Samstag, 7. November 2015

Fair Play Teil 3: Frau R. versucht ein paar Probleme zu vernetzen

Servus ihr Lieben!
✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ


Wahnsinn, seit August habe ich an meiner begonnenen „Fair-Play-Serie“ nicht mehr weiter 
geschrieben! In September und während Teilen des Oktobers habe ich mich dafür etwas zu 
schlapp gefühlt – denn hier bedarf es doch einiger Recherche und eines gewissen Mehreinsatzes 
von Gehirnschmalz - aber beruhigender Weise hat sich auch das Erscheinen des Katalogs der 
Nähbloggerinnen (der von Susanne vom Blog mamimade initiiert wurde und dessen Grundidee 
meine Fair-Play-Posts ausgelöst hat), wegen der großen Beteiligung verzögert. 

Dann ging’s allerdings hier wie dort wieder voran - und der Nähbloggerinnen-Katalog ist mittler-
weile fertig! Ich habe den Link dazu unten in meinem zweiten Post Scriptum eingebaut, damit ihr 
euch alle das tolle Ergebnis von "This is not okay" anschauen könnt! 


Arbeitswelt in Indien: Blumengirlandenverkäufer, "Großtransport", handgemachte Fliesen, Gemüsehändler
Tempelreinigung, Besenerzeugung, mobiler Verkauf von Kunststoffgefäßen, Obsthändlerin
Diese Familie lebt vom Rösten und Verkaufen von Cashew-Nüssen


In Teil 1 meiner „Fair-Play-Serie“ zeigte ich euch – inspiriert von Susannes Aktion - ein paar 
Kombinationen von Fair-Trade-Klamotten aus meinem Kleiderschrank. In Teil 2 bemühte ich 
mich, im Sinne des deutschen Umweltexperten Frederic Vester vernetzt zu denken - und kam 
zu dem Schluss, dass der Versuch, nur an einem Rädchen zu drehen, fatal enden kann. Vor allem, 
wenn wir die Lebensumstände eines Volkes zu wenig kennen.

Ihr habt mir dazu viele wunderbare, nachdenkliche und ausführliche Kommentare hinterlassen -
 vielen Dank für jeden einzelnen davon! Sie zeigen mir einmal mehr, dass "die Bloggerwelt" längst 
nicht so oberflächlich ist, wie böse Zungen behaupten. In manchen eurer Kommentare stand auch zu 
lesen, dass die Problematik schlechter Arbeitsbedingungen nicht nur die Modeindustrie betrifft. Ja, 
ich weiß, und sie betrifft auch nicht nur Asien - wir brauchen nicht mal annähernd so weit zu gehen… 
(Mehr dazu im ersten P.S.) Dennoch scheinen in Asien aus verschiedenen Gründen die Grenzen 
des in unseren Augen "gerade noch Zumutbaren" besonders weit überschritten zu werden. Allerdings
bin ich mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, Asien nach unseren Maßstäben zu beurteilen...
(Oder genauer gesagt: Ich bin mir sicher, dass es keine gut Idee ist!)


Unbequeme Fahrt zum Arbeitsplatz, Herstellung von hölzernen Schaufelgriffen, Garküche, Drogerie
Zermahlen von Färbe- oder Räucherstoffen, noch ein "Großtransport", Musikant, fahrender Bananenhändler
Taschenhandel, Verkauf von Zuckerrohrsirup, der junge Steinmetz fertigt kleine heilige Stiere nach dem großen Vorbild links an


Ich habe in Teil 2 jedenfalls auch angekündigt, dass ich in meinem nächsten Posting zum Thema ein 
bisschen über die Arbeitswelt in Indien erzählen würde – unter anderem auch, um euch die dortigen 
Lebensumstände ein bisserl vertrauter zu machen. Indien ist ein Beispiel-Land von vielen - aber nicht 
nur. In den letzten zehn Jahren ist Indien immerhin in den Kreis der zehn größten Volkswirtschaften 
der Welt vorgestoßen. In einigen Branchen (Informationstechnologie, Pharmazie) hat die indische 
Wirtschaft inzwischen internationales Spitzenniveau erreicht. Als Land, das beispielsweise auf vielen
  in Europa angebotenen Stoffen und Kleidungsstücken als Erzeugerland genannt wird, hat es natürlich 
auch mit den meisten von uns hier zu tun. Und als Land mit dem größten Bevölkerungswachstum der 
Welt und mit diversen sozialen Problemen und Umweltbelastungen sollte es von uns sowieso 
keineswegs mit einem Achselzucken abgetan werden. 

Nach unseren beiden Indien-Reisen und einigem, das ich mir über den Subkontinent angelesen habe, 
kann ich natürlich nicht behaupten, eine wirklich "fundierte Kennerin" des Landes und der dortigen 
Menschen zu sein, doch wir haben viel von unseren jeweiligen Reiseleitern erfahren, viele Fragen 
gestellt und auch jede sich bietende Möglichkeit für Gespräche mit Einheimischen genützt.



"Unser" Tuk-Tuk-Fahrer Vel, der uns in sein Haus einlud und seine Familie vorstellte (mehr darüber HIER)
Links oben: Marmor-Transport in Rajasthan, links unten: Schüler einer Malerschule beim Renovieren eines Palasts, rechts
 Mitte: Warten am Bahnhof von Chennai, rechts oben und unten: Mit unseren indischen Sitznachbarn im Zug von Chennai 
nach Westen unterhielten wir uns während der gesamten Fahrt. Wir fuhren ca. 7 Stunden lang bis nach Mysore, sie stiegen
 eine Station vorher in Bangalore aus, wo sie arbeiten.

Die meisten Menschen in Indien, die wir kennengelernt haben, wirkten stolz auf ihre Arbeit (oder 
froh darüber, Arbeit zu haben) - egal ob sie Postkarten verkaufen oder in Bangalore am Computer 
sitzen (und dazu wöchentlich ihre Familie verlassen und stundenlang mit dem Zug hinfahren müssen), 
egal ob sie Tuktukfahrer sind, Händler von Obst und Gemüse, Schuhen oder Touristenkitsch, Bügler 
in einem Straßenladen mit Kohlebügeleisen, Kofferschlepper im Hotel oder am Bahnhof, Kellner, 
Elefantendung-Trägerinnen oder Tankdeckelschließer bei einer Tankstelle …

- Letzteres ist kein Scherz: Es gibt so viele Menschen in Indien, dass die aberwitzigsten Jobs entstehen, 
um diesen Menschen wenigstens ein Mindestmaß an selbstverdientem Einkommen zu ermöglichen.
 Wenn ihr dort tankt (vor allem im großstädtischen Bereich), wird der eine Tankstellenarbeiter euren 
Tankdeckel öffnen, ein anderer den Füllstutzen in den Tank einführen, ein dritter den Zählerstand 
ablesen und kassieren, ein vierter eure Autofenster putzen, und der erste schließt den Tankdeckel 
wieder. Das (und nur das) ist sein Job - dafür wird er bezahlt und damit kann er seine Familie mehr 
oder weniger gut ernähren.


Wieviele passen in einen Jeep?, Wasserträgerin, Bananenverkäufer, Bügelstation
Alter Mann an einer Tankstelle und verschiedenste Bau- und Bodenarbeiten. Das meiste wird hier noch mit Muskelkraft erledigt.
Arbeit bei der Zuckerrohrplantage - auch hier sind nur wenige Maschinen im Einsatz.



Ich persönlich finde diese Methode nicht wirklich schlechter, als die Autofahrer alles selbst machen 
zu lassen, Kassa-Automaten aufzustellen … und andererseits Arbeitslose zu finanzieren. In Indien 
ist Personal leicht zu finden - Arbeit ist nicht im selben Ausmaß vorhanden, doch es wird keine 
Unterstützung für Arbeitslose bezahlt. Eher kreiert man Jobs wie den des Tankdeckelschließers. Wer 
keine Arbeit und keinen Versorger hat, muss betteln, wer nicht genug erbettelt, kann sich selbst nicht 
ernähren und erst recht keine Familie. In diesem alten Spiegel-Artikel könnt ihr euch durchlesen, wie 
schlimm die Lage in den 1970ern in Indien war. Wobei die Ärmsten der Armen noch immer froh 
über irgendeine Arbeit sind: Flüchtlinge aus Bangladesh oder auch indische Mädchen aus niedrigen 
Kasten und armen Regionen machen sich zum Putz-Sklaven bei Mittelstands-InderInnen, und wenn 
sie Pech haben, werden sie dort geschlagen und bekommen keinen Lohn, weil sie angeblich ihre 
Arbeit nicht gut erledigt haben - oder erleben anderes Schlimmes...



Motorisierter Händler, Fliesenerzeuger, drei Unkraut-Jäterinnen bei einem Palast, Hotelwächter in Uniform
Frauen mit Reisigbesen und Tongefäß, Musiker, Transport per Auto oder Eselskarren

Im Uhrzeigersinn: Elefantendung-Trägerinnen, Mönch, Reifenhandel, Bananenträger, Zwiebel- und Knoblauch-
Direktverkauf vom LKW, auch so "hausen" Menschen

Deshalb können in Ländern wie Indien und Bangladesh auch jene menschenverachtenden Fabriken 
existieren, um die es bei mamimade’s aktion This is not okay geht: Es gibt Menschen, die sogar froh 
über solche Jobs sind. Wie ihr euch nach meinen zwei vorangegangenen Postings hoffentlich denken 
könnt, möchte ich mit dieser Aussage den Ausbeuterfirmen keineswegs eine Legitimation erteilen. 
Ich möchte nur zu erklären versuchen, weshalb es für manche Menschen schlimmer wäre, nirgendwo 
zu arbeiten als in solchen Fabriken. Und dass ich daher der Meinung bin, dass nicht die Schließung 
solcher Fabriken die Lösung ist, sondern dass diese Sache anders, weiträumiger, vernetzter 
angegangen werden muss.

Bedenkt: Wir haben hier ein Land mit einer Milliarde Menschen, Tendenz täglich steigend. Der 
Anteil der Menschen in Indien unterhalb der Armutsgrenze liegt bei rund 30 %. Quelle: KLICK



Armut
Slums in der Nähe von Großstädten
Träger und Bewacher von Reisetaschen, kleine Mädchen beim Milchtransport, gehbehinderte Hut-Verkäuferin, Kinder im Slum

Ich glaube, ihr seht schon, dass es nicht unbedingt die beste Lösung für diese Ärmsten der Armen 
sein kann, wenn wir etwas übers Knie brechen und einfach nur dafür sorgen, dass keine Ausbeuter-
Fabriken mehr existieren. Und wenn ihr euch an die Sahelzonen-Geschichte und Frederic Vesters 
"vernetztes Denken" erinnert, werdet ihr vielleicht ahnen, dass es auch keine gute Lösung sein kann, 
diese Menschen einfach nur finanziell zu unterstützen ... Das würde zwar ein allfällig vorhandenes  
schlechtes Gewissen beruhigen, aber der Welt einen noch größeren Schaden zufügen, als wenn man 
gar nichts macht.

Wobei "nichts machen" auch nicht die Lösung ist. Das Thema ist jedoch so komplex und schwierig,
dass Politiker, Wissenschafter und sonstige schlaue Köpfe dieser Welt daran scheitern. Bei den in 
meinem vorigen Post zum Thema erwähnten Schülerwettbewerben von ecopolicy wurden übrigens 
auch Deutsche Politiker zum Wettstreit gegen die Schüler eingeladen - und unterlagen deutlich. Ihr 
könnt hier darüber mehr lesen - unter dem Kapitel "Geschichte". Ich finde es ziemlich interessant, 
dass die Kids eher als die Politiker wussten, wo bei einem Staat der Hebel anzusetzen ist, um die 
Dinge rund laufen zu lassen ...

(Das gibt Hoffnung! Ich wünsche mir, dass diese Kids in 10, 15 oder 20 Jahren auch noch wissen, was zu tun ist - und in
der Welt einiges umwälzen. Noch besser wäre es allerdings, wenn diese Umwälzungen bereits jetzt stattfinden würden.
Und am besten wäre es natürlich gewesen, sie hätten bereits vor ein paar Jahrzehnten stattgefunden, als die ersten
klugen Köpfe zu warnen begannen... Aber die Menschheit neigt leider dazu, immer erst am Rande des Abgrunds zu
reagieren...)



Blumenhändlerin, Zauberer, Bettler, Wasserverkäuferin, Musikantenfamilie, Kokosnusshändler
Wächter bei verschiedenen Palästen, Klöstern und Hotels


 Daher zum heutigen Abschluss noch ein kleines Gedankenexperiment. Stellt euch vor, ihr seid 
Präsident eines Industriestaates und wollt euer Volk zu "paradiesischen Zuständen" führen. Bei 
Ökolopoly oder ecopolicy können die Spieler ein paar Faktoren direkt beeinflussen (Sanierung, 
Produktion, Aufklärung/Bildung, Lebensqualität) - und ein paar nicht (Politik bzw. Politik-
zufriedenheit, Umwelt, Bevölkerungswachstum ...). Die nicht direkt beeinflussbaren Faktoren
werden von den anderen mit beeinflusst. Wenn also z.B. die Produktion angehoben wird, steigert 
sich zunächst die Lebensqualität, weil alle gut verdienen, dann sinkt sie wieder, weil die Umwelt 
durch die Produktion belastet wird, es sei denn, ihr investiert in Aufklärung und Sanierung .... An 
welchen Schrauben - und wie intensiv - also würdet ihr als Präsident eines Industriestaates drehen? 

Politik / Politikzufriedenheit
Sanierung direkt beeinflussbar
Produktion direkt beeinflussbar
Umwelt
Aufklärung / Bildung direkt beeinflussbar
Lebensqualität direkt beeinflussbar
Bevölkerungswachstum
Bevölkerung


Singender Museumsangestellter, Kamelkutsche, Malerschule, Sesamöl-Mühle, Aussteller einer ganz besonders heiligen 
Kuh mit einem 5. Bein (wächst aus dem Nacken!), Kamelzüchter
Planwagen-Behausungen, Garküchen-Händler, Putzen von Palastmauern, Holzzierleisten-Erzeugung


Ich freue mich und bin schon gespannt auf eure Lösungsansätze (sofern ihr euch die Zeit dafür
nehmen könnt bzw. mögt)! HIER gibt es ein paar Informationen über die Zusammenhänge 
innerhalb des Spiels (die die Zusammenhänge innerhalb der Welt widerspiegeln).


Fotos: Herr und Frau Rostrose sowie unsere Freundin Monika Sch.
 ✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ
Alles Liebe und herzliche rostrosige Grüße 
von der Traude
✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ


P.S. zum Thema "nicht nur in Asien" und "nicht nur die Mode-Industrie":  

Wir Rostrosen wohnen relativ nah an der Ungarischen Grenze. Eine Bekannte, die in Ungarn lebt, hat mir von einer
 Glasfabrik in ihrer Ortschaft erzählt. Dort werden z.B. Spiegel für Autos produziert. Ausgerechnet während der 35- bis 
40 Grad heißen Tage des heurigen Sommers wurden in dieser Firma (sowie in einer anderen Fabrik, wo Kunststoffteile 
für Fahrzeuge hergestellt werden) Sonderschichten gefahren und Urlaubssperren verhängt. Die ArbeiterInnen bekamen 
dort reihenweise Kreislaufzusammenbrüche und andere gesundheitliche Probleme, denn diese billig hochgezogenen 
Fabriksgebäude besitzen weder Fenster noch brauchbare Lüftungen – von Klimaanlagen ganz zu schweigen! Und ich 
kann mir nicht vorstellen, dass gerade jetzt so viele Autos gebaut und benötigt werden, dass dieser Einsatz sich auch nur
 annähernd rechtfertigen lässt... Die Wirtschaftslage europaweit sieht nicht so rosig aus, dass plötzlich der Autokaufrausch 
ausbrechen könnte. Der Automarkt für welches Land wird hier wohl bedient? So viel also dazu: Wir wissen zum Teil gar 
nicht, was alles von uns gekauft wird, das unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wird. Nicht nur Kleider und 
Schuhe, auch unsere Autos (oder Teile davon). Das Handy? Der Computer (oder Teile davon)? Und wir wissen oft nicht, 
welche Märkte durch diese oder jene Produktion bedient werden...


P.S. zum Katalog der Nähbloggerinnen:

HIER kommt ihr zum Katalog der Nähbloggerinnen! (Falls der Link nicht funktionieren sollte, dann klickt euch bitte zu 
mamimades Blog und schaut euch den Katalog da an!) Es ist wirklich unglaublich, dass ich - als "Nähniete" (die aber jetzt
immerhin einen Näh-Anfängerkurs besucht hat!) - in solch einem Katalog gelandet bin. Doch es ging ja nicht nur darum, 
Selbstgenähtes zu zeigen, sondern auch Alternativen dazu. In meinem Fall bedeutet das: Ich trage auf dem Foto einen Rock, 
ein Langarmtop und einen Bolero von einer Firma, die Fair-Trade-Produkte vertreibt - und ein Chasuble (= eine lange 
ärmellose Weste) aus Seide, die von Marianne-Oma nach meinen Wünschen genäht und von mir handbemalt wurde. Die
Kette, die ich auf dem Foto trage, wurde von einer Freundin angefertigt. Das Foto von mir befindet sich auf Seite 87, der 
Katalog besteht aber noch aus viiiiiel mehr Seiten mit tollen Kreationen - durchklicken lohnt sich auf jeden Fall - das ist 
Inspiration pur! Und die wichtigsten Botschaften im Katalog lauten wohl: "Vermeide Fast Fashion", also Mode, die 
binnen kürzester Zeit auf dem Müll landet, weil sie keine Qualität besitzt, und  "Kauft nur, was ihr tatsächlich braucht"
Passend dazu wird es im Jahr 2016 übrigens eine neue Rostrosen-Aktion geben!
 

Kommentare:

  1. Liebe Traude,

    ich hoffe doch, dass sich deine Mühe lohnt und die Menschen umdenken.
    Es ist höchste Zeit dazu.

    Einen guten Abend wünscht dir
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Traude, ich weiß gar nicht so recht, wie ich mich nach diesen Bildern und deinem Bericht fühle. Ich möchte es mal als 'aufgewühlt' bezeichnen. Man darf ganz sicher nicht mit unserem Maß messen - das wäre (kleines Wortspiel): vermessen! Viele deiner Fotos zeigen fröhliche Menschen. Sie kennen kein anderes Leben und es ist für sie okay, so wie es ist. Doch die Bilder aus den Slums, diese Armut! Ich weiß, auch hier bei uns in Deutschland oder bei dir in Österreich gibt es Menschen, die mit wenig - teils sehr wenig - auskommen müssen. Doch das, was diese Bilder zeigen, ist unseren Augen fremd. Ich bin sehr beeindruckt von dem, was du uns hier zeigst und gehe nachdenklich wieder fort! LG Martina

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Traude, ich habe alles sehr aufmerksam gelesen. Du hast dir sehr viel Mühe gegeben. Oh, ja, ein schwieriges Thema. Ich danke dir sehr für alle Anregungen, für all die hochinteressanten Bilder von Indien (wir gehen da ja jetzt erst einmal nicht hin).
    Jeden Tag mache ich mir Gedanken über unsere Welt, die Ungerechtigkeit auf ihr und unsere Blindheit. Ich finde es wunderbar, dass ich jetzt z.B. durch dich wieder ein bisschen wacher werde.

    Ich danke euch von Herzen, dass ihr euch hinsetzt und schreibt und uns Leser ein bisschen wacher macht.
    Liebe Grüße,
    Angelika

    AntwortenLöschen
  4. wie du schon schreibst liebes roströslein - komplexes thema!
    keine fabriken sind sicher keine alternative. aber wie wäre es mit "manufakturen" in denen unter menschlichen bedingungen zum fairen lohn wertige produkte hergestellt werden - und die konsumenten kaufen eben das zeuch nicht spottbillig&massenhaft sondern ausgewählt - was nach meiner rechnung sogar noch weniger kostet am ende als all der billigschrott der sowieso nach kurzer zeit die müllverbrennungsanlage verstopft..... klasse statt masse sozusagen. aber mein mann sagt betriebswirtschaftlich kommt es nur auf den schnellen umsatz an. und ich denke die politiker sind nicht politker (zumindest die wenigsten) weil sie die welt verbessern wollen sondern weil sie machtgeil sind und man mit politik schön sein schäflein ins trockene bringen kann. und warum sollte man die lobbyisten verprellen die einem nach der politkarriere einen wohldotierten gemütlichen vorstandsjob mit knuspriger sekretärin besorgen.....
    im prinzip finde ich die indische "personal für alles" variante ziemlich gut. es können nun mal nicht alle computergenies, chefdesigner und spitzenköche sein. und eine hilfe für haus und garten oder baustelle wünsche ich mir manchmal schon. aber wenn man mit dem lohn dann auch noch einen riesenwasserkopf an verwaltungen bezahlen muss dann kann man sich das nicht leisten.
    apropopo umwelt&arbeitsschutz - in dem DDR-kaff wo ich aufgewachsen bin stand eine schwermetallhütte. die haben für devisen batterien verhüttet - sprich sie wieder in ihre einzelnen giftigen komponenten zerlegt mittels schmelzofen. anfang der 80er baute dort eine (schwedische?italienische?) firma einen neuen hüttenkomplex mit neuen hohen schornsteinen mit modernen filtern. um aber noch mehr devisen für honnys swimmingpool scheffeln zu können wurden - um höhere kapazitäten fahren zu können - nachts die filter abgeschaltet. das ergebnis konnte man in der luft deutlich riechen - schwefel - und schmecken - metallisch. und ist noch heute in meinem mund zu besichtigen - zähne mürbe wie alter butterkeks.....
    xxxx

    AntwortenLöschen
  5. Servus liebe Traude,

    da hast Du ein äußerst komplexes Thema angeschnitten und auch sehr gut analysiert. Leider verlangen derart komplexe Probleme auch komplexe Problemlösungen. Eines der Hauptprobleme ist zweifelsfrei das enorme Bevölkerungswachstum gerade in den ärmsten und wirtschaftsschwächsten Ländern dieser Erde, denen noch dazu oftmals besonders korrupte Regierungen vorstehen. In vielen Ländern gibt es zudem kulturelle und religiöse Ressentiments wie die Ungleichstellung der Frauen, religiöse Verfolgung, das Kastensystem in Indien etc..
    Völlig richtig liegst Du in der Annahme, dass es für die Menschen äußerst wichtig ist, zumindest irgendeine Aufgabe und Arbeit zu haben, einerseits aus der wirtschaftlichen Notwendigkeit zum Überleben, anderseits ist das auch für ein Selbstwertgefühl wichtig. Natürlich sind die Arbeitsbedingungen in den Ausbeuterfabriken in Bangladesch untragbar, aber Du hast völlig recht, dass es noch nicht die Lösung des Problems ist, wenn diese nicht mehr existieren.
    Kurzfristige Lösungen wird es leider sowieso nicht geben können. Ein ganz wesentliches Steinchen auf einem Weg in eine bessere Welt wäre jedoch ein Hauptaugenmerk auf die Bildung gerade in dritte Welt Ländern zu legen.

    Zu dem Gedankenexperiment: Ich würde in erster Linie an den Rädchen Bildung, Produktion, Aufklärung und Sanierung drehen. Bildung als wesentlicher Punkt für eine Zukunft eines Landes, Produktion, da nur damit ein langfristig wirtschaftlicher Erfolg und damit auch eine Steigerung der Lebensqualität verbunden ist und Aufklärung und Sanierung, um auch nachhaltig das ökologische Gleichgewicht zu halten. Wenn an den Rädchen in einem vernünftigen und klugen Ausmaß gedreht wird, wäre zumindest in unseren Industriestaaten eine Perspektive gegeben.

    Wünsch Dir einen wunderschönen Sonntag!
    Nadine

    http://nadinecd.blogspot.co.at

    AntwortenLöschen
  6. Hallo liebe Traude,

    so viele Krisenherde gibt es derzeit auf der Welt ...
    So viele Menschen die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen ...

    Wo dabei anfangen?! Aufklärung / Bildung ist in meinen Augen ein wichtiger Aspekt.
    Doch der alleine hilft nicht, wenn sich die Umstände in dem Land nicht gleichzeitig ändern.

    Ich denke die Produktion sollte dann mit Blick auf die Umwelt angekurbelt werden.
    Menschen brauchen Aufgaben ... Erfolge ...

    Doch welcher Weg der Richtige ist, kann vermutlich keiner sagen ...
    Aber ist es nicht wichtig im Kleinen einfach anzufangen?!

    Jeder kann hier bei uns schon was tun ...

    Warum z.B. kaufen so viele noch die herkömmlichen Waschmittel mit Palmöl?!
    Ich benutze ein super Waschmittel ohne Palmöl ...
    Ein gaaaaaaaaaaaaaaanz kleiner Schritt ... aber wenn alle Menschen auf der Welt so denken würden,
    wäre das eine enorme Hilfe für unserer Umwelt ... und für die Menschen die unter den Brandrodungen leiden ...
    Siehe hier ...
    https://www.tagesschau.de/ausland/haze-indonesien-103.html

    Herzliche Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  7. Ach, Traudelchen, genau solche Gedanken machen mich manchmal ganz kirre. Ich fühle mich oft so ohnmächtig, habe den Eindruck, dass ich mich noch so sehr bemühen kann und doch nicht viel damit bewirke. Es sind wirklich nur kleinste Tropfen auf einen sehr heissen Stein. Aber immerhin: Wenn Tröpfchen zu Tröpfchen kommt kann es doch dazu führen, dass der Stein ein wenig abkühlt.... Trotzdem: Grade in letzter Zeit habe ich mich einige Male mit Bekannten über ähnliche Themen unterhalten (es ging zum einen um Bio-Produkte und zum andern darum, warum so viele Menschen so verdammt erpicht darauf sind, für möglichst wenig Geld möglichst viel Zeug einkaufen zu können), und ich hab mich einige Male ganz schön in die Nesseln gesetzt. Auch von Menschen, von denen ich eine andere Einstellung erwartet hätte, wurde ich ziemlich "runtergeputzt" für meine Gedanken dazu, was mich wirklich ein wenig erschüttert hat. Ganz ehrlich? Es zieht mich einigermassen runter, solches festzustellen. Also habe ich beschlossen, einfach das für mich Mögliche zu tun, um einen Beitrag an eine "bessere Welt" zu leisten. Und ich hoffe darauf, dass es doch immer mehr Menschen werden, die sich für solche Themen einsetzen. Irgendwann mal muss es doch einfach "Klick" machen, oder...?? Und ich mag auch den blöden Satz nicht mehr hören: "Ein gutes Gewissen muss man sich leisten können". So ein Mist. JEDER kann was beitragen. Wenn er denn wirklich möchte.....
    Hab einen schönen Sonntag, ganz liebe Grüsse!
    Deine in diesen Belangen manchmal ein wenig frustrierte FrauHummel

    AntwortenLöschen
  8. Hallo Traude. Viele interresante Fotos vom fernen Indien. Oh die Menschen leben mit einfachsten Mitteln sehr zu bewundern. Ich hoffe sehr das sich das wirklich mal ändert. Ich persönlich möchte dort keinen Urlaub machen.
    Wünsche dir einen schönen Sonntag und liebe GRÜße Jana.

    AntwortenLöschen
  9. Oohh was für beindruckende Bilder,sehr farbenfroh und sehr interrsant ist dieser post,da sieht man mal wie die menschen dort mit echter kraft noch schuften müssen,aber sie sind wie man sieht teilweise zufreiden,sie lächeln obwohl es kraftaufwendige arbeit ist die sie verrichten.
    ich finde es ja auch toll wie ihr euch mit den menschen dort unterhalten habt,so bekommt man mal ein eindruck.
    danke für diesen wissenswerten post,die Bilder hast du toll zusammengestellt :-)

    Herzlichst Jeannette

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Traude,
    ich sehe da auch wie du. man kann nicht nur an einem rädchen drehen - sonst drehen sich andere mit, die man gar nicht verändern wollte. es ist sicherlich für niemand einfach diese schlimmen zustände (egal wo sie sind) zu ändern. gerade die politik hat da auch wenig möglichkeiten. allein in der wirtschaft müsste man umdenken - und zwar ganz oben - sonst läuft da nix. wenn alles "gerecht" verteilt wäre, dann hätten alle arbeit, müssten nicht hungern und nicht fliehen (vorausgesetzt es gibt keine gewalt). ich fürchte nur, das wird eine paradisische wunschvorstellung bleiben.
    liebe grüße
    gusta

    AntwortenLöschen
  11. Faire Trade finde ich wichtig . Wenn möglich würde ich mir das überall wünschen :))
    Deine Bilder finde ich wieder sehr gelungen . Da kann man wirklich immer gucken .
    Bin total begeistert . Klasse
    LG und eine schöne Woche für Dich
    von Heidi

    AntwortenLöschen
  12. My dear Traube, I was once in India, in Monbay and Goa and it was a great experience.
    The bad conditions for the textile workers should be deeply considered by us, in Europe! Unfortunately it doesn't happen only in Asia. Nowadays a lot of stuff is produced in Maroco and Turquey!

    I would love to return to India because there is a all strange world to know.

    Thank you so much for sharing your experience.

    Hugs and kisses

    Nina

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Traude,
    ich bewundere dich sehr, wie du so die Welt bereist. Für mich wäre Indien kein Land, in das ich reisen möchte. Zu schmutzig, zu hektisch in den Städten, zu viele Menschen. Wenn ich einkaufe, achte ich hauptsächlich darauf, Produkte aus unserer Region zu kaufen Was Kleidung und Schuhe anbelangt, trage ich jahrelang das selbe. Ich gehöre absolut nicht zur Wegwerfgesellschaft.
    Danke für deine interessanten Denkanstöße!
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend,
    liebe Grüße Christine

    AntwortenLöschen
  14. ja liebe Traude, da lese ich zu deinem Post ganz interessante Kommentare -
    es ist wirklich ein schwieriges Thema - ich vermisse z. B. mehr ausgezeichnete Ware, damit
    ich immer weiß, was ich da kaufe - ich bemühe mich sehr - es ist wirklich unfair, was da so
    in der Welt passiert - ich fühle mich da wie Frau Hummel.... ohnmächtig - und wünsche mir
    mehr Aufklärung - es sollten wirklich solche Dinge nicht geschehen -

    hab einen schönen Abend - liebe Grüße - Ruth

    AntwortenLöschen
  15. Da bin ich eben gar nicht mehr auf dem Laufenden, liebe Traude bzw. das wußte ich gar nicht, daß Du an einem Nähbloggerinnen-Katalog arbeitest. Doch speziell für Deinen Blog nehme ich mir immer gern etwas mehr Zeit, denn nur so oberflächlich kommentieren liegt mir nicht wirklich. Wenn, dann möchte ich die Bilder auch richtig anschauen können und Deine Zeilen lesen. Und das schaffe ich zugegebenerweise leider nicht immer.
    Da sprichst Du ein Thema an ... Asien - ja, es ist schon schwierig mit den Vergleichen. Dennoch laufen da Dinge, die man nicht gutheißen kann. Da wird die Lebenssituation der Leute in dem Land ausgenutzt und die Politik unterstützt das. Und wenn ich dann - wie unlängst geschehen - in Blogs lese, daß es nicht schlimm ist, wenn Kinder arbeiten, da die Kinderarbeit hier früher schließlich auch üblich war und den Kindern das nicht schadet, dann kann ich Rot sehen! Dazu dann die Bedingungen, unter denen die Kinder oftmals arbeiten ...

    Über den Tankdeckelschließer mußte ich schmunzeln - aber hier gab es auch schon mal Aktionen an Tankstellen, wo besondere Services an der Tanksäule angeboten wurden. Was ganz Neues, das es davor so noch nicht gegeben hatte. Hat sich aber wohl nicht bewährt, da hier doch die Umsonst-Mentalität herrscht in solchen Dingen.

    Das ist schon ein hartes Los in Indien - ich weiß es von einem Freund, der Indien bereiste - ohne Arbeitslosenunterstützung sieht es für manche wirklich schlecht aus. Nicht jeder ist ja gesund oder jung genug, das muß sehr schwer sein! Deinen Links folge ich gleich mal. Und klar sind Spenden allein keine Lösung. Hilfe zur Selbsthilfe muß es heißen ... ecopolicy, da schreibst Du was - einer meiner Söhne hat den Master in BWL und wir haben schon öfter über diese Thematik gesprochen. Hunderprozentiges gibts leider nirgends, man kann es nur so gut wie irgendwie möglich machen, damit werden jedoch nie alle zufrieden sein.

    Mir fehlt leider die Zeit für das Spiel. Aber bei Gelegenheit werde ich meinen Sohnemann mal wieder auf die Thematik ansprechen ... und Du hast recht, nicht nur Mode ... z.B. auch Handys ... inzwischen gibt es ja auch faire Handys ... da ist dann das Problem für uns Verwöhnte - was können die ... ;-) wie sehen die aus ... alles nicht so einfach!

    Der Trend zu Fast Fashion ist schon suspekt! Es begann mit den Wegwerf-Socken, so habe ich es in Erinnerung. Die nicht mal mehr gewaschen wurden - 1 x tragen - wegwerfen ... obwohl auch das ein Thema für sich ist - das Waschen! Viele von uns (ich eingeschlossen) waschen viel zu viel. Man ist daran gewöhnt, die Nasen sind empfindlich .... wie also das runterfahren??

    Wunderbar, daß Du Dir diese Mühe gemacht hast und diese Thematik hier aufgreifst!

    Jetzt bin ich am Ende angelangt und sende Dir erst einmal viele liebe Grüße
    Sara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sara,
      den Nähbloggerinnen-Katalog habe nicht ich erarbeitet, sondern Susanne vom Blog mamimade. Ich habe lediglich ein Outfit dazu beigesteuert. Und inspiriert durch Susannes Idee mit den Fair-Play-Posts begonnen...
      Alles Liebe, Traude

      Löschen
    2. Hatte ich dann noch entdeckt, liebe Traude und den Katalog auch in meinen aktuellen Beitrag eingebunden.

      Liebe Grüße
      Sara

      Löschen
  16. Einen konkreten Lösungsvorschlag zu finden, ist bestimmt nicht einfach! Ich glaube kaum, dass wir Europäer uns die indische Lebensweise such nur annähernd vorstellen können. Ich habe mal einen Bericht gesehen, bei dem es darum ging, dass den Männern am Arbeitsplatz das von ihrer Frau zubereitete Mittagessen serviert wird. Eine logistische Meisterleistung dieses Berufszweiges! Ich weiß leider die Bezeichnung nicht mehr! Sowas würde doch hier niemand machen! Ich denke, man kann vielleicht nur zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen, in dem man in Läden einkauft, die konkret vor Ort aktiv sind und versuchen, etwas zu ändern! Auch bin ich der Meinung, dass wir nicht unbedingt versuchen sollten, unsere Denkweise anderen aufzudrücken!
    Viele Grüße von Margit

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Traude,
    ich finde es gut, wenn möglichst viele Menschen darüber auch nur ansatzweise nachdenken. Es ist ein sehr komplexes Thema. Den Katalog der Nähbloggerinnen habe ich mir natürlich schon angeschaut. Natürlich stelle ich mir die Frage: Wo kommen die Stoffe her und unter welchen Umständen werden sie hergestellt? Da schließt sich dann wieder der Kreis. Es betrifft ja leider nicht nur die Firmen, die Massenware herstellen. Wie soll ich das als Verbraucher nachvollziehen und vor allem überprüfen können? Nichts mehr kaufen ist sicherlich auch nicht der richtige Weg.

    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  18. Danke für diesen Post. Ein wirklich wichtiges und schwieriges Thema!
    Liebe Grüße,
    Markus

    AntwortenLöschen
  19. Liebe Traude, danke für diesen so interessanten und ausführlichen Post.
    Ich wünsch Dir einen schönen und fröhlichen Wochenstart!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  20. Hallo Traude,

    ich komme, wie immer, kaum hinterher die vielen Artikel zu lesen ;) aber nun habe ich es geschafft.
    Du zeigst hier eine andere Welt, wenn ich zum Beispiel das Bügeleisen mit Kohlebefeuerung sehe, so etwas habe ich in meiner musealen Sammlung und dort ist es heute noch in Gebrauch - fast wie eine Zeitreise.

    So ist es auch mit den Arbeitsbedingungen, vor hundert oder mehr Jahren war es bei uns ähnlich, ich befürchte wenn man manche Arbeitgeber tun lassen würde, dann kämen wir da auch wieder hin ;)

    Ich hoffe dennoch sehr, die Menschen bekommen auch in den anderen Teilen der Welt bald bessere Arbeitsbedingungen, ich wünsche es Ihnen sehr :)

    Liebe Odenwaldgrüße
    Björn :)

    AntwortenLöschen
  21. Such a thought-provoking post dear Traude. I agree that the solution to this will be a very complicated matter and take many different elements to solve it. I am not as educated about this as I should be. I imagine that they are grateful to have a means in which they can care for their families, but the ways they have been given opportunities to do it are not humane and changes need to happen for their health, happiness and safety.
    sending hugs to you...

    AntwortenLöschen
  22. Liebe Traude,
    das war jetzt sehr interessant zu lesen, ich war ja noch nie in diesem Land aber vieles klingt sehr lustig obwohl es sicher alles andere als lustig ist, aber der Gedanke das drei oder vier Menschen um mich herumwuseln beim Tanken hat mich schon belustigt, nein es ist alles andere als lustig und der Post regt sehr zum Nachdenken an, ich hab mir um vieles vorher überhaupt keinen Kopf gemacht, gut das mit der Bekleidungsindustrie ist ja hinreichend bekannt, aber wie du schreibst wer macht sich Gedanken um seinen Autospiegel obwohl ich den sicher mehr als einmal am Tag brauche, aber wo der vielleicht herkommen könnte, darüber hab ich mir noch nie einen Kopf gemacht.
    Sehr schöne Fotos, die für mich aus einer völlig fremden Welt kommen, weil ich da noch nie war und auch sicher nie hinkommen werde, schafft man schlecht auf drei Tage. Aber ich bin froh, dass du so viel rum kommst und daher bin ich virtuell wenigstens dabei.
    Liebe Grüße von Tatjana

    AntwortenLöschen
  23. Hallo!
    Finde es gut bei dir auch über andere Themen etwas mehr zu erfahren, grade deine Reisen finde ich sehr interessant :)
    Deine Bilder zeigen eine wunderbare Seite dieses Landes, du hast ein gutes Auge für Details!

    Liebe Grüße <3

    AntwortenLöschen
  24. Hallo Traude,
    Dein Post hat mich sehr beeindruckt und ich kann Deiner Einstellung nur zustimmen.
    Ich glaube, dass wir hier in der westlichen Welt inzwischen eine sehr falsche Einstellung zu Arbeit und ihrem Wert haben.
    Wie oft habe ich schon von Bekannten, die neue Mitarbeiter suchten, gehört, dass die Bewerber keine Lust hatten, eine einfache Arbeit zu tun, dass sie lieber von den Almosen des Staates abhängig sind.
    Wenn ich auf die Gesichter der Menschen schaue, so ist dort oft ein zufriedener Ausdruck zu finden.
    Es ist doch eigentlich das Wichtigste, dass jeder sich in seiner Arbeit wohlfühlt und daraus ein gutes Selbstwertgefühl bezieht.
    Ich habe Menschen kennen gelernt, die ganz oben auf der Karriereleiter waren und gerade deshalb an sich gescheitert sind, weil sie gegen ihre Bedürfnisse und Begabungen lebten. Manche haben es geschafft umzudenken und ihr Leben zu verändern und dadurch gesund zu werden.
    Sind die Menschen, von denen Du erzählst, nicht die glücklicheren? Unter der Voraussetzung von gesundheitlich gesicherten und menschenwürdigen Lebenssituationen.
    Ich denke, dass es viel wichtiger ist, dass in den Betrieben - egal wo - ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern gepflegt wird.
    Und da beginnt mein Dilemma: inzwischen erfährt man, welche Konzerne man beim Kleidungskauf besser meidet, aber was ist für die Selbstnäherinnen mit den Stoffen?
    Ich muss den Stoff sehen und fühlen, bevor ich ihn kaufe und der einzige verbliebene Stoffladen in unserer ehemals großen, Textilien produzierenden Stadt hat nur Dutzendware unbekannter Herkunft.
    Ich finde es gut, dass hier neue Stimmen laut werden.
    Liebe Grüße
    Gudrun

    AntwortenLöschen
  25. Liebe Traude,
    mit Interesse habe ich deinen Beitrag gelesen und deine wunderbaren Bilder betrachtet.
    Überall finden sich Für und Wider und alles hat zwei Seiten. Keine Seite ist nur weiss oder schwarz...meistens befinden sie sich in der Grauzone. Sich damit auseinanderzusetzen und lernen umzugehen gehört zu einem bewussten Leben heute. Danke für dein Aufmerksam machen!

    Herzlichst
    Julia

    AntwortenLöschen
  26. So interessanter Bericht, danke liebe Rostrose!
    Beim Tankdeckelschrauber musste ich erst schmunzeln, aber das ist ein perfektes Beispiel für das, was in unserer Gesellschaft schief läuft. Die einfachen Tätigkeiten werden immer mehr wegrationalisiert, weggestrichen, es gibt sie nicht mehr. Dadurch fallen immer mehr Menschen durchs soziale Netz, die Menschen, die schlecht ausgebildet sind, die eine Behinderung haben.... Die einfachen Tätigkeiten werden wie selbstverständlich von den Mitarbeitern übernommen, die funktionieren. Auf der einen Seite spart das Geld, auf der anderen Seite muss der Staat dann einspringen und dafür zahlen wir wieder. Eine scheinbare Ersparnis im ersten Moment zahlen wir dann durch Steuern zurück (Die Harz4-Leistungen in Deutschland sind steuerfinanziert).
    Ich würde mir wünschen, dass Arbeit in Deutschland mehr geschätzt wird, jede Arbeit.

    Danke für den nachdenklichen Post!

    AntwortenLöschen
  27. Hallo liebe Traude, ich glaube, dass wir vielleicht in Einzelfällen etwas bewirken können. Grundsätzlich wird sich wahrscheinlich aber nichts ändern solange es Religionen gibt, die Empfängisverhütung verbieten und Kulturen, in denen Frauen irgendetwas aufgezwungen wird oder in denen es einfach Tradition ist, möglichst viele Kinder zu haben, egal ob man sie gut ernähren kann oder nicht.
    Es ist schön zu sehen, dass in Indien selbst viele einfache Tätigkeiten mit Stolz ausgeführt werden. Wer stolz auf seine Arbeit ist, versucht sie möglichst gut zu machen. Daran mangelt es leider andernorts häufig.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und schicke Dir für alle Fälle ein paar Sonnenstrahlen :).
    Ganz liebe Grüße und hugs,
    Julia

    AntwortenLöschen
  28. Liebe Traude,
    das ist ein sehr ergreifender Post über die Lebensbedingungen in Indien....vielleicht erinnerst du dich noch, dass ich dort mal 1 Jahr gelebt habe. Du warst nur im Urlaub dort und hast dir trotzdem nicht nur Gedanken über die Sehenswürdigkeiten gemacht, wie das so als Tourist üblich ist....das bewundere ich schon. Sogar einen Mann mit Kohle-Bügeleisen hast du fotografiert. Das war für mich Das Erlebnis und es war vor inzwischen 21 Jahren....es hat sich seitdem gar nicht viel verändert und das finde ich schon eher etwas verwunderlich. Wir waren in Bombay und damals hautnah an all den Slums dran und täglich musste ich das Leid mit anschauen ohne etwas dagegen tun zu können. Mein Mann musste beruflich indische Arbeiter anleiten....während diese die einfachsten Arbeiter der untersten Kasten arbeiten ließen. Da gab es Frauen, die tonnenschwere Säcke auf ihren Köpfen tragen mussten, kurz vor dem Zusammenbrechen...Mich hat vor allem dieses Kastensystem verrückt gemacht. Dass der reiche Inder für jeden Handgriff einen ärmeren Inder beschäftigt. Aber das ist genau der Punkt...diese Menschen wiederum sind glücklich, dass sie überhaupt Arbeit haben, weil sie jede Rupie brauchen.
    Ich denke, ein Hauptproblem ist die Überbevölkerung. Mir wird gleich wieder ganz anders, wenn ich den überfüllten Bahnhof sehe. Jedes indische Kind müsste ein Recht auf Schulbildung haben...stattdessen müssen viele betteln gehen. Schlimm finde ich es, wenn europäische Firmen Arbeitsbedingungen zulassen, die gesundheitsgefährdend sind, wie in der Ledergerbung für Schuhe oder beim Färben von Stoffen. Aber du hast Recht...das ist nicht alleine ein indisches Problem. Unser gutes Leben basiert zu einem großen Teil zu Lasten der Umwelt und Gesundheit von Menschen in anderen Ländern. Für mich sind deine Fotos aber auch eine schöne Erinnerung an eine ganz besondere Zeit in meinem Leben...:-))
    Liebe Grüße, Sigrun

    AntwortenLöschen
  29. Liebe Rostrose, danke für deinen Kommentar zu meinem Beitrag gestern. Ich habe alle deine drei Fairplay-Artikel nachgelesen und finde toll, wieviel Zeit du dir nimmst für die Recherche und das Erarbeiten deiner so fantastisch bebilderten Texte. Du hast sehr gut rübergebracht, dass Nachhaltigkeitsprobleme komplex, sehr komplex sind. (Frederic Vester begleitet mich u.a. mit seinem Lernstil-Test seit Jahren in meiner Arbeit...) Faire Bezahlung und Preise, die alle Kosten enthalten (auch die, um die sich niemand kümmert wie die Reparatur von entstehenden Umweltschäden...), wären ein Anfang. Auch dann könnten wir gut leben. Denn den "billigen" Massenverbrauch, der sich in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat, braucht keiner, eigentlich... Das sogenannte "Habenmüssen"-Gen ist kein Gen, es ist anerzogen durch eine nach perfiden Mechanismen funktionierende Bedürfnisindustrie und ihre Werbung. Das Thema Kleidung habe ich schon manchmal mit Erzieherschülerinnen bearbeitet. Sich den eigenen Lebensstil bewusst machen, für die Kinder Vorbild sein können... Eine Aufgabe war den Kleiderschrank zu checken, Anzahl der T-Shirts zu schätzen und dann zu zählen. Schon diese Diskrepanz war interessant..., und die Mengen insgesamt furchterregend (bis zu 60 T-Shirts im Schrank). Was ich erschreckend finde, dass man auch heutzutage bei vielen Kleidungsstücken nicht mal identifizieren kann, woher die Sachen kommen... Wenn du zu Nachhaltigkeitsthemen eine Reihe planst, werde ich nach Kräften dabei sein. Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen