Mittwoch, 11. Januar 2017

Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund

Hello my dears - 
welcome to Solitare (and welcome to Swakopmund 😉)!
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Wie schön, dass ihr Herrn Rostrose und mich ein weiteres Teilstück durch Namibia begleitet! Diese
Etappe führt uns von der Gegend rund ums Sossusvlei über staubige, holperige, schnurgerade oder
auch extrem kurvige Straßen zuerst nach Solitaire ... und dann an die Namibische Westküste ... die
zwar auch vom Wüstensand beherrscht wird, aber dennoch ein ganz und gar anderes Klima bietet.

A short English summary of this post: 
On this day we said goodbye to the Desert Homestead Lodge Sossusvlei and headed for the west 
coast. The "Oasis" Solitaire was a stopover with a bakery, famous for its German apple pie. Our next 
major goal was the city of Swakopmund. There the climate is cooler than in the rest of Namibia - 
therefore the place is a popular holiday destination in the hot season. We walked through the town, 
visited historic buildings and bought a safari hat for Mr. and Mrs. Rostrose 😎.
Hugs, Traude


Diese "wüsten" Ansichten mit den verrosteten Oldtimern sind typisch für Solitaire ...


... doch ehe wir in der originellen "Oase" ankamen, hieß es erst einmal Abschied nehmen von der
Desert Homestead Lodge Sossusvlei und den netten Mitarbeitern dort - und auch wieder ein paar
Kleidungsstücke für die Zimmermädchen zurücklassen: Diesmal trennte ich mich von dem
gemusterten Shirt, das mich auf die höchste Düne der Welt begleitet hat und von dem ziegelroten
Top, das ich u.a. während des Kalahari-Sundowner-Ausflugs getragen habe. (Beide wurden von mir
selbstverständlich in der Zwischenzeit gewaschen, und es gab auch wieder das kleine Brieflein,
damit keine Mißverständnisse aufkommen konnten.)




Und dann waren wir "on the road again" - genauer gesagt auf der Schotterstraße C19, die zwar
ziemlich staubte, auf der man aber problemlos zwischen 80 und 100 km/h fahren konnte, was
natürlich auch mit dem sehr geringen Straßenverkehr in beiden Richtungen zu tun hat. So bekam
man selbst als Fahrer noch genug von der faszinierenden Landschaft rundum mit.




Und dann kam eben jener Anblick, den wir schon aus Reiseführern und -berichten aus dem Internet 
kannten: die "Rostlauben" von Solitaire! Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr ein bisserl mehr
über das "Wüstenkaff" erfahren, das abgesehen von den malerisch hindrapierten rostigen Oldtimern
aus nicht viel mehr als einer Tankstelle, einer Autoreparaturwerkstätte und einer Imbiss-Station mit
Bäckerei besteht. Gerade diese Bäckerei hat Solitaire aber zu dem gemacht, was es heute ist: Ein
touristischer Ankerpunkt mitten im Nichts - und ein Anlaufplatz für alle, die inmitten der Namib das
dringende Bedürfnis nach Apfelkuchen verspüren. Denn:

>>Der Gründer und Betreiber der Bäckerei in Solitaire ..., Percy „Moose“ McGregor, hat 
Solitaire mit seinem Apfelkuchen berühmt gemacht; alle bedeutenden Touristenratgeber, darunter 
der Lonely  Planet, verweisen auf den Apple Pie in Solitaire, viele mit dem Zusatz „bester 
Apfelkuchen in Afrika“. <<
(Quelle: Wikipedia)


Viel Regen fiel nicht während der letzten Jahre in Solitaire ...
Auch in Solitaire nisten Webervögel - hier eine besonders hübsche Gattung mit auffallendem gelben Gefieder und 
schwarzer "Gesichtsmaske" (Maskenweber) - siehe auch nächste Collage

Natürlich stellten wir uns ebenfalls in der Bäckerei um den so hoch gerühmten Apfelkuchen an;
vor Ort tranken wir aber nur einen Kaffee, weil wir noch vom üppigen Frühstück voll waren. Den
Kuchen hoben wir uns für später auf 😉... Während wir in der Warteschlange standen, knipste ein
Mann das Foto von Percy McGregor, das in der Bäckerei an der Wand hängt, und so entschied ich
mich, dieses Bild ebenfalls abzufotografieren. "He's a legend!", sagte der Mann zu mir. Erst nach
unserer Reise erfuhr ich, dass der Gründer der Bäckerei, den wir auch in einem Namibia-TV-Bericht
gesehen hatten, im Jänner 2014 im Alter von 56 Jahren überraschend verstorben ist.




Nach unserer Rast in Solitaire ging es weiter auf der ebenfalls geschotterten Straße C14, auf der
wir den Ghaub Canyon durchquerten. Auf dieser Strecke war wiedermal ich mit Fahren dran. Nach
etwa 80 Kilometern erreichten wir den Kuiseb Canyon. Wie schon in unserem Reiseprogramm zu
lesen war, sind beide Pässe nicht gesichert (Beisatz: "Bitte fahren sie vorsichtig!") und nachdem
es ausgerechnet auf dieser Strecke auch noch einen relativ regen Verkehr gab *), wurde mir bei
jeder rutschigen Kurve und jedem Hügel, bei dem man nicht sah, wie es weiterging, mulmiger
und mulmiger. Ich würde mich normalerweise nicht als ängstliche Autofahrerin bezeichnen, aber
diese Straße mit einem Mix aus Rollsplitt und ungesicherten, kurvigen Abhängen gefiel mir ganz
und gar nicht. Also fuhr ich an den Straßenrand und erklärte kategorisch, dass ich hier keinen Meter
mehr fahren wollte. Und so übernahm wieder Herr Rostrose das Steuer und ich das Fotografieren
(sofern ich es überhaupt wagte, aus dem Fenster zu schauen). Auf den in unserem Reiseprogramm
vorgeschlagenen 6-km-Abstecher (auf einer ebenso grausigen Straße) zum Aussichtspunkt des
Kuiseb Canyons ("Sie müssen etwa eine Stunde hierfür einplanen.") verzichteten wir dankend.


