Sonntag, 30. November 2025

Reisebericht 2025 – Toronto 🍁

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Hallo ihr Lieben,...


... ganz herzlichen Dank für eure tollen Kommentare zu meiner Reiseberichts-Einleitung! Einige von euch steckten rund um Thanksgiving im Trubel, andere hatten aus ganz anderen Gründen viel am Hut – umso schöner, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Und ich freue mich riesig, dass ihr Lust habt, mit uns durch Kanada und Asien zu reisen. 

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Dann schnappen wir doch einfach unser Gepäck und unsere Round-the-World-Tickets - und ab geht's per Air Canada von Wien nach Toronto 😉


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Aber HALT 🖐️! So reibungslos gestaltete sich das bei der realen Reise gar nicht: Ein Passagier des Flugzeugs bekam gesundheitliche Probleme! Zuerst wurden zwei an Bord befindliche Ärzte um Hilfe gebeten, dann wurde über Lautsprecher nach Diabetes- und Herzmedikamenten gefragt. Und dann musste unser Flieger eine Zwischenlandung in Kopenhagen einlegen. (Wie es mit dem Patienten weiterging, wissen wir leider nicht.)

Wie üblich sah ich mir während des langen Fluges mehrere Filme an - dadurch vergeht die Zeit schneller.

 

Statt um 13:50 Uhr Ortszeit kamen wir erst am späteren Nachmittag an unserem Zielflughafen an - und als wir in unserem Hotel eincheckten, war auch schon Zeit fürs Abendessen. Unser erster Stadtspaziergang fand also erst am nächsten Tag statt 😊.

3.-5. September 2025 - Toronto (Ontario)

2 Übernachtungen im Hotel Canopy by Hilton 
Wir blieben gleich im Restaurant des Hotels, wo man ziemlich gut essen kann (ich Garnelen mit knusprigen Kochbananen, Edi - wie so oft 😉 - Burger) und wo ich auch gleich mein erstes lokales Bier auspobierte. 
 
 
Hübsches, modernes Hotel mit künstlerischer Ausgestaltung.

 

Auch das Frühstück, das wir zweimal im Hotel genießen durften, war reichlich und sehr gut - und besonders staunten wir und freuten uns, als wir am Frühstückstisch ein Stück "Heimat" entdeckten: Die naturreinen und köstlichen Darbo Marmeladen werden nämlich (seit 1879!) in Österreich erzeugt. (Sie sind hier Marktführer - wie ich finde, zu Recht.)
 
 

Streifzüge durch Toronto:

An unserem ersten kanadischen Morgen regnete es 🌧️. Glücklicherweise blieb es nicht den ganzen Tag so. Wir hatten aber natürlich einen Plan für ungünstige Wetterlagen: Nur etwa eine Viertelstunde Fußweg vom Hotel entfernt befindet sich nämlich das ...

... Royal Ontario Museum (kurz ROM genannt), eines der größten Museen Nordamerikas: 

Dort wurde während unseres Toronto-Aufenthaltes die Sonderausstellung Saints, Sinners, Lovers, and Fools - 300 Years of Flemish Masterworks gezeigt. 

 

Foto li. Mitte: Klein-Traude und der große Futalognkosaurus (= eine Rekonstruktion mit dem 3D-Drucker - in Originalgröße!)

 
Doch zunächst ging es in andere Abteilungen - das ROM besitzt schließlich auch noch naturgeschichtliche, geologische, paläontologische und einige weitere Ausstellungen, und wir sahen uns ein paar davon an.
 
 

 
Dann wie gesagt die Alten Meister aus den südlichen Niederlanden - eine Schau, die mich interessierte, denn ich kann mit den Malstilen von Peter Paul Rubens, Anthony Van Dyck oder Jan van Eyck einiges anfangen.
 
 

 
Aber es gibt längst nicht nur diese berühmten flämischen Maler, deren Werke Beachtung finden sollten. Das Titelmotiv der Ausstellung – das Porträt einer jungen Frau mit einer zarten, wunderschön gemalten Halskrause – stammt z.B. von einem unbekannten Künstler. Oder einer KünstlerIN
 

Unknown Artist, Portrait of a Young Woman, 1613. Oil on canvas. Antwerp, The Phoebus Foundation.

 
Denn auch damals schon gab es Frauen, die herausragende Malerinnen waren - wie dieses Ölgemälde von Michaelina Wautier beweist: (Ihre Lebensgeschichte, soweit sie bekannt ist, fand ich interessant - ihr könnt sie in dem verlinkten Wikipedia-Artikel in englischer Sprache nachlesen und dort noch weitere Werke von ihr sehen.)
 
 
Michaelina Wautier (1617-1689), Everyone to His Taste, c.1660. Oil on canvas. 

 
Ebenfalls berührend fand ich diese Darstellung einer Hofnärrin:
 

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Originelle Schaufenster in der Bloor Street, moderner Fassadenteil des ROM, Obstladen in Chinatown

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Das ROM liegt in der Nachbarschaft der University of Toronto, durch deren Campus wir spazierten, als es zu Regnen aufgehört hatte:
 

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Unser nächstes Ziel war die Graffiti Alley in der Queen Street sowie Chinatown, weil es dort viele interessante Murals zu sehen gibt. Ich zeige euch heute allerdings nur das Java House, eine Café-Bar Ecke Queen Street / Augusta Ave, in dem wir eine kleine Mittagsrast einlegten und uns ein Getränk gönnten - das ist nämlich außen und innen mit Wandmalereien geschmückt:
 
 

Weitere Murals der Graffiti Alley und auch solche aus Chinatown werden in späteren Posts folgen! 

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Der 553 Meter hohe Fernsehturm ist das Wahrzeichen Torontos. Bis 2009 war er der höchste Fernsehturm der Welt - und es gilt als ein "Muss", nach oben zu fahren und sich die Stadt von dort aus anzusehen. Wir sind dennoch unten geblieben - teilweise wegen der vielen Menschen, die sich anstellten, teilweise, weil wir noch reichlich anderes sehen wollten... und ich steh halt auch nicht so auf diese „verordneten Musts“ 🫤.

Ich bin gern oben auf einem Berg und blicke in die Ferne… aber ich muss nicht unbedingt auf jeden hohen Turm hinauf – selbst jetzt nicht, obwohl ich meine Höhenangst vor Jahren weitgehend überwunden habe. (Außerdem haben wir auf dieser Reise später noch von einem Aussichtsturm auf die Umgebung runtergeblickt - und ich finde, einmal innerhalb von zwei Monaten reicht vollkommen 😉.) 
 
 
CN Tower und Michael Snows Werk „The Audience“ (1989) an der Vorderfassade des SkyDome

 

Auf dem Weg vom CN Tower zur Harbour Front kommt man auch an der Steam Whistle Brauerei vorbei. Wir sind dort aber nicht eingekehrt - ein Bier dieser Brauerei habe ich kurz zuvor im Mural-verzierten Java House getrunken (siehe Collage oben).
 
 

 
Hier kann man gemütlich am Ufer des Ontariosees spazieren gehen, den Wasservögeln und Booten zusehen; theoretisch hätten wir auch eine Fährfahrt zu den Toronto Islands unternehmen können. Doch durch die verspätete Ankunft am Vortag und den verregneten Vormittag hatten wir einiges an Zeit für größere Unternehmungen verloren. Also blieb es einfach bei einem kurzen Bummel am See.
 
 
Die Buchstaben im Ontariosee ergeben den Satz "IT COMES IN WAVES". (Kunstinstallation von Ben Johnston)
Nicht nur bemalte Wände sahen wir in Toronto, sondern auch diese bunt verzierte, übergroße Tisch-Bank-Kombination.
 
 
Das im Jahr 1929 eröffnete Hotel ist von außen und innen einen Blick wert. Es befindet sich außerdem nur jeweils ca. 15 Gehminuten vom CN-Tower und von der Harbour-Front entfernt. Also spazierten wir hin und warfen einen Blick in die Lobby mit dem stilvollen Café samt Pianisten. Den schönen Ballsaal könnt ihr im verlinkten Wikipedia-Artikel sehen.
 

 
2 x Banksy in Toronto
Als ich vor der Reise recherchierte, wo man in Toronto interessante Streetart zu sehen bekommt, stieß ich auch auf die Info, dass es hier zwei öffentliche Werke des inzwischen weltberühmten Streetart-Künstlers Banksy gibt. (Solche raren Werke fallen für mich eher unter "Must see" als ein hoher Turm 😜.)

Beide Banksy-Murals sind 

  • die letzten ihrer Art in Toronto,
  • nicht weit vom Fairmont Hotel entfernt,
  • nicht ganz leicht zu finden 
  • und hinter Glas geschützt.
 
 
 
 
Für alle, die es genauer wissen wollen: 
Ihr findet Banksy's  "Guard with balloon dog" an folgender Adresse: 186 The PATH - One York St #181, Toronto, ON M5J 0B7, Kanada 

Der "kleinere Banksy" versteckt sich in einer Nische in der Nähe der Esplanade: 4 Church St, Toronto, ON M5E 1M1, Kanada (siehe Video)

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Wenn wir schon bei rarer Kunst sind, kommen wir gleich zum Hundebrunnen im Berczy-Park: Vom Bernhardiner bis zum Mops und zum Golden Retriever haben sich hier 27 handbemalte Hunde als Wasserspeier versammelt, und machen diesen Park für Hundefreunde zum Lieblingsort. Auch eine Katze und zwei Vögel beobachten das Geschehen. Und an der Spitze des Brunnens thront ein Knochen 🦴🐕😊
 

 
 
Gleich hinter dem Park befindet sich ein roter Backsteinbau von 1892, der auch "Torontos Flatiron Building" genannt wird. Leider habe ich jedoch kein Glück mit bügeleisenförmigen Häusern, denn schon das New Yorker Flatiron war bei unserem NYC-Besuch eingerüstet - und genauso erging es uns nun beim Gooderham Building.
 
Aber wenigstens war die Rückseite des Bügeleisens nicht verhüllt - hier befindet sich nämlich ein Trompe-l’œilWandbild des renommierten kanadischen Künstlers Derek Michael Besant - und das war der zweite (oder vielleicht sogar der hauptsächliche 😊) Grund, weshalb ich das Gebäude sehen wollte:
 
 
Das Eichhörnchen 🐿️ hatte vermutlich andere Interessen als Murals oder Hundebrunnen...

Dieser sehenswerte alte Markt (Gebäude von 1850) mit mehr als 100 Verkaufsständen befand sich auf unserem Rückweg zu unserem Hotel und wir statteten ihm einen kurzen Besuch ab:


 
Und hier (ganz in der Nähe des Marktes) kehrten wir zum Abendessen ein: The Berczy Tavern. Wir hatten das Crispy Duck Confit und anschließend Coconut Pavlova - eine ausgezeichnete Wahl!
 
 
 
Zum Schluss noch ein paar Fotos von unterwegs: Das nostalgische Backsteinhaus beherbergt ebenfalls ein Restaurant. Wir hätten es gerne ausprobiert, aber dafür reichte die Zeit in Toronto leider nicht aus.
Das Zelt stand am Grünstreifen einer belebten Straße. Es war nicht die einzige Behausung, dieser Art, die wir in Toronto und anderen Städten Kanadas sahen. Obdachlosigkeit scheint hier ein weitaus größeres Problem zu sein als bei uns... 
Lobenswert: Die Polizei ist hier (zum Teil jedenfalls) auf Fahrrädern unterwegs:
 

 

 
Am nächsten Morgen holten wir unseren Leihwagen ab und machten uns auf unseren kleinen Roadtrip durch Ontarios Süden. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Teil wieder dabei seid.

Und danke nochmals, dass ihr euch Zeit für meine Berichte nehmt – gerade jetzt, wo viele von euch ein besonders volles Programm haben. Das weiß ich sehr zu schätzen 🧡💛🧡. 

 

Herzliche Rostrosen-Grüße
und einen schönen 1. Advent 🕯️✨❣️ 

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 


Mittwoch, 19. November 2025

Reisebericht 2025 – Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋: Einleitung

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Hallo ihr Lieben,...

 

... endlich ist es so weit – ich kann euch erste Eindrücke unserer  
zweimonatigen Reise zeigen! 🌍✨

 

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Im Uhrzeigersinn: Vater und Sohn beim Stalew Pow Wow; Schwarzbär auf Vancouver Island; Shifen-Wasserfälle in Taiwan;
 Frau auf Wasserbüffel in Vietnam; "Geisha" in Japan; malerische Wasserlandschaft in British Columbia

Oops!... We Did It Again ✈️🌎

Ihr ahnt es wahrscheinlich schon: Wie im vergangenen Jahr haben wir den Globus erneut mit dem Round the World Ticket der Star Alliance umrundet.

Anmerkung für alle, die neu hier sind: Unsere Weltreise 2024 führte uns – von Österreich aus – Richtung Osten nach Singapur, Australien, Neuseeland und in die USA. Den Bericht dazu findet ihr HIER.

 

Einige der Traumlandschaften, die wir in Kanada erleben durften

 

Dieses Jahr reisten wir in die entgegengesetzte Richtung – und die Reise lässt sich grob in zwei sehr unterschiedliche Teile gliedern:

  • Kanada: Zwei freie Selbstfahrer-Rundreisen durch Ontario und British Columbia 🚗🍁

  • Asien: Japan, Taiwan und Vietnam – mit vorgebuchten Unterkünften, fixen Routen und erfahrenen lokalen Guides 🗾🛕🌿 

     

Das Treffen und die Vogelbeobachtungsspaziergänge mit meinem kanadischen Blogfreund David und seiner Frau Miriam 
zählten zu unseren Highlights in Ontario.

Hauptstationen unserer Weltreise 2025 🗺️✨

 
3.9.2025 – Flug Wien → Toronto

3.–10.9.2025 – Ontario (Mietwagenrundreise)

Flug nach Vancouver

10.9.–8.10.2025 – British Columbia (Mietwagenrundreise inkl. Vancouver Island)

Flug nach Osaka

8.–16.10.2025 – Kurze Japan-Entdeckungsreise (Bahn, Fähre & Guide)

Flug Tokio → Taipeh

16.–21.10.2025 – Kurze Taiwan-Entdeckungsreise mit Guide

Flug Taipeh → Hanoi

21.10.–6.11.2025 – Vietnam vom Norden bis in den Süden mit verschiedenen Guides namens Son, Tim, Tin und nochmals Son 😊

6.11.2025 – Rückflug Ho Chi Minh City (Saigon) → Wien (via Bangkok)

 

Bei den Totem-Poles im Stanley-Park, Vancouver, BC

Die Reiseplanung

Kanada 🇨🇦  war schon lange ein Herzensziel. Und nachdem uns die „Weltumrundung“ von 2024 so viel Freude bereitet hatte, stand für uns recht bald fest: Wir wollen noch einmal auf große Fahrt gehen – diesmal mit Kanada als Hauptdestination.

Eine Verknüpfung mit Japan 🇯🇵 bot sich beinahe von selbst an, und Vietnam 🇻🇳 war uns von mehreren FreundInnen besonders ans Herz gelegt worden. 

Wie schon im Vorjahr planten wir gemeinsam mit unserer lieben Reisebüro-Tina 🥰 – Tina Lohr von Columbus-Reisen in Eisenstadt. Für den asiatischen Teil holte sie den Asien-Spezialisten Matthias Urrisk von Imperial Tours & Events mit ins Boot. Von ihm kam auch der Vorschlag, die schöne Insel Taiwan 🇹🇼 „mitzunehmen“. Schritt für Schritt entstand so unsere Route.


Noch ein paar Landschafts-Impressionen aus British Columbia
 

Herbstträume & Tropenregen 

Bei der Wahl des Reisezeitraums hatten wir bald ein Bild vor Augen: Kanadas Herbst – vielleicht sogar ein Hauch von Indian SummerRund um diese Vorstellung planten wir anschließend den Rest.

Auch ein Pow Wow wollten wir unbedingt sehen – eine traditionelle Veranstaltung der First Nations - also recherchierte ich früh nach Veranstaltungen. Das Stalew Pow Wow Mitte September wurde unser erster Fixpunkt, und wir bauten unseren Aufenthalt in BC drum herum auf.


Stalew Pow Wow - eine indigene Feier voller Farbenpracht im Langley Events Centre, nahe Vancouver, BC

 

Ob der Reisezeitpunkt ideal war, lässt sich selbst im Rückblick schwer sagen. Wetterereignisse waren immer schon unberechenbar – und in Zeiten des Klimawandels noch deutlich mehr. Auch während unserer Reise zeigte sich das. Vor allem in Vietnam erlebten wir die Auswirkungen von Taifun-Ausläufern hautnah: Ausgerechnet während unseres Aufenthalts in Huế und Hội An kam das Hochwasser.

 

Hier war die Wetter-Welt noch in Ordnung: Vancouver Island, The Butchart Gardens im traumhaften Frühherbstkleid

(Und ja, wir wissen, dass Regen in der Monsunzeit normal ist – aber diese Regenmengen waren es nicht. Unser Guide Tim erklärte, der tagelange Starkregen sei mit dem Hochwasser von 1999 vergleichbar, das laut Wikipedia das schlimmste der vergangenen Jahrzehnte war. Nur Zentralvietnam zeigt übrigens im Oktober seine „Monsunlaunen“. Der Norden ist da meist schon freundlich – und der Süden warm und bereits auf dem Weg in die beste Saison.) 

 

Murals in Chemainus, Vancouver Island

 

Was war spontan, was haben wir vorgebucht?

In Asien war fast alles organisiert – Hotels, Fahrten mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, die beiden Mini-Kreuzfahrten, Guides, Flüge. Matthias hatte das rundum perfekt geplant.

 

Eine der vielen Ausflugsmöglichkeiten auf Vancouver Island: MacMillan Park - Cathedral Grove mit uralten Baumriesen

 

Für unseren „Haupturlaub“ in Kanada wollten wir diese Struktur bewusst aufbrechen und möglichst frei entscheiden können. Nach unseren Erfahrungen in Neuseeland – wo wir mancherorts gern länger geblieben wären – war uns diese Flexibilität wichtig

Trotzdem gab es einige Fixpunkte, die wir vorab reservieren mussten, um nicht erst vor Ort festzustellen, dass alles ausgebucht ist. Dazu gehörten das Stalew Pow Wow, eine Walbeobachtungstour ab Ucluelet sowie The Great Bears of Bute-Tour am Campbell River. Auch manche Unterkünfte mit besonderer Bedeutung für unsere Route buchten wir im Voraus. Dasselbe galt für den Flug von Ontario nach British Columbia, die Fährfahrt hinüber nach Vancouver Island und die beiden Mietwagen.

