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Sonntag, 12. August 2012

Die Kathedrale des Meeres und der Palast der katalanischen Musik

Hola, ihr Lieben,
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vielen Dank für euer Interesse an meinem Marchfelderhof-Posting!
Viele von euch fanden es toll und originell und wollen es kennenlernen, 
wenn sie mal nach Wien kommen, anderen wiederum hat es nicht so gut gefallen, 
fanden es zu überladen.
Ja, dieses Lokal ist etwas Besonderes - und wie alles, das einzigartig ist, 
ist es auch nicht jedermans oder jederfraus Sache. 
Aber wie auch immer eure Meinung dazu war - jetzt wisst ihr immerhin,
welches Ambiente hinter dem Namen Marchfelderhof steckt und die Entscheidung, 
ob ihr das Restaurant besuchen wollt, wenn ihr mal in der Nähe seid, 
fällt euch dadurch bestimmt leichter :o)

Heute treiben wir uns wieder in anderen Regionen Europas herum, 
denn es ist wieder an der Zeit für ein weiteres Kapitel meines Barcelona-
Reiseberichtes.

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Beim letzten Mal sind wir ja im Palau Güell gewesen, das unweit von La Rambla
gelegen ist. Wenn man diese Flaniermeile nun überquert, kommt man direkt ins
Gotische Viertel, in dem wir uns während der vergangenen Tage bereits häufger herumgetrieben hatten.

Und auch diesmal wollte mein lieber Göttergatte wieder ins Barri Gòtic
- denn dort befindet sich auch die Kirche
 Santa Maria del Mar.


Im Grunde genommen, ist Herr Rostrose gar nicht so der große "Kirchgänger",
aber während dieses Städtetrips hat er gleich auf zwei Kirchenbesichtigungen bestanden -
die erste betraf natürlich die Sagrada Familia - weil sie berühmt ist und weil er sie als
Kind schon gesehen hatte -  und die Santa Maria del Mar wollte er sehen,
weil er über ihren Bau, der von 1329 bis 1383 dauerte, gelesen hatte...
Und zwar in dem historischen Roman
"Die Kathedrale des Meeres"
von Ildefonso Falcones. Dadurch war er einfach neugierig geworden auf dieses 
gotische Gotteshaus, das neben La Catedral für viele als das bedeutendste und schönste
der Stadt gilt.


  
Falls euch mittelalterliche Romane im Allgemeinen und solche über Barcelona
im Besonderen interessieren, habe ich neben dem obigen Buchtipp übrigens noch einen
von Chufo Lloréns,
eine Geschichte, die sich noch etwa dreihundert Jahre früher abspielt und
unter anderem gute Einblicke in das Gotische Viertel und den Call (das Judenviertel 
von Barcelona) gibt.



Die Einrichtung und das Chorgestühl der Kirche Santa Maria del Mar
wurden im Bürgerkrieg zerstört, und so kann man sich bei der Besichtigung vor allem auf die 
kunstvoll gearbeiteten farbigen Glasfenster konzentrieren, die
zum Großteil aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stammen.


 

Nach unserem Kirchenbesuch waren wir müde und durstig und machten
eine kleine Rast in einem der zahlreichen gemütlichen Kaffehäusern der Stadt ...


... amüsierten uns anschließend über die folgende Gestaltung eines Schaufensters...

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... und wanderten dann weiter zu jenem am nordwestlichen Rand der Altstadt
in den Himmel ragenden Gebäude,
das in den Jahren 1905 bis 1908 als "Ode an Katalonien"
im Auftrag des katalanischen Nationalchors errichtet wurde:

 

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... zum Palau de la Música Catalana
das als innovativstes, gewagtestes und überraschendstes Werk
des katalanischen Architekten
 Lluís Domènech i Montaner gilt.
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Lluís Domènech i Montaner war ein Zeitgenosse von Antoni Gaudi und bildete
mit ihm zusammen und mit dem dritten Star-Architekten dieser Zeit,
Josep Puig i Cadafalch, das sogenannte "Triumvirat des Modernisme". 
(Modernisme wurde die katalanische Variante des Jugendstils genannt.)

Ein Beispiel für die unterschiedlichen Interpretationen
dieses Stils durch die drei Architekten habe ich euch in meinem Posting über
den "unharmonischen Häuserblock" gezeigt - ihr erinnert euch?



Nach der Casa Lleo Morera  
seht ihr hier nun also ein weiteres Werk von Domènech i Montaner-
und meiner Meinung nach ist bei diesem Gebäude
allein schon der Bereich mit dem Café äußerst sehenswert - findet ihr nicht auch?!
(Ungefähr in der Bildmitte seht ihr übrigens Frau Rostrose beim Anstehen
um ein Getränk - leider war die Barfrau allein und ziemlich überfordert ;o))


Doch natürlich hätte es uns nicht genügt, nur diesen winzigen Bereich des
wunderbaren Bauwerkes kennenzulernen.
Es gibt allerdings für gewöhnlich nur zwei Möglichkeiten,
das Innere des Musikpalasts zu besichtigen: entweder im Rahmen eines Konzertes
oder im Rahmen einer etwa 50 Minuten dauernden Führung.


Diese Führungen finden ab 10 Uhr vormittags im Abstand von einer halben Stunde
statt - abwechselnd in englischer, spanischer und katalanischer Sprache. Da die
englische Führung schon ausgebucht war, hielten wir uns an einen
witzig klingenden, aber durchaus vernünftigen Tipp in unserem
Reiseführer und wählten eine katalanische Führung, denn diese haben normalerweise
die geringsten Teilnehmerzahlen :o))


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Ich muss dazu sagen, dass Herr Rostrose und ich weder der spanischen noch
der katalanischen Sprache mächtig sind, aber ich hatte dennoch nicht den
Eindruck, "nichts" zu verstehen.
Vermutlich liegt es daran, dass unsere nette katalanische Führerin bereits
auf ein Publikum eingestellt war, das die Sprache nicht oder nicht gut
beherrscht. Sie sprach langsam, mit pantomimischen Gesten untermalend,
und es war einfach auch schön, dem Sound des Katalanischen zu lauschen.

Zuerst wird ein kurzes Filmchen vorgeführt, in dem u.a. auch einige Berühmtheiten
(wie Montserrat Caballé) zu Wort kommen. Man sieht ihnen die Begeisterung,
in diesem wunderschönen Gebäude mit dieser traumhaften Akustik musizieren
zu dürfen, richtiggehend an der Nasenspitze an.

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Und auch Herr Rostrose und ich waren begeistert!
(Dabei haben wir freundlicherweise nichtmal gesungen ;o))

Seht euch diesen Saal an - die atemberaubende gläserne Decke, die prunkvollen
Verzierungen an Wänden und Säulen, die Orgel, die von großen bunten Glasfenstern
eingerahmt wird, der Bühnenhintergrund, der mit musen-ähnlichen Terracottafiguren
auf rotem Mosaikgrund dekoriert ist - einen viel schöneren, würdigeren
Rahmen für ein klassisches Konzert kann man sich wohl kaum vorstellen!


Ich hoffe, auch euch hat meine kurze Führung durch den katalanischen Musikpalast 
gut gefallen.

 

Nun verlassen wir das Gebäude wieder und wandern ein Stück weiter...
und was sehen wir unterwegs? Eine alte Apotheke,
die im selben Stil gestaltet ist wie der Palau de la Música Catalana:
Ich finde es einfach wunderbar, welche Zeit man sich damals genommen hat,
um ein Bauwerk zu gestalten... selbst wenn es sich dabei bloß um einen
Laden handelte, in dem Medizin verkauft wurde...


Wohin uns unsere braven Füße als nächstes trugen, 
zeige ich euch ein andermal!
Für heute lasse ich euch allerliebste Rostrosengrüße da,
heiße meine neuen LeserInnen ganz, ganz herzlich WILLKOMMEN
und schicke euch allen viele liebe Küschelbüschel!!!

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Auf bald, eure Traude
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