Sonntag, 11. Januar 2026

Reisebericht 2025 – Vogelbegegnungen, deutsche Spuren und ein besonderer Tag bei Kitchener 🇨🇦

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>>HIER<< kommt ihr zum gesammelten Reisebericht "Von Kanada 🍁 bis Asien 🎋".  


Hello from Ontario, liebe Freunde!

 

Ich hoffe, ihr seid angenehm durch die Feiertage gekommen und gut im Jahr 2026 gelandet. Happy New Year euch allen! Herzlichen Dank für eure Gedanken, Weihnachts- und Neujahrsgrüße und eure Besserungswünsche zu meinem vorigen Post. Inzwischen sind wir Rostrosen wieder gesund und munter - und es kann weitergehen mit meinem neuesten Reiseberichtskapitel!

🍁

Nach den stillen Wegen entlang des Oxford Thames River in Beachville führte uns unsere Reise weiter nach Elmira, einer kleinen Ortschaft nördlich von Kitchener in der Waterloo Region
 

 [Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-,
Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt.] 

 

Ankommen mit Geschichte: Das Bristow’s Inn in Elmira 

 
Unser Quartier war ein toller Tipp meines Blogfreunds David, mit dem wir für den nächsten Morgen ein Treffen vereinbart hatten: Das Bristow’s Inn entpuppte sich vor Ort als denkmalgeschütztes Haus mit Geschichte – und als ausgesprochen angenehmer Ort zum Ankommen. (Wir hatten bei der Buchung keine Ahnung, dass wir in einem B&B nächtigen würden, das sogar in einem Wikipedia-Artikel genannt wird!)
 
 
Die Einrichtung erinnerte uns an ein nostalgisches Puppenhaus...
 
 
Unser Zimmer war die Edward Bristow Suite  - passend zum Stil der Entstehungszeit gestaltet, wie alle Gästezimmer des Hauses. (Ihr könnt euch auf der Homepage durch Fotos der einzelnen Räumlichkeiten klicken und euch auch mit der Geschichte des Hauses vertraut machen.)
 

Unser Schlafgemach (großes Foto und Frisierkommode unten rechts)

 

Deutsche Wurzeln in der Waterloo Region 

Elmira selbst erzählt - wie viele Orte dieser Gegend - von frühen europäischen Siedlern, von deutschsprachigen Einflüssen und von Glaubensgemeinschaften, die das Bild der Region bis heute prägen. Mennoniten mit Wurzeln in Mitteleuropa gehören ebenso dazu wie lutherische Gemeinden.

Seht ihr die deutschsprachige Inschrift in der Mitte der folgenden Collage? Sie befindet sich auf einem Eckstein der evangelisch-lutherischen St. Jacobus Kirche (im Englischen: St. James Church) - ihr könnt hier mehr über die Geschichte der Kirche lesen. Das Foto der Kirche ist links daneben. 

 

 
Auf deutsche Ortsnamen, Familiennamen oder Inschriften stößt man in der Waterloo-Region unentwegt. Der Kaffeebecher weist auf eine Coffee Company in der Ortschaft Baden hin - was und besonders gefiel, da der Bezirk, in dem wir leben und unsere Bezirkshauptstadt ebenfalls Baden heißen 😀. 
 
Wir entdeckten außerdem ein kanadisches Mannheim, ein New Hamburg und Bamberg - und Kitchener trug bis 1916 den Namen Berlin. (Dann gab es aufgrund des Ersten Weltkriegs deutschfeindliche Strömungen und der Ort wurde nach einem britischen Kriegsminister in Kitchener umbenannt. Es gibt aber immer noch ein alljährliches Oktoberfest und einen Christkindlmarkt in Kitchener.) Doch auch Ortsnamen wie London, New Dundee, Breslau oder Chesterfield begegneten uns.
 
   

Farbtupfer im Ort ... 

... für Samis Monday Mural

Ein besonderer Tag: Zwei Vogel-Touren mit David

Für uns war Elmira vor allem der Ausgangspunkt für ein besonderes Kennenlernen. Denn wenige Kilometer von dort entfernt - in Kitchener - lebt David, den ich bislang nur durch seinen Blog Travels With Birds kannte. Mit ihm (und teilweise auch mit seiner Frau Miriam) verbrachten wir einen reichen Tag voller Gespräche, gemeinsamer Wege und intensiver Tierbeobachtungen.
 
 
Links oben Miriam, die ebenso naturbegeistert ist wie David und einen hervorragenden fotografischen Blick für Details besitzt.
 
David und ich hatten uns schon im Dezember 2024 per Email über unsere Reisepläne unterhalten und im Frühjahr 2025 auf einen passenden Termin geeinigt - und David hatte mir versprochen, dass er die chickadees (Meisen) and nuthatches (Kleiber) auf österreichische Hände vorbereiten würde 😊. Wir waren gespannt: Ob die Vögel tatsächlich auf unseren Händen landen würden? Kommt einfach mit und lasst euch die herbstliche Natur in der Waterlo Region zeigen.
 

Der Mill Race Trail – ein Morgen voller Beobachtungen  

Kanadareiher und Streifen-Backenhörnchen hießen uns beim Mill Race Trail Willkommen

 
Über diesen ersten Ausflug des Tages hat euch David in seinem Post The Mill Race with Visitors from Austria... bereits das Wichtigste erzählt 😎.
 
Ich begnüge mich also damit, euch ohne viele Worte ein paar unserer Fotos davon zu zeigen - wobei ich gestehen muss, dass ich mir auch einige wenige von Miriams Fotos "ausgeliehen" habe. Den Eisvogel zum Beispiel (untere Collage), der uns beim Conestogo River begegnete, konnte nämlich ausschließlich sie fotografisch einfangen - Edi und ich waren dafür zu langsam.
  
Der kleine Kleiber unten rechts wollte Davids Körner lieber vom Boden als von der Hand picken.
 
 
Unterwegs fand ich das perfekte Herbst-Ahornblatt. Miriam fotografierte mich, als ich es an meinem Herzen platzierte - und ihr könnt das gerne als Statement betrachten: Wir Rostrosen haben ein Herz für Kanada 😊🍁!
 

Die Libelle ist laut David ein Meadowhawk (Genus Sympetrum) 

 
Zu fast jeder Pflanze, fast jedem kleinen Tier am Wegesrand konnte David uns etwas Wissenswertes erklären. Es würde jetzt zu weit führen, alles wiederzugeben, doch in Davids Blog könnt ihr regelmäßig viel lernen.
 

Der Vogel links ist ein Dunenspecht - Downy Woodpecker (Dryobates pubescens) , der andere eine Schwarzkopfmeise - Black-capped Chickadee (Poecile atricapillus).

 
Was die pelzige Raupe rechts in der nächsten Collage betrifft, habe ich von David erfahren, dass es sich um eine Hickory Tussock Moth caterpillar (Lophocampa caryae) handelt.
 

Stockenten 🦆 erkennen (und lieben) wohl die meisten von uns 😊. 

 

 
Und hier war es endlich so weit: Die süßen Meisen kamen tatsächlich auf Edis und meine Hand, um sich ein paar Sonnenblumenkerne zu holen. (Die Kleiber trauten sich leider nur zu David... da hat er wohl doch zu wenig Werbung für uns Österreicher gemacht 😉.) 
 

 
Nach einer Weile kamen wir in der Ortschaft St. Jacobs an. Dort entdeckte Miriam am anderen Flussufer einen Fischadler. Wir hatten leider nur die Kamera mit dem "Reiseobjektiv" dabei (die andere lag friedlich im B&B 😕) - deshalb ist unser Foto relativ undeutlich. HIER könnt ihr Miriams viel besseres Foto sehen.
 

 

 
In St. Jacobs gibt es auch das Eco Cafe, wo wir eine kleine Pause mit Getränken und Snacks machten und die Wandmalereien im Inneren bewundern konnten:
 
Noch ein paar Murals für Sami 😊

 

Einblicke in eine andere Lebensweise 

 
Zu guter Letzt ist St. Jacobs - ebenso wie Elmira und das ländliche Gebiet rundum - eine Gegend, in der man noch sehr vielen Mennoniten der alten Ordnung - oder ihren traditionellen Pferdekutschen - begegnen kann.

Falls euch - wie mich - interessiert, wodurch sich diese von den Amischen unterscheiden, kann ich euch diesen Artikel empfehlen: in Englisch / in Deutsch

Und hier der Wikipedia-Artikel über St. Jacobs und seine interessante Siedlergeschichte in Englisch / in Deutsch.
 

 

 
Nach unserem Mill-Race-Spaziergang fuhr David mit uns durch eine solche Gegend, wo wir u.a. auch ein mennonitisches Versammlungshaus (anstelle einer Kirche), einen Friedhof sowie eine Schule sahen. Bei letzterer wurde gerade Softball gespielt - und ich finde, der Anblick hatte etwas von einem alten Gemälde:
 
 
  

Gastfreundschaft mit Herz und Geschmack 

 
Nach diesem interessanten Zwischenspiel waren wir zum Lunch in das schöne Zuhause der beiden eingeladen - und während uns David seine beachtliche Büchersammlung zeigte, tischte Miriam all diese wunderbaren Speisen auf 😋: 
 
 

Danach mussten wir uns leider von Miriam verabschieden, die an diesem Nachmittag noch etwas anderes zu erledigen hatte - doch David hatte noch einen weiteren Ort mit schöner Natur für uns in petto:
 

Nachmittags-Ausflug - Riverside Park

Ein Schwarm Stare hat sich fotogen in einem kahlen Baum versammelt.
 
 
Hier zeigte sich die Tierwelt Ontarios teilweise recht Fotografen-freundlich. Und ich muss zugeben, dass ich ein bisschen neidisch auf die Nordamerikaner bin - immerhin gibt es hier so farbenprächtige Vögel zu sehen wie den Rotkardinal (Cardinalis cardinalis):
 
 
 
 
 
Die Vogelwelt hat außerdem etwas zu bieten, das es in der katholischen Kirche bislang nicht gibt: Weibliche Kardinäle! Diese sind zwar nicht in solch eitles Rot gehüllt wie ihre männlichen Kollegen, aber umso schöner leuchtet ihr orangeroter Schnabel hervor: 
 

 

 
Ebenfalls sehr farbenprächtig zeigt sich der Blauhäher - Blue Jay (Cyanocitta cristata). Der männliche Rotflügelstärling - Red-winged blackbird (Agelaius phoeniceus) macht durch seine schicken rot-gelben Schulterstreifen auf sich aufmerksam.
 

 
Und auch im Riverside Park gab's wieder einige Schwarzkopfmeisen zu sehen. Auf die Hand kamen sie diesmal aber nicht. Sie machten es wie die verschiedenen Hörnchen und holten sich ihre Leckerlis vom Brückengeländer oder vom Boden.

Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus)
Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) - oben in ihrer schwarzen Farbvariante zu sehen.
Auch eine Wasserschildkröte zeigte sich kurz ...
... uns abermals ein Kanadareiher - Great Blue Heron (Ardea herodias)

Wenn Niedlichkeit trügt

 
Auf dem Weg zurück zum Parkplatz begegneten uns noch mehrere Grauhörnchen. So niedlich sie auch aussehen, sie gehören zu den 100 als besonders problematisch angesehenen invasiven Arten:
 
Überall, wo sie auftauchen, nimmt die Zahl der Eurasischen Eichhörnchen oder der Rothörnchen stark ab. Übrigens haben sie auch den Ruf der schwarzen Eurasischen Eichhörnchen geschädigt - denn manche verwechseln diese mit den schwarzen Farbvarianten der Grauhörnchen. (Der Unterschied ist vor allem daran zu erkennen, dass das etwas kleinere Eurasische Eichhörnchen Pinselohren hat. KLICK zu mehr Infos.) 
 
So begleiteten uns selbst die letzten Begegnungen dieses Tages noch mit kleinen Denkanstößen – bevor es Zeit wurde, Abschied zu nehmen

 

 
Ein hochinteressanter Tag mit David (bzw. mit David und Miriam) ging zu Ende, einer, der noch lange nachklingen wird. Und ich hoffe, für euch waren die beiden Ausflüge ebenfalls interessant! 
 
Auch der Abschied von Ontario rückte näher. Am folgenden Tag unternahmen wir jedoch noch einen Ausflug nach Burlington, den David uns empfohlen hatte. Doch darüber werde ich euch erst im nächsten Kapitel erzählen. 

 

Herzliche Rostrosen-Grüße
 und alles Liebe

T  r  a  u  d  e

 

Gerne verlinke ich passende Beiträge bei folgenden Linkparties: 

 

4 Kommentare:

  1. Liebe Traude,
    wow, das Bristows Inn ist ja ein Traum! Wunderschön!
    Danke, dass du uns auch mitnimmst zu all den wunderbaren Naturschönheiten und Vögel. Den Grund des Bildes des Kaffeebechers habe ich natürlich gleich erkannt =)

    Dass die Mennoniten so leben, wusste ich auch nicht. Von den Amishen weiß man doch ein bisschen mehr.

    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Wunderschöne Naturbilder zeigst du uns wieder einmal.

    @Grauhörnchen Ich denke, dass es hier welche gibt. Bei der nächsten Sichtung achte ich auf weiße Pinselohren, dann sind es dem verlinkten Artikel nach keine.

    Verschneite Grüße senden dir
    Ines und die Schneehüpfmaus Mona

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  3. Oh yes, the Kitchener-Waterloo area is the heart of Ontario's German heritage population! Before World War 1, Kitchener was named Berlin but it was changed during the war to the name of an British military hero from the Boer War era so as to display Anglo-Canadian patriotism and allay fears about which side the populace might be on. It's been Kitchener ever since!

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  4. Wer Kanada noch nicht kennt, hier kann es der Leser kennen lernen so phantastisch euphorisch und begeisternd hast du es beschrieben..
    ein toller POst mit Bildern über die man nur staunen kann..
    was du über den Eindruck über - die andere Lebensweise zu erzählen weisst, die BIlder dazu die wie aus einer anderen Zeit zu fallen scheinen - ist hochinteressant. dort hätte ich auch gerne verweilt...wo gibt es heutzutage noch Pferdekutschen ausser in Russland oder Hoch im Norden..? alles neu für mich und was du als Vogelkundlerin alles erlebt und gesehen hast finde ich mega spannend...wie den ganzen Post auch..
    ganz liebe Grüße aus dem Schnee... herzlich Angel

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