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Mittwoch, 5. August 2015

Irland-Reisebericht - Dublin on Bloomsday Teil 2

Hello, ihr Lieben!
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Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes:
1. Kapitel - Dublin Tag 1 und 2
15. Kapitel - Carrowmore Megalithic Cemetery, wilder Atlantik, Glenveagh National Park - Tag13 
16. Kapitel - Nordirland und zurück nach Dublin - Tag 14 und 15 

1. Zusatzkapitel - Irland vor 20 Jahren Teil 1 (inkl. aktuellen Tipps)
2. Zusatzkapitel - Irland vor 20 Jahren Teil 2 (inkl. aktuellen Tipps)

KLICK zur Irland-Reisebericht-Startseite



Wie schön, dass ihr beim Lesen meines ersten Bloomsday-Reiseberichtes offenbar genauso viel
Spaß hattet wie ich beim Erzählen über diesen tollen Tag! Wie versprochen geht es gleich weiter mit
den restlichen Fotos und Erlebnissen vom 16. Juni 2015 - und wie ich euch ebenfalls versprochen
habe, gibt es heute für euch ein Frau-Rostrose-mit-Hut-Foto zu sehen. Denn als ich einige der 
hübsch zurechtgemachten Damen und Herren vor unserem historischen Autobus fotografierte,
meinten sie, ich solle doch ebenfalls mit aufs Foto. Und damit ich zum Ambiente passe, setzte
mir unsere Begleiterin Laura ihren feschen Hut auf. Passt mir nicht schlecht, oder (?):


Lauter gut behütete Leute! ;o) Man beachte bitte außerdem die sagenhaften Ohrringe der Dame rechts unten! 
Die Collage ist auch gleich mein Beitrag zu Sunnys Um Kopf und Kragen - und zu Rettet die Lachfalte!
 


 Wie ich euch ja neulich schon geschildert habe, waren an diesem Tag auch jede Menge Presseleute
und Kamerateams am Glasnevin Friedhof, um über das Bloomsday-Spektakel zu berichten. Die 
beiden rothaarigen Buben standen mit ihrer Mutter im Publikum, und weil sie so passend zurecht-
gemacht waren, wurden einige Zeitungsleute auf sie aufmerksam und sie wurden für Pressefotos
(und zu Limo & Cupcakes ;o)) in unseren Bus eingeladen. Die Gelegenheit, von den fotogenen Jungs
ein paar Aufnahmen anzufertigen, mussten wir Rostrosen natürlich auch gleich nützen - schließlich
und endlich hat man ja doch nicht sooo oft die Gelegenheit, richtige Bilderbuch-Iren *) vor die Kamera
zu bekommen.

*) Denn trotz des Klischees hat nur jeder zehnte Ire (lt. Wikipedia) tatsächlich einen roten Haarschopf (und 30 Prozent 
tragen die genetischen Anlagen in sich) - aber das sind doch um ein paar mehr als die (angeblichen) 2 Prozent, die es in 
Deutschland und Österreich gibt. (Die meisten "Gulaschblonden" - wie man hierzulande so gern zu uns Rothaarigen sagt -
 leben übrigens in Schottland: 13 Prozent!) Jedenfalls fühlte ich mich in Irland allein schon aufgrund der relativ zahlreichen 
Rotschopfsichtungen gleich richtig heimisch - und bedauerte ein bisserl, dass meine Eltern nicht gleich nach ihrer Hochzeit 
nach Irland ausgewandert sind. (Dort wären mein Bruder und ich gewiss weniger Spott ausgesetzt gewesen als in Wien... 
und außerdem mag ich das irische Klima!)


Die haarfarblich perfekt harmonierende Laura kam natürlich ebenfalls mit aufs Bild!



 Vom Glasnevin Friedhof aus fuhren Herr und Frau Rostrose dann wieder in die Dubliner Innenstadt,
um zu schauen, ob es auch dort ein paar Bloomsday-Aktivitäten gibt. Wie Edi durch seine Ulysses-
Lektüre *) weiß, spielt unter anderem das Pub Davy Byrnes eine Rolle in dem Roman: Hier nimmt 
der Hauptprotagonist Leopold Bloom ein Gorgonzolakäsesandwich und ein Glas Burgunder zu sich.
 Und tatsächlich spielte sich rund um dieses Pub wieder einiges ab. Damit ihr euch ein Bild von den
wirklich schrägen und witzigen Darbietungen überall in Dublin machen könnt, schaut euch doch bitte
 dieses kurze, unterhaltsame Video des James Joyce Centers an: KLICK  (Man kann dieses Video
auch ohne weiteres ansehen und anhören, wenn man kein Englisch versteht ;o))

*) Übrigens kann man den Bloomsday auch ganz hervorragend genießen, ohne jemals etwas von Joyce gelesen zu haben. 
Ich bin dafür das beste Beispiel - zwar lese ich gern, aber der Ulysses hat mich bislang nicht gereizt. Meiner Meinung nach 
fällt das nicht unter den Begriff "Bildungslücke". Von den Leuten im Bloomsday-Tour-Bus war mein Mann der einzige, der 
die Geschichte von Leopold Bloom und seinen Erlebnissen tatsächlich gelesen hat... (Laura hat nämlich herumgefragt ;o))

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Hier gibt's noch einen Plan für euch, wenn ihr euch selbst auf die Spuren von Joyces Dublin 
machen wollt: KLICK.

 
Da hat mal wieder jemand sein Ulysses-Exemplar mitgebracht - und vor Ort kann man offenbar Davy-Byrnes-Hüte
erstehen; auch andere Pubs und Lokale bieten am Bloomsday Strohhüte an und die Gäste machen reichlich Gebrauch von 
dieser Möglichkeit; wahre Damen von Welt tragen natürlich exquisitere Hutmodelle aus eigenem Anbau; unten rechts seht ihr 
den James-Joyce-Darsteller aus dem Video mit einem Pint Guiness an einem Pub-Tisch sitzen; die James-Joyce-Statue links 
daneben hat ebenfalls einigen Schmuck abbekommen ;o))


Zur unteren Collage gibt's mal wieder eine Geschichte: Ich entdeckte in einer kleineren 
Zuschauer-Menschenmenge einen Gentleman, der die traditionelle Kombination aus Burgunder und 
Gorgonzolasandwich zu sich nahm (die es, wenn ich richtig informiert bin, im Davy-Byrnes-Pub 
nur am Bloomsday gibt). So, wie ich neulich schon die Schotten fragte, ob ich ihre Beine knipsen
darf (klick), fragte ich nun also diesen Mann, ob ich ein Foto seiner Speise und seines Trunks 
machen dürfe. 

"Oh", meinte der gute Herr (natürlich in englischer Sprache und mit sehr enttäuschtem Gesichts-
ausdruck), "und ich hatte so gehofft, dass Sie von mir ein Foto machen wollen!" HUPS! Aber
selbstverständlich! Immer gern! Wer hätte damit gerechnet? Und wer kann einem so charmanten 
Lausbubenblick schon widerstehen!?! ;o) Das Foto von Sandwich und Wein gab's dann noch als 
Draufgabe. 




