Servus Ihr Lieben,
ganz herzlichen Dank für euer Interesse an und eure lieben Kommentare zu meinem Beitrag über unseren Besuch des Museumsdorfes Niedersulz am Geburtstag meines Mannes. Wie ich dort schon erwähnt habe, war unser Tagesausflug damit noch nicht vorbei.
Unsere "Ausflugsberaterin" Brigitte hatte noch einen weiteren tollen Vorschlag für uns parat. Ganz in der Nähe vom Museumsdorf befindet sich nämlich die Ortschaft Nexing (von der wir zuvor noch nie gehört hatten). Und hier befindet sich ein so genannter Locus typicus - ein geologisch einzigartiger Ort!
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Oben seht ihr ein paar Details des im englischen Tudorstil erbauten Schlosses Nexing. Heute betreibt hier die Fam. Urani die Teichwirtschaft "Gut Nexing". Gleich hinter dem Schoss befindet sich ein Park, der wegen seiner felsigen Landschaft die Nexinger Schweiz genannt wird. Kommt mit uns in diesen wahrlich außergewöhnlichen Naturgarten! (Aber stört bitte nicht die Weinbergschnecken beim Liebesspiel 😉!)
Die Hauptattraktion des Landschaftsparks ist der Nexinger Muschelberg. Wie wir einem Schild entnehmen konnten, handelt es sich dabei um eine riesige Ansammlung von Muscheln aus dem Sarmatium (ca. 13 Millionen Jahre alt). Herr Urani, der heutige Besitzer des Geländes, sagt darüber stolz:
„Geologen aus fernen Ländern kennen Österreich nicht, Nexing aber schon.“
Die Einwohner von Nexing ahnten wohl lange Zeit nichts von der Einzigartigkeit dieses Berges, denn in früheren Zeiten wurde hier Kalk gebrannt und Steine wurden für den Keller- oder Hausbau abgetragen. Unter den Dorfbewohnern ist der Muschelberg auch als „Hendelfutterberg“ bekannt, da das Material früher dem Hühnerfutter beigemengt wurde 🐔😲.
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| Fotos von Brigitte - unten seht ihr u.a. eine fossile Turmschnecke |
Der Landschaftsgarten, der in unseren Augen die perfekte Kulisse für einen Märchenfilm darstellt, wurde 1802 von Ritter von Heintel, einem Landwirtschaftsfachmann, errichtet. Davon blieben allerdings nur einige wenige Reste erhalten - ein schmaler hoher Gang aus Muschelkalk, grottenartige Teile und eine aus grob behauenen Felsblöcken zusammengesetzte Brücke. Früher gab es hier auch eine Orangerie, zahlreiche Blumen, Sträucher und Obstbäume, und vier Gärtner betreuten den Park. Seit der Zwischenkriegszeit verfiel die Anlage mehr und mehr, bis die Familie Urani den Garten revitalisierte und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machte.
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| Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald? (Nein dafür sehen sie zu fröhlich drein! 😁) |
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| Verschiedene "Türen und Tore" für Nova |
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| Fotos von Brigitte - die Pflanze rechts ist ein Mauerblümchen (Zimbelkraut / Cymbalaria muralis) - aber ich bin keines 😉😁 |
rankend hinab und hinauf blühest du einsam für dich.
Sey der Erinnerung Bild, die, der Einsamkeit traute Genossin,
oft des vergangenen Glücks sinkendes Luftschloss, umgrünt.“
Ludwig Bechstein (1801–1860) über das Zimbelkraut
in seinem Gedichtzyklus Die Blumen und das Leben
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| Gekrönt wurde der Parkbesuch von der Begegnung mit einem hübschen roten Eichhörnchen! |
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| Schilder für Arti |
Von einer Stelle des (kurzen) Rundwanderweges sieht man auch gut auf die Fischteiche von Nexing. Und diese waren unser nächstes Ziel!
Doch bevor ich mit euch dorthin gehe, biete ich euch ein paar Himmelsblicke dieses Tages. (Im vorigen Blogbeitrag habt ihr gesehen, dass die Wolken teilweise ziemlich dunkel waren, aber wir blieben trocken - der Regen ging an einer anderen Stelle nieder - siehe mittleres Foto.)
Bei der Nexinger Teichlandschaft gibt es ein Gasthaus namens "Oase am Teich". Natürlich galt auch hier die "3-G"-Coronaregel: Genesen - Geimpft - Getestet.
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| Noch ein paar Schilder für Nova |
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| Mein Lieblingsschild vom Fischteich ist das mit dem Wortspiel GesundheitsspeziFISCHE Ernährung 😀 |
Da sich Brigitte, Peter und ich für den Lokalbesuch im Museumsdorf hatten testen lassen und das Geburtstagskind Edi schon geimpft war, nützten wird die Gelegenheit für einen "Sundowner" (genauer gesagt für einen Aperol Spritz) in der "Oase am Teich".
Wir hatten einen wunderbaren Sitzplatz auf der Aussichtsterrasse direkt am Teich und konnten von hier aus gut die Wasservögel beobachten. Beim ersten Vogel, den ich zu fotografieren versuchte, handelte es sich laut Brigitte um eine Zwergdommel (Ixobrychus minutus). Sie war leider viel zu schnell für meinen Kamerafinger und das Licht war auch nicht mehr gut. In Wikipedia habe ich aber gelesen, dass es sich um einen sehr scheuen Vogel handelt, also bin ich froh, dass mir wenigstens diese Bilder gelungen sind.
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| Fotos von Brigitte |
Im Schilf hörten wir ständig einen Vogel rufen. Brigitte, die jahrelang als Naturführerin gearbeitet hat, wußte, dass es sich dabei um den Ruf des Schilfrohrsängers (Acrocephalus schoenobaenus) handelt. Sein Ruf klingt wie „tscheck“ und „schrrr“. (So beschreibt es jedenfalls Wikipedia 😉)
Dieser Vogel ist etwa so groß wie ein Sperling, und Brigitte erzählte uns, dass der Begriff "jemand schimpft wie ein Rohrspatz" eigentlich nichts mit Spatzen, sondern mit dem Schilfrohrsänger zu tun hat. Der kleine Schreihals ließ sich einige Male kurz sehen, aber auch hier gelangen uns keine besonders guten Fotos, weil die Schilfhalme den Vogel verdeckten und im Wind wackelten. Und einmal fotografierten wir irrtümlich einen Sperling, der sich auch an einen Rohrkolben klammerte. Mein Mann schaffte immerhin ein Foto vom echten Schilfrohrsänger (links unten Original, rechts Ausschnitt). Die Enten ließen sich erheblich einfacher knipsen 😉
Während unsere Männer auf der Holzterrasse des Lokals blieben, brachen Brigitte und ich auf zu einer Teich-Runde. Dabei versuchten wir noch weitere Fotos des Schilfrohrsängers aufzunehmen, denn man hörte den Ruf mehrerer Exemplare überall im Schilf. Doch wir hatten kein Glück.
Also bat Brigitte am nächsten Tag ihre Freundin Gabi, mir ihre gelungenen Bilder des kleinen Vögelchens für diesen Blogbeitrag zur Verfügung zu stellen. Gabi war einverstanden - und so darf ich euch heute diese schönen Bilder zeigen:
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| Fotos des Schilfrohrsängers von Gabi Resch (Danke, Gabi 😊!) |
Die bienenfreundliche lila-bühende Pflanze heißt Beinwell (Symphytum officinale). Ihre proteinhaltigen Blätter finden in der Küche Verwendung, z.B. in Teig überbacken. Seit der Antike wurde Beinwell zur Behandlung von Wunden und sogar bei Knochenbrüchen verwendet. Heute ist Beinwell äußerlich bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen sowie zur lokalen Durchblutungsförderung als Arzneipflanze zugelassen.
Bei unserer Teichrunde sahen wir noch viele weitere Pflanzen - und vor allem auch Wasservögel, wie z.B. diesen eleganten Graureiher (Ardea cinerea) und mehrere Stockenten (Anas platyrhynchos).
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| Fotos von Brigitte |
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick





























