*) Ich weiß nicht, ob hier so viele Wagen und auch Motorräder (siehe folgende Collage links unten) durchfuhren, weil 
sie es mussten - oder weil sie es wollten. Es soll ja Leute geben, die gern auf kurvigen Fahrbahnen unterwegs sind. 
Mich hätten jedenfalls keine 100 Pferde dazu gebracht, diese Strecke aus Jux und Tollerei oder wegen eines 
Aussichtspunktes zu fahren. Aber DAS war noch nicht die brenzlige Situation, die ich neulich angekündigt habe - 
denn Dank Edis ruhiger und sicherer Fahrweise haben wir die Fahrt über den Kuiseb Pass gut überstanden...




Ich war jedenfalls sehr froh, als wir die Berglandschaft hinter uns hatten und es wieder schnur-
gerade und ein bisserl langweilig weiterging. Irgendwann zwischendurch überquerten wir den
südlichen Wendekreis ("Tropic of Capricorn") und ich sprang raus, um das Schild fotografisch
festzuhalten. (Es war bereits die zweite Überquerung während dieser Reise, aber beim erstenmal
haben wird das Schild verpennt.) Danach kam dann viele Kilometer lang nur noch Schotter und
Staub mit links und rechts nichts als Wüstensand und ein paar trockenen Stauden. Erst als wir uns
der Küste näherten, boten sich ein paar optische Abwechslungen: Wolken am Himmel, schwebende
Fata-Morgana-Berge am Horizont und ein paar Zeichen von Zivilisation...




Auf dem schlecht leserlichen Richtungs-Schild in der oberen Collage steht unter
anderem Walvis Bay, Dune 7, Langer Heinrich Mine und Swakopmund. Bei der "Dune 7" handelt
es sich um eine touristisch genütze Düne, auf der und in deren Nähe u.a. Sandboarding und Quad-
Touren angeboten werden. Vor allem von Fahrten mit Quads raten Naturschutzorganisationen jedoch
ab, da die "unbelebt" wirkende Wüste durchaus auch Brutgebiete und anderes Tier- und Pflanzen-
leben bietet, welches durch unkontrollierte Quad-Raserei gestört und teilweise auch zerstört wird
(siehe HIER und HIER auch Artikel der Allgemeinen Zeitung Namibia).

Zu den gefährdeten Tierarten zählen u.a. der Palamatogecko, das Wüstenchamäleon und die
Damara-Seeschwalbe, die ihre Eier in flachen Sandnestern ausbrütet; die Dünenlerche sucht hier
ihre Nahrung und ist ebenfalls ein Bodenbrüter. Bart- und Krusten-Flechten nutzen die geringe
Feuchtigkeit des Nebels in Küstennähe; sie wachsen in zehn Jahren nur etwa einen Zentimeter.
Wenn Besucher nun mit Quad-Bikes "eine neue Spur fahren", gefährden sie damit die Vielfalt
dieser bereits selten gewordenen und für das natürliche Gleichgewicht dieses Gebietes wichtigen
Pflanzen- und Tierwelt...





Wir hatten beschlossen, auch einen weiteren Abzweigungs-Tipp aus unserem Reiseprogramm
("Welwitscha-Fläche" und "Mondlandschaft") vorerst zu ignorieren bzw. auf einen anderen Tag
zu verschieben und stattdessen gleich via Walvis Bay nach Swakopmund zu fahren. Oben seht ihr
eine Lagune inmitten der Wüste, in der Flamingos nach Nahrung suchen - und ansonsten "Häuser
im Sand"... denn beide Städte wurden vor über hundert Jahren der Wüste "abgetrotzt".

Bei den hier eingefügten Links könnt ihr euch ansehen,
wie Swakopmund um 1910 aussah und hier Walvis Bay von einst. Inzwischen sind beide Städte
enorm am Wachsen - was u.a. damit zu tun hat, dass viele wohlhabendere Namibier die besonders
heißen Monate Dezember bis Februar gern an der kühlen Küste verbringen und sich dort Ferien-
wohnsitze leisten (die von Jahr zu Jahr teurer werden) oder zumindest eines der Urlaubsappartements
mieten, die dort aus dem Boden schießen. Schon verrückt - wir Mitteleuropäer versuchen unsere
Sommermonate bevorzugt im Süden zu verbringen, wo Badewetter herrscht, die Namibier hingegen
flüchten in Scharen an einen Ort, der ihnen Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad bietet (und
Wassertemperaturen zwischen 14 und 16 Grad).





Kein Wunder, dass das hübsche Cornerstone Guesthouse in Swakopmund keinen Swimmingpool
zu bieten hat - nach Abkühlung sehnt man sich hier nicht wirklich. Das ist jedoch keineswegs negativ
 gemeint. Nach ein paar Tagen mit Wüstenhitze und karger Vegetation erschien uns der an Pflanzen
reiche Garten des Gästehauses wie ein Blüten-Paradies - und die Temperaturen gefielen mir, die ich
(genetisch betrachtet) wohl noch am ehesten eine "Wikingerin" bin, auch sehr gut. 




Es war uns jedenfalls nicht zu kalt, um den aus Solitaire mitgebrachten Apfelkuchen auf unserer
kleinen Terrasse zusammen mit einem Häferl Kaffee zu genießen - und ja, der Kuchen war wirklich
gut. Ob er der leckerste von ganz Afrika ist, können wir aber natürlich nicht beurteilen - er war der
einzige, den wir probierten 😉





Die nette (deutschsprachige) Dame an der Rezeption erkundigte sich nach unseren Plänen
für diesen und den folgenden Tag, um uns dann auch gleich hilfreich unter die Arme zu greifen.
Denn manch ein Ausflug, den wir uns für den nächsten Tag vorgestellt hatten, war nicht mehr zu
kriegen! Ende Oktober ist zwar noch "Vorsaison" an der Küste, aber es empfiehlt sich trotzdem,
Katamarantouren zu Seehundkolonien oder Delphinen, Rundflüge, Bootsfahrten zur Lagune von
Walvis Bay etc. per Internet oder telefonisch einige Tage im voraus zu buchen. Nach ein paar
Anrufen waren wir schon ein wenig entmutigt und nicht mehr wählerisch - und meldeten uns
schließlich für eine der wenigen noch verfügbaren Touren an, die uns ursprünglich gar nicht
besonders gereizt hat - bei der wir dann aber sehr viel zu sehen und zu erleben bekamen und
einen richtig tollen Tag verbrachten.

Was das genau war, erzähle ich euch
aber erst im nächsten Teil meines Namibia-Reiseberichtes - denn an unserem ersten Küstentag
wollten wir uns einfach nur ein bisschen in Swakopmund umsehen. Und nachdem ich das Meer
und seinen Geruch so sehr liebe, führte unser erster Weg an den Strand. (Übrigens lernten wir
bei unserer Tour am nächsten Tag auch, weshalb der Sand, den ihr auf der folgenden Collage
hinter mir seht, einen so weinroten Farbton hat...)

 
Oben rechts und unten links die "Jetty" - eins der Swakopmunder Wahrzeichen


Wie ihr seht, war der Wellengang recht rauh und der Himmel sah auch etwas dunkel drein, aber
zumindest letzteres blieb nicht die ganze Zeit so. Ich fand die Stimmung, die sich dadurch ergab,
jedenfalls ziemlich fotogen.

Apropos: Meine Kamera funktionierte ab diesem Tag wieder problemlos! Mein lieber Mann hatte
 am Vorabend im Internet recherchiert und herausgefunden, dass Nikon-D5300-Kameras ab und zu
solche Symptome zeigen und dass es dann zumeist hilft, die Kamera neu aufzusetzen. (Zum Glück
ist Herr Rostrose technisch versiert - ich hätte nämlich keine Ahnung gehabt, wem ich was wie
aufsetzen soll...) Und so war für mich ein wichtiger Teil meines Urlaubs gerettet!!! 😀

Eins der "Foto-Objekte", die uns in Swakopmund besonders gefielen, war die Jetty - eine eiserne
Seebrücke aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, die während der vergangenen hundert Jahre
mehrmals verfiel und wieder restauriert wurde. Im Jahr 2010 wurde die Jetty in ihrer jetzigen Form
fertiggestellt und an ihrer Spitze ein Restaurant (das Jetty 1905) eröffnet.




Ebenso wie bei den oben erwähnten Ausflügen empfiehlt es sich, im Jetty-Restaurant rechtzeitig
einen Platz zu reservieren. Wir fanden an diesem Tag übrigens in gar keinem Restaurant mehr Platz,
ich gebe allerdings zu, dass wir auch nicht sehr intensiv suchten, da wir am Nachmittag ja Kuchen
gegessen hatten. Wir entschieden uns später dafür, in einem Supermarkt Brot, Käse und Wurst zu
kaufen, und mit diesem Abendessen waren wir dann durchaus zufrieden.




Auf der etwas zugigen Brücke war ich recht froh, dass ich mein zwar dünnes, aber immerhin
langärmeliges Shirt und dazu das grüne Schultertuch trug. Auf diese Weise war mir bei unserem
Spaziergang warm genug. (Übrigens entschied ich mich an diesem Tag, das schwarz-weiße Shirt
nicht zu verschenken.) Die Kormorane auf der Jetty sind Menschen gewöhnt - sie waren absolut
nicht scheu und ließen uns ganz nahe herankommen.




Als nächstes beschlossen wir, uns im Zentrum von Swakopmund ein wenig umzusehen. Hier
gibt es jede Menge interessanter Häuser aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert zu
besichtigen. Eines der ältesten von ihnen ist das Woermannhaus aus dem Jahr 1894, das einst der
repräsentative Sitz der Damara und Namaqua Handelsgesellschaft war. Ab 1909 ging der Besitz
an die Firma Woermann, Brock & Co über. Der 25 Meter hohe Turm, der zu dem Fachwerk-
Gebäudekomplex gehört, trägt aber noch heute den Namen Damara-Turm.


Hier seht ihr u.a. das Woermannhaus und links zwei ausruhende Kellner in der Wiese, die von Edi  als "amtierende Weltmeister 
im Synchron-Schlafen" bezeichnet wurden 😉

Ein weiteres Swakopmunder Wahrzeichen ist das Hohenzollern-Haus - eines der verspieltesten
Gebäude mit deutscher Vergangenheit in Namibia (unten). Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1906
wurde das mit Putten, Löwen, Neidköpfen verzierte und einer Atlasfigur gekrönte Gebäude zum
ersten Hotel am Platz - mit "solider Damenbedienung" und Glücksspiel. Der Verdacht, ein
Geheimbordell zu führen, konnte niemals ganz bewiesen (aber auch niemals ganz widerlegt)
werden. Im Jahr 1912 jedenfalls wurde der Obrigkeit das Treiben zu wild und das Haus per
Erlass geschlossen. Mittlerweile sind hier Appartments untergebracht.




Swakopmund hat noch viele weitere historische Gebäude zu bieten - eine hübsche Auswahl 
davon könnt ihr euch HIER ansehen und das eine oder andere wird euch auch noch in meinen
folgenden Collagen begegnen. Wir waren jedoch an diesem Tag nicht auf gezielter Suche
nach "Besichtigungs-Objekten", sondern spazierten einfach durch die Stadt, fotografierten
da und dort Zeugen deutscher Vergangenheit (seht euch z.B. auch manche Schilder unten an -
von der Adler-Apotheke bis zum Schülerheim) und afrikanischer Gegenwart.





Auch Schaufensterbummeln und Shoppen standen an diesem Tag auf dem Programm: Herr
Rostrose sehnte sich schon seit dem Beginn der Reise nach einem Safari-Hut und hatte zwischen-
durch auch ein paar probiert, die ihm aber nicht wirklich zusagten. In einem Geschäft in Swakop-
mund wurde er jedoch fündig und erstand einen schönen Hut aus Antilopenleder für erschwingliche
440 Namibia-Dollar (etwa 32 Euro). Ich selbst probierte den Hut im Laden eher aus Spaß - doch
als ich mich damit im Spiegel sah, entschied ich, dass wir ein zweites Exemplar kaufen mussten.
Und so waren wir dann für den Rest des Urlaubes beide "gut behütet":





Ihr Lieben, ich danke euch sehr für euer "Mitreisen" - bald geht's weiter mit Teil 6 des Namibia-
Reiseberichtes, doch mein nächstes Posting wird mein erster A New Life-Beitrag des Jahres 2017
sein. Ich hoffe, ihr seid dort wieder dabei mit euer achtsamen, nachhaltigen, die Lebensqualität
verbessernden ANL-Beiträgen! Auch dieses Posting verlinke ich übrigens (u.a. wegen der nachhaltig 
genutzten Reisekleidung und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag 
außerdem bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas
Freitagsoutfit und bei Sabines Aktion Outfit des Monats ...


Vielen Dank auch für eure lieben Kommentare und tröstenden Worte zu meinem vorigen Post.
Bei meiner Mutter ist nach wie vor alles unverändert. Was die Katzen betrifft, hat sich Maxwell
offenbar bei Nina angesteckt, aber bei beiden ist die Augenentzündung nun wieder am Abklingen.
Zum Thema "Russisches Wintermärchen" wird es demnächst noch einen "Nachschlag" geben!


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Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude


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Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund 

 

Sonntag, 8. Januar 2017

Russisches Wintermärchen Teil 1

Servus ihr Lieben!
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Die bisherige Aktion
Midlife Fun Bloghop von Natalia, Tina und Beate (mit einem monatlich 
wechselnden Modethema als Inspirationsbasis) erhielt zum Jahreswechsel einen neuen
 Namen, der sich bewusst gegen den "Jugendwahn" stellt: "Modische Matronen"! Wenn ihr mehr
zum Begriff  Matronen und ganz allgemein zu dieser Namenswahl wissen wollt, klickt euch einfach
in DIESEN interessanten Beitrag von Beate rein.


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Das Mitmach-Thema für den Jänner lautet "Russisches Wintermärchen" - und dazu tauchen vor
meinem geistigen Auge zahlreiche wunderschöne Bilder auf - eine verschneite Landschaft mit 
Pferdeschlitten, darin eine in einen Pelzmantel, Pelzmütze, Pelzmuff gehüllte Dame, ein stolzer
Kerl mit ebenfalls pelzverbrämtem Uniformrock auf dem Kutschbock, im Hintergrund ein weißes
Schloss mit goldenen Zwiebeltürmen ... Oder rotwangige eislaufende Mädchen in schwingenden 
roten Folkloreröcken auf einem silbrig zugefrorenen Teich, der von eisbehangenen, kristallisch 
glitzernden Bäumen gesäumt ist ... Irgendwo in Teichnähe eine verschneite Kate mit Bauersfrauen, 
die geblümte Kopftücher tragen ... und spielende Kinder ... ein bisschen wie bei einer naiven
Malerei...


Inspirationen aus dem Internet - via KLICK KLICK KLICK KLICK

A short English summary of this post:
My blog post of today is inspired by the theme of the "Modish-Matrons" bloghop: 
Russian Winter Fairy tale!
Hugs, Traude

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Wenn man im Internet nach "rusischer Mode", "russischem Stil", "russischer Folklore" sucht,
erhält man ebenfalls ein paar interessante Inspirationen:


Inspirationen aus dem Internet - via KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK


So viel zu den Bildern im Kopf und im WWW. Doch was davon würde ich mit den Inhalten 
meines Kleiderschrankes umsetzen können? Ich besitze nichts wirklich Pelziges, nicht einmal 
eine dieser rundum fluffigen Fake-Fur-Jacken, die ich auf Fotos immer sehr hübsch finde, aber 
noch nie eine "in natura" sah, die mir dann an mir gefallen hätte. Ich habe zwar einen roten Rock, 
aber nach Folklore sieht er eigentlich nicht aus. Ein "blumiges" Kopftuch oder Schultertuch mit 
Fransen zählt nicht zu meinen Schätzen, und Russenmützen sind ebenfalls nicht gerade der Stil, 
den ich an mir mag. Das einzige Stück in meinem Fundus, das mir auf Anhieb als "zum Russen-
Look passend" einfiel, war eine ärmellose Weste aus schwarzem Kunst-Veloursleder mit Knebel-
knöpfen, mit Kunstpelz-Einfassungen an den Rändern und mit (schwarzen) Stickereien auf der 
Vorderseite.
 

Brrr, ganz schön kalt, so ein Außen-Shooting ohne Mantel! Schnell wieder rein!!!


Hier oben seht ihr Variante 1 der möglichen Interpretationen, die mein Schrank auf die Schnelle 
hergab: das vorhin erwähnte "Russen-Gilet" (Nahaufnahmen siehe späteres Foto), dazu mein roter 
Rock, mit einem breiten Gürtel etwas höher gerafft, damit auch noch der Spitzensaum meines 
schwarzen Rockes hervorlugen kann; anstelle eines roten, geblümten Kopftuches nahm ich mein 
rosengemustertes rotes Langarmshirt - und als Schultertuch einen alten grün-gemusterten Kaschmir-
schal mit Fransen. Weiter unten gibt es dann auch noch eine leicht abgewandelte Variante zu sehen.

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Die Natur hüllte sich, als diese Fotos entstanden, zwar leider (noch) nicht in Schnee *), aber
zumindest in Eiskristalle. Besonders an manchen Stellen auf dem Weg von meiner Arbeit nach
 Hause sah ich atemberaubend schöne Bäume und Büsche, alle in weiße Kleider gehüllt, die
perfekte Kulisse für einen Märchenfilm, doch dort, wo ich die Möglichkeit zu fotografieren
hatte, war leider alles nur halb so spektakulär. Macht nichts - müssen wir eben auch hier unsere
Phantasie ein wenig bemühen...

*) Mittlerweile hat es jedoch auch hier geschneit - deshalb gibt es demnächst eine Fortsetzung zum 
Wintermärchenthema!


Inspirationen aus dem Internet - via KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK

 
 Bei den oberen Inspirationen sind - außer den bereits bekannten blumigen, glockenrockigen
Elementen - auch eine Knebelknopfjacke und einige mit Münzen und Glitzer-Glimmer bestickte 
Teile zu sehen, die mich an meine Bauchtanzgürtel denken ließ.




Und so drehte ich kurzerhand die "Reihenfolge" der Röcke um - der rote Rock spielt nun das 
"Darunter", der schwarze mit dem Spitzensaum den "Überrock", und über alledem darf als Krönung 
mein oppulentester Bauchtanzgürtel prangen. (Als ich schließlich mit dieser schwarz-über-rot-
Kombination zur Arbeit ging, musste der Klimpergürtel allerdings wieder weichen - der wäre für 
ein Büro-Outfit dann doch ein bisserl übertrieben gewesen 😉)

∗♥∗


Hier unten habe ich versucht, das Ton-in-Ton-Stickmuster auf der schwarzen Weste durch
Veränderung des Kontrastes etwas besser sichtbar zu machen - ich hoffe, ihr könnt es so
halbwegs erkennen. Und dann bekommt ihr auch mal wieder ein Foto von Kater Maxwell
zu sehen, der meine Modeshootings in "seinem" Zimmer zwar geduldig erträgt, aber null
Bock darauf hatte, sich kurzfristig als "Pelzkragen" auf meine Schultern zu legen - er
wollte viel lieber in seinem Rosenbettchen liegen bleiben 😉😸😽. 




Von Katze Nina gibt es heute kein Foto - sie macht mir im Moment mit einem entzündeten,
tränenden Auge ein paar Sorgen - ich hoffe, wir bekommen es mit den Augentropfen bald in
den Griff. Und weil wir gerade beim "Sorgenthema" sind: Bei meiner Mutter erlebe ich an den 
Besuchstagen mal kleine Verbesserungen und dann wiederum liegt sie nur wie ein vertrocknendes 
Blümchen in ihrem großen Bett ... Sie ist neunzig. Seit drei Jahren ist sie ans Bett gefesselt - ein
Pflegefall. Sie will eigentlich nicht mehr. Sie hat ein interessantes Leben gehabt, doch das ist jetzt
keines mehr, hat "keinen Sinn", wie sie neulich (ganz schwach) zu mir sagte. Aber irgend etwas
klammert sich eben dann doch noch ans Hierbleiben... Keine unbelastete, genussvolle, geruhsame
Zeit - aber so ist das Leben nun mal - ganz ohne Kümmernisse, Traurigkeiten, Bedenken ... geht
es auch bei mir nicht ab. Selbst wenn ich vermutlich für viele von euch fast immer fröhlich und
energiegeladen wirke, fühle ich mich zuweilen einfach nur müde, matt und ausgelaugt. 


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 Falls ihr euch fragt, warum um alles in der Welt ich mich dann auch noch hinstelle und 
Modefotos knipse oder warum ich in die Kamera grinse (an manchen Tagen mit mehr, an anderen
 mit weniger Erfolg): Weil mich Beschäftigung mit einem die Phantasie herausfordernden Thema
ablenkt, und weil mir Lächeln hilft, mich besser zu fühlen. (Passend und ergänzend dazu könnt ihr
meinen Artikel aus dem Jahr 2015 Über das Lächeln trotz allem nachlesen. Und bei Margit
von Margeraniums Gartenblog gibt es HIER eine sehr weise Geschichte zu lesen, die auch
zum Thema passt...)

Und falls ihr euch fragt, weshalb ich Collagen bastle und Texte für einen Blogpost schreibe, wenn
ich eh schon das Gefühl habe, am Zahnfleisch zu kriechen: Weil genau das etwas ist, das mir Freude 
bereitet - es ist eine relativ unaufwendige Form, mich kreativ auszudrücken, und das hat mir schon 
immer dabei geholfen, meine Batterien wieder ein bisserl aufzuladen...


