Mittwoch, 14. Juli 2021

Auf ins Hochgebirge - Ausflug auf die Rax

Servus ihr Lieben,

🌲⛰️🏔️⛰️🌲

... vielen Dank für all eure Kommentare zu meinem Juni-Rückblick! Wie ich dort erwähnt habe, bin ich euch noch die Fotos und Schilderungen eines wundervollen Ausflugs von Ende Juni schuldig geblieben. Das hole ich heute nach!

Könnt ihr euch noch erinnern? Im April erzählte ich euch, dass wir ursprünglich für Ende März geplant hatten, mit unseren Freunden Brigitte und Peter auf die Raxalpe zu fahren, aber dass uns die Corona-Regeln einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Edi und ich hatten stattdessen eine himmelblaue Wanderung im Naturschutzgebiet Thenauriegel unternommen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Ende Juni - also nur ein Vierteljahr später - ging es endlich gemeinsam ...

... mit der Seilbahn hinauf auf die Rax:

 🌲⛰️🏔️⛰️🌲

Dabei wurden Kindheitserinnerungen wach, denn mit meinen Eltern war ich sehr oft auf der Rax. Zusammen mit dem Schneeberg stellt die Raxalpe "das Hochgebirge für die Wiener" dar, und da meine Eltern "Bergfexe" waren, waren wir auf diesen beiden Bergen mindestens einmal pro Jahr, zumeist aber häufiger. Auf die Rax fuhren wir fast immer mit der Seilbahn, und ich fand diese Fahrt, bei der man den Höhenunterschied in den Ohren spürte (und bei jeder Liftstütze auch im Magen), immer sehr spannend.

Diese Fahrt mit der ersten Seilschwebebahn Österreichs dauert acht Minuten, dann landet man auf dem 1.546 m hoch gelegene Hochplateau der Raxalpe. Anschließend wanderten meine Eltern und ich auf dem Plateau herum, besuchten eine der Hütten, wo es fast immer liebe, große Hunde gab (ich erinnere mich an einen Bernhardiner namens Prinz und einen zutraulichen Chow Chow, die uns beide stets ein Stück begleiteten) und gingen dann zu Fuß den Berg hinab. 

Ein bisschen "kindisch" durfte ich auch bei unserem diesmaligen Auflug sein 😄 - bei der Bergstation der Seilbahn gibt es nämlich so ein "Rutschedings", das von meiner Tochter einst SUPER-BUMM genannt wurde, und damit machte ich (ungeachtet der Tatsache, dass ich dafür zu groß und zu schwer bin) eine rasante Fahrt 😀😉: 


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Wie schön es auf der Rax blüht, hatte ich gar nicht in Erinnerung. Ich denke, als Kind nimmt man eine schöne Landschaft nicht so bewußt wahr oder hält sie für selbstverständlich. Diesmal war ich einfach nur überwältigt von der Blütenfülle und auch den vielen Schmetterlingen, die wir unterwegs sahen.

 

 "Wenn wir hatschen, hatschen, hatschen
durch die Latschen, Latschen, Latschen" ...

... heißt es in einem alten Lied. Latsche steht in diesem Fall für Latschenkiefer oder Legföhre, Bergkiefer (im Plural Latschen: ein Zwergwuchs-Wald). Um durch Latschenwälder zu wandern muss man nicht unbedingt ins schöne Land Tirol fahren (wie es im Lied heißt), man findet diese an steinige Böden, Wind und Wetter angepassten Minibäume auch in anderen Gebirgsregionen. Desto höher man kommt, desto niedriger werden die Bäume. Und ab einer bestimmten Grenze gibt es dann gar keine mehr.


Meine Freundin Brigitte ergänzte dann noch:

"Wenn wir purzeln, purzeln, purzeln
über Wurzeln, Wurzeln, Wurzeln"...

