Freitag, 8. Dezember 2017

Adventzeit in Rostrosenhausen

Servus ihr Lieben! 
˚. *˛ ˚♥♥* ˚ ˚* ˛˚ ♥♥ ˚* ˚ ˚ •* ˚


Heute gibt's hier ein paar Advent- und Winterzeitbilder aus Rostrosenhausen zu sehen.
Zuerst aber vielen herzlichen Dank an alle, die mir liebe Zeilen zu meinen beiden Island-
Kapiteln 
geschrieben haben! Oh ja, dieses Land hat wirklich einen ganz besonderen Reiz! Freut
mich dass euch der Reisebericht gefällt - bald schon gibt es eine Fortsetzung!




Zu Beginn möchte ich euch ein paar winterliche Bilder zeigen. Denn am 30.11. legte sich
eine Schneedecke über unseren Garten (und natürlich nicht nur über den, sondern auch über
andere Teile des Landes). Und an den Tagen danach gab es Frost, der schöne Zuckerbilder
zauberte und den Schnee festhielt.



Die folgende Collage mit der geknickten und dennoch bezaubernd schönen Winterrose
geht an Novas Zitat im Bild:

 


Hier seht ihr schon ein bisserl rostrosige Adventdeko drinnen und draußen: Die Metalletagere
 vom Flohmarkt darf auf der Terrasse vor sich hinrosten; ich habe sie vor einiger Zeit mit Moos aus
unserem "Rasen" und mit Schneckenhäusern sowie Muschelschalen belegt. Letztere sind derzeit
festgefroren, deshalb dürfen sie bei der Adventdeko "mitspielen" 😉 Der Metallkorb-Adventkranz
und unser Alternativ-Weihnachtsbaum aus einem knorrigen Weidenbäumchen im Brennholzkorb
kommen alle Jahre wieder zum Einsatz.




Die übrige Adventdeko habe ich farblich an die Wandbilder angepasst, die ihr in den folgenden
beiden Collagen seht. Die meisten unserer Fotos auf Leinwand werden ja aktuell im Rathaus von
Ebreichsdorf ausgestellt (wie ich euch HIER erzählt habe), doch die Bilder vom Wüstensand in
Namibia (von HIER und HIER), von weidenden Büffeln (Utah / USA) und vom schwirrenden
Kolibri (Palm Springs / USA) dürfen währenddessen unsere Wohnzimmer-Bilderwand
schmücken. 

Viele Dekorationsstücke in unserem Wohnzimmer (wie die 
Schüsseln und der Kerzenständer) erinnern nach wie vor an den wunderbaren Afrikaurlaub von 
2016. Und weil sie gut dazu passen, habe ich wieder meine Weihnachtskugeln in Orange-, Gold- 
und Olivtönen aus dem Keller geholt.




Auch das folgende Outfit passt in mein adventliches Farbkonzept. In Wirklichkeit trug ich es zwar
nicht zu einer Weihnachtsfeier (doch was nicht ist, kann noch werden), sondern zu einer beruflichen
Jubiläumsveranstaltung. Aber ich denke, dieses Ensemble ist für die verschiedensten festlichen
Anlässe geeignet ... Damit bin ich jedenfalls beim Advent-Thema der Modischen Matronen dabei:
THE MOST WONDERFUL TIME, das von Beate, Natalia  und Tina auf höchst
unterschiedliche und in allen drei Fällen sehenswerte Weise interpretiert wird.

Der Rock stammt vom Flohmarkt -
ich werde euch in meinem nächsten ANL-Posting (ab 15. Dezember) mehr über dieses edle Stück
aus Wildseide (und über meine weitere Flohmarktbeute) erzählen. Ich finde, er harmoniert toll mit
meinem 2010 aus Indien mitgebrachten Shirt aus dem Dastkar Fairtrade Nähprojekt. Ihr konntet
ihn in DIESEM Posting schon unter meinem "Problem-Seidenkleid" hervorblitzen sehen...)

 


 Einige von euch waren ja sehr begeistert von besagtem Kleid, manche empfahlen mir, es von einer
Schneiderin umarbeiten zu lassen, andere von euch meinten sinngemäß oder wörtlich "Gib es weg. Es
tut nichts für dich und es ist schwer umzuarbeiten." In gewisser Weise sind das genau die Gedanken
und Lösungsansätze, die auch mir vorschweben - und zwar in kunterbunter Reihenfolge 😉 Bis ich
eine Entscheidung treffe, was nun tatsächlich mit dem guten Stück geschehen soll, habe ich eine
interimistische Lösung gefunden:

Weil die Sandfarbe der Seide gut mit den Wohnzimmerfarben harmoniert, darf es eine (längere oder
kürzere) Weile von Amanda, meiner Schaufensterpuppe, getragen werden. Ihr passt es besser als mir
- und der von mir bemalte Seidenmantel darüber kaschiert die eine oder andere Unzulänglichkeit
ganz gut. Vielleicht hilft mir der tägliche Anblick ja bei der Entscheidungsfindung ...


Und falls euch Amandas Haarfarbe stört - ich suche noch nach der anderen Perücke, die muss doch hier irgendwo sein...😟


In der übernächsten Collage könnt ihr einen Blick auf die Anrichte werfen, neben der Amanda steht.
Auch hier habe ich eine unserer auf Leinwand gedruckten Fotografien ins Arrangement integriert -
den Sonnenuntergangsbaum, aufgenommen von Herrn Rostrose an einem schönen, wenn auch klirrend
kalten Wintertag in Rust am Neusiedler See:




Die meisten Dekorationsstücke stammen noch von der Jahrtausendwende; um diese Zeit hatte ich
eine ausgeprägte "Korallenrot-Phase", die dann massiv von einer Weiß-grau-beige-taupe-grün-Phase
abgelöst wurde. Seit ungefähr zwei, drei Jahren gefallen mir diese warmen Töne wieder zunehmend
besser und ich bin froh, dass ich mich nicht von ihnen getrennt habe, als ich sie eine Zeitlang "nicht
mehr sehen konnte"...

HIER und HIER und HIER könnt ihr euch, wenn ihr Lust habt, Rostrosen-Adventdeko aus
früheren Jahren ansehen.

Der Dr.-Oetker-Schubladenschrank ist ein Flohmarktfund von vor einigen Jahren, da lugen Spitzenhandschuhe 
meiner großen Oma heraus, die hölzene Hochriegl-Sektkiste ist ein Erbstück von meinem Vater. Der Rest Fundstücke, 
Urlaubsmitbringsel, Geschenke..

Das rostrosige Katzenvolk 
(inklusive Gastkater Austria, der inzwischen unser Treppenhaus "erobert" hat und übrigens sein 
Glöckchen losgeworden ist 😉), mag derzeit lieber in der warmen Stube sein - und trägt durch seine 
schnurrende Anwesenheit zu weiterer Gemütlichkeit im Rostrosenhaus bei:



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So, jetzt waren wir aber lange genug drinnen - schlüpft in eure warmen Jacken, dann gehen
wir ein bisserl raus. Ich trage zu diesem Zweck zum Seidenrock-Indienshirt-Ensemble mein
Second-Hand-Biobaumwollstrickjackerl und die goldgelbe Jacke, die ihr so gerne an mir
seht 😉.


Der rostrotbraune Loop mit Blümchen drauf stammt übrigens vom selben Flohmarkt wie der Rock.



In Wirklichkeit bin ich zwar nicht mit dieser Kombination durch die winterlich angehauchte
 Landschaft gestapft, aber von der "Originalkleidung" kann ich euch leider keine Fotos bieten.
Die sah jedenfalls deutlich weniger elegant aus. Als Ersatz habe ich einige Natur-Aufnahmen 
für euch. So herrlich verschneit wie in einigen Teilen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs
war es in Rostrosenhausen zwar nicht, aber der Winter hat immerhin schon mal kurz
hereingeschaut 😉...



Hier unten biete ich euch nun doch auch noch eine etwas sportlichere Kleidungskombination:
Denn am ersten Adventwochenende besuchte ich - gehüllt in Goldgelb (oder Senfgelb oder Curry 
oder wie auch immer ihr diese Farbe bezeichnen wollt) - in Begleitung meines lieben Göttergatten
einen Adventmarkt. Das Käppi: ein weiterer Flohmarktfund! Das braune Shirt: selbstgefärbt. Der 
Rest passt per Zufall zusammen (oder weil ich's gut ausgewählt habe 😉😊😎).




Den letzten Adventmarkt - in Hadres - haben wir vor zwei Jahren gemeinsam mit Freunden
besucht - KLICK. Man kann uns also nicht als die klassischen Christkindlsmarkt-Geher und
Punschstand-Genießer bezeichnen.

Auf den genannten Markt waren wir aber neugierig,
weil er in diesem Jahr erstmals im Park des Ebreichsdorfer Schlosses stattfand (und immer noch
stattfindet). Diesen Park kennen meine regelmäßigen LeserInnen vor allem als Schauplatz des
Zieleinlaufs sowie des Concours d'Elegance im Rahmen der Ebreichsdorf Classic. Doch auch
ganz ohne Oldtimer, dafür in weihnachtlichen Glanz gehüllt, ist der Park ein schöner Anblick
und wunderbar als Standort für einen Weihnachtsmarkt geeignet:


Die nette graue Katze rechts oben ist übrigens ein Türstopper vom Weltladen...


Wir waren hauptsächlich dort, um uns die Turmbläser anzuhören, den Markt anzusehen, Punsch
bzw. Glühwein zu trinken und ein paar Fotos aufzunehmen; letztendlich kam ich aber beim
Fotografieren der hübsch aufgereihten Eierlikör-Flaschen auf den Geschmack und erstand bei
der Gelegenheit ein Flascherl Pflaume-Zimt-Eierlikör... das ich mittlerweile schon zur Hälfte 
ausgetrunken habe... das mittlerweile fast leer ist... und werde mir im nächsten Jahr bestimmt
gleich zwei drei Flaschen davon kaufen...


˚. *˛ ˚♥♥* ˚ ˚* ˛˚ ♥♥ ˚* ˚ ˚ •* ˚



Mit diesen stimmungsvollen Bildern verabschiede ich mich für heute bei euch und 
wünsche euch weiterhin einen wunderschönen, möglichst stressfreien und friedlichen Advent!
Wie verbringt ihr diese Zeit? Werdet ihr auch auf einen Weihnachtmarkt gehen (oder habt es
bereits getan)? Bei uns ist noch mindestens ein Besuch auf einem Christkindlmarkt geplant, 
über den ich euch bestimmt ebenfalls irgendwann erzählen werde...

Demnächst (voraussichtlich am Abend des 11. Dezember) melde ich mich mit meinem 13.
Reiseberichts-Kapitel wieder, in dem ich euch ein weiteres Stück von Islands wunderschöner 
Natur (bei blauem Himmel 😊) zeigen möchte. Und ab 15. Dezember gibt es mein letztes
ANL-A New Life-Linkup für dieses Jahr. (Ihr habt mich allerdings überredet - es wird auch 
im Jahr 2018 damit weitergehen...)


