... der März ist da - und er ist sogar schon ein paar Tage alt! Und ich habe den gesamten Februar hindurch nur Berichte von unserer Costa-Rica-Reise gepostet. Vielen Dank für euer großes Interesse daran, ich freue mich sehr über all eure wunderbaren Kommentare 💙! (Ja, dieses Land ist schon atemberaubend, stimmt 💚!) Aber jetzt ist es höchste Zeit, dass ich euch auch mal wieder zeige, was sich so während der vergangenen paar Wochen bei uns in "Rostrosenhausen" getan hat.
Winterbilder und Pfotenabdrücke:
Fangen wir mit ein paar Winterbildern aus dem Garten an, die Anfang Februar entstanden sind. Seht ihr unten die Katzenspuren im Schnee? Die schöne Maine-Coon-Katze, die uns nach dem Tod unserer Katze Nina
zu trösten begann, ist inzwischen fast täglich bei uns zu Gast. Sie
lebt ein paar Häuser von uns entfernt und hat unseren Garten (und unser
Haus) zu einem Teil ihres Reviers erkoren. Wir wissen auch schon, wie
sie heißt, denn vor einiger Zeit traf ich ihre Besitzer und erzählte
ihnen, dass ihre Katze öfter mal bei uns zu Besuch ist. Bei der Gelegenheit erfragte ich ihren Namen.
Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-, Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]
Katzen- und Enkelbesuch:
Darf ich
vorstellen - die wuschelige Mieze, die ihr unten seht, heißt Samia. Das kommt aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie die Erhabene oder Prinzessin, im Indischen heißt es die Unvergleichbare und ich finde, das alles passt sehr gut zu ihr.
Auch unseren (mittlerweile 15 Monate alten) Enkelsohn Jamie hat unsere Besuchskatze schon kennengelernt, siehe Foto rechts unten. Und da Samia selbst aus einem Haushalt mit kleinen Kindern kommt, hat sie keine Scheu vor ihm. Jamie wiederum lebt mit drei Katzen zusammen und hat ebenfalls keine Scheu vor Samia. Er lernt auch bereits, dass "auf die Katze klopfen" nicht dasselbe ist wie streicheln 😻😉.
Auf einem der anderen Jamie-Fotos seht ihr ihn bei einem Ritt auf dem alten Holz-Schaukelpferd, das uns meine Tante Sigrun für Jamie mitgegeben hat und auf dem schon mehrere Kindergenerationen unserer Familie geritten sind. Und ihr seht meinen Enkel auf dem Spielplatz. Dort setzt er sich bevorzugt in den Kies, lässt die Steinchen durch seine kleinen Hände rieseln und sagt dazu "Huiiiii, huiiiiiiiiiii, huiiiiiiii!" (Beim Schaukeln sagt er das übrigens auch 😍.) Er kann aber auch schon sehr gut ohne Hilfe herumlaufen.
Katzen- und Hundestreicheln:
In der unteren Collage zeige ich euch, wie zutraulich Samia bei uns schon ist. Und ihr seht mich außerdem mit zwei weiteren Tieren:
Der süße Berner Sennenhund heißt Luiz und gehört Freunden meines Bruders und meiner Schwägerin. Luiz wird auch Chi-Chi genannt (ich weiß leider nicht, wie man das wirklich schreibt, ausgesprochen wird es Tschi-Tschi) und er ist oft bei meinem Bruder zu Gast, wenn seine Besitzer auf Reisen sind oder irgendwelche länger andauernden Verpflichtungen haben. Darüber freut sich nicht nur Luiz, sondern auch Kira, die Labradordame meines Bruders, die ihr auf dem Foto unten in der Mitte seht, und die mit Chi-Chi befreundet ist.
Für alle, die gerne Outfit-Fotos sehen, zeige ich hier noch einmal genauer, was ich bei unserem Treffen mit meinem Bruder und seiner Familie trug: mal wieder Kleid-über-Hose aus lauter schrank-geshoppten Teilen. Cardigan und Gilet habe ich vor einigen Jahren in unterschiedlichen Second-Hand-Läden gekauft, das ornamental gemusterte Des*gual-Kleid und die Cordhose "wohnen" auch schon lange bei mir. Für Traude-Begriffe ist dieses Outfit recht "un-bunt", aber manchmal mag ich solche "dezenteren" Kombination aus mehreren Brauntönen an mir recht gerne .
Vorfrühlingsluft schnuppern:
Als die obigen Schneefotos entstanden sind, laborierten Edi und ich noch an dem grippalen Infekt, der sich vor allem bei Edi mit einem so schlimmen Husten auswirkte, dass wir Ende Jänner unseren Skiurlaub vorzeitig beenden mussten.
Der Februar war also nicht
gerade unser fittester Monat. Aber nach und nach trieb es mich wieder raus in die Natur - mal mit den Walkingstöcken (wo ich nur das Handy zum Fotografieren dabei hatte), mal mit der größeren Kamera. Hier ein kleiner Februar-Outdoor-Querschnitt:
An manchen Februar-Tagen war die Luft schon erfüllt von frühlingshaftem Vogelgezwitscher. Fotografieren konnte ich vor allem Kohlmeisen und Spatzen, gesehen habe ich auch ein Rotkehlchen und einen (mutmaßlichen) Buchfinken, außerdem einen sehr schnellen Buntspecht.
Der Turmfalke, der über mir kreiste, war hoffentlich auf
Mäusejagd und nicht darauf aus, einen der (selteneren) Singvögel zu
verspeisen. Unten rechts seht ihr im Geäst eine Türkentaube (Streptopelia decaocto) sitzen.
Zitat im Bild:
Wenn wir schon bei Vogel-Bildern sind: Ich habe aus zwei Fotos von Amerikanischen Schlangenhalsvögeln (Anhinga Anhinga), die ich auch in meinem vorigen Costa-Rica-Posting verwendet habe, einen Beitrag für Novas Zitat im Bild (ZiB) gebastelt. Der verdrehte Hals von Frau Anhinga verlockte mich förmlich dazu, den folgenden Spruch zu verwenden:
Wenn ein Mann einer Frau den Kopf verdreht, bedeutet das nicht unbedingt, dass sie auf ihn fliegt.(Volksmund)
Hier
paaren sich gleich zwei umgangssprachliche Redensarten, daher bin ich
mir nicht sicher, ob mein ZiB von Nicht-Deutschsprachigen
verstanden wird. Hier also noch eine kurze Erklärung:
"jemandem den Kopf verdrehen" bedeutet: jemanden in sich verliebt machen.
"auf jemanden fliegen" bedeutet: von jemanden sehr begeistert sein.
Es
gibt dazu auch einen alten Witz, in dem ein Mann selbstbewußt behauptet,
dass er jeder Frau den Kopf verdreht - und sein Gegenüber antwortet "Das
geht mir genauso. Wenn ich hinschaue, schauen sie weg."
Vorfrühlingslook in Hellgrün und Schwarz:
Beim linken der unteren Outfit-Fotos hat mir wohl auch jemand ein bisschen den Kopf verdreht 😉, aber so gekonnt wie beim weiblichen Schlangenhalsvogel sieht das bei mir nicht aus. Und ob ich mit meinem Look jemanden den Kopf in positiver Hinsicht verdrehen kann, weiß ich nicht. Denn auch hier sind alle Bestandteile schon lange in meinem Fundus:
Der gefütterte schwarze Samtrock mit der indischen Druckbordüre am Saum ist schon etwa 20 Jahre alt, der frühlingshaft-hellgrüne Pullover wärmt an kälteren Februartagen (und natürlich nicht nur an diesen) gut mit einem Kaschmir-Seide-Gemisch, das Spitzentop darüber verleiht der Sache zusätzlichen Pepp und lässt Vorfreude auf wärmere Tage aufkommen.
Sportliches:
"Kopf verdrehen" ist zwar keine Sportart, aber Edi und ich betreiben auch Nackengymnastik, und die beinhaltet unter anderem Nicken, Dehnen und den Kopf nach links und rechts drehen.
Abgesehen von diesen täglichen morgendlichen Übungen versuchen wir auch durch anderes Training möglichst lange beweglich zu bleiben. Ein paar Jahre lang trainierte ich bei Mrs. Sp*rty. Seit Beginn der Pandemie bin ich allerdings in kein Sportstudio mehr gegangen, sondern habe zu Hause geturnt. Mein lieber Mann trainierte während des Lockdowns ebenfalls zu Hause, danach kehrte er wieder in die testosteronlastige Kraftkammer zurück, bei der er davor schon Mitglied gewesen war.
Das hat sich nun geändert, seit Mitte Februar besuchen Edi und ich gemeinsam mindestens zweimal pro Woche ein schönes Sportstudio. Bis jetzt waren wir siebenmal dort und freuen uns, dass wir die Schlappheit, die sich durch den grippalen Infekt in uns breit machen wollte, nun wieder losgeworden sind.
An den Wänden dort hängen verschiedenste Motivationstafeln, unter anderem diese - fotografiert für Artis Schilderwald. (Übersetzung: Small steps are better than no steps / Giving up is not an option)
Aktivitäten in der Bloggerwelt:
Einen nicht so günstigen Nebeneffekt hat das intensivere Training allerdings: Ich habe dadurch wieder ein bisschen weniger Zeit zum Bloggen... (Ich hoffe, ihr seid nicht traurig, wenn es immer ein Weilchen dauert, bis meine Kommentare kommen! Sorry!) Aber ich habe weiterhin viel Spaß daran - und ich bin gerne bei den verschiedenen Blogger-Aktionen dabei, die für mich auch immer Inspiration bedeuten. Oben habt ihr schon ein paar Beteiligungen gesehen, aber es gibt noch mehr. So z.B. Nicoles Friday Face OFF, bei dem es darum geht, Gesichter zu zeigen - menschliche, tierische, gemalte, geformte, fotografierte - egal...
Weiter oben habt ihr schon die digital veränderte Collage mit den Schlangenhalsvögeln gesehen, hier kommt nun eine weitere digitale Spielerei mit Fotos von mir selbst:
Durch die Farbwahl passen diese Fotos auch gut zum Thema von Rains Thursday Art Date: Warm Colours (Reds, Oranges, Yellows).
In der nächsten Woche sind dann kühle Farben beim Thursday Art Date dran. Das folgende Des*gual-Outfit deckt mit seiner Regenbogen-Buntheit die gesamte Palette ab:
Bei meinem "Fisch-Häferl" (eine meiner geliebten BOPLA!-Sammeltassen) spiegelt sich ebenfalls eine ziemliche Bandbreite von kühlen und warmen Farben wider. Mit diesem Frühstückskaffee bin ich beim Linkup T Stands For Tuesday🍷🥤🍻🥂🍹🥛 dabei. Außerdem gratuliere ich damit allen meinen LeserInnen, die im Sternzeichen der Fische geboren sind - wie übrigens auch meine Tochter Jana 💙💚💙- ganz herzlich zum Geburtstag! Und die Himmelsfotos sind für Heidis Galeria Himmelsblick.
Das folgende schrank-geshoppte Outfit hingegen zeigt ausschließlich warme Farben. Wer schon länger bei mir liest, kennt die gezeigten Kleidungsstücke alle seit einer Weile. Das Gilet ist übrigens selbst gefärbt:
All meine Collagen sind natürlich auch immer ein Ticket zu Heidruns Mosaic Monday. Und mit der folgenden Collage beteilige ich mich außerdem an Samis Monday Mural. Denn sie sammelt Wandmalereien aus aller Welt. Die beiden Fotos stammen vom Heumarkt / Marokkanergasse in Wien und wurden von meiner Freundin Brigitte aufgenommen. Die Hausbemalung stammt vom Calle Libre Street Art Festival 2022. Und die lustigen Pinguine waren offenbar einmal für eine Österreich-Werbung unterwegs, jedenfalls habe ich die Information DIESER Seite entnommen.
Klimt-Ausstellung im Belvedere:
Diese beiden oben gezeigten Fotos entstanden an einem Tag, als wir mal wieder mit unseren Freunden Brigitte und Peter als "Wien-Touristen" in unserer Hauptstadt unterwegs waren. Unsere hauptsächlichen Ziele waren diesmal das Schloss Belvedere und die dortige Ausstellung Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse ...(Ausstellungsdauer: 3. Februar 2023 - 29. Mai 2023).
Im Schlossgarten entdeckten wir einen unübersehbaren Hinweis auf das Jubiläum, das es hier in diesem Jahr zu feiern gibt: 300 Jahre Belvedere.
Der Stil von Gustav Klimt fasziniert mich schon seit meiner Jugend, und als junge Frau malte ich Bilder, die von ihm inspiriert waren, mit viel Gold und Jugendstil-Ornamenten. Leider kam mein Talent nicht annähernd an seines heran (oder es lag vielleicht auch nur daran, dass ich keine entsprechende Ausbildung hatte, wer weiß?).
Ich hätte jedenfalls gerne so fotografisch genau malen können, wie Klimt es in seinen relativ jungen Jahren getan hat - ihr seht ein solches Bild in der folgenden Collage unten links, das Frauenbildnis, das um 1893 entstand. Die gemalte Haut der Frau im schwarzen Kleid sieht so zart, rosig und echt aus, es ist einfach umwerfend. Als er bewiesen hatte, dass er das kann, wandte er sich anderen Stilrichtungen zu und gilt als einer der großen Erneuerer der Kunstwelt seiner Zeit.
Auch ein herausragender Maler wie er kam nicht ohne Inspiration durch andere Künstler aus. Und um genau dieses Thema rankt sich die aktuelle Ausstellung. Ich kann bestätigen, was uns einer der Mitarbeiter des Museums gesagt hat: Es gibt selten die Möglichkeit, so viele großartige Gemälde dieser Epoche an einem einzigen Ort zu sehen.
Ausstellungstext:
Wer inspirierte Gustav Klimt, den großen Meister der Wiener Moderne? Wie gut war ihm Vincent van Gogh bekannt? Sah er jemals ein Bild von Henri Matisse? Die gemeinsame Ausstellung des Belvedere Wien und des Van Gogh Museum in Amsterdam verfolgt die Spuren zurück zu Klimts künstlerischen Wegbereiterinnen und -begleitern. Sie zeigt Werke von Klimt, van Gogh, Matisse und vielen anderen in eindrucksvollen Gegenüberstellungen.
Besonders gefreut hat es mich übrigens, dass sich Klimt auch von Frauen inspirieren ließ - und damit meine ich nicht nur, von seinen "Musen", sondern auch von weiblichen Künstlerinnen. Das war in der damaligen Zeit alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Die Schottin Margaret MacDonald Mackintosh war eine dieser inspirierenden Künstlerinnen. (Ihr seht nicht nur in der Collage unten ihre bestickten Tafeln mit engelsgleichen Gestalten, sondern auch oben rechts den Ausschnitt ihres Werkes Juni-Rosen.)
Weil beim Ticket für diese Ausstellung noch der Besuch zweier weiterer Ausstellungsräumlichkeiten inkludiert war, sahen wir uns im Anschluss außerdem die Ausstellung zum 300jährigen Jubiläum und eine mittelalterliche Sammlung an, allerdings nur eher oberflächlich. Denn allmählich ließ das Aufnahmevermögen nach - und hungrig waren wir auch schon.
Zum Glück war es Peter gelungen, noch einen Platz im (immer sehr gut besuchten) Salm-Bräu reservieren zu können, das sich unmittelbar neben dem Unteren Belvedere befindet. Dort gönnten wir uns ein Mittagsmenü und ein Bier aus der hauseigenen Brauerei - ein sehr feiner Abschluss unseres gemeinsamen Wien-Ausflugs.
Danach ging es wieder durch den Schlossgarten zurück in Richtung Hauptbahnhof, denn sowohl unsere Freunde als auch wir waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist.
Maxirock mit Poncho:
Nun habe ich noch ein allerletztes Februar-Outfit in warmen Farben für euch. Auch die hier miteinander gemixten Teile kennt ihr alle schon seit ein paar Jahren aus meinem Blog, aber ich glaube, noch nicht in dieser Kombination. Den Poncho trug ich übrigens in diesem Winter auch immer wieder zu Hause, da die Heizung zum Sparen von Stromkosten etwas heruntergedreht war.
Nun freue ich mich jedoch schon sehr auf etwas wärmere Tage und auf den Beginn meiner liebsten Jahreszeit, in der das große Blühen und Zwitschern losgeht. Und wie geht es euch (rund um den Globus) - freut ihr euch ebenfalls auf die kommende Jahreszeit?
Fotos: Herr und Frau Rostrose sowie unsere Freundin Brigitte
HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022.
¡Hola und nochmals Willkommen
im Tortuguero Nationalpark!
🌴🌿🌴
Ein herzliches Dankeschön für eure lieben Kommentare zum ersten Teil meines Tortuguero-Berichts. Weiter geht's - es ist immer noch ...
... Tag 5 Donnerstag 24. Nov 2022:
Wie ich euch neulich erzählte, unternahmen wir an diesem Tag gleich zwei Bootsausflüge in den Kanälen des Nationalparks. Der erste startete bereits um 5.30 Uhr 🥱😴
Ursprünglich hatten wir diesen Ausflug nicht gebucht, weil wir keine Frühaufsteher sind. Doch unser netter Guide Carlos schenkte uns die Tour als Entschuldigung für seine Verspätung am Abholungstag. Und weil wir mittlerweile festgestellt hatten, dass uns das frühe Aufstehen Dank unseres Jetlags ohnehin recht leicht fiel, nahmen wir das Geschenk dankbar an. Wir stärkten uns zuvor mit einem aus Österreich mitgebrachten Müsliriegel (denn wir wissen, dass wir ohne Frühstück unausstehlich sind 😉), und wir schafften es sogar, vor der Abfahrt noch einem der Kellner, die im Frühstücksraum alles vorbereiteten, einen Kaffee abzuluchsen.
☕🥳💪
Der
zweite Ausflug fand dann nach dem "richtigen" Frühstück ab ca. 8.30 Uhr
statt. Beide Ausflüge dauerten je ca. 2 Stunden.
Bei der ersten Tour sahen wir mehr Vögel, bei der zweiten mehr Echsen,
und wir sahen auch Faultiere und Affen (von denen wir jedoch keine
brauchbaren Fotos zustande brachten, da sie zu versteckt
bzw. zu bewegt und zu weit weg waren). Ich zeige euch die
Fotos der beiden Ausflüge hier nicht in fortlaufender Reihenfolge,
sondern so, wie es für mich beim Zusammenfügen der Collagen am besten
passte.
Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-, Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]
Oben links: juveniler Blaureiher(Egretta caerulea), noch weiß mit blauem Schnabel und gelben Beinen, Mitte: wohl wieder einer aus der Familie der Tyrannen (Tyrannidae) auf der Spitze eines Baumstumpfes, rechts: juveniler Blaureiher, schon weitgehend verfärbt. Großes Foto: links erwachsener Blaureiher, rechts Silberreiher (Ardea alba) hintereinander im Wasser watend
Wir waren rundum glücklich mit beiden Ausflügen. Edi sagte noch während der ersten Tour: "Ich habe jetzt schon mehr Tiere gesehen, als ich mir vom gesamten Urlaub erwartet habe!" *)
*) Wenn wir auf den Cost Rica Urlaub zurückblicken, stellen wir fest, dass wir in keiner anderen Region so viele Tiere gesehen haben wie in Tortuguero. Dennoch war es gut, dass wir auch die anderen Regionen nicht ausgelassen haben - denn dort sahen wir teilweise ganz andere Tiere und außerdem Natur, die sich von der an der Karibikküse stark unterschied. Aber falls ihr bei einer Costa-Rica-Reise nur wenig Zeit habt und vor allem darauf aus seid, viele Vögel und Reptilien zu sehen, dann ist Tortuguero ein heißer Tipp! HIER noch ein paar wissenswerte Infos über die Region.
🦎🌴🐢🌴🦎
Ich will versuchen, euch die besten unserer Tierfotos zu zeigen und
nach Möglichkeit auch dazuschreiben, um welche Tiere es sich handelt. Nicht überall bin ich mir zu 100 % sicher, denn der Bootsführer
("Käptn"), der die meisten Tiere trotz ihrer guten Tarnung mit seinem Scharfblick entdeckte, sprach hauptsächlich spanisch, unser Guide
Carlos sprach Englisch und Spanisch, beides sind nicht unsere
Muttersprachen, weshalb wir vor allem bei "Spezial-Themen" wie Tiernamen nicht firm sind. Und wir waren natürlich auch abgelenkt von der Vielzahl
an neuen und fesselnden Eindrücken.
Hier nur ein Beispiel: Wir fuhren an ein Gebüsch heran; unser "Käptn" zeigte ins Grüne und sagte leise: "Basilisco". Es dauerte eine Weile, bis wir das grüne Tier im grünen Umfeld entdeckten. In der Zwischenzeit hatte Carlos etwas erklärt, auf das ich mich aber nicht hatte konzentrieren können, weil ich den "Basilisco" suchte bzw. zu fotografieren versuchte (Ergebnis: siehe untere Collage, großes Foto Mitte). Erst nachträglich - im Internet - fand ich die Informationen über dieses interessante Tier:
Der Stirnlappenbasilisk oder Federbuschbasilisk(Basiliscus plumifrons) gehört zur Unterordnung der Leguanartigen. Sie leben vorwiegend auf Bäumen in Wassernähe und sind sehr gute Schwimmer und Taucher. Außerdem sind sie mit ihren verbreiterten Zehen in der Lage, über Wasser zu laufen. Diese Fähigkeit hat dem Tier den Spitznamen Jesus-Christus-Echse eingebracht 😀. (Sie laufen dann zumeist zweibeinig auf ihren Hinterbeinen, und zwar ziemlich schnell. Leider hat sich uns dieses "Schauspiel" in natura nicht geboten. Andererseits: Gut für den "Basilisco", denn die Echsen wenden diese Strategie vor allem an, wenn sie sich bedroht fühlen und zu flüchten versuchen.) Übrigens können auch Streifenbasilisken (siehe obere Collage) übers Wasser rennen. Ihr könnt HIER ein kurzes, aber sehr anschauliches BBC-Video sehen.
Außerdem seht ihr (in U-Form): eine Dohlengrackel (Quiscalus mexicanus), einen Krabbenreiher (Nyctanassa violacea), einenglücklichen Edi(Beatus Eduardus), einen habichtartigen Greifvogel, aber welchen ???, malerischen Uferbewuchs, daneben vermutlich einen dösenden Kahnschnabel, eine glückliche Traude (Felix Domina Nobilis) und einen Amerikanischen Schlangenhalsvogel♂ (Anhinga anhinga)
Untere Collage: Das Ruderboot war nicht wie unser Boot, aber es sah in der urwaldigen Umgebung idyllisch aus (wenngleich etwas überfüllt 😉):
Unten Mitte: Krokodilkaiman oder Nördlicher Brillenkaiman (Caiman crocodilus)
Wie bereits erwähnt, wollten wir diese Ausflüge keineswegs mit Kanus
unternehmen - und zwar nicht nur wegen der Krokodile, sondern auch, weil wir
dann hätten paddeln müssen. Edi und ich brauchten aber freie Hände, um
fotografieren zu können.
Oben rechts und großes Foto: Zwei Grüne Leguane ♂ (Iguana iguana) - sind sie nicht herrliche Muskelpakete?
Also waren wir mit einem kleinen Motorboot unterwegs. Außer uns waren noch ca. 8 bis 10 andere Frühaufsteher an Bord. Das Boot hatte offenbar sowohl einen Benzinmotor
als auch einen Elektromotor - denn auf dem Weg zu den geschützten
Wasserwegen des Nationaparks fuhren wir mit hörbarem Motor, als wir uns jedoch im Schutzgebiet bewegten, waren wir ganz leise unterwegs.
Ich habe ein kleines Video bei YouTube hochgeladen. Es zeigt unser lautloses Gleiten durch einen der schmalen Seitenarme des Tortuguero Flusses. Dreht bitte für die "Urwaldgeräusche" den Ton auf - was ihr da "zwitschern" hört, sind größtenteils keine Vögel, sondern Affen (vermutlich Geoffroy-Klammeraffen - ich habe euch diese Affen im vorigen Posting gezeigt - KLICK):
Immer wieder fuhren wir in solche Seitenarme hinein, dann wieder in breitere Kanal-Abschnitte. Hier wie dort gab es Interessantes zu sehen - Tiere, Pflanzen, Spiegelungen, sogar einen schönen Regenbogen.
Der kleine braune Reiher, den ihr sowohl in der oberen als auch in der unteren Collage seht, ist ein Grünreiher(Butorides virescens) - er heißt so, weil Rücken und Flügel grünlich schillern. Er wendet bei seiner Jagd eine sehr clevere Technik an: Er verwendeteinen Köder, wirft ihn aufs Wasser und wartet darauf, dass Fische danach schnappen. In der oberen Collage seht ihr rechts außerdem noch einen Südamerikanischen Fischotter (Lontra longicaudis) - er ist in Süd- und Mittelamerika verbreitet - und in der unteren Reihe abermals den Krabbenreiher (Nyctanassa violacea), der etwas schläfrig wirkte.
Bei der unteren Collage seht ihr links und rechts vom Reiher wieder zwei männliche Grüne Leguane.
Trotz des Namens variiert die Färbung dieser Leguane von grün über braun-grau bis hin zu leuchtendem Orange (wobei die Weibchen zumeist stärker grün gefärbt sind und die Männchen eher bräunlich). Die Farbunterschiede sind vermutlich nahrungsabhängig. (Sie ernähren sich fast ausschließlich vegetarisch, von Blättern, Blüten und Früchten.) Der Iguana iguana ist der imposanteste Vertreter aller Leguanartigen in ganz Mittel- & Südamerika und wird - von Kopf bis Schwanzspitze gemessen - bis zu 2 Meter lang. Der Rückenkamm zieht sich vom Kopf bis zum Schwanz, wobei die Rückenstacheln der weiblichen Tiere deutlich kürzer sind. Das Männchen besitzt auch noch einen
großen „Kehlsack“ (die sogenannte Kehlwamme) und große Schuppenplatten an
den Backen.
Unten im Uhrzeigersinn: Amerikanischer Schlangenhalsvogel, Stirnlappenbasilisk, Blaureiher, Kahnschnabel(Cochlearius cochlearius - ein Nachtreiher; sein ungewöhnlich breiter Schnabel hat die Funktion eines Schöpfschnabels), der kleine Tyrann*) daneben scheint jetzt aber wirklich ein Schwefelmaskentyrann (Pitangus sulphuratus) zu sein (stimmt das, liebe Vogelkenner?), und ganz links unten nochmals der Kahnschnabel.
*) Übrigens: Die Bezeichnung Tyrannen (Tyrannidae) verdanken diese Vögel, die der Familie der Sperlingsvögel angehören, ihrer Aggressivität gegenüber Eindringlingen in das eigene Revier, sogar gegenüber Greifvögeln. (Ich finde das eher wehrhaft oder mutig als tyrannisch, aber bitte. Mich hat ja bei der Namensgebung mal wieder niemand gefragt 😉.) Gelegentlich werden sie auch Neuweltfliegenschnäpper genannt, was mit ihrer Vorliebe für Insektennahrung zusammenhängt.
Außer einer interessanten Spiegelung seht ihr unten links einen weiblichen Amerikanischen Schlangenhalsvogel (zu erkennen an der hellbraunen Färbung von Hals und Kopf - und schaut mal, wie sie ihren Hals spiralig verdreht!) und rechts ein juveniles Gelbstirn-Blatthühnchen (Jacana spinosa). Dieser kleine Vogel schwimmt nur ungern und watet häufig durch das Flachwasser. Er läuft mit seinen langen Zehen über Wasserpflanzen, um Insekten oder Schnecken zu fangen.
Unten seht ihr - neben einem weiteren Foto des Blaureiherpaares und einer Taube (Rotrückentaube ? - Patagioenas cayennensis) - ein seltsames "Gespann": einen kleinen Krokodilkaiman und eine Bauchstreifen-Erdschildkröte (Rhinoclemmys funerea). Diese braucht sich vor dem Mini-Kroko nicht zu fürchten, denn junge Kaimane ernähren sich hauptsächlich von Insekten und Schnecken; zum Nahrungsspektrum erwachsener Exemplare zählen außerdem noch Krebstiere und Fische.
Und so sind Kaiman und Schildkröte offenbar eine Zweckgemeinschaft auf einem im Wasser liegenden Baumstamm eingegangen - oder wer weiß, vielleicht sind die beiden sogar Freunde?
„Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.“ (Ralph Waldo Emerson) - Zitat von HIER
Unten seht ihr einen Schlangenhalsvogel in einer typischen Körperhaltung - auf diese Weise trocknen die Anhingas ihr Gefieder. Der Vogel daneben ist ein Nacktkehlreiher (Tigrisoma mexicanum), der sich bei einer Bootsanlegestelle herumtrieb, um dort nach Fischen, Krebstieren oder Fröschen zu suchen. Darunter und auch links vermutlich wieder ein Schwefelmasken- oder sonstiger Tyrann, und ganz unten gibt's dann noch zwei verschiedene Blaureiher zu sehen, die auf ins Wasser hängenden Ästen nach Beute Ausschau hielten. (Ich glaube, Blaureiher und Grüne Leguane waren die Tiere, die wir bei unseren beiden Tortuguero-Ausflügen am häufigsten sahen.)
Auf dem großen Foto unten ist abermals ein wohl noch recht junger Krokodilkaiman mit einer tollen Spiegelung zu sehen und auf dem kleinen mittigen Foto ein Kaiman-Nest, in dem sich mehrere Jungtiere tummelten. Der "Käptn" und Carlos sahen sechs Kaiman-Babies, ich (nach sehr langer Suche) nur drei. Übrigens sind Kaimane - ebenso wie andere Krokodilarten - überraschend zärtlich und beschützend im Umgang mit ihrem Nachwuchs:
Weibliche Brillenkaimane bauen für gewöhnlich Hügelnester am schlammigen Rand von langsam fließenden Gewässern; hier legen sie etwa 30 Eier und bewachen das Gelege während der ca. dreimonatigen Brutzeit; gegen Feinde verteidigen sie es energisch. Sobald die Jungen geschlüpft sind, trägt ihre Mutter sie vorsichtig zwischen den Zähnen zum Wasser – die Beißkraft wird durch empfindliche Nerven an den Zahnwurzeln reguliert.
Unten links wieder eine Bauchstreifen-Erdschildkröte, unten rechts ein Ibis - laut Google Lens ist es ein Grünibis oder auch Cayenneibis (Mesembrinibis cayennensis)
Allmählich neigte sich auch unser zweiter Ausflug dem Ende zu; wir kamen wieder in bewohntes Gebiet. Doch auch hier leben überall Tiere - das große Krokodil *) (rechts unten) sahen wir z.B. ganz in der Nähe des Hauses, aus dem die Mutter mit ihrem Kleinkind einen interessierten Blick auf die bunte Touristenschar in ihren Booten warf. Was seht ihr sonst noch in der unteren Collage? Eine Bauchstreifen-Erdschildkröte, einen Grünreiher, einen weiblichen Grünen Leguan und einen Rabengeier (Coragyps atratus).
*) Zu den Krokodilen in Costa Rica habe ich HIER und HIER noch interessante Links. Sie gelten übrigens als nicht-aggressiv (es sei denn, man kommt ihnen oder ihren Nestern zu nahe).
Hier konnten wir auch noch ein spannendes (aber leider schwer zu fotografierendes) Schauspiel beobachten - einen Fregattvogel (Fregata), der sich aus dem Wasser Beute schnappte!*) (Siehe folgende Collage Foto 1, 5, 6 und 7 - offenbar ein männliches Tier, denn auf Foto Nr. 5 erkennt man seinen roten Kehlsack, und weibliche Fregattvögel lassen sich an der weißen Unterseite identifizieren.)
*) Leider war von unserer Position aus nicht zu erkennen, um welche Beute es sich handelte. Fregattvögel sind jedenfalls recht eigenwillige Tiere, was ihre Nahrungsbeschaffung betrifft: Interessant ist z.B., dass diese Vögel beim Jagen die Berührung mit dem Wasser nach Möglichkeit vermeiden - wasserscheue Seevögel 🧐🤨??? Bevorzugte Beute sind daher Fliegende Fische oder Fische und Kopffüßer, die so oberflächennah schwimmen, dass es nicht nötig ist, mehr als den Schnabel oder den Kopf einzutauchen. Auch Eier und Jungvögel anderer Seevögel werden meistens aus der Luft erbeutet. Außerdem überfallen Fregattvögel andere Vögel, um ihnen ihre Beute abzujagen (Kleptoparasitismus). Diese Angriffe brachten ihnen ihren Namen ein, da sie mit den Überfällen der Fregatten von Piraten verglichen wurden.
Diese markanten Vögel kreisten immer wieder weit oben in der Luft über uns und erinnerten dabei ein bisschen an Flugsaurier. Leider gelang es uns nie, solch einen Vogel aus der Nähe zu fotografieren.
Welch großes Glück wir gehabt hatten, dass unsere Ausflüge an DIESEM Tag stattgefunden hatten, stellten wir erst am nächsten Morgen fest. Denn da waren ebenfalls einige Gäste der Lodge zu einem Ausflug aufgebrochen - doch während sie sich mit dem Boot mittendrin im Nationalpark befanden, erwischte sie ein Regenguss, der so stark war, dass niemand mehr einen trockenen Faden am Leib hatte... Diese Tour war also längst nicht so ein großes Vergnügen wie unsere...
💦🌧️💦🌧️💦
Auch nach unserer Rückkehr zur Lodge gab es noch einiges Tierisches zu sehen. Einer der anderen Gäste dort - ein Vogel-Beobachter aus England, mit dem wir uns zuvor schon über seine Kamera-Ausrüstung und andere Reiseziele unterhalten hatten - erzählte mir begeistert von einem Baum voller Früchte, in dem gerade viele Vögel zugange waren: Tukane, Papageien, ... Ich holte meine Kamera und startete los. Leider war der Mann zu diesem Zeitpunkt schon wieder mit einem ganz anderen Ziel unterwegs, deshalb kann ich nicht alle Vögel 100 %ig bestimmen, die ich in besagtem Baum entdeckt habe.
Die beiden Tukan-Arten kann ich aber weitgehend zuordnen [großes Foto: Fischertukan oder Regenbogentukan (Ramphastos sulfuratus), unten rechts: Goldkehltukan (Ramphastos ambiguus) oder vielleicht doch ein Swainson-Tukan (Ramphastos swainsonii)?].
Bei den grünen Papageienvögeln daneben bräuchte ich eure Hilfe: Sind das Olivenkehlsittiche (Eupsittula nana)? Die kommen allerdings in der (angeblich vollständigen) Wikipedia-Liste aller Vögel Costa Ricas gar nicht vor. (Aber es heißt, dass sie in Mittelamerika anzutreffen sind.) Links unten seht ihr einen Montezumastirnvogel (Psarocolius montezuma).
Tja, und dann gibt es rechts oben noch den kleinen Vogel auf dem Kabel [Arkansaskönigstyrann (Tyrannus verticalis)?] und den Vogel darunter mit dem gelblichen Bauch, der auf dem stark aufgehellten Foto allerdings gelber aussieht als in Wirklichkeit [Gilbdrossel (Turdus grayi)?], bei denen ich mir absolut nicht sicher bin. Auch hier würde ich mich über zielführende Hinweise von Vogelkennern freuen!
🌴🐢🌴
Nun fragt ihr euch vielleicht, warum ich euch noch nicht ans Meer mitgenommen habe, wo wir uns doch auf der Karibikseite Costa Ricas befinden. Nun, vielleicht hat es damit zu tun, dass der Tortuguero-Strand dennoch kein klassischer "Karibik-Traumstrand" ist...
Es gab hier jedoch ebenfalls einiges zu entdecken. Beispielsweise ein Mosaik-Schild mit der Aufschrift: "Don't Swim in the Ocean". Das hat mehrere Gründe - einerseits sind hier die Strömungen und der Wellengang gefährlich, andererseits gibt es Haie - und außerdem gehört der Strand den Meeresschildkröten 🐢🐢🐢. Denn wie ich euch bereits in Teil 1 berichtet habe, befindet sich hier für die Grüne Meeresschildkröte*) (Chelonia mydas) und zwei weitere Meeresschildkrötenarten (Karettschildkröte und Lederschildkröte)das wichtigste Gebiet der Eiablagein der westlichen Karibik.
*) Ein weiterer deutscher Name dieses armen Tieres lautet Suppenschildkröte (= soup turtle) - und das erklärt wohl auch (zumindest zum Teil), weshalb es zu den gefährdeten Arten zählt. Seit
1988 steht diese Schildkröte zwar durch das Washingtoner
Artenschutzabkommen unter internationalem Schutz und Schildkrötensuppe
ist seitdem nicht mehr legal erhältlich, doch in Asien und der Karibik
wird die Grüne Meeresschildkröte heutzutage immer noch als Delikatesse
angesehen und ihre Eier als potenzfördernd 😤😡. Dazu kommt noch der Verlust von Lebensräumen und Brutplätzen, manche der Tiere kommen als "Beifang" bei der Fischerei ums Leben und manche durch Plastik, das im Meer treibt und worin sie sich verheddern oder das sie fressen. Umso wichtiger sind Schutzgebiete wie der Tortuguero Nationalpark!
Ende November, als unser Besuch stattfand, war die Zeit der Eiablage bereits vorbei, die findet nämlich zwischen Juli und Mitte Oktober
statt.
In diesem Zeitraum bieten auch alle Lodges nächtliche
Beobachtungstouren an. Auf die Frage, ob Schildkröten-Beobachtung eher schadet oder nützt, antworten Experten: Es ist wichtig, dass bestimmte Regeln beachtet werden: kein Blitzlicht, kein Lichtstrahl von vorne und man darf sich nur dann nähern, wenn die Schildkröte bereits Eier legt. (Vorher ist sie sehr scheu und könnte vertrieben werden.) Wenn all das eingehalten wird, ist es eine gute Sache, denn die Einheimischen können auf diese Weise Geld verdienen, ohne die Schildkröten oder deren Eier zu verkaufen bzw. zu verspeisen und für die Touristen kann es ein lebensveränderndes Erlebnis sein. Diese Art von Motivation, so die Experten weiter, sei wichtig, um die großen Verhaltensänderungen der Menschen zu schaffen, die nötig sind, um der Welt noch eine Chance zu geben.
Nach etwa zwei bis drei Monaten schlüpfen die Jungen und machen sich auf ihren beschwerlichen, gefährlichen Weg in Richtung Meer.
Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren auch die meisten der kleinen
Schildkröten schon geschlüpft - aber noch nicht alle... Wir erfuhren,
dass es tatsächlich noch ein paar Nachzügler gab!
Leider wissen das auch die Geier - und nicht nur die! Schlüpflinge haben eine Vielzahl an Fressfeinden, außer Vögeln auch noch Krabben, Säugetiere und dann auch noch verschiedenste Fleischfresser im Meer. Oben seht ihr Truthahngeier (Cathartes aura) kreisen... und wir waren uns ziemlich sicher, worauf sie es abgesehen hatten:
Diese kleine, frisch geschlüpfte Meeresschildkröte war aber gut bewacht und wurde kein Raub der Geier. Tierschützer und ein paar Touristen hatten bereits das Nest beobachtet und waren von Anfang an dabei, als der Winzling sich aus dem Ei kämpfte und in Richtung Meer aufmachte. Edi und ich stießen kurze Zeit später dazu, da hatte das kleine Tierchen bereits das erste Drittel des Weges geschafft.
Zuerst versuchten wir zu fotografieren - bei den früh-abendlichen Lichtverhältnissen (ohne Blitzlicht, um nicht zu stören) und einer sehr schnell dahinkrabbelnden Schildkröte ein schwieriges Unterfangen, aber zwei verwackelte Fotos zeige ich euch in der unteren Collage dennoch. Auf dem rechten Foto seht ihr Hindernisse, die der Baby-Schildkröte im Weg lagen - Treibholz aller Art, das wir ihr am liebsten aus dem Weg geräumt hätten. Aber man darf den Tieren nicht auf diese Weise helfen, jedenfalls nicht in Tortuguero *). Sie müssen ihren Weg allein finden - man darf nur Fressfeinde fernhalten. Oh Mann, war das aufregend!
*) Ich habe auch schon Fotos von anderen Brutregionen gesehen, wo die Schildkröten zum Meer getragen und dort "in die Freiheit entlassen" wurden. Möglicherweise fehlt ihnen dann aber die Kraft, die sie bei ihrem ersten Weg aufbauen? Kleine "Kämpfer" leben vielleicht länger, wer weiß...
Zum Glück kam Edi schließlich auf die Idee, das obige Video anzufertigen.
Das funktionierte bei den Lichtverhältnissen besser. Leider kann man darauf nicht mehr erkennen, dass unser kleiner
Schützling das Meer erreicht hat. Aber ich kann euch versichern:
Geschafft! Ich war sehr erleichtert, dass "unsere" Schildkröte gut im großen Karibischen Ozean angekommen ist. Oben in der Mitte seht ihr einige bereits verlassene Schildkröten-Nester.
Diese
Babyschildkröte ist gut im
Meer angekommen! Und sie wurde von vielen, vielen guten Wünschen
begleitet. Auf dass "sie" ein langes, gutes Schildkrötenleben führt und
(sofern "sie" weiblich ist) in etwa zwanzig Jahren selbst wieder auf
diesen Strand kommt, um viele Eier in den Sand zu legen. Oder dass "er" der Stammvater einer starken neuen Schildkrötengeneration wird.
Die Truthahngeier und der Krabbenbussard (Buteogallus anthracinus) waren "not amused", dass wir das "Abendessen" vor ihnen beschützt hatten.
Vermutlich ist euch aufgefallen, dass es außer Vögeln in der obigen Collage noch etwas anderes zu sehen gibt - und zwar eine Faultiermutter mit ihrem Baby 💚. Diese beiden Tiere gab es ebenfalls am Strand von Tortuguero zu entdecken - allerdings hätten wir die beiden ohne Hilfe niemals gefunden. Sie waren so gut (und sehr weit oben) in einer Kokospalme versteckt, die Lichtverhältnisse waren schlecht und ohne den Hinweis durch einen ortsansässigen Guide hätten wir nichts von den beiden bemerkt.
Himmelsblicke am Karibikstrand
In unserer Hotelanlage, derLaguna Lodge, gibt es auch einen Bereich, der sich "Frosch-Garten" nennt. Warum das so ist, zeigte uns Carlos nach Einbruch der Dunkelheit. Auf und unter zahlreichen Pflanzen in der Nähe eines kleinen Teiches verstecken sich Frösche. Von zwei der nachtaktivenRotaugenlaubfrösche (Agalychnis callidryas) kann ich euch hier die Fotos zeigen:
Nun möchte ich euch noch ein Schild zeigen, das ich für Artis Schilderwald am Karibikstrand fotografiert habe. Auf dem Schild wird darauf hingewiesen, welche Auswirkungen die globale Erwärmung auf
Schildkrötenpopulationen hat. Denn die Strandtemperatur während des Ausbrütens bedingt die Entwicklung der
Geschlechter: Während bei 28 °C nur Männchen schlüpfen, schlüpfen bei
32 °C nur Weibchen. Bei den nunmehr steigenden Temperaturen werden also mehr
weibliche als männliche Schildkröten geboren, was sich fatal auf künftige Populationen auswirken kann. Es ist daher - neben vielen anderen Schutzmaßnahmen - wichtig, für eine gut beschattende Strandvegetation zu sorgen bzw. diese wieder herzustellen, damit die Nester zumindest auf diese Weise etwas kühler gehalten werden. HIER, HIER und HIER könnt ihr weitere interessante Artikel zum Thema Meeresschildkröten und Klimawandel lesen.
Außerdem zeige ich euch noch ein paar Bilder, die ich wegen anderer Linkups angefügt habe: Das Foto vom Frühstück inklusive Kaffee und Fruchtsaft entstand schon bei unserer Hinreise zum Tortuguero Nationalpark - es ist mein Ticket zum Linkup T Stands For Tuesday🍷🥤🍻🥂🍹🥛
Und die tierischen Wandmalereien habe ich in San José fotografiert. Sie sind mein Ticket zu Samis Monday Mural.
Das war's auch schon mit unserem abenteuerlichen Aufenthalt im
Tortuguero Nationalpark. Ich hoffe, ihr hattet ähnlich viel Freude an
unseren tierischen Begegnungen wie wir.
Fotos (wenn nicht anders angegeben): Herr und Frau Rostrose
Meeresschildkröten sind nicht nur interessant zu beobachten, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag
für die Natur und die Gesundheit der Meere: Die
Eierschalen der frisch geschlüpften Schildkröten dienen als Bodendünger – und Grüne
Meeresschildkröten weiden in Seegraswiesen und halten so eine der
wichtigsten CO2-Senken der Erde gesund!
Sechs von sieben Meeresschildkröten-Arten gelten als gefährdet bzw. stark gefährdet. Doch sie haben noch eine Chance, wenn wir für sie zu einem zusätzlichen Schutzpanzer werden: Bereits mehr als 600.000 Menschen haben die Petition unterschrieben, 30% der Ozeane unter Schutz zu stellen. Um der UN in den Verhandlungen gegen die großen Konzerne den Rücken zu stärken, zählt jede Stimme. Unterzeichnet bitte daher auch ihr die Petition für weltweite Meeresschutzgebiete - HIER! 🐢