Donnerstag, 17. September 2009

Das Buch meines Vaters - Teil II

Soo zahlreiche schöne und herzerwärmende Nachrichten habe ich
von euch auf meinen vorigen Post wieder bekommen!
Ein ganz großes Dankeschön, Ihr Lieben!
~~♥~~
Und wie wunderbar, dass viele von euch auch gerne "die Fortsetzung"
sehen & lesen wollen!
So zeige ich euch heute also das Buch, das ich aus den Aufzeichnungen meines Vaters und aus alten Fotografien angefertigt habe:


So sieht das Cover aus. (Einzig und allein die Unterschrift meines Vaters, die man auf dem "Originalbuch" sehen kann, habe ich hier mit einem grünen Balken unkenntlich gemacht.)
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Auf die erste Seite seines "Tourenbuches" hat mein Vater ein paar Sprüchlein geschrieben wie z.B.
"Ein Blümchen tu ich lieben / Ein kleines Edelweiß / Es weckt in mir ein Sehnen / nach Gipfel, Schnee und Eis."

Autor unbekannt, aber ich nehme an, dass Dicky selbst der "Poet" war ;-)
Es ist ein ganz seltsames, irgendwie rührendes Gefühl, dem eigenen Vater im noch recht unreifen Alter von 22 Jahren zu begegnen! (Er war damals, wie er selber schrieb, "erstmals nach fünf Jahren" im Krieg, wieder "Herr seiner selbst".)
(Die seltsamen Flecken neben den Gedichten stammen von teilweise schon zerbröselten gepressten Blumen, die mein Vater in sein Büchlein geklebt hatte.)
~~♥~~


Ich habe dieses Erinnerungsbuch mit Hilfe eines "Fotobuch-Programmes" kreiert, wie man sie heutzutage schon von zahlreichen Anbietern im Internet herunterladen kann. Diese Bücher bieten sehr vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, und ich habe wohl so ziemlich alle Tricks ausgeschöpft, um diesem Buch einen ganz speziellen Look zu verpassen.
Die alten Aufnahmen und die Seiten des Tourenbuches habe ich eingescannt ...
~~♥~~

... und meine Übertragung der Kurrentschrift-Texte in Druckbuchstaben habe ich aus dem Word-Programm in die Textfelder eingefügt.
~~♥~~


Passend zu den jeweiligen Themen oder Jahreszeiten
habe ich unterschiedliche Hintergründe gewählt.


Auf der Doppelseite hier oben seht ihr z.B. auch die zwei winterlichen Fotos, die ich euch in meinem vorigen Post aus der Nähe gezeigt habe. Für alle, die sich bei dem einen Bild fragen, was es mit der Überschrift "Der Würger" auf sich hat: Auf diesem Bild seht ihr meinen Vater mit einer selbst gebastelten Gesichtsmaske aus Stoff. Diese Maske trug er allerdings nicht aus purem Spaß. Wie ich aus seinen Aufzeichnungen weiß, hatte er sich im Gesicht einen sogenannten "Wimmerer" zugezogen (ein ur-wienerisches Wort für Sonnenbrand, vermutlich heißt es so, weil man vor Schmerz wimmert ;-)). Und weil er deswegen dennoch nicht aufs Skifahren verzichten wollte, fertigte er sich diesen "schaurig-schönen" Sonnenschutz an. Sehr findig, nicht wahr?!

~~♥~~


Mein Vater gestaltete in jenen Jahren in seiner witzigen und originellen Art übrigens selbst Fotoalben, in denen man auch heute noch gerne blättert und sich darüber freut. Und die (gescannten) Seiten dieser Alben habe ich ebenfalls für mein Erinnerungsbuch verwendet. Auf dem Bild oben seht ihr beispielsweise eine von Dicky zusammengestellte Seite mit Fotos von meiner Mutter. Und dazu sein liebevoller Text: "Meine Puppe* kann alles und ist überall dabei!"

* Auch wenn mein Vater seine Frau "meine Puppe" nannte, sprach er ihr natürlich nicht ihre
eigene Persönlichkeit ab. Es ist so wie das englische "my baby" als Ausdruck
für "Liebling" oder "Schatz" zu verstehen.