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Inspirationen aus dem Internet - via KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK KLICK

Deshalb wird es hier vorerst auch keine Blogpause geben - doch ich hoffe, ihr seht es mir nach, 
wenn meine Lebenszeichen / Kommentare je nach zeitlichen Möglichkeiten und Energie relativ
unregelmäßig kommen ...

∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗

Mehr zum Thema "Russisches Wintermärchen" HIER und HIER und HIER -
und beim Bloghop dieser drei Ladies verlinke ich mich auch. Ich würde mich übrigens
sehr freuen, wenn sich auch einige meiner Leserinnen (und natürlich gern auch Leser) vom
Thema inspirieren ließen *) - ob nun modisch oder in anderen Belangen. Denn was spricht 
dagegen, den Winter so richtig zu zelebrieren??? Bei Frau Hummel gibt es z.B. HIER ein 
(zwar nicht russisches, aber dennoch passendes und schönes) Wintermärchen zu lesen.

*) Zur Verlinkung bei den Modischen Matronen eignen sich aber natürlich nur Mode-Themen.

∗♥∗
Weitere Linkups:
Außerdem bin ich mit 
diesem Post bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas
Freitagsoutfit,  bei Sabines Aktion Outfit des Monats und wegen der nur aus meinem 
Schrank "geshoppten" Kleidung ab 15.1. auch bei ANL dabei! 

Und nun danke ich euch noch sehr für eure herzerfrischenden Kommentare zu meinem  
"Wüsten-Beitrag" - ihr habt recht, die Dünen beim Sossousvlei sind wirklich ganz besonders
schön und fotogen - wir haben es dort sehr genossen! Der nächste Teil meines Namibia-
Reiseberichtes folgt in wenigen Tagen (vorprogrammiert für 11.1.)!


Herzlichst, eure Traude
∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗♥∗
∗♥∗ 

Donnerstag, 5. Januar 2017

Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei


Willkommen zum ersten Rostrose-Reisebericht im Neuen Jahr!
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥


Ich hoffe, ihr habt den "Rutsch" ins Jahr 2017 alle gut überstanden und euch während der
ersten Tage auch bereits gut eingelebt. Vielen Dank für eure vielen wunderbaren Zeilen zu 
meinem Post über unsere Weihnachtstage, für eure Neujahrswünsche und für eure Besserungs-
wünsche an meine Mutter. Mehr über dieses Thema und über meine Pläne und Hoffnungen
im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel will ich aber ein andermal schreiben - heute geht
es mit meinem Namibia-Reisebericht weiter. Wer den Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib 
- versäumt hat, kommt durch einen Klick HIER hin.

Ganz unten findet ihr die Links zu sämtlichen bereits existierenden Kapiteln. 


A short English summary of this post:
Today I will tell you about our trip to the Namib desert, where we saw the wonderful, breathtaking 
colors and the light of the desert, where we got to know the two dry areas Sossusvlei and Deadvlei, 
climbed the highest dune in the world ("Big Daddy") and entered the Sesriem Canyon. A wonderful 
and adventurous day!
Hugs, Traude





Namib bedeutet in der Sprache der Einheimischen "weiter Platz". Bei einer Gesamtfläche von
etwa 95.000 km² ist dieser Name gewiss keine Übertreibung für die Trockenwüste an der Westküste 
Afrikas, der das Land Namibia seinen Namen verdankt. Andere Übersetzungen des Wortes Namib
lauten "leerer Platz" oder "wo nichts ist". Doch darüber lässt sich streiten - hier gibt es durchaus 
einiges zu sehen! Die Namib ist mit einem Alter von rund 80 Millionen Jahren nicht nur die älteste 
Wüste und zugleich einer der lebensfeindlichsten Orte der Erde - in manchen Bereichen ist die 
Namib auch spektakulär schön. Kommt mit, dann zeige ich euch solche Plätze...


Morgenstimmung im Namib-Naukluft-Park


Einer der wohl schönsten Namib-Anblicke bietet sich rund um das Sossusvlei. ("Vlei" heißt auf 
Afrikaans so viel wie "Senke" oder "Ton-Pfanne". Sossus bedeutet „blinder Fluss“ in der Sprache 
der Nama. Wenn der Tsauchab-Fluss, ein vergänglicher Trockenfluss, alle paar Jahre Wasser führt, 
 versickert er auf dem Weg zur Pfanne, ohne die nur 50 km entfernte Atlantikküste oberirdisch zu 
erreichen.) Beim Sossusvlei handelt es sich um eine von Namibsand-Dünen umschlossene Salz-Ton-
Pfanne. Alle paar Jahre fällt dort genug Regen, um einen See zu bilden. Ihr könnt euch HIER ein
Wikipedia-Foto aus dem Jahr 2006 ansehen, als das Sossusvlei kurzfristig zum See wurde.


Die 170 m hohe Düne 45 (oben) ist eine der bekanntesten Dünen in der Nähe des Sossusvlei, die man besteigen kann. 
Doch wir wollen noch ein Stück weiter, zum Big Daddy - der höchsten Düne der Welt!


Wie das Sossusvlei bei unserem Besuch der Namib aussah, könnt ihr vor allem auf dem großen Foto
der folgenden Collage sehen: Von weitem möchte man auch da glauben, es wäre ein See, doch die
helle Farbe stammt vom lehmhaltigen Boden; Regen ist hier schon seit ein paar Jahren keiner mehr 
gefallen.




