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Dienstag, 3. Oktober 2017

Island-Kreuzfahrt Teil 6 - Polarkreisüberquerung und Walbeobachtung bei Húsavík

 Velkomin, liebe ReisefreundInnen!
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Im DAILY program (unserer täglichen Bord-Zeitung) stand es schon zu lesen:
In der Nacht von Tag 4 auf Tag 5 würde es endlich "ernst" werden! Um den Hafen der
isländischen Stadt Akureyri zu erreichen, würde unser Schiff am 2. Juni 2017 um 15 Minuten
nach Mitternacht den arktischen Polarkreis überqueren, dann in den Eyja Fjord (Eyjafjörður
- den längsten Fjord Islands - einfahren (laut MSC-Programm ist er 99 km lang und laut
Wikipedia 60 km...*)) und um 10 Uhr morgens unser erstes Ziel in Island erreichen!

*) Ist ja auch fast kein Unterschied 😉... Aus irgendwelchen Gründen glaube ich Wikipedia mehr als der MSC...


Bildquelle der Karte KLICK

Aber noch war es nicht so weit, denn noch war erst der vierte Tag unserer Reise, und dieser
Tag war wieder einer, den wir auf See verbringen würden.


TAG 4 - 1.6.2017:
Wettervorhersage von der Brücke: Sonne, Wolken, Regen, 8° bis 10° C 
Das Casual-Outfit, mit dem ich am 1.6. tagsüber auf der Preziosa unterwegs war


Am 1. Juni gab es vormittags übrigens eine "Arktische Polarkreis-Party" inklusive Polarkreis-Taufe
an Bord. Aber da ich selbst schon in den 1980er-Jahren in Finnland auf meinem Weg nach Kemijärvi
den Polarkreis überquert habe und Herr Rostrose auch nicht wirklich auf die Party erpicht war, nützten
wir wie schon an Tag 3 die Gelegenheit zu einem Workout im Fitnessraum und besuchten außerdem
einen interessanten Island-Vortrag von Frau Hilda Belgrano*).

*) Ihr seht in der unteren Collage ein Handyfoto von ihr. Die gebürtige Österreicherin ist über 80, war mit einem Italiener 
verheiratet, arbeitete als Lektorin und spricht, soweit ich mich erinnere, fünf Sprachen. (Sie saß nämlich ein paar Tage nach 
diesem Vortrag beim Buffet an unserem Tisch, und weil ich ihr ein paar Fragen stellte, hat sie uns ein wenig über ihr 
spannendes und keineswegs einfaches Leben erzählt, mit dem sie Romane füllen könnte) Seit einigen Jahren begleitet sie 
MSC-Kreuzfahrten und hält an Bord Vorträge in verschiedenen Sprachen. Hut ab vor dieser Frau!
 




Nach dem Abendessen hörten wir in einer der Bars einem jungen Mann namens Leandro zu, der
 sehr talentiert Songs von Coldplay, REM und U2 darbot. Wir saßen an einem Tisch ganz in seiner
Nähe und so ergab es sich während er eine kurze Pause, dass wir ein bisschen mit ihm plauderten;
unter anderem erzählten wir ihm freudig, dass wir bald ein Coldplay-Konzert in Wien besuchen
würden. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass uns die auf dem Schiff eingehandelte
Bronchitis einen Strich durch diese Rechnung machen würde...


Zur Feier der Polarkreis-Überquerung war an diesem Tag wieder "Gala" im Speisesaal empfohlen, und so warfen sich 
Herr und Frau Rostrose einmal mehr in möglichst elegante Reisekleidung. (Wie ihr seht, schlüpfte ich - wie schon so oft -
 in meinen schwarzen "Gala-Stufenrock" - diesmal  kombiniert mit einem senfgelben Langarmshirt und darüber meinem 
schwarzen Häkeltop sowie einer Spitzen-Paillettenstola.)
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TAG 5 - 2.6.2017:
Wettervorhersage von der Brücke: Sonne, Wolken, Regen, 4° bis 6° C

Und das war der Anblick, der sich uns am nächsten Morgen bot, als wir durch
den Eyjafjörður fuhren - unser erster Blick auf Island!

