Posts mit dem Label Freudenbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freudenbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 10. Oktober 2009

Il Giardino dei Tarocchi ...


~~♥~~
Wenn das Leben ein Kartenspiel ist, dann sind wir geboren worden, ohne die Spielregeln zu kennen. Und doch müssen wir mitspielen.
Niki de Saint Phalle

~~♥~~

... der Tarotgarten der Niki de Saint Phalle
wird nur eines meiner heutigen Themen sein
- aber eines, auf das ich mich schon seit einiger Zeit außerordentlich freue und dessen Vorbereitung wunderschöne Erinnerungen in mir geweckt hat. Denn mit diesem einzigartigen Ort verbinde ich ganz besondere Glücksgefühle.
~~♥~~

~~♥~~
Und hier kommt noch eine kleine Vorschau
auf meine beiden anderen heutigen Themen:
  • Die süße Beagle-Dame Jeannie wurde aus dem Krankenhaus entlassen!!!!!!
  • Mina hat mir einen weiteren Kreativ-Blogger-Award verliehen! (Unfassbar: That's TRIPPLE!!! ;-))


~~♥~~

Nun also zunächst einmal zum "Giardino dei Tarocchi"! Seht euch doch bitte zur Einstimmung dieses YouTube-Video an:

http://www.youtube.com/watch?v=V4AOBsVlY94&feature=related

Ist dieser Ort nicht unfassbar?!

~~♥~~
Es war Mitte der 1980er-Jahre, als ich in der Zeitschrift "Cosmopolitan" auf einen Artikel über die Künstlerin Niki de Saint Phalle stieß, der mich sofort in seinen Bann zog.




Wie alle anderen könnt ihr auch dieses Bild wieder vergrößern!


~~♥~~
In dem Artikel war u. a. auch von einem Park in der Toskana die Rede, einem "Skulpturengarten", der an einem noch geheim gehaltenen Ort unweit der Stadt Grosseto im Entstehen begriffen war. Die Künstlerin erfüllte sich damit ihren großen Lebenstraum, und zahlreiche andere Künstler (wie ihr langjähriger Lebenspartner Jean Tinguely)
sowie Handwerker aus der Region wirkten daran mit.
Im Jahr 1979 hatte man mit der Errichtung der ersten Figuren begonnen, und es hieß in der Reportage, dass es bis zur Fertigstellung noch gute 10 Jahre dauern würde.

~~♥~~

~~♥~~

Ich führte damals zwar kein Tagebuch, aber ein "Freudenbuch"
- das war der Name, den ich mir dafür ausgedacht hatte.
In dieses Buch klebte ich Bilder, Postkarten, Zeitungsartikel, und ich schrieb Texte und Zitate hinein, die ich immer wieder ansehen wollte, die mich zum Nachdenken brachten, kurz: die mich inspirierten und / oder
die mein Herz erfreuten.
Der Artikel über die 1930 geborene Ausnahmekünstlerin und ihren Park musste da natürlich
unbedingt hinein!!!
Und ich nahm mir fest vor, den Tarotgarten zu besuchen, sobald dies möglich war!

~~♥~~
In der Zwischenzeit begann ich mich selbst ein bisschen für Tarot zu interessieren. Allerdings war es für mich auf Dauer weniger interessant, in die Zukunft zu blicken (da kam ohnehin nie etwas für mich Aufschlussreiches heraus ;-)), doch hinter jeder Karte steckt eine weise Bedeutung oder Botschaft, die jeder Mensch in sein Leben integrieren kann.
Und einige Tarotkarten sind ausnehmend kunstvoll gestaltet - das war es wohl, was mich am meisten daran faszinierte.


~~♥~~

~~♥~~

Hier seht ihr z.B. das "Daughters of the Moon Tarot" mit seinen runden, farbenfrohen Karten,
das ich mir irgendwann aus purer Lust am Schwelgen in diesen Bildern kaufte.


~~♥~~

~~♥~~

Außerdem begann ich mich für Fliesenkunst zu interessieren,
denn ich hatte gelesen, dass die Großplastiken im Tarotgarten zu einem Großteil mit farbenprächtigen Mosaiken verziert wurden.
Ich machte mich schlau über Antoni Gaudi,
Josep Maria Jujol (klickt bitte auch hier)
oder Friedensreich Hundertwasser

und ich begann selbst erste Mosaike zu legen.

~~♥~~

~~♥~~
Das Servier-Tablett auf dem Foto ist übrigens auch ein Rostrosen-Werk, allerdings schon aus einer späteren Ära ;-)

~~♥~~

~~♥~~

Eines schönen Tages erfuhr ich, dass der Tarotgarten im Jahr 1996 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde. Ich kaufte mir einen Reiseführer - und tatsächlich, darin stand dasselbe!

~~♥~~

~~♥~~
Diese kleine Collage habe ich aus Fotografien zusammengestellt, die dem schönen Bildband
"Niki de Saint Phalle - Bilder - Figuren - Phantastische Gärten" (erschienen im Prestel-Verlag) entstammen.

~~♥~~
Mittlerweile waren 10 Jahre seit dem "Cosmo"-Artikel vergangen und ich hatte eine eigene kleine Familie,
doch meinen Traum vom Besuch des "Niki-Parks"
hatte ich nie, nie, nie aus den Augen verloren.

(Ich verliere meine großen Träume ohnehin so gut wie nie aus den Augen.
Eine Kollegin sagte mir mal: "Ich finde es faszinierend, wie du einen Traum nach dem anderen wirklich werden lässt!"
Um alle meine Träume zu erfüllen müsste ich allerdings 700 Jahre alt werden du die Welt müsste etwas anders funktionieren, aber ich tu' was ich kann ;-))


Also Urlaub gebucht - und auf in die Toskana!
Das war Ende Juni 1996.


~~♥~~

Unser toskanisches Urlaubsparadies, ein gelbes Landhaus, in das wir uns mit einer befreundeten Familie eingemietet hatten, befand sich ziemlich zentral, in der Nähe des Städtchens Montalcinello. Am 2.7.1996 brachen wir in Richtung
Capalbio auf, das ist die kleine Ortschaft in der Süd-Toskana, in deren unmittelbarer Umgebung der Tarotgarten errichtet worden war. Uns irritierte schon auf der Hinfahrt, dass nirgendwo Schilder auf die Existenz des Parks hinwiesen. In Capalbio ernteten wir zunächst nur Achselzucken, als wir nach dem Tarotgarten fragten. (Wir sprechen kein Italienisch, versuchten es auf Englisch, vielleicht war das das Hauptproblem...) Dann gab uns aber schließlich doch noch jemand den zielführenden Tipp; wir nahmen die richtige Straße hügelabwärts - und als wir um eine Kurve kamen, sahen wir schon einige der höchsten Figuren des Parks in der Ferne leuchten! Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind! Voller Vorfreude! Um wenige Minuten später auf das Bitterste ernüchtert zu werden: Das Tor zum Giardino dei Tarocchi war verschlossen. Einfach ZU... Ohne irgend einen Hinweis. Auf dem Tor hatten andere Besucher bereits Nachrichten hinterlassen. Eine davon lautete "Niki, we are soo disappointed!"

****

Disappointed?

Enttäuschung war für mich in diesem Zusammenhang ein Hilfsausdruck!
Eine kleine Welt war in mir am zusammenbrechen! Ich hatte mehr als 10 Jahre lang auf diesen Tag gewartet! Wir standen auf dem verwaisten Parkplatz, ich starrte auf den Gitterzaun, der mich von Nikis enormen Plastiken trennte, die Tränen rannen mir über die Wangen und ich überlegte zugleich, wie ich es doch noch schaffen könnte, in den Park zu kommen. Eine Lücke im Zaun suchen (oder eine hineinschneiden)? Über das Gitter klettern? (So war ich immer schon - eine Art "Pfadfinderin" - oder zumindest "Pfad-Sucherin" - in ausweglos erscheinenden Situationen.) Meine Tochter war damals gerade mal drei Jahre alt und spürte bereits, wie dringend ich auf der anderen Seite des Zaunes sein wollte. Alle waren so lieb zu mir, aber mir war trotzdem einfach nur nach Heulen oder Zaun-zerschneiden.

****


Und dann kam die Wende.
In Form eines Autobusses mit Touristen aus Deutschland. Auch sie waren offenbar den falschen, voreiligen Informationen aufgesessen. Wir sahen, dass eine Frau - offenbar die Reiseleiterin - über eine Gegensprechanlage beim Tor Verhandlungen führte und sprinteten hin. Es hieß, die Bauarbeiten wären noch nicht beendet, man könne niemanden hineinlassen. Die Reiseleiterin ließ einen empörten Redeschwall in italienischer Sprache los, es ging eine Weile hin und her - und dann ... plötzlich ... kam Bewegung in das Tor! Es krachte in der Gegensprechanlage - und dann verkündete die Reiseleiterin ihrer Gruppe: "Wir dürfen rein - für zehn Minuten!" Der allgemeine Jubel war riesig groß. Aber gewiss freute sich niemand so maßlos, so unhaltbar, so unbändig wie ich!
Mein berühmtes "Massel" - dieses ererbte "Glück im Unglück" - hatte mal wieder zugeschlagen! Seither empfinde ich eine große Sympathie für deutsche Touristengruppen! ;-)

~~♥~~

~~♥~~

Auf der Collage hier oben seht ihr - neben einem weiteren Satz Tarotkarten aus meinem Besitz und meinem kleinen Freudenbuch - ein paar Einblicke in unser Fotoalbum von diesem ersten wunderbaren, wundersamen Besuch im "Niki-Park". Übrigens dauerten die "zehn Minuten" fast eine Stunde, die ich wie in einem Rausch erlebte. Ich selbst habe an diesem Tag kein einziges Foto gemacht - ich habe bloß aufgesaugt. Wenn ihr die Collage anklickt, seht ihr links im Fotoalbum ein Bild, auf dem man ganz klein mein strahlendes Gesicht erkennen kann. Daneben habe ich hingeschrieben "Traude im Glück". Mehr gab und gibt es dazu nicht zu sagen.

~~♥~~

~~♥~~

Vier Jahre später, im Sommer 2000, folgte unser zweiter Toskana-Urlaub.
Und natürlich fuhren wir auch dieses Mal wieder nach Capalbio, um den Giardino dei Tarocchi zu besuchen - diesmal ganz "legal & offiziell". (Im Gegensatz zum ersten Besuch mussten wir nun auch Tickets erwerben ;-))
Auf den oberen Fotos seht ihr, wie grau und wolkenverhangen sich der Himmel zu Beginn unseres Besuches präsentierte - doch auch dieses Mal half mein Glück wieder mit - im weiteren Verlauf unseres Besuches im Tarotgarten sah der Himmel dann so aus (siehe unten) - und ich selbst strahlte auch diesmal wieder genau so:


~~♥~~


~~♥~~

Wie man sieht, laden die Figuren zum Berühren, zum spielerischen Umgang ein, und das ist auch nicht verboten. Sie sind dazu gemacht, Nähe zu erzeugen und sie bereiten großen und kleinen Menschen Freude.

In einer der riesenhaften Plastiken, der Figur der Herrscherin (die üppige Frauenfigur mit dem schwarzen Gesicht - siehe unten), hat Niki de Saint Phalle während der Bauarbeiten übrigens gewohnt!


~~♥~~




~~♥~~
Leider verstarb die Künstlerin Niki de Saint Phalle am 21. Mai 2002 - also etwa zwei Jahre nach unserem bislang letzten Besuch des Tarotgartens - im Alter von 71 Jahren.

~~♥~~
So, nun aber zu meinem nächsten "Tagesordnungspunkt" - die liebe Mina hat quasi für eine "Vertrippelung" meines Kreativ-Blogger-Award-Anteiles gesorgt! Danke, du Schatz! Und ganz besonders süß und lieb undundund ... und überhaupt! ... fand ich dazu Minas Begründung - die will ich euch daher auch nicht vorenthalten:

... heute nominiere ich:

"Traude" - weil ich sie - trotzdem wir uns eigentlich nicht kennen -
total in mein Herz geschlossen habe und ich jedesmal so richtig
in ihren Postings "versinke" und die Welt um mich herum vergesse ...


Liebe Mina - DANKE! - ich strahle schon wieder so wie auf meinen Toskana-Glücksfotos!
Und weißt du was: Ich mag dich auch richtig gern (mochte ich dich schon vor der Award-Verleihung, aber das weißt du ja)!

~~♥~~


~~♥~~
Auch der untere "Thank-you-Award" stammt übrigens von Mina - ihn hat sie pauschal an alljene verliehen, die auf ihren Blogs Werbung für ihr Wohltätigkeitsprojekt im "House 21" machen. Wer ebenso angetan ist wie ich von den drei Beauties, kann diesen Blog also noch bei sich bewerben und sich den attraktiven Award "krallen" ;-)

~~♥~~


~~♥~~

Und nun zu meinem letzten Punkt für heute -
einem Thema, das mir ebenfalls ganz besonders am Herzen liegt:
Jeannie hat ihre Operation gut überstanden und konnte wieder nach Hause entlassen werden!

~~♥~~


~~♥~~
Hier seht ihr eines der ersten Fotos, das Beate Knappe von ihrer Jeannie nach der Entlassung aus der Tierklinik aufgenommen hat.

~~♥~~

~~♥~~
Und hier die glücksstrahlende Beate mit ihre Jeannie!

Wie ich erst über Elianes Blog erfahren habe, kam Jeannie aus einem Versuchslabor;
Beate hat sich des Beagle-Mädchens im Vorjahr mit großer Hingabe angenommen.
Ich finde Menschen großartig, die einer hilflosen Kreatur ein neues, besseres Leben zu schenken versuchen - umso großartiger, wenn es sich dabei um Menschen handelt, die selbst keineswegs zu den "Reichen dieser Welt" gehören!
Sie hätte auch sagen können "Ach, eigentlich kann ich mir gar keinen zweiten Hund leisten, vielleicht rettet diesen Hund ja irgend jemand anderer."
Aber sie hat es nicht gesagt - und Jeannie zu ihrer Negrita dazugenommen.

Und ich finde alljene Mitbloggerinnen großartig, die Beate das Gefühl geben, dass sie nun nicht allein dasteht mit den finanziellen Problemen, in die sie die enorm kostspielige tierärztliche Behandlung Jeannies gestürzt hat.
Insgesamt sind durch Spenden und Verkäufe bereits etwas mehr als 700 Euro für Jeannie zusammen gekommen! Das ist ein herz-erwärmendes Ergebnis für diese erste "Sammel-Woche"!

Allerdings betragen die Tierarztkosten insgesamt mehr als 2.000,- Euro!!!
Eine enorme Summe für eine Freiberuflerin, die sich um zwei Tiere kümmert und mit einem kaputten Auto fahren muss.
Ich hoffe daher sehr, dass auch die letzten Abwartenden oder Zweifelnden unter euch ihrem Herzen einen Stoß geben und
entweder auf den Spendenbutton bei Beate klicken
oder für 5 Euro eine Jeannie-Spendenpostkarte kaufen
oder einen von Beates kreativen Shops besuchen, z.B. diesen hier ...

... oder aber auch bei der lieben Renate D. Socken bestellen!
(Besucht dazu ihr Posting vom 7. Oktober.)
Im Moment ist noch ein Paar Socken lagernd - und zwar dieses hübsche, blau mellierte (doch ich bin mir sicher, dass Renate bei Interesse aus Bloggetonien weiter stricken würde):

~~♥~~

~~♥~~

Den Kaufpreis in Höhe von 15 Euro spendet Renate zur Gänze für Jeannies Behandlungskosten!

~~♥~~

Nun wünsche ich euch allen noch ein wunderschönes und entspanntes Wochenende
und bedanke mich herzlich für all eure liebenswerten Kommentare!

Auf bald und alles Liebe
Traude
~~♥~~