Und Edi hatte an diesem Tag unerwartete Probleme mit dem Sigma-Objektiv: Seine Kamera zeigte manchmal Fehlermeldungen, manchmal nicht, das Scharfstellen (ob nun händisch oder automatisch) wollte nur ab und zu klappen... - offenbar gab es irgend ein Kontaktproblem, das sich während des ganzen Ausflugs nicht auf Dauer lösen ließ. Erst gegen Schluss setzten wir das Sigma endlich auf meine Kamera auf 🙈 - das klappte dann etwas besser. 
 
Ein paar Fotos von Trappen und anderem Getier sind Herrn Rostrose aber trotz seiner Kameraprobleme zum Glück doch gelungen - z.B. diese hier:
 
Linkes Foto mit dem einzelnen Rehbock - rechts darüber sieht man auch noch einen Kiebitz fliegen (Fotos: Edi)

Gabi hatte sich Brigittes Canon ausgeliehen, weil ihre eigene in Bad Vöslau kaputt gegangen war (und hoffentlich repariert werden kann) - mit dem Superzoom gelangen ihr die folgenden Aufnahmen. In der Mitte könnt ihr besonders gut drei balzende Hähne erkennen. Die Hähne balzen übrigens nur in den Morgenstunden, daher hat sich das frühe Aufstehen gelohnt! Das Reh im Hintergrund zeigt sich von der Balzerei völlig unbeeindruckt, aber vielleicht sind manche Hennen von der Show begeistert? (Wir Tierbeobachter waren es in jedem Fall! 😊)

(Fotos: Gabi)

Wenigstens schaffte ich mit meinem Objektiv Landschaftsaufnahmen (inklusive Maulwurfshügeln) und einige Fotos von anderen, weniger weit entfernten Tieren, wie z.B. von diesen beiden Graureihern (Ardea cinerea) oder von einigen aufgeregt umherhoppelnden Feldhasen. (Ostern ist schließlich nicht mehr weit! 😉🐇)

(Fotos: Traude)

Nächste Collage (im Uhrzeigersinn): fliegende Großtrappe, Trapphennen im Feld, männliches blühendes Weidenkätzchen der Sal-Weide (Salix caprea), fliegende Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus), Trapphennen, Rehe:

(Fotos: Gabi)

Nächste Collage: Rotkehlchen (Erithacus rubecula), kämpfende Rehböcke,  Kiebitzschwarm (Vanellus vanellus), nochmals die Rehböcke, zwei Kiebitze, Raupe vom Zimtbär-Falter (Phragmatobia fuliginosa)

(Fotos: Gabi und Traude)

Nächste Collage: Der Geifvogel in der Mitte ist ein Mäusebussard (Buteo buteo), unten rechts mit den weißen Schwanzfedern ein Seeadler (Haliaeetus albicilla), beim Vogelschwarm links handelt es sich abermals um Kiebitze (Vanellus vanellus). Alle anderen Tiere habt ihr eh schon gesehen 😊

(Fotos: Edi)

Der Vogel ist ein Feldsperling oder Feldspatz (Passer montanus) - (Fotos: Traude)
(Fotos: Edi)

Die gelben Vögelchen (sowohl im Geäst als auch neben dem Baumstamm - dort leider schlecht zu erkennen) sind laut Gabi Goldammern (Emberiza citrinella). Ich habe diese hübschen kleinen Sänger schon häufig gehört und auch ab und zu gesehen, aber diesmal sind mir erstmals halbwegs brauchbare Fotos von ihnen gelungen.

(Fotos: Traude)

Nächste Collage - oben von links nach rechts: männliche Weidenkätzchen der Sal-Weide, Wacholderdrossel (Turdus pilaris), weibliche Weidenkätzchen der Sal-Weide (Salix caprea) - unten wieder die konkurrierenden Rehböcke.

(Fotos: Gabi)

Natürlich sahen wir all diese Tiere nicht nur an einem einzigen Ort, wir mussten uns teilweise auf abenteuerliche Pfade begeben, z.B. auf diese nicht sehr vertrauenerweckende Brücke. Ich fotografierte Gabi bei der erfolgreichen Überquerung, dann fotografierte sie uns, und auch das schöne Seeadler-Foto ist Gabis Werk. Edi fotografierte das Schilf, das sich im Wind wiegte. Kalt war es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, wie man an meiner inzwischen abgelegten Jacke erkennt.

(Fotos: Gabi, Edi und Traude)

Zwei Graureiher (Ardea cinerea) und ein Silberreiher (Ardea alba) - (Fotos: Traude)

Nächste Collage - oben von links nach rechts: Kaiseradler (Aquila heliaca), Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria), Mäusebussard (Buteo buteo); großes Foto, ganz toll von Gabi erwischt: Turmfalke (Falco tinnunculus).