 Und sagt selbst -
sind diese Menschen, die sich da mit Spaß und Begeisterung für diese Veranstaltung
zurechtmachen und diesen Tag feiern, nicht herrlich lebendig, wundervoll lachfaltig, großartig
humorvoll - kurz: einfach toll!!!??? Spätestens in zehn Jahren will ich wieder am 16. Juni nach
Dublin, und dann habe ich meine eigene Bloomsday-Ausrüstung dabei - inklusive Hut, versteht
sich ;o)) [Und vielleicht lese ich bis dahin ja doch den Ulysses ;o)]


 Als wir etwas später unser Thailändisches Pappschachtel-Mittagessen*) auf einer Wiese im hübschen
St. Stephen’s Green-Park einnahmen, erkannten wir an diesen beiden Ladies, dass solch ein Hut 
durchaus auch noch andere Funktionen erfüllen kann - z.B. schützt er bei einem kleinen Nickerchen
 vor Sonnenlicht in den Augen... ;o)


Mein Beitrag zum Natur-Donnerstag von Jutta K.: Idylle im St. Stephen’s Green-Park  


*) Falls ihr euch fragt, ob wir in Dublin immer aus Kartons gegessen haben: Nein, natürlich nicht. Wir haben jeden Tag 
im Hotel ordentlich gefrühstückt, und dann brauchten wir erst am Nachmittag ein "Mittag-Nachtmahl". Einmal waren wir
 im Kylemore, dort gibt es ganz gute irische Hausmannskost zu moderaten Preisen, einmal beim Japaner, und am Bloomsday
 stand uns der Sinn nach einem schnellen Take-Away, weil wir uns nirgendwo reinsetzen wollten - deshalb gab es Thai-
Nudeln. Beate wollte wissen, wie das Essen in Dublin bzw. in Irland so ist - also ich fand keinen Grund zur Beschwerde ... 
und manchmal war's sogar richtig köstlich... (aber darüber ein andermal mehr)! 


Wer keine Lust darauf verspürt, Dublin auf literarischen Wegen zu erkunden, könnte sich alternativ
auch auf die Spuren jenes Volkes begeben, das u.a. eine Hauptverantwortung für den relativ großen
Rothaarigenanteil hat: die Wikinger, welche ihre Gene (und nicht nur diese) im 9. Jahrhundert auf
die Insel mitbrachten ;o) Hier unten seht ihr Amphibienfahrzeuge aus dem 2. Weltkrieg, mit denen
man solche Wikingertouren (lt. Homepage zu Wasser und zu Land) unternehmen kann - natürlich
stilgerecht mit gehörntem Helm! (Stell' ich mir ziemlich lustig vor - vielleicht buchen wir so eine
Tour beim nächsten Mal ;o)) Natürlich kann man auch eine Kutschfahrt unternehmen - oder man
macht es so wie die drei witzigen Ladies: setzt sich einen schrulligen Stoffhelm oder Leprechaun-
Hut auf und schleppt eine Horde trommelnder und singender Hare Krishna hinter sich her. (Das war
die deutlich ungewöhnlichste "Prozession", die wir in Dublin sahen...;o))





Herr Rostrose und ich hatten hingegen nach unserer Mittagspause im Park das Bedürfnis, uns in
aller Ruhe das nahe gelegene und architektonisch interessante Stephen's Green Shopping Centre
anzusehen - hier könnt ihr auch einen Blick auf die Außenansicht werfen. (Nun, offen gestanden
gingen wir vor allem in das Shopping-Center, um dort die WC-Anlage aufzusuchen ;o) Aber foto-
grafisch gab es ebenfalls einiges her...)

Danach bummelten wir auch noch kurz durch die Markthalle George Street Arcade und naschten
dort weder ein Cupcake noch Fudge (Karamell), noch erstand ich eins der süßen Fifties-Kleider...
(Ja, ich weiß, das klingt nach purer Enthaltsamkeit. Aber wir hatten bereits Lauras Cupcakes genossen,
und viel mehr Nascherei am Tag tut uns nicht gut... Und was die Kleider betrifft - ich glaube, ich
müsste noch lange auf Naschereien verzichten, um da im Taillenbereich bequem reinzupassen ;o))

[Ich habe mir allerdings in einem Dubliner Second-Hand-Laden ein weißes Kleidchen gekauft -
das zeige ich euch "demnächst in diesem Theater"!]




Dann setzten wir dem angebrochenen Nachmittag noch eine Krone auf, indem wir dem
Dublin Castle einen Besuch abstatteten. Wobei so richtig "die Krönung" war der Schlossbesuch
auch wieder nicht. Oder ich sag mal so: Extra wegen dieses Schlosses braucht man nicht nach
Dublin zu kommen, und mit Anlagen wie Schönbrunn oder Versailles kann es an Pracht und
Ausstattung nicht mithalten. Aber dafür hat es eine lange Geschichte zu bieten. Bestimmt wäre
eine informative Führung durch das Schloss sinnvoll gewesen, aber dazu hatten wir an diesem
Tag keine Lust mehr  - er war auch so schon voll mit Eindrücken gewesen und zählte dank des
bunten Bloomsday-Treibens zu unseren Reise-Highlights!





Hier unten noch ein paar Eindrücke, die wir unterwegs bzw. auf dem Rückweg zu unserem Hotel
"einsammelten" - u.a. die wunderschöne Bar The Bank on College Green und die sehenswerte
Überdachung des Eingangsbereiches des Olympia-Theaters:





Zu guter Letzt will ich noch ein drittes Versprechen einlösen (nach den beiden, die ich im ersten
Absatz erwähnt habe): Ich werde euch ein paar Bilder unseres Hotels zeigen (und auch das
"Entstehungsfoto" des Fassadenbildes - denn ohne mich vor dem Haus in die Knie zu begeben,
hätte ich nichtmal annähernd so viel von der Hotelfront auf das Foto draufbekommen ;o))

Das Gresham Hotel ist ein gediegenes Hotel in wirklich toller Lage - ganz in der Nähe der
Innenstadt, aber noch nicht im lauten Bereich der Pubviertel ;o))


Alles in allem finde ich das Hotel empfehlenswert - gewisse Probleme hatte ich jedoch damit,
dass unser Zimmer in den Hinterhof rausging - und dass dort Möwen nisteten, die in der Nacht
einen ziemlichen Lärm schlugen... (was aber offenbar nicht immer und nicht in jedem Raum zu
akustischen Belästigungen führt, denn unsere Freunde Monika und Michael, die vor drei Jahren
im September in Dublin waren und im Gresham gewohnt hatten, konnten sich an kein Möwen-
gekreische erinnern ;o))


Ich weiß, dass ich ein Ferkel bin - aber beim Fotografieren kann ich auf meine Klamotten keine Rücksicht nehmen ;o))

Ja, ihr Lieben, so viel also zu Dublin. Demnächst begeben wir uns auf die virtuelle Weiterreise, 
die uns (mehr oder weniger) rund um die Insel führen wird ... aber zwischendurch kommt zur 
Abwechslung wieder etwas Anderes... Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ihr wieder mit mir
mitgereist seid! 


Fotos: Herr und Frau Rostrose
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Herzlichst, eure rostrosige Reise-Traude  
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Freitag, 31. Juli 2015

Irland-Reisebericht - Dublin on Bloomsday Teil 1

Hello again, ihr lieben neuen und
treuen LeserInnen!
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1. Kapitel - Dublin Tag 1 und 2
15. Kapitel - Carrowmore Megalithic Cemetery, wilder Atlantik, Glenveagh National Park - Tag13 
16. Kapitel - Nordirland und zurück nach Dublin - Tag 14 und 15 

1. Zusatzkapitel - Irland vor 20 Jahren Teil 1 (inkl. aktuellen Tipps)
2. Zusatzkapitel - Irland vor 20 Jahren Teil 2 (inkl. aktuellen Tipps)

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Willkommen zum 2. Kapitel meines Irland-Reiseberichtes - ich freue mich, dass ihr da seid!
 Heute wird es höchst literarisch zugehen im Rostrosenblog - und zugleich werdet ihr viele 
wundervolle Lachfalten zu sehen bekommen. Ein paar der liebenswerten Strahle-Fältchen gehören der
wirklich reizenden rothaarigen Dame mit Hut, die ihr auf der unteren Fotocollage sehen könnt - wenn
sich's Herr und Frau Rostrose richtig gemerkt haben, lautet ihr Name Laura. Sie möge uns verzeihen,
falls sie das hier jemals liest und unser Namensgedächtnis uns beide getrogen hat ;o)) .... 

Laura war unsere charmante Begleiterin während einer sogenannten "Bloomsday-Tour" - was es damit 
auf sich hat, werde ich euch gleich genauer erklären - sie versorgte uns und die anderen Fahrgäste des 
Vintage-Stockautobusses mit Cupcakes, Limonade, freundlichen Worten, einem herzlichen Wesen,
Luftballons, Informationen ... - und fotografiert hat sie uns netterweise ebenfalls :o)




 Links oben seht ihr das Bloomsday-Team des Hop-on-Hop-off-Busses - rechts neben Laura mit der 
roten Krawatte unser Busfahrer, links der Herr mit Hut, der uns mit geschichtlichen und literarischen 
Hintergründen versorgte. Die Hüte haben übrigens auch eine Bedeutung ... Hätte ich vorher gewußt, 
wie wichtig Hüte am Bloomsday sind, hätte ich mir natürlich auch einen mitgenommen ;o))

Vom Hutband des Herrn hier unten erhaltet ihr schon mal eine wichtige Information: An diesem
Tag geht es um den irischen Schriftsteller James Joyce (1882-1941) - oder genauer gesagt um eine 
seiner Romanfiguren: Leopold Bloom.



Die Iren sind stolz auf ihre Literaten, Poeten, Kunstschaffenden ...  Auf dieser Collage seht ihr im Uhrzeigersinn: das 
Bachelor Inn, dessen Fassade rundum mit Zitaten von irischen Berühmtheiten geziert wird, hier James Joyce, Oscar Wilde,
Bram Stoker - die zweite Seite der Fassade seht ihr hier; die James-Joyce-Statue in Dublin, Ecke North Earl Street - O'Connell 
Street; Foto der jungen Nora Barnacle mit ihrer Mutter (?); James Joyce und ein Zitat aus Ulysses; nochmal die Statue; 
James Joyce nach der Hochzeit mit Nora Barnacle im Jahr 1931 - via
  [Zum Vergrößern des Kleingedruckten klickt bitte gleichzeitig Strg und +]


Der Bloomsday wird in Dublin - und inzwischen an vielen weiteren Orten in der ganzen Welt - am 
16. Juni gefeiert. Denn in Joyce's Roman Ulysses (engl. für Odysseus) erlebt der Leser einen Tag im 
Leben des Hauptprotagonisten Leopold Bloom und - in Anlehnung an Homers Irrfahrten des 
Odysseus - dessen (Irr-)Gänge durch Dublin. Dieser spezielle Tag des Leopold Bloom ist der 
16. Juni 1904.

Es heißt, dass dieses Datum eine spezielle Bedeutung für James Joyce hatte, da er an diesem Tag zum ersten Mal mit seiner 
späteren Ehefrau Nora Barnacle (1884-1951) ausging. Das ist allerdings nur die "Kurz-Version", die längere könnt ihr am 
Ende dieses Posts nachlesen ;o) *) Und im Bildtext unter der vorigen Collage könnt ihr lesen, dass Joyce und Barnacle erst im 
Jahr 1931 geheiratet haben - also viele Jahre nach ihrem ersten Date (was hauptsächlich  damit zu tun hatte, dass Joyce die 
Institution der Ehe ablehnte).

