Mittwoch, 22. Januar 2014

Südindien 7. Kapitel - Cochin und Malabarküste

Namaste und Namaskaram, ihr Lieben!
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Heute geht's weiter mit meinem "Südindien-Report". Es freut mich riesig, dass ihr wieder mit mir
mitreisen wollt - ein herzliches Willkommen an euch alle und ganz besonders an meine neuen 
LeserInnen - wie schön, dass ihr zur mir gefunden habt! Seid ihr bereit für einen Spaziergang durch 
Cochin, für Meeresluft, Strand, Kätzchen und Schmetterlinge und für noch vieles mehr? Fein, dann 
kommt doch bitte mit mir mit! ☺




Am 7. Tag unserer Reise kamen wir endlich "so richtig" ans Meer! Aber vorher hatten wir noch ein
bisserl was von der Besichtigung der Stadt Kochi (Cochin) nachzuholen. Und als allererstes musste
ich mal wieder einen Baumriesen umarmen, wie ich es bei Elisabeth "gelernt" und seither vielfach
praktiziert habe, unter anderem mehrmals im Verlauf unserer USA-Reise 2012, wo es ja ganz besonders
mächtige Exemplare zu sehen und zu herzen gab. Der indische Regenbaum stand den Sequoias an
Mächtigkeit aber nicht um vieles nach:


Klammeräffchen-Regenbaum-Umarmung ;o) und St. Francis-Kirche von außen und innen


Anschließend besichtigten wir die St. Francis-Kirche, die älteste europäische Kirche in Indien, die
ursprünglich im Jahre 1503 aus Holz erbaut und einige Jahre später aus Stein und Mauerwerk 
rekonstruiert wurde. Sie besitzt große historische Bedeutung, sowohl weil sie im Konflikt zwischen
den katholischen Portugiesen und den protestantischen Niederländern als einzige Kirche nicht zerstört
 wurde, als auch weil der portugiesische Entdecker Vasco da Gama (der im Jahre 1524 in Kochi
starb) ursprünglich in dieser Kirche begraben war. (Vierzehn Jahre später wurden seine sterblichen
Überreste jedoch nach Lissabon überstellt.) Allerdings ist das Gebäude in einem sehr herunter-
gekommenen Zustand. Es stand zwar ein (einsames und rostiges) Baugerüst davor, aber die Fassade
wirkte, als wäre St. Francis zuletzt im Jahr 1779 renoviert worden (wie es ja auch auf dem Schild
über dem Eingangstor nachzulesen ist ;o)).


Die Chinesischen Fischernetze von Kochi

Durch den natürlichen Hafen in der Mündung des Flusses Periyar profitierte die Stadt früh vom
Handel mit dem Ausland. An der Nordspitze der Halbinsel Fort Kochi befinden sich die berühmten
Chinesischen Fischernetze, die noch aus der Zeit vor Vasco da Gama stammen. Angeblich wurden sie
bereits im 13. Jahrhundert durch chinesische Kaufleute eingeführt. Vier Personen sind nötig, um die
schweren Holzkonstruktionen, an denen die Netze befestigt sind, zu bewegen. Heute  werden damit
nur noch wenige Fische gefangen, doch sie sind ein attraktives Ziel für Touristen und Fotografen. Die
in beträchtlichen Mengen die Wasserfläche bedeckenden Wasserhyazinthen stellen für die Fischer ein
großes Problem dar. Aus fotografischer Sicht wirken sie meiner Meinung nach allerdings durchaus
malerisch.




Und auch Fische (sowie Fische verzehrende Kätzchen ;o)) bekamen wir am nahegelegenen Markt
einige zu sehen. Die Kühlmethoden wirkten archaisch, aber der Geruch am Fischmarkt war weit
weniger schlimm, als ich es erwartet hätte. (Nunja, der Tag war aber auch noch jung...) In der
Umgebung gab es außerdem einige sehr schöne Häuser zu betrachten, das schönste von ihnen zeige
ich euch in der übernächsten Collage - und außerdem Herrn Rostrose beim Einkauf von Gewürzen :o))






Der Holländische Friedhof ist ein weiteres Relikt aus der Kolonialzeit. Alte Friedhöfe besitzen für
mich einen eigenen Reiz, vor allem, wenn die Grabsteine (oder in diesem Fall Sarkophage) bereits
von Moos überwuchert sind.

Der Holländische Friedhof von Kochi, ein Ambassador und Unmengen von Gewürzsäcken vor einem Laden


Nicht ganz so alt, aber vermutlich auch nicht mehr ganz jung ist das Fahrzeug in der oberen Collage.
Wagenmodelle wie dieses begegneten uns in Indien häufig. Der Hindustan Ambassador ist ein
wahrer Klassiker, er wird seit dem Jahr 1957 mehr oder weniger baugleich hergestellt. Man sieht
auch viele Ambassador-Taxis in Indien.

Hier noch ein paar andere Beispiele indischer Fortbewegungsmittel: Zweiräder (ob nun motorisiert
oder nicht) werden häufig zu zweit, zu dritt oder von ganzen Familien genützt. (Leider gelang uns 
diesmal kein Foto von 4- oder 5-fach besetzen Mopeds!) Bei Motorrädern gilt übrigens im 
Bundesstaat Kerala Helmpflicht - die aber nur den Fahrer betrifft. Daher sieht man immer wieder 
gut behelmte Vatis, die ihre Kleinkinder ohne Helm durch den irren indischen Verkehr kutschieren. 
Außerdem seht ihr hier ein paar LKW, die mindestens so überwuchert sind wie die Steinsärge am 
Holländischen Friedhof. Was hat es damit - und mit dem verbeulten Fahrrad, den schäbigen 
Autorikschas (Tuk-Tuks) etc. - auf sich? Sie alle stehen in der Nähe einer Polizeistation. Sie wurden 
irgendwann von der Polizei konfisziert - und bleiben in der Folge so lange stehen, bis der
betreffende Fall entweder fertig bearbeitet wurde oder der Besitzer sie wieder abholen kann (was
aufgrund von Gefängnisstrafen oder unbezahlbaren Geldbußen manchmal jahrelang dauert oder
überhaupt nicht passiert ;o)) ... 

Fortbewegung in Indien: per Motorrad oder Motorroller, zu mehrt oder allein auf dem Drahtesel,
häufig auch per Bus (siehe Haltestellenfoto links, 2. von oben); Stagnation der Fortbewegung findet
dann statt, wenn die Polizei das Fahrzeug beschlagnahmt hat.
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Übrigens darf ich demnächst im Blog bikelovin einen Gastbeitrag zum Thema Südindien
posten - derzeit bin ich dort mit einem Betrag über unsere Beinmuskel-unterstützte "Brückenbezwingung" 
in San Francisco vertreten - klickedicklick. Bei der "Fahrradfrau" geht es nämlich mit dem Fahrrad 
um die ganze Welt - eine schöne und spannende Aktion, wie ich finde - falls ihr dazu ebenfalls 
etwas beizutragen habt, meldet euch doch mal bei ihr! :o)
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Glücklicherweise waren wir auf keines dieser Fahrzeuge angewiesen und wurden per klimatisiertem
Reisebus zu unserem nächsten Ziel, einem schönen Strand-Resort an der malerischen Malabarküste
gebracht:

*Grins* - was ihr da rechts in der Collage seht, war allerdings nicht unsere tatsächliche Bus-Klimatisierung. 
Wir hatten schon eine richtige (heftig blasende ;o)) Klimaanlage - aber diese Ventilatoren waren offenbar als 
Ersatzgeräte für Notfälle neben jeder Sitzbank montiert. So ist Indien nun mal - voller interessanter Provisorien 
und unglaublicher Notlösungen ;o)) Und daher passte der Slogan, der auf unserem Bus stand, auch perfekt zum Land: 
"Incredible India". Links oben seht ihr das ganze Team: Mano, unseren Reiseleiter, kennt ihr ja schon - für 
dieses Foto hat er sich ganz besonders schick gemacht :o) - in der Mitte steht unser routinierter Fahrer Harish und 
ganz rechts Vinod, der sogenannte Boy oder Beifahrer, der unter anderem für die Wasserversorgung der Fahrgäste 
und fürs Reinigen des Busses zuständig ist. Und darunter ist unser Bus zu sehen... Die Fotos der obigen
 Collage stammen übrigens allesamt nicht von unserem 7. Reisetag, aber ich fand, dass es jetzt endlich mal 
an der Zeit ist, euch das tolle Team vorzustellen, das uns durch diese Reise begleitet hat.


Bei der Ankunft im Abad Turtle Beach Resort in der Nähe des kleinen Fischerdorfes Mararikulam 
wurden wir wieder mit Blumenkränzen und einer trinkbaren Erfrischung begrüßt. Während unser 
Gepäck auf Golfwagen verladen wurde, schlenderten wir gemütlich durch die Anlage, bis wir bei 
unserem hübschen Ferienappartment ankamen – und dort sofort  in Staunen versetzt wurden: Edis 
und mein „Häuschen“ grenzte nämlich unmittelbar an den sogenannten „Butterfly Garden“ und war 
ein kleines Paradies für sich.
 




Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 
Ich habe solche Mengen an Schmetterlingen noch nie zuvor erlebt! Wie verzaubert stand ich in
diesem hübschen Garten – und war regelrecht „umschwärmt“ von Faltern der unterschiedlichsten Art
und Farbgebung! Ein unglaubliches Gefühl! Und dazu all die exotischen Blüten, die zum Teil von
drei, vier, fünf Schmetterlingen gleichzeitig besucht wurden.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ




Ein großes Schild am Eingang zum Garten klärte uns übrigens über die in der Region vertretenen
Arten auf – dennoch konnte ich nicht alle zuordnen und verlegte mich – genau wie Herr Rostrose –
darauf, die Butterflies und auch die Pflanzen zu fotografieren.





Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 
Auf dem kurzen Weg zu Strand begegnete uns noch manch anderes Tier, zum Beispiel einige Gänse,
Reiher und Streifenhörnchen, abends gab es auch wieder Flughunde in der Luft und in Bäumen
hängend zu sehen, tagsüber waren es eher Möwen und Krähen, und über dem Meer kreisten auch
immer wieder Greifvögel mit weißen Köpfen. Wir nannten sie in Ermangelung besseren Wissens
„Weißkopfseeadler“, doch sie waren viel kleiner als die Wappenvögel der USA und hatten auch nicht
ihren stark gebogenen typischen Adlerschnabel. Inzwischen habe ich erfahren, dass es sich bei diesen
eleganten Gleitfliegern um Exemplare des in Südostasien stark vertretenen Brahminenweih handelt
(eine Habichtart, von der wir noch nie zuvor gehört hatten).





Am schönen und fast menschenleeren Strand (die Malabarküste ist touristisch noch kaum erschlossen)
entdeckten wir auch diese fast durchsichtigen Krebstierchen (vorige Collage links oben), die unter anderem
auf dem Speiseplan des Brahminenweihs stehen (wenn er sie denn rechtzeitig sieht, ehe sie in ihren kleinen
Sandlöchern verschwinden ;o)) Natürlich musste ich mit meinen Zehen gleich mal ins Meer. Wirkliche
Abkühlung war das keine, aber Herr Rostrose „erwischte“ mich dennoch kreischend, als ich gerade eben
von einer Welle überrascht worden war, die bis über die hochgezogenen Haremshosenbeine schwappte.
Später warfen sich Herr und Frau Rostrose dann natürlich auch noch in Badekleidung, aber da hatten
wir dann keinen Fotoapparat mehr bei uns, und somit bleibt euch der Anblick meines Alabasterkörpers
erspart ;o))





Es gab auch noch weitere Tiere an diesem Strand zu entdecken, und zwar diese drei entzückenden
jungen Kätzchen. Wir erfuhren, dass sie ihre Mutter verloren haben und von einem der Strandwächter
adoptiert worden sind. Normalerweise lassen wir in Indien die Finger von wild herumlaufenden Tieren,
bei diesen Kleinen gelang uns das allerdings nicht ganz – sie waren auch enorm schmusebedürftig.
Ihr seht unten Herrn Rostroses Füße bzw. Schuhe, die vom mutigsten der drei Kätzchen gleich
neugierig beschnüffelt und bekuschelt wurden. Die Damenhände und die (schön braun gebrannten)
Knie, die ebenfalls auf der unteren Collage zu sehen sind, gehören allerdings nicht zu mir, sondern zu
einer anderen Urlauberin, die ebenfalls ganz verliebt in die Kleinen war. Wir hoffen natürlich sehr,
dass die drei ohne ihre Mami eine Chance haben – aber immerhin werden sie gefüttert und gestreichelt,
das ist schon mehr, als manche andere Tiere bekommen…






Wir genossen den Strand und das Meer, bis sich der Himmel zu verfärben begann (da mussten wir
natürlich wieder unsere Kameras holen ;o)) – und als es dann ans Abendessen im Restaurant des
Ressorts ging, wurden wir auch noch mit einer Vorführung dieser hübschen Tänzerin überrascht.



Wenn ihr mehr über indischen Tanz erfahren wollt, kann ich euch diesen Link empfehlen - einer
Kathakali-Vorführung, wie sie darin ebenfalls genannt wird, konnten wir übrigens während unserer
Reise auch noch beiwohnen. Tanz hat in Indien vor allem eine religiöse Bedeutung. Hier wie dort
werden auf sehr anmutige Weise Geschichten aus der hinduistischen Mythologie erzählt, die wir
Europäer in den seltensten Fällen verstehen werden - doch wir können sie staunend betrachten und
uns daran erfreuen!

Im nächsten Kapitel geht's dann weiter mit einem traumhaft schönen Hausboot-Tag auf den
Backwaters von Kerala - ich hoffe, ihr habt auch dann wieder Lust, mitzureisen!
✿✿✿✿✿ Fortsetzung folgt! ✿✿✿✿✿

Hier könnt ihr durch den Reisebericht navigieren:
zurück: Klick zum 6. Kapitel
vor: Klick zum 8. Kapitel

Zur Kapitelübersicht 

Sollte einer der Links mal nicht funktionieren, gebt mir bitte Bescheid, damit ich das rasch 
korrigieren kann! Danke!!! :o)


Fotos: Herr und Frau Rostrose
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Alles Liebe und reisefreudige Grüße, Eure Traude

✿✿✿✿✿ღღღ♥♥♥♥ღღღ✿✿✿✿✿

Sonntag, 19. Januar 2014

Gegen das Wintergrau + Aktualisierung

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Servus, ihr Lieben!



Heute kommt zur Abwechslung wieder ein "Nicht-indisches" Posting - und zwar eines, in dem ich
mit Hilfe von frischem Grün und rosigen Tönen gegen winterliches Einheitsgrau vorgehen möchte ;o) 
Vielleicht ist es euch ja eh schon aufgefallen - das läuft bei mir jetzt mehr oder weniger regelmäßig 
so ab: Nach einem oder zwei Reiseberichts-Kapiteln folgt zwischendurch ein "anderes" Rostrosen-
Thema. (Also jedenfalls sieht so der Plan aus - mal sehen, wie lange ich ihn durchziehen kann ;o))

Aktualisierung I: 
Und im tollen und interessanten Blog bikelovin gibt es von mir jetzt auch noch ein Gastposting -
und zwar hier!
 
Aktualisierung II:  
24.1.2014 - Nachträglich beteilige ich mich mit diesem Posting an der Aktion "Buntes 2014"
von Ines  - es wird aber noch ein weiteres hier dazu passendes Jänner-Posting geben, in dem ihr
"Frau Rostrose im grünen Outfit" sehen könnt! :o)





Warum ich das so handhabe?
  • Damit jene, die gerne mit mir zusammen verreisen, immer wieder Zeit finden, ihre Seelen nachkommen zu lassen. 
  • Damit diejenigen unter euch, die sich nicht so sehr für meine Urlaubsschilderungen begeistern können, hier auch etwas finden, was sie eventuell interessiert.
  • Und damit jene, die hier erst seit kurzem lesen, nicht glauben, ich wäre auf Reiseberichte fixiert - ich bin nämlich jung, dynamisch und flexibel! (Ähem. Oder zumindest flexibel ;o)) Das zeigt sich auch in meiner Themenauswahl - mal geht's um Rezepte oder Modisches, mal um Katzen oder den Garten, ums Wohnen, Konzerte, Oldtimer, Bücher oder die Natur, mal mach ich mir so meine Gedanken über dies und das... - je nachdem, was sich in Rostrosenhausen gerade so ergibt :o))

 


Neulich ergab es sich zum Beispiel, dass der Paketbote mit einem unübertrefflichen Heilmittel 
gegen gelegentliche Anfälle von Winterblues vor der Tür stand. Selbstverständlich habe ich gleich "vor 
Glück geschrien", als ich das Packerl von Zalando entgegennahm - erstens, weil es sich so gehört
(und weil der Paketbote dann immer so nett kichert ;o)) und zweitens, weil ich wusste, dass sich 
in dem Paket etwas befindet, das herrlich frische Farbe in graue Wintertage bringt! Denn leider
haben wir hier ja auch nicht immer so blitzblauen Himmel wie neulich, als ich euch von der 
Überwindung des "inneren Schweinehundes" erzählte. Und dann braucht's zur Erweckung 
der Lebensgeister etwas Buntes, Florales, Fröhliches - zum Beispiel frühlingshaftes Grün und 
dazu einen wärmenden rosaroten Hauch!




Einige von euch, die mich schon ein bisserl länger kennen, wissen bereits, dass ich ein Faible
für den Desigual-Stil habe (hier und hier habe ich euch davon erzählt) - die poppige Farbenfreude, 
der lässige Materialmix und die Schnitte, die weibliche Formen appetitlich betonen, haben's mir
einfach angetan. Natürlich ist nicht jeder Tag ein "Desigual-Tag", manchmal ist mir auch nach
dezenteren Tönen zumute - wie erwähnt, bin ich flexibel ;o)) - aber zuweilen sind die Eye-catcher 
dieser Firma genau das Richtige, um entweder meine gute Laune zu unterstreichen oder um mich in
 Schwung zu bringen. Abgesehen davon stehen mir zu meinen rötlichen Haaren manche Grüntöne
sehr gut - und kaum eine Firma bietet Kleider in so schönen Variationen der Farbe Grün wie 
Desigual. Diesmal war es jedoch kein Kleid, sondern ein Pullover, der mir auf Anhieb zusagte
- und weil ich ohnehin noch einen Zalando-Gutschein "zu Verbraten" hatte, wurde der gleich
einem guten Zweck zugeführt: der Beglückung und Bekleidung des rostigen Rösleins ;o))




Ebenfalls bei Zalando gekauft, allerdings nicht ganz so poppig-bunt, sind meine neuen Stiefletten.
Sie sind vor allem zeitlos, bequem und vielseitig. Sie machen einen "schlanken Fuß" und sie sehen 
ungefähr so aus, wie die Stiefletten, die ich davor hatte und die sich inzwischen auflösen. Eigentlich 
sehen sie so aus wie fast alle Stiefletten, die ich mir seit schätzungsweise 1985 gekauft habe. Ich gehöre 
nämlich nicht zu jenen Frauen, die einen "Schuhtick" haben - und das allein schon aus dem einen 
maßgeblichen Grund, dass ich mit 95 % der im herkömmlichen Handel erhältlichen und für mich 
leistbaren Schuhe entweder nicht gehen kann oder sie mir nicht gefallen. Ich finde Schuhe schrecklich, 
die mich zur Stelzengeherin machen wollen oder die meine Zehen zu einer V-Formation quetschen - 
Schuhe sollen das Gehen meiner Meinung nach nicht erschweren, sondern erleichtern; sie sollen den 
Fuß nicht zerstören, sondern bei seiner Arbeit unterstützen. Leider scheint es nicht viele Schuhdesigner 
zu geben, die bei Damenschuhen etwas so Profanes wie "Gebrauchstauglichkeit" im Auge haben - 
und falls doch, erschaffen sie all zu häufig reizlose Treter. 




 Wenn ich mich zu meinem Arbeitsplatz begebe, habe ich zwischen unserem Haus und dem 
Bahnhof und später zwischen U-Bahn-Station und Büro jeweils rund 10 bis 15 Minuten per pedes
 zurückzulegen - das macht pro Arbeitstag 40 bis 60 Minuten Fußmarsch. Dieser Marsch macht mir nichts 
aus, so komme ich ohne großen Aufwand zu einem gewissen Quantum Bewegung - aber das Schuhwerk 
muss dafür und für meine Füße gut geeignet sein. Ich möchte allerdings trotz alledem nicht Tag für Tag 
mit Sportschuhen unterwegs sein. Ich trage gern Kleider, und dazu mag ich Schuhe aus einem relativ 
soften Material und mit Absätzen, die nicht höher als 5 Zentimeter sind. Für mich besteht die 
Herausforderung also darin, Schuhe zu finden, die weder Folterwerkzeuge sind noch wie orthopädische 
Gehhilfen aussehen. Die schwarzen Stiefletten im dezenten Western-Style passen gut in dieses
Schema - ich habe sie mittlerweile schon an zwei Arbeitstagen getragen und bin danach ganz ohne 
Blasen und Druckstellen nach Hause gekommen.




 Ja, ihr Lieben, das sind also ein paar der kleinen Freuden des rostrosigen Alltags ;o)) Und wenn's
noch ein bisserl mehr sein darf an Erfreulichem, dann zieht auch noch ein Bund Tulpen im Rostrosen-
haus ein.

Ach, und übrigens hab ich hier NOCH etwas gegen graue Tage für euch - oder jedenfalls für
alle, die ab und zu gern einen Ball besuchen. Hierzulande gibt es ja längst nicht nur den Wiener
Opernball, sondern noch viele Bälle davor und danach - ich füge euch hier mal den Österreichischen 
Ballkalender ein - vielleicht bekommt ihr ja Lust, das Tanzbein zu schwingen? Ich hab' nämlich
entdeckt, dass es bei Zalando nicht nur meine Lieblingsklamotten von Desigual, sondern auch
wunderschöne Ballmode gibt - und sogar einen Ballguide haben sie dazu veröffentlicht: Einen
Ratgeber rund ums Thema Ballbesuch - von vorher notwendigen Terminen, um z.B. die Frisur
"balltauglich" zu bekommen, bis hin zu den Tänzen, die man auf jeden Fall beherrschen sollte.

Denn Tanzen setzt Glückshormone frei - spätestens dann hat das Wintergrau keine Chance
mehr! :o)

*****ღღღ♥♥♥♥♥ღღღ*****
Herzlichste Rostrosengrüße, eure Traude
ღღღ

Rostrose auf Facebook und Rostrose auf Google +
*****ღღღ♥♥♥♥♥ღღღ*****

Donnerstag, 16. Januar 2014

Südindien 6. Kapitel - nach Calicut und Cochin


Namaste und Namaskaram, ihr Lieben!
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Der fünfte Tag war kein guter Tag - weder für mich, noch für 
einige andere Reiseteilnehmer. Nun, wir befanden uns in Indien – es war nichts Ungewöhnliches, 
dass man hier zum Opfer der südostasiatischen Variante von Montezumas Rache wurde. Deshalb
fiel am Nachmittag die geplante Stadtrundfahrt durch Calicut aus (Calicut heißt auch Kozhikode
- nomen est omen ;o)) und deshalb entstanden auch nicht viele Fotos. Bei einigen hatten die Magen-
Darm-Probleme schon früher begonnen, bei Herrn Rostrose zum Beispiel am Vortag, und auch
unsere Freunde Moni und Hans fühlten sich – gelinde gesagt - nicht sehr wohl.

 
Hier legten wir eine Harmonie- und Übelkeitspause ein und Mano kaufte Mini-Bananen für uns


Wir hatten uns für gut gerüstet gehalten, denn bei unseren bisherigen Reisen – auch bei der Rajasthan-
Tour 2010 – waren wir immer gut mit meiner Reiseapotheke zurecht gekommen: Bioflorin, Similasan 
(homöopathische Magen-Darm-Tabletten), zur Not auch noch etwas Tierkohle. Diesmal nützte das alles
nicht. Unser Reiseleiter hatte jedoch eine eigene Bordapotheke dabei, und bei mir sowie den meisten
anderen Erkrankten unserer Reisegruppe halfen Manos Medikamente binnen ein, zwei Tagen. *)

*) Mehr zum Thema könnt ihr, falls es euch näher interessiert oder ihr selbst eine Reise nach Indien plant, im "Info-Kasten"
unterhalb des heutigen Kapitels lesen.


Hier ein Blick auf das schöne Hotel, in dem wir die folgende Nacht verbrachten, samt Umgebung  - Kadavu Resort in Calicut
 Die Aufnahmen entstanden allerdings schon am nächsten Morgen, nach einem nächtlichen Monsun-Gewitter


Leider war der fünfte Tag unserer Indienreise gleichzeitig auch mein Geburtstag. Das wäre an sich 
kein Problem gewesen, da ich um meine sogenannten „Ehrentage“ nicht gern Aufhebens mache. 
Doch bei dieser Tour wurden die Geburtstage der Reiseteilnehmer mit einer Torte gefeiert (es gab 
insgesamt drei Geburtstagskinder, eine beachtliche Schnittmenge ;o)). Die besagte Torte war bereits 
vorab vom Veranstalter geordert worden und ließ sich nicht mehr abbestellen. Und das an einem 
Tag, an dem mir so übel war, dass ich nicht einmal trockenen Reis runterbrachte. Aber ich machte 
gute Miene zum nicht ganz so guten Spiel, warf mich in Schale, lächelte und schnitt die Torte an. 
Anschließend machte ich es der noch viel kränkeren Moni nach und ging schlapp zu Bett. Gegessen
wurde das cremige Törtchen dann eben nur von jenen Reiseteilnehmern, die bislang von „Gott Shivas
 Rache“ verschont geblieben waren ;o)




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Am 6. Tag fuhren wir (nach einem „Schonkostfrühstück ;o)) ins Elefantencamp Punnathur Kotta
  (Anakkotta). Das Camp ist quasi das Zuhause von Indiens Tempelelefanten – denn jeder Tempel, 
der auf sich hält, besitzt seinen eigenen grauen Riesen.


Vor dem Elefantencamp gab's einen Stand mit Kokosnüssen - da gönnten wir uns unseren 
wohlverdienten und gesunden Kokosdrink. Die Elefanten hielten sich lieber an riesige Blätter.
  
Sie werden dem Tempel von reichen Hindus gestiftet (das bringt vermutlich „Karmapunkte“ ;o)) 
 und auch für den Lebensunterhalt der Elefanten und für einen Mahoud (der die lebenslängliche
 Pflege des Tieres übernimmt) muss Sorge getragen werden. Der Mann im violetten Hemd auf dem 
Foto oben ist einer der Mahouds und führte uns gleichzeitig durch das Camp. Daneben seht ihr das 
Gebäude, in dem die Elefantenpfleger wohnen.
 
Die großen Rüsseltiere sind nicht allen Kindern geheuer. Links in der Mitte seht ihr zwei Frauen, die einen Korb mit 
Elefantendung tragen. Wenn Kuhfladen schon so nützlich als Brettmaterial etc. sind, wie wertvoll muss dann erst 
Elefantenmist sein!
  
Rund 60 Dickhäuter verbringen in diesem Camp ihr Leben und werden für tägliche Tempelrituale 
  und für die Teilnahme an großen Prozessionen zum Tempelelefanten ausgebildet. Im Übrigen hat 
das Camp die Funktion eines Zoos und ist ein beliebtes Ausflugsziel für indische Familien. 
Europäischen bzw. modernen Standards in Sachen Tierhaltung allerdings entspricht Punnathur Kotta 
nicht – denn dem Spiel- und Bewegungstrieb sowie dem Sozialverhalten von Elefanten wird hier 
nicht ausreichend Rechnung getragen. Sie unternehmen zwar tägliche Ausflüge zum Badeplatz, 
leben sonst meiner Meinung nach aber eher wie Strafgefangene - mit Fußfesseln, um den Besuchern 
(und anderen Elefanten) nicht gefährlich zu werden.




 Auf der Weiterfahrt nach Kochi (Cochin) gab es für uns abermals einiges zu sehen (und da ich mich
an diesem Tag schon wieder etwas wohler fühlte, fotografierte ich es auch ;o))






Der (relative) Wohlstand dieser Region im Südwesten Indiens, der sich in schönen, großen
Einfamilienhäusern und in der Werbung für Luxusgüter zeigt, wurde uns durch die (ebenfalls
relative ;o)) Nähe zu den arabischen Ölstaaten erklärt. Viele Kerala-Inder arbeiten dort.
Selbst Putzjobs sind z.B. in Dubai für indische Verhältnisse enorm gut bezahlt; dadurch werden
nicht nur ganze Familien erhalten, sondern es wird ihnen auch ermöglicht, stattliche Villen
zu bauen und Dinge zu kaufen, die weit über das Lebensnotwendige hinausgehen.

Bei den riesigen Plakaten ließ sich einmal mehr feststellen, dass weiße Haut hier ein Schönheitsideal
ist – sämtliche Models sind hellhäutig, manche sogar blauäugig. Vielleicht erklärt sich dadurch auch,
weshalb uns so viele winkten, vor allem Kinder und Jugendliche. Es war lustig zu beobachten –
zuerst sahen sie gelangweilt und zufällig in unsere Richtung, dann bemerkte die ersten, dass da
Bleichgesichter im Bus saßen, da ging ein regelrechter Ruck durch die Menge und plötzlich
strahlten, kicherten oder winkten so ziemlich alle, die etwas von uns mitbekommen hatten.



Der junge Mann, der sich da so verwegen aus einem Busfenster reckt, war eine Geschichte für sich: Zuerst saß er mit 
dem etwas älteren rundlichen Mann zusammen (siehe kleines Bild links unten) - vermutlich ein Kollege, denn er trug 
die gleiche Kleidung – dann entdeckte er mich (ich saß neben Herrn Rostrose im Bus und wir warteten auf unsere Weiter-
fahrt), und er war kaum noch zu halten: Er winkte, grinste, sandte heiße Blicke, ließ sich mehrmals von mir fotografieren,
lieh sich zwischendurch einen Kamm von seinem Kollegen, um sich hübsch zu frisieren; er fuchtelte mit den Händen, 
offenbar wollte er mir etwas mitteilen, ich verstand ihn nicht; er nötigte seinen Kollegen, ihm einen Stift und einen 
Zettel zu geben, schrieb WHERE ARE YOU FROM? darauf und hielt den Zettel aus dem Busfenster. Ich schrieb 
"Austria" in die Luft und las von seinen Lippen, dass er zuerst America flüsterte, dann Australia. Ich weiß nicht, ob er 
begriffen hat, dass wir aus einem kleinen Land in Europa stammen und ich konnte es ihm auch nicht erklären, denn 
kurz darauf fuhren wir ab, ich winkte, er winkte heftiger – ich wüsste wirklich gerne, was die Menschen in Indien in 
uns sehen …



Das alles ereignete sich aber erst NACH unserem Spaziergang durch Cochin; das „Sightseeing“ in 
dieser Stadt habe ich übrigens als etwas unergiebig in Erinnerung. Wir waren später als geplant 
angekommen, allerdings waren an diesem Tag ohnehin einige Einrichtungen nur bedingt oder gar 
nicht zu besichtigen, was wir dem "Staatsbesuch" von Prinz Charles und seiner Camilla zu verdanken 
hatten. (Ihr seht das Willkommens-Transparent für die beiden an dem heruntergekommenen Haus?)
Der sogenannte Dutch Palace, der auf unserem Besichtigungsplan stand, befand sich kurz vor der 
Sperrstunde, man ließ uns aber noch ein. Dann jedoch drängte man darauf, dass wir schnell machten, 
und als unser örtlicher Führer uns zur einen oder anderen Wandmalerei noch etwas erklären wollte, 
drehte man uns kurzerhand das Licht ab. Der Führer erzählte uns dann, dass der Leiter des Museums
(das sich in staatlicher Hand befindet) für seine Unhöflichkeit bekannt ist. Einer anderen Gruppe 
hatte man angeblich das Eintrittsgeld abgenommen, sie dann aber nicht mehr eingelassen. Diese 
Einrichtung kann ich allein deshalb schon keineswegs empfehlen. Außerdem durfte man nicht 
fotografieren – zwei oder drei Reisegefährten, die es aus Protest gegen die schlechte Behandlung 
dennoch getan hatten, wurden vom Museumspersonal eingeschlossen und mussten von Mano 
„befreit“ werden.
 


Die Jüdische Synagoge hatte Dank des hochrangigen Besuches an diesem Tag auch nicht mehr 
geöffnet. (Thank you, Charlie!) Von außen sieht sie eher schlicht aus, im Internet findet man 
allerdings Aufnahmen, die diese für Indien ungewöhnliche religiöse Stätte zeigen - und ich muss
sagen, da wäre ich wirklich gern reingegangen. (Klickt z.B. zu diesem Wikipedia-Artikel; hier 
könnt ihr die Synagoge von außen und innen sehen und außerdem einiges über die interessante
Geschichte der Juden von Cochin erfahren. Hier noch andere Aufnahmen der Paradesi-Synagoge.)
Aber immerhin konnte man sich in den Einkaufsstraßen rund ums Jüdische Viertel von Kochi ein 
bisschen am Duft von Gewürzen, der Farbenpracht von Stoffen und am Anblick mehr oder
weniger echter Antiquitäten erfreuen. Am interessantesten in Kochi fand ich persönlich allerdings
die Chinesischen Fischernetze - doch die bekamen wir erst am nächsten Morgen zu sehen 
(Fortsetzung folgt :o))...

Hier könnt ihr durch den Reisebericht navigieren:

zurück: Klick zum 5. Kapitel
vor: Klick zum 7. Kapitel 
Zur Kapitelübersicht   

Sollte einer der Links mal nicht funktionieren, gebt mir bitte Bescheid, damit ich das rasch 
korrigieren kann! Danke!!! :o)




Nun noch ein ganz herzliches Willkommen an euch, die ihr euch hier neu als LeserInnen eingetragen habt -
wie schön, dass ihr mich in den Weiten der Bloggerwelt entdeckt habt! Und vielen Dank an alle, die
hier schon länger lesen! Ich freue mich über jeden einzelnen Besuch - und natürlich ganz, ganz besonders über
die lieben Kommentare, die ihr mir immer wieder schreibt!!!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
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Alles Liebe und reisefreudige Grüße, Eure Traude


Rostrose auf Facebook und Rostrose auf Google +
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(o: "Info-Kasten" :o)

Manche von euch haben mir geschrieben, wie mutig sie es finden, dass ich mich in so ferne, fremde Länder wie Indien wage. Ich finde mich nicht mutig, aber ich weiß natürlich, dass ein Urlaub in Asien keine Kinderjause ist. Wenn man ein Land wie Indien in Erwägung zieht, muss man sich im Vorfeld fragen, ob man bereit ist, für das ungewöhnliche Erlebnis auch verschiedenste Impfungen sowie das eine oder andere Restrisiko in Kauf zu nehmen. Wir waren nicht "blauäugig" unterwegs - hatten unsere Impfungen gegen Hepatitis, Typhus, Polio und Tetanus aufgefrischt, trugen teure Malaria-Stand-by-Medikamente bei uns und hatten uns außerdem mit Nobite Insektenschutz für Haut und Kleidung eingedeckt. 

Das möchte nicht jeder - und es ist gut, wenn man sich selbst kennt und weiß, dass man dafür nicht der Typ ist. Für mich war Reisen schon als Kind interessant, obwohl mir im Auto regelmäßig übel wurde. Vielleicht habe ich ja Seeleute in meiner Ahnenreihe, fahrendes Volk oder Forschungsreisende - es liegt mir jedenfalls im Blut. Meine Eltern fuhren samt der kleinen Rostrose mit dem Wohnwagen nach Korsika, Kroatien, Italien, ... Das machte mich neugierig auf den Rest der Welt - eine Welt voller Abenteuer, voll mit Neuem, voll mit „Entdeckbarem“, voll mit sprühendem Leben! Wenn man solche Abenteuer und so viel Leben verspüren möchte, gehört es schlichtweg dazu, auch das eine oder andere Risiko zu tragen – Mut ist dabei nebensächlich. Ich reise, weil ich ich bin und nehme in Kauf, dass dabei nicht immer alles wunderbar ist: Manchmal wird einem etwas gestohlen, manchmal gerät man in eine brenzlige Situation, manchmal wird man krank... Ich habe das alles schon erlebt, doch es behindert meine Reisefreude nicht.

Auch wenn Durchfall bei einer Busreise alles andere als angenehm oder praktisch ist, riet uns unser Reiseleiter Mano von einer „Stilllegung“ des Darms mit Imodium ab. Er hatte allerdings eine eigene (auf Indien abgestimmte) Bordapotheke dabei, und bei Edi und mir sowie den meisten anderen Erkrankten unserer Reisegruppe halfen Manos Medikamente innerhalb von ein, zwei Tagen. Leichte Kost wie Reis und Bananen und der Saft der Kokosnuss, der als natürliches Durchfallmedikament und Elektrolytspender gilt, taten ihr übriges. Nur unsere Freundin Moni, die von vorne herein einen empfindlichen Darm hat und auch in Indien scharfes Essen vermied, hatte sich eine besonders hartnäckige Shigellose eingefangen. Sie erholte sich leider während der gesamten Reise nicht wirklich und musste sich anschließend einer recht heftigen Antibiotikatherapie unterziehen.
 
Inzwischen wissen wir, was wir beim nächsten Mal schon vor und während der Reise tun sollten: Denn alle Reiseteilnehmer, die eine Prophylaxe mit Reise-Omnibiotic oder ähnlich wirkenden "guten" Darmbakterien gemacht hatten, blieben gesund. Und diese Art der Vorbeugung kann ich daher allen, die ebenfalls in ein Land wie Indien fahren wollen, wärmstens empfehlen.