... denn da die Latschenkiefern keine Möglichkeit haben, ihre Wurzeln tief in den Boden zu graben, breiten sie sie auf sämtlichen Wegen aus. Das gibt interessante Bilder, praktische Treppen - und manchmal auch Stolperfallen. (Zum Glück ist von uns aber niemand "gepurzelt".) Die Steinhaufen, die ihr in der folgenden Collage ebenfalls seht, wurden vermutlich aufgeschüttet, um die Wege mit dem Gestein auszubessern.


 Unser erstes Ziel war das Felsentor am Törlweg:


 

Oben Felsentor am Törlweg mit Blick aufs Ottohaus: mein T in die neue Woche für Nova!

Fotos von Brigitte; die Blüten sind: Bach-Nelkenwurz, Mücken-Händelwurz

Vom Felsentor ging es weiter zum Ottohaus (genauer gesagt Erzherzog-Otto-Schutzhaus). Eine ältere und eine neue Tafel informieren über das Errichtungsjahr des Gebäudes und die Seehöhe, allerdings stimmen die Angaben nicht überein. Auf der älteren Tafel steht: Erbaut im Jahre 1892, Seehöhe 1715 Meter. Ich nehme an, die Angaben auf der neuen Tafel sind genauer: Errichtet 1893, erweitert 1909, 1644 m ü.d.A.

Hier haben wir in meiner Kindheit öfter mal eine Pause gemacht, und auch Brigitte, Peter, Edi und ich gönnten uns hier ein erfrischendes Getränk. Wie gerne würde ich meinen Eltern die Fotos vom Ottohaus zeigen können. Sie wären begeistert gewesen von dem Postkartenhimmel, der sich uns dort bot!

Seht ihr links oben neben dem Schutzhaus den Paragleiter?

Im September vorigen Jahres ergab es sich durch einen glücklichen Zufall, dass wir die Gleitschirmfliegerin Agnes auf der Hohen Wand fotografisch begleiten durften. Auch auf der Rax waren an diesem Tag mehrere Paragleiter unterwegs - und auch ein Segelflugzeug schwebte über uns durch blitzeblauen Himmel ... und durch einige allmählich aufziehende Wolken...

Während unserer Hüttenpause landete auf Brigittes Wanderstock dieser prächtige Bockkäfer (vermutlich ein Einfarbiger Langhornbock - Monochamus sutor).


Gut ausgeruht ging's dann weiter - unser nächstes Ziel war das so genannte Preinerwand-Kreuz. Um dort hin zu kommen geht es über Stock und Stein, teilweise bergauf, teilweise relativ eben. Und auch in dieser Höhe findet man noch hübsche Blüten (z.B. vom Enzian) und Blütenpolster vor. Leider zogen nun auch dunklere Wolken auf....

An manchen Berghängen konnten wir noch Schnee sehen...
Geschafft: Das Preinerwand-Kreuz auf 1783 m Seehöhe!

Zur Zeit gelten bei uns ja überall wegen Covid die "3-G-Regeln" - genesen, geimpft, getestet - aber laut Brigitte heißt "3 G" in Wirklichkeit: Großes Gipfel Glück 😀!

Doch das Gipfelkreuz war noch nicht der Endpunkt unserer Wanderung. Wir wollten noch weiter zur Neuen Seehütte.  Dazu muss man schroffe Felspfade entlang wandern und teilweise auch bergauf und bergab kraxeln. Aber das alles ist natürlich harmlos gegen den "Weg", den die Kletterer nahmen, die wir unterwegs sahen:

Auch in diesen Höhen begegneten uns immer wieder Schmetterlinge - wie hier z.B. ein Kleiner Fuchs - und einer Wanderin, die uns entgegenkam, zupfte ich diesen grünen Käfer aus dem Haar: einen Goldstaub Laubkäfer (auch Mehliger Laubkäfer, Hoplia argentea) aus der Familie der Blatthornkäfer.

Wir hatten Glück, dass unser Ausflug stattfand, als die Seehütte noch bewirtschaftet war. Lt. Info-Seite findet ein Pächterwechsel statt. Nur einen Tag nach unserem Besuch ging der bisherige Pächter in Pension - und alles Inventar wurde per Hubschrauber abgeholt! (Denn Autos können diese Hütte nicht erreichen, auch wenn an einer der Wände dort ein Bus-Haltestellen-Schild hängt 😉.) Doch wir bekamen noch typisches Hüttenessen wie Linsen mit Semmelknödel, Grammelknödeln oder meine heißgeliebte Erbswurstsuppe (ebenfalls eine Kindheitserinnerung 😊) und dazu einen kühlen Radler.

Nach dieser Stärkung traten wir wieder den Weg in Richtung Seilbahn-Bergstation an. Unterwegs begegneten uns mehrere Schilder, teilweise sogar regelrechte Schilder-Wälder. Schade, dass Artis "Schilderwald-Linkup" gerade Sommerpause macht, aber vielleicht schaffe ich es ja, diesen Blogbeitrag im September bei ihr zu verlinken.

In der nächsten Collage habe ich eine ganze Schilder-Sammlung angelegt. Das künstlerische Schild "Das Ich wird Ich erst am Du" ist eine Erinnerung an den Arzt, Philosophen, Psychotherapeuten, KZ-Überlebenden, ... Univ.Prof. DDr. Viktor Emil Frankl, der die Rax geliebt hat und hier gerne wanderte. Sehr sinnvoll finde ich vor allem die beiden Schilder "Haltet die Berge sauber" und "End of Flip-Flop-Zone", das darauf hinweist, dass in den Bergen festes Schuhwerk unabdingbar ist. In den Bergen lauern aber noch weitere Gefahren, denn auch das Wetter kann hier plötzlich umschlagen. Das bezeugen zwei weitere Schilder, die ich für euch fotografiert habe: Sie erinnern an zwei Menschen, die auf der Rax ums Leben kamen:

1) Zum Gedenken an Elmo Ritter von Bischoff * 02.02.1867 + 13.02.1898 der unweit dieser Stelle vom 12./13. Februar 1898 in einem Schneesturm erfroren ist.

2) Hier verschied August Schröckhenfuß Kaufmann aus Wien am 3. September 1856 im tobenden Schneesturme 33 Jahre alt.

Schilderwald und Ich seh rot


In einen Schneesturm kamen wir zum Glück nicht. (Ich habe in meiner Jugend einmal einen Schneesturm auf dem Schneeberg erlebt, das war kein Vergnügen. An diesem Tag kam auch ein Mann ums Leben, der allerdings nicht zu unserer Gruppe gehört hatte. Er hatte im dichten Schneetreiben die ganz nahe gelegene Hütte nicht gefunden und erfror wenige hundert Meter davon entfernt. In solchen Situationen sieht man wirklich die eigene Hand nicht vor den Augen.) 

Aber als wir auf freier Strecke unterwegs waren, entluden sich die immer dunkler gewordenen Wolken direkt über uns. Gegen die Nässe hatten wir Regenpelerinen mit und es gab ein kleines Shooting beim Anziehen unserer "schicken Outfits"  ...

Fotos von Brigitte

... doch  als es dann zu  blitzen und donnern anfing, war das schon ein bisschen mulmig (und keiner von uns hatte mehr Interesse daran, etwas zu fotografieren 😉). Gewitterwarnungen hatte es im Vorfeld übrigens keine gegeben... 

Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1 zu 3 Millionen, aber mit etwas Pech passiert es eben doch. Und so sahen wir zu, dass wir so schnell wir möglich ins nächste Waldstück kamen, weil das die Sicherheit erhöht. Zusammenkauern hätten wir uns auch können, aber ehrlich gesagt, wenn es schüttet, gehe ich lieber zügig weiter, als zu kauern 😉 Hier eine kleine Anleitung zu richtigem Verhalten bei Gewitter in den Bergen.

Die folgenden Aufnahmen entstanden dann schon nach dem Donnerwetter - denn so abrupt, wie es gekommen war, hörte es auch wieder auf.

