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Samstag, 16. Februar 2013

USA - 12. Tag: Flagstaff / Sedona / Oak Creek Canyon

Howdy & Hi, ihr Lieben!
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Heute legt ihr euch zur Lektüre meines Reiseberichtes am besten Born to be wild 
oder (Get Your Kicks on) Route 66  auf.  (Klickediklick auf die Links, und ab geht die Post ;o))

Die Ortschaft Flagstaff, in der wir die Nacht vom 4. auf den 5. November 2012 verbringen,
ist die größte Stadt Zentralarizonas und eine der am höchsten gelegenen Städte der USA. Sie
lebt vor allem von ihrer Nähe zum Grand Canyon, dem Red Rock Country bei Sedona 
und ihrer Lage an der legendären
Route 66


Schilderwald an der Route 66


Vor allem in der Historic Downtown von Flagstaff kann man die Geschichte der Universitätsstadt
noch nachvollziehen: Im frühen 19. Jahrhundert waren es in erster Linie Goldsucher, die in den
die Stadt umgebenden Bergen ihr Glück machen wollten. (Heutzutage wird in diesen Bergen 
stattdessen Wintersport getrieben :o))

Die hier ansässigen Indianer leisteten den Pionieren 
massiven Widerstand, doch in den 1870er-Jahren fand hier die erste Besiedlung durch weiße
Farmer und Viehzüchter statt, und 1882 erreichte die Eisenbahn den Ort. Die im Tudorstil
erbaute Railroad-Station, das Bahnarbeiter-Denkmal und die den Pionieren gewidmete Uhr
erinnern noch an diese Zeit. Manche andere Gebäude wie z.B. das historische Weatherford-
Hotel erinnern hingegen an die Blütezeit der Route 66.



Schade, dass wir hier keine der typischen alten Tankstellen mehr vorfanden... Aber es gibt noch welche (klick)
 

Auch wir fahren ein Stück auf dieser berühmten Strecke, um zum Oak Creek Canyon 
zu gelangen, in dem einst wegen seiner landschaftlichen Schönheit zahlreiche Wildwestfilme 
gedreht wurden. Dort wollen wir uns unbedingt den
ansehen, da er uns von der jungen Frau aus Sedona (die wir bei unserem Ausflug in den
 Antelope Canyon kennengelernt  haben) ganz besonders ans Herz gelegt wurde. Wir sind ihr 
sehr dankbar für diesen Tipp, denn dieser Besuch lohnt sich wirklich (selbst wenn hier 
unser Nationalpark-Ausweis nicht gilt und wir uns um 10 Dollar ein Ticket lösen müssen).
So schön und (weitgehend) menschenleer sieht es dort aus - jedenfalls im Spätherbst,
wenn das Wasser kalt ist:




Am Beginn des Wanderweges, der zum Slide Rock führt, gibt es eine kleine Ausstellung
alter landwirtschaftlicher Geräte, die sowohl für Murphy interessant ist als auch für euer
rostiges Röslein: Ich finde, eins oder zwei dieser Objekte würden sich in unserem Garten ziemlich
dekorativ machen!




Wenn man dann ein Stück weiter wandert, kommt man allmählich zum namensgebenden
Flussbett des Oak Creek: Der Fluss hat sich hier einen Weg durch den roten Sandstein
gebahnt, der eine natürliche Wasserrutsche entstehen ließ.




Diese wird in der warmen Jahreszeit von alten und jungen Besuchern eifrig genützt - einige
Fotos davon könnt ihr euch hier ansehen - daran ist dann auch unschwer zu erkennen, dass
wir im Sommer keine solchen Bilder der Ruhe und des Friedens hätten aufnehmen können.
Unser Reiseführer weiß zu dem Areal zu sagen, dass ein Besuch in Arizona "einfach nicht
komplett" ist, ohne den Slide Rock hinuntergerutscht zu sein. Und wie es zunächst den
Anschein hat, dürften auch diese beiden Helden mit dem Gedanken spielen:




Doch dann überlegen sie es sich leider anders und schlüpfen wieder in ihre Schuhe - 
was mich nicht weiter wundert (aber schade ist es doch, ich hätte die zwei gern beim "Sliden"
geknipst ;o)) Ich habe bloß meine Hand in den Fluss gehalten und fand das Wasser eisbärenkalt. 
Da begnügen wir zwei uns doch lieber damit, den wunderschönen Flusslauf zu fotografieren 
und den Anblick zu genießen, ohne uns kalte Füße und blaue Flecken zu holen.




Unser nächstes Ziel ist das von einer traumhaften Bergkulisse umgebene Städtchen  
Sedona,
das als "Ort der Kraft" gilt: Den (aufgrund hohen Eisenoxidgehalts) roten Felsen werden
seit Menschengedenken magische Kräfte zugesprochen, und auch das milde Klima der
Stadt wirkt sich verlockend aus, weshalb jährlich zwischen zwei und drei Millionen Besucher
nach Sedona kommen. Auch zahlreiche Künstler fühlen sich von der Schönheit und
Besonderheit der Umgebung magnetisch angezogen.

Unter anderem übersiedelte Max Ernst, der bedeutende surrealistische Maler, Grafiker und Bildhauer 
deutscher Herkunft, mit seiner amerikanischen Frau Dorothea Tanning (die ebenfalls Künstlerin war), 
in diese reizvolle Gegend und erbaute hier ein einsam gelegenes kleines Haus, das Capricorn Hill genannt wurde. 
Er kam hier auch in Kontakt mit den Ureinwohnern, den Hopi, und befasste sich mit ihrer Kunst und Kultur.




Als die New Age Bewegung aufblühte, schossen hier die entsprechenden Studios und
Läden wie psychedelische Pilze aus dem Boden: Wer möchte, kann sich z.B. aus Tarotkarten
oder Handflächen die Zukunft voraussagen lassen, außerdem gibt es Läden für Gipsy-Kleidung,
jede Menge Schmuck aus Halbedelsteinen, Galerien u.v.m.
Auch das Bedürfnis nach Wild-West-Nostalgie wird hier gut bedient - hier finden sich auch
die gebleichten Tierschädel, die wir im Death Valley vergeblich gesucht haben ;o) - und
an jeder Ecke begegnen einem Cowboys - allerdings ist nur der auf dem mittleren
Foto aus Fleisch und Blut:




Für Bären hingegen scheint dieser Ort nicht das allerbeste Pflaster zu sein - vor einem
Schoko-Laden begegnete uns dieses bemitleidenswerte Exemplar (siehe unter Collage
Mitte rechts): Offenbar ist er ohne Job, und die Tafel um seinen Hals verkündet, dass
er für Schokolade arbeiten würde. Er muss wohl harte Schicksalsschläge erlitten haben!
Mein Göttergatte versucht ihn mit einem Eis zu trösten, doch der Bär erklärt uns, dass
ihm Kälte nicht bekommt. Also muß ich mich erbarmen und Herrn Rostrose eines der
großen Eisstanizel (Stanizel = Tüte) abnehmen ;o)




Nach dieser Stärkung verlassen wir das hübsche Städtchen wieder, denn unser Nachtquartier
befindet sich nicht in Sedona, sondern in Scottsdale (bei Phoenix). Doch darüber erzähle ich euch
erst im nächsten Teil meines Reiseberichtes. Auf der etwa zweistündigen Fahrt dorthin -
vorbei an mit Kakteen förmlich überwucherten Bergen - entdecke ich jedenfalls den Weg zum
Zweitwohnsitz unserer lieben Mses Bumblebee, auch bekannt unter dem Namen Frau Hummel:
Jetzt weiß ich auch, woher ihre Leidenschaft für den Wilden Westen kommt ;o))




Hier  kommt ihr zu meinem vorangegangenen 
Bericht über den Grand Canyon Nationalpark.
Hier  kommt ihr zum Kapitel über den Josua Tree Nationalpark.
 


 Herzlichst und mit vielen Küschelbüschels / HUGS,
♥♥♥ eure rostrosige Traude ♥♥♥