Es gibt sogar ein Blooms-Hotel in Dublin, das vor allem durch seine psychedelisch-bunt bemalte 
Fassade mit Figuren aus "Ulysses" auffällt. Das Vorbild für die Romanfigur der Molly Bloom (rechts 
unten) soll natürlich ebenfalls Nora Barnacle gewesen sein:





Herr Rostrose ist ein sehr belesener Mann - er hat den Ulysses bereits dreimal gelesen (und nach 
eigener Aussage "noch immer nicht ganz verstanden" ;o)) - und er wußte auch, dass an den jeweiligen 
Schauplätzen des Ulysses am 16. Juni stets die betreffenden Szenen aus dem Buch nachgespielt werden.
Eine genauere Vorstellung davon hatten weder er noch ich, doch auf jeden Fall haben wir unsere Reise 
so geplant, dass wir am Bloomsday in Dublin sein würden. Im Blooms Hotel haben wir aber trotzdem
nicht gewohnt - und auch nicht im Finn's Hotel (siehe Collage unten), in dem Nora Barnacle im Juni
1904 Zimmermädchen war. (Unser Hotel werde ich  euch im nächsten Posting zeigen.)




Abgesehen von Finn's Hotel kamen wir während der Bloomsday-Sonderfahrt des Busses an
verschiedenen anderen Bauwerken und Orten vorbei, die entweder im Leben von James Joyce oder
im Roman Ulysses eine Bedeutung haben - oder die zumindest in Joyces Dubliner Zeit schon existiert
haben. Die Drogerie Sweny (oben) ist zum Beispiel ein Schauplatz des Romans, denn hier kauft
Leopold Bloom für Molly Zitronenseife.


The Brazen Head (unten) exisiterte zu Joyces Zeiten auf jeden Fall bereits, denn es ist "Ireland's Oldest
Pub" und wurde im Jahr 1198 gegründet! Die Government Buildings wurden in den Jahren 1904 bis 
1922 erbaut, das Art-Deco-Gebäude darunter (mit dem blauen Dach) wurde hingegen erst 1929 errichtet,
aber die dazugehörige Herrenbekleidungs-Schneiderei Burton wurde bereits im Jahr 1900 gegründet.

Auch Oscar Wilde (1854-1900) hat man ein Denkmal gesetzt, und zwar ein sehr legeres bzw. sein 
"Dandytum" hervorhebendes (ganz lässig lehnt er auf einem Felsen im Dubliner Merrion Square):





Ganz gewiss existiert hat zu James Joyces Zeiten bereits der Glasnevin Friedhof
 (Glasnevin Cemetery), und hier lässt der Autor auch eine Szene seines Ulysses spielen (‘Hades’
 – Episode 6). Der Friedhof ist auch ohne Bloomsday schon einen Besuch wert - wunderschöne
Steinmetzarbeiten, alte verwitterte Gräber, einen typischen irischen Rundturm und die Gräber
vieler berühmter Persönlichkeiten gibt es hier zu sehen. (James Joyce ist hier allerdings nicht
begraben - er fand auf dem Friedhof Fluntern in Zürich seine letzte Ruhestätte - und auch 
Oscar Wildes Grab befindet sich nicht auf dem Glasnevin Friedhof, sondern in Paris...) Wenn
ihr hier klickt, könnt ihr an einer interessanten (englischsprachigen) Friedhofsführung 
teilnehmen.




Am Bloomsday allerding spielten sich ganz andere Szenen hier ab. Kennt ihr das Lied von Wolfgang
Ambros Es lebe der Zentralfriedhof? In Anlehnung daran könnte man singen "Am Glasnevin 
Friedhof is' Stimmung, wia's sei Lebtog no net wor..." (Wobei sich diese gute Stimmung ja offenbar
alle Jahre wieder am 16. Juni wiederholt ;o)) Die honorigen Herren hier unten sehen zwar nicht sehr 
lachfaltig aus - kein Wunder, sie sind Schauspieler und stellen die Hades-Szene aus dem Buch dar - 
doch der Rest der Anwesenden ist nicht nur voll bei der Sache, sondern auch ziemlich guter Dinge. 
Presse, Funk und Fernsehen sind anwesend, viele Besucher haben sich von Kopf bis Fuß in 
historische Kleidung gehüllt, manche von ihnen werden später auch interviewt, es wird gelauscht und 
geplauscht, manche haben ihr Exemplar des Ulysses mitgebracht, um die Szene mitlesen zu können, 
einige tragen Blüten am Revers, ... und wie ihr in den folgenden Collagen deutlich erkennen könnt, 
sind Hüte wirklich ziemlich wichtig... (Sogar auf einem der Grabsteine gibt es einen Hut!)





Mit den folgenden freundlich-fröhlichen Gesichtern verabschiede ich mich für
heute (natürlich verlinke ich sie auch wieder bei der Aktion "Rettet die Lachfalte") - ich verspreche
euch aber feierlich, dass ich mich schon bald mit Teil 2 meiner Bloomsday-Schilderungen melden
werde - da bekommt ihr dann u.a. auch Frau Rostrose mit Hut zu sehen ;o) ... und erfahrt außerdem,
was wir an diesem Tag sonst noch unternommen haben (und das war einiges ;o))



Fotos: Herr und Frau Rostrose
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Bis bald, ihr Lieben - und habt einen guten Start in den August!
Herzlichst, eure rostrosige Reise-Traude 
 
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Rostrose auf Facebook und Rostrose auf Google +
 

PS:
Danke für eure lieben Zeilen zu meinem vorigen Post Bloggerspaziergang mit Hund -
ich freu' mich sehr, dass es euch Spaß gemacht hat, mit Elisabeth, Margit, Hundedame Emma
und mir durch Laxenburg zu bummeln - und Nina lässt sich dafür bedanken, dass sie von
einigen süß gefunden wurde ;o))
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*) Hier kommt noch die oben versprochene "längere Version" ;o)

 In Wikipedia ist zu lesen, dass James Joyce am 16. Juni 1904 seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle 
zum ersten Mal traf, auf der Bloomsday-Seite der James-Joyce-Centers hingegen ist nachzulesen, dass  
Joyce und Nora einander erstmals am Freitag, 10. Juni 1904 begegneten, und zwar in der Nähe des Finns
  Hotels, wo Nora als Zimmermädchen arbeitete. Sie verabredeten sich wieder für den 14. Juni, aber Nora
  versetzte Joyce. Daraufhin schrieb er ihr einen Brief ins Hotel, um eine neue Verabredung zu treffen, und lt. 
Joyces Biographen fand dieses Rendezvous am 16. Juni 1904 statt. 

Joyce soll in diesem Zusammenhang später zu Nora gesagt haben: ‘You made me a man.’ - was sinngemäß 
bedeuten kann: "Du hast mich erst zu einem richtigen Menschen gemacht" - oder aber auch "Du hast mich 
zum Mann gemacht." Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit fand also an diesem 16. Juni ein ganz besonderes 
und für Herrn Joyce sehr erinnerungswürdiges zwischenmenschliches Ereignis statt - und dem hat er mit seinem
 Roman ein Denkmal gesetzt, wie es wohl kein zweites auf der Welt gibt. Immerhin wird der 16. Juni mittlerweile
 von Joyce-Anhängern in der ganzen Welt als Bloomsday gefeiert. 

Die Beziehung der beiden war allerdings nicht immer rosig - zwischen 1908 und  1910 kam es nach einer 
Fehlgeburt zweimal zu einer mehrmonatigen Trennung. Und auch Joyces Beziehung zu Irland war keineswegs 
ungetrübt. Ab 1904 lebten die beiden fast ausschließlich außerhalb Irlands, und nachdem Joyces Prosawerk
Dubliners im Jahr 1912 vom Verleger wegen Unmoral abgelehnt worden war, beschloss das Paar, nie wieder 

nach Irland zurückzukehren - woran sich allerdings nur James Joyce strikt hielt.