Kurz darauf erreichten wir schon die Bergstation der Seilbahn, wir gönnten uns dort noch ein Getränk, und dann ging es auch schon wieder zurück ins Tal. Insgesamt waren wir innerhalb von 3 Stunden 59 Minuten 21966 Schritte oder 16,47 km gegangen, und haben lt. Gittys App (die aber keine Höhenmeter berücksichtigt) 1052,4 Kalorien verbraucht. Zum heutigen Abschluss bekommt ihr hier noch eine kleine Foto-Zusammenfassung dieses (trotz Gewitters) wunderschönen Wandertages mit Bildern, die meine Freundin aufgenommen hat:

Fotos von Brigitte

Ich hoffe, ihr seid gerne mit uns mitgewandert, trocken geblieben und habt die traumhafte Landschaft mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt so genossen wie wir. (Apropos Tierwelt: Edi und Peter sahen, während Brigitte und ich Blüten fotografierten, eine Kreuzotter, die aber ganz schnell das Weite suchte, weshalb es leider kein Foto von ihr gibt.)

Was die "eigenen Tiere" betrifft: Mit unserem Kater Maxwell mussten wir diese Woche zum Tierarzt, darüber erzähle ich euch demnächst mehr. Macht euch aber bitte keine Sorgen, es geht ihm schon wieder besser!

 

Alles Liebe und bis bald 😘,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
Colour-Energy von Maren - Farbwunder Style,
Friday Bliss - bei Riitta von Floral Passions,
Garden Affair - bei Jaipur Garden, Close to the Ground bei Jutta,


Mittwoch, 7. Juli 2021

Das Beste vom Juni 2021...

... oder vielleicht auch nur das Zweitbeste? 😉 Auf jeden Fall werde ich euch heute noch ein paar ausgewählte Juni-Impressionen bieten. Unter anderem will ich euch über ein paar kleinere Ausflüge, unsere Komparsen-Einsätze im Juni und über unseren Juni-Garten erzählen - und außerdem vom Besuch einer Gartenausstellung, den wir mit Brigitte und Peter unternommen haben.


Servus Ihr Lieben, ...

... über einige Unternehmungen im Juni 2021 habe ich euch bereits erzählt. Zum Beispiel über unseren Spaziergang im Schlosspark von Eckartsau im Marchfeld (KLICK und bis zur Mitte des Beitrags scrollen), über unseren Besuch der zwei geretteten Naturparadiese Stopfenreuther Au und Landschaftsschutzgebiet Donaustadt sowie über unseren Tagesausflug zum Schloss Artstetten und in die Wachau. Jetzt geht's weiter mit den Erlebnissen, die dazwischen lagen.


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Juni-Garten I:
Anfang Juni blühte der Zierlauch, und die Rosen begannen durchzustarten. Die gelben Rosen waren die ersten. Leider waren sie auch die ersten, die von den Rosenkäfern zerfleddert wurden 😕. (Ich trug zwar immer wieder mal einige in einem Marmeladenglas in den Auwald, aber kaum waren die ersten Käfer weg, kamen schon wieder welche nach...)

Endlich haben wir in unserem Garten auch eine Regentonne. Nach den Regenfällen im Mai war sie schnell voll, doch jetzt könnte sie schon wieder eine ordentliche Befüllung brauchen. Unser Feuerholzplatz brauchte ein neues Dach, nachdem das alte vom Sturm verweht worden war, und so hat Edi es mit Holzplatten und Schindeln neu gedeckt und fest angeschraubt. (Hoffen wir, dass es diesmal hält!) Kater Maxwell freute sich, dass es wieder Katzenminze zum Naschen und Teichwasser zum Trinken gibt.

 

Mohnblumen:
Auf dem Heimweg vom Einkaufen fuhren wir an einem blühenden Mohnfeld vorbei; ich fand es so atemberaubend schön, dass ich es unbedingt fotografieren wollte. Nachmittags schnappte ich mir mein Fahrrad und meine Kamera und radelte zu dem Feld - hier seht ihr das Ergebnis:

2 Juni-Outfits mit grünem Stirnband:
Die selbstgefärbte grüne Hose und mein gutes altes "Bienenwaben"-Shirt trug ich zum Einkaufen und beim Radeln zum Mohnfeld; das heiß geliebte und auch schon ein paar Jahre alte grüne Maxikleid trug ich bei unserem ersten Heurigenbesuch nach dem Lockdown.

