♥ Hi and Hello, my dears! ♥
Herzlich Willkommen zum 2. Teil meines San Francisco-Reiseberichtes!!!!
Zum ersten Teil kommt ihr hier.
Für den Morgen des zweiten Tages hatten wir schon von daheim eine
gebucht. Diese Art der Voraus-Reservierung lohnt sich unbedingt, da die Plätze auf der Fähre zur
berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel heutzutage wirklich heiß begehrt sind. In den Jahren 1934 bis
1963, als Alcatraz als Hochsicherheitsgefängnis genutzt wurde, war seltsamerweise niemand so sehr
darauf erpicht, auf die Insel gebracht zu werden. So ändern sich die Zeiten...
Als wir auf dem Eiland ankommen, lernen wir gleich einen ehemaligen Bewohner von Alcatraz
kennen: Der Herr mit dem Mikro - in der unteren Collage links zu sehen - heißt Ernest B. Lageson;
er war jedoch kein Strafgefangener, sondern der Sohn eines Wärters. Denn die Gefängniswachen
lebten mit ihren Familien auf der Insel; insgesamt wuchsen hier während all der Jahre rund 80 Kinder auf!
(Und es scheint keine üble Kindheit gewesen zu sein - auch wenn man aufs Festland zur Schule schippern musste.)
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Mr. Lageson ist zugleich Zeitzeuge eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte von Alcatraz -
und hat zwei Bücher darüber geschrieben: Im Mai 1946 versuchten sechs Gefängnisinsassen zu fliehen,
indem sie neun Wärter als Geiseln nahmen. Eine der Geiseln war Ernest Lageson Senior, der Vater
des Autors. Wenn ihr mehr über die "Schlacht um Alcatraz" erfahren wollt, könnt ihr hier einen kurzen
Artikel lesen. Glücklicherweise war E. L.'s Vater nicht unter den fünf Todesopfern der "Schlacht".
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Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Insel zu erforschen:
von der Gartentour bis zur Audiotour oder auch mit einem Plan auf eigene Faust. Unter Zeitdruck
steht man dabei nicht - die Fähren landen im Halbstundentakt, und es steht den Besuchern frei, mit
welcher der Fähren sie wieder zurück aufs Festland fahren wollen.
Wir entscheiden uns für eine "Rostrosige Spezialmischung": Das heißt, wir klemmen zwar die Kopfhörer
mit den (sehr interessanten und informativen) deutschsprachigen Erläuterungen an unsere Ohren,
doch wir wandern größtenteils nicht mit der Schar von Punkt zu Punkt, sondern gehen in unserem
eigenen Tempo und sehen uns an, was uns gerade interessiert. Auf diese Weise gelingen uns auch
weitgehend "menschenleere" Fotos.
weitgehend "menschenleere" Fotos.

Wie ihr erkennen könnt, kommen in Alcatraz vor allem Freunde des schlichten weißen Shabby-Styles
auf ihre Kosten. Manchmal wurden Akzente in schwarz, rot oder grün gesetzt. Die Zellen waren eng und
auf das Wesentliche reduziert *)- und Herr Rostrose kann daran keinen rechten Gefallen finden, wie man sieht.
Aber hej, Leute, schließlich war das hier ein Knast und kein Luxushotel!
*) In unserem Land gibt es Gefängnisse, da frage ich mich ernsthaft, wo die Strafe bleibt - die sind schöner
gestaltet und weit besser ausgestattet als das Büro, in dem ich arbeite - und vor meinem Bürofenster
gibt es passenderweise auch Gitter - ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht besser "umschulen" sollte.
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Besonders reduziert erscheint auf den ersten Blick die Bibliothek von Alcatraz (links in der Mitte
seht ihr eins der Bücherregale), doch in aktiven Zeiten enthielt sie rund 15.000 Bände in den
Kategorien Philosophie, Belletristik und Unterrichtsmaterial. (Bücher mit sexuellen, gewalttätigen
oder kriminellen Inhalten waren nicht erlaubt.) Aufgrund ihrer physischen Einschränkung durch die engen
Zellen flohen die meisten Sträflinge zumindest geistig in die Welt der gedruckten Buchstaben und
verschlangen im Durchschnitt 75 bis 100 Bücher pro Jahr.
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Dafür sind die Gärten von Alcatraz (die übrigens auch von den Sträflingen angelegt
und betreut wurden) umso üppiger und schöner - und sogar Kolibris schwirren hier umher!
Eigentlich eine paradiesische Umgebung. Unfrei, das ja - aber wer ist schon richtig frei?
(Was soll ich also zu den Klagen der Insassen sagen, die man bei der Audioführung darüber raunzen hörte,
dass hier Drill herrschte und der eigene Wille nichts mehr zählte? Ich habe schon genug Menschen gesehen,
die schlimmer hausen müssen - in den Slums von Johannesburg, Mexico City oder in vielen Städten Indiens
dass hier Drill herrschte und der eigene Wille nichts mehr zählte? Ich habe schon genug Menschen gesehen,
die schlimmer hausen müssen - in den Slums von Johannesburg, Mexico City oder in vielen Städten Indiens
zum Beispiel, aber längst nicht nur dort - die sind allein schon in ihrer Freiheit eingeschränkt durch ihre Armut -
und haben wohl nichts angestellt, um sich das zu verdienen.)
und haben wohl nichts angestellt, um sich das zu verdienen.)
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| Hier unten versuchen auch schon wieder zwei, mit einem kleinen Boot abzuhauen!!! |
Wir kehren ganz legal mit einer Fähre zum Ufer San Franciscos zurück - und gönnen uns dort zunächst
mal ein Ben-&-Jerry's-Eis, denn das war quasi ein "Auftrag" von Julia / Vintage with Laces.
Schlendern wieder am Hafen umher, werfen Blicke in Läden, die Schokolade oder andere Süßigkeiten
gleich "fass-weise" anbieten - und besuchen nochmals unsere possierlichen Freunde vom Pier 39:

Das Eis war zwar lecker, aber keine wirklich brauchbare Stärkung -
da muss schon etwas Handfesteres her. Wir folgen mal wieder einem guten Tipp und statten dem
Rainforrest Cafe einen Besuch ab, das gleich beim Fisherman's Wharf zu finden ist (in der 145 Jefferson Street).
Dieses Restaurant ist wie ein tropischer Regenwald gestaltet, mit einem Wasserfall, dschungelartigen Geräuschen, (mechanischen) Tieren, die immer wieder zu Leben erwachen, wundervollen Aquarien
und kunstvollen Wandmalereien. An den vermutlich authentischen Regenwald-Dunst muss man sich erst mal eine halbe
Minute lang gewöhnen, aber danach kommen Kinder jeden Alters (also ebenso "große" Kinder wie Edi und ich) voll und
ganz auf ihre Rechnung - auch in kulinarischer Hinsicht. Herr Rostrose und ich haben zwei sehr fein
schmeckende, ausreichend sättigende Vorspeisen miteinander geteilt und waren danach bestens gerüstet ...

...für unser nächstes Vorhaben:
Es gibt mehrere Radverleihe, die dieses "Paket" im Angebot haben: Man borgt sich ein Fahrrad aus,
strampelt damit über die Golden Gate Bridge bis nach Sausalito, sieht sich dieses nette kleine Nachbarstädtchen an -
und fährt anschließend mit der Fähre wieder nach SF zurück. Wir gingen zu "Blazing Saddles", und
das war bestimmt keine schlechte Wahl. Unheimlich freundlich wurden wir beraten und über mögliche
Touren informiert.
das war bestimmt keine schlechte Wahl. Unheimlich freundlich wurden wir beraten und über mögliche
Touren informiert.
Dann schnappten wir unsere Bikes und radelten los.

Und jetzt muss ich mal zwei kleine Zwischenbemerkungen einschalten, damit ihr im Falle eines Falle vorbereitet seid.
Nein, drei - denn die erste ist:
Ich bin wirklich glücklich, dass wir diese Tour gemacht haben! Sie war aus verschiedenen Gründen
ein wahres Highlight unserer Reise!
ein wahres Highlight unserer Reise!
Aber - Bemerkung Nummer 2: So flach und unanstrengend, wie die Strecke auf den Blazing-Saddles-Fotos
aussieht, ist sie nicht. San Fran ist hügelig, Sausalito auch, und da der Radweg keineswegs nur am Wasser entlang
verläuft, geht's mal rauf und mal runter. Und zwar nicht zu knapp. Euer kleines Flachland-Roströslein kam also
ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen.
verläuft, geht's mal rauf und mal runter. Und zwar nicht zu knapp. Euer kleines Flachland-Roströslein kam also
ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen.
Bemerkung Nummer drei hat mit einer Sache zu tun, die mir Herr Rostrose vor der Reise eingeredet hat:
Er sagte: In "The City" ist es immer ein bisschen kühl, weil vom Meer her eine stetige steife Brise aufs Festland
weht. Deshalb tragen die Cops in "Die Straßen von San Franciso" auch ständig ihre Trenchcoats.
weht. Deshalb tragen die Cops in "Die Straßen von San Franciso" auch ständig ihre Trenchcoats.
Zur Untermauerung seiner Behauptung führte er seinen Aufenthalt in der Stadt vor rund 20 Jahren an, da kam er auch
nie ohne Jacke aus - und damals war Sommer!
nie ohne Jacke aus - und damals war Sommer!
Wir hingegen schrieben den 26. Oktober - in Österreich wurde an diesem Tag gerade der Nationalfeiertag begangen -
und da hatten wir im Vorfeld natürlich erst recht mit Herbst-Temperaturen gerechnet. Tja - das elfte Gebot lautet
"Du sollst dich nicht täuschen." Es hatte ca. 25 Grad C im Schatten - aber sehr schattig war es auf der Strecke
nach Sausalito nicht. Habe ich schon erwähnt, dass Frau Rostrose ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen kam? ;o)
und da hatten wir im Vorfeld natürlich erst recht mit Herbst-Temperaturen gerechnet. Tja - das elfte Gebot lautet
"Du sollst dich nicht täuschen." Es hatte ca. 25 Grad C im Schatten - aber sehr schattig war es auf der Strecke
nach Sausalito nicht. Habe ich schon erwähnt, dass Frau Rostrose ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen kam? ;o)
Wie gesagt, ich bereue nichts - es war ein ausgesprochen schönes Erlebnis! Und Sausalito mit
seinen putzigen Häusern und hübschen Läden ist absolut einen Besuch wert!
seinen putzigen Häusern und hübschen Läden ist absolut einen Besuch wert!
Aber ich war nachher verdammt froh, dass ich nicht wieder zurück radeln
musste, sondern von der Fähre nach Frisco zurückgebracht wurde - während hinter
der Golden-Gate-Bridge langsam und idyllisch die Sonne in der Bay versank.
der Golden-Gate-Bridge langsam und idyllisch die Sonne in der Bay versank.
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Oben seht ihr u.a. die Fahrräder, die auf der Fähre transportiert wurden
- es waren bestimmt um die 100 Stück! |
Wir lassen den Tag in einem gemütlich gestalteten Fisherman's-Wharf-Lokal ausklingen und fahren
anschließend nicht per Cable-Car, sondern mit einem der zahlreichen O-Busse in die Gegend unseres
Hotels zurück. Allerdings verpassen wir die richtige Station - und bekommen auf diese Weise die
Gelegenheit, das wunderschön beleuchtete Rathaus der Stadt sowie die ebenfalls festlich
illuminierten Gebäude-Drillinge (Veterans Building, Opera House und Symphony Hall) zu
bewundern. Ich glaube, ich muss nicht extra erwähnen, dass wir auch nach diesem anstrengenden Tag
müde und erschöpft in unser Bett fallen ;o)...
Hier (klick) kommt ihr zum ersten Teil mit einer Cable-Car-Fahrt
und Fisherman's Wharf.
Hier kommt ihr zur Fortsetzung mit Chinatown, den "Painted Ladies",
Height Ashbury und The Mission District.
Hier kommt ihr zur Fortsetzung mit Chinatown, den "Painted Ladies",
Height Ashbury und The Mission District.
Alles Liebe
♥♥♥ eure rostrosige Traude ♥♥♥


















