 

Grizzlies am Campbell River

 

Die Rückfahrt von Vancouver Island hingegen ließen wir bewusst offen. Wir hatten gelesen, dass die Insel so wunderschön und abwechslungsreich sei, dass man es dort locker zwei Wochen (oder länger) aushält – und dem können wir heute nur zustimmen

Ob wir danach in die Canadian Rockies weiterreisen oder eine andere Region in British Columbia erkunden würden, wollten wir uns spontan überlegen. Auch diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig.

 

Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon in Kyoto, Japan

 

Gab es unterwegs Probleme und/oder Planänderungen?

Natürlich lief nicht alles glatt – aber wir halten es mit dem alten Spruch, dass es eigentlich keine Probleme, sondern nur Herausforderungen gibt. Und davon hatten wir auf dieser Reise gleich mehrere: gesundheitliche und technische Aufreger, Wetterkapriolen und einmal auch meine eigene Vergesslichkeit

Zum Glück trafen wir unterwegs immer wieder auf unglaublich hilfsbereite Menschen, die uns dabei unterstützten, dass alles gut ausging.

 

"Geishas" in Kyoto

 

Challenge Nr. 1: Vergesslich, aber vom Glück verfolgt
Nach dem Flug von Vancouver nach Osaka habe ich mein iPad und meinen E-Book-Reader in der Sitzablage des Flugzeugs vergessen 🙈. 

Wie ich diese beiden Schätze wiederbekam, verdient ein eigenes Kapitel. Sagen wir so: Ein Hotelangestellter wurde zu meinem persönlichen Helden, und vielleicht hatten auch die Heiligen Hirsche im Nara-Park ihre Hufe im Spiel. 

 

Ich verstand mich gut mit den Heiligen Hirschen im Nara-Park 🦌🥰

 

Challenge Nr. 2: Technik mit Eigenleben
In British Columbia erhielten wir anstelle unseres reservierten, aber gerade nicht verfügbaren Mietwagens ein (gegen Aufpreis) „aufgehübschtes“ Ersatzauto – eine Mercedes C-Klasse, inklusive zusätzlicher Road-Service-Versicherung. Klingt schick, war es aber nur bedingt. Nach einigen Tagen erschien eine beunruhigende Warnmeldung zur Kühlflüssigkeit, doch weder im Manual noch bei Hertz bekamen wir brauchbare Auskünfte.  

Drei Mails blieben unbeantwortet, und selbst die Road-Service-Hotline (für die wir bezahlt hatten!) erklärte sich „nicht zuständig“; man konnte uns nicht garantieren, dass die Kosten eines Werkstattbesuches übernommen würden. Uns blieb nur, die Motortemperatur ständig zu beobachten und auf gutes Karma zu hoffen. Am Ende lief der Wagen, als wäre nie etwas gewesen. Vermutlich ein Sensor.
Aber die Erfahrung mit dem Kundenservice der Hertz Autovermietung? Nun ja – ausbaufähig.

 

Insel Miyjajima, Japan

 

Challenge Nr. 3: Gesundheit am Limit
Schon in Kanada erwischte es uns beide mit Husten (Edi stärker als mich). Die Canadian Rockies wären bei vorhergesagtem Regen und Kälte nicht klug gewesen. Also wichen wir kurzerhand ins sonnige Okanagan Valley aus – eine goldrichtige Entscheidung.

 

Yehliu Nationalpark mit dem Queen's Head und den Mushroom Rocks, Taiwan

 

Später in Asien wurden wir gesundheitlich leider noch weiter gebeutelt. Klimaanlagen ließen Edis Husten wieder aufflammen, und ich hatte mit meinem Lipödem in der Hitze zu kämpfen: In Taiwan platzte mir ein Gefäß im Bein, später in Vietnam noch eines am Fuß – zweimal dachte ich an Thrombose. (Dabei trug ich bei jedem längeren Flug Thrombose-Strümpfe.) 

 

Beim Sonne-Mond-See, Taiwan

 

Beide Male erlebte ich jedoch beeindruckend gut organisierte Hilfe, vom Arzt am Sonne-Mond-See bis zum Krankenhaus in Hội An, wo ich innerhalb einer Stunde untersucht und bestens versorgt wurde. Und bevor ihr fragt: Ja, mittlerweile ist sowohl bei Edi als auch bei mir alles durchgecheckt und wieder in Ordnung! 👍


Ninh Binh, die sogenannte Trockene Halong Bucht, die so trocken gar nicht ist...
... und die "echte" Halong-Bucht im Golf von Tonkin, die wir an Bord des schönen Schiffes links oben erleben durften. Das
 Weinglas 🍷 ist für T Stands For Tuesday

Challenge Nr. 4: Wetter außer Rand und Band
In Zentralvietnam gerieten wir mitten in jene Regenmassen, die später zu schweren Überschwemmungen führten. Unser Hotel in Huế war nur noch per Boot erreichbar. In Hội An wiederholte sich das Schauspiel – nur dass diesmal ein junger Mann auf einem Moped durch die braunen Fluten pflügte, um mich wegen meines Beinproblems ins Krankenhaus zu bringen.

 

Kurz nachdem das große Foto oben mit den fröhlichen Damen in traditioneller vietnamesischer Tracht entstanden war, ging es
 mit den sintflutartigen Regenfällen los.


Am nächsten Tag holte uns sogar ein Polizeiauto ab: Die Polizei unterstützte die Evakuierungen und kam mit ihren höhergelegten Fahrzeugen überall durch. Für uns war das alles ein abenteuerlicher Ausnahmezustand – für viele Einheimische jedoch eine echte Belastung. Das machte uns die Situation einmal mehr bewusst.

 

Hochwasser in Huế und Hội An - und wir mittendrin!

Und der Jetlag? 😴✈️

Während wir im Vorjahr kaum Probleme hatten, hat es uns diesmal richtig erwischt! Laut einer Studie sollen Reisen Richtung Osten ja den Jetlag um rund 20 % verstärken – aber Edi und ich ticken da einfach verkehrt herum.


Den Überschwemmungen entkommen - in Cần Thơ erlebten wir einen bunten, schönen Abendspaziergang!
 
 
Wir wurden stets sehr früh müde und mussten uns regelrecht wachhalten, um wenigstens bis 21 oder 22 Uhr durchzuhalten. Nur so konnten wir morgens halbwegs zur richtigen Zeit aufwachen. Bei mir hielt dieser Zustand – trotz Melatonin – bis zum nächsten Reiseziel an. Nur in British Columbia und Vietnam hatte mein Körper genug Zeit, um sich gut anzupassen. Zum Glück ist es auf solchen Reisen eher ein Vorteil, Frühaufsteher zu sein… 😉🌅
 
 
Vietnamesische Tempel und Pagoden

 

Wollen wir abermals eine Round-the-World-Reise unternehmen?

Edi bekam nach seinem Pensionsantritt eine schöne Abfertigung – und weil wir mit materiellen Dingen nicht viel am Hut haben, entschieden wir uns, das Geld in Erlebnisse zu verwandeln. Zwei spannende Weltreisen sind daraus geworden.
Die Antwort auf die Frage lautet also: Nein. Die Kohle ist weg. 😉 Und diese große Reise war von Anfang an als letzte ihrer Art geplant. 

Aber auch sonst hat uns diese Reise gezeigt, wo unsere heutigen Grenzen liegen. Zwei Monate am Stück? Nicht mehr unser Ding. Wir wissen jetzt auch, dass unsere Gesundheit nicht mehr jeden Abenteuerplan klaglos mitträgt. Und ja – wir hatten zwischendurch tatsächlich Heimweh. Wenn Regen, Husten, geschwollenes Bein und graue Prognosen zusammenkommen… klingt ein Wiener Schnitzel plötzlich sehr verlockend. Selbst wenn Zitronengras-Huhn mit Reisnudeln ebenfalls köstlich ist.