Hollerblüten und Ribiseln:
An dem Fluss kam ich ebenfalls bei einer Fahrradtour vorbei - und stellte bei der Gelegenheit fest, dass manche der Holunderblüten bereits groß genug zum Ernten sind. Ein paar Tage später schwangen sich daher Herr Rostrose und ich aufs Rad, fuhren zu den wilden Hollerbüschen und pflückten eine ausreichende Blütenmenge, um daraus mehrere Flaschen Sirup herzustellen. Etwas später im Juni hatten wir dann in unserem Garten eine durchaus beachtenswerte Ernte von Ribiseln (roten Johannisbeeren), die wir zum Teil ebenfalls zu Sirup verarbeiteten.

 
Spaziergang mit der Schwägerin:
Edis Schwester lud uns zum Essen ein. Und weil es in ihrer Gegend außerdem Gehege mit Alpakas und andere Gehege mit Damwild gibt, unternahmen wir vorher noch einen Spaziergang - bei dem wir noch einige andere nette Viecher sahen 😊:

Juni-Garten II:
Nun startete auch die weiße Kletterrose Lykkefund am Rosenbogen durch - das ist alle Jahre wieder ein wunderbares Dufterlebnis und ein wunderschöner Anblick. Bei all der Blütenmenge tun sich sogar die Rosenkäfer schwer mit ihrem Zerstörungswerk. Alle anderen Rosen starteten ebenfalls ihr Blütenfeuerwerk - und auch die Pfingstrosen kamen - spät aber doch - in die Gänge.

Covid-Test und Freundestreffen:
Am 15. Juni hatten wir wieder einen Komparserie-Einsatz, und die betreffende Filmfirma begnügte sich nicht mit einem Antigen-Schnelltest, sondern bestand auf einem PCR-Test. Also mussten wir zu diesem Zweck vor dem Drehtag extra nach Wien fahren. Zum Glück konnten wir das am 13. Juni (dem Sonntag davor) erledigen (denn für 14. Juni hatten wir bereits den Ausflug nach Artstetten mit Brigitte und Peter geplant). 
 
Und ebenfalls zu unserem Glück hatten unsere Freunde Helga und Michi an besagtem Sonntag nicht nur Zeit für ein Treffen - sie luden uns sogar zu einer köstlichen Hühner-Grillerei in ihren Schrebergarten ein. Selbst geerntete Erdbeeren, Kaffee und Kuchen sowie nette Gespräche gab's als Draufgabe.

"Prolo-Dreh" ohne Arbeitseinsatz 😉:
Am 15. Juni war dann wie gesagt der Dreh-Tag; es ging um eine Folge der Krimiserie SOKO Donau. In der Dispo hieß es, dass Kleidung erwünscht ist, die "ein bisschen 'Prolo'" ist. Das war eine gewisse Herausforderung, denn wie interpretiert man "Prolo" am besten? Wikipedia meint zu dieser Frage:
 
Prolet ist die umgangssprachliche Verkürzung des Begriffs „Proletarier“ und bezeichnete seit dem 19. Jahrhundert auf abwertende Weise Angehörige vor allem der städtischen Unterschicht, besonders Industriearbeiter, seit Aufkommen des Marxismus aber auch positiv Arbeiter im Kontext des Klassenkampfes... Heute wird Prolet – in einer weiteren, umgangssprachlichen Verkürzung auch Proll, Prol oder Prolo – als Schimpfwort und als abwertende Bezeichnung für Menschen aus bildungsfernem Milieu verwendet sowie für Personen, deren Umgangsformen und Lebensstil als unkultiviert empfunden werden.
 