(Fotos: Gabi und Traude)

Bei den folgenden Fotos hatten Edi und ich teilweise schon unsere Objektive getauscht. Nur bei dem Foto in der oberen Reihe links noch nicht, deshalb ist der mittig am Schilfrand stehende Silberreiher, den ich fotografiert habe, kaum zu sehen. Die fliegenden Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus) auf dem Foto daneben und auf dem großen Foto erkennt man aber schon recht gut 😊:

(Fotos: Edi und Traude)
 
Leider war nicht alles, was wir gesehen haben, ein erfreulicher Anblick. Unten seht ihr z.B. den Flügel eines toten Rebhuhns - vermutlich gerissen von einem Greifvogel - armes Hendl, aber das gehört eben zur Natur, fressen und gefressen werden. Der Müll hingegen gehört nicht zur Natur: Links unten eine Plastikfolie, die schon eingeackert wurde und somit eines Tages zu Mikroplastik wird, rechts unsere Sammlung von Patronen, die wir vor allem am Ufer eines kleinen Teiches in rauhen Mengen fanden. Brigitte hat sie mitgenommen, fachgerecht entsorgt und das Foto an die entsprechende Stelle gesandt, um sich dort darüber zu beschweren, dass die Jägerschaft offenbar nicht imstande ist, den selbst verursachten Müll wieder zu entfernen... (Ich weiß zum heutigen Zeitpunkt nicht, ob sie darauf bereits eine Antwort erhalten hat.)

(Fotos: Brigitte)

Bei den schwimmenden Vögeln, die Gabi fotografiert hat, handelt es sich um Kampfläufer (Calidris pugnax), streng geschützte Zugvögel. Von ihnen lassen die Jäger also hoffentlich ihre Finger. Woher der deutsche Name dieser hier so friedlich dahinschwimmenden Schnepfenvögel stammt, weiß ich leider nicht ganz genau. Aber vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit dem Balzverhalten der Männchen, die sich (wie ich HIER gelesen habe) "während der Balz zu avifaunistischen Bodybuildern" aufblasen, "zu machohaft grotesken, brustgeschwellten Figuren" 😁 und Kämpfe mit Rivalen austragen...

(Fotos: Gabi und Traude)

Nach unserer Tour gönnten wir uns ein feines und verdientes spätes Mittagessen in einem gemütlichen Gastgarten. Wir alle waren sehr zufrieden mit diesem Tag, denn wir hatten viel gesehen und dazugelernt.

(Fotos: Gabi)

Das folgende Sonnenuntergangsfoto konnte Gabi auf der Heimfahrt durchs Marchfeld aufnehmen, und auch die anderen beiden Fotos stammen noch von ihr - Knäkenten (Spatula querquedula) im Flug und eine Bachstelze (Motacilla alba).

(Fotos: Gabi)
 
Da mir an diesem Tag kein Schild für Artis Schilderwald vor die Linse sprang, bekommt ihr heute eine weitere aus Bad Vöslau mitgebrachte Sprüchetafel zu sehen: "Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst, gibt ihm Deines!" - das ist doch eine wundervolle Aussage. Und aus meinem Archiv habe ich auch noch ein altes Foto für Novas Tor in die neue Woche - fotografiert während unseres Barcelona-Kurzurlaubs im April 2012, und somit schon 10 Jahre alt!
 
(Fotos: Traude)

 

Ihr Lieben, das war's für heute! Wie immer hoffe ich, dass ihr gerne mit dabei gewesen seid und meine Schilderungen für euch interessant waren. Bei Gabi, Rainer und Brigitte bedanke ich mich herzlich für das Schließen meiner Wissenslücken im Zusammenhang mit diversen Naturthemen bzw. Tier- und Pflanzenbestimmungen.

Nun wünsche ich euch noch angenehme vor-österliche Tage und - falls wir einander davor nicht mehr lesen - schöne Osterfeiertage!

... alles Liebe,

🐣🐇🐥  eure   T  r  a  u  d  e  🐥🐇🐣




Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 


Mittwoch, 6. April 2022

März-Rückblick: Bad Vöslau und mein Häkeltuch

Servus ihr Lieben!

 

Über den rostrosigen März 2022 hab ich euch hier im Blog schon so einiges berichtet. In meinem Beitrag Von Fischen, die Tomaten düngen ... erzählte ich euch über unsere Führung durch die nachhaltige "Aquaponik-Gärtnerei" blün - und vom Frühlingserwachen in den Blumengärten Hirschstetten. Und in meinem Beitrag Zeit für einen Rückblick auf den restlichen Februar und den halben März  schilderte ich euch, was sich in unserer ersten Märzhälfte getan hatte. Heute zeige ich euch, was bei uns in diesem März sonst noch los war. 

Mein selbstgehäkeltes 🌈Regenbogen-Tuch:
In meinem Rückblick bekamt ihr auch die Fortschritte meiner neuesten Häkelarbeit zu sehen - einem Dreieckstuch aus Bobbelwolle. (In meinem Blogbeitrag vom 12. Februar habe ich euch die Anfänge dieses Tuches gezeigt und erklärt, worum es sich bei Bobbelwolle handelt.) In der unteren Collage seht ihr rechts, wie ich das fertige Tuch in feuchtem Zustand auf meiner Gymnastikmatte gespannt habe, damit das Muster besser zur Geltung kommt. (Die Anleitung dazu fand ich auf youtube.)