Anfang Juni - und noch reichlich Schnee in den Bergen... Naja, bei diesen Temperaturen (siehe Wettervorhersage von der Brücke)...


Vormittags kamen wir planmäßig im Hafen von Akureyri an. Edi und ich lernten diese
 „Isländische Hauptstadt des Nordens“ mit ihren gerade mal rund 18.000 Einwohnern allerdings nur
aus der Ferne kennen, denn wir hatten einen Ganztagesausflug nach Húsavík und zum Goðafoss
gebucht.

Vielleicht interessiert es euch trotzdem, dass Akureyri die Stadt mit dem nördlichsten botanischen Garten ist, dass es dort 
eine Bürgermeisterin mit dem klingenden Namen Sigrún Björk Jakobsdóttir gibt (ich finde es so schön, dieses nordische 
-dóttir! *) Es zeigt, dass hier die Töchter auch in früheren Zeiten schon einen mit Söhnen vergleichbaren Stellenwert hatten, 
und das war - und ist - in vielen anderen Ländern ja leider keine Selbstverständlichkeit) und dass die roten Ampeln allesamt 
Herzen zeigen. (Damit erinnern sie ein bisserl an die verliebten "Ampelmännchen" in Wien 😉)

*) Klickt für mehr Infos zum interessanten Thema Isländische Personennamen.



Die lila Blumen links unten sind Lupinen. Mehr zu diesem Thema demnächst!


Wir ließen unser monströses Schiff im Hafen zurück und fuhren mit dem Bus in Richtung Húsavík.
Schön, wild, bezaubernd fanden wir sie, diese Landschaft mit ihren vereinzelten Kirchlein und
Bauernhäusern, die interessanterweise alle rote Dächer hatten. Vermutlich, weil sie so in all dem
 Grün am besten gesehen werden.




Hügel voller Moose und Flechten - unsere erste Isländische
Reiseleiterin Sigrún erzählte uns, dass sie dort in den Sommermonaten viele Heidelbeeren 
pflücken würden. Und dass dort dann überall Schafe herumlaufen. Denn sobald die Lammungs-
zeit vorüber ist, werden die Schafe in Island Jahr für Jahr freigelassen. Sie weiden dann den
ganzen Sommer über in den Bergen und werden schließlich am Ende des Sommers in einer
großen gemeischaftlichen Aktion von den Menschen der Umgebung wieder eingefangen und zu
ihren jeweiligen Bauernhöfen zurückgebracht. Da wäre ich gerne dabei! Mir brauchst du ohnehin
 nur ein paar Schafe auf eine Wiese hinzustellen und ich bin schon ganz vernarrt in ein Land!




Viele Bäume gibt es in Island nicht! Dieser Umstand hat mit den Wikingern zu tun. In der Frühzeit
der Besiedlung Islands soll das Land „vom Berg bis zur Küste“ bewaldet gewesen sein - und zwar
(wie man heute glaubt) vor allem mit Birken. Doch dann wurden Baumaterialien für Häuser und
Schiffe sowie Brennholz benötigt, und somit wurden im Lauf der Zeit alle Bäume gerodet. Die
Schafe verhinderten, dass neue Bäume nachwuchsen und die nachfolgende Bodenerosion erledigte
den Rest... Mittlerweile wird mancherorts eine Wiederaufforstung versucht, aber die steckt noch
in ihren Anfängen...

Zahlreiche Flüsse, von jedem Berglein rannen mehrere kleinere oder größere Wasserfälle...
Und unsere ersten (weit entfernten) Island-Ponys sahen wir an diesem Tag auch!