~~♥~~


Hier ist eines der ersten Fotos zu sehen, die mein Vater von meiner Mutter aufgenommen hat - bezeichnenderweise auf einer Berghütte. (Turmsteig-Hütte, Hohe Wand, 1947. Die beiden anderen Personen auf dem Bild sind der Hüttenwirt und sein kleiner Sohn.)
Eine Frau, die nicht mit ihm in die Berge gezogen oder Zelten gegangen wäre, hätte meinen Vater nicht glücklich gemacht. Und meine flotte, abenteuerlustige Mutter hätte es nicht glücklich gemacht, daheim zu bleiben und sich um den Haushalt zu kümmern.
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Apropos Abenteuerlust:
Die kleine Kanonenkugel auf diesen Bildern hier hat meine Mutter vor rund fünfzig Jahren während einer Urlaubsreise geklaut! (Jedenfalls ist das die Geschichte, die man mir dazu erzählt hat. Ich hoffe, dieses "Verbrechen" ist mittlerweile verjährt ;-)) Die kleine Vase hingegen ist ein Erinnerungsstück, das meine Eltern während einer Italienreise im Jahr 1959 auf der Isolabella gekauft haben.
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Ich habe mit dieser Vase als Kind so gerne gespielt - sie war z.B. die Bodenvase meiner (unechten) Barbie-Puppen und ich habe sie gerne mit Gänseblümchen bestückt!
Meine Mutter hat erzählt, dass dieses winzige Souvenir das einzige war, was sie sich leisten konnten, denn damals hatten sie kaum Geld und aßen am letzten Urlaubstag sogar Paprikaschoten mit Zucker (weil nichts Anderes mehr da war). Gereist sind sie mit einer Puch-Beiwagenmaschine (zu dritt - meine Eltern und mein "großer" Bruder) und mit sehr kleinem Gepäck, und geschlafen haben sie in einem Zweimannzelt. Häufig waren auch Freunde mit dabei, die ebenfalls mit Motorrad und Zelt reisten. Außerdem lernten meine Eltern unterwegs ohnehin jedes Mal nette Menschen kennen - so kontaktfreudig, wie sie immer waren.
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~~♥~~
Meine Mutter gerät noch heute ins Schwärmen, wenn sie von diesen unvergesslichen Urlauben - hauptsächlich in Italien, Frankreich, dem einstigen Jugoslawien und der Schweiz - erzählt. Und immer wieder kommt dabei folgendes heraus:
"Wir haben nichts gehabt, aber wir waren so frei und glücklich.
Wir waren RICHTIG REICH!"


Meine Eltern steckten das wenige Geld, das sie "nebenbei übrig" hatten,
weder in Möbel noch in besondere Kleidung - wenn es irgendwie ging, wollten sie etwas von der großen weiten Welt kennenlernen, die sie so sehr verlockte.
~~♥~~

Hier könnt ihr ein paar Fotos und Aufzeichungen von einer Londonreise im Jahr 1957 betrachten.
(Mein Vater hat sogar das Bild einer hübschen jungen Dame ins Erinnerungsalbum eingeklebt - mit dem Vermerk "Flirt"! Und was sagte meine Mutter dazu?
"Ja, natürlich haben wir ab und zu geflirtet - war waren ja noch soo jung!")

~~♥~~

Das von mir gestaltete Fotobuch existiert in dreifacher Ausfertigung: Eines gehört mir, und je ein weiteres Exemplar habe ich meiner Mutter und meinem Bruder geschenkt. Eines Tages werden es unsere Nachfahren bekommen.
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~~♥~~
Hier seht ihr übrigens ein paar Kleinkinder-Fotos von meinem Bruder.
Ein wenig beneide ich ihn darum, dass er bei diesen reizvollen Urlauben dabei sein durfte (auch wenn es manchmal durch Zeltdach regnete).
Als Jahre später dann ich auf die Welt kam,
konnten sich unsere Eltern schon bald ein Auto und einen Wohnwagen leisten.
(Unser erster Wohnwagen hieß übrigens "Moby Dick";
trotz seines Namens war er ziemlich klein. Auch über die Urlaube mit "Moby" hat mein Vater Buch geführt, doch mein Fotobuch von ihm habe ich im Jahr nach meiner Geburt enden lassen - sonst wäre es zu dick geworden.)
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~~♥~~
Ins innere Deckblatt jedes der drei Fotobücher schrieb ich mit
nagelneuer Kalligaphie-Feder ein Gedicht - abermals von von Welf Ortbauer.
(Mein Exemplar war das erste, in dem ich es versuchte, deshalb ist die Schrift und die Aufteilung leider noch nicht so besonders gelungen).

Das Gedicht könnte für meinen Vater geschrieben worden sein;
er selbst glaubte nie so recht daran, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht
(zumal er auch schon einmal während einer Operation vor vielen Jahren einen Herzstillstand erlitt und für kurze Zeit
"tot" war - dabei hatte er kein
"Licht am Ende des Tunnels" oder dergleichen gesehen).
Ihm machte der Gedanke, dass es womöglich kein Jenseits gab,
jedoch nichts aus,
er empfand sich als Teil der Natur - Werden und Vergehen -
und er fand, dass er sein Leben gelebt hatte.
~~♥~~
Das Gedicht lautet:

Von jedem Menschen geht ein Licht hinaus in die Dunkelheit;
von dem einen ein stärkeres,
von dem anderen ein schwächeres
- sein Strahl wird sich
in der Unendlichkeit verlieren ...

Aber wie die Sonne die Erde belebt,
gelingt es einigen von uns
auf der Reise ins Nichts,
etwas zu beleuchten, zu erwärmen
und zu beleben.
Vielleicht ist das der Sinn eines Lebens.


W. Ortbauer
~~♥~~


~~♥~~
Auf den letzten beiden Fotos könnt ihr das Notizbuch ansehen, das mein Vater ab dem Jahr 1946 für seine Aufzeichnungen verwendete. Außen ist es in dunkelblaues und innen in rotes Kunstleder gepackt. Wer Lust hat, kann nun noch einen kleinen Abstecher zurück zu meinem Post vom 13. August machen, wo ich euch unter anderem ein paar Einträge ins Stammbuch meiner Tante Traude gezeigt habe. Seht euch dieses Poesiealbum doch noch einmal genauer an:
Es ist haargenau dasselbe Modell wie das Notizbuch meines Vaters!
Ob es sich dabei um einen Zufall bzw. um eine seltsame Fügung handelt,
oder ob es in den Vierzigerjahren in Wien einfach nur dieses eine Modell zu kaufen gab, kann ich leider nicht beantworten.
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~~♥~~
Zum Abschluss noch ein kleiner Auszug aus einer Geschichte, die sowohl mein Vater als auch ich selbst gerne gelesen haben, einer Geschichte, in der es - neben unzähligen Abenteuern, neben Freundschaft, Mut & Ehrlichkeit, neben dem vordergründigen Kampf "Gut gegen Böse" - vor allem um die Macht der Liebe geht:

"You think the dead we have loved ever truly leave us? ... Your father is alive in you, ..., and shows himself most plainly when you have need of him..."
~~♥~~
(Oder hier nochmal in der nicht ganz exakten deutschsprachigen Übersetzung:
"Glaubst du, die Toten, die wir liebten, verlassen uns je ganz? ... Du weißt, er lebt in dir weiter, ..., und zeigt sich am deutlichsten, wenn du fest an ihn denkst...")

Wißt ihr, um welche Geschichte es sich handelt?
Ich bin gespannt, ob es jemand von euch weiß oder errät.

~~♥~~

Und nun verabschiede ich mich für heute wieder von euch. Zum Glück sind die Bilder für mein voriges und mein heutiges Posting ebenfalls schon bearbeitet und verkleinert gewesen. Darüber ist mein Arm sehr froh, denn um ehrlich zu sein, fühle ich mich noch immer etwas "flügellahm"... Aber das wird schon wieder!
~~♥~~
Herzliche Grüße und alles Liebe,
eure Traude
~~♥~~

Kommentare:

  1. Hallo Traude,
    wie wäre es mit Harry Potter?
    Schön hast Du wieder geschrieben und Du beweist damit die Richtigkeit des Zitates!
    Liebe Grüße
    Renate D.

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  2. Liebe Traude,
    vielen lieben Dank für den 2.Teil deines wunderschönen Eintrages.
    Über meinen Papa könnte ich leider kein Buch machen ,er starb als ich 17 Jahre war mit gerade mal 37 Jahren .Aber vergessen werde ich ihn nie ,denn richtig Tote die wir liebten verlassen uns nie.
    Ganz liebe Grüße Sandra

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  3. Liebe Traude,
    wunderschön, diese Photobücher, die Du da gemacht hast! Und auch die alten Originalexemplare strahlen so viel Leben und Charisma aus!!
    Im heutigen Computerzeitalter müssen wir doch unumwunden zugeben, dass Handgeschriebenes, wenn möglich noch auf einem schönen Papier, mit nichts zu vergleichen ist... und scheinbar auch haltbarer (ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Nachkommen viel Freude an persönlichen Bildern und Dateien, gespeichert auf irgendeiner silbernen Discette, haben werden...!)
    Die Maske, die sich dein Vater da "gebastelt" hat, die sieht ja sehr verwegen aus; heutzutage wäre man damit echt in Gefahr, denn wahrscheinlich würde man sofort als vermeintlicher Terrorist verhaftet!!
    Und noch zu den geheimnisvollen Zeilen mit dem sinnigen Spruch: Ich tippe mal auf den "petit prince", habe aber keine Ahnung! Stimmt die Richtung?
    Ganz liebe Kübü's (Du weisst schon, kicher!), Deine Andrea

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  4. OHHH "naughty" lovely Traude, i've just read your 2 posts on special books and the story of them. yes, naughty! because you brought tears into my eyes!... what a beautiful way of talking about your father and family in general; about the treasure you have! LOVE LOVE LOVE every single thing! those are the real treasures! - the memories the "saudade" the presence of several spirits on our daily lives; the angels we have and find along the way and that we sometimes forget! you reminded me of all my ancestors or people that touched my life in some way. how i do miss them! ok! now i'm crying again... don't you just miss that old photo machines! when we would capture the moment without trying to get it better?! now with these digital machines you never get the true self of things - you can always delet it and star all over again!! how many precious moments you have there!!! take care of them and you my special friend! love to visit you even when you bring tears into my eyes!!
    thanks!
    Rosa

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  5. wow, das ging schnell ...!!
    ich war schon so gespannt und voller erwartung auf teil 2, und nun - so schnell - ist er da ...
    sooo schön, da konnte man richtig drin versinken in diesem post !!!
    die idee mit diesem fotobuch ist unglaublich und so wie du es gestaltet hast - kann man direkt keine worte finden ...
    danke für diesen post
    bis bald roströslein
    mina

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  6. Meine liebe Traude,
    ich bin ganz hingerissen von deinen Bildern und der wundervollen Erzählung. Es muß eine enorme Arbeit, und vor allem sehr viel Zeit gekostet haben so ein tolles Buch zu erstellen!!!
    Ich bin wirklich sehr beeindruckt liebe Traude!Wünsche Dir einen gemütlichen Abend
    ♥-lichst
    biggi

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  7. liebe traude,
    nun habe ich doch einiges nachholen müssen ... hab doch glatt schon länger nicht mehr bei dir reingeschaut und 3 postings "verpaßt".

    erstmal wie geht es dir mit deinem arm ? bist du noch im krankenstand ? ich hoffe, es gibt sich bald eine besserung !!!
    ehrlich gesagt, hat es mir jetzt gerade etwas den atem genommen, als ich bei dir reinschaute. denn das thema papa fällt mir ja etwas schwer. gerade auch in diesen tagen. bald hätte er seinen 76. geburtstag und das weckt schmerzhafte und zugleich wunderschöne erinnerungen. es tut unheimlich weh, seine hand nicht mehr halten zu können und seine stimme nicht mehr zu hören. und trotzdem weiß ich, er ist IMMER BEI MIR !!!

    was das buch angeht: ich kann nur sagen "hut ab". ich liebe ja solche erinnerungen sei es in form von aufzeichnungen, fotos oder anderem. und ich habe meinen papa ja von ganzem herzen geliebt - und tu es immer noch - er ist für mich der größte !!! aber daß du genauso respekt- und liebevoll alles aufbewahrst find ich so schön. da hast du wirklich sehr viele schöne und wertvolle erinnerungsstücke zusammen getragen und "verewigt". das foto mit dem "faulenzer" erinnerte mich so sehr an einige aufnahmen von den schiurlauben meiner eltern, unglaublich.
    ach was könnt ich darin schwelgen. in dieser zeit hätte ich zugern mal gelebt. die keilhosen zum schifahren, 5-uhr-tee (heute apres ski), mit dirndln bergsteigen, die alte musik ...

    ein wenig schwermütige aber trotzdem liebe grüsse schickt dir papas tirolermadele

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  8. Liebe Traude,
    vielen dank für Teil 2 des wunderschönen Buches. Du hast dir eine Wahnsinnsarbeit gemacht. Ich habe das Gefühl, dein Vater war ein richtiger Romantiker. Man erkennt es an den gepressten Blumen und an so manch geschriebene Worte. Ich finde es toll, dass du dafür sorgst, dass auch die nächste Generation noch etwas davon hat. Mein dickes Kompliment hast du.
    Liebe Grüße Chrissi

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  9. Hallo Traude,

    du musst deine Familie lieben und schätzen wie nichts anderes auf dieser Welt, deinen Worten entspringt Liebe und Glück, ich war ganz gefesselt und zutiefst bewegt und deine Worte und die wundervoll gestaltenten Seiten. Ich glaube, du kannst stolz sein, denn so sehr wie dein Vater das Detail liebte, so sehr ganz du es auch umsetzen. Was für ein bezauberndes Erinnerungsstück- ich bin sehr gerührt von der Mühe deiner Arbeit. Sende dir einen lieben Gruß Tanja

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  10. Hallo liebe Traude.....
    Ich bin total begeistert und zugleich ergriffen...irgendwie hält es sich die Waage.
    Ich finde Deine Idee mit dem Fotobuch total schön(mit Fotobüchern habe ich auch bereits Erfahrung, mit 2 verschiedenen Anbietern, jedes Programm hat seine Macken und es ist im Grunde eine Wahnsinnsarbeit, die ohne gute Vorbereitung, meiner Meinung nach, nicht mahcbar ist-habe zb ein Fotobuch in meinem MalereiGedanken-Blog gezeigt) und sehr fein, daß Du die Kurrentschrift übersetzt hast.
    Ich habe sie noch ein bißchen gelernt, aber auch schon großteils vergessen, zur Not könnte ich sie vielleicht entziffern.
    Du hast recht, Dein vater war so herrlich jung.
    Unbegreiflich, es scheint wie gestern zu sein.
    Er war sicher sehr lebensbejahend und -lustig.
    Es kommt immer wieder in den Texten "Höflein" vor...was ist das f.ein Höflein, das an der Donau?
    Aber wo könnte man da Bergkraxeln....
    Also wird es wohl doch ein anderes sein.
    Ja, daß Deine Eltern in dieser Zeit verreisten, war schon Luxus pur, ich kann mir gut vorstellen, daß da nicht viel zum Essen und Kleiden und schon gar nicht für Souvenirs übrig blieb.
    War es in den frühen 60ern noch nobel, nach Italien zu verreisen, wie es meine Eltern mit meinem Bruder, teta und mir taten.
    Und sicher sind wir ein teil der Natur und damit dem Leben und Sterben desgleichen mit ausgeliefert.
    Aber ich denke, das eine schließt das andere nicht aus, auch die Natur erwacht stets zu neuem Leben (sofern man sie läßt....)und warum sollten wir nur ein Leben leben (da denke ich aber an die Seele, nicht an den Körper)?
    Aber das ist jedermanns Sache, wie er darüber denkt.
    Die abschliessenden Zeilen passen fürwahr sehr gut.
    Ich muß gestehn, ich denke auch an Harry Potter, aber ich glaube, das stimmt nicht.
    Danke Dir für Deine Mühe.
    Ich glaube auch, daß das viel Arbeit war.
    So wünsche ich Dir und Deinem lädierten Arm noch einen schönen Freitag.....
    Ich werde jetzt mit Paulchen Gassi gehen, mich dann in meinen Sputnik-Smart setzen und Richtung Kloburg kurven....meine Hortensien brauchen dringend größere Töpfe und leider sind sie nur in einem Baumarkt günstig und der ist -nochmals leider- nicht gerade um die Ecke sondern im 22.Bezirk. Da fährt aber dann mein Mann mit mir hin, nach Wien rein möchte ich nicht fahren und Platz hab ich in meinem Sputnik auch nicht.....
    Lg von der Luna

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  11. ...und danke für Deinen Kommentar zur Au-Abholzung, Rodung, um es genau zu sagen, denn Fällung wäre es, wenn da kein neuer Wald entstehen dürfte.
    Erlaubst Du mir, daß ich Dein Kommentar mal verwende?
    Werde sicher noch des Öfteren dieses Thema berühren (müssen).
    Und nein, wenn es um die Natur geht, darf man nicht das besagte Maul halten.
    Auch kleine Steine bewegen etwas, wenn viele Leute sie bewegen.
    Und wenn man eine gewisse Vorbildwirkung erzielen kann, ist das schon sehr viel wert.
    Das österreichische Achselzucken und "da kann man eh nix machen" lasse ich da nicht gelten.
    Ich bin ein Dorn im Fleisch der Kommunalpolitiker hier und nicht sehr beliebt.
    Macht nichts.
    Sie sind es bei mir auch nicht, wenn sie solche Taten setzen.
    Und ich finde es auch sehr fein, daß Du wer bist, der nicht wegschaut.
    Lass Dich nicht beirren.
    Gerade was die Natur anbelangt, darf man nicht wegschauen, schließlich ist sie unser Lebensraum und unsere grüne Lunge.
    Was da wieder in der Au mit dem Grundwasserabsenken für Nonsens passiert, das stinkt (leider tut es das wirklich) zum Himmel.
    Mit wurde hier in der Ortschaft geraten, nichts zu unternehmen.
    Ich trommle (noch nicht) jetzt nicht die Krone heran....aber wenn nicht was geschieht, ist es schon wieder zu überlegen, wie im Winter, wo ich alles, was mir nur an Zeitungen einfiel, zusammengetrommelt habe.
    Und die haben das Thema aufgegriffen.
    Viele meiner Nachbarn wußten nicht mal, was da geschah.
    So, jetzt muß ich aber wirklich....tschüß, baba, lg von Luna

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  12. Hi Traude,

    What a lovely memorybook you made. You wrote your father was a very good storyteller, but what about yourself.....! I so enjoy reading your posts! You must have inherited the gift from him.

    Have a wonderful weekend. Love Madelief

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  13. Hallo Traude, würde dir gerne ausführlich auf deinen BlogKommentar antworten doch leider habe ich deine Emailadresse nicht, viellicht gibts du sie mir?

    liebe Grüße

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  14. Oooooooh, Traude, mitten im Chaos ( am Sonntag wird alles besser...und gestern ist mir auch noch ein Zahn herausoperiert worden...autsch !!! ) schicke ich dir schnell ein paar Küschelbüschel (;-) )und meine grenzenlose Bewunderung für all deine Mühe, deine Sensibilität für das Vergangene, Deine immer zu spürende Liebe zu Deinem Vater und Deine Gabe, mich ( und viele, viele andere Mädels - wie man an all den Kommentaren sieht !!! ) mit deinen Posts immer wieder zutiefst zu berühren ! Übrigens - man sieht ja nicht sooooo viel von deinen Eltern auf dem Foto oben, aber das, was man sieht: die Züge deiner Mutter sind deinen sehr ähnlich !!!!:-)
    Ich muß weiter, aber melde mich ganz bald, wünsche dir weiterhin gute Besserung, alles, alles Liebe, Jessica

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  15. Hallo aus dem Neanderthal!! Bin über Beate Knappe auf Deinen Blog gekommen, Du hast mich gleich inspiriert, und das mitten in der Nacht!! - lach - kann nicht schlafen, wir fahren morgen in Urlaub und es ist noch so viel zu tun... Jedenfalls habe ich mir grad ein Fotobuchprogramm runtergeladen, ach das Internet ist doch toll!!

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  16. Hallo liebe Traude,
    danke für den Besuch auf meinem Blog-freu mich immer sehr über neue Kontakte :)....
    Sehr schön auch, Dich hier zu besuchen und diesen interssanten Einblick in Deine Familie gewährt zu bekommen.Dein Vater war ein besonderer Mensch und erinnern hilft in den Herzen der Menschen weiterzuleben und wie es im Gedicht heisst...."am Strahlen" zu bleiben!
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir Doro

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  17. Meine Güte Traude! Wenn dein Vater das doch nur wüsste, er würde sich ganz bestimmt sehr an dir freuen. Was du da für einen Schatz für die Nachfahren gestaltet hast, ist ja unglaublich. Hoffentlich wissen das deine Lieben zu schätzen. Aber du wirst Ihnen sicherlich das entsprechende Bewusstsein weitergegeben haben. Es ist schön, wenn man vieles gefragt hat, bevor es nicht mehr möglich ist. Ihr scheint viel Vertrauen und eine tolle Kommunikation sowie große Aufmerksamkeit für einander gehabt zu haben. Wie viele Stunden hast du mit den Aufzeichnungen (Transkiption, Umarbeitung in das Album...) verbracht?

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  18. Hallo liebe Traude,
    vielen Dank, dass du mir die Links deiner Posts aus dem Jahre 2009 geschickt hast. So lange bloggst du schon? Ui, damals war ich davon noch weit entfernt.
    Also, es ist so schön, auf diese Weise das Leben unserer Eltern und Großeltern wiederaufleben zu lassen. Das Album, das du aus dem Leben deines Vaters gewerkelt hast, gefällt mir sehr. Du hast es mit viel Liebe gestaltet! Und du hast recht, es ist eine sehr schöne Art der Bewältigung von Trauer und würde mir sicher auch helfen, wenn es mal soweit ist. Wie viele habe auch ich wahnsinnige Angst davor, meine Eltern bald zu verlieren. Die Jahre fliegen nur so dahin und im Alltag macht man sich oft nicht bewusst, wie vergänglich doch alles ist. Und so ein paar alte Bilder und Poesiealben weisen uns wieder darauf hin, dass es vor uns schon so viele Generationen und Schicksale gegeben hat. Auch die Verse aus dem Album deiner Tante haben mir gefallen. Wie schade, dass sie nicht älter geworden ist. Mein Vater hat mir dabei geholfen, die Verse aus meinem Flohmarkt-Album zu entziffern, da ich es trotz Alphabet aus dem Internet schwierig fand. Er kann die Schrift zwar nicht schreiben, aber noch lesen. Und es sieht wirklich aus wie Kalligraphie!
    Ganz herzliche Grüße von
    Nina

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  19. wow!!!!!
    das ist toll! liebe traude - ich bin schwer beeindruckt und ganz gerührt. die reisen deiner eltern hören sich wirklich herrlich an, da wär ich auch gern dabei gewesen. (unsere familienurlaube waren meist sterbenslangweilig, meine eltern waren ziemliche spiesser.) wie grossartig dass dies büchlein die zeiten überdauert hat und du so eine wundervolle erinnerung an deinen vater hast!
    und natürlich beeindruckt mich auch dein fleiss und deine kreativität beim aufbereiten des "tourenbuchs"!
    liebe grüsse von beate die auch lieber glücklich in´nem winzigen zelt als gelangweilt vom eigenen überdruss im 5-sterne-hotel ist :-)
    xxxxxx

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