Mittwoch, 10. Februar 2021

Ausflug in den Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel und ❤️ alles Liebe zum Valentinstag ❤️

Servus ihr Lieben!

Der 4. Februar begann stürmisch. In der Nacht verwehte eine Sturmböe das angeschraubte und mit großen Steinen beschwerte Wellplastik-Dach unseres Brennholzplatzes. Dabei entstanden scharrende Geräusche, als würde jemand Schnee schaufeln. Ich selbst schlafe seit einigen Jahren mit meinen "maßgeschneiderten" Ohrenstöpseln tief und fest, doch mein Mann, den sonst kaum etwas aus dem Schlaf reißen kann, war durch den Lärm munter geworden. Na toll! Wieder etwas, das wir reparieren oder anders lösen müssen...
 
Während wir frühstückten, sahen wir dem Schauspiel im Garten etwas betreten zu: Die hohen Gräser und Büsche, ja sogar die Birke (die eigentlich im Nachbargarten wächst, aber optisch unseren Garten abschließt), bogen sich unter heftigen Böen.
 
Keine gute Ausgangssituation für unseren geplanten Ausflug ins Burgenland. Doch der Wetterbericht kündigte für den weiteren Tagesverlauf eine Verbesserung an. Deshalb disponierten wir kuzerhand um - und brachen erst am frühen Nachmittag auf. Eine perfekte Entscheidung! Als wir losfuhren, hingen noch ein paar schwere, graue Wolken über uns, doch bald schon wurde der Himmel blauer und die Wolken immer weißer - und federleicht.
 
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Auch Rehe sahen wir während unserer Fahrt (siehe links oben und rechts unten)

Unser Ziel: Der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel:

"Der mit Ungarn grenzüberschreitende Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel wurde 1993 gegründet und hat eine Gesamtfläche von etwa 300 km², davon rund 100 km² auf österreichischem Staatsgebiet. Das Neusiedler See - Gebiet ist ein für Österreich einmaliger Naturraum. Aufgrund seiner Lage am Ostrand der Alpen und am Westrand der Kleinen ungarischen Tiefebene ist es aus historischer, aber auch aus biologischer Sicht ein Grenzraum, in dem Pflanzen- und Tierarten aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten zu finden sind. Ohne Vielfalt an Lebensräumen wäre dieser Artenreichtum nicht möglich: Mosaikartig liegen hier großflächige und verschiedenartige Feuchtgebiete, Weideflächen, Wiesengebiete, Trockenrasen, Sandsteppen und Salzstandorte nebeneinander."

(Text von HIER - klickt bitte auf den Link für weitere Informationen)

 

Diese Schilder (teilweise auf Keramikfliesen gebrannt) habe ich an unserem Zielort für Artis Schilderwald eingesammelt. Leider gab es dort außerdem noch etwas anderes einzusammeln: nämlich Müll (siehe Foto rechts oben)! Selbst in einem Nationalpark, einem einzigartigen Naturparadies, schrecken manche Leute nicht davor zurück, ihre Dosen, Coffe-to-go-Becher etc. aus dem Autofenster zu schmeißen. Da hilft es auch nichts, wenn auf dem Schild im Zusammenhang mit Littering "NO!" steht und unter "Verhaltensregeln" auf der Hompepage des Nationalparks:

"Hinterlasse keine Spuren. Dazu gehört natürlich auch, den eigenen Müll mitzunehmen und später an geeigneter Stelle zu entsorgen."

Zum Glück gab es sonst an diesem Tag aber nur noch Erfreuliches zu erleben! Wir parkten beim Nationalparkzentrum & Bildungszentrum - Illmitz. Das ist zwar zur Zeit wegen Corona geschlossen, aber der Parkplatz dort ist dennoch ein guter Ausgangspunkt für Foto-Spaziergänge.

 

Auf der einen Seite der Fahrbahn befindet sich der Nationalpark mit verschiedenen Naturbeobachtungsplätzen, auf der anderen Weingärten - und auch ein Tiergehege mit wolligen und gefiederten Viechern darin. Das gescheckte Schaf spürte offenbar, dass ich Schafe liebe. Es trabte neugierig auf mich zu, ließ sich von mir die Ohren kraulen und ein paar zarte Gräser pflücken und wäre wohl am liebsten mit uns mitspaziert, denn es begleitete mich, so weit es der Zaun zuließ.

 

Zu den rund 300 Vogelarten, die es im Seewinkel zu bebachten gibt, zählen auch die Graugänse. Sowohl auf der Nationalparkseite als auch auf den Feldern und in den Weingärten gegenüber lassen sich unzählige dieser Entenvögel  beobachten.

 

Auch wenn es so wirkt, als wären wir den Gänsen ganz nah gekommen: Edi hatte auf seine Kamera das "Monsterobjektiv" aufgeschraubt, ich hatte die Nikon mit dem 83-fach-Zoom. (Mehr über unsere Foto-Ausrüstung könnt ihr in diesem Post lesen.) Meine Kamera ist gut für sehr große Entfernungen geeignet, aber nicht so gut für bewegte Ziele. Die meisten der tollen Flugaufnahmen gelangen daher meinem Mann:

Die Region rund um den Neusiedler See ist aber nicht nur für ihren Tier-Reichtum berühmt, sondern auch für großartige Weine. (Daher die oben gezeigten Weingärten 😉...)  

Gerald Tschida, der Weinhändler unseres Vertrauens, lebt in Apetlon, also ganz in der Nähe von Illmitz, und seine Weine haben Spitzenqualität zu moderaten Preisen. Er ist natürlich froh über jeden Privatkunden, der bei ihm bestellt, da ihm wegen des Lockdowns sämtliche Einnahmen der Gastronomie weggebrochen sind. Man kann sich den Wein von ihm auch liefern lassen, aber da wir ohnehin in der Gegend waren, verbanden wir unseren Besuch im Nationalpark mit der Abholung einer Kiste Tschida-Weine - und durften bei der Gelegenheit auch einen kurzen Blick in den Weinkeller werfen:


Und außerdem gab's dort einen netten Kater, der interessiert an meinen Händen schnupperte. (Ich roch wohl noch köstlich nach Schaf 🐑...) 

 

Gut, unser Weinvorrat ist also wieder aufgestockt - trotzdem sind wir natürlich gern bei dieser Challenge dabei 😁:


Nach diesem kurzen Abstecher ging es zurück nach Illmitz. Wir hatten nämlich vor, hier noch der Sonne beim Untergehen zuzuschauen... und dabei vielleicht das eine oder andere schöne Abendlicht-Foto aufzunehmen. Diesmal parkten wir in der Nähe dieses Beobachtungsplatzes - es handelt sich dabei um Österreichs ersten rollstuhlgerechten Hochstand:

Das Licht begann sich zart zu röten.

Graugänse beim Abendspaziergang

Der Feuerball senkte sich allmählich, der Himmel nahm die faszinierendsten Schattierungen an, das Schilf bewegte sich leise im sanften Abendwind. Und wir bestaunten andächtig den Anblick, der sich uns bot: 

Die alten Brunnen und Reethütten des Burgenlands sind beliebte Fotomotive

 


Ein wunderschöner Flecken Natur ist das dort. Und den gilt es zu bewahren und zu schützen. Und dazu passt dann auch mein heutiges Zitat im Bild, das ich bei Nova verlinken werde:
Die beste Weise,
sich um die Zukunft
zu kümmern,
besteht darin,
sich sorgsam der
Gegenwart zuzuwenden.

Thich Nhat Hanh


Thich Nhat Hanh (* 11. Oktober 1926) ist ein vietnamesischer buddhistischer Mönch, zeitgenössischer Repräsentant der buddhistischen Lehre und Autor zahlreicher Bücher. Seinen weisen und wahren Ausspruch habe ich auf dieser Seite des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel entdeckt.
 
 
 
❤️❤️❤️
Be my Valentine:
Ich weiß nicht, wie ihr zum Valentinstag steht. Für mich ist der 14. Februar ein Tag wie jeder andere. Aber einem geliebten Menschen ein Stück Zukunft zu schenken, indem man sich der Gegenwart zuwendet, das geht eigentlich IMMER. Und es geht noch dazu ganz einfach: Verschenkt einen Baum - und macht damit doppelt Freude. 
 
Aber ACHTUNG: Niemand, der den Baum von euch geschenkt bekommt, benötigt einen Garten. Denn der Baum wird im realen Leben z.B. in Kenia gepflanzt oder in Kolumbien oder in Nepal. Wie funktioniert das?
 
Fotos von Treedom - KLICK

  • Einen Baum auf der Homepage von TREEDOM aussuchen: Ein Kleinbauer wird ihn in seinem Land pflanzen und sich um ihn kümmern. Dein Baum wird bei seiner Verpflanzung geolokalisiert und fotografiert.
  • Folge seiner Geschichte: Dein Baum hat seine eigene Profilseite und du erhältst Updates zu dem Projekt und den Kleinbauern vor Ort.
  • Du unterstützt lokale Kleinbauern und deren Communities: Die Früchte der Bäume gehören den Kleinbauern, die sich auf diese Weise eine alternative Einnahmequelle schaffen und zugleich die lokale Ernährungssicherheit stärken.
  • Du begrünst den Planeten: Dein Baum wird im Laufe seines Lebens CO2 binden, die Artenvielfalt stärken und die Bodenerosion verringern.

 

Hier seht ihr die Valentins-Bäume auf einen Blick:

Klick zu Treedom


Falls ihr euch fragt, ob das jetzt wirklich unbezahlte Werbung ist: Ja, ist es. Ich erzähle euch davon, einfach weil ich überzeugt davon bin, dass wir der Welt etwas Gutes tun, wenn wir Kleinbauern unterstützten, indem sie in unserem Namen Bäume pflanzen. Wir begrünen die Welt und wir leisten "Hilfe zur Selbsthilfe" für Menschen, die diese Unterstützung brauchen, um für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können. 
 
Ich habe euch in meinem Blog schon oft von Treedom erzählt - z.B. HIER. Manchmal habe ich als Gegenleistung ein Bäumchen bekommen, manchmal nicht - den Großteil der Bäumchen habe ich selbst gekauft. Ich "besitze" von Treedom schon einen ganzen virtuellen Wald, und habe auch schon viele Treedom-Bäume verschenkt.
 
Als ich die schönen Valentins-Bäume sah, fragte ich bei meiner Kontaktfrau von Treedom an, ob ich in meinem Blog davon erzählen darf. Sie schrieb, ich solle mir keinen Stress machen. Aber wenn ich gerne möchte, könne ich natürlich gerne darüber posten. Und ich könne meiner Community - also EUCH - folgendes anbieten:
Wenn ihr zwei der Valentins-Bäume bei Treedom in den Warenkorb legt und dazu den Code TRAUDE nennt, bekommt ihr (bzw. der entsprechende Kleinbauer) einen Bananenbaum dazu geschenkt.
❤️❤️❤️

Nun danke ich euch noch sehr für all eure lieben Kommentare und auch eure guten Wünsche für meine Schulter. Ich will nichts verschreien, aber eure Wünsche (und mein Training) scheinen bereits Wirkung zu zeigen - es tut schon weniger weh. (Daher gab's heute auch etwas mehr Text 😊😉)

 

Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude


Gerne verlinke ich passende Beiträge bei: 
Novas Linkups - wie Glockentürme oder T in die neue Woche,
Artis Schilderwald-Linkup, Heidis Aktion Himmelsblick
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Garden Affair - bei Jaipur Garden, 

 

 

Mittwoch, 3. Februar 2021

Fahrt mit der Salzbergbahn und Hallstatt-Museum - Salzkammergut 2020

 
Diesen Beitrag hatte ich zum Großteil schon im Dezember 2020 geschrieben und bebildert. Dann kam der Tod meiner Mutter dazwischen und es dauerte eine Weile, bis ich es schaffte, den Post fertigzustellen. Deshalb bekommt ihr die Fortsetzung meines Salzkammergut-Berichtes erst heute zu lesen...

 
Servus ihr Lieben!

🍂💒⛰️💒🍂
 
Wie ich bereits in meinem vorigen Salzkammergut-Beitrag Freie Sicht auf Hallstatt!  angekündigt habe, gibt es noch einen zweiten Teil meines Hallstatt-Berichtes. Heute wollen wir eine Zeitreise in mehreren Etappen unternehmen: Wir fahren mit der Salzbergbahn gemeinsam zum Hallstätter Hochtal und besuchen anschließend auch noch das interessante und umfangreich bestückte Hallstatt-Museum. Los geht's! 😊
 
🍂💒⛰️💒🍂
 
Immer noch 5. Tag - 10. Oktober 2020 - Hallstatt, 2. Teil:
 
Nach unserem Bummel durch den hübschen Ortskern von Hallstatt waren Edi und ich nicht ganz einig darüber, ob wir zuerst ins Museum gehen sollten (was von der Gehstrecke her praktischer und logischer gewesen wäre) oder ob wir lieber dem Wetterbericht glauben wollten, der für den späteren Nachmittag Regen ankündigte. Letztendlich gewann der Blick zum Himmel und wir beschlossen, sicherheitshalber zuerst mit der Standseilbahn auf den Salzberg zu fahren. (Für beide Aktivitäten - also sowohl Hallstatt-Museum als auch Salzwelten - gab es übrigens mit der Salzkammergut-Card Ermäßigungen.)
 
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In nur 3 Minuten gleitet man mit der Salzbergbahn in das Hallstätter Hochtal  hinauf - und unternimmt zugleich eine Zeitreise zurück in das 1. Jahrtausend v. Chr. Denn hier befindet sich auf 838 m Seehöhe das berühmte eisenzeitliche Gräberfeld aus dem Zeitraum 800 bis 400 v. Chr, das im 19. Jahrhundert vom Bergwerksbeamten Johann Georg Ramsauer entdeckt wurde. 
 
Darüber erzähle ich euch später noch ein bisschen mehr - zuerst möchte ich mit euch zusammen von der Aussichtsplattform beim Rudolfsturm einen Blick ins Tal werfen - schließlich handelt es sich dabei - laut Hinweisschild - um einen "Welterbeblick":

Im Uhrzeigersinn: Salzberg von Hallstatt aus gesehen - Schild Welterbeblick beim Rudolfsturm (alter Wehrturm) - herbstlicher 
Wein-Bewuchs am Rudolfsturm - Rudolfsturm mit Brücke - Blick auf See, Berge und Herbstwald - Schlägel und Eisen, das 
internationale Symbol für den Bergbau, im Bodenpflaster vor dem Eingang zu den Salzwelten von Hallstatt
 
 
Der freischwebende Skywalk bietet tatsächlich einen einzigartigen Ausblick auf den historischen Ortskern, den See und die Region Dachstein-Salzkammergut. Glücklicherweise habe ich schon auf dem Skywalk bei der Hohen Wand geübt, meinen Höhen-Bammel zu überwinden. (Dort geht es unter dem Metallgitter allerdings "nur" 120 Meter in die Tiefe - der Skywalk auf dem Salzberg befindet sich hingegen ganze 360 Meter über Hallstatt!)
 

 
Aber schaut mal, ich habe mich sogar "freihändig" getraut (ohne Gitterboden fällt's mir wohl auch leichter 😉) - und der Blick von der Plattform ist wirklich atemberaubend schön! 
 

 
 Aber auch der Blick übers herbstliche Hochtal vom Rudolfsturm aus ist ein Traum:
 
 
Der Rudolfsturm im "Eingangsbereich" des Hallstätter Salzberg-Hochtals geht in seiner Kernsubstanz auf einen Wehrturm aus dem Ende des 13. Jahrhunderts zurück, wurde aber im Lauf der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Vom Mittelalter bis 1954 diente er als Wohnung des jeweiligen Bergbaubetriebsleiters. Mittlerweile wird der Turm gastronomisch genutzt. 
 
 
 
Von der Bergstation der Standseilbahn nahmen wir den befestigten Waldweg in Richtung Schaubergwerk.
 

 
Entlang des Weges befinden sich zahlreiche Stelen mit Informationen über die faszinierende Geschichte dieses Ortes sowie ein Schaugrab. Außerdem finden sich hier historische Gebäude oder deren Nachbauten oder z.B. dieses Marterl (Bildstock) mit der Heiligen Barbara - Schutzpatronin der Bergleute.
 
Hallstattzeit:
Wie oben schon erwähnt, entdeckte der Bergmeister Johann Georg Ramsauer im Verlauf von Grabungsarbeiten zur Schottergewinnung im Jahr 1846 ein Gräberfeld mit Skeletten, Urnen und kostbaren Grabbeigaben am Salzberg-Hochtal. Es handelt sich dabei um eine der bedeutendsten Begräbnisstätten der Welt. Ramsauer führte erste Ausgrabungen durch - bis 1863 legte er 980 Gräber frei - und dokumentierte seine Funde sorgfältig.  
 
Diese Arbeit war ausschlaggebend für die Benennung einer ganzen Kulturepoche - denn seither wird die Eisenzeit unterteilt  in eine Hallstattzeit (Ältere Eisenzeit - ca. 800 bis 450 v. Chr) und eine Latènezeit (benannt nach dem Fundort La Tène am Neuenburgersee in der Schweiz; Jüngere Eisenzeit - ca. 450 v. Chr. bis Christi Geburt). Sowohl mit der Hallstattkultur als auch mit der Latènekultur wird die Volksgruppe der Kelten in Zusammenhang gebracht.
 
Schaugrab, Waldweg und Stelen. Manche Stelen bieten Spiegelungen.

Wenn wir schon bei Gräbern sind: Auf einer der Stelen, die den Weg säumen, ist das Bild eines mit Schrift und Malerei verzierten Totenschädels zu sehen. Dieser hat nichts mit den Funden im Hochtal zu tun, sondern mit dem Hallstätter Beinhaus: Hier werden nämlich auf weltweit einzigartige Weise seit ca. 1600 die Gebeine ganzer Generationen vollständig aufbewahrt - und zwar in speziell verzierter Form. HIER (oder im vorangegangenen Link) könnt ihr einen Blick in den Hallstätter Karner werfen - und für alle, die sich gruseln: Ich finde den Anblick der geschmückten Schädel absolut nicht schauerlich, sondern ästhetisch, künstlerisch und pietätvoll; durch die Beschriftung mit Namen und Jahreszahlen wird die Identität der Verstorbenen bewahrt.

Spuren menschlicher Tätigkeit in Hallstatt:
Zurück zum Hochtal: Bis zum heutigen Tag finden hier Ausgrabungen statt. In der ersten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausends wurden hier mehr als 2000 Menschen bestattet, davon ca 1.300 bisher museal geborgen. Viele der Skelette - Männer, Frauen und Kinder - zeigen Spuren harter körperlicher Arbeit. Das Gräberfeld Hallstatts ist ein Friedhof der Bergleute. Auch verschiedenste Gegenstände wie Trinkgefäße aus Italien, Elfenbein oder Bernstein wurde gefunden; diese lassen den Rückschlus zu, dass ein reger Tauschhandel mit der wertvollen Ware Salz stattfand. 
 
Die bislang ältesten Funde (z. B. ein jungsteinzeitlicher Schuhleistenkeil - d.i. die Klinge eines prähistorischen Werkzeugs - oder ein Hirschgeweihpickel) datieren etwa 5000 v. Chr. Man geht mittlerweile davon aus, dass im Hallstätter Hochtal seit rund 7000 Jahren Salzabbau betrieben wird. Im Zusammenhang mit diesem sind Strukturen aus der Bronzezeit, der Hallstattzeit, der Latènezeit und der Römerzeit bekannt. Anlagen aus dem Hoch- und Spätmittelalter sowie aus der Neuzeit werden auch in Schriftquellen gut belegt. Aus der Jungsteinzeit, der Völkerwanderungszeit und dem Frühmittelalter gibt es bisher nur vereinzelte Funde. 


Auch Belege einer prähistorischen Fleischindustrie wurden gefunden. Denn mit dem Salz aus dem Berg ließ sich Fleisch gut konservieren. Blockbauten wie der unten gezeigte wurden als Surbecken bzw. Pökelwannen für Schweinefleisch verwendet:

 

Später, im mittelalterlichen Bergbau (welcher 1311 erstmals urkundlich erwähnt wird), wurde das Hallstätter Salz nicht mehr in fester Form gewonnen, sondern mit Hilfe von Wasser aus dem Gebirge gelaugt. Das Produkt ist Sole. Um Sole in Salz zu verwandeln, benötig man eine Sud-Pfanne, in der das Wasser verdampft und Siedesalz gewonnen wird. Erst 1965 wurde das letzte Pfannhaus in Hallstadt geschlossen.

 

Es hätte noch weitere informative Programmpunkte gegeben - z.B. gegen Aufpreis die Möglichkeit, einen alten Stollen zu besichtigen. Doch wir hatten vor, noch einmal nach Hallstatt zu gehen um dort unsere Zeitreise fortzusetzen. Also fuhren wir mit der Salzbergbahn wieder ins Tal:

 

Dort wurden wir von einer schwarzen Katze begrüßt, die uns natürlich an unsere Nina erinnerte. Sie ließ sich freudig von uns kraulen.

 

Auch ein neugieriger Schwan gehörte zum Begrüßungskomitee. Wir hielten sicheren Abstand voneinander (daran ist man heutzutage ja bereits gewöhnt 😷), sagten freundlich "Hallo!" und gingen beide wieder unserer Wege.

 

Auf dem Weg zum Museum Hallstatt schreitet man zuerst über Zeitreise-Stufen und dann durch ein Tor der Geschichte. Hier konnten wir die Dinge, die wir auf dem Berg gesehen hatten, vertiefen und noch mehr Interessantes über 7000 Jahre Geschichte dieses Ortes erfahren.

 

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, klickt bitte auf den obigen Museums-Link. Ich zeige euch hier nur einen kleinen Auszug der Exponate:

Als wir aus dem Museum herauskamen, begann es gerade zu tröpfeln. Zum Glück schafften wir es noch halbwegs trocken bis zu unserem Wagen, dann wurde der Regen auch schon stärker. Das Timing war also mal wieder perfekt gewesen!

🍂💒💦⛰️💦💒🍂

Zum Abendessen kombinierte ich meine mitgebrachten Kleidungsstücke neu - den altbekannten roten Maxirock zum auch schon oft gesehenen grünen Langarmshirt. Das Trachten-Gilet (und auch die Schmetterlingsbrosche) kennt ihr ebenfalls - aus diesem Post von 2018 - und ihr habt das Gilet bereits früher gesehen. (Ich habe es nämlich von zartrosa auf rosarot umgefärbt. So sah es früher aus. Das machte mich dann doch zu blass.) 


Das Abendessen im Hotel Grimmingblick war wieder ein Traum - wenn ich daran zurückdenke, sabbere ich auf die Tastatur.

 

🍂💒💦⛰️💦💒🍂

Mit den sonnigen Urlaubstagen war  es ab da vorbei - dieser Urlaub hat uns also nur während der Hälfte der Tage freundliches Herbstwetter geboten, doch das war nicht so wichtig.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass wir diesen Urlaub im Herbst 2020 gemacht haben. Zu diesem Zeitpunkt war nicht abzusehen, dass die Lockdown-Zeiten zurückkehren und so lange dauern würden... Im Moment können wir nur in Gedanken verreisen - ich hoffe daher, ihr hattet ein wenig Spaß an dem virtuellen Kurzurlaub in Hallstatt!


🍂💒💦⛰️💦💒🍂

 

Ganz liebe Rostrosengrüße,
eure Traude


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Saturday's Critters bei Eileen 
Garden Affair - bei Jaipur Garden,