Hola, ihr Lieben!
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Zu Beginn meines heutigen Postings will ich euch etwas vom Shoppen und
Schmausen an unserem ersten Tag in Barcelona erzählen. Wenn ihr mehr Interesse
an der Fortsetzung meiner "Barcelona 1981"-Geschichte habt,
könnt ihr natürlich auch gleich dorthin springen - sie beginnt ca. in der Mitte des heutigen
Postings, im farbig unterlegten Bereich!
Wie auch immer: Viel Vergnügen beim Schmökern!
Gleich bei unserer Ankunft auf dem Flughafen von Barcelona fielen uns die Litfaß-Säulen mit Werbung
Und auch sonst begegnet man diesem von einem Schweizer in Barcelona gegründeten Modelabel hier an jeder Straßenecke -
in Form von Läden, Plakaten, Frauen mit Desigual-Einkaufstaschen, Menschen in Desigual-Kleidung ...
... und man kann sich auch ein Desigual-Mobil*) mieten, um damit durch die Straßen zu strampeln (siehe Collage):
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Ich habe euch in früheren Postings bereits erzählt, dass ich den bunten, lebensfrohen, unbekümmerten Stil
sehr
gerne mag. Deshalb war "Shopping im Desigual-Outlet-Store" quasi ein
"Muss" für mich. Rechts unten in der Collage
seht ihr einen Teil der "Beute" - ein wild bedrucktes Kleid. EIn Shirt in der Hauptfarbe Grün musste auch noch mit - siehe letzte Collage! |
*) Ein solches "überdachtes Fahrrad" haben wir zwar nicht gemietet, aber wir hätten es vielleicht tun sollen,
als wir uns (nach einem ohnehin schon recht ausgeprägten Stadtspaziergang) auch noch aufmachten, um den
in der Carrer de la Diputació 323 zu suchen:
Denn dann hätten mir wahrscheinlich an diesem und am nächsten Tag
die Füße nicht soooo weh getan... aber wir entschieden uns zunächst für ein verspätetes Mittagessen
in einem Lokal, das uns ein Freund empfohlen hatte, und dann für "Walking" ...

Dieses
Foto von Ciudad
Condal wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt
Hier seht ihr das
Ciudad Condal oder Ciutat Comtal (beide Schreibweisen sind richtig,
und
beide stehen auch außen auf dem Lokal - eines ist die kastillische Version des Namens
und die andere die katalanische). Es befindet sich in der Rambla de Catalunya, 18
und ist eine der zahlreichen
Tapas-Bars in Barcelona, aber eine, von der wir gehört haben, dass sie zu den
besten zählt.
Wie ihr seht, war es sehr gut besucht. Man sitzt hier an
Barhockern direkt am Tresen oder in kleinen Erkern
und kann aus einer breiten Palette an Tapas wählen:

Dieses Foto von Ciudad Condal wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt
Allerdings sollte man das Lokal nicht unbedingt zur Stoßzeit besuchen, da die Wartezeiten auf einen Sitzplatz dann lang sind.
Wir
kamen um zirka 14 Uhr und erwischten die letzten beiden Barhocker an
einem der kleinen Ecktische.
(Es war offenbar eine günstige Zeit, wir haben auch von 1stündigen Wartezeiten gehört - darauf hätten wir verzichtet.)
Hier haben wir (durchaus köstlich und ausreichend) gegessen. *)
- in den
hinteren Teil, wo sich das eigentliche Restaurant befindet, sind wir
nicht vorgedrungen.
Wenn ihr hier klickt, könnt ihr euch ein paar weitere Fotos davon sowie die Lage auf dem Stadtplan ansehen.
*) Ich habe im TripAdvisor gelesen, dass jemand das Lokal ziemlich teuer
fand und die Portionen sehr klein. Es kommt wohl darauf an, was man
sich erwartet.
Tapas sind "Kleinigkeiten zum Durchprobieren". Wir haben zu
zweit drei Tapas-Portionen gegessen und waren davon satt, entsprechend
moderat
war der Betrag auf unserer Rechnung. Da sich die Preise der
einzelnen Tapas aber je nach Zutaten unterscheiden,
ist es ratsam, vorher einen Blick in die Speisekarte oder an die Tafel an der Wand zu werfen, dort steht genau, wie teuer oder günstig die jeweilige Speise ist.
Wenn ihr Lust habt, lasst euch nun
meine Barcelona-Geschichte von 1981 weiter erzählen.
Nebenbei könnt ihr euch Häuser, Kirchen, Läden ansehen,
an denen wir bei unserem Fußmarsch durch den Stadtteil Eixample auf dem Weg
zum Desigual-Outlet (und wieder zurück) vorbeigekommen sind.
Beim letzten Mal habe ich ein Messer erwähnt. Dabei handelte es sich um ein ziemlich großes und ziemlich scharfes Ding,
mit dem man heutzutage wahrscheinlich nicht mehr ungestraft herumfahren dürfte. Ich weiß nicht, ob man es damals durfte -
in einem italienischen Zugsabteil, das wir mit Nonnen teilten, erregte ich damit jedenfalls
einmal ziemliches Aufsehen, obwohl ich nur ganz harmlos eine Melone zerschnitt.
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Mein Vater, der leidenschaftlich gern Forellenfischen ging (und der als gelernter Fleischhauer / Metzger auf gute, scharfe
Arbeitswerkzeuge großen Wert legte), hatte mir sein Anglermesser auf die Reise mitgegeben.
Man benützt es zum Ausweiden und Filetieren von Fischen.
Es sah so ähnlich aus wie dieses hier (klick), also ziemlich beeindruckend.
Natürlich gab er es mir nicht, um damit irgend etwas Brutales anzustellen oder arme italienische Nonnen zu erschrecken,
aber (wohl aus einem der für unsere Familie typischen Instinkte heraus)
um mich zur Not verteidigen zu können - und natürlich auch, um damit Brot, Wurst oder Früchte zu zerkleinern ;o)
Tatsächlich hatte mich dieses Messer (oder sein beeindruckendes Aussehen) in Paris vermutlich vor
Schlimmerem bewahrt (aber das ist eine andere Geschichte, die vielleicht ein andermal erzählt werden soll) -
und nun, als Gabi und ich mehr oder weniger vertrauensvoll zwei Fremden namens Joan und Xavier hinterhertrippelten,
die uns eingeladen hatten, statt im Rotlichthotel in ihrer Wohnung zu übernachten,
war ich abermals froh, für den Notfall Vaters Fischermesser in meinem Reisegepäck zu wissen.
Doch ich habe das Messer in Barcelona nicht gebraucht.
Nicht einmal annähernd.
Denn mehr Glück, als ausgerechnet diesen beiden Nachtschwärmern zu begegnen,
hätten wir einfach nicht haben können!
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v
Manchmal heißt es ja, zunächst einmal muss man alles verlieren, bevor man es vom Leben
wieder zurück bekommt.
Oder es heißt, dass man loslassen muss, ehe einem durch das Schicksal oder durch göttliche Fügung
ein viel besserer Ersatz geschenkt wird.

Gabi und ich sprachen später oft darüber, dass unsere Interrail-Reise erst so richtig gut geworden war,
nachdem man unser Reisegeld gestohlen hatte und nachdem wir den falschen Zug genommen hatten,
der in Barcelona endete.
Das mag absurd klingen, doch erst da begann das richtige Abenteuer, erst da begann das Leben.
Wir hörten auf, wie behütete Töchter zu reisen und fingen an, auf uns selbst zu vertrauen.
Und uns auf Menschen einzulassen, die wir früher vermutlich ignoriert hätten.
Gabi und ich sprachen auch oft darüber, wie gut das Timing war: Wir mussten zuerst am Bahnhof
umherirren, dann in einer Nachtbar mühsam jemanden ausfindig machen, der uns eine Hotel-Adresse aufschreiben wollte
und dann im exakt richtigen Tempo durch Barcelonas nächtliche Straßen wandern, um zur richtigen Zeit
am richtigen Ort zu sein und den beiden katalanischen Studenten zu begegnen.
Wenn's nach uns gegangen wäre, wären wir schneller gewesen.
Aber zum Glück ging es nicht nach uns!
Joan und Xavier konnten uns natürlich nicht das gestohlene Geld ersetzen,
sie waren nur arme Studenten.
Aber sie gaben uns trotzdem mehr als genug zurück.
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| Herr Rostrose blickt sehnsuchtsvoll in einen Laden mit süßen Leckereien ;o) |
Ich habe unlängst die Frage in den Raum gestellt, was ich wohl mit dem Typ namens Mark tun würde,
würde ich ihn heute zwischen die Finger bekommen.
Er hatte immerhin den Großteil unserer Probleme in Frankreich verursacht.
Ich denke, als erstes würde ich ihm vermutlich links und rechts eine kleben.
Und mich dann bei ihm bedanken.
Weil er uns indirekt zu den beiden Katalanen geführt hat.
Fortsetzung folgt!
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Das Foto dieser edlen Harley, die wir in einer Auslage im Stadtteil Eixample entdeckt haben,
entlang der Cote d'Azur erinnert wurde - und die sich "mit 66 Jahren" vielleicht auf eine dicke fette Harley
schwingen möchte, um nochmal das Easy-Rider-Feeling zu genießen :o) MACH DAS, MEINE LIEBE!!!
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Alles Liebe, viele Küschelbüschel und bis zum nächsten Mal, wo ich mit euch gern
einen Hafenspaziergang unternehmen möchte -
und natürlich auch die alte Geschichte ein Stück weiter erzähle.
Seid ihr wieder dabei?
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Adéu, eure Traude
PS:
*) Der Titel meines heutigen Posts ist an den Elizabeth-Gilbert-Roman
"Eat Pray Love" angelehnt, den ich eben erst gelesen habe.
Mehr darüber am Ende meines vorigen Postings.
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| Dieser Laden hier übrigens definitiv nicht der Outlet-Store sondern ein Desigual-Shop auf der Rambles |
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