Freitag, 4. August 2023

Rückblick auf den Rostrosen-Sommer 2023 - Teil 1

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Servus, ihr Lieben,

ich hoffe, ihr seid gut und gesund im August angekommen! Im vorigen Jahr habe ich am Beginn meines Sommer-Rückblicks geschrieben "Vieles war schön, jedoch nicht alles - aber so ist es nun mal, das echte Leben..." Diese Worte treffen auch auf den diesjährigen Sommer zu (und wahrscheinlich auch auf den Frühling, den Herbst und den Winter)...

Und so starteten wir in den Juni mit einem traurigen Ereignis - dem unerwarteten und viel zu frühen Tod eines lieben Bekannten. Die Trauerfeier führte uns auf einen der größten Friedhöfe Europas, und wir verbanden diesen Besuch mit einem ausgedehnten Spaziergang. Denn wie man auch in Wikipedia nachlesen kann: 

Der Zentralfriedhof gehört aufgrund seiner vielen Ehrengräber, der Jugendstil-Bauwerke und des weitläufigen Areals zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien. 

 

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Unser Spaziergang führte uns vor allem zu den alten Grabmalen, zu den Prominentengräbern und in den jüdischen Friedhofsteil. Ich zeige euch heute nur ein paar wenige Fotos - ihr seht z.B. das Falco-Grab und eine Beethoven-Gedenkstätte - doch ich hoffe, dass ich es in diesem Jahr noch schaffen werde, euch weitere Bilder von diesem beeindruckenden Friedhof zu bieten.

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Zum Glück ging es nach diesem Start mit dem Juni für uns recht positiv weiter, und ich habe euch darüber auch schon einiges erzählt, nämlich in meinem Blogbeitrag Lavendelzeit.

Beerenzeit und ein gesundes Rezept:
In dem "Lavendelzeit"-Posting erzählte ich euch auch von einer Kräuterführung im Garten der Kräuterpädagogin Katharina Klaus. Dort erfuhren wir, wie man aus Schwarzen Johannisbeeren und Traubenzucker einen "Immunbooster" herstellen kann. Und da in unserem Garten gerade die Ribisel reif waren, probierte ich das einfache Rezept aus: 

No waste: Die Reste der zermatschten Schwarzen Johannisbeeren, die im Sieb zurückblieben, gab ich am nächsten Morgen in mein Müsli, und für einen leckeren Ribisel-Saft war auch noch genug da.

Die gesäuberten Schwarzen Johannisbeeren durch ein Sieb drücken und den Saft mit so viel Traubenzucker vermischen, dass eine dicke Creme entsteht. Diese Paste mehrere Tage trocknen lassen. (Falls sie sich als zu feucht herausstellt, eventuell noch etwas Traubenzucker dazugeben.) Wenn die Oberfläche schon trocken ist, bricht man diese am besten auf und dreht die Stücke um, damit sie auch auf der anderen Seite trocken werden. Wenn alles gut durchgetrocknet ist, kann man die  Stücke (z.B. in der Küchenmaschine) fein mahlen und das Pulver in Gläsern aufbewahren.

Katharina erzählte uns, dass ein täglicher Tee-Löffel von diesem Pulver zu Beginn des Kindergarten- oder Schuljahres für Kinder und Lehrpersonen die perfekte Immunkraft-Stärkung ist. Außerdem schmeckt es gut und sieht hübsch aus 😋😊.

Natürlich naschten wir die gesunden Ribisel in rot und schwarz auch "einfach so" oder gemeinsam mit unseren Garten-Erdbeeren und Himbeeren als Obstsalat.

Heurigen-Besuch und "Ausgeh-Look":
Die Fotos in der folgenden Collage stammen schon vom 25. Juni - da hatte einer unserer Lieblingsheurigen "ausg'steckt". 

Für alle Nicht-Österreicher: Ein Heuriger ist eine Art Buschenschank, in der - zumeist - nur für ein paar Wochen im Jahr Wein aus eigenem Anbau ausgeschenkt wird. Der Name stammt vom "heurigen" Wein, also vom Jungwein, allerdings bieten die Lokale längst auch andere Getränke an. Wenn der "Heurige" geöffnet hat, wird ein „Buschen“ vor dem Tor angebracht (= ausgesteckt), der üblicherweise aus Fichten-, Tannen-, Föhren- oder Wacholderzweigen, manchmal auch aus Stroh besteht. Inzwischen bieten viele Heurigenlokale in Österreich schon weit mehr an als die traditionelle "Brettl-Jause" oder andere kalte Speisen - wir aßen dort z.B. Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat.

Hier seht ihr, was ich zu diesem Heurigenbesuch trug.

Die ü30Blogger & friends haben gerade wieder eine neue [Blogparade] unter dem Motto Night owls – Ausgehlooks für Nachtschwärmer*innen - und hier seht ihr also gleich einen meiner "Ausgehlooks" dieses Sommers. Mein Motto beim Ausgehen lautet - fast - immer: ein bisserl aufgebrezelt, aber auf jeden Fall bequem. Auf diese Weise entsteht bei mir zumeist eine Art Boho-Look.

Der weinrote Biobaumwollrock, das dunkelviolette Biobaumwoll-Shirt und das cremeweiße Spitzentop darüber sind alle schon sehr lange in meinem Fundus - und werden da wohl auch noch lange bleiben - ebenso die Kette mit den Kunststoffperlen in Lila und Weiß.

Außer diesem Ausgehlook werdet ihr in meinem heutigen Post noch einige weitere sehen.

Ein paar unserer Garten-Stars im Juni

Carnuntum und Schloss Hof:
Am 29. Juni besuchten wir mit der NÖ-Card die Römische Siedlung Carnuntum und die Tiere im Schlosspark von Schloss Hof. Darüber möchte ich euch demnächst mehr erzählen.
 

Spaß mit dem Enkelsohn:
Natürlich haben wir im Juni und Juli auch wieder einige Zeit mit unserem Enkel Jamie verbracht. Er ist jetzt ca. 20 Monate alt und schon sehr unternehmungslustig. Je nach Wetterlage, Lust und Laune gibt es Spielplatzbesuche, Kuchenbacken und Baggerfahren in der Sandkiste, Wasserspaß im Planschbecken oder Schwimmbad, oder es wird mit altem Kochgeschirr "musiziert" und "gekocht". (Diesmal gab es Steine 😁.)

Auch "Austritte" auf dem alten Schaukelpferd müssen immer wieder sein. Das etwa 50 Jahre alte Pferdchen haben wir von meiner Tante Sigrun bekommen - es gehörte schon ihren fünf Kindern und ihren Enkelkindern, die aber mittlerweile alle "herausgewachsen" sind. Wenn Jamie zu uns kommt, führt einer seiner ersten Wege zu dem Schaukelpferd (oder zu Edis Elektronik-Klavier).

Wien-Besuchs-Outfit:
Am 30. Juni hatten wir etwas in Wien zu erledigen; das war mein luftiges Outfit (das durchaus auch als Ausgehlook durchgeht): 
 
Öko-Leinenrock von Waschb*r und die (etwas dunklere) Leinenjacke mit Spitzeneinsätzen und Holzknöpfen, die ich 2018 auf einem Markt in Spanien erstanden habe. Dazu rote Kette, rote Schuhe, roter Lippenstift. Ein roter Gürtel wäre auch noch gut gewesen...

Rosen & Co:
Wie immer im Juni (und zum Teil noch im Juli) blühten auch in diesem Jahr viele Rosen in unserem Garten. Die rot-weiß-panaschierten ungefüllten Rosen wachsen in unserem Vorgarten, die Clematis auch. Die gefüllte rosarote Rose und die Glockenblumen gibt es in unserem "Hauptgarten". Weitere Fotos von unseren Gartenpflanzen im Juni und Juli werde ich einfach kommentarlos in diesem Post "dazwischenstreuen".

Mini-Bloggertreffen:
Meine in München lebende Blogfreundin Andi und ihr Mann Michi (mit denen wir z.B. 2022 auf Mallorca waren) kommen ab und zu mal durch Österreich durch, um Andis in Ungarn lebende Mutter zu besuchen. Und manchmal schaffen wir bei der Gelegenheit, uns für ein paar Stunden zu treffen. So war es auch am 1. Juli 2023. 

Mein Outfit an diesem Tag bestand aus einem mehrere Jahre alten Des*gual-Kleid, einer dunkelblauen Dreviertel-Legging und einer kurzen Bluse, die mir meine Freundin Gaby vor mehr als 30 Jahren geschenkt hat. Zu all dem Blau trug ich Schuhe und eine Kette in Grün.
 

Zuerst fuhren wir gemeinsam zum Mittagessen in ein Wirtshaus - das Wia z`'haus Kraus in Hof am Leithaberge. Dort schmausten wir gut und "traditionell Österreichisch" - ich z.B. ein Eierschwammerlgulasch mit Semmelknödel, die Männer Zwiebelrostbraten,  Andi - ganz kalorienbewusst - einen bunten Salat mit Rohschinken. Danach gab's Kaffee - und vor allem die witzige Tasse mit den Tassen drauf musste ich natürlich für Elizabeth' T Stands For Tuesday 🍹🍵🍺🍷🍸 fotografieren 😁! Anschließend fuhren wir mit unseren Freunden noch auf ein paar Plauderstündchen zu uns nach Hause, dann mussten die beiden nach Ungarn weiterfahren.

Frida Kahlo und Botanischer Garten:
Am 5. Juli verknüpften wir zusammen mit unseren Freunden Brigitte und Peter zwei Aktivitäten in unserer Hauptstadt. Zum einen gab (und gibt es noch) im Wiener Botanischen Garten eine Ausstellung zum Jubiläumsjahr der Tropenstation La Gamba in Costa Rica, zum anderen besuchten wir endlich die tolle immersive Frida-Kahlo Ausstellung in der Wiener Marx-Halle. Wie wohl unschwer zu erkennen ist, habe ich mich outfitmäßig an Frida Kahlos Stil angepasst. Doch über all das möchte ich euch gerne demnächst mehr erzählen.

Neues Outfit:
Beim Gudrun-Sj*den-Sommer-Sale lachte mich ein Mantelkleid aus Öko-Baumwolle an, dessen Muster mich ein bisschen an Bilder Gustav Klimts erinnerte. 
 
Wir ihr vielleicht wisst, liebe ich Mantel- und Hemdblusenkleider, die Farbmischung ist genau "meins" und es kostete nur die Hälfte vom Normalpreis. Trotzdem überlegte ich eine Weile, bis ich zuschlug. In der Collage unten seht ihr das Kleidungsstück, wie ich es an drei verschiedenen Tagen im Juni und Juli kombinierte.

Die legere olivgrüne Hose ist ebenfalls neu (siehe auch übernächste Collage) und ebenso die Sandalen ganz rechts. Diese sind vor allem als wasserfeste Viel-Geh-Sandalen gedacht - also sowohl für Urlaube als auch für unser sonstiges Unterwegs-sein.

Hose:
Hier nochmal ein näherer Blick auf die olivgrüne Hose aus umweltfreundlicher Viskose - aus dem Sale von Tch*bo. 
 
Diesmal kombinierte ich die Hose mit meinem selbstbemalten Seidenmantel , den ihr z.B. von HIER kennt, und dem Shirt, das ihr oben beim "Frida-Kahlo-Look" seht:
 

Am 8. Juli fand in der Hauptstadt des Burgenlandes das Musikfestival im Park des des Schlosses Esterházy statt, das wir seit Jahren immer wieder gern besuchen, weil wir die dortige Woodstock-Atmosphäre lieben und die auftretenden Bands teilweise zu den "Helden unserer Jugendjahre" zählen. (HIER könnt ihr einen Blick auf meine Schilderungen der Lovely-Days 2022 werfen, HIER auf meine Eindrücke von 2019.) Das Programm von 2023 sah folgendermaßen aus:
13:30 Uhr Einlass
14:00 Uhr Bluespumpm feat. Harri Stojka
15:15 Uhr Birth Control

16:35 Uhr John Lee Hooker Jr
18:00 Uhr The Original Wailers feat. Al Anderson
19:45 Uhr Manfred Mann's Earth Band
21:30 Uhr Jethro Tull
23:25 Uhr Joss Stone
  


Und das war in diesem Jahr mein Festival-Outfit:

Meine Kleidung war angepasst an meine "Festival-Bedürfnisse": Bequemlichkeit, Luftigkeit, gut zum Tanzen geeignet, Schutz vor Sonne und eventueller Abend-Kühle bietend. Aber wie immer war es auch in diesem Jahr sehr heiß, und diesmal hielt das trockene, warme Wetter bis zum Ende durch. Wir fanden glücklicherweise wieder einen Schattenplatz unter "unserer" Trauerweide. Von hier aus konnten wir die Musik gut genießen.

Erst bei Manfred Mann's Earth Band und bei Jethro Tull stürmten wir möglichst weit vor zur Bühne, um den Bands näher zu sein und mitzusingen, mitzutanzen, das Leben zu feiern. Und das taten wir.

Was den späten Auftritt von Joss Stone betrifft - da mussten wir leider passen. Wie schon im vergangenen Jahr waren wir - obwohl wir in jüngeren Jahren lange durchgehalten haben - nach einem langen Konzerttag müde und fuhren deshalb nach Jethro Tull nach Hause. An "normalen" Tagen gehe ich immer noch selten vor 1 Uhr nachts schlafen - oft ist es auch später - aber ich halte es nicht mehr aus, so lange zu tanzen oder zu stehen oder mich zu konzentrieren - überhaupt wenn es heiß ist. So viel zur Frage in der ue30Blogger-Blogparade, ob ich eher ein "früher Vogel", eine "Lerche", "Nachtigall" oder "Nachteule" bin: Ich bin ein alternder und schon etwas flügellahmer Nachtvogel 😂...

ue30blogger-bloggeraktion-juli-2023-nightowls

Übrigens feiert dieses "Bloggernetzwerk von ü30 bis ü60" in diesem Sommer zehnjähriges Jubiläum - und somit sage ich HAPPY BIRTHDAY, liebe ü30Blogger and friends! 🍰🥂🍹🎂 Ein paar Blumen aus meinem Garten gibts auch noch dazu:

Street Art am Donaukanal:
Am Ende meines 13. Costa-Rica-Kapitels gab es ein kleines "Spezial", in dem ich euch einige wenige Fotos von einem Treffen mit Günther zeigte, meinem lieben alten Freund aus WG-Zeiten (also späte 1980er! 😁). Wir trafen uns am 13. Juli in einem karibischen "Strandrestaurant" namens Casa Caribeña an der Wiener Summerstage am Donaukanal. Dort gibt es nicht nur viele Sommerlokale und die Möglichkeit, entlang des Wassers zu joggen oder zu radeln, sondern auch jede Menge Graffiti. Ein paar davon zeige ich euch heute für Samis Monday Mural - einige andere werden vermutlich noch folgen:
 
 
Treffen mit Annemarie:
Unsere Freundin lud uns am 18. Juli zu einem gemütlichen Nachmittag und Abend in ihren Garten ein - inklusive der Möglichkeit, uns in ihrem Pool abzukühlen. 

Da der Tag - wie schon die vergangenen Hitzewellen-Tage - sehr schwül war, trug ich erstens ein sehr luftiges und (für meine Begriffe) auch sehr kurzes *) Sommerkleidchen (schon lange in meinem Kleiderschrank und selbst gefärbt) und nahm zweitens das Schwimm-Angebot gerne an. 

*) Mehr zum Thema "Warum ich mich kleide, wie ich mich kleide" HIER, mehr zum Thema Beine mit Lipödem und Behandlungsmöglichkeiten z.B. HIER.

Zwischendurch gab es einen recht heftigen Regenguss, aber wir saßen unter einem Dach auf der Terrasse und waren somit gut geschützt. Oben ein kleiner Einblick in Annemaries schönen, natürlichen Garten und was wir schmausten und tranken, unten der sensationelle Abendhimmel bei unserer Heimfahrt. Wie ihr gewiss erkennt, passte hier einiges in mein Kleidungs-Farbkonzept 😁!

 
Sonnenblumenfeld und Tiergarten Schönbrunn:
Am 20. Juli verbanden wir einen Termin in Wien mit einem weiteren Schönbrunn-Besuch, denn wir haben in diesem Jahr Jahreskarten für den Tiergarten. Darüber möchte ich euch auch gerne demnächst mehr erzählen und weitere Fotos zeigen - heute daher nur einen Blick auf einen Südlichen Hornraben und einen Polarwolf
 
Die Sonnenblumen (die auf einem großen Feld in unserer Wohnnähe wachsen) habe ich vor allem deshalb hier eingefügt, weil auch der Rock, den ich beim Schönbrunn-Besuch trug, gelb ist 😉.
 

La Gacilly und Stilklassen:
Am 22. Juli besuchten wir die diesjährige Outdoor-Foto-Ausstellung La Gacilly-Baden und anschließend die Stilklassen in Berndorf. Über beides möchte ich euch in einem eigenen Posting mehr erzählen.
 

Erlebnismuseum Mamuz:
Am 26. Juli besuchten wir mit Brigitte und Peter das tolle Mamuz-Museum im Schloss Asparn /Zaya. Auch hierüber möchte ich ausführlicher erzählen.


Soviel, ihr Lieben, zu unseren Erlebnissen im bisherigen Sommer 2023. 
 
Falls ihr euch fragt, ob das wirklich schon alles gewesen sein kann, was wir im Juni und Juli gemacht haben: NEIN, natürlich nicht 😅 - wir gehen ja auch noch immer zwei- bis dreimal pro Woche ins Fitnesszentrum trainieren, erledigen Haus- und Gartenarbeit (wenn es nicht zu heiß oder zu verregnet ist), ich habe eifrig an meiner Jacke weitergehäkelt, ab und zu arbeite ich an Fotobüchern, manchmal ruhen wir uns auch einfach nur aus... 
 
Und (weil ich immer wieder mal gefragt werde) NEIN: Unsere Tage haben trotzdem nicht mehr als 24 Stunden - leider! - und wir sind KEINE FRÜHAUFSTEHER 😁😁😁.  Also wundert euch bitte nicht, dass ich es so selten schaffe, mich in der Bloggerwelt herumzutreiben... Sorry! 

Danke für alle eure wundervollen Kommentare zu meinem vorigen Blogbeitrag - dem letzten Costa-Rica-Reiseberichts-Kapitel! HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022.


Fotos: Wenn nicht anders angegeben 
von Herrn und Frau Rostrose und von unserer Freundin Brigitte

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Ganz herzliche Rostrosengrüße 

eure   T  r  a  u  d  e

Rostrose auf Facebook




Montag, 24. Juli 2023

Costa Rica - 14. Kapitel: Rückflug von Osa, Vulkan Irazú und das Ende vom Lied

HIER kommt ihr zum gesammelten Reisebericht Costa Rica 2022


¡Hola & Pura Vida, liebe Leute!
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Unsere gemeinsame virutelle Costa-Rica-Reise geht dem Ende entgegen. Es hat mir große Freude bereitet, euch darüber zu erzählen und all unsere schönen Abenteuer noch einmal zu erleben. Danke für eure lieben Kommentare zu meinem vorangegangenen Kapitel über unsere Zeit auf der Halbinsel Osa und im Nationalpark Corcovado. Auch an den letzten Tagen unserer Reise haben wir uns keineswegs gelangweilt.

Tag 21 Samstag 10. Dezember 2022:
Zurück nach San José:
Nach einem feinen Frühstück im Pirate Cove Hotel unternahmen wir einen letzten ausgedehnten Spaziergang in der Umgebung unserer Lodge und nahmen Abschied von der Halbinsel Osa.
 
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Dann kam der Kleinbus, der uns zum Flughafen von Drake Bay brachte. Denn die Rückreise von Osa sollte nicht per Boot und Minibus erfolgen, sondern per Inlandsflug mit einem Kleinflugzeug. Dieser Flug war dafür verantwortlich, dass wir unser Gepäck von Beginn an auf maximal 18 Kilo eingeschränkt hatten.
 
 
Die Fahrt war nicht lange, aber wackelig - somit sind auch die Fotos verwackelt 😉 - und spannend, denn es gab die eine oder andere Fluss-Überquerung. Davon habe ich ein kurzes Video gedreht:
 

 
Wie ich euch in meinem Einleitungskapitel zur Costa-Rica-Reise unter Punkt "Unser Reisegepäck" bereits ausführlich erzählt habe, gab es am Flughafen von Drake Bay Diskussionen mit einem unsympathischen Flughafen-Mitarbeiter, was das Gewicht unseres Gepäcks betraf. Er verlangte Gebühren wegen angeblichen Übergepäcks; wir mussten bezahlen, sonst wäre das Flugzeug ohne uns geflogen. (Unsere Reisebüro-Betreuerin Christine regelte das im Nachhinein zu unserer Zufriedenheit; wir bekamen die zu Unrecht verlangten $ 26,- wieder rückerstattet.)

Damit war für uns der Weg frei zum nächsten Abenteuer. Mit so einem kleinen Flugzeug bin ich nämlich noch nie geflogen - und wir saßen noch dazu direkt hinter den Piloten!

Ein Video vom Start:

Abschiedsblick auf eine traumhafte Landschaft:

Pura Vida über den Wolken:

Landeanflug:

Nach unserer Landung in San José ging es wieder zurück in das Hotel, in dem unsere Reise begonnen hatte - das Aurola Holiday Inn, das ich euch HIER vorgestellt habe. Leider gab es Probleme beim Einchecken durch einen Computerausfall. Das junge und wohl auch noch sehr unerfahrene Personal an der Rezeption wirkte dadurch völlig überfordert.

Aber irgendwann war auch das überstanden; wir konnten in unser Zimmer, um uns frisch zu machen und dann starteten wir los, um noch ein paar Dinge in der Hauptstadt zu erledigen - z.B. noch einmal in dem kleinen Restaurant -  Cafe Otoya Bistro essen zu gehen, mit dem wir am Anfang unserer Reise mit Christine waren. Wir stöberten in Souvenirshops, kamen an einem leuchtend bunten Mural vorbei, das wir noch nicht kannten und erlebten das Ende einer Outdoor-Musikdarbietung. Leider kamen wir nicht dahinter, wo die Musiker herkamen - sie spielten teilweise auf Dudelsäcken, sahen aber nicht wie Schotten aus - oben seht ihr ihre Tracht. Vielleicht hat ja jemand einen Hinweis für mich?

Blick aus dem Hotelfenster - San José bei Nacht; Essen und trinken im Cafe Otoya Bistro

Tag 22 Sonntag 11. Dezember 2022:
Halbtagestour zum Vulkan Irazú und in die Stadt Cartago:
Diesmal unternahmen wir keine Vulkan-Wanderung, sondern fuhren mit einer kleinen Gruppe in einem Minibus auf den Berg. Die Fahrt war eher gemächlich - manchmal wurden wir von Pferden aufgehalten, dann wiederum von Radsportlern. Aber beim Blick aus dem Fenster bekamen wir eine wundervolle Landschaft und einen herrlichen blauen Himmel geboten. Und es gab auch noch anderes zu sehen:

Beim Gebäudekomplex in der Mitte der folgenden Collage handelt es sich um die Finca Sanatorio Durán - die Ruinen eines ehemaliges Krankenhauses, das nach dem Hauptarzt und Gründer Carlos Durán Cartín benannt wurde. Angeblich geistert es dort - es gilt sogar als "the most haunted place in Cost Rica" 👻👻👻.
 
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Sanatorium zunächst als Tuberkulosestation gegründet - an dieser Krankheit hatte Duráns eigene Tochter gelitten. Im Laufe der Zeit wurden auch Patienten mit psychischen Erkrankungen und mit Lepra aufgenommen. Später wurde das Sanatorium als Waisenhaus und danach als Gefängnis genützt. Es heißt, dass die Ruinen unter anderem von einem kleinen Mädchen heimgesucht werden, das auf dem Balkon im Obergeschoss spielt, außerdem von einer Krankenschwester, die sich im Westflügel umsieht, und von Dr. Duráns Tochter, die man zuweilen auf den Stufen ihres alten Hauses sitzen sehen kann. Es ist möglich, das verlassene Sanatorium zu besichtigen, allerdings hatten wir an diesem Tag andere Pläne.
 
Das zart-rosafarbene Gebäude unten (zweites Bild von rechts) ist ein ehemaliges Hotel - das Hotel Rosa. Es steht zum Verkauf - doch angesichts seiner Lage am Hang eines aktiven Vulkans verwundert nicht, dass sich schon lange kein Käufer findet.
 

Wissenswertes über den Irazú: 
Der Stratovulkan Irazú erhebt sich wenige Kilometer östlich der Hauptstadt San José und ist einer der aktivsten und mit über 3400 m der höchste Vulkan Costa Ricas. (Ich habe unterschiedliche Höhenangaben vorgefunden, deshalb bleibe ich bei einer vagen Angabe.) Aufgrund der Höhe sind die Temperaturen dort oben recht niedrig, es ist also ratsam, sich bei Ausflügen auf den Irazú entsprechend warm anzuziehen.
 
Laut Wikipedia zählt er zu den unberechenbarsten und somit gefährlichsten Vulkanen des Landes. Er steht allerdings unter permanenter Beobachtung. Im Gipfelbereich liegen 3 Krater, auf seiner Südflanke befinden sich mindestens zehn Nebenkrater.
 

Der erste gut dokumentierte Ausbruch des Vulkans ereignete sich 1723. Seither gab es 23 registrierte Ausbrüche. Die massivste Ausbruchsphase im 20. Jahrhundert fand in den Jahren 1963 bis 1965 statt - die Eruptionen förderten zwei Jahre lang immer wieder mit Lavastaub und Steinen beladene Dampfwolken bis zu 500 Meter hoch (Stärke 3 auf dem Vulkanexplosivitätsindex - VEI). Die Landwirtschaft in der Umgebung des Vulkans wurde dadurch fast zerstört - mitlerweile gilt dieser Vulkanboden jedoch als besonders ergiebig. Der bisher jüngste Ausbruch fand im Jahr 1994 mit der Stärke 2 VEI statt; die Eruption förderte ebenfalls Aschewolken in den Himmel.
 

Aufgrund der Höhe des Vulkans errichtete man in der Nähe des Kraterbereichs eine Antennen-Anlage. Im August 2020 kam es zu einem Hangrutsch, bei dem Teile der Anlage mit in die Tiefe gerissen wurden.

 

Oben seht ihr links unseren Guide. Sein Name lautet Jesus, sein Spitzname Chewbacca (die haarige Figur aus Star Wars) - warum auch immer; sooo haarig sah er gar nicht aus 😉. Das Foto in der Mitte zeigt eine Aussichtsplattform auf dem Vulkangipfel. 

Bei klarem Wetter kann man von hier aus sowohl den Pazifischen Ozean als auch das Karibische Meer sehen. Leider war eine der beiden Seiten wolkenverhangen - aber wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Nachbar-Vulkan, den Turrialba. Er ist der zweithöchste Vulkan Costa Ricas nach dem Irazú - und ebenfalls aktiv. In den Jahren 2015 und 2016 hat er mehrmals kurzfristig den Flugverkehr in Costa Rica lahmgelegt.

Die Landschaft mag zwar teilweise karg wirken, doch an den Hängen des Vulkans leben schützenswerte Pflanzen und Tierarten, darunter Füchse, Nasenbären, Gürteltiere, Kojoten, zahlreiche Insekten und diverse Vögel - beispielsweise Kolibris (siehe untere Collage). Um den Lebensraum für sie zu bewahren, wurde der Irazú zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt

Sowohl im Hauptkrater als auch im Krater Diego de la Haya gibt es zuweilen einen Kratersee zu bewundern. Diese durch Regen gespeisten Säureseen können unterschiedliche Farben zeigen: türkis, grün, blau, aber auch senfgelb, rot und grau - angeblich manchmal sogar im Minutentakt wechselnd. Dafür sind verschiedene Gase verantwortlich, die aus dem Inneren des Vulkans aufsteigen. 

Die Kraterseen trocknen von Zeit zu Zeit aus und bilden sich wieder neu. Leider waren bei unserem Besuch - obwohl wir am Ende der Regenzeit da waren - beide Seen ausgetrocknet.


In einem längst erloschenen Krater (siehe übernächste Collage unten rechts) dürfen Besucher spazieren gehen - oder auch einen "Tanz auf dem Vulkan" wagen 😉. Ihr seht hier ein paar Fotos von meinem Versuch, einen kraftvollen Vulkanausbruch zu tanzen und mich zugleich vor der Macht der Natur zu verbeugen: (Dabei kann einem auf 3.400 Meter Seehöhe aber durchaus ein bisschen die Luft ausgehen.)

Ja, ich weiß, ich bin eine verrückte Henne 😁🐔

Manche Besuchern errichten auch Steinmännchen aus Vulkangestein. Das wird aber von Naturschützern nicht gern gesehen:

In stark von Tourismus geprägten Gegenden werden oft große Ansammlungen von Steinmännchen errichtet, die keine Funktion als Wegweiser haben. Daraus können sich Probleme mit dem Naturschutz ergeben. Aus Gründen des Naturschutzes sollte vom Bauen von Steinstapeln abgesehen werden. So trägt das Entfernen und Bewegen von Steinen zur Bodenerosion bei, wodurch unter anderem Pflanzen leiden. Ebenso wird der Lebensraum von Tieren wie Spinnen, Insekten und Eidechsen zerstört, die unter den Steinen Zuflucht suchen und sich vermehren. Der internationale Trend zum Steinestapeln wird durch die Sozialen Medien wie Instagram verstärkt. So geraten durch rücksichtslose oder unwissende Touristen auch gefährdete Spezies in weitere Bedrängnis. Quelle: Wikipedia

Also Leute, lasst die Steine, wo sie sind, und baut keine Steinmännchen, okay? 
 
 
Nach der Erkundung (und "Betanzung" 😉) des Vulkans Irazú statteten wir der nahe gelegenen Stadt, die einst die Hauptstadt Costa Ricas war, einen Besuch ab. Die Nähe zum Vulkan birgt natürlich einige Gefahren, und so wurde Cartago 1723 durch den Ausbruch des Irazú zerstört, die Eruption im Jahr 1963 fügte der Stadt weitere schwere Schäden zu und mehrere Erdbeben führten ebenfalls zu Beschädigungen. 
 
Die Kirchenruine St. Jakobus (Las Ruinas de la Parroquia, von Einheimischen kurz Las Ruinas genannt) ist eines der wenigen übrig gebliebenen Gemäuer, die die Heimsuchungen Cartagos durch Naturkatastrophen bezeugen. 
 
Das 1575 von den Spaniern erbaute Kloster wurde durch die Erdbeben der Jahre 1630 und 1656 zerstört, der Neubau der Kirche aus den Jahren 1656-1661 wurde durch weitere Erdbeben 1718 und 1756 schwer beschädigt und durch ein gewaltiges Erdbeben im Jahr 1841 völlig zerstört. Es wurde abermals mit einem Neubau der Kirche begonnen, doch kurze Zeit danach wurden die Arbeiten unterbrochen und erst 30 Jahre später zwischen 1903 und 1904 wieder aufgenommen. Dann, im Jahr 1910, beschädigte das Erdbeben von Santa Monica die Kirche so schwer, dass es das endgültige Aus für St. Jacobus war.
Eine populäre Legende erzählt davon, dass der Ort verflucht ist, weil ein Priester seinen Bruder in der Kirche getötet hat. Angeblich kann man den kopflosen Priester in nebligen Nächten sogar herumlaufen sehen. 
 
An dieser Ruine sind wir zwar vorbeigefahren, haben aber leider nicht angehalten. Jesus-Chewbacca war - als sehr gläubiger Katholik - vor allem daran interessiert, uns die wichtigste Kirche Costa Ricas vorzustellen.
 
Nach der Aufgabe der Kirchenruine St. Jacobus wurde nämlich ab 1912 etwas weiter östlich die Basilika Nuestra Señora de los Ángeles errichtet. Die Wallfahrtskirche mit kolonialen und neobyzantinischen Einflüssen wurde im Jahr 1926 fertiggestellt: 


In der Basilika kann man den Schrein mit einer kleinen Marienstatue mit Kind betrachten. Bei dieser nur knapp 15 cm hohen schwarzen Madonna handelt es sich um das größte Heiligtum des Landes, es werden ihr zahlreiche Wunder zugeschrieben. 
 
Alljährlich pilgern Millionen von Menschen zu dieser Kirche, um  der heiligen Reliquie von „La Negrita“ ihre Gebete darzubringen. Da die echte Statue hinter Glas aufbewahrt wird, begnügen sich die Gläubigen damit, eine nachgebaute Statue zu berühren.

 
Heimreise mit Hindernissen - gestrandet in Liberia:
Nach diesem Ausflug hatten wir noch Zeit und Gelegenheit, in einem großen Chinalokal in San José ein Mittagessen einzunehmen, dann holten wir unsere gepackten Taschen aus dem Hotel ab, und ein Shuttledienst brachte uns zum Flughafen Juan Santamaría. 
 
Leider ging ab da einiges schief - denn es gab schon mal einen verspäteten Abflug aus San José und der Rückflug ging außerdem nicht direkt von der Hauptstadt nach Zürich. Es gab noch einen Zwischenstop auf dem kleinen Flughafen Liberia im Norden Costa Ricas. Und dort strandeten wir wegen einer technischen Panne und mussten eine sehr unangenehme Nacht auf dem kalten, harten Flughafenboden verbringen. Die genaueren Umstände habe ich euch im PS meines Einleitungs-Beitrags ausführlich geschildert - KLICK.

Versöhnlicher Abschluss:
Ein solch unrühmliches Ende hatte sich unsere wundervolle Reise aber nicht verdient! Vermutlich hatten auch wir es uns nicht verdient, dass ein solcher Schatten über all den herrlichen Erlebnissen liegen blieb. Und so kam es, dass wir einen "Engel in der Not" trafen.

 
Unser situations-rettender Engel heißt Humberto; er ist Tour Guide und fährt offenbar auch Taxi.  Ihr seht ihn auf dem Foto oben mit seinen beiden Söhnen Emmanuel und Andres. (Falls ihr wollt, dass ich den Kontakt herstelle, weil ihr einen zuverlässigen und einfühlsamen Fremdenführer in der Gegend von Liberia braucht, gebt mir bitte Bescheid; ich mache das gerne. Auf facebook findet ihr Humberto HIER) Und hier kommt die dazugehörige Geschichte:
 
Nachdem wir den Großteil der elenden Nacht auf dem Flughafenboden hinter uns gebracht hatten, erklärte ich Edi, dass ich nachsehen wolle, ob es draußen Taxifahrer gäbe, die vielleicht wüssten, wo man um 5 Uhr morgens Frühstück bekommen kann. Edi war sehr damit einverstanden, denn seit dem Mittagessen beim Chinesen hatte er nichts mehr in den Magen bekommen. Ich hatte auf dem Flughafen von San José immerhin noch eine kleine Packung Kartoffelchips vernascht, da es mir bis zum Abendessen im Flieger (das wir letztendlich nicht erhielten) zu lange gedauert hatte. Ein Hoch auf meine Instinkte!
 
Vor dem Flughafen gab es ein einziges Taxi - Humbertos Minibus. Wir sprachen den guten Mann an und er antwortete, dass er tatsächlich ein bereits geöffnetes Lokal kenne, in dem auch er selbst manchmal frühstücke. Wir vereinbarten einen Preis (den letztendlich die Fluggesellschaft übernehmen musste) und Humberto brachte uns in das Lokal, das ihr oben seht und das sich in Humbertos Wohngegend befindet. Er kümmerte sich darum, dass wir ein wunderbares, sättigendes Frühstück bekamen (das ebenfalls die Fluggesellschaft übernehmen musste).
 
Zwischendurch fragte er uns, ob er kurz bei seinen Kindern vorbeischauen könne, damit sie ein Frühstück bekamen - ja natürlich, sagten wir, er solle sie doch einfach mitbringen. Und so frühstückten die liebenswerten Jungs schließlich mit uns gemeinsam. Der Größere der beiden konnte sich mit uns schon ein bisschen auf Englisch unterhalten.

Da Humberto unsere Kameras gesehen hatte und wir noch genügend Zeit hatten, fragte er uns nach dem Essen, ob wir Lust hätten, auf dem Rückweg zum Fughafen einen Abstecher zu einem Feld zu machen, bei dem es gute Chancen gäbe, um Vögel zu fotografieren. Wie ihr unten seht, hatten wir Lust.
 
Auf dem großen Foto seht ihr einen Geierfalken oder Karakara, genauer gesagt einen Karibikkarakara (Caracara cheriway). Die anderen Vögel sind (wenn ich mich nicht irre) Cherrietangaren (Ramphocelus costaricensis), Arkansaskönigstyrannen (Tyrannus verticalis), eine Großschwanzgrackel (Quiscalus mexicanus) und ein Silberreiher (Ardea alba).

 
Wir waren zu müde, um in der Gegend herumzulaufen, sonst hätten wir vermutlich mehr und bessere Fotos zustande gebracht, doch die kleine Vogel-Fototour war eine sehr nette Idee von Humberto. Wir fanden dadurch das "Pura vida" wieder, das wir durch die Nacht auf dem Flughafenboden und vor allem durch die unfreundlichen Flughafenmitarbeiter beinahe verloren hätten.

✈️✈️✈️✈️✈️

Wir kehrten nach dem Frühstück und der Fototour zum Flughafen zurück, benötigten aber noch reichlich Geduld, bis wir endlich heimwärts fliegen konnten, denn unser Flug ging erst um 15.30 Uhr. Immerhin bekamen wir von der Fluggesellschaft noch zwei Essensgutscheine, die wir bis zum Abflug aufbrauchten. 
 
Der Rückflug nach Zürich und der Weiterflug nach Wien verliefen problemlos *), und der Edelweiss-Kapitän entschuldigte sich vielmals für die Verspätung. Allerdings entschuldigte es sich nicht dafür, dass man uns am Flughafen von Liberia ratlos und informationslos zurückgelassen hatte und dass man nicht dafür Sorge getragen hatte, dass die Behandlung durch das Personal auf dem Flughafen für alle Gestrandeten halbwegs zumutbar ist. Das war das weitaus größere Versagen der Fluglinie. Er informierte uns außerdem nicht darüber, dass uns eine Entschädigung für die Verspätung zusteht.
 
*) Von Vorteil war dabei, dass wir die gesamte Reise über nur eine Fluggesellschaft gebucht hatten. Damit hatten wir keine Probleme, im Anschlussflug nach Wien Plätze zu erhalten.
 
 
Entschädigung:
Kommt ein Flieger mehr als drei Stunden später als geplant am Zielflughafen an, können Passagiere eine pauschale Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 verlangen. 
 
Die Höhe der Ausgleichszahlung hängt von der Flugstrecke ab. In unserem Fall ging es um die höchstmögliche Entschädigung in Höhe von 600 Euro pro Person. Ihr könnt HIER nachlesen, wann und in welcher Form euch bei Flugverspätungen Entschädigungszahlungen zustehen. Übrigens, auch wenn die Schweiz nicht zur EU gehört und Swiss (inklusive Edelweiss) eine Schweizer Fluggesellschaft ist, galt bei dieser Flugverspätung das EU-Recht. 
 
Um diese Entschädigung mussten wir noch eine Weile kämpfen - und auch um die Rückerstattung der Reservierungskosten für die falschen Sitzplätze. Edelweiss und ihre Muttergesellschaft Swiss teilten uns abwechselnd mit, dass die anderen zuständig wären. Und bei der Entschädigung wollte man uns einreden, dass uns von Rechts wegen nichts zustünde, aber dass man uns aus "Kulanzgründen" 300 Euro überwiesen hätte.
 
Ende gut, alles gut:

"Die Fluggesellschaft kann die Ausgleichszahlung verweigern, wenn sogenannte außergewöhnliche Umstände vorliegen. Einige Beispiele: Unwetter, Streik, Naturkatastrophen und politische Unruhen. In diese Fällen muss sie allerdings nachweisen, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um die Beeinträchtigung für den Fluggast so gering wie möglich zu halten."  Zitat von HIER
 
Lasst euch nicht abspeisen! Technische Gebrechen (wie es bei uns der Fall war) zählen nicht zu den "außergewöhnlichen Umständen". Es gibt Agenturen, die für euch kämpfen. Die meisten verlangen dafür allerdings eine Provision. Falls ihr in Österreich lebt, seid ihr fein raus, denn dann könnt ihr eure Rechte durch die kostenlose und provisionsfreie Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) vetreteten lassen.
 
Dieser Agentur schickten wir meine Schilderungen (ähnlich erzählt wie in meinem Blogbeitrag) und die Fotos, die ich auf dem Flughafen von Liberia von den Gestrandeten aufgenommen hatte. Ich weiß nicht, ob das überhaupt notwendig war, aber damit war auf jeden Fall hinreichend belegt, dass  die Fluggesellschaft NICHT "alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um die Beeinträchtigung für den Fluggast so gering wie möglich zu halten."

Mittlerweile haben Edi und ich alle Rückzahlungen und Entschädigungen von der Fluggesellschaft erhalten. Und somit ist alles gut! Keine Schatten mehr, nur noch schöne Erinnerungen. Ich möchte am Schluss noch einmal festhalten, dass ARA-Tours (das in Costa Rica ansässige Reisebüro, bei dem wir die Reise gebucht haben), für die Unpässlichkeiten mit den Flügen nichts kann: Die Flüge hatten wir extra gebucht.


Viele von euch hatten den Eindruck, dass diese Reise extrem lange gedauert hat. Wir waren gerade mal drei Wochen in Costa Rica unterwegs, aber diese drei Wochen waren prallvoll mit unvergesslichen Erlebnissen, die einen großen Platz in unseren Lebenserinnerungen einnehmen.

Wir bedanken uns herzlich bei Christine und ihren Mitarbeitern von ARA-Tours für die tolle Organisation, die wirklich keine Wünsche offen ließ! Falls ihr ebenfalls dort eure Costa Rica Reise buchen wollt, stelle ich (wie schon in einem meiner Anfangskapitel bemerkt) gerne den Kontakt her. 


Fotos (wenn nicht anders angegeben): Herr und Frau Rostrose 

Adiós ihr Lieben, 

eure   T  r  a  u  d  e

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