 

[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

Unter anderem trieben wir uns im März mit unseren Freunden Brigitte und Peter sowie Gabi und Rudi in der schönen Kurstadt Bad Vöslau herum. Eine tolle Gelegenheit, um mein Tuch erstmals auszuführen.

Auch wenn das Tuch nicht zu 100 % der Anleitung entspricht (weil ich das Zählmuster nicht verstanden habe und deshalb etwas "schummeln" musste) bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis - was meint ihr?

Das ist nur eine der Tragevarianten - weiter unten werdet ihr noch mehr davon sehen.

Bad Vöslau liegt direkt am Wienerwald - und es gibt hier zahlreiche schöne Wanderwege. In meinen Blogbeiträgen habe ich euch z.B. schon mehrmals auf den Harzberg mitgenommen und euch die Rotnackenkangurus gezeigt, die in einem Gehege beim Schutzhaus leben (Klick zu allen meinen Harzberg-Beiträgen). Heute zeige ich euch u.a. die Wanderwege rund um die Helenenhöhe. Hier finden sich einige typische Trockenrasenpflanzen, wie die Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris), aber auch ganz klassische Frühlings-Waldrandblumen wie Veilchen.
 

Gabi ist eine wahre Insektenfreundin und geht auch vor einer winzigen, leicht zu übersehenden Raupe in die Knie, um sie zu fotografieren. Es handelt sich bei dem kleinen Pelzchen um die Raupe des Weißfleck-Widderchens (Amata phegea). Die Insekten- und Blütenfotos stammen bunt gemischt von Gabi, Brigitte und mir; fotografiert haben wir sie nicht nur im Wienerwald, sondern auch im Kurpark und diversen Gärten. So z.B. den Samen-Zapfen der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora) unten rechts, der sich getrocknet auch gut zum Basteln bzw. für Gestecke eignet.

Zwischendurch begegneten wir Wanderern mit einem "Kunststücke-Hund" 🐕- denn er lief die ganze Zeit (begeistert schwanzwedelnd) im Rückwärtsgang, während sein Frauchen vor ihm einen Stock in der Luft hielt. Das sah witzig aus 😁.

Von der Helenenhöhe hat man einen wundervollen Ausblick auf Bad Vöslau und die angrenzende Ortschaft Gainfarn, auf die Hohe Wand und den Schneeberg.

Capitulare Garten von Gainfarn:
Am Fuß des Wienerwalds befindet sich der Schlosspark Gainfarn mit dem sogenannten Capitulare Garten (der im März allerdings noch nicht viel zu bieten hat, daher nur Fotos von den Schildern): Im Jahr 2010 wurde die Anlage gemäß der „Capitulare 70"-Landgüterverordnung von Karl dem Großen aus dem Jahre 812 (!) revitalisiert. Diese historische Verordnung besagt, dass sämtliche darin angeführten Pflanzen in allen kaiserlichen Hofgütern angebaut werden sollen. 

Und so wachsen hier u.a. die Hauptnahrungsmittel des Frühmittelalters - Bohnen, Erbsen, Kohl, Mangold, Wurzelgemüse und Salat -, Bäume mit frischem Obst und Bäume mit Vorratsfrüchten, bekannte Heil- und Küchenkräuter, aber auch solche Raritäten wie Mauskraut, Siegwurz oder Donnerkraut. Der Name des zuletzt genannten Krautes hat mit dem Aberglauben der Menschen von damals zu tun:  

„Setze das Donnerkraut auf dein Hausdach und der Blitz wird nur beim Nachbarn einschlagen!" 

(😁 Pfui, gar nicht nett! 😉)

Noch mehr für den "Schilderwald":
Zurück im schönen Bad Vöslau entdeckten wir weitere Schilder, z.B. eines, das Autofahrer farbenfroh auf Schulkinder aufmerksam machen soll und eines, das über die Beziehung des bedeutenden österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler zu Bad Vöslau informiert, der sich hier von Kindheit an häufig aufhielt, weil sein Onkel zwei Villen in der Stadt besaß. Die Villa "Zur schönen Aussicht" hat aber mit Schnitzler nichts zu tun - HIER könnt ihr nachlesen, welche Berühmtheiten sie einst beherbergt hat.

Historische Wäscheschwemme und Schneckenreservat:
Ebenfalls durch Schilder erfuhren wir, was es mit dem in Stein gefassten Bach (oben links) auf sich hat. In früheren Jahren - nämlich noch bis in die 1960er Jahre! - war der Hansybach die Wäscheschwemme von Bad Vöslau: Generationen von Vöslauerinnen brachten nach dem (etwa einmal im Monat stattfindenden) Waschtag in Handwagen und Wäschekörben ihre gereinigte Wäsche hierher, um sie im Bach auszuspülen. Ich musste, als ich das las, an die Menschen in Indien denken, die diese Methode auch heute noch praktizieren (wie wir mehrmals gesehen haben - z.B. HIER). 

Der Hansybach hat aber noch eine weitere Bedeutung! Aufgrund seines warmen Thermalwassers beherbergt er einzigartige zoologische Raritäten - die Vöslauer Thermen-Kahnschnecke, die Vöslauer Thermen-Zwergquellschnecke (die weltweit nirgendwo sonst vorkommt) und die Thermen-Pechschnecke. Alle drei Schneckenarten stehen auf der  "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Deshalb wurde der Bach zum Schneckenreservat erklärt.

Solidaritätsbaum im Schlosspark:
Unten seht ihr zum einen das Schloss von Bad Vöslau, das heute als Rathaus dient, zum anderen die 200jährige Riesenplatane (Platanus acerifolia), die nur einer von rund 400 Bäumen des Parks ist, aber zu den mächtigsten und auffälligsten gehört. Der Baum wird zur Zeit als Sympathebekundung für die Ukraine in den Flaggenfarben blau-gelb beleuchtet.

Italiener im Schloss:
Auf der Rückseite des Schlosses befindet sich ein sehr gutes italienisches Restaurant - Daldon - in dem wir uns ein genussvolles Abendessen gönnten. Natürlich wurden dabei auch ein paar Erinnerungen an unsere Italienreise wach.

Bad Vöslauer Abend-Ansichten: 
Ihr seht hier abermals die Riesenplatane, das lila beleuchtete Café Post und das nostalgische Thermalbad, in das ich euch in meinem Sommerfrische-Posting von 2018 schon mal virtuell mitgenommen habe:

Thermalbad und Trinkbrunnen:
Unten könnt ihr euch das Bad von außen bei Tageslicht ansehen. Die Fotos in der unteren Reihe zeigen den öffentlichen Trinkbrunnen bei der Therme, aus dem feinstes Vöslauer Mineralwasser rinnt, wieder zur Abendzeit.

- so lautet in diesem Monat das Motto der ü30Blogger & friends - und mitmachen können bei der Blogparade alljene, die Spaß an dem Thema haben (und über 30 Jahre alt sind - das schaffen wohl die meisten meiner LeserInnen 😁)! Wir sind eingeladen, z.B. unseren persönlichen Red Carpet-Look zu kreieren, über Lieblingsfilme zu sprechen, unsere Partydekoration ganz im mondänen Gatsby-Stil zu zeigen oder das Thema auf andere kreative Weise auszulegen. Und ich habe da wirklich schon eine Reihe kreativer Beiträge gesehen (inklusive originellem Red Carpet 😂)!

blogparade ü30blogger and friends mondän/filmreif

Was aber wäre nun mein persönlicher Look für die Oscar-Verleihung? Es gibt dort alle Jahre wieder viele glamouröse Kleider zu sehen, Satin, Seide, Spitze, Pailletten... Doch all das bin ich eigentlich nicht. Am wohlsten und echtesten fühle ich mich im Boho-Style (egal, ob der gerade als modern gilt oder nicht) bzw. in meinen mehr oder weniger verrückten, oft farbenfrohen Mixturen. 

Gehen wir davon aus, dass man mich für eine kleine, feine Nebenrolle in einem Film über Woodstock für den Oscar nominiert hätte - dann würde dieser Look sowieso prima passen. Ich käme in meinem weinroten Shirt-Maxi-Rock-Ensemble und dazu trüge ich meinen Regenbogengürtel vom Weltladen sowie mein Regenbogen-Tuch made by Rostrose. Die Presse wäre teilweise entzückt, teilweise würde man sich das Maul zerreißen, weil ich mich standhaft weigere, mein faltiges Gesicht straffen zu lassen und mich auch nicht von einem Edel-Designer in ein raffiniertes Glitzer-Spitzen-Kleid einnähen ließ, in dem ich um 20 Kilo schlanker wirke. Ich bin die eine, die's selbst in der Oscarnacht am liebsten bequem hat 😀💪!

Tja, und wenn keiner einen roten Teppich für mich ausrollt? Dann häkle ich mir einfach einen 😁!

Marotten oder Karotten?
Das Wort "Marotte" hat einen interessanten Ursprung. Es handelt sich dabei um die französische Verkleinerungsform des Namens Marie. Im Lauf der Zeit veränderte sich die Bedeutung und führte von „Marienbild, Heiligenfigur“ über „Puppe, Marionette“ zu einem „Narrenzepter“ im 16. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde daraus ein „närrischer Einfall", eine Schrulle, eine seltsame Liebhaberei.

Ist meine Art, mich zu kleiden, eine "Marotte"? Nein, bestimmt nicht. HIER habe ich euch vor Jahren schon beschrieben, warum ich mich so kleide, wie ich mich kleide. Aber zu meinen Liebhabereien zählen Wortspiele. Und so sprang ich sofort auf etwas an, das ich in einem kleinen Geschäft in Baden bei Wien mit umweltfreundlichen Produkten entdeckte: Ein Pflanztöpfchen mit Karotten-Samen - und dazu ein kleines Schildchen mit der Aufschrift "ICH MAG DICH mit all deinen Marotten KAROTTEN!" Die kleinen Filz-Hasen daneben verbreiten Osterstimmung. Ein paar weitere Schilder aus diesem Laden und aus einem Restaurant habe ich auch noch für euch:

 Ich finde, diesen Sprüchen ist nichts hinzuzufügen 😊.

Umwelt-Besprechungen:
Mitte und Ende März gab es - nach längerer Pause - eine Fortsetzung zu einem von mir vorgeschlagenen Umwelt-Projekt. Ihr erinnert euch vielleicht noch: Bereits in meinem Rückblick auf den März 2020 (!) erzählte ich euch von zwei Besprechungen wegen von mir vorgeschlagener Umweltschutz-Kampagnen, die in der Folge wegen Corona auf Eis lagen...

Im vergangenen Jahr ging es zumindest mit einem dieser Projekte weiter. Das habe ich in diesem Posting erwähnt. Allerdings gab es in der Folge politischen Hickhack, der alles verzögerte. Doch ich kann ziemlich hartnäckig sein. Und so gab es nun - "nur" zwei Jahre nach dem Startschuss 😉- bereits zwei weitere (sehr konkrete) Besprechungen zu meinem Projekt in unserem Rathaus. In den folgenden beiden Collagen seht ihr, was ich zu diesen Meetings trug.

Besprechungs-Outfit 1:
Den Bio-Strick-Rock von Waschb*r kennt ihr schon aus zahlreichen Beiträgen. Zuletzt habe ich ihn euch HIER gezeigt - und eigentlich ist die Kombination fast dieselbe, abgesehen davon, dass ich über dem Langarmshirt nicht mein Gov't-Mule-Bandshirt trage, sondern mein uraltes graues Strick-Top und meine türkise Bommelkette.

 

Besprechungs-🌈-Outfit 2 und Katze Nina:


Hier bekommt ihr nun einerseits die dritte Trage-Variante meines Regenbogen-Häkeltuches zu sehen - und andererseits meinen dunkelgrünen Des*gual-Rock und ein farblich passendes Dreiviertelarm-Shirt. (Abgesehen vom neuen Häkeltuch sind wieder alle Teile, die ich euch heute zeige, einige Jahre alt und aus meinem Schrank "geshoppt".) 

Und weil ihr sie schon längere Zeit nicht mehr zu sehen bekommen habt, zeige ich euch außerdem endlich wieder aktuelle Fotos von unserem (fast) 19 Jahre alten, blinden Katzenmädchen Nina. Derzeit beschäftigt sie unsere  Gedanken und auch die unserer Nachbarn zur Linken, denn Jasmine und Robert sind die von Nina erwählte "Zweitfamilie".

Doch heuer im Mai lassen die beiden ihren Gartenteich umgestalten (leider notwendig, weil die alte Teichfolie bereits brüchig ist...) Der Nachbars-Garten wird etwa zwei Wochen lang eine Großbaustelle mit mehreren Arbeitern sein. Das könnte für unsere Katze problematisch werden. Nun überlegen wir gemeinsam, ob wir Nina in dieser Zeit nicht aus dem Haus lassen (was für Nina unverständlich sein wird), ob wir sie nur noch hin- und hertragen, ohne sie in die diversen Gärten zu lassen, oder ob wir irgendwelche Barrieren aufbauen, damit Nina nur in unserem Garten bleibt... Ich denke, glücklich wird unsere arme Mieze mit keiner dieser Lösungen sein 😿...

Frühlingserwachen in unserem Garten:

Selbst wenn es hier mit dem frühlingshaften Aufblühen erfahrungsgemäß etwas länger dauert als in den meisten Teilen Deutschlands, hat auch bei uns Mitte / Ende März die Gartensaison begonnen. Da die Violen in einem der Blumentöpfe wunderschön überwintert haben, beschloss ich, noch ein paar Hornveilchen und Stiefmütterchen zu kaufen und setzte sie in Pflanztröge und auf den Blühhügel. 

Nachdem ich einen TV-Beitrag gesehen habe, in dem es um Preisanstiege bei Kartoffeln ging (weil wegen der Gaspreise auch die Düngemittel teurer werden), widme ich in diesem Jahr neben dem üblichen Kartoffelbeet (in einem ehemaligen Plastikkomposter) auch ein halbes der beiden Hochbeete dem Kartoffelanbau. Die Knollen sind bereits gesetzt und gemulcht habe ich ebenfalls. (Mulchen spart Wasser und hält Unkraut weitgehend fern.) Zudem wird es wieder Mangold, Zwiebel, Karotten, Salat, Bohnen, Tomaten, Zucchini, Kürbis, Topinambur etc. im "Selbstversorgergarten" geben. Mal sehen, ob ich demnächst außerdem Mauskraut, Siegwurz oder Donnerkraut anbaue... 😉

Für alle, die es mir nachmachen wollen: Kartoffeln lassen sich auch auf dem Balkon oder sogar auf dem Fensterbrett ziehen!

Ich hoffe, das eine oder andere Thema hat wieder eurer Interesse gefunden! Nun gibt es nur noch eine Sache vom März 2022, über die ich euch erzählen will - die war mal wieder ein ganz besonderes Erlebnis... und somit einen eigenen Blogbeitrag wert! Bis demnächst also und ...

 

... alles Liebe,

🌈 eure   T  r  a  u  d  e 🌈 

Fotos von Brigitte, Gabi, Edi und mir



Gerne verlinke ich passende Beiträge: 

beim Mosaic Monday, Froh und kreativ, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid 


Dienstag, 29. März 2022

Von Fischen, die Tomaten düngen, von Ziegen und Schafen - und vom Frühling im Blumengarten

Servus ihr Lieben,
🍅🐑🐟🐐🌸🐐🐟🐑🍅

 

... in meinem vor-vorigen Posting habe ich euch schon einen Rückblick auf den restlichen Februar und den halben März geboten. Heute geht es mit der nächsten März-Unternehmung weiter, denn am 17. März 2022 hatten wir einen Termin bei blün.

"Wir" bedeutet in diesem Fall nicht nur "Herr und Frau Rostrose", es waren auch wieder Brigitte und Peter dabei - und außerdem noch Gabi und Rudi, die ihr schon in meinem Februar-und-März-Rückblick kennengelernt habt, sowie Monika und Heinz, die mit uns im vergangenen September auf dem Schneeberg waren. 


[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]
   

Und was hat es nun mit blün auf sich?

Blün ist ein Lebensmittel produzierender Betrieb im 22. Wiener Bezirk. Der Firmenname setzt sich aus den Buchstaben von blau und grün zusammen. Blau steht für Wasser, grün für Gemüse. Für die Gründer des Wiener Start-ups blün sind dies die Farben der Nachhaltigkeit. Im Jahr 2016 taten sich vier junge Landwirte mit der Vision zusammen, Lebensmittel nachhaltiger und Ressourcen schonender zu produzieren. Die Technik, die dies bei blün ermöglicht, nennt sich Aquaponik.


Was ist Aquaponik?

Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das Aquakultur (Aufzucht von Wassertieren in Becken) mit Hydroponik­ (Kultivierung von Nutzpflanzen im Wasser) verbindet. Fischzucht und Gemüseanbau sind dabei in einem geschlossenen Kreislauf vereint; bei dieser Methode geht kein Wasser verloren. 

Bei blün schwimmen die Fische in Wiener Hochquellwasser; dieses Wasser sowie die Ausscheidungen der Fische werden zu flüssiger Nahrung für Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini und Melanzani (Auberginen). 

🍅🐑🐟🐐🌸🐐🐟🐑🍅

Das Credo der vier Gründer von blün, Gregor Hoffmann, Michael Berlin, Bernhard Zehetbauer und Stefan Bauer, lautet:
„Wir sind davon überzeugt, dass Qualität, verbunden mit der Schonung der Meere und des Klimas sowie mit Gedanken an unsere Enkel, der Schlüssel für die Zukunft ist.“

Wer gerne Fisch isst oder das aus gesundheitlichen Gründen tut, steht schon seit längerer Zeit vor einem großen Problem. Die Meere sind überfischt, den Siegeln für nachhaltigen Fischfang kann man nicht zu 100 % vertrauen. Fischzucht in herkömmlicher Aquakultur ist u.a. ökologisch problematisch durch die Überdüngung natürlicher Gewässer bei ungeregelter Entsorgung von Abwässern. Diese Belastung fällt bei Aquaponik weg. 

Die Aquaponik-Technologie ist ein zukunftsträchtiges Modell, da hier auf sehr effektive Weise große Mengen gesunder Nahrungsmittel produziert werden können. Sie wird beispielsweise in Ländern wie Indien genützt, um die Ernährungssicherheit zu erhöhen.

Stickstoffkreislauf im Aquaponik-System (Bildquelle: KLICK)

 

Aquaponik kann man im kleinen Stil übrigens auch daheim - im Garten, auf dem Balkon oder sogar im Wohnzimmer - betreiben. Im Internet könnt ihr dazu einige Infos finden, z.B. das youtube-Video Aquaponik für zu Hause oder das Buch Aquaponik für Einsteiger.

🍅🐑🐟🐐🌸🐐🐟🐑🍅

Wie die Aquaponik-Methode bei blün funktioniert, kann man im Rahmen von wöchentlich stattfindenden Führungen erfahren. Weil wir den "Wiener Wels" und das Tomatenketchup von blün bereits kennengelernt und für ausgezeichnet befunden hatten, interessierten wir uns für die Hintergründe und nahmen an einer Führung teil.

Fotos von Brigitte

Der junge Mann, der uns durch die Anlage führte, heißt Lukas Norman; er stieß kurze Zeit nach der Firmengründung zum blün-Team. Lukas ist Limnologe - also ein Wissenschaftler, dessen Forschungsgebiet Binnengewässer sind - spezialisiert auf den Bereich Fisch. Er zeigte und erklärte uns zunächst den Bereich, in dem die Fischaufzucht betrieben wird. 

In den Wannen befinden sich die Fische. (Diejenigen, die nur in so wenig Wasser schwimmen, sind bereits für die Schlachtung aussortiert - die anderen haben mehr Platz, man kann sie aber nicht fotografieren, weil sie am liebsten am Wannenboden "grundeln"). In dem großen blauen "Würfel" befindet sich die Bio-Filteranlage. Dank der Aquaponik-Technik ist die Lebensmittelproduktion sehr effektiv und umweltfreundlich. Es wird Wasser gespart und es müssen keine Düngemittel für das Gemüse verwendet werden. Für 1 kg blün Fisch wird nur 1 kg Futter benötigt - im Vergleich zu z.B. 10 kg Futter für 1 kg Rindfleisch.

  
 
In seinem Leben verbraucht ein 1 kg schwerer Fisch etwa 120 Liter Wasser. (Zum Vergleich: für 1 Kilo Rindfleisch werden 15.455 Liter Wasser benötigt, für 1 kg Schweinefleisch 4.500 l, für ein kg Hühnerfleisch 3.900 l.) 
 
Durch Rohre wird das nährstoffreiche Fischwasser in das Glashaus geleitet, in dem das Gemüse wächst; hier wird es zur Bewässerung und Düngung verwendet. Bei blün geht also kein Tropfen Wasser verloren. Und dem Gemüse scheint es zu gefallen - es gedeiht prächtig. 

 
Sind blün-Lebensmittel bio?
 
Aufgrund einer Verordnung dürfen Lebensmittel, die nicht auf Ackerboden oder in Naturbecken gezogen werden, nicht „bio“ zertifiziert werden. Deshalb erhalten die blün-Produkte kein Bio-Siegel. 
 
Wenn man unter "bio" jedoch versteht, dass die Produktion von Lebensmitteln lokal, transparent und ökoeffektiv ist und ohne Gentechnik, Chemikalien oder Medikamente auskommt, dann lautet die Antwort JA. Das Fischfutter wird gentechnikfrei produziert. Die Bestäubung der Gemüsepflanzen erfolgt mit der Hilfe von Hummeln; auch andere Nützlinge (wie Schlupfwespen und Milben) kommen in den blün-Glashäusern zum Einsatz. Mit Hilfe von Gelbtafeln wird der Schädlingsbefall kontrolliert - bei Bedarf werden nur biologische Spritzmittel verwendet. Die Pflanzen wachsen auf Kokossubstrat, das nach der Ernte kompostiert wird. Mehr Infos dazu findet ihr HIER.

Fotos von Brigitte

Ausgesprochen gut gefällt mir auch die Philosophie, möglichst nichts verkommen zu lassen. So gut wie alles, das bei blün produziert wird, wird auch verarbeitet: Überzähliges Gemüse wird z.B. zu Aufstrichen, Saucen und Ketchup, überzähliger Fisch zu Hundefutter, und blün spendet auch für Sozialprojekte.

Nach der interessanten Führung gab es noch eine Verkostung der blün-Produkte im angeschlossenen Hofladen. Sowohl das Gemüse als auch die Fischprodukte schmeckten absolut überzeugend - ich mochte übrigens den Welsleberkäse besonders gern!

Im Anschluss an die Verkostung stockten wir unsere Vorratslager auf mit blün-Ketchup und Sugo, geräuchertem und frischem Welsfilet etc. Wenn auch ihr an blün-Produkten interessiert seid, könnt ihr entweder direkt ab Hof einkaufen - KLICK - oder innerhalb Österreichs auch online bestellen - KLICK. *)

*) Diese "Werbung" erfolgt - wie bereits oben erwähnt - unentgeltlich, ohne Auftrag und aus Überzeugung.

Danach gab's noch ein kleines Shooting durch einen blün-Mitarbeiter 😊:

Fotos von blün

Schrank-geshopptes "Outfit des Tages" 😉😊:

Auf den blün-Fotos könnt ihr mehr oder weniger gut erkennen, was ich an diesem Tag getragen habe - für alle, die einen näheren Blick auf mein Outfit werfen wollen, gibt es die folgende Collage. Passend zu unserem Glashausbesuch trug ich mein an Pflanzen erinnerndes grünes des*gual-Kleid, diesmal kombiniert mit meinem grünen Langarmshirt und der Bio-Baumwoll-Camouflage-Hose - und weil ich auch mein selbstgehäkeltes lila Dreieckstuch und meine alte lila Tasche trug, wählte ich als Gürtel ein lila Satinbändchen:

🍅🐑🐟🐐🌸🐐🐟🐑🍅

In der folgenden Collage trage ich allerdings schon wieder meinen schwarzen Mantel über dem Kleid, denn nach unserer Besichtigung hatten wir noch ein Outdoor-Ziel: Ganz in der Nähe von blün befinden sich die  

Blumengärten Hirschstetten

Diese haben wir sommers wie winters schon mehrmals besucht, und wenn ihr oben auf den Link klickt, könnt ihr euch alle meine Posts darüber ansehen. Da Brigitte wusste, dass der Frühling dort bereits kräftig am Erwachen ist, beschlossen wir, dieser schönen Wiener Parkanlage und den dortigen Tieren einen Besuch abzustatten.

Fotos von Brigitte

Für Brigittes Fotos stellten wir uns wie bei einem alten Wetterhäuschen in den Pavillon - ich durfte als „Sonnenfrau“ Schönwetter anzeigen, während Herr Rostrose einen Schritt weiter hinten stand: Bei Wetterhäuschen sind die "Regenmänner" ja die "Schlechtwetter-Anzeiger"

Dabei wäre Regen zur Zeit gar kein "schlechtes" Wetter, sondern sogar höchst ersehnt. Es hat hier schließlich schon seit Wochen keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Und auch wenn das Wetter laut Prognosen in näherer Zukunft nicht so frühlingshaft sein soll wie zuletzt, sondern eher winterlich kalt, wird nicht mit ausreichenden Regenfällen gerechnet...

Der Zoysia Rasen (Zoysia japonica) hat keine Probleme mit Trockenheit und kann auch sonstige Temperatur-, Sonnenlicht- und Wasserschwankungen gut tolerieren. Er ist extrem genügsam und pflegeleicht, muss nur selten gemäht werden und benötigt weder Dünger noch Pflanzenschutz. In den  kühleren Wintermonaten ruhen die Gräser und sehen aus wie goldgelber Teddyplüsch. Wenn die Temperaturen über 15 Grad steigen, wird der Rasen wieder grün und kommt dann den gesamten Sommer über ohne Wassergaben aus. Er fühlt sich samtig an und ist dabei extrem robust, weshalb er auch gern auf Golfplätzen, Pferderennbahnen etc. verwendet wird. Allerdings steht er auch in dem Ruf, andere Pflanzen zu verdrängen und sich auch auf Blumenbeete auszubreiten. Auf Golfplätzen ist das kein Problem, für kleine Gärten ist es wohl doch noch nicht die ultimative Lösung...

Natürlich besuchten wir wieder all die "Määähs" - also die Ziegen und Schafe, die in den Blumengärten Hirschstetten leben.  Bei den Schafen war jedoch gerade Mittagsruhe angesagt, sie waren nicht sehr kommunikativ, sondern lagen nur so herum. Und die Ziegen waren teilweise noch beim Futtern. Ein paar der entzückenden Ziesel hatten bereits ihren Winterschlaf beendet und wuselten über die Wiesen. Und in manchen der Blüten waren Bienen und andere Insekten unterwegs.


Nach unserer Gartenrunde hatten wir uns eine Stärkung verdient, also suchten wir die nahegelegene Pizzeria Campanile auf (die eine sehr gute Küche zu bieten hat). Um dort hin zu gelangen, durchquerten wir eine Wohnsiedlung aus witzigen blauen, mint- und türkisgrünen Häusern, die mich irgendwie an Schlumpfhausen erinnerten. (Die Häuser sind übrigens nicht ganz rund, was schwierig einzurichten wäre, sondern haben nur zum Pastinakweg hin abgerundete Fensterfronten.) Die aquafarbige Siedlung gefiel mir; in meinen Augen wirkt sie nach menschenfreundlicher Architektur: Die Bewohner der unteren Stockwerke haben einen kleinen Garten, oben gibt es Balkone - und sogar frei herumlaufende Katzen sind hier nicht allzu gefährdet, da es sich um eine autofreie Zone handelt. Für eine Großstadt bestimmt kein allzu schlechter Ort zum Leben...

So viel zu unseren Aktivitäten am 17. März. Inzwischen haben wir im März noch so einiges mehr unternommen - und ich muss mal wieder sehen, wie ich es auf die Reihe bringe, euch zumindest die Basics zu erzählen. Wie auch immer - ich freue mich, dass ihr abermals meinen Blog besucht habt, hoffe, dass meine Schilderungen interessant für euch waren und wünsche euch einen möglichst guten Start in den April!

 

🍅🐑🐟🐐🌸🐐🐟🐑🍅

Auf bald und alles Liebe,
eure  T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge: 
beim Mosaic Monday, Artis Schilderwald-Linkup, Wednesday around the World bei Pieni Lintu, bei My Corner of the World, Naturdonnerstag - bei Elke, Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions, Saturday's Critters bei Eileen, bei der Gartenglück-Linkparty, I’d Rather B Birdin’, Garden Affair - bei Jaipur Garden, Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche, Heidis Aktion Himmelsblick, Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style, Ich seh rot oder Close to the Ground bei Jutta,  All good things are blue bei Anne, Mein Freund, der Baum - bei Astrid

 

PS: 

Macht auch ihr mit bei diesem WELTWEITEN AUFRUF gegen Krieg und Atomwaffen:

"GEGEN KRIEG UND ATOMWAFFEN" BEIM WELTWEITEN AUFRUF MITMACHEN

Seine Heiligkeit der Dalai Lama, IPPNW und andere Friedensnobelpreisträger:innen bitten Avaaz und Bürger:innen in aller Welt, sich diesem historischen Aufruf gegen Krieg und Atomwaffen anzuschließen - wenn er riesengroß ist, wird er der Russischen Föderation und der NATO übergeben: KLICK

Der Aufruf mag vielleicht im Kreml auf taube Ohren stoßen, vielleicht aber auch nicht. Und in jedem Fall setzt ihr mit eurer virtuellen Unterschrift ein wichtiges Zeichen...