Das Wetter war ... nunja, das war eben "isländisch". Zu diesem Thema hörten wir von einem
anderen Reiseleiter an einem anderen Tag einen netten Spruch: Wenn dir das Wetter in Island 
nicht gefällt, dann warte fünf Minuten. Und tatsächlich erlebten wir während der Fahrt ein
stetiges Wechselspiel von dunklen und hellen Wolken, die sich teilweise auch übereinander
schoben und faszinierende Bilder entstehen ließen - da und dort erschien sogar ein blaues
Himmelsfenster... doch als wir in Húsavík ankamen, regnete es leider. Und fünf Minuten
später regnete es auch noch.





Húsavík ist ein Fischerort mit etwas mehr als 2.200 Einwohnern; von hier aus kann man
Walbeobachtungsfahrten unternehmen, bei denen man meist Buckelwale oder Delfine sieht - und
genau so eine Tour hatten wir vor. Aber zunächst einmal war es an der Zeit für ein Mittagessen
in diesem hübsch-nostalgisch aussehenden Restaurant (es gab köstlichen Fisch, wie es sich für
ein Hafenlokal gehört 😉😊😋).

Fällt euch übrigens der Davidstern im Giebelfenster des Gebäudes auf? Ich war verwirrt, denn nach allem, was ich über 
Island und seine Bewohner herausfinden konnte, ist das durch diesen Stern symbolisierte Judentum hier nicht verbreitet. 
Doch Dank Internet erfuhr ich: Die gleiche Form besitzt der Brauerstern, ein Zunftzeichen der Brauer und Mälzer. Ich 
nehme also an, dass es sich in diesem Fall um ein Brauer-Zeichen handelt.




Nach dem Essen hatte es (vorübergehend) zu regnen aufgehört, und es war Zeit, zu unserem
Walbeobachtungskutter zu gehen und sich dort in einen der "schicken" schwarz-gelben wetterfesten
Overalls zu werfen.

Ich fand den Overall zunächst ja übertrieben
(und außerdem recht eng mit all meinem anderen Zeug darunter), denn wir hatten ohnehin
Regenmäntel. Und so, wie wir vor fünf Jahren unsere Whale-Watching-Tour in den USA erlebt
hatten, war das eine ziemlich harmlose und verhältnismäßig trockene Angelegenheit gewesen.
Ha! Aber nicht zu vergleichen mit einer Tour auf der Fanney!




Unter dem Overall trug ich übrigens das da:




Ich war also ordentlich warm eingepackt - und meine
Norweger-Handschuhe hatte ich clevererweise auch dabei und zog sie mir unterwegs an. Um die
wurde ich im Lauf der Fahrt von zahlreichen Mitreisenden beneidet und für die wurde ich von den
netten jungen Tour-Begleitern (die ebenfalls Handschuhe trugen) auch gelobt. Ich kann euch nur
empfehlen: Zieht euch warm an, wenn ihr in Island zum Whale Watching fahrt - und tragt wenn
möglich auch wasserdichte Schuhe (Edi und ich trugen Goretex-Wanderschuhe)! Einige haben
ziemlich gefroren und andere bekamen total nasse Füße - ich nicht.




Natürlich waren wir alle ziemlich gespannt, ob wir Wale sehen würden, aber der junge Mann
oben links im Bild war zuversichtlich. Wie wir später erst erfuhren, ist er kein Isländer, sondern
ein absolut Wal-begeisterter Spanier. Er strahlte die ganze Fahrt über voller Freude und erzählte
uns, dass er alljährlich im Sommer nach Island fährt, um die Walbeobachtungstouren zu begleiten.
Früher fuhr er zu diesem Zweck nach Norwegen, aber dann  entdeckte er Island für sich, und
Norwegen hatte keine Chance mehr. Er meinte, hier in der Gegend um Húsavík hätte man fast
immer Glück, weil die Wale sich hier richtig gut vollfressen könnten. Aber Garantie gäbe es
natürlich keine.