Ich verlinke meinen heutigen Beitrag wegen der schönen Naturbilder und der
nachhaltigen Kleidung ab 15.12. bei ANL. Und außerdem bin ich bei folgenden Linkups
dabei: Gartenglück-Linkparty, Natur-Donnerstag von Ghislana / Jahreszeitenbriefe, 
und Sabines Aktion Outfit des Monats. Und wie bereits im Text erwähnt, bei den 
"Modischen Matronen" Beate, Natalia und Tina sowie bei  Novas Zitat im Bild.


˚. *˛ ˚♥♥* ˚ ˚* ˛˚ ♥♥ ˚* ˚ ˚ •* ˚
Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche rostrosige Adventgüße
und alles Liebe,
eure Traude
˚. *˛ ˚♥♥* ˚ ˚* ˛˚ ♥♥ ˚* ˚ ˚ •* ˚


Montag, 4. Dezember 2017

Island-Kreuzfahrt Teil 12 - Ausflug in die isländische Geschichte

 Velkomin, liebe ReisefreundInnen!
๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑


Vielen Dank für eure lieben Zeilen zu meinem vorigen Reiseberichtskapitel, in dem ich
euch Islands Geysire zeigte. Und damit ihr nicht wieder so lange auf einen Reisebericht
warten müsst, habe ich ganz fleißig noch ein weiteres Kapitel fertiggestellt. Das
kriegt ihr gleich heute zu lesen! 😊 (Adventthemen sind aber auch schon in Vorbereitung...)


TAG 8 - 5.6.2017:
Wettervorhersage von der Brücke: Sonne, Wolken, 9° bis 14° C
(und diesmal WIRKLICH den ganzen Tag hindurch KEIN REGEN!!! 👍😀🔆)

Erfreulicherweise kann ich
euch Island endlich mit blauem Himmel präsentieren, denn am achten Tag unserer
Reise war der nordische Wettergott Thor in Bestform. In der ersten Collage bekommt
ihr zunächst mal einen kleinen Überblick, was ihr in diesem Kapitel von mir gezeigt kriegt. 
Das riesige steinerne Schwert links ist zum Beispiel ein Hinweis auf das noch relativ neue 
Wikingermuseum im kleinen Örtchen Njardvik, das wir an diesem Tag besuchten. Und der
riesige See in der Mitte ist der Kleifarvatn See, der in der Nähe der Geothermalfelder von 
Krysuvik liegt. 




Aber fangen wir von vorne an! 
Nämlich mit unserem Besuch des Wikingermuseums Víkingaheimar (Wikingerwelt), das im Jahr 
2009 in Njardvik eröffnet wurde. Falls ihr mich fragt, ob ein extra-Ausflug zu dem Museum sich
lohnt, ist meine Antwort ein klares und deutliches JEIN. Herr Rostrose meinte nämlich, das hätten
wir uns sparen können, ich selbst fühlte mich hingegen vor allem im Außenbereich "sauwohl", und
ich denke, wer noch nie ein Wikingerschiff aus der Nähe gesehen hat, Bauernhoftiere mag, mit 
Kindern unterwegs ist oder die Geschichte der Entdeckung Amerikas durch die Wikinger süffig 
aufbereitet bekommen möchte, ist hier durchaus richtig. Einen weiten Umweg würde ich allerdings 
nicht empfehlen. Hier könnt ihr euch zusätzliche Meinungen bzw. Publikumsbewertungen 
durchlesen und den modernen Museumsbau von außen sehen.




Herzstück des Museums ist das Schiff Íslendingur (Der Isländer) - eine Nachbildung des 
Wikingerschiffes Gokstad, das etwa um 890 gebaut wurde und das man im Wikinger-Schiff-Museum 
der norwegischen Hauptstadt Oslo besichtigen kann. Die Íslendingur ist um einiges jünger (gebaut 
von 1994 bis 1996) und diente zunächst als Schulschiff, das isländischen Schülern die Vergangenheit 
näherbringen sollte. Ihr Erbauer, der Kapitän Gunnar Marel Eggertsson, segelte mit ihr im Jahr 2000 
mit einer Besatzung von sieben Mann und einer Frau von Island nach New York, um die Entdeckung
Amerikas durch Leif Eriksson vor eintausend Jahren zu würdigen und die Hochseetauglichkeit von
Wikingerschiffen zu demonstrieren. (Zu Leif Eriksons Zeiten konnte ein Schiff wie dieses eine
Besatzung von bis zu 70 Mann aufnehmen.)




Neben Informationen über die neuesten wissenschaftlichen Forschungen 
betreffend die nordische Besiedlung und Erkundung des heute "Amerika" genannten Kontinents gibt
 es auch kleine Papier- bzw. Schattentheaterfigürchen und Nachbildungen von Alltagsgegenständen 
und Kleidung der Nordmänner, -frauen und -kinder zu sehen.




Für alle, die mehr an gegenwärtiger Kleidung interessiert sind, bietet
sich im Museumsshop zudem die Möglichkeit, Pullover, Jacken, Mützen, Schals, Handschuhe
und mehr aus Islandstrick zu erstehen. Auch hier machte ich wieder die Griffprobe, weil ich sooo
gern das eine oder andere Strickstück mit nach Hause gebracht hätte, aber es ging einfach nicht -
meine Haut und Islandwolle sind nicht kompatibel... Sehr, sehr schade!




Bei dem schönen Wetter dieses Tages hielt es uns nicht allzu lange im Inneren des Museums.
Schon bei der Hinfahrt bzw. beim Aussteigen aus dem Bus waren uns die den traditionellen 
isländischen Grasdachhäusern nachempfundenen Hütten aufgefallen, bei denen ich von Anfang
 an den Verdacht hatte, dass sie etwas beherbergen könnten, das ich mag: 
Viecher! 🐓🐖🐗🐤🐔🐐
 



Und so war's dann auch 😃! Wer es immer noch nicht weiß, erfährt es jetzt:
Gebt Frau Rostrose Viecher, und sie ist der glücklichste Mensch! (Außer es handelt sich dabei
um Kakerlaken, Ameisen im Haus etc. Im Zweifelsfall können wir vorher besprechen, mit
welchen Viechern ich glücklich zu machen bin, okay? 😉) Diese hier zählen jedenfalls
eindeutig dazu:
 



Ich hätte den Ziegen, den süßen zweifärbigen Schweinderln, 
den Hendeln und Enten stundenlang zuschauen können, und meine Topfavoriten waren die beiden 
entzückenden Zicklein, die mit enormer Energie in dem Gehege umhersprangen und das rostrosige 
Herz erfreuten:




Normalerweise bin ich von herzigen Tieren nur schwer wegzukriegen, aber Herr Rostrose hatte 
Glück - bei so einem Busausflug muss er mich nicht von den Ziegen fortzerren, da gibt es einfach 
eine vereinbarte Abfahrtszeit. Und nachdem ich die Geothermalfelder von Krysuvik und die dortige 
Landschaft auch gern sehen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als in den Bus einzusteigen. 
Basta. 
 
 
 


Zunächst zeige ich euch aber mal die Landschaft, 
durch die wir an diesem Tag fuhren (oben): Immer wieder sieht man Vulkankegel, der Küstenbereich
 ist von erkalteten Lavaströmen durchzogen, die zu einem Großteil mit Moos bewachsen sind, ab und 
zu dampft es aus der Erde, und sogar das eine oder andere "Waldstück" bekamen wir zu sehen - eine 
wahre Seltenheit im Baum-armen Island.

Die beiden unteren Collagen sind schon ein Vorgriff auf das nächste Kapitel, 
denn diese traumhafte Landschaft rund um den Kleifarvatn See befindet sich in der Nähe der 
Geothermalfelder von Krysuvik. (Übrigens soll es auch in diesem See ein Ungeheuer geben 
- es ist jedoch nicht annähernd so berühmt wie "Nessi" 😉...)


Der Kleifarvatn See, einer der tiefsten Seen Islands

Ich habe diese Bilder aus zwei Gründen noch im heutigen Beitrag untergebracht: 
Zum einen bekommt ihr im nächsten Post reichlich Landschaft zu sehen, während wir heute vor 
allem im Museum waren, zum anderen möchte ich allen, die an meiner Reisegarderobe interessiert 
sind, noch rasch zeigen, was ich bei diesem Ausflug anhatte: Mein wärmendes Strickmanterl aus 
Bio-Merinowolle durfte auch diesmal nicht fehlen, aber an diesem Tag war es warm genug, um es 
offen zu lassen, und darunter trug ich nur ein kurzärmeliges grünes Shirt (von Des*gual). Dazu von
meinen Jeans zur Abwechslung wieder die grüne. Nichts Besonderes also, aber zweckmäßig (wobei
die Wanderschuhe denn doch die bessere Entscheidung gewesen wären - mehr darüber demnächst). 

 



Die Abendgarderobe dieses Tages war auf jeden Fall eine weit größere Herausforderung für mich
 - aber die zeige ich euch erst in meinem nächsten Reiseberichts-Kapitel! Und da erfahrt ihr auch,
welche zusätzliche Überraschung dieser Tag noch für uns parat hatte.
Fortsetzung folgt!


Mit diesem Post bin ich bei folgenden Blogparaden dabei:
Natur-Donnerstag von Ghislana / Jahreszeitenbriefe,



 Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße und eine wunderschöne Adventzeit,
eure Traude
๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑



Hier könnt ihr euch zu den einzelnen Kapiteln meines Reiseberichtes klicken (sobald verfügbar):


Donnerstag, 30. November 2017

Island-Kreuzfahrt Teil 11 - Im Land der Geysire

Hej ihr Lieben!
๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑


Immer noch TAG 7 - 4.6.2017:
Endlich geht's mit meinem Reisebericht weiter! Tut mir Leid, dass es damit so lange gedauert hat.
Dabei führte uns unser Ausflug The Golden Circle (Gullni hringurinn) als nächstes an ein Ziel, 
das ich gleich zu Beginn als ein absolutes Fix-Ziel eingeplant hatte. Denn ich finde, man war nicht 
wirklich in Island, wenn man dort keine Geysire gesehen hat. Das bekannteste Heißquellengebiet
liegt im Südwesten des Landes und heißt Haukadalur, das "Tal der Greifvögel". Hier noch ein
interessanter Link zu diesem Geothermalgebiet, das unweit der Hauptstadt Reykjavík liegt.

Hier befindet sich unter anderem auch die Springquelle Großer Geysir, die zugleich der
Namensgeber für alle Springquellen ist. In Wikipedia steht zu lesen, dass er "der älteste bekannte 
noch gelegentlich aktive Geysir" ist - laut unserem Reiseleiter Oskar brauchten wir aber auf seinen
Ausbruch nicht zu warten, er würde aktuell wieder schlafen. Das hat er in seinem langen Leben
schon mehrmals getan:



Der Große Geysir wurde nämlich bereits im Jahr 1294 das erste Mal schriftlich erwähnt! Damals
wurde das Tal durch ein starkes Erdbeben erschüttert, was die geologische Aktivität maßgeblich
veränderte. Ob er vom 13. bis zum 20. Jahrhundert stets aktiv war, ist mir nicht bekannt, aber ab
1915 stellte er bis ins Jahr 1935 seine Aktivität ein, sprudelte dann wieder ein paar Jahre lang - und
danach schlief er abermals für längere Zeit. In den 1970ern wurde er für Besucher künstlich zum
Ausbruch gebracht, durfte dann - nach Protestaktionen von Umweltschützern -  weiterschlafen und
 ist seit einem Erdbeben im Jahr 2000 wieder unregelmäßig aktiv.