Doch wir wollen nicht das Sossusvlei näher erkunden, sondern die orangeroten Sandhügel rundum: 
Ich finde sie schon auf Fotos wunderschön, aber an einem namibischen Oktobermorgen zwischen 
den höchsten Dünen der Welt zu stehen und ihr Farbenspiel zu erleben, das hat etwas wirklich 
Erhebendes, Aufregendes, Fesselndes an sich. Ganz klein ist der Mensch im Vergleich zu all dem 
Großen, das die Welt zu bieten hat! 

Und all diese Schönheit hautnah zu erleben, das erklärt, weshalb wir Rostrosen - solange wir es 
können - nicht nur die sehenswerten Stätten in unserer Nähe besuchen und erleben wollen, sondern 
lange Flüge ohne Beinfreiheit, manches Risiko und somanche andere Unbequemlichkeit in Kauf 
nehmen... Wir zehren nicht nur von den Bildern, die wir fotografiert haben, jahrelang, sondern von
 all den atemberaubenden Eindrücken, von den Wow!-Gefühlen, die während unserer Reisen in uns 
eingedrungen sind und uns nie wieder verlassen werden...  

(Selbst meine Mutter erklärte mir vor nicht allzu langer Zeit - bevor sie rund um Weihnachten herum wieder krank 
und schwach wurde - sie habe die halbe Welt gesehen und soo viel Schönes erlebt. Obwohl sie sich kaum noch an 
Details ihrer einstigen Reisen erinnerte, war dieses Wissen da. Es nistet sich in die Seele ein ... und es bleibt ein 
beglückender Teil von uns.)




Eigentlich hätten wir auch ohne Guide in die Wüste fahren können, unser Leihwagen hatte 
schließlich Vierradantrieb. Der ist Voraussetzung, um die letzten fünf Kilometer bis zum Sossusvlei 
fahren zu dürfen, denn auf der tief zerfurchten Sandpiste hat man sonst keine Chance. Wir haben 
allerdings auch einige hängen gebliebene Touristen mit Allradwagen gesehen und waren somit riesig 
froh, dass wir uns stattdessen in die wüstenfahrkundigen Hände von Paulus begeben hatten. 




Die von Ocker ins Kupferne und Rote wechselnden Farben der Dünen 
sind vor allem in den frühen Morgenstunden (und in der Abendsonne) besonders schön - denn da 
ergeben sich die interessantesten Licht- und Schattenspiele. Deshalb hatte uns Paulus auch noch vor 
Sonnenaufgang von unserer Lodge abgeholt. (Später am Tag in die Wüste zu fahren, ist auch wegen 
der stetig nach oben kletternden Temperaturen nicht empfehlenswert.)





Unser Guide erklärte uns, dass der rötliche Grundton des Sandes durch Eisenoxid entsteht - kurz: 
Der Sand ist rostig. Das gefällt einer Frau Rostrose natürlich ganz besonders 😉... Ja, und eine dieser 
"rostigen" Dünen wollten wir also an diesem Morgen erklimmen - namentlich ein ganz besonderes 
Exemplar: Big Daddy, mit 350 oder 380 Metern *) der "Chef" unter den Sandbergen! 

*) Die Angaben klaffen je nach Informationsquelle auseinander und auch bei der Bemerkung, dass es sich um die 
höchste Düne der Welt handeln würde, steht manchmal ein "angeblich" dabei. Ich selbst hatte kein Maßband bei  mir
und es ist mir auch egal ob höchste oder siebenthöchste Düne - das Erlebnis war etwas Besonderes, und darauf 
kommt es an! Rekorde wollen wir eh keine brechen.


Paulus beherrscht die "Rostrosen-Standardpose" auch schon 😉


Hier seht ihr uns beim (nicht ganz unanstrengenden 😉) Aufstieg. Immerhin hatte ich aber vorher
im Internet gelesen, dass es empfehlenswert ist, bei einer Wüstenwanderung Gamaschen zu tragen.
Also hatten wir in weiser Voraussicht *) welche besorgt - und behielten auf diese Art und Weise
tatsächlich Schuhe, in die absolut kein Sand gerieselt war! (*Übrigens haben wir diese Gamaschen
in Dresden gekauft, als wir im vergangenen Frühjahr Beate besuchten. Da gab es sie in einem
Sportgeschäft gerade in Aktion - Glück gehört eben auch immer wieder zum Leben dazu 😉...)




Eine andere Sache machte mich nicht ganz so glücklich: Wie bereits in meinem vorigen Post 
erwähnt, bereitete mir meine Kamera auch an diesem Tag Sorgen, denn sie löste nur ab und zu 
aus und zeigte sonst Fehlermeldungen. Hauptsächlich nützten wir also beide Edis Kamera und
sein iPhone (und zwischendurch machte auch Paulus Fotos von uns mit dem Handy oder mit Edis 
Nikon), aber mein Mann versprach mir, sich abends im Internet zu informieren, und so versuchte
 ich, das Problem zu verdrängen und mir den Genuss dieser atemberaubenden Landschaft nicht 
verderben zu lassen. Und das war gut so!




Allein schon den Sand zu beobachten, war faszinierend - die Spuren und Muster, die sich darin 
abzeichneten, die Tropfenformen, die durch jeden unserer stapfenden Schritte wie große Tränen 
vom Dünenkamm hinabzufließen schienen, Wellen aus Licht und Schatten, winzige Krabbelbahnen,
 die durch das eindeutig vorhandene Leben in der Wüste entstanden ... (In der oberen Collage seht
ihr einige der kleinen Wüstenbewohner - der Käfer rechts oben, der die schöne Spur zieht, ist
übrigens ein Tok-Tokkie-Käfer und links unten seht ihr einen Wüstengecko. Die beiden anderen
haben sich mir nicht vorgestellt 😉)





Blick auf das Deadvlei von oben - dieser Ort war unser nächstes Ziel! Wenn ihr dem Wikipedia-Link
folgt, erfahrt ihr etwas mehr über das Deadvlei, aber das Wichtigste erzähle ich euch gern auch hier.
Vlei heißt, wie wir oben gelernt haben, Senke oder Ton-Pfanne und dead heißt tot. Naja, und sehr
lebendig schaut's da unten wirklich nicht aus 😎 - aber trotzdem in gewisser Weise  schön...




Dieses Vlei ist seit langem durch Sanddünen vom Wasser des Tsauchab abgetrennt. Daraufhin starb
vor Hunderten von Jahren eine große Anzahl Kameldornbäume (Acacia erioloba) ab. In der extremen
Trockenheit der Wüste werden sie konserviert und vom Verrotten abgehalten - und dadurch entsteht
eine Landschaft von ganz und gar eigenem Reiz.




Allein schon die Farben- und die Licht-Schatten-Spiele im Deadvlei sind beeindruckend -
aber auch, was manchen Menschen dort einfällt, um sich zusammen mit den Bäumen in Szene
zu setzen, gefiel uns sehr.




Zu solch akrobatischen Leistungen, wie oben zu sehen, waren Edi und ich leider nicht fähig,
wir begnügten uns also damit, die Bäume zu umarmen oder zu streicheln - oder uns einfach
erschöpft daran abzustützen 😉




Doch als nächstes war dann ohnehin Erholung angesagt - denn da wir ja nur ein kleines
und sehr frühes Frühstück gehabt hatten, hatte Paulus ein Picknick unter einem Wüsten-
baum vorbereitet. Sogar Sekt hatte er für uns mitgebracht. Ein paar neugierige Vögelchen
kamen auch vorbei, waren aber zu scheu um Futter aus Paulus' Hand zu naschen...




Nach dieser erfrischenden Rast stiegen wir wieder in unseren Wagen - und nahmen bei der
Gelegenheit ein "autostoppendes" deutsches Paar mit: Die beiden hatten auf einen angekündigten
Shuttledienst gewartet, aber bisher war der nicht gekommen. Ihren Wagen hatten sie auf dem Platz
geparkt, der der letzte Stopp für Fahrzeuge mit Zweiradantrieb war, und nun mussten sie die fünf
Kilometer bis zu ihrem Wagen zurück. Kein Problem, wir hatten ja jede Menge Platz im Auto und
es war nett, mit den beiden zu plaudern.

Für sie war der Namib-Ausflug übrigens schon der Endpunkt ihrer
Namibia-Reise und - wie sie sagten - neben den Tagen im Etosha-Nationalpark auch einer der
absoluten Reisehöhepunkte. Und einen Tiefpunkt hatten sie auch gehabt - nämlich in Form einer
Reifenpanne gleich zu Beginn der Reise. Dieses Pech blieb uns erspart... aber einen "Tiefpunkt" -
oder eher eine brenzlige Situation - gab es auf unserer Reise auch. Darüber erzähle ich euch aber
erst, wenn es so weit ist; es soll ja schließlich spannend bleiben 😎




Unser nächstes Ziel des Wüsten-Ausfluges war der Sesriem-Canyon, der sich durch den
Verlauf des Trockenflusses Tsauchab während zwei Millionen Jahren in das Sedimentgestein
gegraben hat. Nur etwa alle zehn Jahre führt das Flussbett auch heute noch Wasser. Zu allen
übrigen Zeiten kann man ins Trockenbett des Canyons einsteigen und dort auch zwischen
den ca. 30 Meter hohen Felswänden herumwandern.




Danach brachte uns Paulus wieder in unsere Lodge zurück und wir waren froh, unsere müden Beine
für den Rest des Tages ausruhen zu können. Interessanterweise verspürten wir nicht das geringste
Bedürfnis, wie am Vortag auf den Hügel hinter den Häusern zu klettern - wir begnügten uns damit,
von unserer Terrasse aus den Oryx-Antilopen beim Wasserloch zuzusehen.

Und abends schlüpfte ich dann aus purer Bequemlichkeit wieder in denselben Rock wie am Vortag
und tauschte nur das Shirt aus - ein Batik-Feinripp-Top mit dem Kopf einer Afrikanerin darauf. Ich
wusste noch nicht hundertprozentig, ob ich dieses Oberteil zum Verschenken mitgebracht hatte oder
einfach als Würdigung an Afrika - das würde sich im Lauf der Reise zeigen ... (Bei den beiden in
Lagen getragenen Shirts, die ich beim Erklimmen der Düne angehabt hatte, war ich mir aber sicher,
dass sie mich nur noch kurze Zeit begleiten würden: Das eine war mir inzwischen zu kurz, das
andere fand ich zu weit. In zwei Lagen fand ich es okay - und zu den Farben der Namib hatte der
Mix auch gut gepasst - aber als Einzelstücke wollte ich die Shirts nicht mehr ...)





Am nächsten Tag nahmen wir vorübergehend Abschied von der großen Hitze, aber nicht von der
Wüste. Denn unser nächstes Ziel war die Stadt Swakopmund an der Atlantikküste (wo wir ebenfalls
zwei Nächte verbrachten und die Namib von einer ganz anderen - ebenfalls faszinierenden - Seite
kennenlernten).

Ich verlinke  diesen Beitrag bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei 
Tinas Freitagsoutfit,  bei Sabines Aktion Outfit des Monats ... und ich verlinke dieses Posting (u.a. 
wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung und der erhaltenswerten Natur) auch bei ANL.
♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude

♥≪ ♥∗✿≫♥≪✿∗♥ ≫♥



Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund