Freitag, 12. Juni 2026

Reisebericht 2025 – Wilder Pazifik 🌊 und bärtige Bergwälder ⛰️ auf Vancouver Island 🇨🇦


>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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 Der Roadtrip geht weiter, ihr Lieben!

💚🌊🌲⛰️💚🌊🌲⛰️💚🌊🌲⛰️💚 

 

Es gibt eine humorvolle Bemerkung über Kanada unter uns Österreichern: "Wie die Steiermark, nur größer!" 

Die Steiermark gilt nämlich als ein besonders grünes und waldreiches österreichisches Bundesland. Und schön ist es dort wirklich 💚. Aber - und das ist für mich der entscheidende Unterschiedin der Steiermark gibt es kein MEER 🌊

Um genau zu sein: Es gibt in ganz Österreich kein Meer! Wer wie ich manchmal mit der Vorstellung spielt, in einem früheren Leben vielleicht Seefahrer gewesen zu sein, wird in einem Binnenland über kurz oder lang etwas vermissen.

Ich bin keine Strandnixe, keine Surferin und keine Sonnenanbeterin, aber ich liebe es, wie die Meere dieser Welt riechen und klingenIch mag das Gefühl, auf einem Boot oder auf einer Luftmatratze von den Wellen geschaukelt zu werden. Und ich liebe die faszinierende Tierwelt, die es im und am Meer zu entdecken gibt. 

💚🌊🌲⛰️💚

 

21. September - Abschied von Ukee 

Eine unserer Entdeckungsfahrten zur Tierwelt vor Vancouver Island habt ihr in meinem letzten Reiseberichtskapitel miterleben können - und ich danke euch herzlich für euer Interesse und eure Kommentare dazu!

Eine letzte Collage mit Fotos, die kurz vor unserer Abreise aus Ucluelet entstanden sind, möchte ich euch noch zeigen: Zu sehen sind die schöne, noch etwas dunstige Morgenstimmung und eine Tafel in Jamie's Whaling Station

Auf dieser Tafel werden Tag für Tag die Erfolge (oder gelegentlichen Misserfolge) der Wal- und Bärenbeobachtungsfahrten verzeichnet. Wie ihr erkennen könnt, gab es vom 31. August an ausschließlich erfolgreiche Touren. Orcas wurden allerdings nur an drei Tagen gesichtet: am 4., 6. und 7. September.

Natürlich hoffen wir, eines Tages ebenfalls das Glück einer solchen Begegnung zu haben. Aber wir freuen uns auch sehr darüber, dass wir vier Buckelwale beobachten konnten, die uns teilweise sogar ihre Köpfe zeigten und mit ihren Fluken zuwinkten 🐋.


 

Tofino

 
Wir nahmen also dankbar Abschied von Ucluelet und wandten uns neuen Zielen zu. Als erstes dem etwas bekannteren (und auch etwas teureren) Nachbarort Tofino, der über den Highway 4 mit Ukee verbunden ist. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten. 
 

 
Auch wenn überall zu lesen ist, dass Tofino ein lebhafter Surf-Hotspot mit gehobenen Resorts sei, präsentierte sich uns der Ort zumindest am Meer erstaunlich ruhig und gelassen. 
 
Das Wasser lag friedlich da, die Inselchen gegenüber waren noch in zarte Nebelschleier gehüllt, ein paar Schiffe tuckerten gemächlich dahin und der Tlaoquiaht ha’wiih Totem Pole hob sich eindrucksvoll gegen den blauen Himmel ab.
 
 
Nun gut, ein paar rasante Motorboote waren auch unterwegs 😉

Im Ortszentrum hingegen war deutlich mehr los – und wir hatten tatsächlich ein Problem, einen Kaffee zu bekommen. Das einzige Lokal, das wir geöffnet vorfanden, war gesteckt voll, und vor dem Eingang hatte sich bereits eine beachtliche Menschenschlange gebildet.

Wir verzichteten daher dankend und sahen uns stattdessen lieber die kunstvoll gestalteten Abfallbehälter an. Auch den Schutzweg mit den Fischen fanden wir originell – ob er wohl die Lachswanderung oder Meeresfische darstellen sollte? 😊

Das Bild des Kapitäns an einer Hauswand war leider schon etwas mitgenommen, blieb aber durch den Rahmen aus dicken, türkisfarbenen Tauen trotzdem ein Hingucker.

 
 

Long Beach 

Wir begaben uns wieder auf die Suche nach schöner Natur. Davon gibt es in dieser Gegend schließlich reichlich – liegt doch zwischen Tofino und Ucluelet der Pacific-Rim-Nationalpark.

Die mystische Nebelstimmung am Incinerator Rock zog mich sofort in ihren Bann. Das war wieder so ein "Halt an!"-Moment, wie schon beim Kennedy River Canyon 😁. Während Edi im Auto wartete, weil wir keinen freien Parkplatz fanden, sprintete ich an den Strand, um die Surfer im milchigen Nebel zu fotografieren – die Atmosphäre war einfach magisch - findet ihr nicht auch? 



Und vielleicht war tatsächlich noch eine andere Art von Magie im Spiel ...


 
Erst im Nachhinein erfuhren wir nämlich, dass man zum legalen Parken hier unbedingt einen Nationalpark-Pass gut sichtbar im Fahrzeug hinterlegen muss! Welch Glück also, dass der Parkplatz komplett überfüllt war und ich nur kurz für einen Foto-Sprint aus dem Auto gehüpft bin! 😅
 
💚🌊🌲⛰️💚 
 

Combers Beach 

 
Auch an unserem nächsten Stopp, dem traumhaften Combers Beach (der ebenfalls zum Nationalpark gehört) suchten wir vergeblich nach einem Kassenautomaten und ließen es in unserer Unwissenheit drauf ankommen. 
 
Erst später erfuhren wir, dass die Ranger hier durchaus streng kontrollieren und die Strafen empfindlich ausfallen können. Wir hatten also eindeutig mehr Glück als Verstand 😅. Zur Nachahmung ist unser unfreiwilliges „Wildparken“ allerdings nicht zu empfehlen: Besorgt euch den Nationalpark-Pass unbedingt vorab online oder im Besucherzentrum



 
Der Weg zum Strand ist nicht lang, aber teilweise etwas steil, doch die Atmosphäre fanden wir wunderschön - denn er führt vorbei an dichten, majestätischen Bäumen und saftig grünen Farnen des Regenwaldes. 
 

 
Schon bald hörten wir das Meer rauschen und es leuchtete zwischen den Bäumen hindurch. Wir sind sehr froh, dass uns der schöne Spaziergang im Nachhinein nicht durch einen Strafzettel verdorben wurde!
 

 
Außer uns beiden war nur noch ein weiteres Paar am Strand unterwegs. Wir fotografierten uns gegenseitig und hatten somit alle etwas von der Begegnung 😊.
 


Für zusätzliche Stranddekoration hatte offenbar bereits jemand gesorgt: Aus den angeschwemmten Treibholzstämmen war eine Art Zelt entstanden. Ob es als Kunstwerk, Wetterschutz oder Spielerei gedacht war, weiß ich nicht – als Fotokulisse machte es jedenfalls einiges her.



Ancient Cedars Loop

Diese kleine Wanderung war an diesem Tag mein persönliches Highlight ✨. 

Zum einen gefiel mir, wie viel man entlang des Weges über die uralten Zedern und das faszinierende Leben im Wald erfahren konnte. Die Informationstafeln erklärten beispielsweise, dass Bäume keineswegs so einzelgängerisch sind, wie man früher dachte. 

  


Über ihre weit verzweigten Wurzelsysteme und die unterirdischen Pilzgeflechte (Myzele) stehen sie miteinander in Verbindung, tauschen Nährstoffe aus und senden sogar Warnsignale weiter. Manche Forscher sprechen deshalb vom „Wood Wide Web“ des Waldes 🌲🍄.

Wenn ihr euch den riesigen Wurzelballen in der folgenen Collage anseht, kommt euch der Gedanke an die verborgene Welt unter unseren Füßen vermutlich ähnlich beeindruckend vor wie uns:

 

 💚🌊🌲⛰️💚

 

Der zweite Grund für meine Begeisterung flatterte plötzlich ganz knapp vor uns über den Weg. Beim ersten Mal bekam ich nur einen leuchtend blauen Wischer aus dem Augenwinkel mit, doch Edi hatte den Vogel etwas früher entdeckt als ich. 

Wenig später huschte dann ein weiterer (oder vielleicht derselbe?) blaue Vogel knapp über dem Boden direkt vor uns von rechts nach links. Für ein Foto war er viel zu schnell – aber wir waren beide völlig aus dem Häuschen über diese Begegnung.

Wir waren uns ziemlich sicher, dass es sich um einen Diademhäher (Steller's jayCyanocitta stelleri) gehandelt hatte. Allerdings erschien uns der Vogel deutlich heller, als wir ihn von Fotos kannten. Inzwischen weiß ich: Auf Vancouver Island und an der Pazifikküste lebt eine spezielle Unterart (Cyanocitta stelleri stelleri). Während die Diademhäher im Landesinneren (z.B. in den Rocky Mountains) oft auffällige weiße Streifen im Gesicht haben, ist die Küsten-Variante besonders dunkel und intensiv blau gefärbt. Doch weshalb erschien unser Vogel uns so hell und strahlend blau?

Erst später erfuhr ich den Grund dafür: Diademhäher / Steller's jays besitzen in ihren Federn gar kein blaues Farbpigment. Das Blau entsteht ausschließlich durch die besondere Struktur ihrer Federn, die das Licht auf raffinierte Weise streut und reflektiert. Je nach Blickwinkel und Beleuchtung kann der Vogel deshalb beinahe schwarz wirken – oder plötzlich in einem intensiven Azur- und Mittelblau aufleuchten.

Wir hatten am Ancient Cedars Loop also nicht einfach nur einen Vogel gesehen, sondern für einen kurzen Moment ein kleines physikalisches Wunder der Natur erlebt. Und das war wirklich beeindruckend – selbst wenn es nur Sekundenbruchteile dauerte.

An Fotografieren war bei diesem Tempo leider nicht zu denken - und nach den beiden Blitz-Sichtungen tauchte unser blauer Freund auch nicht mehr auf. Deshalb kann ich euch nur Fotos aus dem Internet bieten, die aber leider beide nicht den hellen Blauton "unseres" Vogels zeigen:


Foto-Quellen: KLICK und KLICK

 
Während der Diademhäher jede Kamera konsequent austrickste, blieb dieses doppelte Spinnennetz erfreulich still sitzen und ließ sich bereitwillig fotografieren 😊:
 


Sehr interessant fanden wir auch den "kulturell veränderten Baum", den ihr in der folgenden Collage seht:

Westliche Rotzedern werden an der Pazifikküste seit Jahrtausenden von den indigenen Gemeinschaften genutzt und oft als „Baum des Lebens“ bezeichnet. Sie lieferten Material für Kanus, Häuser, Kleidung, Körbe und viele andere Gebrauchsgegenstände.

Dabei wurde die Rinde ausgewählter Bäume häufig nur auf einer Seite vorsichtig entnommen, sodass die Zeder weiterleben konnte. Die Spuren dieser nachhaltigen Nutzung sind noch heute sichtbar und werden als „Culturally Modified Trees“ (CMTs) bezeichnet. Solche Bäume stehen inzwischen unter besonderem Schutz.



 
Die bizarren, knorrigen Baumgeschöpfe hier unten hingegen wurden wohl allein von Wind, Wetter und Zeit geschaffen:

Oh, und hier leuchteten schon wieder die Schaumkronen der Meereswellen durch Bäume und Felsen hindurch:


Der Wild Pacific Trail, von dem der Ancient Cedars Loop ein Teilstück ist, trägt seinen Namen also absolut zurecht.
 
💚🌊🌲⛰️💚  

 

Wild ist hier aber nicht nur der Pazifik - in den umliegenden Regenwäldern lebt eine faszinierende Tierwelt mit mehreren großen Raubtierarten (siehe Schild unten)! 

Die Insel weist sogar die weltweit höchste Konzentration an Pumas auf. Dennoch bekommt man sie fast nie zu Gesicht, da sie äußerst scheu sind und Menschen meiden.

Daneben gibt es die faszinierenden Küstenwölfe – eine genetisch besondere Wolfsform, die sich an das Leben am Meer angepasst hat. Sie jagen häufig in den Gezeitenzonen und ernähren sich nicht nur von Landtieren, sondern auch von Fischen, Krebsen und gelegentlich Seehunden.

Auch Rotluchse kommen auf Vancouver Island vor. Sie sind jedoch vergleichsweise klein, leben als Einzelgänger und gelten für Menschen als völlig ungefährlich.

Gesehen haben wir keines dieser Tiere. Eine Spur ihrer Anwesenheit fanden wir allerdings direkt beim Parkplatz: 

Der zerfetzte Müllsack, den ich nach unserer Wanderung in Parkplatznähe entdeckt habe, geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Konto eines Schwarzbären 🐻 (vor dem das Schild ebenfalls warnt)! Die Region um Tofino hat eine der höchsten Schwarzbärendichten weltweit. Sie sind extrem intelligent und lernen leider schnell, wie man nicht perfekt gesicherte Container knackt.

Genau wegen solcher Vorfälle wie am Parkplatz gilt auf der Insel das strikte Gesetz, absolut niemals Lebensmittel oder Müll offen liegenzulassen. Ein Bär, der sich an menschliche Nahrungsquellen gewöhnt, verliert oft seine natürliche Scheu und wird schließlich zum Problemfall. Deshalb gibt es den bekannten Leitsatz: „A fed bear is a dead bear.“ 



 
Apropos Parkplatz: Für den Ancient Cedars Trail benötigt man kein Nationalpark-Ticket. Der Wanderweg liegt außerhalb der Nationalparkgrenzen auf kommunalem Grund der Gemeinde Tofino, und das Parken ist (laut aktuellem Informationsstand im Internet) kostenlos. Nach unseren Erfahrungen mit den Parkregeln im Pacific Rim National Park war das eine Nachricht, die wir besonders gerne gelesen haben 😄. 
 
💚🌊🌲⛰️💚   
 

On the Road again

 

 

Dann ging es von der Westküste der Insel zurück Richtung Osten - allerdings nicht wirklich „direkt“: Schließlich kann man nicht stundenlang durch Vancouver Island fahren, ohne hier und da eine kleine kulinarische Pause einzulegen 😉😋.

Unser Mittagessen (Surf & Turf) nahmen wir, wenn ich mich richtig erinnere, sogar noch in Ucluelet ein. Dort gönnte ich mir auch ein Bier - in diesem Fall allerdings Corona Cero, also die alkoholfreie Variante. Denn Edi und ich wechseln uns als Fahrer und Beifahrer ja immer wieder ab.

Später machten wir erneut Halt in Port Alberni, genauer gesagt im Wildflower Bakeshop & Café, wo uns bereits beim Hinweg die köstlichen Vanille-Plunderstücke begeistert hatten. Diesmal wurden es Croissants - und außerdem holten wir dort endlich den Kaffee nach, den wir in Tofino vergeblich gesucht hatten 😉☕.

 


21.-23. September  - Courtenay

Für die nächsten beiden Nächte hatten wir uns im Estuary House Reflexology B&B einquartiert. Unser Zimmer war großzügig und gemütlich, das Bad ebenfalls – und unsere Gastgeberin erwies sich als echter Glücksgriff.

Denn unser Mercedes mit Eigenleben beschäftigte uns leider seit einigen Tagen stärker denn je. Die geheimnisvolle Warnmeldung zur Kühlflüssigkeitdie ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, erschien weiterhin sporadisch, ohne dass sich an der Motortemperatur etwas änderte. Wir wollten nun endlich Klarheit darüber bekommen, ob wir uns Sorgen machen mussten oder nicht.



Da Edi mit seiner E-SIM zwar problemlos im Internet unterwegs sein konnte, aber nicht telefonieren, bat er unsere Zimmerwirtin um Hilfe. Freundlicherweise stellte sie nicht nur ihr Telefon zur Verfügung, sondern übernahm schließlich sogar selbst das zermürbende Gespräch mit dem Autovermieter. Die Unterstützung durch die Road-Service-Hotline war allerdings ungefähr so hilfreich wie ein Regenschirm mit eingebautem Loch 🚗☔. 

Leider fand sich niemand, der uns schlüssig erklären konnte, ob nun tatsächlich ein Problem bestand oder nicht. Das Ärgerlichste daran: Wir hatten bei Hertz für das Road-Service extra bezahlt! Die Dame an der Service-Nummer hatte jedoch hörbar keine Ahnung, konnte uns auch nicht garantieren, dass die Kosten für einen Werkstattbesuch übernommen würden und riet uns bloß, mit dem Wagen schnellstmöglich zum Flughafen von Vancouver zu fahren. Das kam für uns allerdings nicht infrage: Wir waren mittendin in unserer Reise, hatten Ausflüge gebucht und zudem für den Road-Service bezahlt. Die Hertz Autovermietung hat sich hier also keineswegs mit Ruhm bekleckert - und diese Information möchte ich euch nicht unterschlagen.

Ob die Ursache nun ein Sensor, ein Softwareproblem oder schlicht ein besonders nervöses Mercedes-Gemüt war, wissen wir bis heute nicht. Jedenfalls lief das Auto (bis auf die Warnleuchte) weiterhin problemlos – und wir konnten uns endlich den deutlich angenehmeren Seiten von Courtenay widmen. 

💚🌊🌲⛰️💚 

Tierische Überraschungen im B&B 

Gleich zu Beginn lernten wir Cesar kennen, den hübschen Kater (= männliche Katze, falls das mal wieder mit Hangover übersetzt wird 😂) unserer Gastgeberin. Er war zum Glück überhaupt nicht scheu, sondern ließ sich gern von uns streicheln. 




 
Wir erfuhren außerdem, dass Cesar durchaus einen Hang zu kriegerischem Heldentum hat. Denn seht nur, mit wem er sich schon mal angelegt hat:
 
🦅 Dieser Weißkopfseeadler gehört quasi zum Haus. Wir entdeckten ihn ein paar hundert Meter entfernt auf einem Holzpflock im Wasser sitzen und nach Beute Ausschau halten, und fragten unsere Zimmerwirtin, ob wir tatsächlich richtig sehen.
 
Ja, sagte sie, der hat schon in dem Baum auf meinem Grundstück gelebt, als ich es vor 20 Jahren kaufte! Deshalb schmückt er auch das Schild in der Einfahrt.
 
Ach ja, richtig: Das Schild zeigt ein Foto dieses prächtigen Burschen, wie er mitten im Flug einen Fisch fängt: Ihr seht dieses Bild in der Mitte meiner folgenden Collage. Die anderen Fotos - vom Adler auf dem Pflock und im Baum - stammen von uns. Es waren die einzigen brauchbaren Weißkopfseeadler-Fotos, die uns auf dieser Reise gelangen.
 
Tja, und dieser Bursche hat irgendwann mal vor einigen Jahren versucht, Cesar zu attackieren. Aber der ist kein kleines, wehrloses Kätzchen, sondern nach einem großen Feldherren benannt. Und so gab der Adler sein Ansinnen ziemlich schnell wieder auf! 😄🐈‍⚔️🦅



Sonnenuntergang über der Comox Bay

Das Estuary House liegt direkt am Courtenay Estuary, dem Mündungsgebiet des Courtenay River. Hier vermischt sich Süßwasser aus dem Fluss mit Salzwasser der Comox Bay, die wiederum zum Strait of Georgia gehört. 
 
Courtenay liegt im Comox Valley an der Ostküste von Vancouver Island – einer Region, in der sich Berge, Wälder, Flüsse und Meer auf besonders reizvolle Weise begegnen. 
 
Und hier kann man nicht nur Weißkopfseeadler beobachten, sondern auch einige andere Tiere. Im nächsten Post vielleicht mehr davon. Unser erster Abend an der Bay endete jedenfalls mit diesem wundervollen Sonnenuntergang:
 


22. September - Mount Washington

 
Am folgenden Vormittag zog es uns hinauf auf den 1.588 Meter hohen Mount Washington. Von hier aus reicht der Blick bei klarer Sicht bis zum Festland von British Columbia – doch an diesem Tag interessierten uns vor allem die Bergwälder und ihre tierischen Bewohner
 
Der Mount Washington ist u.a. Heimat des Vancouver Island Murmeltiers, einer der seltensten Säugetierarten der Welt und kommt ausschließlich auf Vancouver Island vor. Es unterscheidet sich deutlich von anderen Murmeltierarten.
 
Leider sahen wir solche Murmeltiere nicht - bloß ein Schild, das darauf hinwies, dass diese Tiere die Fahrbahn überqueren könnten und man deshalb langsamer fahren sollte. Auch vor Bären warnte ein Schild - was das betrifft, waren wir nicht allzu unglücklich, dass uns keiner begegnete. 

 
Es begegneten uns auch keine Wanderer oder Mountainbiker. Abgesehen von ein paar Arbeitern, die sich um Liftanlagen oder Wege kümmerten, waren wir wohl die einzigen Menschen auf dem Berg. 
 
Wir genossen die Ruhe (wenn nicht gerade ein Arbeiter in unserer Nähe ein lautes Gerät verwendete) - und auch, dass es dort droben schon ein wenig herbstelte 🍁🍂: Hier leuchteten rote Beeren, dort kupferfarbige Blätter. Dazu kamen spätsommerliche Blüten, attraktive Samenstände und einige Pilze - das waren zumindest zarte Anklänge an den Indian Summer... Für eine ausgeprägtere Variante sind Nadelwälder wohl nicht so gut geeignet.
 
 
 
 
Dafür gab es hier jene "bärtigen Bäume" zu entdecken, die mich zu meiner Titelzeile mit den "bärtigen Bergwäldern" verführt hat 🌲⛰️😄. 
 
Ihr seht diese zotteligen Geschöpfe in der unteren Collage auf dem kleinen Foto links mittig - und auf der allerersten Collage dieses Blogbeitrags in groß. Bei dem auffälligen gelb-grün-grauen Bewuchs auf den Baumstämmen handelt es sich um sogenannte Bartflechten, wie sie im niederschlagsreichen pazifischen Nordwesten weit verbreitet sind.
 
Flechten sind kein Moos, sondern eine Lebensgemeinschaft aus Algen und Pilzen. Viele Bartflechten gelten als Zeichen für eine vergleichsweise saubere Luft und sind daher besonders häufig in naturnahen Regionen zu finden. Sie sind für die Bäume unschädlich und werden von Vögeln und Nagetieren gern als Nistmaterial genützt. 
 
 
Wenn wir schon keine Murmeltiere und Bären sahen, so gab's doch immerhin Abdrücke von Hirsch-Hufen zu entdecken.

 
Wenn wir schon von Vögeln sprechen 🪶 - die waren phasenweise ebenso gut zu hören wie die Werkzeuge der Arbeiter 😉 - fotografieren ließen sich hingegen nur wenige. Genauer gesagt: es gibt zwei eher bescheidene Fotos einer Wanderdrossel.
 
Die Merlin-App konnte außer diesem Vogel auch noch folgende identifizieren: 
Weißkehlammer, Winterammer, Kolkrabe, Abendkernbeißer, Fichtenzeisig, Fichtenkreuzschnabel, Kronenammer, Rotbrustkleiber  - und auch einen Diademhäher / Steller's jay gab es offenbar wieder, wenn auch nicht zu sehen, so doch immerhin zu hören. (Wobei Häher zur Familie der Rabenvögel zählen, weshalb ihr "Gesang" nicht zu den allerlieblichsten zählt...)



Mit diesen herbstlichen Impressionen aus den Bergwäldern Vancouver Islands möchte ich mich für heute von euch verabschieden.
 
 

 
Ich denke, nach Pazifik, Regenwald, endemischen Murmeltieren und bärtigen Bergwäldern dürfen wir festhalten: Die Natur Kanadas unterscheidet sich doch in der einen oder anderen Kleinigkeit von jener der Steiermark 🌲😉 - was meint ihr? 
 
 
 

💚🌊🌲⛰️💚🌊🌲⛰️💚🌊🌲⛰️💚 

Alles Liebe & bis bald 💋!
Herzliche Rostrosen-Grüße,

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 


Dienstag, 26. Mai 2026

Reisebericht 2025 – Von Ost 🌲 nach West 🐋 auf Vancouver Island 🇨🇦

 

>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋". 

 

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 Willkommen zurück auf Vancouver Island!

 

Ihr Lieben, nochmals herzlichen Dank für eure Anteilnahme und die vielen lieben Kommentare zu meinen letzten beiden Posts  Frühlingstage zwischen Licht und Schatten Teil 1 und Teil 2

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unser Alltag noch eine Zeit lang anders als „normal“ sein wird. Trotzdem versuchen wir weiterhin, möglichst viel Licht und schöne Momente hereinzulassen.

Wie uns das gelingt, erzähle ich euch ein andermal. Heute möchte ich unsere virtuelle Reise fortsetzen — denn allein die Erinnerungen an Vancouver Island heben meine Stimmung sofort 🌿. Und vielleicht habt auch ihr Freude daran. Können wir starten? 😊


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[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, des Weiteren durch Fotos, Orts-,
 Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.]

19. September - von Nanaimo nach Ucluelet

Beim letzten Mal nahm ich euch mit von Victoria nach Nanaimo. Diesmal verlassen wir Nanaimo und fahren auf dem Highway 4 quer über Vancouver Island Richtung Westküste. Die rund 162 Kilometer lange Straße ist die einzige Ost-West-Verbindung im südlichen Teil der Insel.

Natürlich fuhren wir auch diesmal nicht einfach durch 😄. Statt der veranschlagten 2 Stunden und 38 Minuten wurde daraus ein ganzer Roadtrip-Tag — mit einigen atemberaubend schönen Landschaften unterwegs.
 
 
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Cathedral Grove

Unser erster Stop lag direkt am Highway 4 *): Cathedral Grove, ein Teil des MacMillan Provincial Parks mit einigen der letzten ursprünglichen Urwaldbestände Vancouver Islands (👉 Infos in Deutsch und in Englisch). Manche der riesigen Bäume sollen einen Umfang von bis zu neun Metern erreichen.

*) Die Parkplatzsuche gestaltete sich allerdings etwas abenteuerlich 😅. Wegen des starken Verkehrs mussten wir rasch reagieren: Der erste Parkplatz war bereits voll, doch ein paar hundert Meter weiter entdeckten wir glücklicherweise noch eine kleine Lücke für unseren Mietwagen. Soweit ich gelesen habe, werden die Parkflächen aus Umweltschutzgründen bewusst nicht erweitert — was ich durchaus nachvollziehbar und unterstützenswert finde.  


Allein waren wir im Urwald natürlich nicht, und freundliche Menschen boten sich sogar an, Fotos von uns gemeinsam zu machen.

 

Am South Loop Trail kann man die ältesten (bis zu 800 Jahre alten) Douglasien bestaunen, am North Loop Trail vor allem Rotzedern und umgestürzte Baumriesen.

Mich hätten besonders die mächtigen Douglasien interessiert. Durch die etwas chaotische Parkplatzsituation wussten wir allerdings gar nicht genau, auf welchem Abschnitt wir gelandet waren — Hinweisschilder zum Trailnamen entdeckten wir jedenfalls keine. Der Wald selbst hatte aber unabhängig davon eine ganz besondere Ausstrahlung — und einen wunderbaren Duft 🌿. 
 
 

Da viele umgestürzte, moosbewachsene Baumriesen zu sehen waren, vermuten wir, dass wir eher im Bereich des North Loop Trails unterwegs waren. Einen richtig ausgebauten Weg fanden wir dort jedoch nicht, sondern nur einen schmalen Pfad über Stock und Steine — genau jenen, den ihr auf unseren Fotos sehen könnt. 

Wir wanderten einfach immer weiter, bis irgendwann überhaupt nichts Weg-Ähnliches mehr übrig blieb 😄. Dann kehrten wir lieber um und machten unseren Parkplatz wieder für andere frei. 


 

Hier ein Video von Cathedral Grove, das ich im Internet entdeckt habe: 

 
 
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Kaffeepause in Port Alberni 

Und weiter ging's: Port Alberni gilt als "Tor zur wilden Westküste". Die Stadt liegt im Landesinneren,  am tief ins Land reichenden Alberni Inlet.

Große Pläne hatten wir hier eigentlich nicht — wir wollten nur eine gemütliche Pause einlegen. Bei einem kleinen Rundgang entdeckten wir das Wildflower Bakeshop & Cafe, und das erwies sich als hervorragende Wahl. 

