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Mittwoch, 23. Mai 2012

Hafenimpressionen


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Hola und Bon Dia, 
liebe Leute :o) !!!
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Habt ihr den Fußmarsch zum Desigual-Outlet in meinem letzten Barcelona-Posting
gut überstanden? ;o) - Nun, ich leider nicht ganz so gut...  :o/

Vielleicht lag es daran, dass wir - bis auf das Päuschen in der Tapas-Bar - an unserem ersten Tag in Barcelona 
fast permanent zu Fuß unterwegs gewesen waren. Ich hatte mir dazu zwar wohlweislich meine Nordic-Walking-Schuhe 
angezogen, doch irgend etwas hatte dennoch meine Fußsohlen (vor allem die rechte) schwer beleidigt.  
(Da hätte ich sooo gern Frau Hummels Schwager, den Orthopädieschuhmachermeister, dabei gehabt! ;oD 
Hatte ich aber nicht ...)

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Deshalb ruhten wir uns anschließend ein Weilchen in unserem Hotelzimmer aus. Und als wir dann beschlossen,
beim Alten Hafen (Port Vell) ein Restaurant fürs Abendessen zu suchen, schlüpfte ich lieber in meine Stiefeletten mit 
(immerhin) 7-Zentimeter-Absatz als in die flachen Sportschuhe.

Und so stöckelte ich dann an der Seite von Herrn Rostrose die Rambles hinunter bis zur Kolumbussäule 
mit den stolzen Löwen-Statuen (die ihr schon aus diesem Post kennt). 
Von dieser Stelle aus sieht man dann auch gleich das wunderschöne Gebäude der  
Hafenverwaltung:


Von hier führt eine breite Pontonbrücke (die ein Teilabschnitt der Rambles ist und  
Rambla del Mar genannt wird) 
zum Moll d'Espanya. Hier ist alles neu und modern: 
Unter anderem gibt es ein Einkaufszentrum, ein Imax-Kino und acht andere Lichtspielhäuser 
sowie das große Aquarium, das ihr schon in diesem Post gesehen habt. 
Doch dem statteten wir erst ein paar Tage später einen Besuch ab.


Wir fuhren auch nicht mit der Hafenseilbahn (Transbordador Aeri) - 
schade eigentlich, das wäre sicherlich ein toller Ausblick über die Hafenanlagen gewesen 
- aber in fünf Tagen kann man leider nicht alles machen... 
(und den schönen Rundumblick haben wir uns später auf andere Weise organisiert ;o)



Ich weiß noch genau, dass ich im Jahr 1981 am Hafen gewesen bin, aber ich kann mich nicht erinnern,
diese Seilbahn gesehen zu haben. Der Port Vell hat sich seit meinem letzten Barcelona-Besuch
enorm gewandelt - in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1992 wurde er vollkommen neu gestaltet. 
Doch der Transbordador Aeri muss schon lange vor dieser Renovierung da gewesen sein.
In den Weiten des Internets habe ich dieses tolle Foto der Hafenseilbahn 
aus dem Jahr 1966 entdeckt - klickt mal hier:


Ich muss gestehen, dass ich überhaupt nichts vom Hafen wiedererkannt habe, 
als Edi und ich im April 2012  am Ufer entlang flanierten. 
Vielleicht hat sich der Port Vell wirklich so extrem verändert, 
vielleicht war ich damals aber auch in einem völlig anderen Hafenabschnitt ...
oder mir war einfach anderes viel wichtiger, als mir das Aussehen des Hafens einzuprägen. 



Wenn Ihr Lust habt,erzähle ich euch, während wir uns auf der Uferpromenade mit ihren Palmen  
auf die Suche nach einem gemütlichen Hafenrestaurant begeben und dabei moderne Yachten und alte Segelschiffe bewundern,
wie unsere Begegnung mit Joan und Xavier im Barcelona des Jahres 1981 weiter gegangen ist:

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Wie ich neulich schon erwähnte, war es ein absoluter Glücksfall
ausgerechnet diesen beiden jungen Männern zu begegnen.
Und eine kluge Entscheidung von Gabi und mir, 
mit ihnen zu gehen und nicht in dem Schmuddel-Hotel im Rotlichtviertel zu übernachten.

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Joan und Xavier führten uns zu ihrer Studentenbude und überließen uns eines ihrer Zimmer. 
Und zwar nicht nur für eine Nacht, sondern für drei Nächte (oder waren es vier?). 
Sie vertrauten uns so sehr, dass sie uns einen Schlüssel gaben, damit wir ungehindert 
in ihrer Wohnung ein- und ausgehen konnten.
Sie fütterten uns mit ihren Vorräten durch, da sie ja inzwischen wussten, dass wir kaum Geld hatten. 
Sie zeigten uns ihre Stadt und führten uns in gemütliche Studentenlokale aus.


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Und sie akzeptierten, dass es keine Liebesgeschichte 
zwischen jemandem von ihnen und jemanden von uns geben würde...

(Was unter anderem auch damit zusammenhing, dass sowohl Gabi als auch ich zu jener Zeit bereits 
Liebesgeschichten in Wien "am Laufen" hatten. Als wir unsere Reise mehr ein Jahr zuvor geplant hatten, 
war das noch nicht der Fall gewesen. Damals hatten wir uns in die Hand versprochen, 
dass wir nach Beendigung unserer Schulzeit ein Monat lang zusammen durch Europa tingeln würden -  "wurscht, was is'" 
(= egal, ob eine von uns beiden liiert ist oder nicht, Anm. d. Übersetzerin) 
- und beide Wort gehalten :o))



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Wenn ich sage, Xavier und Joan "akzeptierten" es, bedeutet das nicht, dass sie Heilige waren.
Sie ließen uns nicht im Unklaren darüber, dass sie Interesse an uns hatten (und offenbar hatten sich 
die Burschen nach einiger Zeit darauf geeinigt, dass ich eher Xaviers Typ war, 
während Joan sich mehr für Gabi zuständig erklärte ;o))

Sie nickten und lächelten, als wir ihnen erklärten, dass daheim unsere Freunde auf uns warteten.
Ich weiß nicht, ob sie uns glaubten, aber sie taten zumindest so. 
Und machten uns unbeirrt weiter den Hof, aber auf eine sehr liebe Art und Weise, 
ohne uns zu bedrängen. 


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Auf diese liebe, charmante Weise haben sie es geschafft, zu enorm positiven Personen 
in unseren Lebensgeschichten zu werden: zu unseren Helden von Barcelona!

Ich weiß nicht, ob das ihr hauptsächliches Begehren war
(ähem, wohl kaum ;o)), aber ich finde, es ist allemal besser, 
als das Schicksal manch anderer Figuren zu teilen, die uns im Leben begegnet sind 
und die mittlerweile zu verschwommenen "Igitts" und "Ohgotts" mutiert sind 
(begleitet von einem Nachsatz a la "was für lästige Idioten" oder "was für eingebildete Affen")


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Auch uns Mädels haltet ihr besser nicht für Nonnen. (Hättet ihr wohl sowieso nicht, stimmt's ;o)
Wir genossen es durchaus, umworben zu werden.
Aber nach all dem Chaos, das wir vor unserer Ankunft in Barcelona erlebt hatten, 
wollten wir weder uns noch anderen irgend ein emotionales Zusatzchaos antun...


Ich habe vorhin erwähnt, dass ich 1981 am Hafen von Barcelona gewesen bin.
Um genau zu sein, luden uns unsere katalanischen Helden an einem der Abende 
in ein uriges Lokal am Hafen ein. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, 
wo genau sich das Lokal befand oder wie es hieß, aber ich weiß, 
dass wir dort wunderbare Paella gegessen haben - und als Vorspeise gab es winzigkleine 
frittierte Fische (Peix fregit)*, die man einfach mit Zitrone beträufelte und mit den Fingern aß. 

 * Für alle, die's interessiert: Auf einem spanischen Blog habe ich dazu dieses Foto samt Rezept  entdeckt. 


Jaaa, solche Dinge hab ich mir gemerkt - ich war wohl schon immer verfressen ;o)
Zu meiner Verteidigung kann ich anführen, dass wir jung und hungrig waren, 
da haben Nahrungsmittel eben Priorität ;o)

Ich fand diese knusprigen Fischlein seinerzeit köstlich, deshalb aßen Herr Rostrose und ich 
sie auch gleich am ersten Mittag in der Tapas Bar "Ciudad Condal" als eine der drei kleinen Speisen (siehe voriges Posting)...

Und abends verspürten wir beide Appetit auf Paella. (Herr Rostrose verbindet mit Barcelona nämlich
ebenfalls kulinarische Erinnerungen - er war als Kind mit seinen Eltern hier und 
fand diese traditionelle Reisspeise einfach unvergesslich - woran mal mal wieder erkennt, wie gut wir zusammenpassen ;o))



Am linken Ende des Port Vell, dort wo sich auch das Historische Museum befindet, 
gibt es ein feines Hafenrestaurant neben dem anderen.
Bestimmt sind sie alle wunderbar, sie locken mit schön gedeckten Tischen, edlen Weingläsern
und weiß gewandeten Kellnern, aber wir hatten keine Lust, in einem weitgehend leeren 
Touristen-Nepp-Restaurant zu sitzen, teuren Wein zu trinken und 22 Euro für Paella zu bezahlen. 

Außerdem verbanden weder Edi noch ich "noble" Erinnerungen mit diesem Reisgericht.
Und so fanden wir ein Stück weiter, ebenfalls gleich beim Hafen, gegenüber der Skulptur
Barcelona Head des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein, ...

... das einfache kleine Lokal Casa Tomasa, ... 


... in dem die Paella für 2 Personen nur 17 Euro kostete und gut schmeckte 
(aber vielleicht nicht ganz so gut wie "im Barcelona von damals" ;o)), 
dazu gab's ebenfalls gut schmeckendes San-Miguel-Bier für mich 
und stilles Mineralwasser für Herrn Rostrose, der viel weniger lasterhaft ist als ich.

Irgendwie passte das besser zu unserem Barcelona-Feeling als Wein und weiße Tischwäsche.
Außerdem bekamen wir von der netten Kellnerin gratis Sprachunterricht 
- sie schrieb uns auf unsere Bitte hin auf, 
wie man in Barcelona am besten um die Rechnung ersucht :o)
(den "Beweis" hab ich für euch oben eingescannt).

An diesem Tor und dieser Wachhütte vorbei führte unser Heimweg zum Hotel

Ja, ihr Lieben, so sah (im Großen und Ganzen) unser Ankunftstag in Barcelona aus, 
der hauptsächlich der Erkundung der näheren Umgebung unseres Hotels gegolten hatte. 
Vielen Dank für euer bisheriges Interesse und für eure so herzerwärmenden, tollen, witzigen, 
spannenden, aufmunternden Kommentare!!! Ihr macht mir so viel Freude damit!!!

Am nächsten Tag unternahmen Edi und ich einen Ausflug, der uns ein Stück weiter weg führte -
an einen Ort, den ich im Jahr 1981 kennengelernt und niemals vergessen habe
(obwohl er gar nichts mit Essen zu tun hat)...

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt beim nächsten Kapitel meines Reiseberichtes
"Jetzt gibt's A GAUDI!" ;o) 
(und ich hoffe, das Übersetzungsprogramm macht da jetzt nicht "a fun" draus ;o))


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Ganz herzliche Küschelbüschel an euch alle und bis bald,
eure Traude 

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