Servus ihr Lieben!
Ganz herzlichen Dank für eure tollen Kommentare zu meinem Rückblick auf den Juni und Juli des Sommers 2023. Heute beginne ich damit, die versprochenen genaueren Schilderungen "abzuarbeiten" 😉😊.
Seit ein paar Jahren nützen wir für viele unserer Ausflüge die Niederösterreich-Card (= NÖ-Card). Diese Karte kostet für Erwachsene aktuell einen Jahresbeitrag von 65 Euro und bietet freien Eintritt zu rund 350 Ausflugszielen in Niederösterreich und Umgebung.
Am 29. Juni besuchten wir mit der NÖ-Card die Römische Siedlung Carnuntum und die Tiere im Schlosspark von Schloss Hof.
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| Das Römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan in den Jahren 115–117 (Grafik von HIER) |
Ein schweres Erdbeben im 4. Jahrhundert sowie die Auswirkungen der Völkerwanderung führten schließlich zum Niedergang der Stadt. Im Jahr 433 n.Chr. wurde die Provinz Pannonien an die Hunnen übergeben. Die großflächigen Zerstörungen setzten jedoch erst im
16. Jahrhundert ein. Die Mauern der Ruinen wurden fast vollständig abgetragen, da sie die Bauern bei der Feldarbeit behinderten und das Baumaterial andernorts benötigt wurde; es fanden sich sogar im Mauerwerk des
Stephansdoms in Wien Steine aus Carnuntum! (Mehr zum Thema HIER und HIER)

Das sogenannte HAUS DES LUCIUS war das erste, das in Carnuntum mit den
Methoden der experimentellen Archäologie am Originalstandort
wiedererrichtet wurde. Den Namen erhielt das Haus aufgrund einer Inschrift, die vor Ort gefunden wurde und auf einen
Lucius Maticeius Clemens hinweist. Der solide Aufbau des Hauses, die Küche mit Herd, ein Wohnraum mit Fußbodenheizung und ein Geschäftsraum lassen Rückschlüsse auf den Wohlstand der Bewohner zu. Mehr darüber HIER.
Im Domus Quarta wurde das einzige in Carnuntum erhaltene Fußbodenmosaik entdeckt. Mehr darüber HIER. Auch die bemalten Wände hier und in den anderen Häusern wurden nach Zusammensetzung von Bruchstücken rekonstruiert.
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| Ich seh rot |
Besonders beeindruckend fanden wir die aufwendig rekonstruierte RÖMISCHE THERME - sie ist nun die weltweit einzige voll funktionsfähige römische Therme, die am Originalstandort in antiker Bautechnik errichtet wurde und durchgängig mit der römischen Fußbodenheizung beheizt wird. (Mehr darüber HIER)
Das Gebäude zwischen der Therme und der "Villa Urbana" wird nach neuesten Untersuchungen als HERBERGE interpretiert. (Ein wichtiger Faktor bei Herbergen in großen Ansiedlungen war die unmittelbare Nähe zu einer Gaststätte - thermopolium - und einem Bad samt Latrine, und beides ist hier vorhanden.)
Aus unerfindlichen Gründen haben wir es geschafft, an der VILLA URBANA vorbeizulaufen bzw. sie zu übersehen, obwohl diese zu den sehenswertesten Gebäuden der Siedlung zählt. (Mehr darüber HIER.) Dieses Stadtpalais bietet immerhin einen Saal mit einer steinernen Halbkuppel und einer prächtigen Wandmalerei. Allerdings werden hier derzeit noch genauere archäologische Untersuchungen durchgeführt, da sich der gesamte Villenkomplex vermutlich bis zur Stützmauer der Straße erstreckte.
Ein guter Grund also, um im Lauf der nächsten Jahre wieder nach
Carnuntum zu fahren - und dort auch noch weitere Sehenswürdigkeiten
außerhalb des "Stadtviertels" zu besuchen (z.B. das Amphitheater oder
das sogenannte Heidentor) - oder z.B. an einem Fest der Spätantike teilzunehmen.
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| Altertümer unter sich 😉 |
Im Ein- bzw. Ausgangsbereich zum Römischen Stadtviertel von Carnuntum gibt es eine Ausstellung zu militärischen Themen und zu den Bestattungsmodalitäten im Römischen Reich: Da es verboten war, die Toten innerhalb einer Stadt zu beerdigen, entstanden ausgedehnte Grabbezirke entlang der Ausfallstraßen. Die Einwohner der Stadt hatten auf diese Weise die Gelegenheit, ihren verstobenen Angehörigen nah zu sein und zugleich den Vorüberziehenden die mehr oder weniger prunkvollen Grabstätten zu präsentieren.
In der Umgebung von Carnuntum wurden zahlreiche gut erhaltene Grabsteine entdeckt. Interessant fanden wir die rekonstruierten Inschriften. Sehr häufig gab es da übrigens ausnehmend liebevolle Worte, die Haussklaven betrafen. In der Inschrift unten wurde z.B. Primigenia betrauert, die "Sklavin des Caius Petronius", die mit zwanzig Jahren verstorben war. Es würde mich interessieren, ob diese Wortlaute Zeugnisse eines tatsächlich freundschaftlich-liebevollen Verhältnisses zu den Sklaven bedeutete, ob es sich hier eventuell auch um "Lustsklaven" handelte oder ob mit den salbungsvollen Zeilen nur der Status und die vorgebliche Güte des "Besitzers" hervorgehoben werden sollte... (Vielleicht "sowohl - als auch"...) Aber das wird sich wohl nicht mehr eruieren lassen.
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Unsere Getränke - Edis "Obi aufg'spritzt " (= Apfelsaftschorle) und mein "Radler" (= Bier mit Limonade) - sind für Elizabeth' T Stands For Tuesday 🍹🍵🍺🍷🍸 |
De bepflanzten Bereiche des Schlossgartens sind ebenfalls einen Blick wert:
Theoretisch kann man mit einer Pferdekutsche durch die Anlage fahren, doch wir gingen lieber zu Fuß. Wir hatten keinen Plan, sondern marschierten einfach drauflos. Unter anderem leben hier Lipizzaner (die weißen Pferde der Spanischen Hofreitschule in Wien) - eines davon kam neugierig aus seinem Unterschlupf heraus und ließ sich von mir streicheln.
Wir sahen hier nicht nur Schafe, sondern auch Schäfchen-Wolken 😉🐑 und Kamele. In einem Gehege werden Walachenschafe, Lamas und Alpakas gemeinsam gehalten. Links oben seht ihr die zweihöckrigen Trampeltiere, links unten Shetlandponys.
Die weißen Esel in der folgenden Collage sind etwas ganz Besonderes. Es handelt sich um Österreichisch-Ungarische Barockesel - eine sehr seltene Eselrasse, die sich durch ein weißgelbes Fell *) und hellblaue Augen auzszeichnet.
Der Ursprung der Rasse geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals galten weiße Tiere als Glücksbringer, während dunkle Tiere mit dem Tod gleichgesetzt wurden **). Einer der weißen Esel war besonders zutraulich und mochte unsere Streicheleinheiten offenbar so sehr, dass er uns bis zur Grenze des Geheges "verfolgte". Die dunklen Hausesel (unten links) waren hingegen viel mehr an ihrem Heu interessiert als an uns.
Werfen wir einen Blick in das Gehege der Ungarischen Zackelschafe (Ovis aries strepsiceros Hungaricus). Sie tragen interessante schraubenförmige Hörner und zählen zu den alten Ungarischen Schafrassen.
Im Hintergrund (aufrecht stehend wie die entzückenden afrikanischen Erdmännchen, aber nicht mit ihnen verwandt) seht ihr Tiere, die einem hier quasi "auf Schritt und Tritt" begegnen: Europäische Ziesel (Spermophilus citellus) - eine etwa 18 bis 23 Zentimeter kleine Gattung der Erdhörnchen (Xerinae).
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| Das schöne grüne Tor für Novas T in die neue Woche gehört zu einem Lokal namens ZUM WEISSEN PFAU. |
Hoffentlich hattet ihr Freude an unserem virtuellen Ausflug! Nun wünsche ich euch weiterhin schöne August-Tage und eine angenehme Zeit!























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