Auch Edi lächelte zuversichtlich - und wie ihr unten sehen könnt mit Recht!
Denn wir sahen wirklich viele, viele Buckelwale - und sie kamen auch viel näher an die Schiffe
heran als in Monterey! Ich hätte die ganze Zeit jubeln können - und zwischendurch tat ich das auch.
Denn neben mir (ganz vorne im Schiff, wo man am meisten sieht und die besten Fotos machen kann)
stand ein Vorschul-Bub aus Deutschland, der nur wegen der Wale nach Island wollte - ein kleiner
Wal-Experte, der immer wieder jubelte "Heute ist der glücklichste Tag meines Lebens!" und ich
jubelte mit ihm "Meiner auch, meiner auch!" 😊😍




Seht euch das an, ist das nicht ein unglaublicher Anblick?! Buckelwale, die direkt neben oder vor
dem Schiff auf- und wieder abtauchen! Ich bin heute noch atemlos, wenn ich mich daran erinnere!
Manche der Fotos sind übrigens hart erkämpft, denn es ist kaum möglich, sich gleichzeitig anzuhalten
und mit der Kamera am teilweise wild schwankenden oder in Wellentäler eintauchenden Schiff die
Wale anzuvisieren. Mich schleuderte es ein paarmal zu Boden, denn durch das hereinschwappende
Wasser war das Deck extrem rutschig geworden; ich holte mir blaue Flecken, die Kamera wurde mit
Meerwasser nassgespritzt, aber das alles erschien während dieser Fahrt nebensächlich. (Und der
Fotoapparat wurde nachher gut abgewischt und hat's zum Glück überlebt.)

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Edi hatte an diesem Tag übrigens das große Objektiv auf seine Kamera geschraubt (unser Sigma 150-600mm 
Contemporary - wenn's euch interessiert, HIER habe ich mehr darüber geschrieben.) Das hatte Vor- und Nachteile. Mit 
solch einem "Trumm" tut man sich natürlich noch schwerer, ein Ziel anzuvisieren; die Kamera hat auch mehr Gewicht
und ist schwerer zu halten. Wenn die Wale nah rankommen, ist das herkömmliche Reiseobjektiv normalerweise besser 
geeignet. Aber wenn man eine schöne Schwanzflosse genau im Visier (und eine ruhige Hand) hat, kann dadurch natürlich 
ein besonders brilliantes Foto entstehen. Und so hat Edi bei diesem Ausflug auch die beiden tollsten Walfluken-Fotos 
geschafft. Das erste seht ihr hier, das zweite Foto in der letzten Collage des heutigen Beitrags (jeweils die großen Fotos. 
Die kleinen sind teilweise von Edi, aber größtenteils von mir mit dem Nikon Nikkor 18-200 mm aufgenommen).




Wer Wale fotografieren will, wünscht sich meistens besonders sehnlich, dass er eine schöne Fluke
oder gar einen Sprung auf Bild bannen kann. Einen Sprung haben wir weder hier noch in den USA
 gesehen, aber groß ist die Freude auch, wenn man zwei Wale nebeneinander "erwischt". Das ist mir
mehrmals gelungen. Hier zum Beispiel waren ein größerer und ein kleinerer Wal zusammen
unterwegs - vielleicht Mutter und Kind oder ein Paar? Und es gab sogar einen Doppel-Fluken-
Winker!




Und in der folgenden Collage noch zwei andere gemeinsam schwimmende Wale - ihr seht hier aber
immer nur eine Fluke und einen Rücken oder zwei Rücken nebeneinander - oder zwei Blas. Bei
der untertauchenden Fluke im unteren kleinen Foto rechts sah man, dass sich einige Muscheln auf
der Schwanzflosse angenistet haben 😌.




Manchmal hatte man den Eindruck, dass uns die Wale zuwinken. Oder dass ihr Auftauchen in
der Nähe der Schiffe ein Versuch der Unterhaltung ist. Doch wir Menschen neigen wohl dazu, viel zu
vieles aus dem Tierreich auf uns zu beziehen. Vermutlich kommunizierten die Wale bloß miteinander:
"Achtung auf eure Köpfe, da vorne links ist wieder so ein komisches Touristenboot!" Es wirkte
jedenfalls nie bedrohlich, immer "spielerisch". Aber richtig gut erforscht ist die Walsprache noch
nicht - weder die akustische noch die körperliche. Die "Gesänge" der Buckelwale gehören z.B. zu
den komplexesten Kommunikationsformen im Tierreich. Doch warum die Buckelwale singen, ist
immer noch ein Rätsel. (Die Forscher gehen zur Zeit am ehesten davon aus, dass Walmännchen
singen, um Weibchen anzulocken oder dass sie Artgenossen mitteilen wollen, wo Nahrung zu finden
ist.)

Warum Wale manchmal springen und manchmal nicht, ist ebenfalls noch nicht genau erforscht. 
Auch hier glauben die Wissenschaftler, dass es sich am ehesten um eine Kommunikationsform 
handelt, die aber vor allem dann angewandt wird, wenn andere Wale weiter als vier Kilometer 
entfernt sind oder wenn es sehr windig ist. Durch die lauten Klatscher, die bei einem Wal-Sprung 
entstehen, können auch diese entfernten Wale akustisch erreicht werden.





Ebenfalls heiß begehrt von Walfotografen ist der Anblick eines Walkopfes bzw. einer Schnauze - und
solche Fotos sind mir ebenfalls gelungen - siehe unten, am besten zu sehen bei dem Bild in der Mitte.

Was da etwas heller bzw. türkis neben den Walkörpern
erscheint - könnte das fluoreszierendes Plankton sein? (Ich habe niemanden gefragt, mir fielen diese
"leuchtenden Stellen" erst so richtig beim Betrachten der Fotos auf. Falls jemand von euch eine andere
 Erklärung dafür hat, bitte melden!)




Unten wird nochmals elegant mit der Schwanzflosse gewedelt - dies ist für heute auch gleich die 
Abschiedscollage. Nach der erfolgreichen und aufregenden Walbeobachtungstour ging es wieder zum 
Hafen von Húsavík zurück, und während Edi und ich (und der kleine Walexperte sowie einige andere 
Seetüchtige) glücklich strahlten, waren ein paar der Passagiere nicht gerade betrübt über die Aussicht, 
bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Denn es gab mehrere Fälle von schlimmer Übelkeit 
an Bord - wer zu Seekrankheit neigt, kommt offenbar mit einem so kleinen schwankenden Kutter nur 
schlecht zurecht.




Ich selber hingegen liebe bewegte See. Wenn ich auch in mindestens einem meiner früheren Leben 
ein Schafhirte (oder ein Schaf) gewesen sein muss, dann muss ich in einem anderen wohl ein Seebär 
gewesen sein, denn ich fühle mich dermaßen lebendig und wohl, wenn mir die Gischt um die Nase 
spritzt, als wäre das Fahren zur See meine Bestimmung - und das ist ja eigentlich eher untypisch für 
eine Binnenlandratte... (Naja, vielleicht liegt auch das an den Wikinger-Genen...)

Fortsetzung folgt!

Mit diesem Post bin ich bei folgenden Blogparaden dabei:
Sunnys Um Kopf und Kragen bzw. Schmuckkistl, Tinas Freitagsoutfit   
und Sabines Aktion Outfit des Monats




 Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude
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Hier könnt ihr euch zu den einzelnen Kapiteln meines Reiseberichtes klicken:




Donnerstag, 21. März 2013

USA - 18. - 20. Tag: Monterey / Carmel / Heimflug

Hi & Hello, my dears!

Willkommen zum letzten Teil meines USA-Reiseberichtes!
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Der etwa 100 km lange Küstenstreifen zwischen San Simeon im Süden und Carmel im Norden, den
 wir an den letzten Urlaubstagen befahren, trägt den Namen Big Sur

Aufgrund der faszinierenden Landschaft wurden hier einige Filme gedreht (unter anderem der erste Lassie-Film im Jahr 
1943 :o)), und zahlreiche Prominente ließen sich hier nieder (Henry Miller lebte von 1944 bis 1962 in Big Sur, Alan Jardine
 von den "Beach Boys“ lebt hier seit den 1970er-Jahren auf einer Farm) oder verbrachten zumindest ein paar Monate in der 
Gegend, wie Jack Kerouac  der im Sommer 1960 hier seinen Erfolg zu verarbeiten versuchte (was ihm nicht gelang) und 
dann einen Roman darüber schrieb.


Edis fliegender Pelikanschwarm zählt zu meinen Lieblingsaufnahmen...


Ganz in der Nähe von San Simeon (und vom Hearst Castle, zu dem ihr mich neulich begleitet habt)
lebt eine wachsende Anzahl von See-Elefanten - und unsere kleine Robbe Murphy besteht natürlich 
darauf, auch diese entfernten Verwandten zu besuchen. Wir warnen Murphy zwar vor, dass jetzt 
nicht die richtige Jahreszeit ist, um die imposanten Männchen mit ihren rüsselartigen Nasen zu sehen 
- im November trifft man hier vor allem auf Jungtiere - doch diese Aussicht gefällt Murphy sogar 
noch besser. Er stellt sich vor, dass er dann wohl auch mit ein paar Gleichaltrigen spielen könnte.


...ebenso wie meine lächelnden, sich kratzenden, seelig schlafenden ... See-Elefanten ;o))


Umso größer ist Murphys Enttäuschung, als wir zum Strand kommen: "Sind die ohnmächtig oder
tot oder was?" fragt er uns. "Die bewegen sich ja überhaupt nicht!" 
Aber wir können ihn beruhigen: "Schau mal ganz genau hin: Dort drüben winkt dir einer mit seiner
  Schwanzflosse, dort lächeln zwei im Traum und sehen dabei richtig putzig aus, da unten überprüft
einer, ob sein Rüssel schon größer geworden ist, da kratzt sich einer den Kopf - und einer grinst sogar
 müde vor sich hin!"




Eine Weile spielen wir "Ich seh', ich seh' einen See-Elefanten, der sich bewegt", aber dann 
bekommt Murphy Lust auf mehr Action ... und so fahren wir an einen anderen Aussichtspunkt, wo
wir Wellenreitern zusehen können, wo ein keckes Eichhörnchen und ein paar Vögel Touristen um 
Futter anbetteln und manche Möwen sich in fotogene Posen werfen. Auch die Gelegenheit, gleich
mehrere der hübschen typischen US-Briefkästen zu fotografieren, ergibt sich in Big Sur.




Und dann fahren wir weiter nach Monterey, 
jene kleine Stadt am Meer, die von 1777 bis 1849 die Hauptstadt des Staates Kalifornien und zu dieser Zeit außerdem 
ein wichtiger Fischerei- und Walfanghafen war. Auch uns treibt die Aussicht auf Wale hierher - allerdings wollen wir 
natürlich keinen der großen Meeressäuger fangen. Doch wir würden uns sehr freuen, erstmals in unserem Leben einen 
in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen. 

 Als wir 2002 in Südafrika waren, hätten wir schon einmal fast eine Whale-Watching-Tour unternommen, doch unsere 
Tochter erreichte damals noch nicht das von der Schifffahrtsgesellschaft vorgeschriebene Mindestgewicht, und so mussten 
wir eben zehn Jahre auf die nächste Chance warten.
2002 hat es nicht geklappt, dafür haben wir diesmal richtig großes Glück! Könnt ihr euch noch erinnern, als ich euch in 
meinem "Prolog-Kapitel" Vom Reisen und von der Zeit - Teil 2 erzählt habe, dass wir auf dieser Reise überall zum 
perfekten Zeitpunkt hinkamen. So verhält es sich auch, als wir versuchen, Tickets für eine Tour auf einem Wal-Beobachter 
zu bekommen.




Dabei sieht es zunächst gar nicht danach aus. 
Da werden wir nämlich von der Frau am Kartenschalter im Whale Watch Center auf eine Warteliste gesetzt: Es gibt 
noch fünf reservierte Karten - wenn die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht abgeholt werden, kommen die Leute von  der Warteliste zum Zug. 
Kurz bevor die Frist abläuft, werden drei Karten abgeholt. Dann kommt die Frau, die vor uns
auf der Warteliste steht. Sie bräuchte drei Karten, aber nur zwei sind noch da. Und so sind sie unser, die beiden letzten 
Karten für die letzte Whale-Watching-Tour, die an diesem 11. November 2012 stattfindet! 


Auch hier bekommen wir wieder zahlreiche Robben und einige Pelikane zu Gesicht.
Aber ob wir auch Wale sehen werden?

Jetzt hoffen wir natürlich auch darauf, dass sich die Wale nicht vor uns verstecken. Garantie gibt es
dafür keine, doch mit etwas Glück kann man von Mai bis Januar Blauwale und Buckelwale in der 
Monterey Bay beobachten. 
Ich weiß nicht, wie ich euch die Aufregung bei solch einer Fahrt beschreiben soll... Als wir die Information erhalten, 
dass die Fontäne eines Buckelwals gesichtet wurde, schlägt mir das Herz bis zum Hals! Ich suche die angegebene Richtung 
ab - und tatsächlich - DORT! Ich glaube, ich bin die erste unter den Passagieren, die ruft und mit den Fingern deutet und 
dann die Kamera in Anschlag bringt. Mit dem Teleobjektiv erfüllt sie praktischerweise zugleich die Funktion eines Fernglases.  
Und bei der nächsten Fontäne drücke ich ab - und ab - und ab, weil jedes Mal die Chance besteht, dass auch ein Körperteil
 des Wals aus dem Wasser ragt. Dann taucht der Wal wieder unter, es wird still - wo wird er sich das nächste Mal
zeigen? Ist das dort etwas? Nein. Aber DORT! 
Ich glaube, ich habe 30 "Fontänen ohne Wal" geknipst... :o) doch letztendlich auch einige Bilder vom Rücken des 
Buckelwals. Gesprungen ist er nicht - wenn ich es richtig verstanden habe, springen sie nicht zu jeder Jahreszeit. Doch 
ganz zum Schluss seiner Vorstellung verabschiedet sich der Wal mit dem Winken seiner Schwanzflosse - und da wäre mir 
vor lauter Begeisterung das Herzerl am liebsten rausgehüpft und dem Wal nachgesprungen!!!

 
Der hübsche Labrador, den ihr hier und auf der unteren Collage sehen könnt, 
ist übrigens der "Schiffs-Hund" - ich glaube, er gehört dem Kapitän.


Herr Rostrose freut sich ebenfalls, auch er ist ganz aufgeregt und auch ihm sind ein paar schöne 
Aufnahmen der Walfluke gelungen, ihr seht sie auf der unteren Collage. Und was ihr hier ebenfalls
noch sehen könnt, sind Risso - oder Rundkopf-Delfine! Laut Wikipedia halten sie sich von Küsten
 und Schiffen eher fern und sind deshalb nicht so bekannt wie die Delfinarten mit der langen Schnauze 
- doch diese netten Rissos waren alles andere als scheu und kamen ziemlich nah an unser Boot
heran. Selbst beim Betrachten der Fotos bin ich noch ganz aufgeregt über diesen Anblick!




Bei unserer Rückkehr an Land ist die Sonne bereits am Untergehen und verzaubert den Himmel
mit rosigen und feurigen Tönen. Der seltsam "gekörnte" Effekt auf dem Foto hier rechts ergibt
sich, weil Edis Objektiv von Salzkörnern gesprenkelt ist:



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Die Nacht verbringen wir in einer reizenden Lodge in Carmel Valley.
Die Fotos der Blüten und Zitronen, die ihr auf der unteren Collage seht, stammen allesamt
aus dem dortigen Garten, und auch einen kleinen Blick in unser hübsches Hotelzimmer könnt
ihr hier werfen.
Auch zu Abend essen wir in der kleinen Ortschaft Carmel Valley, und zwar in einem shabby-
gemütlichen Lokal namens Corkscrew Cafe.  Ein Handyfoto von dort zeige ich euch in der unteren
Collage - und außerdem ein Bild der innovativen (und leckeren) Zitronen-Rucola-Rohschinken-
Pizza, die ich dort genieße... 




Diese Ortschaft hätte ich mir gern auch noch bei Tageslicht angesehen, aber am Ankunfts-
Abend ist es bereits finster, und am nächsten Tag wollen wir noch ein Stück weiter - nach
Carmel by the Sea.

Den Ausflug in jene Stadt, in der Clint Eastwood einst Bürgermeister war, haben wir nicht bereut: Carmel ist einfach 
wunderhübsch! Seht euch nur den Strand und die dortige Architektur an, dann wisst ihr, was ich meine. Außerdem hat das 
Städtchen noch ein paar zusätzliche Besonderheiten zu bieten. Klickt doch bitte auf den Link, mit dem ich den Ortsnamen 
unterlegt habe, und lest bei Wikipedia unter "Kurioses" nach :o)). Außerdem könnt ihr euch bei diesem Link die schöne 
Missionskirche ansehen, zu deren Besuch unsere Zeit nicht mehr reichte. Wie gerne hätte ich hier noch ein paar weitere 
Urlaubstage angehängt!!!





Schöne Gefährte gibt's hier wieder zu sehen - und auch die Bäume beim Strand lassen sich
 bereitwillig umarmen ;o))


 

Meine Reiseschwester Urschula vom leider aufgelassenen Blog "Hotel Mama" meinte,
wenn wir nach Carmel kommen, muss ich "den Clint" unbedingt in seinem Lokal Mission Ranch
 besuchen und dort ein Steak essen. Das hätten wir auch wirklich gern getan - aber Mr. Eastwood
ist leider nicht "zu Hause"... Genauer gesagt: Das Lokal hat mittags geschlossen - und bis zum
Abend können wir nicht warten - da müssen wir bereits im Flieger Richtung Wien sitzen...


Also begnügen wir uns damit, dort die Schafe zu besuchen. 

Könnt ihr euch noch an mein vorjähriges Oster-Posting erinnern: 
http://rostrose.blogspot.co.at/2012/04/frohe-ostern-happy-easter.html 
 Aufmerksame LeserInnen meines Blogs werden sich vermutlich erinnern: Diese prächtigen Mähs sind die jene Babyschafe, 
die ich euch damals gezeigt habe - und somit die Kinder von meinem Weihnachtsschaf und seiner adeligen Pferdefrau! Nun 
wisst ihr also: Sie dürfen auf Clint's Ranch im schönen Carmel by the Sea leben, und Mr. Eastwood hat versprochen, 
dass keines davon aufgegessen wird! :o))




Zum Abschluss lassen wir uns noch auf den 17-Mile-Drive locken - eine malerische (und
kostenpflichtige) Straße, die man hier in der Gegend angeblich gesehen haben muss. Wir haben
allerdings - nachdem wir ja am traumhaften Highway 1 entlang gefahren sind - schon sooo viel
Schönes gesehen... Deshalb kann uns diese Straße nicht mehr gar so sehr beeindrucken. Die einsame
Zypresse (Lone Cypress), die hier seit etwa 250 Jahren auf einem Felsen wächst (und inzwischen mit
Metall-Seilen vertäut und einem Mäuerchen gestützt wurde, damit sie eine Chance erhält, 300 zu
werden), finden wir allerdings sehenswert. Und das kleine Vögelchen, das sich brav für mich auf
einen Felsen setzt, ebenfalls.




Dann heißt es Abschied nehmen.
Und heimwärts fliegen...

Hier  kommt ihr zu meinem vorangegangenen Kapitel über San Simeon
und



Habt Dank fürs Mitreisen, Ihr Lieben! 
Ich freue mich so so sehr über jeden einzelnen eurer lieben Kommentare,
die ihr mir immer wieder zu meinen Reiseschilderungen hinterlassen habt!
Und herzlich Willkommen auch an meinen neuen Leser!

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Herzlichst und mit vielen Küschelbüschels / HUGS 
♥♥♥ eure rostrosige Traude ♥♥♥