Vietnam: Viele Frauen verdienen sich hier mit kleinen mobilen Verkaufsständen – den traditionellen Hàng rong – ihr ganz 
persönliches ‚Me-Business‘ dazu. Laut unserem Guide Son braucht man dafür keine Genehmigung.


Bereuen wir es, diese Reise gemacht zu haben?

Nein, niemals! Seht euch die Fotos an – wir haben unglaublich viel Schönes erlebt. Nichts davon würden wir eintauschen wollen. Selbst die weniger angenehmen Momente waren Abenteuer, die zu unserer Geschichte gehören. Aber wir haben gelernt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für ein neues Kapitel ist.

Heißt das, dass wir jetzt gar nicht mehr reisen wollen? Nein, natürlich nicht!
Aber eben kürzer, gemütlicher und vielleicht nicht mehr so weit weg. (Auch wenn in meinem Herzen noch ein großer Traum herumtanzt… Patagonien. Aber das darf noch ein bissl Zukunftsmusik bleiben.)

In näherer Zukunft wird es uns eher durch Österreich und Europa ziehen. Und wir können jederzeit – beim Fotobuchblättern oder Lesen meines Blogs – zu all den unglaublichen Orten zurückreisen, die uns bisher schon verzaubert haben. 

 
 
Bootsfahrt in einem Seitenarm des Mekong
 
  

Haben wir etwas von dieser Reise „mitgenommen“?

Ich meine jetzt nicht Souvenirs – obwohl ein paar kleine Dinge natürlich im Koffer gelandet sind. Und auch nicht die Erinnerungen, die sowieso bleiben. Ich meine: Hat die Reise uns verändert?
Ja, das hat sie - ein bisschen zumindest. 

  1. Unsere Jetlag-bedingte „Früher-auf-den-Beinen-Routine“ möchten wir gern dauerhaft beibehalten, weil uns im Moment eine Aufstehzeit zwischen 7:00 und 7:30 Uhr überraschend leicht fällt.
  2. Wir haben begonnen, unsere Essgewohnheiten zu tracken. Die vergleichsweise leichte asiatische Küche hat uns eine kleine, feine Gewichtsreduktion beschert – und daran möchten wir gern anknüpfen. (Keine Sorge: Das Wiener Schnitzel bleibt trotzdem in unserem Leben - ab und zu. 😜)
  3. Wir wissen das Daheimsein jetzt noch ein gutes Stück mehr zu schätzen. Auch das ist ein Geschenk dieser Reise .
  4. Ich trage meine Stützstrümpfe nun täglich - und höre somit auf den ärztlichen Rat, den ich unterwegs erhielt. (Ob ich das im Hochsommer auch schaffe, wird sich weisen.)

 

Motorroller - nicht wegzudenken aus Vietnams Straßen!

Weitere Fragen?

Immer her damit!
Vieles findet ihr auch im vorigen Reisebericht (z. B. zum Thema Reisegepäck) oder in meinen Résumé-Posts HIER und HIER.
 


Relaxen auf der Insel Phú Quốc

 

Ich glaube, damit habe ich euch wieder reichlich Lesestoff beschert 😊.
Ich freue mich sehr, wenn ihr – trotz Weihnachtsvorbereitungen – Lust habt, zwischendurch mit mir nach Kanada oder Asien zu reisen.

Ganz besonders möchte ich mich für eure lieben Kommentare zu meinem vorigen Beitrag über das Calle Libre Streetart Festival in Wien in Wien bedanken, den ich noch vor der Reise vorbereitet hatte. Einige von euch habe ich inzwischen schon auf euren Blogs besucht – und falls ich bei jemandem noch nicht vorbeigeschaut habe, habt bitte ein klein wenig Geduld mit mir. Ich bin gerade auf dem Weg zu euch! 

 

😘Herzliche Rostrosen-Grüße😘
Eure   T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: