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Montag, 8. Dezember 2014

Kuba-Reisebericht Kapitel 2 - Guardalavaca ...

... mit Ausflug zum Delfinschwimmen

Hola, meine Lieben!
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Ich hoffe, ihr habt euch inzwischen gut in der Adventzeit eingelebt! Vielen herzlichen Dank für
eure lieben Kommentare und eure "Likes" zu meinem schwarz-weiß-(rot-blauen) Mix-Posting!
Heute geht es bei mir wieder mit den Farben der Karibik weiter:

Nach zwei schönen Tagen in Havanna flogen wir in den frühen Morgenstunden des 19. Oktober 2014
 mit einer Antonov 158 nach Holguin; danach wurden wir von einem netten Taxifahrer abgeholt und zu
unserem Hotel Sol Rio de Luna y Mares (in der Nähe der kleinen Ortschaft Guardalavaca*) gebracht. 
* "Guarda la vaca" heißt übersetzt übrigens Hüte die Kuh - so etwas gefällt den Rostrosen ;o))

Oh, und wenn ihr das Kleingedruckte vergrößern wollt, gilt wieder das hier: Klickt auf eurer 
Tastatur gleichzeitig auf die Tasten Strg und + (zum Verkleinern dann Strg und -).



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Wenn ihr hier klickt, seht ihr den Übersichtsplan von Kuba und könnt euch anschauen, welche Flugstrecke wir zurück-
gelegt haben. Laut Wikipedia beträgt die Distanz zwischen Holguin und Havanna ca. 500 km, lt. unserem Baedeker-
Reiseführer liegt Holguin 734 km von der Hauptstadt entfernt; letzteres klingt mir plausibler, aber ich habe nicht nach-
gemessen. Ist doch auch völlig egal - genießt einfach mit mir den Anblick des Meeres! ;o))

Die Provinz Holguin liegt im touristisch noch etwas unberührteren Osten der Insel, was jedoch nicht
 bedeutet, dass wir die Strände dort ganz für uns allein gehabt hätten oder dass man dort noch nicht 
gut auf Gäste eingestellt wäre: Unser Erfahrung nach sind die Strände bei Guardalavaca aber deutlich 
ruhiger (und auch schöner) als in der Touristenhochburg Varadero, die wir anschließend besucht 
haben.

Übrigens kamen uns nur einige wenige österreichische Hotelgäste unter, ein paar aus Deutschland,
manche aus spanischsprachigen Ländern, keine US-Amerikaner (denn reine Vergnügungsreisen in
das kommunistische Land sind ihnen - noch - vom Gesetz her verboten), aber ziemlich viele Besucher aus
Kanada, die Kuba offenbar zu ihrem besonders favorisierten Reiseziel erkoren haben. Das ist wohl
auch einer der Hauptgründe, weshalb das Personal sehr gut englisch spricht - und zum Teil auch
französisch.  

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Nach dem Einchecken gingen wir gleich mal die Hotelanlage und den Strand erkunden und waren
sehr zufrieden mit allem, was wir da sahen: Weicher weißer Sand, angenehm warmes türkisblaues 
Meerwasser, Palmen und Meerestrauben. (Das sind die Bäume, die ihr auf der oberen Collage seht -
wir kennen sie schon von Jamaica. Ihre Früchte sind essbar, werden zu Marmeladen verarbeitet, in 
Japan isst man sie aber auch - mit etwas Essig aromatisiert - als Salateinlage.) Das Hotel hat zwei
Pools, was daran liegt, dass hier zwei Hotels zu einer großen Anlage zusammengewachsen sind.
Wir fanden das toll, denn so war für jeden Urlaubstyp etwas geboten: Beim größeren Pool wurde
 Musik gespielt und dort gibt es auch eine Wasser-Bar, Wasserball-Spiele etc.; wir hingegen blieben
lieber beim ruhigen kleineren Pool, in dem ich so ungestört meine Bahnen ziehen konnte wie selten
 zuvor in einem Schwimmbecken. Ins Meer gehe ich eher zum Planschen und kurz mal abkühlen,
aber richtig drin geschwommen bin ich nur bei unseren beiden Katamaran-Ausflügen.


 


In einigen Bewertungen könnt ihr lesen, dass das Hotel zwar schön und gemütlich, aber zum Teil 
etwas abgewohnt ist. Unser Zimmer, das sich im hinteren Bereich des Hotels befand, war tatsächlich
kein modernes Luxus-Appartment, aber es war sauber und es fehlte uns nichts - und wir sind auch
nicht nach Kuba gefahren, um im Luxus zu schwelgen. (Zumeist ergab sich das Luxus-Feeling
dennoch ganz automatisch ;o)) Ein großer Vorteil, wenn man "am hinteren Ende" des Hotels wohnt, 
ist die Ruhe. Während es in der Nähe der Rezeption immer wieder Abendveranstaltungen mit Musik
gibt und die Bars zum Teil die ganze Nacht über geöffnet haben, konnten wir ungestört schlafen -
niemand sang, niemand grölte, so mag ich das!


Hier oben seht ihr Herrn Rostrose noch in der Strandspazier-Kluft und mich bereits in meinem Lieblings-Allzweck-
Sommerkleid, das ich in der warmen Jahreszeit bzw. in warmen Weltgegenden zu so ziemlich jeder Gelegenheit trage - 
vom Stadtspaziergang bis zur Abendgala. In diesem Fall waren wir einfach zum Nachtmahl unterwegs.
Und weil wir vorher schon eine Katzenmutti und ihre Kleinen im Gebüsch entdeckt hatten, "mussten" wir von unserem 
Essen natürlich unbedingt etwas "abzweigen", um die süßen Miezen anschließend zu füttern.
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Hier noch ein paar Fotos vom Strand - vom nächsten oder vom übernächsten Tag. Wobei ich
gestehen muss, dass wir es nicht all zu lange auf einer Strandliege aushalten - selbst wenn wir
Lektüre dabei haben. Wir sind einfach nicht zum Herumliegen gemacht - und Sonnenbaden ist
sowieso nicht "meins" - das verkraftet meine Rothaarigen-Haut nicht. Sprich, wir lagen eine
Stunde mit Lichtschutzfaktor 50 im Schatten, und dann bekam ich schon wieder Lust, mir die
Kamera zu schnappen und auf Motivsuche zu gehen. Beim einfachen Liegen kann ich mich nicht
"erholen" oder "entspannen" - das gelingt mir nur, wenn ich stattdessen Eindrücke und Bilder
aufsaugen kann. (Mein Mann ist da zum Glück ähnlich gepolt, obwohl seine Haut die Sonne
recht gut verträgt.)





Einen "richtigen Strandbadeurlaub" habe ich daher noch nicht oft gemacht - vor Jahren mal in Kreta, 
und selbst da habe ich immer versucht, Ausflüge einzubauen, um nicht verrückt zu werden. Das ist 
wohl auch einer der Gründe, weshalb ich in Kuba zum ersten Mal in meinem über 50jährigen Leben 
in den Genuss eines All-Inclusive-Hotels kam! Und hier war wirklich so ziemlich ALLES inklusive - 
nicht nur das Essen, das man entweder beim Buffet, in einer 24-Stunden-Snackbar oder in einem der 
hoteleigenen À-la-carte-Restaurants einnehmen konnte, sondern sämtliche Getränke, auch die 
alkoholischen Cocktails wie Piña Colada oder Mochito und die Benützung nicht motorisierter 
Wassersportgeräte... 

Natürlich gibt man den Barleuten, Kellnern etc. Trinkgeld - ihr Fixeinkommen ist schließlich alles 
andere als hoch - trotzdem ist es unheimlich praktisch, dass man nicht immer Geld dabei haben muss, 
sondern das Plastikband am Handgelenk genügt, um rundum versorgt zu werden - ich fand, dass das
Luxus pur war. Und auch wenn wir das Essen beim  Buffet durchaus gut fanden, gönnten wir uns ab 
und zu einen À-la-carte-Abend. 




Hier z.B. seht ihr die Rostrosen vor ihrem Besuch des mexikanischen Restaurants: Edi ganz feurig 
im roten Hemd, Traude im dezenten Frida-Kahlo-Look. Mit all unseren roten oder rot gemusterten 
Kleidungsstücken beteiligen wir uns übrigens wieder bei Ines' Aktion Buntes 2014 - im Dezember 
ist die Monatsfarbe nämlich ROT. Und bei Sunnys Um Kopf und Kragen bin ich mit dieser Kette 
und allem anderen, das in diesem Posting mein edles Haupt oder den Hals ziert, auch wieder dabei.


Auch am Tag unseres Katamaran-Ausfluges zu den Delfinen war ich wieder rot gekleidet - einfach mein uraltes rotes 
Batik-Hängerchen von America Latina über den Bikini gezogen und fertig! Das rote Tuch auf dem Kopf fungierte
als Turban oder als Hutband... je nach Lust und Laune.


Ein großes rot-buntes Tuch wickelte ich mir dann auch noch um die Hüften, weil's gut dazupasste ;o)
Schließlich will frau ja ein bisserl herausgeputzt sein, wenn sie darangeht, sich den alten Traum
vom Nahkontakt mit diesen wunderbaren Wassergeschöpfen zu erfüllen!

Es gibt bei Guardalavaca übrigens auch die Möglichkeit, eine Delfinshow zu besuchen und
anschließend mit den Großen Tümmlern zu schwimmen - wir entschieden uns jedoch für einen
Tagesausflug, der zwar keine Delfinshow, aber dafür Schnorcheln über einem Korallenriff, einen
weiteren Badestop, ein Mittagessen (Languste!) und eben Delfinschwimmen beinhaltete - und wir
haben es nicht bereut: Dieser Tag auf dem Meer war für uns der allerschönste der gesamten (an
schönen Tagen reichen) Kubareise!





Hier stimmte einfach alles: Die Schiffscrew war total nett und lustig (oben seht ihr den Käptn,
unten rechts die restlichen Mannschaftsmitglieder), das Wetter war herrlich und wir lernten an Bord
drei tolle Leute aus Deutschland kennen, die wir dann zwei Tage später bei einem weiteren Ausflug
wiedertrafen. (Bei der Gelegenheit gleich mal: Hola, Frauke, Martin und Lars!!! Ich hoffe, ihr
lest heute mit :o) Die Fotos von Edi und mir in der nächsten Collage hat übrigens Frauke
aufgenommen! Danke, du Liebe!)


Wie ihr seht, habe ich mich hier auf dem Netz tatsächlich auch ein Weilchen in die Sonne gelegt.
Aber vor allem fand ich es praktisch, um das Segel samt Himmelsblau von unten zu fotografieren ;o))




Oben gleich mehrere umwerfende Anblicke - zum einen diese witzigen "Schopfmöwen" *) (ich habe
keine Ahnung, wie diese Vögel wirklich heißen, aber ich finde, sie sehen mit ihren "Haarkränzen"
einfach großartig aus!) - zum anderen Herr und Frau Rostrose mit Taucherbrille und Schnorchel,
denn bei einem Korallenriff hielten wir an, um uns das mal aus der Nähe anzusehen. Wir waren -
Dank eines Bloggerinnen-Tipps - sogar mit einer Wegwerf-Unterwasserkamera ausgerüstet: In
ihrem Posting "Unter dem Meer" hatte Annisa nämlich hübsche Aufnahmen gezeigt, die ihr damit
gelungen waren. Leider hatten wir offenbar ein "Montagsmodell" erwischt - oder wir haben etwas
falsch verstanden und hätten das Ding schon VOR dem Fotografieren wegwerfen sollen ;o)) Bei
unserem Exemplar geriet nämlich Wasser ins Kamera-Innere - und so wurde kein einziges Foto
etwas. Schade, denn es wimmelte dort von bunten, hübschen Fischen. Ich habe zwar jede Menge
Bilder davon in meinem Kopf gespeichert, aber die kann ich euch leider nicht zeigen ...  
 
*) NACHTRAG: Mittlerweile weiß ich: Die Vögel sind Königsseeschwalben!)

Immerhin kann ich euch jedoch die Aufnahmen unseres Hotels von der Wasserseite aus
präsentieren - denn unsere Schnorchelpause fand genau hier statt:




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Der heiß ersehnte Höhepunkt unseres Ausfluges war natürlich DAS HIER: Schwimmen mit
Delfinen! Oder - in unserem Fall - eigentlich eher Kuscheln mit der Delfindame Bia! (Ja, genau -
mit weichem B ;o)) Richtig geschwommen sind wir mit ihr nicht, es war eher ein Streicheln und
 Küsschen bekommen. Ich konnte mir vorher nicht so richtig vorstellen, wie sich ein Delfin anfühlt,
aber jetzt weiß ich es: die Haut ist ganz weich und glatt und kühl - einfach unglaublich zart und
schön! Wir waren ganz "Ooohhh!" und Aaahhh!" vor Begeisterung! Und Bia ließ sich auch auf
ihrem Bäuchlein streicheln, das fühlt sich noch softer an! Bia ist übrigens schon etwa 20 Jahre alt - 
und in freier Wildbahn beträgt die Lebensdauer des Großen Tümmlers etwa 25 Jahre; in
Gefangenschaft (und wohlgemerkt: bei möglichst artgerechter Haltung und guter Pflege!) können
diese Zahnwale jedoch deutlich älter werden - in Ausnahmefällen sogar bis zu 50 Jahre alt! *)

*) Die ganze Sache mit Meeressäugern in Gefangenschaft und deren Lebensbedingungen ist
jedoch eine Gratwanderung. Mehr zu diesem wichtigen Thema im Anhang!


 Das kleine Foto unten links zeigt eine Delfin-Mama und ihr 2 Monate altes Baby. Mit ihnen darf man natürlich
 nicht schwimmen, aber es ist ein wundervoller Anblick, wie die zwei elegant ihre parallelen Bahnen ziehen!

Das Delfinarium von Guardalavaca liegt wie eine Insel mitten in der Naranjo Bucht; man kann
nur mit dem Boot anlegen. Die Tiere leben zwar in eingezäunten Bereichen, aber doch direkt im 
Meer, und nicht in irgendwelchen "Sportbecken", denen Chlor beigefügt wird. Sie haben viel Platz 
und schwimmen in Atlantikwasser. Außer den Großen Tümmlern leben hier noch einige andere
Tiere - zum Beispiel Seelöwen und Wasservögel (siehe unten).


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Zum heutigen Abschluss gibt's noch ein paar "lukullische Bilder" (mit Frau Rostrose in rot ;o)):
An einem der Abende nämlich buchten wir ein À-la-carte-Abendessen im Französichen Restaurant
der Hotelanlage - und wir fanden, dass es dort ganz besonders delikat schmeckte! (Beim Mexikaner
hingegen hat uns persönlich ein bisserl die Würze gefehlt - wir waren ja schon im Mexiko und 
wissen, dass man dort gern pikant bis feurig isst; das hat man sich im "kubanischen Mexiko-
Restaurant" offenbar nicht so ganz getraut ;o)) 

Außerdem gefiel mir die farb-mutige Gestaltung des französischen Lokals 
mit der orange-grauen "Harlekin-Wand" ziemlich gut :o) Die Fotos von der Backstuben-
artigen Mauer mit den Broten und von den Croissants stammen übrigens nicht aus dem Bistro, 
sondern aus dem Buffet-Restaurant, in dem wir üblicherweise unsere Mahlzeiten einnahmen.







Ich hoffe, auch mein heutiges Kuba-Kapitel hat euch gut gefallen! Im nächsten Kapitel erzähle
ich euch von unseren Ausflügen zur Insel Cayo Saetia und zum Fischerort Gibara und von unserer
Fahrt mit einer alten "Choo-Choo-Bahn" ;o)) Aber es kann sein, dass ich mich davor noch mit
etwas ganz anderem melde - denn ich "brüte" über einer Linkaktion, von der ich hoffe, dass viele
von euch sich beteiligen... Bis dahin lasse ich euch herzliche Grüße da und
wünsche euch weiterhin möglichst geruhsame Adventtage!


Hier könnt ihr euch zur Übersicht des Kuba-Reiseberichts klicken,
hier zum ersten Kapitel (über Havanna) 
und hier zum dritten Kapitel.




Fotos: Herr und Frau Rostrose

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Adiós und alles Liebe, 
eure rostrosige Reise-Traude

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PS:
Ein paar Gedanken über das Schwimmen mit Delfinen: 
Die Gelegenheit, mit Delfinen zu schwimmen, sie zu berühren, ist ein Erlebnis, das man inzwischen schon an 
somanchem Urlaubsort dieser Welt angeboten bekommt. Nicht überall auf der Welt erzeugt es jedoch die 
gleichen Glücksgefühle, denn nicht überall geht es den Meeressäugern so gut wie in Guardalavaca. Ich habe 
mich vor dieser Reise über die unterschiedlichen Angebote in Kuba genau informiert, damit mein Traum nicht 
zum Albtraum wird. Denn mir ist es sehr wichtig, dass die Tümmler - wenn schon in Gefangenschaft - so doch 
unter möglichst artgerechten Bedingungen leben.

Ich habe im Lauf der Jahre auch schon auf mehrere Möglichkeiten, mit Delfinen zu schwimmen oder zu kuscheln,
 verzichtet. Bei unserem Urlaub in Malta vor ein paar Jahren begegnete mir z.B. das Angebot, eine Delfinshow zu
besuchen, wo man sich im Anschluss mit einem oderen mehreren Tieren in ein Schwimmbecken begeben kann. 
In Florida bin ich ebenfalls zu keiner der bestimmt toll aufgezogenen Seaworld-Shows gegangen. Dass Große 
Tümmler und Orcas ihr Leben oft einsam und in einem viel zu kleinen Becken verbringen müssen, lässt mein Herz
 bluten.

(Vor den Angeboten in der Türkei und anderen Ländern des Südens wird übrigens von Tierschutzorganisationen
dringend abgeraten - klick hier und hier.  Die Bedingungen, so heißt es,  wären ganz besonders katastophal für die Tiere -
 hier ginge es nur um Profitgier, und auch für die Sicherheit der Besucher sei nicht ausreichend gesorgt. Immerhin 
können Delfine, selbst wenn sie sich Menschen gegenüber für gewöhnlich friedlich und neugierig verhalten, in 
Stress-Situationen durchaus gefährlich werden - sie sind sehr stark, sehr schnell und man sollte nicht darauf vergessen, 
dass sie in freier Wildbahn in Rudeln jagen... Wenn zu viele Besucher in einem Becken sind, die Tiere dadurch in Stress 
geraten und zu wenige Trainer auf das Getümmel achtgeben, könnte das daher üble Folgen haben.)
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Ich habe auch darüber nachgedacht, ob man, indem man mit Delfinen schwimmt, nicht generell ein System 
unterstützt, das diese Tiere zu Gefangenen macht. Ich fürchte, das ist nicht von der Hand zu weisen: Solange 
Delfinarien besucht werden, werden auch Delfine gefangen, um sie für Shows zu trainieren. Andererseits 
verschiebt sich immerhin der "wirtschaftliche Stellenwert" der Meeressäuger von "Nahrungsmittel" und 
"Transpender" (siehe Japan) in eine Richtung, die ihnen eine etwas "höhere" Bedeutung einräumt. Der Mensch 
begreift allmählich, dass Wale hochintelligente Wesen sind. Dass es quasi "zu schade" ist, sie zu töten, um sie
zu essen... Leider hat längst noch nicht jeder Mensch begriffen, dass Wale auch fühlende Wesen sind - 
Lebewesen, die leiden und sterben, wenn man ihnen keinen Lebensraum, keine Beschäftigung, keine liebevolle
Zuwendung gibt - aber meine optimistische Seite hofft darauf, dass es eines Tages eine Entwicklung in diese 
Richtung geben wird. 

Und ich glaube fest daran, dass die Menschen, die in Guardalavaca die Delfindame Bia oder ihre 
ArtgenossInnen kennengelernt und zärtlich berührt haben, auch von ihnen berührt wurden. Nicht 
nur äußerlich, sondern ganz tief in der Seele. Und dass solch eine Berührung Kreise ziehen kann...



Sonntag, 30. November 2014

Black & white ... und ein kleines bisserl mehr ;o)

Servus, liebe treue und neue LeserInnen -
... herzlich willkommen ihr alle zu meinem 400. Posting! :o)
(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)


Ich freue mich sehr, dass euch mein Kuba-Reisebericht samt "Bilderflut"gefällt! Aber heute gibt's 
mal wieder was Anderes zu sehen - immer nur Meer und Palmen, malerische Gassen und hübsche 
Oldtimer sind auf die Dauer ja langweilig, nicht wahr ;o)) Und wir Rostrosen führen schließlich auch 
außerhalb unserer Reisen ein durchaus bewegtes Leben. Heute erzähle ich euch also ein bisserl was
 über "nicht-karibische" Rostrosen-Unternehmungen ;o) ... und versuche dabei, mich hauptsächlich 
im Farb-Rahmen schwarz-weiß und rot aufzuhalten. (Das passt dann auch gleich zum "Krampustag",
der bei uns am 5. Dezember - also einen Tag vor St. Nikolaus - statfindet. Zu Krampus sind schwarz
und rot die traditionellen Farben.)


(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)


Na gut, eine Prise blau kommt in meinem Post auch vor. Denn ich möchte euch zu meinem schwarz-
weißen Leoparden-Carmen-Shirt unbedingt meine neue "destroyed" Blue-Jeans zeigen. Nach einem
Stück wie diesem habe ich eine halbe "Ewigkeit" lang gesucht. Es wäre soo leicht gewesen, wäre die
Hosenform meiner Wahl eine Röhre gewesen - doch Röhrenjeans stehen mir nunmal nicht. Bootcut ist
viiiel besser für meine Figur, aber offenbar gibt es Bootcut-Jeans derzeit nur ohne "Zerschlissenheit"...
Und nachdem ich rund 30 Jahre lang fast ausschließlich "brave" Jeans getragen habe, wollte ich jetzt
endlich mal eine "nicht ganz so brave". (Das passt auch zum Krampus ;o))

Die Hosenform, die ich nun bekommen habe, nennt sich "die Gerade". Die Jeans, die ich vor meinem
 geistigen Auge sah, war noch eine Spur heller und die Used-Effekte hätten eher so (klick) aussehen
sollen, aber nachdem ich monatelang nicht mal annähernd etwas in dieser Richtung finden konnte,
bin ich jetzt schon ziemlich froh über diese FAST perfekte "unperfekte" Hose. Vielleicht kommt mir
eines Tages die GANZ perfekte ja auch noch unter - und wenn nicht, ist's auch kein Malheur ;o))  




Mit dem Leo-Oberteil mische ich noch einmal mit bei Ines' Aktion Buntes 2014 im November - da ist 
die Monatsfarbe SCHWARZ. Im Dezember ist sie ROT, und da kommt dann die Kette zum Zug. Es 
handelt sich dabei übrigens um eine echte Korallenkette, die mir meine (ebenfalls reisefreudigen)
 Eltern vor vielen Jahren aus Nordafrika mitgebracht haben - zu einer Zeit, als es noch nirgendwo als 
bedenklich galt, aus Korallen Schmuck zu machen. Ich halte das Schmuckstück in Ehren und trage 
es relativ häufig - denn wenn dafür schon eine Umweltsünde begangen wurde, dann soll sie wenigstens 
nicht umsonst gewesen sein. Bei Sunnys Um Kopf und Kragen bin ich mit dieser Kette und allem 
anderen, das in diesem Posting meinen Hals ziert, auch wieder dabei.


 
(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)


Am 16. November traf mal wieder ein Teil der Rostrosen-Patchwork-Family zusammen, um 
gemeinsam Geburtstag zu feiern und Martini-Gansl zu schmausen. Freundlicherweise hielt sich 
hier auch ein Großteil der Anwesenden an das "schwarze Farbmotto". (Nein, das ist natürlich ein 
Scherz, die Farbwahl war Zufall - aber ein sehr gut passender :o)) Auf meinem "Lieblingsmarken-
Kleid" gibt es neben blauen und grünen sogar ein paar korallenrote Blumen - und Opa Georg leistete 
mit seinem roten Pullunder auch schon einen Dezember-Farbbeitrag. Selbst die Malakoff-Torte die
 die Rostrosentochter für uns zubereitet hatte, passt ziemlich gut ins schwarz-weiße Grundgerüst 
meines heutigen Postings! (Und köstlich war sie auch!)


(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)


Am 23. November schmiss ich mich wieder in Schale, diesmal in schwarz-weiß mit einem etwas
folkloristischen Touch. Ich entschied mich für eine schwarze Spitzen-Variante von "Dirndlbluse" und 
einen weit schwingenden Rock, den ich vor ein paar Jahren in Portugal gekauft habe. Der ist allein
 schon durch die aufgestickten silbernen Glitzerpailletten "ausgehfein". An diesem Tag besuchten 
wir nämlich gemeinsam mit unseren Freunden Moni und Michi eine Laientheateraufführung in der 
Ortschaft Reisenberg. (Die Kette und Jacke in Rot trug ich an diesem Abend nicht, aber manchmal 
mixe ich meine schwarz-weiße Kleidung auch mit diesen Zutaten, um noch ein bisserl mehr "Feuer"
 ins Spiel zu bringen.)




Hauptgrund für unseren Theaterbesuch war die Tatsache, dass bei dem Stück "Hotel Mimosa" 
unser aller Freundin und vielgeschätzte Physiotherapeutin Vanessa in einer kleinen, aber feinen Rolle 
auftrat. Hier könnt ihr euch Informationen zum Inhalt und zum Autor des Stücks holen - wir haben 
uns über die Komödie jedenfalls köstlich amüsiert und fanden die Leistung der Truppe wirklich 
beachtlich! Besonders lustig auch, dass die männliche Hauptrolle - ein betrügerische Ehemann und
 ausgefuchster Lügner - vom Reisenberger Pfarrer dargestellt wurde (und zwar sehr glaubwürdig!), 
und sehr überzeugend auch die fast professionelle Darbietung jener Laienschauspielerin, die in die 
Rolle seiner Geliebten Magalie geschlüpft war. Ebenfalls erwähnenswert: "Magalie" trug ein perfekt
zu diesem Posting passendes schwarz-weiß-rotes Kleid von Desigual meiner Lieblingsmarke - und
Vanessa ein wunderschönes langes Leinendirndl in edlen Naturtönen.


Auf dieser Collage seht ihr unsere Freundin Vanessa mit ihrem Bühnen-Ehemann (oben) 
und mit ihrem tatsächlichen Partner (unten)
Hier ist u.a. noch einmal Vanessas Bühnenfrisur aus der Nähe zu sehen - und außerdem krallten sich
Moni und ich den "bestangezogenen Mann im Saal", sprich den Darsteller von Magalies betrogenem 
Ehemann, dem U-Boot-Kommandanten, um uns mit ihm verewigen zu lassen ;o))
(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)

 Zu "schwarz-weiß" passt auch ein Thema, auf das mich neulich einer meiner Arbeitskollegen brachte
(der ebenfalls ein leidenschaftlicher Fotograf ist). Vielleicht sagt einigen (oder sogar vielen?) von euch 
ja der Name Vivian Maier etwas, denn es wurde durchaus schon in einigen Blogs über sie berichtet - 
ich selber allerdings lernte die Geschichte dieser Frau erst durch meinen Kollegen kennen, als er mir
(ziemlich beeindruckt) erzählte, dass er sich die Filmdoku Finding Vivian Maier angesehen hatte.
Hier der Link zum (sehenswerten) Trailer und hier ein Auszug aus der Beschreibung zum Film: 
"Finding Vivian Maier berührt das Mysterium einer Frau, die ihr Leben für die Photographie lebte 
und dies bis zu ihrem Tod mit niemandem teilte. Heute gilt Vivian Maier als eine der wichtigsten 
Street Photographer des 20. Jahrhunderts."

Bildquelle: Internet (klick)

Vivian Maier (1926-2009) lebte und arbeitete ab den frühen 1950erJahren in New York und Chicago
als Nanny. Nebenbei jedoch war sie eine leidenschaftliche Amateur-Straßenfotografin, die das 
Straßenleben ihrer Zeit in über 100.000 beachtenswerten Fotos festhielt. Im Jahr 2007 - zwei Jahre 
vor ihrem Tod - ersteigerte der junge Amerikaner John Maloof in einem Auktionshaus etliche Kisten 
voller Negative, ließ sie ausarbeiten und stellte fest, dass er einen Schatz gehoben hatte...

Mehr über Vivian Maiers Geschichte könnt ihr hier lesen - und in meinen beiden Collagen zeige ich 
euch einen winzig-kleinen Auszug aus Maiers heimlichem Lebenswerk - und ich glaube, daran kann 
man schon sehr gut erkennen, welche Bedeutung die Arbeit dieser Frau hat...


Bildquelle: Internet (klick)
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Und nun, ihr Lieben, möchte ich euch mit den folgenden Bildern noch eine wunderschöne
Adventzeit wünschen! Macht es euch gemütlich und kerzenschimmernd und genießt die Tage - und 
zwar möglichst ohne "Vorweihnachtshektik" (denn das ist nicht im Sinne des Erfinders ;o)) 


(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)



Herzliche rostrosige Grüße - und beim nächsten Mal gibt's dann aller Voraussicht nach wieder
ein paar karibische Bilder zum "Aufwärmen" ;o))


(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)
Alles Liebe, Eure Traude
(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)(¸.•´..¸.•´¸.•*´) ¸.•*¨) ¸.•´¸.•*´)

PS: Und passt auf, dass euch am 5.12. nicht der Krampus erwischt ;o))


Sonntag, 23. November 2014

Kuba-Reisebericht Kapitel 1 - Havanna

Hola, meine Lieben!
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Ganz herzlichen  Dank für eure sooo vielen und sooo lieben Zeilen zum einleitenden Kapitel meines 
rostrosigen Kuba-Reiseberichtes! Ich habe mich riesig darüber gefreut! Und ich freue mich auch, dass 
ihr euch auch von meiner "schwarzen Phase" nicht habt verschrecken lassen ;o))

So, jetzt aber gleich: Willkommen zum ersten Kapitel! Wie ihr schon in meinem vorigen Posting auf der 
Übersichtskarte sehen konntet, war 


die erste Station unseres 14tägigen Urlaubes auf der größten Insel der Karibik. Wenn ihr mehr über die 
wild bewegte Geschichte von Kubas Hauptstadt erfahren wollt, klickt ihr am besten auf den obigen Link. 
Und falls ihr das "Kleingedruckte" in meinem Bericht vergrößern wollt, klickt auf eurer Tastatur 
gleichzeitig die Tasten Strg und + (zum Verkleinern dann Strg und -).

Der Malecón (span.: Ufermauer aus Stein) in Havanna ist eine berühmte Uferstraße und eine der Sehenswürdigkeiten 
der Stadt. Die Festung mit dem Leuchtturm, die man von hier aus sieht, ist das Castillo de los Tres Reyes del Morro.
Am  Malecón wird eifrig gefischt, auch von Kindern - wenn ihr genau hinschaut, seht ihr bei dem stehenden Buben eine 
Angelschnur. Der Mann rechts oben war hingegen eher zum Plaudern dort. Er konnte kein Englisch, also mussten wir unser 
Volkshochschul-Spanisch auspacken - ich würde mal sagen, das "Gespräch" war eher lustig als ergiebig ;o))

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Als rund 500Jährige hat die Stadt natürlich einiges erlebt – gute Zeiten und weniger gute – und beides sieht 
man der betagten Dame an: La Habana ist zugleich zeitlos schön und erschreckend verlebt, sie zeigt Zeichen 
der Verwahrlosung und Entstellungen genauso selbstverständlich wie bunten Klimperschmuck und wahre 
Pretiosen; sie trägt zum Teil billige Schminke über ihren Narben, zum Teil begab sie sich aber auch in die 
Hände begabter plastischer Chirurgen. 


Wie überall im Süden flattert auch hier die Wäsche an den Fenstern. Auf die meisten der Balkone sollte man sich 
aber besser nicht mehr wagen - der kleine Hund links oben besitzt offenbar ein risikofreudiges Naturell...


Die Altstadt, La Habana Vieja, ist seit dem Jahr 1982 UNESCO-Weltkulturerbe, weshalb man hier eifrig 
in Renovierung investiert, um den Besuchern der Stadt etwas zu bieten – zumal sich nach der Auflösung 
der Sowjetunion herausgestellt hat, dass Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Kubas ist  
(wenn nicht gar DER überlebens-notwendigste)


Plaza Vieja (Alter Platz) - hier ist die Altstadtsanierung besonders gut fortgeschritten; die Gebäude werden mit Hilfe 
internationaler Spendengelder restauriert oder rekonstruiert. Es gibt hier übrigens - wie in Wien - ein Salm Bräu 
 Bierlokal :o) - und neben den alten Gebäuden auch moderne Kunst...
Die Kathedrale von Havanna und der Löwenbrunnen vor der Iglesia de San Francisco de Asísi


 Natürlich gerät man durch die Sanierungsmaßnahmen als Tourist auch an diverse Baustellen. Eine davon 
machte uns eher wenig Freude: Die berühmte Kuppel des Capitolio war eingerüstet – das schon vor 
der Reise herbeifantasierte "perfekte" klassische Fotomotiv Kapitol + Oldtimer mussten wir uns also 
abschminken. Aber somit ist wenigstens ein Grund gegeben, eines Tages wiederzukehren. Wir waren 
ohnehin nur zwei Tage in Havanna (und dabei kann man doch überall lesen, dass man sich mindestens 
drei Tage Zeit für die Hauptstadt nehmen sollte.) 


Wir haben uns redlich bemüht - aber mit Plastikfetzen, die vom Baugerüst flattern, sieht das Kapitol  leider nicht ganz 
so malerisch aus wie erhofft. Und auch die zweite schöne Kuppel von Havanna - die des Revolutionsmuseums - ist 
eingerüstet (zu sehen auf den beiden kleinen Fotos links oben) - SCHNÜFF!
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Oldtimer hingegen konnten wir auch ohne Kapitol reichlich sehen und fotografieren – selbst wenn 
heutzutage nicht mehr so viele Chevys, Cadillacs oder Fords, Dodges & Co. über die Straßen der 
Insel knattern wie vor zehn Jahren. (Etwa 50.000 bis 100.000 dieser Klassiker sollen noch auf Kuba 
unterwegs sein.)




Viele der altehrwürdigen Fahrzeuge sind inzwischen zu Taxis geworden – denn die Kubaner wissen: 
Touristen lieben es, sich in den formschönen Schlachtschiffen durch die Gegend kutschieren zu lassen. Auch 
die Rostrosen machten da keine Ausnahme (diejinigen unter euch, die regelmäßig hier lesen, wissen 
ja bereits, dass wir ein Faible für Oldtimer haben.) Wir gönnten uns in der zweiten Hälfte des ersten 
Tages eine Havanna-Rundfahrt. Und sie hat riesengroßen Spaß gemacht - ich kann das nur jedem 
Kuba-Besucher empfehlen!


"Unser" Wagen war ein Dodge Eight (mutmaßlich aus den frühen 1950ern) in leuchtendem Orange. Weil unser Fahrer nur 
Spanisch sprach und unsere Spanischkenntnisse - siehe oben - zwar reichen, um lustige Mißverständnisse zu erzeugen oder
 um ein Bier zu bestellen, aber nicht, um eine gepflegte Konversation zu führen, waren wir froh, dass uns der sehr gut englisch 
sprechenden Guide Alan begleitete - ein echt cooler und netter Typ, der davon träumt, das Oldtimer-Taxi-Geschäft mit ein
 paar weiteren Wagen groß aufzuziehen. Wir drücken ihm fest die Daumen!
Nach der Rundfahrt durch belebte Straßen zeigte uns Alan unter anderem ein hübsches kleines Waldstück am Río Almendares, 
dem einzigen Fluß Havannas. Hier gibt es auch einen Getränkestand mit dem angeblich besten Mochito Kubas - den mussten 
wir natürlich verkosten ;o)) Außerdem wurden wir hier zufällig Zeugen einer besonderen Zeremonie - eines Initiations- bzw. 
Reinigungs-Rituals der Santeria, das ist eine kubanische Religion, die man als eine Mischung zwischen Katholizismus und 
von den einstigen Sklaven mitgebrachten Naturreligionen bezeichnen kann. Hier könnt ihr mehr darüber lesen. Die Kleider 
der Frau, die der Gemeinschaft beitritt, werden zerrissen und verbrannt - als Symbol für das Zurücklassen des alten Lebens 
und alter Sünden... Danach wird sich die Frau ein Jahr lang nur weiß kleiden, und darf, wie man uns erklärt hat, ein Jahr 
keinen Alkohol trinken, nicht rauchen, keinen Sex haben, ... Interessanterweise gibt es seit den 1990er-Jahren dennoch einen 
regen Zulauf zu dieser Religion - und zwar von Frauen UND Männern ;o).
Am nächsten Tag kleidete dann auch ich mich nach Santeria-Art "ganz in weiß". Der Mann, neben dessen berühmtem 
Konterfei ich mich hier zeige, besitzt in Kuba ebenfalls fast den Status einen Nationalheiligen: Denn Che Guevara - neben 
Fidel Castro der Revolutionär der ersten Stunde - wird hier noch immer von vielen als "romantischer Held" verehrt. Kritische 
Töne über den Mann (der abseits von Kuba auch Spitznamen wie "sexy Scharfrichter" und "der Marlboro-Mann der Linken"
 erhielt, der Josef Stalins Politik guthieß und "unbeugsamen Hass" als probates Antriebs-Mittel im Kampf gegen politische 
Gegner - "um eine effektive, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine darzustellen") haben wir in Kuba nicht 
gehört. Hier scheint eher das Bild des sanften Rebellen, des klugen und entschlossenen "Comandante" forciert zu werden. 
"Che" ist weit über seinen Tod hinaus ein Popstar geworden oder geblieben; Che-Wandbilder sieht man hier allerorten und 
T-Shirts, Feuerzeuge oder Kühlschrankmagneten mit dem von Alberto Korda im Jahr 1960 aufgenommenen Foto Guevaras 
sind nach wie vor der Verkaufsrenner unter den Touristen-Waren. Die beiden freundlichen Männer, die ihr hier links oben 
neben Herrn Rostrose seht, "verschleppten" uns gar in ein Lokal, in dem Ernesto Guevara einst Rum getrunken und Zigarren
 geraucht haben soll. Als "Gegenleistung" bekamen sie von uns Trockenmilchpulver für ihre Kinder (begehrte Ware in Kuba!)

Generell wird man als Tourist in Havanna häufig von Einheimischen angesprochen - manche wollen einfach plaudern, 
andere wollen schnorren oder etwas verkaufen. Wir kennen letzteres schon aus anderen armen Ländern und entscheiden 
uns meistens spontan, wo wir uns auf einen solchen Handel einlassen und wo wir "Nein danke" sagen. Den netten "Zigarren-
raucher", der sich gegen ein kleines Trinkgeld mit Touristen fotografieren lässt, fand ich jedenfalls unwiderstehlich ;o))
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Den Großteil der Zeit waren wir – wie üblich - zu Fuß unterwegs und erkundeten die Stadt, indem 
wir einfach drauflos wanderten. Wir haben zwar einen Reiseführer samt Stadtplan in der Tasche,
 verlassen uns aber normalerweise auf unser Gefühl, gehen dorthin, wo uns unsere Füße hintragen 
und haben häufig kein konkretes Ziel. Und so landeten wir in Havanna zum Teil in Winkeln, die eher 
den Kubanern gehören und keineswegs touristisch sind, aber genauso waren wir an Orten, die zu den 
„Musts“ für Touristen zählen. Weil das Wetter so schön war, haben wir Museen und andere Indoor-
Besichtigungen weitgehend ausgelassen, nur ins Rum-Museum wollten wir dann doch hinein. Hier
gab's eine interessante Führung durch die Geschichte des Kubanischen Nationalgetränks und 
anschließend Rumverkostung und tolle Live-Musik :o)


Die russisch-orthodoxe Kirche mit der schönen (und zum Glück NICHT eingerüsteten ;o)) Goldkuppel befindet sich in 
der Nachbarschaft des Rum-Museums.


Falls euch noch interessiert, wo wir in Havanna gewohnt haben: im Melia Habana, einem
schönen, modernen Hotel, das etwas außerhalb des Zentrums von Havanna liegt - mehrmals täglich
fahren aber Shuttlebusse vom Hotel in die City und wieder retour - und auch Taxis sind in Kuba nicht teuer.

Leider mussten wir Havanna schon in der dritten Nacht wieder verlassen: Um 3.25 Uhr holte uns ein
Fahrer zum Weiterflug nach Holguin ab! Der Flieger ging zwar dreieinhalb Stunden später, und so
mussten wir also stundenlang auf einem der hässlichsten Flughäfen, die ich je gesehen habe, ausharren -
aber wir hatten reichlich Lesestoff auf unseren "Kindle" geladen und konnten uns somit
gut ablenken :o) Und außerdem freuten wir uns - zu Recht! - schon sehr auf unser nächstes Reiseziel.
Ich hoffe, auch ihr freut euch bereits auf mein nächstes Kapitel :o))


Hier könnt ihr euch zur Übersicht des Kuba-Reisebereichts klicken
und hier zum zweiten Kapitel.


Bis dahin lasse ich euch ganz, ganz liebe Rostrosengrüße da!
Habt ein wunderschönes Wochenende und weiterhin möglichst gemütliche Novembertage!



Fotos: Herr und Frau Rostrose

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Adiós und alles Liebe, 
eure rostrosige Reise-Traude

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PS:
Und weil Herr Rostrose und ich bei unseren Streifzügen durch Havanna ein bisserl
schwarz an uns tragen und Kopf sowie Kragen von Käppis, Tüchern, Ketten etc. geziert
werden, verlinke ich mich auch diesmal wieder mit diesen beiden Blogs: 
 

November-Monatsfarbe SCHWARZ