Da der Dreh in Nähe des Wiener Praters stattfand, lag auch das Thema Rotlicht-Milieu / Prater-Strizzi nahe. Wir packten also aus unserem Fundus alles in die Komparsen-Koffer, was von etwas schlampig bis zu billig aufgetakelt passen könnte (wenn man diese Kleidungsstücke nicht so gekonnt mixt, wie wir das normalerweise tun 😉).

Der Kostümdame gefiel dann tatsächlich der "Strizzi-Mix" am besten 😉 Brigitte, der wir das Foto unten Mitte per WhatsApp schickten, antwortete: "Das Mausi und ihr Aufpasser" 😁. (Zu Edis Entschuldigung muss ich sagen, dass dieses Hemd zu Beginn der 1980er tatsächlich modern war 😁 - und er es nur für Anlässe wie Fasching und dergleichen aufgehoben hat.) 

Bis mittags sahen wir zu, wie sich vor dem (ehemaligen) Café Diamant zwei Schauspieler verprügelten (oder auf gut wienerisch "in die Goschen hauten") und dazu "nette" Dinge brüllten wie: "I bring di um, du Sau!". Einer der beiden bekam immer wieder eine Bierflasche (aus Zucker) über den Kopf geschlagen. Dann gab es Mittagessen - ... und dann wurden wir heimgeschickt 😲.

Insgesamt waren wir fünf Komparsen, letztendlich kam aber keiner von uns zum Einsatz. Die Komparsin Maria, die wir schon vom Dreh am Westbahnhof kannten, meinte dazu, dass ihr das früher auch schon mal passiert sei. Manche Filmfirmen buchen sicherheitshalber eine Handvoll Komparsen, und wenn sie dann doch nicht benötigt werden, schickt man sie einfach wieder heim. (Das Honorar von 30 Euro gibt's selbstverständlich trotzdem.) 

Zick-Zack-Wanderung in Feistritz:
Am 17. Juni musste ich nach Hochegg in der Buckligen Welt zu einem Krankenbesuch (Besuch im Krankenhaus). Mein Mann und ich beschlossen, den Besuch mit einer vorherigen Wanderung zu verbinden, da die Besuchszeit im Krankenhaus erst um 17 Uhr begann (und um 17.45 schon wieder endete...)
 
Zu Beginn der Covid-Zeit haben wir ein Wanderbuch gekauft; darin fanden wir eine Rundwanderroute in der Gegend von Feistritz; diese erschien uns für unsere Zwecke passend. Leider kann ich euch den Wanderführer NICHT empfehlen (Das große Wandererlebnis Niederösterreich - "Topaktuell, in neuer, nochmals erweiterter, sechster Auflage", ha-ha, dass ich nicht lache!) 
 
Anstelle einer Rundwanderung wurde daraus mehr eine Zick-Zack-Wanderung, denn die Beschreibungen waren so schlecht, dass wir mehrmals in die Irre liefen und einige Male nach dem Weg fragen mussten. Letztendlich rutschte Edi bei der Überquerung eines Baches aus (den wir bei einer besseren Beschreibung nicht hätten überqueren müssen); er wurde dabei erstens nass und landete zweitens unsanft auf dem Steißbein. (Das tut ihm immer noch weh.)
 
Hier könnt ihr euch unsere "Irrungen und Wirrungen" ansehen:

Wir gaben unser Vorhaben auf, die Rundwanderung zu vollenden, gingen stattdessen zu einer Burg, die wir dort in der Nähe gesehen hatten und deren Besuch in dem Wanderführer als Abschluss der Runde empfohlen wird. (Allerdings ist die Burg in Privatbesitz, was in dem Buch auch nirgendwo vermerkt war... 😖) Danach war Edi schon wieder beinahe trocken. Wir gönnten uns ein spätes Mittagessen und fuhren anschließend mit dem Auto nach St. Corona.

Die schöne, kupferfarbige Blindschleiche hatte Probleme, den heißen Asphalt einer Fahrbahn zu überqueren - ich half ihr dabei...

St. Corona am Wechsel wäre eine der Stationen der Rundwanderung gewesen - und wir dachten uns, wenn wir schon mal in der Gegend sind, dann sehen wir uns den Ort doch mal an, der angesichts der Corona-Pandemie aufgrund seines Namens zu neuer, unerwünschter Berühmtheit gelangte: Denn hier wurden die beiden Ortstafeln von Souvenirjägern gestohlen! 😮 Kurz darauf wurden die fehlenden Ortstafeln durch Eigenkreationen ersetzt. In der Zeitung hieß es: "Die Schilder erinnern dem Aussehen nach an das Virus" - KLICK. Bei unserem Besuch gab es dann aber schon wieder "ganz normale" Ortstafeln ... und eine Ortschaft, die (als ehemaliges Skigebiet) schon deutlich bessere Zeiten erlebt hat. Aber immerhin entdeckten wir eine streichelfreudige Katze 😻.

Die Terrasse des Hotels St. Corona ist von Gras überwuchert, der Sessellift für Skifahrer wurde abgetragen, aber 
seit kurzem gibt es dort wieder eine Sommerrodelbahn... Der Kirchturm ist für Nova 😊

Gartenlust im Schlosspark von Ebreichsdorf:
Brigitte und Peter fragten uns, ob wir am 19. Juni Lust hätten, mit ihnen die Gartenausstellung im Ebreichsdorfer Schlosspark anzusehen. Wir kennen den Park von der einen oder anderen Oldtimer-Veranstaltung, die wir fotografiert haben - außerhalb von Veranstaltungen ist er allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugängig. Deshalb nützten wir die Gelegenheit gerne, diesen Park mit seinem schönen alten Baumbestand wieder zu besuchen.
 
Fotos von Brigitte

Die Ausstellung war sehr hübsch aufgezogen und es hätte gewiss das eine oder andere gegeben, das dort auch meine Kauflust gereizt hätte (z.B. die originellen Kopf-Blumentöpfe in der folgenden Collage). Doch ich blieb meinem Vorsatz treu, möglichst keine "Herumsteherchen" mehr zu kaufen. Außer ein paar trockenheitsliebenden Blümchen und Zierlauch-Zwiebeln habe ich also nichts erstanden. Brav, gell? 😇

 

 Aber einen Eiskaffee haben wir vier uns dort immerhin gegönnt 😋:

Fotos von Brigitte
 
Besuch im Pavillon:
Einen Tag später besuchten uns unsere Freunde Anita und Norbert und wir verbrachten einen gemütlichen, von Blütenduft umgebenen Nachmittag und Abend miteinander in unserer Gartenlaube 😊:
Die Mittagsblümchen (Delosperma cooperi) oben links stammen von der Gartenlust-Ausstellung

  

Komparsen-Casting:
Am 25. Juni  wurden wir zu einem Casting geladen. Wir hatten uns nämlich für eine neue Comedy-Serie namens "Alles Finster" beworben. Dies war das erste Mal, dass wir für unsere Komparsentätigkeit zu einem Casting mussten, mal sehen, ob es klappt. Die Idee der Serie finde ich jedenfalls interessant:

Im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes im Wald- bzw. Weinviertel wird mit viel schwarzem Humor die Situation eines europaweiten Blackouts geschildert. Als klar wird, dass der Strom so bald nicht wiederkommt, bricht Panik aus. Lebensmittelknappheit, Raubzüge der Nachbargemeinde, akute Gefährdung der Gesundheit sind einige der Hürden, die bewältigt werden müssen...

Hier der malerische Ort, an dem das Casting stattfand - Scheiblingkirchen-Thernberg in der Buckligen Welt:

 

Das Kleid, das ich zum Casting trug, habt ihr weiter oben schon gesehen, als wir Michi und Helga besuchten. Als Brigitte die Fotos sah, dachte sie, es wäre ein neues Kleid. Doch das Kleid ist bereits seit 11 Jahren bei mir, denn in DIESEM Blogbeitrag (London-Reisebericht von 2010) habe ich es ebenfalls schon gezeigt 😊 Ich mag es immer noch sehr, sehr gerne und trage es oft (auch in der kalten Jahrszeit mit Longsleeve darunter oder Jacke darüber)!

Die Glockentürme von Scheiblingkirchen und weiter oben von St. Corona sind beide 
für Novas Sammlung.

"Das Netz": 
Am 29. Juni waren wir abermals als Komparsen im Einsatz, diesmal als Patienten in einem Krankenhaus - deshalb das schicke Nachthemd und meine leidende Körperhaltung, siehe folgende Collage rechts oben 😉. (Tja, zum Komparsentum gehört manchmal durchaus auch ein gewisser "Mut zur Hässlichkeit"...) Gedreht wurde in der ehemaligen Semmelweis-Klinik. Wenn ihr mehr über "Das Netz" wissen wollt, klickt bitte HIER. (Ausstrahlung angeblich rund um die Fußball-WM 2022, also im Herbst nächsten Jahres.)
 
Auch diesmal kam ich den ganzen Vormittag lang nicht dran, während Edi gleich bei zwei Einstellungen dabei war. Aber wie ihr seht, vertrieben wir Komparsen uns die Zeit u.a. mit Kartenspielen und Nachthemd-Shootings 😁. Am Nachmittag kam dann endlich mein Einsatz: Da durfte ich mindestens 10 x in meinem Krankenhauskittel am Tropf hängend neben "meinem Pfleger" einen Gang entlang schlurfen. Und der Schauspieler Tobias Moretti hetzte jedes Mal samt einem Kamerateam an mir vorbei und tat so, als würde er telefonieren.

 

Juni-Garten III:
Ende Juni kam dann auch der Lavendel so richtig groß heraus. Und der Blüh-Hügel kleidet sich seither in zartes Rosa, denn in diesem Jahr hat sich hier die Rosa Nachtkerze (Oenothera speciosa) üppigst ausgebreitet. Die Pfingstrosen sowie die Lykkefund am Rosenbogen haben hingegen ihren Zenit überschritten.

 

Juni-Himmel:
Nun möchte ich euch noch ein paar Himmels-Impressionen vom Juni 2021 zeigen. Sehr häufig gab es hübsches zartes Blau mit weißen Wattebausch-Wölkchen zu sehen. Am Tag der "Prolo"-Dreharbeiten in Wien gab es hingegen diese seltsame "kantige" Wolkenformation - und sehr beeindruckend fanden wir auch den schweren grauen Wolkenhimmel vom 24. Juni, den ihr mittig seht: (Bloggen bildet - ich habe soeben erfahren, dass es sich um Mammatus-Wolken handelt. Danke, Diana!)

 

Der Juni 2021 
... war also für uns wieder ein bunter, bewegter, lebendiger Monat mit viel Abwechslung und einigen schönen Unternehmungen. Wir sind sehr dankbar dafür, denn wir wissen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. 

Viele der Juni-Ausflüge haben wir - wie ihr aus meinen vorangegangenen Beiträgen wisst - mit unseren Freunden Brigitte und Peter unternommen (und es gibt noch eine gemeinsame Wanderung auf der Raxalpe, über die ich euch demnächst erzählen werde). 

Leider ist diese wunderbare Ausflugs-Serie fürs erste unterbrochen, denn am vergangenen Sonntag - einen Tag nach ihrem 59. Geburtstag - wurde meine Freundin Brigitte wegen einer akuten Blindarmentzündung mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht und gleich operiert 😯... Sie hat die OP gut überstanden und wir hoffen natürlich sehr, dass sie bald wieder fit, frisch und munter ist - doch ein Weilchen wird sie sich gewiss schonen müssen...(Auch an dieser Stelle GUTE BESSERUNG, liebste Gitty! 😘)

Und nun, ihr Lieben, danke ich euch erstens für eure tollen Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag und zweitens dafür, dass ihr auch bei dieser Rückschau wieder mit dabei gewesen seid. Demnächst geht es mit dem Rax-Ausflug weiter!

 

Alles Liebe und bis bald,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
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