Er gilt als die höchste Springquelle weltweit - im Jahr 2000 erreichte er kurzfristig 122 Meter,
im Jahr 1845 soll  er sogar eine Höhe von 170 Metern erreicht haben. Aber wie gesagt - als wir dort
waren, schlummerte der Große Geysir leise dampfend und nicht gerade wohlriechend vor sich hin.
Er ist eben schon ein alter Kerl und lässt lieber die "Jugend" machen 😉...


Oskar mit der Tafel der Busnummer. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass er nochmal einen Touristen "verliert" 😉


Und so sahen wir also Geysirs "kleinem Bruder", dem Strokkur, bei insgesamt drei Ausbrüchen
zu. Es ist wahnsinnig spannend, auf die Wasserfontäne zu warten und der Säule beim "Wachsen"
zuzusehen. Angeblich bricht der Strokkur regelmäßig im Abstand von ca. 10 Minuten aus, bei uns
kamen die Eruptionen aber um einiges flotter und unregelmäßiger, ich denke mal, so alle vier bis
sechs Minuten - ein großes WOW, und dann ist es schnell wieder vorbei. Für alle, die noch nie
einen Geysir-Ausbruch beobachtet haben: Bei Wikipedia gibt es HIER ein kleines Filmchen zum
Ausbruch des Strokkur. Und hier seht ihr Herrn Rostroses Strokkur-Fotoserie, die er mit flinkem
Finger aufgenommen hat:




Hier nochmals dieselbe Serie, mit Malfiltern verändert - so lassen sich die Dampf- und die
Wassersäule besser voneinander unterscheiden:




Die einzelnen steinernen "Tafeln" zeigen die Namen der verschiedenen heißen Quellen im
Haukadalur, z.B. den Litli Geysir oder die kleine Springquelle Smiður, Konungshver (die
königliche Quelle), Blesi und wie sie sonst noch alle heißen... Und zwischendrin wachsen
die unvermeidlichen Lupinen sowie auch (angeblich) fleischfressende Pflanzen (siehe
übernächste Collage, dieses sternförmige Pflänzchen rechts... - habt ihr einen Tipp für mich,
was das sein könnte?)




Nach all diesen Aufregungen legten Herr Rostrose und ich eine kleine Harmoniepause im
nahegelegenen Touristenladen ein. Der Shop war sehr sehenswert gestaltet - mit vielen hübschen 
und nostalgischen Details. Hier hätte es unter anderem wiedermal wunderschöne Islandwoll-
Stricksachen gegeben... aber leider kratzten mich auch die. Und es gab, was mich gar nicht freute, 
dort auch Echtpelzmützen, -stolas etc. zu kaufen - die Felle stammen aus einer Pelztierfarm, an 
der wir an diesem oder am nächsten Tag vorbeifuhren, und der Reiseleiter erklärte uns das mit 
einer ziemlich düsteren Stimme, weshalb ich davon ausgehe, dass dort die Haltungsbedingungen 
für die Tiere auch nicht gerade vorbildlich sind...




Nach unserem Haukadalur-Ausflug war es an der Zeit, wieder zum Schiff zurückzukehren.
Im Vorbeifahren sahen wir die Teilnehmer eines anderen Ausflugs, der zu einem der isländischen
Vulkankegel geführt hatte. Und wir fuhren außerdem an zahlreichen Gewächshäusern vorbei, in
denen Obst und Gemüse angebaut wird. Sogar Bananen wachsen in Islands Glashäusern. Diese
 Glashäuser können - genau wie die Wohnhäuser - mit geothermischer Energie beheizt werden.
Somit sind die Isländer in Sachen Lebensmittel nicht mehr so abhängig von Lieferungen vom
Festland. Bloß der Getreideanbau mag auf der kargen, kalten Insel nicht wirklich klappen.





Leider hat die billige Elektrizitätserzeugung in Island auch einen massiven Nachteil für die dortige 
Umwelt: Der günstige Strom wird nämlich u.a. für die Aluminiusindustrie verwendet - und das, 
obwohl der zur Aluminiumherstellung nötige Rohstoff Bauxit in Island gar nicht abgebaut wird - 
man transportiert ihn stattdessen von Australien und Brasilien auf die Insel. Bei den preiswerten 
Stromkosten lohnt sich selbst dieser enorme - und natürlich umweltschädliche - Transportaufwand.

Die Aluminiumproduktion ist einerseits ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, andererseits aber auch 
eine große Gefahr für die wunderbare Natur Islands. Stromleitungsmasten wie die, die ihr in der 
folgenden Collage seht und die zu aluminiumerzeugenden Betrieben führen, sind noch selten, doch 
wie alles, das mit Naturraubbau zu tun hat, wird auch das im Lauf der Zeit mehr werden... 

Und wie uns Oskar erklärte, ist auch die Zahl der Verkehrstoten 
in den letzten Jahren gestiegen. Die Tafel, die verbeulten Autos und die Kreuze am Straßenrand 
sind als Warnung für die Verkehrsteilnehmer zu verstehen - bis in den Juni hinein hatte es im Jahr 
2017 immerhin schon sechs Verkehrstote gegeben. Das mag im Vergleich zu Deutschland (2016:
insgesamt 3.214 Verkehrstote) oder sogar zum kleinen Österreich (2016: 427) nach keiner allzu 
großen Zahl klingen, aber wenn man dann bedenkt, dass in ganz Island nur etwas mehr als 340.000 
Menschen leben, ist es schon ein recht beachtlicher Prozentsatz. Vor allem auch angesichts der
nicht sehr stark befahrenen Straßen...




Doch viel lieber als auf diese ernsten Themen
konzentrierten wir uns auf die faszinierende Landschaft. All das Grün, das ihr
 im oberen Foto der folgenden Collage seht, ist moos-überzogenes Lavagestein. Dabei handelt es
sich allerdings nicht um das als Isländisch Moos verkaufte Bronchialheilmittel Cetraria islandica,
sondern um andere Moosarten ohne Heilwirkung. Es sei denn, ihr zählt die positive Wirkung mit,
die GRÜN auf die Seele hat. Sehr begeistert haben mich natürlich immer wieder die traumhaften
Flusslandschaften ... und auch hier ist die vorherrschende Farbe GRÜN.





Kein großes Wunder also, dass bei meinem Outfit an diesem Abend GRÜN eine
große Rolle spielte - und dazu kombinierte ich einmal mehr meinen rot-grün-orange gemusterten
Wickelrock aus Indien, die Ketten in rot und Orange aus Namibia und die Kette mit Glassteinen
in Grün- und Rostbrauntönen, die ich vor vielen Jahren mal in einem EZA-Laden erstanden
habe, sowie die roten Ohrstecker, die ich heuer von der Kur mitbrachte.





Nun danke ich euch noch sehr für euer Interesse an meinem Reisebericht - Fortsetzung folgt!
Und vielen Dank auch für eure zahlreichen lieben Kommentare und Wünsche zum Geburtstag und 
der Fotoausstellung sowie eure Anregungen zu meinem Seidenkleid im vorigen Blogbeitrag

Meinen heutigen Beitrag schicke ich wegen der schönen Natur und wegen der Umweltgedanken 
zu ANL - A New Life sowie zum Natur-Donnerstag von Ghislana / Jahreszeitenbriefe.
Weiters bin ich dabei bei: Sunnys Um Kopf und Kragen,, Tinas Freitagsoutfit 
Und bei den "ModischeMatronen" Beate, Natalia und Tina.



Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße,
eure Traude
๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑☼๑๑


Hier könnt ihr euch zu den einzelnen Kapiteln meines Reiseberichtes klicken (sobald verfügbar):






Samstag, 25. November 2017

Herbstausstellung, Herbstgeburtstag und noch einmal Art-Deco-Mode

Servus Ihr Lieben,


 tja, leider immer noch kein neues Island-Posting...
Wie ich euch bereits erzählt habe, ist das Rostrosen-Programm in den Herbstmonaten immer dicht 
gedrängt. Heuer war es noch ein bisserl dichter, weil wir eine Ausstellung vorzubereiten und zu 
eröffnen hatten.


Im Uhrzeigersinn: Vogelbaum in Südindien, Herbstwald in Breitenfurt, Frau Rostrose mit Langhaarlöckchen, Herbst-
stimmung im Zion-Nationalpark / USA, Sonnenuntergang in Montego Bay / Jamaica, Frau Rostrose im Ausstellungs-
Outfit


 Aber wir taten es gerne, es handelt sich immerhin um eine Ausstellung "in eigener Sache", 
sprich 36 auf Leinwand gezogene Fotografien, die teilweise von meinem Mann und teilweise
von mir aufgenommen wurden, werden derzeit im Rathaus von Ebreichsdorf unter dem Titel
Blicke in die Welt  
ausgestellt. Passend zum Text auf der Einladung*) erschienen Herr Rostrose und ich zur 
Eröffnung im Safari-Outfit: 




*) "Uns zieht es seit vielen Jahren mit unseren Kameras hinaus in die
Welt. Unsere „Mitbringsel“ unter anderem – Tier- und Naturaufnahmen,
die unseren Planeten von seiner schönsten Seite zeigen."




Diejenigen unter euch, die schon viele meiner Reiseberichte gelesen haben, kennen wohl auch
die meisten der in der Ausstellung gezeigten Bilder: Sie stammen z.B. aus Namibia und Island, aus
Südindien, Rajasthan, den USA, aus Jamaica, Großbritannien und Irland, aber auch aus Österreich.




Leider war der Besucherzustrom nicht gerade überwältigend, was zum Teil wohl auch an der
relativ späten und nicht sehr auffallenden Bewerbung der Ausstellung lag; aber diejenigen, die 
kamen, waren sehr angetan von unseren Bildern. Von einer Besucherin, die wir durch die 
Ebreichsdorf-Rallye kennen, bekam ich die hübsche rosa Rose, die ihr in der oberen Collage 
seht 😊. Sie hat uns außerdem fotografiert und die Fotos zugeschickt - herzlichen Dank, liebe
 Frau Huber! Ich wollte die Bilder hier für euch einscannen, aber die Qualität der gesannten 
Fotos konnte dann mit den tatsächlichen Aufnahmen leider nicht mithalten. Deshalb zeige ich 
euch heute in meinen Collagen nur die Fotos, die unsere Freundin Moni bei 
der Ausstellung mit meiner Kamera aufgenommen hat.




Da die Fotoausstellung noch eine Weile dauern wird (mindestens bis Weihnachten) hoffen wir 
natürlich darauf, dass sich auch noch ein paar Käufer finden. Falls nicht, haben wir aber immerhin
 für die nächsten Jahre jede Menge Geschenke parat - und außerdem stets neuen Wandschmuck 
zum Wechseln 😉. (Bei Interesse an einem Rostrosenbild könnt übrigens auch ihr euch mit mir 
gern in Verbindung setzen. Mailadresse ist in meinem Profil hinterlegt.)


Ein weiteres Outfit mit der Safarihose von oben. Die olivgüne Hemdbluse kennt ihr z.B. von HIER, die marineblau-gemusterte Bluse von HIER.
Abermals die olivgrüne Hemdbluse, und dazu die Jeans in currygelb und die farbharmonische Tunika - beides kennt ihr 
z.B. schon aus meiner vorjährigen Herbst-Capsule - KLICK.


Die Tunika in der oberen und die Herbstwaldfotos in der folgenden Collage bilden schon die 
Überleitung zum nächsten Thema und zu meinem nächsten Outfit:


Waldfotos von unserem Novemberspaziergang in Breitenfurt


Einige von euch wissen ja bereits, dass der Rostrosenclan alle Jahre wieder im Herbst 
zusammenkommt, um einerseits den Geburtstag von Opa Georg und andererseits den von mir
zu feiern. Ich lege zwar keinen Wert auf meinen Geburtstag, denn geboren worden zu sein, zählt 
meiner Meinung nach nicht zu den bemerkenswerten Großtaten, die unbedingt gefeiert werden 
müssen, und älter (sowie natürlich weiser) werde ich auch so jeden Tag - aber das Zusammensein
 mit der Familie genieße ich, und dafür kann solch ein Anlass natürlich auch gut genützt werden. 


In meinem Outfit spiegeln sich die Farbtöne der Breitenfurter Herbstbuchen wider. Den Rock trug ich auch HIER.


Weil ich noch eine Idee für das November-Thema der modischen Matronen im Kopf hatte,
nützte ich die festliche Gelegenheit und kreierte ein weiteres Outfit, das sich an den Art-Deco-
Look anlehnt. Bei dieser Kombination in Herbstwaldfarben habe ich sogar die Sache mit der
tiefer gelegten Taille verwirklicht, die für den Art-Deco-Look relativ typisch ist. Die Ranken-
muster auf Shirt und Baumwollspitzenrock sind eher Jugendstil / Art Nouveau, und dort liegen
ja die Ursprünge des Art Deco-Stils. 


Einzelbilder dieser Collage allesamt von HIER


Manchen von euch gefiel ich früher schon mal mit offenem Haar, deshalb hier sicherheitshalber:
Mit solch einer Frisur werdet ihr mich auch weiterhin nur ausnahmsweise erleben, wenn ich sehr
viel Zeit für die Vorbereitung habe. Die Haare müssen nach dem Waschen Zeit haben, an der Luft
zu trocknen, und sie werden von mir immer wieder mit der Hand geknetet, bis sie so fallen, wie
ich mir das vorgestellt habe. Dieser Prozess dauert ca. zwei Stunden und gelingt nur bei etwa der 
Hälfte der Versuche. Und im Laufe der Familienfeier gingen mir die Haare dann so auf die Nerven,
dass ich sie erst recht wieder zusammengebunden habe 😉...




Und nun muss ich euch noch ein Geständnis machen: In meinem Fundus gibt es nämlich DOCH 
ein Kleid, das ziemlich stark in die Art-Deco-Richtung geht. Es hat eine tiefgesetzte Taille mit einem
Bindebändchen, ist aus reiner Seide und mit schönen Stickereien am Ausschnitt sowie mit Fältchen 
an der Vorderseite sowie einem gefältelten Abschluss am unteren Saum verziert. Die Näh- und
Modefachleute unter euch werden vermutlich die Fachbegriffe für all das kennen, aber ich denke,
man versteht auch so, was ich meine. In der folgenden Collage seht ihr es - zunächst mal nur in
Details.

Bevor ich euch weiter über dieses Kleid erzähle, möchte ich euch ein paar Jugenfotos meiner
Großmütter und Großtanten zeigen, die ich (angeregt durch einen Kommentar meiner Leserin
Felicitas - leider ohne Blog) herausgesucht habe. Denn meine Großmutter väterlicherseits (= "große
Oma") war Jahrgang 1905, und Hilda, die "kleine Oma" mütterlicherseits, war 1903 geboren -
beide sind also gerade in der Ära jener interessanten und richtungsweisenden Mode junge Frauen
gewesen.




Sie hatten damals zwar nur wenig Zeit und wohl auch längst nicht so viel Geld wie die jungen 
Frauen von heute zur Verfügung, um sich viel mit Mode beschäftigen zu können, und fotografiert 
wurde auch nur alle paar Jahre einmal, aber einige wenige "Outfit-Fotos von anno dazumal" kann 
ich euch dennoch bieten.

Das Foto links oben in der folgenden Collage ist eher als Nachtrag zum "Tomboy"-Thema vom
Oktober zu betrachten: Da seht ihr nämlich links meine Großtante Poldi (Leopoldine) und daneben
meine "große Oma" Lintschi (Karoline) im Backfischalter mit Hemd und Krawatte! Wikipedia weiß
zum Thema "Damen-Krawatte" u.a. folgendes:  
„Auffallend ist, daß sich viele gebildete Damen des 
Hochadels in Kostüm und Herrenbluse mit Krawatte fotografieren ließen. Um 1900 unterstrichen 
Frauenrechtlerinnen ihre Gleichheitsbestrebungen durch das Tragen von Krawatten. In den 1920er 
Jahren übernahm die Garçonne als Zeichen ihrer Emanzipation die Krawatte des Mannes.“  
(Ingrid Loschek: Accessoires. Symbolik und Geschichte. S. 145f).
 Ich weiß definitiv, das Poldi
und Lintschi nicht dem gebildeten Hochadel angehörten. Aber vielleicht waren sie für ihre Zeit
efrauzipiert emanzipiert - Oma Karoline war immerhin eine der wenigen Frauen jener Zeit mit
einem Führerschein.


 

Als Lintschi in den 1920ern heiratete, trug sie ein locker fallendes Kleid im Matrosenstil (siehe 
Hochzeitsfoto oben rechts). Die Trauzeugin links im Bild war in ein Kleid mit tiefem V-Ausschnitt
und tiefer Taille gehüllt, die rechts in Rock und Blouson; die Herren trugen Frack und Zylinder. In
der unteren Reihe seht ihr links meine Großtante Emma (die ältere Schwester meiner "kleinen Oma"
Hilda) in einem vornehmen weißen Hängerkleidchen (ich glaube, Emma trug es anlässlich der
Eheschließung ihrer Schwester, denn der Hintergrund ist derselbe wie bei Hildas Hochzeitsfotos),
 mittig meine "große Oma" als ca. 17- oder 18-Jährige in einem dunklen, an den Säumen bestickten
Kleid und ganz rechts das Hochzeitsfoto der "kleinen Oma Hilda" vom 16. August 1925. 

Während mir die kaum taillierten Kleider an Emma und Lintschi gar nicht so schlecht gefallen, 
wären für die sehr kleine und etwas rundliche Hilda meiner Meinung nach ein paar Abnäher und 
Taillierungen an den richtigen Stellen von Vorteil gewesen. Etwas derartiges dachte ich übrigens
schon als Kind von ihr: "Die kleine Oma schaut aus wie eine kleine Kugel." Und meine ziemlich
modebewußte Mutter sagte über ihre Mutter Hilda, dass es ihr immer schon an jeglicher Form von
Schick gefehlt hatte. Was nichts daran änderte, dass die gutmütige, freundliche kleine Kugel meine
Lieblings-Oma war. Lintschi war schicker, Hilda war lieber.

Aber zurück zur Hängerchenmode von einst: Weil das Hochzeitskleid einfach nur so an Hilda
 hängt, trägt es jedenfalls mehr auf als nötig. (Und auch wenn es heißt, dass Schlankheit seinerzeit
noch nicht so sehr angestrebt wurde wie heute, waren die Models auch damals schon ziemlich
"geradlinig". Weil da - wie Beate mal sinngemäß schrieb - nichts auf unerwünschte Weise ziepen
oder sich ausbeulen kann, sondern alles so gerade fällt wie bei einem Kleiderbügel.)




Auch bei meinem Seidenkleid hätten Abnäher an den richtigen Stelle nicht geschadet. Fakt ist 
nämlich, dass ich das Kleid trotz des edlen Materials und der schönen Details in den Jahren, die
ich es schon besitze, so gut wie nie getragen habe. Der gerade Schnitt steht mir nicht; einfach
nur drübergezogen, hängt es an mir wie ein nasser Sack - und trägt gewaltig auf. 

Falls ihr euch fragt, warum ich es dann überhaupt gekauft habe: 
Ich war damals auf der Suche nach einem Kleid in genau dieser Farbe, und das Material Seide liebe 
ich sehr. Als ich es entdeckte, wurde es zum halben Preis angeboten und somit äußerst günstig für
ein Reinseidenkleid, die kleinen Details gefielen mir und ich bildete mir ein, dass ich es mit einem 
Gürtel und vielleicht ein paar Nadelstichen an den richtigen Stellen auf Figur bringen könnte. Der 
Volkshochschul-Nähkurs, den ich vor ... ähem, ich glaube, zwei Jahren ... begonnen habe, sollte u.a. 
auch den Zweck erfüllen, dieses Kleid in einen für mich tragbaren Zustand zu befördern...


 


Nun, ihr seht ja, wir gut mir das bisher gelungen ist. Ich habe es gerade mal gewagt, die Seiten-
nähte im Brustbereich etwas enger zu nähen. Nachdem ich kaum Talent zum Nähen besitze, sind 
diese Nähte etwas verwackelt geworden, aber damit könnte ich leben, wenn der Rest nicht wäre: 
Im Bauchbereich plustert sich das Material so auf, dass ich noch gut einen Schwangerschaftsbauch 
unterbrächte. Irgendwie ist es ja logisch, dass Stoff übrig bleibt, wenn die Fältelung nur im Brust-
bereich stattfindet, und darunter nicht mehr.

Tja, mit meinem Schlauchgürtel habe ich das Kleid hier nun also ein bisserl auf Taille gebracht - 
aber ich wäre den Nähtalenten unter euch dennoch für Tipps dankbar. Vielleicht habt ihr ja ein
paar Anregungen auf Lager, wie das Kleid für mich noch tragbarer gemacht werden könnte. Auch
eine Umarbeitung in eine Tunika könnte ich mir vorstellen, weiß aber nicht, wie das zu 
bewerkstelligen wäre...



Beim letzten Outfit seht ihr noch einmal die Tunika von gerade eben, diesmal mit 
meinem roten Bio-Baumwoll-Maxirock und der currygelben Jacke:




Und das war's dann auch schon wieder für heute. Beim nächsten Mal klappt's dann hoffentlich 
wieder mit einem neuen Island-Kapitel. Ich danke euch herzlich für eure Kommentare zu meinem
zu meinem ANL-Beitrag Nummer 23 - Sinnvolles und nachhaltiges Konsumieren Teil 2. Bei
letzterem könnt ihr auch noch bis zum Abend des 1. Dezember eure umweltfreundlichen Posts
verlinken - ich freue mich darauf!

Ich selber verlinke meinen heutigen Beitrag wegen der schönen Naturbilder und der 
nachhaltigen Kleidung ebenfalls bei ANL. Und außerdem bin ich bei folgenden Linkups 
und Sabines Aktion Outfit des Monats. Und bei den "Modische
Matronen" Beate, Natalia und Tina. Mit dem Baumwollspitzen-Tüllrock
nachträglich auch noch bei Sunnys Tüllparade.


Herzliche Rostrosengrüße 
von eurer Traude