HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022.
In meinem vorigen Costa-Rica-Reiseberichtskapitel entführte ich euch in den Nationalpark Manuel Antonio. Am 18. Tag fuhren wir zunächst per Kleinbus und dann per Boot unserer nächsten und zugleich vorletzten Reiseetappe entgegen.
Drei Nächte auf der Halbinsel Osa / Nationalpark Corcovado:
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| Grafik von HIER |
In Sierpe warteten wir auf den Transfer zu unserem Hotel in der Bahía Drake (Drake Bay).
Diese kleine Bucht - benannt nach Sir Francis Drake - liegt auf der Nordseite der Osa-Halbinsel, weit abseits der ausgetretenen Pfade. Um Drake Bay mit einem Auto zu erreichen (was nur während der Trockenzeit möglich ist), wären viele Kilometer unbefestigter Straßen und mehrere Flussüberquerungen erforderlich, denn Brücken gibt es hier keine. Bis vor Kurzem war Bahía Drake ausschließlich auf dem Seeweg erreichbar. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass dieses Gebiet noch so ursprünglich und von weitgehend unberührter Natur geprägt ist.
Von Sierpe aus ging es also mit dem Boot weiter. Ein Mitglied der Crew hatte eine Liste; wer aufgerufen wurde, durfte an Bord gehen. Leider wurden unsere Namen erst relativ spät aufgerufen, weshalb wir keine guten Sitzplätze bekamen: In der Mitte des Bootes und auch nicht nebeneinander. Nun gut, wir halten es schon aus, eine Stunde oder zwei voneinander getrennt zu sitzen 😅 - aber als Fotografen hätten wir uns natürlich Plätze neben dem Fenster gewünscht.
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| Einige der Passagiere ließen sich durch Lärm, unbequeme Plätze und Tempo nicht von einem kleinen Nickerchen abhalten 😁. Über unserem Boot kreisten Prachtfregattvögel (Fregata magnificens). Da in unseren Reiseunterlagen nichts von "Schuhe ausziehen" stand, gingen wir davon aus, dass es bei unserer Lodge einen Landesteg geben würde - aber das war leider ein Irrtum. Also mussten wir uns ziemlich schnell für eine Wasserlandung bereit machen. Ich holte mir dabei eine nasse Hose 💦, aber zum Glück blieb unser Gepäck trocken. An Land stand ein Mitarbeiter unserer Lodge bereit, der uns abholte und uns über den Strand zum Hotel begleitete. (Unsere Reisetaschen mussten wir nicht schleppen, die wurden mit einem Fahrzeug transportiert.) Auf dem Weg dorthin galt es auch noch einen Fluss zu durchwaten (der zum Glück nicht allzu tief oder breit war) - das war quasi schon ein "Teil des Abenteuers" 😅. |
An einem der Tage erblickte ich kurz einen Vogel, der dem gemalten ähnlich sah - allerdings war sein Schwarzanteil höher als der Rotanteil. Es war also eher ein schwarz-roter Vogel 😉. Ich wollte ihn fotografieren, hatte jedoch nur das Smartphone griffbereit und fertigte anstelle eines Fotos irrtümlich ein kurzes Video an. Vielleicht erkennt ja jemand von den Vogelexperten unter euch, um welche Art es sich handelt? Ich würde mich über zielführende Hinweise sehr freuen!
Anne Seltmann gab mir den Tipp, dass es sich um einen Ramphocelus costaricensis (Cherrietangare) handeln könnte - und ich bin mir ziemlich sicher, sie hat recht! DANKE liebe Anne! Der Vogel zählt also zur Familie der Tangaren (Thraupidae).
Im Pirate Cove Hotel hatten wir Vollpension, und mein Mann und ich stimmen überein, dass das Essen in dieser Unterkunft besonders köstlich und innovativ war. Wir fanden es auch sehr nett, dass die Chefin mit allen Gästen ein Weilchen plauderte; außerdem förderte sie es, dass das Essen an den großen Tischen zusammen mit anderen Gästen genossen wird. Dadurch entstand eine entspannte, familiäre Atmosphäre und wir kamen leicht ins Gespräch mit Reisenden aus der Schweiz *), Deutschland, USA und Frankreich.
*) Schweizer Urlauber waren im Pirate Cove Hotel definitiv am stärksten vertreten. Costa Rica ist generell ein Reiseland, in dem man viele Schweizer antrifft - und man sagt auch gerne, Costa Rica sei die Schweiz Zentralamerikas - und dann liegt ja auch noch die Leitung der Lodge in schweizerisch-costa-ricanischer Hand.
Auf der Isla del Caño gab es ebenfalls Einsiedlerkrebse zu sehen - zwar kleinere Exemplare, aber dafür in großer Zahl! Die unbewohnte Insel ist seit 1978 ein biologisches Reservat; zur Überwachung befindet sich hier eine permanente Rangerstation.
Man kann hier zur Toilette gehen und einen Aussichtspunkt in 123 m Seehöhe besuchen; von dort hat man einen guten Blick auf den Regenwald, den Strand und das blaue Meer. Als wir wieder zum Strand hinuntergingen, erhob sich von den Felsen gerade ein Pelikan und ich konnte ein Foto von ihm erhaschen. (Vermutlich ein Braunpelikan - Pelecanus occidentalis). Dann ging es wieder aufs Boot und zurück zu unserer Lodge, wo uns bereits ein Mittagessen erwartete. Am Nachmittag hatten wir Zeit zum Ausruhen, Schwimmen im Pool und für einen unserer Spaziergänge.
Zwei verschiedene Greifvögel gibt es in der nächsten Collage zu sehen - der hellere sieht am ehesten einem Busardo Caminero ähnlich (Wegebussard – Roadside Hawk), der schwarze ist meiner Meinung nach ein Krabbenbussard (Buteogallus anthracinus). Der beige-weiße Hund hat hier eine Flirtpartnerin gefunden. Die kleine Baumechse zählt möglicherweise zu den Saumfingerechsen (Anolis). Ein Panama-Kapuzineraffe (Cebus imitator) überquerte eine Fahrbahn, indem er von einem Baum zum anderen hüpfte. (Ja, es gibt tatsächlich eine [rumpelige] Straße hinter dem Hotel. Sie ist zugleich der Fußweg ins Dorf. Ab und zu wird sie von Autos befahren, zumeist von Motorrädern.) Und abermals ein Swainson-Tukan (Ramphastos swainsonii).
Diesmal seht ihr eine Panama-Kapuzineraffen-Mama mit ihrem Kind auf dem Rücken. Auch sie bewältigte übrigens den Sprung über die Fahrbahn, trotz ihrer süßen Last. Außerdem seht ihr noch einmal den Krabbenbussard. Den Schmetterling und den kleinen braunen Vogel konnte ich leider nicht identifizieren. Das waren nicht alle Tiere, die wir bei unseren Spaziergängen sahen, aber alle, von denen wir halbwegs brauchbare Fotos schafften..
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| Der kleine Vogel unten links ist ein Braunrücken-Ameisenvogel (Polocrania exsul) |
Leider war mein Mann an diesem Tag extrem übellaunig - und er ließ seine Laune an mir aus *). Vielleicht lag es daran, dass der Ausflug so früh am Morgen begonnen hatte, vielleicht weil er sich bei einer Flussüberquerung eine nasse Hose geholt hatte, oder es hatte damit zu tun, dass wir eine gefühlte Ewigkeit durch matschige Pfade bergauf wanderten - und die einzigen Tiere, die wir sahen, waren einige wenige (schwer zu fotografierende) Vögel, winzige Echsen und Insekten? Und natürlich war ich "schuld" daran, dass wir in diesem Teil Costa Ricas gelandet waren - denn die Fahrt in den Nationalpark Corcovado hatte ich mir gewünscht. (Tja, Eduard Rostrose - ich habe dir gesagt, dass ich der ganzen Welt in meinem Blog davon erzählen werde - du siehst, ich habe es getan! 😎)
*) Falls Edi etwas anderes behauptet, glaubt ihm kein Wort! Die anderen Mitglieder unseres kleinen ökotouristischen Wandergrüppchens mieden ihn nach einiger Zeit und sprachen nur mit mir, allerdings schienen sie mich auch wegen meiner schlechten Partnerwahl zu bemitleiden. Er bemerkte es nicht einmal.) Z.B. stapfte er mir auf die Hacken, weil er unbedingt vor mir gehen wollte, und statt sich zu entschuldigen, blökte er mich an. Ich weiß nicht, was er sich davon versprach - die anderen waren auch nicht schneller als ich.
An den meisten Tagen mag ich meinen Mann. Dieser Tag war keiner davon. Ich hätte gern gesehen, wie er sich vor einem wütenden Pekari auf einen stacheligen Baum rettet. Ich erzähle euch das unter anderem deshalb, weil wir uns hier nicht auf einem "Heile-Welt-Hochglanz-Blog" befinden. Ich war an diesem Tag wirklich böse auf Herrn Rostrose. (Aber bis zum Abend sprach ich wieder mit ihm - zumindest das Notwendigste 😉 - und am nächsten Tag vertrugen wir uns wieder.)
Ich erzähle euch das außerdem, weil ich von dieser Wanderung zunächst ebenfalls enttäuscht war (allerdings ohne meine Gefühle an anderen auszulassen): Von wegen 5 % aller tierischen Arten auf diesem Planeten - und wir sahen gerade mal zerwühlten Matsch, hörten weit entfernte Affen brüllen und rochen Pferdeduft von unsichtbaren Tapiren! Mein Mann hatte meiner Enttäuschung dann eben noch die Krone aufgesetzt ...
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| Bei den knöchernen Gebilden oben links handelt es sich um die Gebeine eines gestrandeten Wals. Der schwarze Vogel auf dem 3. Foto von links ist wohl wieder ein Krabbenbussard (Buteogallus anthracinus). |
Dabei hätte er bloß etwas Geduld benötigt. Denn sobald wir in die Nähe des Strandes zurückkehrten, bekamen wir noch so einiges geboten.
Zwar gab es auch da keine Tapire zu sehen, doch in einem Mandelbaum ließen sich zwei wunderschöne Hellrote Aras oder Scharlacharas (Ara macao) nieder. Diese Vögel zählen zu den größten Papageien der Welt; üblicherweise leben sie in Gruppen von etwa 20 Tieren. Sie sind monogam und bleiben ein Leben lang zusammen. Mit ihren starken Schnäbeln können sie die harten Mandelschalen gut knacken. Sie stoßen laute Schreie aus, die wie "Ara, Ara" klingen - daher wohl der lateinische und deutsche Name. Zuvor hatten wir bei unserer Lodge schon Scharlacharas gehört bzw. vorbeifliegen gesehen, aber kein Foto zustande gebracht.
Auch wenn die Chance auf Ara-Sichtungen in Corcovado nicht schlecht sind, gibt es keine Garantie. HIER könnt ihr die nette Geschichte eines Ökourlaubers in Costa Rica lesen, der sich auf die (zuletzt schon etwas verzweifelte) Suche nach Hellroten Aras begab.
Zudem gab es eine weitere erfreuliche Sichtung: Ihr erinnert euch vielleicht, in meinem Beitrag über den Nationalpark Rincón de la Vieja erzählte ich euch über unsere erste Begegnung mit einem Kleinen Ameisenbären oder Nördlichen Tamandua (Tamandua mexicana). Dort mussten wir uns jedoch die Hälse verbiegen, denn das Tierchen blieb oben auf seinem Baum. Hier in Corcovado bereitete mir der Ameisenbär die Freude, vom Baum herunter zu klettern - und direkt auf mich zuzukommen! So gelang mir (kurz bevor er wieder abdrehte, um unter Laub und Ästen nach Ameisen und Termiten zu suchen) dieses süße Frontal-Foto 🥰:
Die Fledermäuse in der folgenden Collage hätten wir ohne die Hilfe unseres Guides niemals entdeckt - und auch nicht fotografieren können. Sie waren ziemlich klein und gut versteckt und die Fotos gelangen Edi nur mit dem bewährten Trick, also unter Einsatz von Josés Fernrohr und dem Smartphone. Ich kann euch leider nicht verraten, um welche der zahlreichen Fledermausarten es sich handelt:
"In Costa Rica und Panama leben rund 110 verschiedene Arten von Fledermäusen. Die Vielzahl der Fledermausarten ist besonders auf der Halbinsel Osa an der Pazifikküste von Costa Rica zu beobachten. Hier leben um die 55 verschiedenen Arten von Fledermäusen auf engstem Raum." Zitat von HIER.
Was die Affen in der folgenden Collage betrifft - auch diese hat Edi mit dem Fernrohr-Smartphone-Trick fotografiert. Wir hofften ursprünglich, es würde sich um Mantelbrüllaffen handeln. Aber bei näherer Betrachtung sind es wohl doch "nur" Geoffroy-Klammeraffen, wie wir sie z.B. auch schon in Tortuguero gesehen hatten. (Sowohl Klammeraffen als auch Brüllaffen zählen übrigens zu den Klammerschwanzaffen.)
Ich freue mich dennoch, dass es so schöne, nahe Fotos von ihnen gibt. Mit meiner Kamera hatte ich trotz des großes Zooms nicht viel erreicht...
Über unsere Rückreise von der Halbinsel Osa nach San José kann ich euch auch noch einiges erzählen bzw. ein Video zeigen - aber das werde ich erst im nächsten Kapitel machen.
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Für heute habe ich noch ein kleines "Special" zum Abschluss, denn am kommenden Dienstag feiert Elizabeth mit ihrem Linkup T Stands For Tuesday ihren zehnten Jahrestag - und aus diesem Grund sollen wir ein Foto posten, das sich auf ein Getränk bezieht - und das zugleich die Zahl 10 enthält!
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