 

Der Vanilleplunder mit Erdbeeren war noch ganz frisch und schmeckte ausgezeichnet (wir nahmen später sogar noch Nachschub für unterwegs mit 😋), der Kaffee war ebenfalls sehr gut, die Bedienung ausgesprochen freundlich und das Ambiente richtig hübsch. Dazu kam herrliches Wetter, sodass wir draußen sitzen und frechen Spatzen dabei zusehen konnten, wie sie Kuchenbrösel stibitzten.

Anschließend spazierten wir noch ein Stück ans Ufer des Fjords und bewunderten die vielen Murals sowie die kunstvoll gestalteten Abfallbehälter entlang der Promenade:

 
 

Stamp River Provincial Park

Dieses faszinierende Naturgebiet, das besonders für die Lachswanderung bekannt ist, befindet sich ungefähr 20 Autominuten nordwestlich von Port Alberni: Zwischen Ende August und Anfang Dezember ziehen hier Jahr für Jahr Tausende von Pazifischen Lachsen zum Laichen flussaufwärts. 

 
 
 
Der beste Ort, um die Lachswanderung zu beobachten, ist die Stamp Falls Fish Ladder, die den Lachsen bei der Überwindung der Stromschnellen hilft. 
 
Wir waren allerdings gewarnt worden: einerseits vor Schwarzbären, die sich dort an den schwimmenden Fischen bedienen könnten, andererseits davor, dass es in der Natur niemals eine Garantie gibt: Manchmal lässt sich nicht ein einziger Lachs blicken.
 
 

 
Nun: An der Fischtreppe ließ sich weder ein Bär noch ein Fisch blicken. Die einzigen Lachse, die wir dort sahen, waren die gemalten auf den Informationstafeln:
 

 
Aber so schnell gaben wir nicht auf. Wir befanden uns in einem wunderschönen Wandergebiet und hatten noch genug Energie, um unsere Suche fortzusetzen.
 
 
Auch an diesen Stromschnellen sahen wir keine Lachse...

 
Bei dem langhaarigen Tierchen links in der folgenden Collage handelte es sich vermutlich um die Raupe einer Garden Tiger Moth (Arctia caja) oder einer sehr nah verwandten Bärenspinner-Art. Da das kleine braune Pelzchen direkt neben einem ähnlich braun getönten Nadelzapfen saß, hätte ich es fast übersehen. Seine Färbung diente hier als optimale Tarnung (Mimese). Auf diese Weise schützt sich die Raupe vor hungrigen Vögeln.
 
Der Kanadareiher und die Möwe warteten hingegen - wie wir - auf den einen oder anderen vorbeiziehenden Lachs.
 

 
Und dann wurden wir schließlich doch noch belohnt: Zuerst entdeckten wir einige der Fische von einer Brücke aus in einem schmaleren Flusslauf, später dann — nach einer kleinen Felsenkletterei — auch in einem breiteren Abschnitt des Stamp River.

Immer wieder durchbrachen silbrig glänzende Körper die Wasseroberfläche und verschwanden genauso schnell wieder in der Strömung. Ein wunderschöner Anblick.

Natürlich versuchten wir sofort, Fotos oder Videos davon zu machen — allerdings mit überschaubarem Erfolg: Die Lachse sprangen grundsätzlich immer genau dort, wo gerade keine Kamera hinzeigte 😅 



 

Kennedy River Canyon 

 
Der nächste Zwischenstopp war ein echter Zufallstreffer. Ich entdeckte dunkelgraue, in der Nachmittagssonne beinahe schwarz glänzende Felsen, Menschen, die darauf herumkletterten und fotografierten — und direkt daneben eine Parkmöglichkeit. 
 
Halt an, Edi, das schaut interessant aus!“  
 


Weiter unten schlängelte sich der Kennedy River durch eine schmale Felsschlucht, spiegelte den Himmel wider und leuchtete in manchen Wasserbecken beinahe türkisgrün — eine unerwartete und faszinierende Entdeckung. Die vom Wasser glatt geschliffenen Steine wirkten wie eine natürliche Skulpturenlandschaft: stellenweise wie von Künstlern poliert, andernorts ursprünglich und rau.
 

 
 
Natürlich mussten wir uns das genauer ansehen. Also kraxelten und sprangen auch wir eine Zeitlang zwischen den glatt geschliffenen Felsen herum und bestaunten diese wilde Landschaft. Als wir uns daran (mehr oder weniger) satt gesehen hatten, stiegen wir wieder in den Wagen und fuhren unserem nächsten Ziel entgegen:
 
 
 

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19.-21. September - Ucluelet

Unser Quartier für die nächsten beiden Nächte war hier das West Coast Motel on the Harbour.  

Um ziemlich genau 16:30 Uhr ritten wir in Ucluelet ein. Der zungenbrecherische Name stammt aus der indigenen Sprache Nuu-chah-nulth und bedeutet so viel wie ‚sicherer Hafen'. Von Einheimischen und Kennern wird der Ort übrigens liebevoll „Ukee“ genannt — für Deutschsprachige ausgesprochen ungefähr wie „Juckie“ 😊. 

Wenige Minuten nach unserer Ankunft bezogen wir unser Zimmer — sogar mit eigenem „Kamin“! Haha: Tatsächlich handelte es sich nur um ein gemütlich flackerndes Feuer am TV-Bildschirm, aber die Idee fanden wir ziemlich witzig. 

Was das Abendessen betrifft: Könnt ihr euch noch erinnern, dass wir am Vortag Pizza in Ladysmith gekauft hatten? Davon war je eine halbe übrig geblieben - und die genossen wir nun auf einer Bank vor dem Motel mit Blick auf den Hafen. Und zum Nachtisch? Genau — da gab es Erdbeer-Vanille-Danish aus Port Alberni 😉👍.


In der unteren Reihe seht ihr u.a. die zweisprachigen Straßenschilder und die winzige katholische Kirche von Ukee

 

Nach unserem "Mittag-Nachtmahl" machten wir uns auf, um die Ortschaft näher zu erkunden. Unter anderem wollten wir sehen, von wo aus wir am nächsten Morgen aufbrechen würden. Denn bei Jamie's Whaling Station & Adventure Centres hatten wir (schon von zu Hause aus) für den 20. September einen Wal-Beobachtungs-Ausflug gebucht!

Es gibt noch weitere Anbieter von Walbeobachtungs-Touren in Ucluelet - KLICK - und ein paar andere in Tofino, aber seid mal ehrlich: Wenn man einen Enkelsohn hat, der Jamie heißt, klingt Jamie's Whaling Station & Adventure Centres doch automatisch sympathisch 😄.
 
Und das war nicht der einzige Grund für meine Wahl: Mir gefällt sowohl die Buch- als auch die TV-Serie Outlander. Die männliche Hauptperson in dieser Geschichte ist ein verwegener rothaariger Schotte namens Jamie Fraser. Als ich erfuhr, dass Jamie’s Whaling Station ihren Sitz in der Fraser Lane hat, war die Sache endgültig entschieden. Ihr seht also: Ich treffe meine Reiseentscheidungen grundsätzlich ausschließlich nach streng rationalen Kriterien 😂!
 
 

 
Vor dem Laden von Jamie's gab es mal wieder "Bären-Alarm" 😉! (Denn hier werden auch Bären-Touren veranstaltet. Allerdings wählten wir dafür einen anderen Ort, einen anderen Veranstalter und auch andere Bären. Denn wir wollten in erster Linie Grizzlies sehen, Jamie's Ausflüge führen aber zu Schwarzbären.) 
 
Einen Overall wie jenen an der Ladentür bekamen wir bei unserem Wal-Ausflug übrigens nicht verpasst. Die kommen nur bei Zodiac-Touren zum Einsatz. Wir entschieden uns lieber für ein richtiges Schiff — das erschien uns doch etwas vertrauenswürdiger als ein aufblasbares Gummiboot 😄...
 
 
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Öffentliche Kunst in Ukee 

Nachdem wir den Treffpunkt für den nächsten Morgen ausgekundschaftet hatten, spazierten wir noch ein wenig durch Ucluelet und begegneten dabei auch örtlicher Kunst — etwa den Edelstahl-Skulpturen "Raven Lady" und "Surfer Girl" von Mike Camp.

The Mermaid wiederum ist ein Wandgemälde des wohl bekanntesten und produktivsten Mural-Künstlers von Vancouver IslandJeff King. Ein weiteres seiner Werke werdet ihr später noch kennenlernen.


Mit etwas Geduld fanden wir abends auch noch ein geöffnetes Pub, in dem wir uns ein Getränk gönnen konnten, 
ohne etwas zu essen. Leider habe ich mir den Namen des Lokals nicht notiert. 
 

20. September - Whale Watching ab Ucluelet 🐋

Falls ihr schon länger in meinem Blog lest, könnt ihr euch vielleicht noch erinnern, dass wir bereits zweimal Walbeobachtungsfahrten unternommen haben. 

  • Die erste fand bereits im Jahr 2012 von Monterey / USA aus statt - an diesem Tag sahen wir u.a. See-Elefanten, Robben, Pelikane, Rundkopf-Delfine... und mindestens einen Buckelwal. HIER kommt ihr zu meinem damaligen Reisebericht.
  • Einen zweiten, besonders ergiebigen Wal-Ausflug erlebten wir 2017 in Island. HIER könnt ihr euch viele, viele unserer Buckelwal-Fotos von damals ansehen.  

Erlebnisse wie diese sind einerseits unvergesslich, wecken andererseits aber auch die Sehnsucht, noch einmal etwas "ähnlich Beglückendes" zu erleben. (Natürlich wissen wir, dass jede Tour anders verläuft. Kein Tag lässt sich wiederholen — jeder ist einzigartig. Das ist zugleich das das Vergängliche und das Schöne am Leben.) 

 

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Am 20. September war es leider nicht so sonnig und blauhimmelig wie am Vortag - ganz im Gegenteil. Es regnete 🌧️ und die Temperaturen waren gesunken. Von unserer Tour in Island her wusste ich, dass warme Wolle an Kopf und Händen nicht schaden kann, und so war es dann auch (selbst wenn ich die Handschuhe später beim Fotografieren ausziehen musste).

Wir waren schon ein bisschen früher am vereinbarten Treffpunkt, und konnten somit die Urlauber beobachten, die eine Kajaktour gebucht hatten, und uns ein bisschen im Laden von  Jamie's Whaling Station umsehen. U.a. entdeckten wir dort Kuscheltier-Bären, und aufgrund des eingestickten Schriftzugs "Jamie's" in seinem Kapuzenpulli war uns sofort klar, dass wir für unseren Enkel Jamie eines dieser Plüschtiere mitnehmen wollten. Edi erstand außerdem eine Kappe und ein Shirt für sich selbst. Das Skelett stammt von einem jungen Wal, der vor Jahren angespült worden war...

 

 

In der folgenden Collage seht ihr links das Gummiboot mit den in Overalls gehüllten Zodiac-Passagieren. 

Rechts unser erfahrener Skipper Scott — ein freundlicher Realist. Viel Hoffnung auf besseres Wetter oder Orca-Sichtungen konnte er uns leider nicht machen. Schwertwale gibt es in der Gegend zwar, aber sie lassen sich leider nur sehr vereinzelt blicken. Doch er sah gute Chancen auf die Begegnung mit anderen Tieren... 

 
 
 
Und da waren sie schon — die ersten Tiere: ein Felsen voller Robben (und der einen oder anderen Möwe): 
 
 
 

In der Nähe des Robbenfelsens trieb ziemlich viel Tang. Scott machte uns jedoch darauf aufmerksam, dass manche der vermeintlichen Wasserpflanzen sich bewegten: possierlich zwischen den Algen umherschwimmende Seeottern! Sie wurden einst wegen ihrer Felle fast ausgerottet und gelten heute als Schlüsselspezies — denn durch ihre Jagd auf Seeigel helfen sie mit, die Kelpwälder im Gleichgewicht zu halten.

 
 

Während wir darauf hofften, dass sich irgendwo am Horizont Wale zeigen würden, unterhielten wir uns mit anderen Reisenden, blödelten ein bisschen herum und beobachteten Schiffe und Seevögel.

 
 
 
Bei diesen Alkenvögeln handelt es sich vermutlich um Trottellummen*) (Uria aalge) im Übergangs- oder Winterkleid — zumindest laut Google Lens 😊 Falls jemand von euch eine bessere Bestimmung hat, immer her damit!
 
*) Ihr deutscher Name klingt leider nicht besonders schmeichelhaft 😄. Vermutlich bezieht er sich auf das etwas tapsige Watscheln der Vögel an Land — im Wasser hingegen sind Trottellummen elegante Schwimmer und hervorragende Taucher. 
 
 
 

Wal in Sicht! 🐋

In der oberen Collage seht ihr mich rechts beim Fotografieren der Atemfontäne eines Buckelwals. Dieser sogenannte Blas ist meist das Erste, was man von einem Wal zu sehen bekommt — und kann sogar dabei helfen, die Art zu bestimmen: Der Blas von Buckelwalen kann zwischen 3 und 5 Meter hoch werden und ist zumeist V- oder säulenförmig — denn Bartenwale besitzen zwei nebeneinanderliegende Blaslöcher. Und der Sprühnebel hält sich nach dem Ausatmen relativ lange in der Luft.

Buckelwale nutzen ihren Atem übrigens auch als geniales Jagdwerkzeug: Sie stoßen unter Wasser Luft aus, um kunstvolle Blasennetze zu erzeugen - damit treiben sie Beutetiere wie Krill oder kleine Fische eng zusammen und können diese mühelos "auf einen Haps" verschlingen. 

Ich habe mal wieder Hunderte Blas-Fotos gemacht 📸 — einfach weil direkt danach die Chancen besonders gut stehen, dass der Wal auftaucht 😉 Und dann sollten die Finger natürlich bereits „knips-bereit“ sein 😅. Aber das eigentlich Interessante ist natürlich, wenn der riesige Meeressäuger etwas von seinem Körper blicken lässt. 


 
 
Wir freuen uns immer ganz besonders, wenn uns die Wale mit der Schwanzflosse "winken". Professionelle Walbeobachter wie Scott können anhand der Fluke sogar einzelne Tiere identifizieren - denn sie ist so einzigartig wie ein menschlicher Fingerabdruck*). Somit war es Scott auch möglich uns zu verraten, dass wir an diesem Tag vier verschiedene Buckelwale gesichtet hatten.

*) Anhand von Merkmalen wie Färbung, Form der Unterkante sowie Narben, Verletzungen oder Seepocken werden einzelne Tiere über Jahrzehnte hinweg von ForscherInnen weltweit identifiziert und beobachtet.

Einen vollständig springenden Buckelwal haben wir leider bisher noch nie gesehen — diesmal zeigten uns dafür gleich mehrere Tiere ihren Kopf. Und ich kann euch verraten, dass das für uns und unsere Mitreisenden auf dem Schiff sehr, sehr aufregend war: 

 

 
Zur Untermalung habe ich hier ein Filmchen für euch: Dieses 3-Sekunden-Video stammt allerdings nicht von mir, sondern von einer jungen Frau, die gemeinsam mit uns an der Tour teilnahm. Ich schickte ihr später einige meiner Fotos, und sie sandte mir im Gegenzug diesen kurzen Film. Sie erlaubte mir freundlicherweise, ihn zu posten, und meinte, eine Namensnennung sei nicht notwendig. Trotzdem möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei G. bedanken — und liebe Grüße senden 😊.
 
 


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Zurück an Land

 
Nach unserem Wal-Ausflug zogen wir uns für ein spätes Mittagessen und ein Getränk ins Eagles Nest Pub zurück. Adler bekamen wir dort allerdings keine zu Gesicht 😄. Durchs Fenster konnten wir dafür immerhin einen Kanadareiher (Ardea herodias) und eine Amerikakrähe (Corvus brachyrhynchos) beobachten.
 
 
 
 
Danach spazierten wir zurück zu unserem Motel und kamen dabei an dem oben erwähnten zweiten Mural von Jeff King vorbei - thematisch ein perfekter Abschluss für diesen Tag:
 

Mural „Humpback Whale and Calf“ von Jeff King

 

Vom Meer ins warme Wasser 😄 

Da das West Coast Motel on the Harbour über ein Schwimmbad verfügt, beschloss ich anschließend, noch eine Runde schwimmen zu gehen — vermutlich hatten mich all die Wale dazu inspiriert 🐋😉.

Edi hingegen fühlte sich nach Wind, Regen und Bootsfahrt offenbar ausreichend durchgekühlt und zog ein heißes Bad bei uns im Zimmer eindeutig vor. Und so endete unser ohnehin schon ziemlich feuchter Tag schließlich mit einem weiteren freiwilligen Wasserprogramm 😂.

 

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So viel zu unseren Erlebnissen in und um Ucluelet. Am nächsten Morgen wollten wir uns noch Tofino ansehen — im Vergleich zu Ukee deutlich touristischer, exklusiver und lebhafter, mit zahlreichen Boutiquen, Kunstgalerien und - wie es heißt - erstklassigen Restaurants.

Beide Orte liegen nur rund 40 Kilometer voneinander entfernt an der Westküste von Vancouver Island und werden durch den Pacific Rim National Park Reserve voneinander getrennt. Einen Teil dieses Parks würden wir am nächsten Tag übrigens ebenfalls besuchen und auch sonst noch einiges Schönes sehen - also bleibt dran 😊!

 

 

Ich hoffe, ihr hattet ein angenehmes Pfingst-Wochenende!

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Alles Liebe & bis bald 💋!
Herzliche Rostrosen-Grüße,

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: