Ich freue mich sehr, dass euch auch mein Reiseberichtskapitel über die La Paz Waterfall Gardens so gut gefallen hat - danke für eure lieben Kommentare - dabei war das doch bloß das "Vorspiel". Ab nun geht es erst so richtig los mit dem Costa-Rica-Urlaub - mit dem ersten großen Wildgebiet, dem Tortuguero Nationalpark, der sich an der Karibikküste Costa Ricas befindet. Es gibt nicht mehr viele Orte auf der Welt mit einer größeren biologischen Vielfalt!
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| Unterwegs in den Wasserstraßen des Tortuguero Nationalparks - was für eine Landschaft 🤩! |
Zwei erlebnisreiche Tage und Nächte lagen somit vor uns. Ich werde sie ein wenig raffen. Dennoch muss ich zwei Reiseberichtskapitel daraus machen, denn es gab in Tortuguero einfach zu viel zu sehen, um es in einem einzigen Kapitel unterbringen zu können.
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Die Landschaft, die ihr in der zweiten und dritten Collage seht, ist allerdings noch nicht der Tortuguero Nationalpark. Zunächst mal ging die Fahrt durch den malerischen Nationalpark Braulio Carrillo. Frühmorgens im Hotel hatten wir nur eine Kleinigkeit gefrühstückt, nun konnten wir uns in einem Restaurant einen Nachschlag gönnen und uns außerdem ein wenig in der schönen Landschaft die Beine vertreten. Carlos gab uns den Tipp, entlang eines Waldweges zu einem Fluss zu gehen, und hier war es wirklich traumhaft!
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| Das obere Bild möchte ich gerne übertiteln mit Du sollst mein Herzblatt sein oder Be my Valentine. Zwischen manchen riesigen Regenwaldpflanzen fühlte ich mich zuweilen wie ein Zwergerl. |
Einige Zeit später hielt der Bus bei einer Anlegestelle für Boote in La Pavona. Von hier aus fand der Bootstransfer zur unserer Lodge statt. Denn eine Anreise nach Tortuguero mit dem Auto oder Bus ist nicht möglich, es führen keine Straßen dorthin.
Es gäbe die Möglichkeit, mit einem Kleinflugzeug nach Tortuguero zu kommen, doch die Anreise per Boot durch Flüsse und Kanäle inmitten üppigster Natur ist ein kleines Abenteuer für sich und unbedingt zu empfehlen. Am Flußufer gibt es schon einige Vertreter der tierischen Vielfalt Tortugueros zu entdecken: in den nächsten beiden Collagen beispielsweise den Geoffroy-Klammeraffen (und zwar, wie ich glaube, die Unterart Ateles geoffroyi ornatus, die im zentralen und östlichen Costa Rica vorkommt und bei der IUCN als stark gefährdet gelistet wird). Wenn ihr mehr über die Affen Costa Ricas wissen wollt, klickt bitte HIER.
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| In manchen Streckenabschnitten gab es Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Boote (rechts unten). In diesen Bereichen zeigte uns der Kapitän auch die verschiedensten Tiere. |
Mehr als 300 Vogelarten, 30 Frosch- und Krötenarten, 28 Schlagenarten existieren in diesem Teil des Landes - viele von ihnen stehen ebenfalls auf der Liste der gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten und wären ohne diese Schutzzone womöglich bereits ausgestorben. Außerdem bietet der Nationalpark Lebensraum für weitere Affenarten und Faultiere, Krokodile und Kaimane, Sumpfschildkröten und mehrere Arten von Meeresschildkröten. Und den Letztgenannten verdankt der Park auch seinen Namen. (Zu sehen bekommen werdet ihr sie aber erst später ...)
Die englische Übersetzung "Do not swin" auf dem Krokodil-Hinweisschild
ist natürlich ein Schreibfehler. Wie auch immer, in einem
Gewässer, in dem sich Krokodile befinden, müsste mich niemand daran
erinnern, dass ich nicht schwimmen soll. In einem Gewässer mit
Krokodilen hätte ich auch kein großes Bedürfnis, in einem Kanu oder einer Art
Plastikschüssel (siehe oben Mitte links) herumzupaddeln... Schließlich
könnte man auf diese Weise mit Futter verwechselt werden - und das
Füttern dieser Tiere ist bekanntlich auch verboten 🐊😜... Wir waren also froh, dass wir uns bei den Morgentouren für weniger flache Boote entschieden hatten.
Unser Hotel in Tortuguero: Die Laguna Lodge ist eine ökotouristische Anlage. Die Lodge wurde auf einem schmalen, 200 Meter breiten Landstreifen zwischen der Hauptlagune von Tortuguero und dem Karibischen Meer erbaut - also eine sensationelle Lage: Auf der einen Seite der Tortuguero Fluss mit seinen malerischen Kanälen, auf der anderen Seite das Karibische Meer und rundherum üppiger Dschungel aus Primärwäldern und exotischen Pflanzen!
Die Zimmer sind in reihenhausartig angelegten Holzhütten untergebracht (siehe Foto unten) und schlicht, natürlich und sauber eingerichtet. Die Betten fanden wir bequem. Vor jedem Zimmer stehen zwei urige, mit Leder bespannte Schaukelstühle. Im Zimmer gibt es keine Klimaanlage, aber einen Ventilator. Den benötigten wir allerdings nicht - es war warm, jedoch nicht unangenehm heiß. Die Fenster haben zwar Fensterläden und ein Insektenschutzgitter, aber keine Fensterscheiben - wer gerne Urwaldgeräusche hört, ist also fein raus. Das Dach der Hütte besteht aus Wellblech - als es nachts heftig schüttete, klang das, als ob ein Zug durch unser Zimmer brausen würde. Wenn die Zimmernachbarn sich nicht halbwegs leise verhalten, hört man das auch gut durch. Ich war also aus mehreren Gründen froh über meine mitgebrachten Ohrenstöpsel.
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| Die Fruchsäfte, die wir zum Mittagessen hatten, sind mein Ticket zum Linkup T Stands For Tuesday 🍷🥤🍻🥂🍹🥛 |
In dieser Lodge waren alle Mahlzeiten im Preis inkludiert. Gleich nach unserer Ankunft konnten wir zum Mittagessen gehen. Das Essen holt man sich dort von einer langen Theke ab, indem man den Angestellten zeigt "Das will ich, das will ich nicht", und es schmeckte uns dort sehr gut. Die exotischen Fruchtsäfte gab es gratis dazu, und hier im Speisesaal konnte man auch die mitgebrachten Wasserflaschen gratis auffüllen. (Ihr erinnert euch - überall sonst im Land kann man das Wasser aus der Leitung trinken, nur an der Karibikküste wird es nicht empfohlen.) Edi und ich hatten das Glück, einen Tisch direkt am Ufer des Tortuguero Flusses zugeteilt zu bekommen - besser geht's kaum.
Der Garten der Anlage ist etwa zwei Hekar groß und mit den schönsten exotischen Pflanzen bestückt. Besonders begeistert haben mich die zahlreichen Mosaike, die in den Garten integriert wurden. Das Haupthaus und die lange Bank am Ufer erinnerten mich stark an Antoni Gaudis Park Güell. Und wer mich schon länger kennt, weiß dass ich den Stil von Gaudi, Friedensreich Hundertwasser und Niki de Saint-Phalle sehr liebe.
Zwei hübsch geschwungene Swimmingpools laden zum Schwimmen ein, und am zweiten Tag bin ich dieser Einladung gefolgt. Am Ankunftstag war dafür keine Zeit, denn da hatten wir schon andere Pläne: Nach dem Mittagessen warfen wir uns in luftigere Klamotten ...
... und stiegen zusammen mit Carlos und allen, die Lust auf einen Ausflug hatten, wieder in das Boot, das uns zu unserer Lodge gebracht hatte. Diesmal ging es in die kleine Ortschaft, die genauso heißt wie das gesamte Gebiet - Tortuguero. Dem entsprechend steht auch hier alles im Zeichen der Schildkröte: Die originelle "Hänge-Schildkröte" in der ersten Reihe der folgenden Collage wurde übrigens aus einem alten Autoreifen gefertigt. Und das "Ortsschild" mit der Schildkröte ist eine ehemalige Sateliten-Antenne.
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| Oben links seht ihr unseren Guide Carlos; die Aufschrift Agouti auf dem Boot bezieht sich auf ein Tier, das wir in Costa Rica ebenfalls gesehen haben - allerdings nicht in Tortuguero, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. |
Auch auf dem Mosaik und dem Mural an der Garagentür sind Schildkröten zu sehen. Doch natürlich gibt es in Tortuguero noch anderes "Tierisches" zu erblicken, z.B. nette Katzen und junge oder nicht mehr ganz so junge Hunde und Statuen mit Faultieren, Papageien oder Tukanen. Auf einer Hausmauer entdeckte ich das Mural, das ihr unten in der Mitte seht - die Tiere sind aufgeklebte Silhouetten. Die Aufschrift bedeutet: "Damit wir in Zukunft nicht nur Schattenbilder sehen..."
Was den Schutz der Umwelt betrifft, hat sich im 700 Seelen-Ort Tortuguero in den letzten Jahrzehnten Entscheidendes verändert. Das kleine Dorf existiert erst seit etwa 1930; damals ließ sich eine kolumbianische Familie in der Gegend nieder. Gegen 1940 fing man in Tortuguero mit dem Abholzen des tropischen Regenwaldes an. Die Kanäle stammen aus jener Zeit, denn zum leichteren Abtransport des Holzes wurden Flussarme zu Kanälen ausgebaut. Vor ca. 20 Jahren verdienten außerdem viele Dorfbewohner noch ihren Lebensunterhalt als Schildkrötenjäger und verkauften deren Fleisch und Eier.
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| Die hübschen Kolibri-Abbildungen entdeckte ich auf einem Herrenhemd 😊👔 |
Durch die Gründung des Nationalparks 1975 und durch die unermüdliche Schulung der Bewohner durch Organisationen wie z.B. das Caribbean Conservation Center veränderte sich alles. Heute sind sich die Menschen in Tortuguero der Tatsache sehr bewusst, dass Tourismus auf Dauer mehr bringt als Umweltzerstörung, und der Schutz der Natur - besonders der Meeresschildkröten - steht nun im Mittelpunkt des täglichen Lebens.
Es gibt auch ein Sea Turtle Conservancy in Tortuguero zu besichtigen. Dieses haben wir aber nicht besucht - wir hatten bereits in Thailand eine Schildkrötenaufzuchtstation gesehen. Deshalb zogen wir es vor, ein bisschen durch das Dorf zu bummeln und uns dann in einem der Lokale eine Erfrischung zu gönnen. Über das Buddacafé hatte ich in einem Reiseführer eine positive Bewertung gelesen, also gingen wir da hinein und genossen das schöne Ambiente mit Blick aufs Wasser.
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| Die blau bemalten Pfannen sind eine dekorative Recycling-Idee. Der zutrauliche rote Kater erinnerte uns an unseren lieben Maxwell 😻, von dem wir uns im August 2021 verabschieden mussten... |
Leider konnten wir den (im Reiseführer gelobten) Sonnenuntergang nicht mehr im Buddacafé miterleben, denn zum Abendessen mussten wir wieder in unserer Lodge sein. Doch auch von hier aus gab es einen schönen Sonnenuntergang und verschiedene andere wunderbare Himmelsblicke zu sehen.
Über Nacht zog dann ein heftiges Unwetter auf, das - wie bereits erwähnt - ziemlichen Lärm auf unserem Blechdach veranstaltete, aber zum Glück war es bis zum Morgen wieder vorbei.
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| Morgennebel in Tortuguero |
Auf dem großen Foto unten seht ihr ein Blaureiher-Paar (Egretta caerulea) mit Brutgefieder. Blaureiher sind nämlich interessante, farblich wandelbare Vögel. Wir sahen z.B. einen Jungvogel, der weiß war wie ein Silberreiher oder Kuhreiher, doch unser Guide wusste, dass es sich um einen juvenilen Blaureiher handelte. Erwachsene Vögel haben ein blau-graues Gefieder und einen langen und spitzen, blauen oder grauen Schnabel. Während der Brut färbt sich der Kopf und der Hals der Vögel purpurfarben. Außerdem wachsen dort längere Schmuckfedern, und die Beine und Füße werden schwarz.
Unten rechts seht ihr einen weiteren Blaureiher, zu dem sich eine Bauchstreifen-Erdschildkröte (Rhinoclemmys funerea) gesellt hat, unten links einen Kaiman (Caiman) bzw. dessen Kopf und Nacken.
So, ihr Lieben, das war's mal für den Anfang - beim nächsten Mal gibt's dann so richtig viele Tiere zu sehen 😊! Hoffentlich seid ihr also bei meinem 7. Kapitel: Tortuguero Nationalpark, Teil 2 auch wieder dabei!
¡Adiós & Hasta la próxima!
eure T r a u d e
Doch ❤️ LIEBE ❤️ ist ja nichts, was sich allein auf den Valentinstag oder auf andere "festgesetzte Termine" wie Muttertag, Vatertag oder Weihnachten beschränkt. Deshalb passt die Nachricht mit dem Betreff 💚 Unsere Liebe gehört dem Regenwald! 💚, die ich anlässlich des Valentinstages erhielt, auch heute noch - und auch sonst an jedem Tag.
"Die Biodiversität ist in Regenwäldern so hoch wie nirgends sonst an Land. Regenwälder spielen auch für das globale Klima eine Schlüsselrolle. Nur wenn wir sie bewahren, können wir den Wettlauf gegen das Artensterben und die Klimakrise gewinnen."
| Fotoquelle: KLICK |
In dieser Nachricht wurde angeregt, zum diesjährigen Valentinstag global zu denken, das Herz für den Regenwald zu öffnen und diesem ein Geschenk in Form einer Spende zu machen. Ich denke, in die Gesundheit der Welt zu investieren, ist immer eine gute Sache und ein sinnvolleres Geschenk als die immer gleichen Blumen oder Pralinen für die Lieblingsmenschen. (Und zur Not kann man ja BEIDES machen 😉.)
"Liebe braucht keinen Grund – und die Faszination für den Regenwald auch nicht."

































